Daishin Kashimoto Violine
Holly Hyun Choe Leitung
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Alte Reithalle 07.03. Baden Kurtheater 08.03. Aarau
Alte Reithalle 09.03. Aarau
Alte Reithalle
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Daishin Kashimoto Violine
Holly Hyun Choe Leitung
Alte Reithalle 07.03. Baden Kurtheater 08.03. Aarau
Alte Reithalle 09.03. Aarau
Alte Reithalle
Herausgeber argovia philharmonic Entfelderstrasse 9
Postfach
5001 Aarau
Tel. 062 834 70 00 info@argoviaphil.ch www.argoviaphil.ch
Redaktion und Layout
Linda Schumacher
Werktexte
Sibylle Ehrismann
Titelseite
Daishin Kashimoto (Foto: Daisuke Akita)
Fotocredits
S. 18 Daisuke Akita
S. 22 Emily Turkanik
S. 26/27 Patrick Hürlimann
Druck
merkur medien ag 4800 Zofingen www.merkurmedien.ch
AEW Energie AG Obere Vorstadt 40
Postfach
CH-5001 Aarau
Auflage 1600 Exemplare
T +41 62 834 21 11
info@aew.ch www.aew.ch
Holly Hyun Choe Leitung argovia philharmonic
Camille Pépin (*1990)
«La Source d'Yggdrasil»
Camille Saint-Saëns (1835–1921)
Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 h-Moll op. 61
I Allegro non troppo
II Andantino quasi allegretto
III Molto moderato e maestoso - Allegro non troppo
Robert Schumann (1810–1856)
Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120 (rev. 1851)
I Ziemlich langsam - Lebhaft
II Romanze: Ziemlich langsam
III Scherzo: Lebhaft
IV Langsam - Lebhaft
Bitte schalten Sie vor dem Konzert Ihr Mobiltelefon auf lautlos. Bildaufnahmen sind erlaubt, sofern sie das Orchester und die Sitznachbarn nicht stören. Ton- und Videoaufnahmen des Konzerts sind nur mit Einwilligung erlaubt.
Dr. Verena Naegele nimmt jeweils 45 Minuten vor dem Konzert das Programm unter die Lupe. In Aarau findet die Konzerteinführung im Odd Fellow-Haus der Schenkenberg-Loge Nr. 15 am Apfelhausenweg 10 statt, in Baden im Neuen Foyer.
Wir danken der Schenkenberg-Loge Nr. 15 Aarau herzlich für die unentgeltliche Überlassung ihres Refektoriums für die Durchführung unserer Konzerteinführungen.
Aarau: Besuchen Sie die Bar im Stall (ab 60 Minuten vor Konzertbeginn, in der Pause und nach dem Konzert) oder geniessen Sie einen Drink im Foyer (nur während der Pause).
Baden: Die Bar im Sachs Foyer ist vor dem Konzert und in der Pause geöffnet.
März 2025
Do 06 19.30 Uhr Aarau
Alte Reithalle
Fr 07 19.30 Uhr Baden
Sa 08 19.30 Uhr Aarau
Alte Reithalle
So 09 17.00 Uhr Aarau 16.15 Alte Reithalle
Herzlichen Dank
Wir bedanken uns bei unseren Geldgebern und Sponsoren, die uns während der ganzen Saison unterstützen und unsere Tätigkeiten überhaupt erst ermöglichen –eine vollständige Übersicht finden Sie am Ende dieses Programmheftes.
Engagieren auch Sie sich für das argovia philharmonic: www.argoviaphil.ch/engagement
Her z schlägt
für klassische Musik, unser Her z schlägt für Ihr Wohl bei der Kapitalanlage.
Professionelle Vermögensver waltung
Unabhängige A nlageberatung
Finanzplanung
Finanzierungsberatung
v.l.n.r: Luigi Scura, Giovanni Fedrigoli, Stephan Schurter, A Daniel König. Es fehlt: Himesh Parikh.
Es ist eine grosse Ehre, das 4. Abo-Konzert mit der Nachwuchsdirigentin Holly Hyun Choe zu gestalten. Sie repräsentiert die neue Generation von Dirigent:innen, die die Talentschmiede von Prof. Johannes Schlaefli in Zürich absolviert hat; wie auch schon Leo McFall, Delyana Lazarova, Izabelė Jankauskaitė oder Eduardo Strausser, die alle das argovia philharmonic die letzten Saisons dirigiert haben.
Holly Hyun Choe repräsentiert aber auch die (Kultur-) verbindende Kraft der Musik: geboren in Südkorea, aufgewachsen in Los Angeles, in Zürich studiert und aktuell wohnhaft in Deutschland. Diese nationenübergreifenden Verbindungen sind gerade in diesen krisenhaften Zeiten ein unschätzbarer Wert, an den wir Kulturschaffende uns klammern und uns weiterhin positiv in die Zukunft blicken lassen.
Eine ebenso grosse Ehre ist, mit Daishin Kashimoto einen der Ersten Konzertmeister der Berliner Philharmoniker als Solisten hier in Aarau und Baden begrüssen zu dürfen. Sie finden in unserem aktuellen Magazin ein spannendes Interview mit ihm. Er reiht sich ein in die Riege der anderen Berliner Gästen der letzten Jahre, wie Noah Bendix-Balglay, Amihai Grosz, Albrecht Mayer oder auch Guy Braunstein.
Freuen Sie sich auf ein kontrastvolles Programm zwischen Schumann, Saint-Saëns und Pépin.
Herzlich, Ihr
Simon Müller
Intendant
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4. ABO-KONZERT
WERKBESCHRIEB
CAMILLE PÉPIN
Camille Pépin (*1990)
«La Source d'Yggdrasil»
Schon während ihrer Studienzeit am Pariser Conservatoire war klar: Camille Pépin ist eine geniale Komponistin. Sie wurde damals mit fünf ersten Preisen ausgezeichnet: für Instrumentierung, Analyse, Harmonielehre, Kontrapunkt sowie Fuge/Form. Nach einer derart gründlichen Ausbildung wurde ihre Musik schon bald mit ersten Preisen ausgezeichnet. 2015 erhielt sie beim Kompositionswettbewerb «Île de créations» für ihr Orchesterstück «Vajrayana» den Preis der Jury.
Seither erschienen ihre Werke in dichter Folge und die Auszeichnungen häuften sich. Ganz gleich, ob es sich um Kammermusik oder grosse Or-
chesterwerke handelte. Genannt seien hier: «Sonnets - Hommage à Henri Dutilleux» für Sopran, Altflöte, Englischhorn, Fagott und Klavier (2016), «Mystical vibration» für sechs Kornette (2016), sowie «La Source d’Yggdrasil» für Orchester (2018), welches nun das argovia philharmonic spielt.
Pépin beschäftigt sich immer wieder auf neue Art mit Kolorit, Formen und Klängen. Das sind typische Merkmale der französischen Musik, die Pépin selbstbewusst weiterentwickelt. Dabei lässt sie sich von der Natur in -
spirieren, von anderen Komponisten, oder von Dichtern wie Charles Baudelaire und James Joyce.
Ihr grosses Vorbild ist Henri Dutilleux (1916–2013). Dieser gehört zu den faszinierendsten Komponisten der französischen Moderne. Seine sorgfältig ausgefeilten, immer farbig leichten Werke sind zwar atonal – aber immer auch leicht zu hören. Pépin beherrscht den Orchestersatz perfekt. Auch ihre Werke sind zuweilen komplex konstruiert, sie bleiben aber immer zugänglich.
Wie Dutilleux bleibt Pépin ihrem Kurs treu. Auch wenn sie immer wieder andere Wege einschlägt, um sich nicht zu wiederholen: Sie macht sich mit ihrer Sensibilität und mit grösster handwerklicher Sorgfalt eine starke musikalische Sprache zu eigen. Ihre poetische Welt erneuert sich ständig und dreht sich dennoch um die gleichen Themen: Spiritualität, Mythen, Götter und Göttinnen, Universum und Natur.
Yggdrasil ist der Weltenbaum der skandinavischen Mythologie, wie Pépin schreibt. An der Quelle des kosmischen Baumes entspringen drei Wurzeln und verschiedene Welten: die Welt des Himmels und der Götter, die irdische Welt der Menschen und des Krieges, und die Unterwelt der Toten. Yggdrasil symbolisiert den Kampf zwi-
schen den Kräften des Lebens und der zerstörerischen Welt.
Die mystisch geheimnisvolle Musik Pépins spielt mit den spezifischen Klängen der Instrumente. In «La Source d’Yggdrasil», das rund 12 Minuten dauert, breitet sich ein irrisierend-schwebender Klangteppich aus, verdichtet und entspannt sich. Das repetitive rhythmische Motiv im Hintergrund ist anfangs nur leise erkennbar.
Die Oboe hebt zu einer weitatmigen Melodie an, die von der Klarinette und weiteren Instrumenten weitergetragen wird. Plötzlich tritt das rhythmische Motiv in den Vordergrund: markant und energiegeladen. Diese Energie und eine innige Leuchtkraft beeindrucken in Pépins Musik am meisten. Ein Auszug aus «La Source d’Yggdrasil» kann man sich auf Youtube anhören, in einer Aufnahme des Orchestre National de Lyon. Mittlerweile hat es die 34-jährige Pépin auf die grossen Bühnen geschafft. Namhafte Orchester wie das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Concertgebouw Amsterdam, die Elbphilharmonie Hamburg und das Wiener Konzerthaus gehören dazu. Camille Pépin ist und bleibt ein Phänomen.
Text: Sibylle Ehrismann
Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 h-Moll op. 61
I Allegro non troppo
II Andantino quasi allegretto
III Molto moderato e maestoso - Allegro non troppo
Im Jahr 1859 begegneten sich in Paris erstmals der 15-jährige angehende Geigenstar Pablo de Sarasate und der Komponist Camille Saint-Saëns. Kaum 25 Jahre alt, hatte dieser sich bereits als Pianist, Organist und Komponist einen Namen gemacht. Seine frühen, klassizistisch-eleganten Werke hatten bereits Erfolg. Deshalb gab Sarasate diesem den Auftrag, für ihn ein Violinkonzert zu schreiben.
Beim 1. Violinkonzert in A-Dur op. 20 sollte es aber nicht bleiben. Von da an komponierte Saint-Saëns seine konzertanten Stücke für Violine und Orchester hauptsächlich für Pablo de Sarasate. Auch für das 3. Violinkonzert
h-Moll op. 61, welches 1880 entstand, inspirierte den Komponisten das Spiel seines Freundes. Sarasate galt mittlerweile als überragender Geigen-Star und machte weltweit Karriere.
Dem Geiger gefiel das 3. Violinkonzert von Saint-Saëns besonders gut. Darüber schrieb er dem Verleger Durand: «Das Konzert von Saint-Saëns ist ein Juwel, ich bitte Dich, sag’ ihm, dass er es vor mir niemand anderes spielen lässt.» Er stellte dem Verleger himmlische Klänge in Aussicht: «Du wirst sehen, dass ich aus diesem erstklassigen Werk einen wahrhaft himmlischen Erzengel machen werde.»
Zu Lebzeiten von Saint-Saëns
machten in Frankreich die sogenannten «concerts brillants» Furore. Das Publikum liebte die technischen Kunststücke grosser Virtuosen, und die Komponisten schrieben ihre brillanten Stücke dafür. Nicht so der Klassizist Saint-Saëns. Er sträubte sich mit all seinen Instrumentalkonzerten dagegen, und besonders mit dem Violinkonzert Nr. 3. Die musikalisch-emotionale Ebene war ihm wichtiger als die technische Virtuosität, auch wenn diese durchaus beachtlich ist.
Der Solist tritt nicht mit seiner spieltechnischen Brillanz dem Orchester entgegen. Die beiden Parteien agieren vielmehr als gleichberechtigte Partner. Innovativ verzichtet Saint-Saëns im 3. Violinkonzert auf die am Satzende üblichen Solo-Kadenzen, in welchen der Solist üblicherweise seine techni-
Saint-Saëns in der Fahrradkutsche, 1907
schen Fähigkeiten inszeniert. Stattdessen tritt vor das Finale eine langsame Einleitung, an der die Solo-Geige und das Orchester gleichwertig teilhaben.
Diese neue Sicht auf die Bedeutung der Virtuosität vollzieht Saint-Saëns in einem konventionellen Rahmen. Die dreisätzige Anlage des Konzerts und der formale Aufbau der einzelnen Sätze entsprechen dem klassischen Modell von Mozart und Beethoven. Kommt dazu, dass er – wie Beethoven in seiner fünften Sinfonie – nach dem Prinzip «per aspera ad astra» vorgeht: aus dem Dunkel ins Licht. Das 3. Violinkonzert wird vom bedrückenden h-Moll des Kopfsatzes zum strahlenden H-Dur des Schlusses geführt. Diese Aufhellung inszeniert Saint-Saëns mithilfe eines Chorals. Die flimmernden Streicherklänge des ers-
Recht ist
Guy Braunstein, 1. Violine
Sabina Curti, 2. Violine
Andreas Fischer, Bratsche
Kammermusiker – Solistinnen und Partner zugleich. Nicht anders in der Advokatur: Die eigenverantwortliche Tätigkeit der Anwältinnen und Anwälte und ihre Arbeit im Teamwork qualifiziert Schärer Rechtsanwälte im Ranking der Bilanz, Handelszeitung und PME in verschiedenen Bereichen unverändert als eine der Top 25 Kanzleien der Schweiz.
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ten Choralauftritts erinnern an das entrückte Vorspiel zu Wagners Oper «Lohengrin». Gegen Ende des Finales erklingt dieser Choral zunächst leise in den Streichern. Doch dann wird er triumphal zuerst von den Blechbläsern und dann auch von der Solo-Violine in strahlendem H-Dur vorgetragen.
Das 3. Violinkonzert stellt an den Solisten weniger technische als interpretatorische Herausforderungen: wegen seiner melodischen Erfindung und der impressionistischen Subtilität. Neben brillantem Doppelgriff- und Passagen-Feuerwerk spielt der Solist im ersten Satz auch den ausdrucksvollen Gesang des weitgeschwungenen Seitenthemas. Besonders fordernd ist der zweite Satz, in dem der Solist reizvoll mit den Holzbläsern dialogisiert. Nach einer kurzen Kadenz lässt der Geiger zarte Flageoletts in Dreiklängen aufsteigen.
Das 3. Violinkonzert ist von den insgesamt drei Violinkonzerten SaintSaëns’ das meistgespielte. Über das Datum der Uraufführung ist man sich uneinig. Die Weltpremiere wird von vielen am 2. Januar 1881 im Pariser Théâtre du Châtelet angesehen. Andere Quellen geben das Jahr 1880 an: entweder anlässlich einer der vielen Soiréen des Komponisten, oder in Hamburg während einer Europatournee von Sarasate.
Sibylle Ehrismann
4. ABO-KONZERT
WERKBESCHRIEB
ROBERT SCHUMANN
Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120 (rev. 1851)
I Ziemlich langsam - Lebhaft
II Romanze: Ziemlich langsam
III Scherzo: Lebhaft
IV Langsam - Lebhaft
Robert Schumanns 4. Sinfonie d-Moll gilt als sein eigenständigster Beitrag zur Sinfonik. Sie ist nicht nur einsätzig, Schumann hat sie in den zehn Jahren ihrer Entstehungszeit auch stark überarbeitet. Ursprünglich war die Vierte Schumanns 2. Sinfonie. Gleich nachdem er seine Erste, die «Frühlingssinfonie», abgeschlossen hatte, stürzte er sich in die Arbeit für eine neue. Im Frühjahr 1841 notierte sich Clara Schumann in ihrem Tagebuch, dass Robert eine Sinfonie plane, die «aus einem Satz bestehen, jedoch Adagio und Finale enthalten» soll. Ein knappes Jahr später war diese 2. Sinfonie vollendet. Deren Uraufführung wurde am 6. Dezember 1841 von
Ferdinand David im Gewandhaus zu Leipzig dirigiert, sie hatte jedoch nur mässigen Erfolg. Dennoch bot Schumann sie seinem Verleger an, allerdings vergeblich. War für diese Ablehnung die durchkomponierte Dramaturgie verantwortlich?
Schumanns Mut zu einer offenen, sich fortlaufend weiterentwickelnden Struktur war aber nicht so unkon-
ventionell, wie es auf den ersten Blick aussieht. Er unterteilte nämlich seine auf dem Manuskript so bezeichnete «Symphonische Phantasie» in vier Sätze. Diese sollten aber zusammenhängend, also «attacca» aufgeführt werden.
Nachdem die Uraufführung ohne Resonanz geblieben war, entschied sich Schumann, das Werk grundlegend zu überarbeiten. Diesen Plan setzte er aber erst nach der erfolgreichen Uraufführung seiner «Rheinischen» Sinfonie Nr. 3 um. Es sollten nicht weniger als zehn Jahre vergehen, bis das Werk 1851 fertiggestellt war. Der Verleger gab es aber erst 1853 als 4. Sinfonie heraus. Die Uraufführung fand im gleichen Jahr in Düsseldorf statt und wurde ein grosser Erfolg.
Bei der Überarbeitung tauschte Schumann die ursprünglich italienischen Satzbezeichnungen gegen deutsche aus. Der grösste Unterschied zur Erstfassung ist aber nicht, wie man vermuten könnte, die formale Gestaltung. Vielmehr unterzog Schumann die Instrumentation einer grundlegenden Überarbeitung. Die zuvor solistisch besetzten Passagen sind in der zweiten Fassung meist in ganzen Stimmengruppen komponiert. So wirkt diese üppiger und konzentrierter als die transparente Urfassung. Interessanterweise wurde auch das Tempo langsamer. Über die 4. Sinfonie spannt sich ein Netz von Beziehungen: die Romanze ist mit der langsamen Einleitung verknüpft, das Scherzo-Trio mit der Romanze, und das Finale mit dem ersten
Satz. Die langsame Einleitung endet mit einem drängenden «Stringendo», worauf das klavieristisch empfundene Hauptthema einsetzt. Darauf folgt aber nicht gleich das zweite Thema, dieses erscheint erst in der Durchführung.
Solo-Oboe und Violoncelli stimmen die Romanze an. Auf diese folgt das unwirsche Thema des Scherzos. Die Steigerung des Finales beruht auch darauf, dass Schumann gleich drei thematische Hauptgedanken verarbeitet. Richard Wagner hatte diesen Satz eher abschätzig beurteilt. Er störte sich vermutlich daran, dass Schumann nicht nur hier, sondern auch sonst gerne konstant an einer rhythmischen Figur festhält.
Auch wenn die meisten Dirigenten bis heute die Zweitfassung der 4. Sinfonie von 1851 dirigieren, gab und gibt es einige Fürsprecher für die durchsichtiger instrumentierte Erstfassung. Bereits Johannes Brahms plädierte für sie, und im 20. Jahrhundert der Dirigent Fritz Busch. In der Schweiz war es Heinz Holliger, der viele Jahre die Urfassung bevorzugte. Schumann selbst hielt die zweite Fassung mit ihren Klangmassierungen für «besser und wirkungsvoller». Auch das argovia philharmonic hat sich für diese entschieden.
Text: Sibylle Ehrismann
4. ABO-KONZERT
KÜNSTLERBIOGRAFIE
DAISHIN KASHIMOTO
Violine
Als Solist internationaler Orchester sowie als gefragter Kammermusiker ist Daishin Kashimoto regelmäßiger Gast in den großen Konzertsälen weltweit. Sein immenser Erfahrungsschatz, über den er nach über fünfzehn Jahren als erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker verfügt, kommt ihm auch in seiner Solistenrolle zu Gute, die er, mit einem breiten Repertoire von der Klassik bis zur Musik unsere Zeit, ebenso überzeugend ausfüllt.
Zuletzt spielte Daishin Kashimoto Bruchs Violinkonzert mit dem Dallas Symphony Orchestra unter der Leitung von Fabio Luisi und trat mit dem City of Birmingham Orchestra unter der Leitung von Kazuki Yamada, dem Gürzenich-Orchester unter der Leitung von François-Xavier Roth sowie der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Thomas Søndergård auf. Ein Höhepunkt des Jahres 2023 war die Uraufführung von Toshio Hosokawas Violinkonzert Prayer mit den Berliner Philharmonikern unter Paavo Järvi in der Philharmonie Berlin, gefolgt von der Schweizer Erstaufführung im KKL Luzern mit dem Luzerner Sinfonieorchester und der asiatischen Premiere in der Suntory Hall
mit dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra.
In der Saison 2023/24 startete seine Residency als Solist beim Kurpfälzischen Kammerorchester Mannheim. Daishin Kashimoto gastierte bisher unter anderem beim NHK Symphony Orchestra, Boston Symphony Orchestra, dem Orchestre National de France, den Symphonieorchestern des Bayerischen, Hessischen und Westdeutschen Rundfunks, dem Orchestre de la Suisse Romande und den St. Petersburger Philharmonikern unter Dirigenten wie Mariss Jansons, Seiji Ozawa, Lorin Maazel, Yehudi Menuhin, Paavo Järvi, Myung-Whun Chung, Daniel Harding und Philippe Jordan. Auch in Konzerten der Berliner Philharmoniker ist er immer wieder als Solist zu erleben, in der Vergangenheit etwa mit Mozarts Sinfonia concertante beim Grafenegg Festival und beim Lucerne Festival, mit Prokofjews Violinkonzert Nr. 1 unter der Leitung von Sir Simon Rattle oder mit Tschaikowskys Sérénade mélancolique und dem Valse Scherzo auf der Berliner Waldbühne. Als Kammermusiker trat er unter anderem an der Seite von Martha Argerich, Yuja Wang, Leif Ove Andsnes,
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Éric Le Sage, Claudio Bohórquez, Emmanuel Pahud, Itamar Golan, Tabea Zimmermann, Yefim Bronfman und Konstantin Lifschitz auf. Mit letzterem legte er 2014 eine vielgelobte Aufnahme der Beethoven-Violinsonaten vor. Zu seinen CD-Einspielungen gehört auch eine Aufnahme des Brahms Violinkonzertes mit der Staatskapelle Dresden unter Myung Whun Chung für Sony Music.
Früh hatten seine Eltern ihn in Kontakt mit verschiedenen Instrumenten gebracht – der Dreijährige entschied sich für die Geige und erhielt in Tokio seinen ersten Unterricht. Nach einem Umzug in die USA wurde Daishin Kashimoto im Alter von sieben Jahren als jüngster Schüler aller Zeiten am Pre-College der Julliard School aufgenommen; mit elf Jahren wechselte er an die Mu-
sikhochschule Lübeck zu Zakhar Bron, ehe er von 1999 bis 2004 an der Musikhochschule Freiburg Schüler von Rainer Kussmaul wurde. Schon als Jugendlicher war er bei großen Wettbewerben erfolgreich und gewann unter anderem 1993 den 1. Preis der Menuhin Junior International Competition, 1994 den Violinwettbewerb Köln sowie 1996 den Fritz Kreisler Wettbewerb Wien und den Long-Thibaud Wettbewerb.
Seit 2007 ist Daishin Kashimoto künstlerischer Leiter des Le Pont-Musikfestivals in Ako und Himeji (Japan). Er spielt eine Violine von Guarneri del Gesu aus dem Jahr 1744, «de Beriot», die ihm freundlicherweise von der Crystco Inc. und ihrem Vorsitzenden Hikaru Shimura zur Verfügung gestellt wurde.
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4. ABO-KONZERT
KÜNSTLERBIOGRAFIE
HOLLY HYUN CHOE
Leitung
Holly Hyun Choe, in Südkorea geboren und in Los Angeles aufgewachsen, beeindruckt mit Präsenz und Strahlkraft auf dem Podium. Ab September 2020 wirkte sie für zwei Spielzeiten als Assistenzdirigentin des Tonhalle-Orchesters unter der Leitung von Paavo Järvi. In dieser Zeit hat sie bereits das Orchestre de Paris, das Sinfonieorchester Basel, und das Festivalorchester des Schleswig-Holstein Musik Festivals dirigiert. In der Saison 2023/24 setzt die aufstrebende Dirigentin die Reihe spannender Debüts fort und tritt mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Beethovenorchester Bonn, der Musikalischen Akademie Mannheim, dem Estonian National Symphony Orchestra, dem Spokane Symphony Orchestra und dem Orchestrenational de Cannes auf. Des Weiteren arbeitet sie ab Beginn der Spielzeit für drei Jahre als Artiste Associée mit dem Orchestre de Chambre de Genève.
Eine enge Zusammenarbeit verbindet Holly Hyun Choe auch mit dem
Kammerorchester Ensemble Reflektor, dassie 2022 zur Ersten Dirigentin ernannt hat und sich als Botschafter einer grenzenlosen Musikkultur versteht. Neben dem gemeinsamen Debüt beim Beethovenfest Bonn 2023 gastieren sie erneut in der Elbphilharmonie im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals sowie in der Alten Oper Frankfurt. Im Rahmen ihres Anliegens, Komponistinnen zu fördern, programmiert Holly Hyun Choe regelmäßig Werke von Clarice Assad, Grazyna Bacewicz, Lili Boulanger, Britta Byström, Louise Farrenc, Fanny Hensel, Jennifer Higdon,Jessie Montgomery, Emilie Mayer, Caroline Shaw, Ethel Smyth, Dobrinka Tabakova, Anna Thorvaldsdottir und Galina Ustvolskaya.
Holly Hyun Choe hat kürzlich ihr Studium bei Prof. Johannes Schlaefli an der Zürcher Hochschule der Künste abgeschlossen. Ihre musikalische Reise begann sie autodidaktisch: Als 13-Jährige erlernte sie das Klarinettenspiel; ihren ersten Musikunterricht erhielt sie
Ob der satte Klang eines 8-Zylinders oder die zarte Passage von Klavier und Geige – uns fasziniert harmonisches Zusammenklingen. www.amag.ch
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erst im Alter von 19 Jahren. 2015 belegte sie ein Masterstudium bei Prof. Charles Peltz am New England Conservatory. Sie besuchte Meisterklassen von Bernhard Haitink, Jorma Panula, Fabio Luisi (Concertgebouw Orkest), Peter Eötvös, Sylvia Caduff und Jaap van Zweden und hat Esa-Pekka Salonen (Orchestre de Paris), Leonard Slatkin (Orchestre national de Lyon), Simone Young (Orchestre de Chambre de Lausanne/Opernhaus Zürich), François-Xavier Roth und Karina Canellakis(Gürzenich-Orchester Köln) assistiert.
2018 wurde sie in die Förderung Forum Dirigieren des Deutschen Musikrates aufgenommen; des Weiteren wurde sie durch einen Career Assistance Award der Solti Foundation, ein Stipendium des Taki Alsop ConductingFellowship und als Teilnehmerin im Mentoringprogramm der Peter Eötvös-Stiftung gefördert.
Ulrich Poschner 1. Kzm.
Simone Roggen 2. Kzm.
Mireille Lesslauer Stv. Kzm.
Mira Migliorese
Eszter Major
Giovanni Barbato
Sari Erni-Ammann
Stefan Glaus
Bozidar Ljubin
Susanne Dubach Gleditsch
2.
Agata Lazarczyk Stf.
Sergej Novoselić Stv. Stf.
Martina Gallo
Cristina Amato
Ursula Schnyder
Marianna Szadowiak
Sabina Curti
Sonia Rodriguez*
Andreas Fischer Solo-Viola
Dominik Klauser Stv. Stf.
Xiao Bürgi-Ma
Katarzyna Duz-Bielec
Nadiya Husar Barbato N. N.
VIOLONCELLO
Orlando Theuler Solo-Violoncello
Regula Schüpbach Stv. Stf.
Yoon Jeong Woo
Nico Prinz
Giulia Ajmone-Marsan
Sebastian Uszynski*
KONTRABASS
Marc-Antoine Bonanomi* SoloKontrabass
David Brito Stv. Stf.
Koichi Kosugi
Elmar Kremsa
FLÖTE
Miriam Terragni Solo-Flöte
Barbara Stoessel-Gmür
OBOE
Sergio Simón Álvarez Solo-Oboe
Mirjam Huettner*
KLARINETTE
Francesco Negrini Solo-Klarinette
Etele Dosa*
FAGOTT
Brigitte Leutenegger altern.
Solo-Fagott
Daniel Kühne Solo-Fagott
HORN
Elia Bolliger Solo-Horn
Remo Leitl*
Noé Lehmann Stv. Solo-Horn
Wolfgang Drechsler
* Zuzüger:innen
TROMPETE
Marc Jaussi Solo-Trompete
Corrado Bossard
POSAUNE
Pedro Silva Solo-Posaune
N. N.
Christoph Bolliger Bassposaune
PAUKEN
Michael Juen Solo-Pauke
SCHLAGZEUG
Pascal Iten Solo-Schlagzeug
Ricardo Marini*
HARFE
Anne-Martine Hofstetter*
Solo-Harfe
Änderungen vorbehalten.
UNSERE KONZERTE
MÄRZ/APRIL
Peter Zimmermann Erzähler
Marc Jaussi Trompete
Markus Graf Trompete
Daniel Herrero Trompete
David Rufer Posaune
Kristine Oppegaard Posaune
Christoph Bolliger Posaune
Markus Hauenstein Tuba
Werke von Rameau , Händel und Scriabin
MÄRZ 2025
Sa 22 16.00 Uhr Baden Berufsfachschule BBB, Aula
So 23 11.00 Uhr Aarau KuK
So 23 16.00 Uhr Zofingen Stadtsaal
4. KAMMERKONZERT
ZWISCHEN BAROCK UND VOLKSMUSIK
Maurice Steger Blockflöte
Mireille Lesslauer Violine
Cristina Amato Violine
Xiao Bürgi-Ma Viola
Orlando Theuler Violoncello
David Brito Kontrabass
Werke von Johann Sebastian Bach, Luigi Boccherini, Oliver Waespi und Fabian Müller
APRIL 2025
So 27 17.00 Uhr Aarau Alte Reithalle
KANTON
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Annemarie und Dr. Werner Berner, Erlinsbach
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Freundeskreis Löwenkonzerte
PARTNER UND SPONSOREN DER KONZERTE IN RHEINFELDEN
Rheinfelden
Ursula Brun Klemm und Dr. Markus Klemm, Rheinfelden
PARTNER UND SPONSOREN DER KONZERTE IN VILLMERGEN
PARTNER UND SPONSOREN DER KONZERTE IN ZOFINGEN
PRIVATE PROJEKT- UND KONZERTSPONSOREN
Annemarie und Dr. Werner Berner, Erlinsbach
Anne und Manfred Halter, Erlinsbach
Dr. Andreas Hemmeler, Aarau
Dr. Jürg und Laurene Schärer, Aarau
FREUNDE DES ARGOVIA PHILHARMONIC, EXKLUSIV-, GÖNNER- UND KONZERTMITGLIEDER