
21 minute read
Th. Valentin, M. Hoenig Infektionskrankheiten in der Alpin- und Höhenmedizin
from Jahrbuch 2009
by bigdetail
Thomas Valentin, Martin Hoenigl
Infectious Diseases in High Altitude and Mountain Medicine
SUMMARY
Infectious diseases are relatively rare at high altitude, but they can be more severe and may lead to life-threatening complications. Additional factors such as hypoxia, cold, physical exercise, reduced hygiene and lack of adequate medical care must be considered. Some infectious diseases show associations with altitude (e.g. malaria, schistosomiasis, tuberculosis, RSV, leishmaniasis, tick-borne infections) regarding their incidence and severity. The spectrum of infectious agents varies between tourists and natives. Some infectious diseases such as typhoid fever and malaria can be difficult to distinguish from altitude-related illness (altitude sickness, high altitude cerebral edema). In severe cases or if distinct entities (e.g. rabies, tropical malaria, typhoid fever) are suspected, descent is mandatory. It is essential to obtain medical advice regarding vaccination, malaria prophylaxis and information about local epidemiology in time. Keywords: infectious disease, high altitude, mountaineering
ZUSAMMENFASSUNG
Fast alle Infektionskrankheiten sind in der Höhe seltener als im Tal, können aber schwerer verlaufen und mitunter zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Zusätzliche Faktoren wie Hypoxie, Kälte, körperliche Belastung, verminderte Hygiene und Mangel an medizinischer Versorgung spielen hierbei eine Rolle. Einige Infektionskrankheiten wie Malaria, Bilharziose, Tuberkulose, RSV, Leishmaniose oder von Zecken übertragene Infektionen zeigen in ihrer Häufigkeit oder Ausprägung einen Zusammenhang mit der Höhe. Das Spektrum der Erreger unterscheidet sich bei Einheimischen und Touristen. Manche Infektionen wie Typhus oder Malaria sind im Initialstadium mitunter schwie-
rig von höhenassoziierten Erkrankungen (z. B. akute Höhenkrankheit oder Höhenhirnödem) zu unterscheiden. In schweren Fällen und bei gewissen Infektionen (Verdacht auf Tollwut-Infektion, persistierende Diarrhoe, Malaria tropica, Typhus) ist der vorzeitige Abstieg unumgänglich. Zeitgerechte reisemedizinische Vorkehrungen sind essentiell. Diese umfassen Impfungen, eine Reiseapotheke, Malaria-Prophylaxe und eingehende Informationen über die lokale Epidemiologie. Schlüsselwörter: Infektionskrankheiten, Höhe, Alpinsport
EINLEITUNG
Infektionen spielen in der Alpin- und Höhenmedizin bezüglich ihrer Häufigkeit scheinbar eine untergeordnete Rolle. Die Ursache der niedrigeren Inzidenz vieler Infektionen in der Höhe liegt am verminderten Nährstoffangebot für Bakterien und Pilze, an kälterer Temperatur und an geringerer Vektordichte. Auch Zwischenwirte haben einen Einfluss auf das Vorkommen von Erregern. So leben Hochland-Populationen der Zwergschlammschnecke (Lymnaea truncatula), die ein Zwischenwirt für den großen Leberegel (Fasciola hepatica) sind, signifikant länger als Tal-Populationen und stellen damit bessere Wirte dar (1). Andererseits kommen Mücken als Übertrager von Erregern mit zunehmender Höhe seltener vor. Infektionskrankheiten können im Zusammenhang mit Alpin- und Höhenmedizin schwerer verlaufen. Unterschieden werden muss dabei zwischen Expeditionsmedizin und Höhenmedizin, da das Spektrum der Infektionskrankheiten sich teilweise ändert, je nachdem, ob es sich um Personen mit permanentem Aufenthalt in mittleren oder großen Höhen handelt, oder um Bergsteiger, die unter anderen Bedingungen und über einen kürzeren Zeitraum den
Bei klinischer Verschlechterung oder fehlendem Ansprechen von Antibiotika: Abstieg
Hände regelmäßig reinigen
Kleidung und Repellentien zur Verhinderung von Insektenstichen oder -bissen
Aufbereitetes Wasser verwenden
In der Kälte Atemwege schützen (z.B. Schal)
Sonnenschutz
Adäquate Hydrierung aufrechterhalten
Entsprechende Impfungen und Malaria-Maßnahmen
Versicherung überprüfen für etwaige Evakuierung
Tabelle 1: Allgemeine Empfehlungen zur Prophylaxe von Maßnahmen bei Infektionen in der Höhe. Modifiziert nach (16)
entsprechenden Umwelteinflüssen, eventuell auch extremen Höhen, ausgesetzt sind. Einige Umweltfaktoren wie Kälte, Hypoxie, engere Schlafgelegenheiten, schlechteres Abwassermanagement (insbesondere in Basislagern) und verminderte Körperhygiene begünstigen die Entwicklung von Infektionskrankheiten bei Bergsteigern. Außerdem steht nicht immer eine rasche medizinische Versorgung zur Verfügung, weswegen Infektionskrankheiten häufiger komplikationsbehaftet sind. Allgemeine Maßnahmen zur Prophylaxe von Infektionen sollten befolgt werden (Tabelle 1).
SPEKTRUM
Grundsätzlich entspricht das Erregerspektrum in der Höhe jenem in umliegenden Talgebieten, dennoch werden die meisten Infektionen mit zunehmender Höhe seltener. Somit sind praktisch alle Erkrankungen möglich, die es in der jeweiligen Region gibt. Insbesondere bei der Vorbereitung auf eine Reise bezüglich Impfungen und MalariaMaßnahmen sollte das Spektrum des umliegenden Gebietes in Betracht gezogen werden, auch wenn letztendlich Höhen angestrebt werden, in denen es z. B. keine Malaria (üblicherweise 2000 m) mehr gibt. Eine vorbereitende reisemedizinische Beratung in Anspruch zu nehmen, ist anzuraten.
IMMUNOLOGIE
In extremen Höhen stellen multiple Stressoren wie erhöhte UV-Strahlung, erniedrigter Luftdruck und Hypoxie sowohl das menschliche Immunsystem als auch mikrobielle Pathogene vor große Herausforderungen. Die Funktion der T-Lymphozyten ist in großen Höhen leicht reduziert. Insbesondere wurde in großen Höhen eine Beeinträchtigung der Balance der T-Helfer Zellen TH1/TH2 gezeigt, welche langfristig zu erhöhter Infektanfälligkeit führen könnte (2). Ebenso wurden bei Bergsteigern immunologisch bedingte Veränderungen der intestinalen Mikroflora und damit eine mögliche vermehrte Infektanfälligkeit gegenüber Pathogenen des Gastrointestinaltrakts nachgewiesen (3). Andere Studien zeigten Änderungen des menschlichen Immunsystems nach vermehrter UV-Exposition, bedingt durch die Produktion von immunmodulierenden Faktoren (4). Bei Bergsteigern in extremen Höhen wurde das rasche Auftreten sowie die rasche Reversibilität von Granulozytosen und die verminderte Produktion von Superoxid-Anionen beschrieben (5). Des Weiteren führt hypobare Hypoxie zu einem CRP-Anstieg als Zeichen einer inflammatorischen Reaktion (6). Neuere Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Hypoxie und Immunantwort betreffen den hypoxia inducible factor 1α (HIF-1α), welcher in hypoxischer Umgebung Makrophagen stimuliert. Dies spielt innerhalb des Organismus im inflammierten Gewebe eine große Rolle, da dort hypoxische Bedingungen vorherrschen (7).
INFEKTIÖSE DIARRHOE
Die Entwicklung einer akuten Durchfallerkrankung kann in der Höhe zu bedrohlichen Komplikationen wie Exsikkose und Elektrolytentgleisung führen. Aufgrund des relativen Wassermangels ist eine adäquate orale Rehydrierung nicht immer möglich. Es wurden Raten bis 10% der Helikopter-Evakuierungen aus dem Himalaya-Gebiet auf die Komplikationen infektiöser Diarrhoe zurückgeführt (8). Das Spektrum der Erreger entspricht jenem im Tal, also Bakterien (enterotoxische E. coli, Salmonella, Shigella, Campylobacter), Viren (inklusive Hepatitis A und E), Protozoen (Giardia, Entamoeba) und Parasiten. Die Verschiebung der intestinalen Mikroflora zugunsten potentiell pathogener Enterobakterien gegenüber Bifidobakterien, die als Infektionsbarriere gelten, könnte ein Gesundheitsrisiko für Bergsteiger in großen Höhen darstellen (3). In einer Studie berichteten 30% von 113 Bergsteigern, am Weg zum Mount Everest Base Camp Diarrhoe entwickelt zu haben, 26% der Befragten nahmen Antibiotika ein (9). Im Vergleich dazu nahmen etwa gleich viele (24%) Azetazolamid. In einer Kohorte von 21.457 französischen Touristen in Nepal 2001 suchten 276 einen Arzt auf, der häufigste Konsultationsgrund war Diarrhoe (26,8%), der zweithäufigste die akute Höhenkrankheit (15,6%) (10). Die Durchfallerkrankungen stellen somit eine der wichtigsten infektiösen Entitäten bei Expeditionen oder längeren Trekkingtouren (11) insbesondere in Asien, Südamerika und Afrika dar. Die Campylobacter-Enteritis kann als seltene Komplikation zu einem Guillain-BarréSyndrom führen und ein Fall wurde bereits als Höhenhirnödem fehldiagnostiziert und ausgeflogen (12). Die empirische Therapie der akuten Diarrhoe am Berg ist mit einem Fluorchinolon in den meisten Fällen adäquat. Alternativen stellen Azithromycin (v. a. wegen der steigenden Campylobacter-Resistenz gegenüber Gyrasehemmern) oder Rifaximin dar, letzteres ist jedoch bei blutiger Diarrhoe oder begleitendem Fieber nicht indiziert, da es praktisch nicht resorbiert wird (13). Während des Everest Marathon 1999 waren Flourchinolone die einzige Substanzgruppe, deren Bedarf im Rahmen der Planung deutlich unterschätzt wurde (14). Am wichtigsten ist dennoch die orale Rehydrierung und bei Symptompersistenz der Abstieg (15).
SALMONELLA TYPHI
Typhus wird ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen und beginnt mit langsamem Fieberanstieg bis zur Kontinua ohne Schüttelfrost. Diarrhoe setzt üblicherweise erst ab der zweiten Woche ein. Klinische Hinweise unter Expeditionsbedingungen umfassen die relative Bradycardie, Typhuszunge und Roseolen (Abb. 1). Häufig kommt es im Frühstadium zu neurologischen Manifestationen, die bereits als akute Höhenkrankheit interpretiert und ausgeflogen wurden (16). Vor Reisen in Endemiegebiete sollte daher eine Impfung erfolgen, v. a. im Himalaya oder den Anden. Die Typhus-Impfung
Abb. 1: Roseolen bei Typhus abdominalis (Ägypten).
schützt allerdings nur mäßig gut und bewahrt auch nicht vor Paratyphus. Bei Verdacht auf Typhus sollte der Abstieg erfolgen. Ciprofloxacin ist die Therapie der Wahl, über steigende Resistenzen wird jedoch v. a. aus Indien berichtet.
BILHARZIOSE
Die Erkrankung durch Schistosomen (Trematoden) hat eine lange Inkubationszeit (2 - 7 Wochen zum Allgemeinstadium, 4 - 12 Wochen zum Organstadium). Die an Ufern von stehenden Gewässern bzw. Flussanteilen vorkommenden Zerkarien dringen über die Haut ein. In weiterer Folge kommt es zum Befall im Pfortaderkreislauf (in weiterer Folge zu portaler Hypertension) und dann, je nach Schistosoma-Art, zur Ausscheidung der Eier über die Blase oder das Rectum (Hämaturie oder Hämatochezie). Die Eier befallen wiederum Schnecken und der Kreislauf beginnt von neuem. Dieser Zyklus ist also vom Vorhandensein von Süßwasserschnecken abhängig. Sowohl die Anzahl passender Gewässer als auch die Schneckenpopulation nehmen mit zunehmender Höhe ab. Darum sinkt mit steigender Höhe das Risiko einer Infektion nahezu linear. Dies konnte
sowohl in Uganda (17) als auch in Kenia (18) gezeigt werden (Tabelle 2). Die Bilharziose betrifft in erster Linie Einheimische und Reiserückkehrer. Therapie der Wahl ist Praziquantel.
Seehöhe 1400 m - 1500 m 1500 m - 1600 m 1600 m - 1700 m <1925 m 1925 m - 2075 m 2075 m - 2300 m % infiziert 86,2% 65,9% 54,5% 64,5% 29,3% 18,0% Studie
Uganda 2008 (17)
Kenia 2002 (18)
Tabelle 2: Schistosoma-infizierte Patienten in Uganda und Kenia abhängig von der Seehöhe. Modifiziert nach (17) und (18)
MALARIA
Die Malaria ist eine sehr häufige Infektionskrankheit, im Jahr 2006 gab es 247 Millionen Erkrankungen und ca. eine Million Todesfälle weltweit (19). Der potentiell lebensbedrohliche Verlauf der Malaria tropica unterstreicht die Notwendigkeit entsprechender Präventivmaßnahmen bei Reisen in Endemiegebiete. Pro Jahr wird Malaria bei 10.000 bis 30.000 Reiserückkehrern weltweit diagnostiziert (20). Die variable Klinik kann die Diagnose unter Expeditionsbedingungen erschweren. Am Beginn stehen meist Fieber (Abbildung 2), Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, manchmal
Abb. 2: Fieberkurve bei Malaria tropica (Ghana).

Diarrhoe oder Erbrechen. Die Komplikationen der Malaria tropica umfassen Verwirrung, Bewusstseinstrübung, Koma, Nierenversagen, Lungenödem, ARDS und Schock. Die Ursache ist eine Mikrozirkulationsstörung der entsprechenden Organe. Die Überträger der Plasmodien (Abbildung 3) sind weibliche Anopheles-Mücken. Diese benötigen zu ihrer Vermehrung ruhige, saubere Gewässer. Über 2000 m und unter 16° C findet praktisch keine Vermehrung statt. Mehrere Studien konnten zeigen,
Abb. 3: Intraerythrozytäre Ringform bei Malaria (Ghana).

dass bei Einheimischen sowohl Parasitämie als auch Anämie mit zunehmender Höhe linear abnehmen (Tabelle 3) (21, 22). Die Prophylaxe bzw. Therapie richtet sich nach der jeweiligen Region und dem dortigen Resistenzverhalten.
Höhe 400 - 650 m 900 - 1000 m 1440 m 1510 m 1600 m 1660 m 1960 m 2040 m Parasitämie-Prävalenz 83,6% 51,3% 22% 31% 25% 18% 1% 3% N 55 76 200 219 202 300 201 192 Studie Kamerun 2007 (22)
Kenia 2004 (21)
Tabelle 3: Malaria-Parasitämie in Abhängigkeit der Höhe. Modifiziert nach (21) und (22)
TUBERKULOSE
Die Höhenassoziation der Tuberkulose betrifft nahezu ausschließlich Einheimische. Eine Studie aus Peru untersuchte die Prävalenz von Tuberkulin-Hauttest-positiven Einwohnern und korrelierte sie zu deren Lebensraum (23). Dabei stellte sich heraus, dass die Höhe per se nicht protektiv erschien, aber die Rate bei Personen, die in ländlicher Umgebung in der Höhe lebten, deutlich geringer war (Tabelle 4).
Stadtgebiet Ländliches Gebiet Hochland 23 - 24% 6 - 7%
Nicht-Hochland 22 - 26% 23 - 24% Tabelle 4: Probanden (N = 3629) mit positivem Tuberkulin-Hauttest aus neun Regionen in Peru. Modifiziert nach (23).
RESPIRATORISCHE INFEKTIONEN
Das RSV (respiratorisches Syncytialvirus) verursacht obere und untere Atemwegsinfektionen. Im Rattenmodell mit dem Sendai-Virus (entspricht dem menschlichen RSV) konnte gezeigt werden, dass die Kombination von vorangegangener Infektion und Hypoxie zu einer interstitiellen Inflammation des Lungengewebes führt (24). Das Lungengewicht der Ratten bezogen auf das Gesamtkörpergewicht stieg bei einer Virusinfektion an, bei nicht-infizierten Ratten durch Hypoxie ebenso, den höchsten Anstieg verzeichnete man jedoch in der Kombination vorangegangene Infektion plus moderate Hypoxie, woraus geschlossen werden kann, dass die virale Infektion der unteren Atemwege zu Hypoxie-assoziiertem Lungenödem prädisponieren könnte. Auch zeigte eine Studie aus Colorado, dass mit zunehmender Höhe die Anzahl an Hospitalisationen wegen RSV als Surrogatparameter für den Schweregrad der Infektion bei Kindern zunahm (25). In Entwicklungsländern geht die Hypoxämie bei Kindern im Rahmen einer akuten Atemwegsinfektion mit erhöhter Mortalität einher und wird mit zunehmender Höhe häufiger beobachtet (26). Auch die Kälte per se scheint einen Einfluss auf die Entwicklung und den Schweregrad von respiratorischen Infektionen zu haben (27).
TOLLWUT
Die Tollwut ist eine virale Erkrankung, die in nahezu 100% der symptomatischen Fälle zum Tode führt. Bei längeren Trekking-Touren in abgeschiedene Endemiegebiete besteht ein erhöhtes Risiko, da einerseits der Weg zu adäquater medizinischer Versorgung sehr weit sein kann und andererseits suspekte Tiere in schwierigem Gelände nicht immer umgangen werden können. Darum sollte vor entsprechenden Touren die Tollwut-Impfung verabreicht werden. Im Falle eines Tierbisses ist die Toleranzschwelle für den Abstieg sehr niedrig zu halten. Während des Everest-Marathons 1999 musste ein Patient nach einem Tierbiss ausgeflogen werden, aufgrund günstiger Wetterverhältnisse war dies auch innerhalb von 24 Stunden möglich (14). Eine rasche adäquate Wundversorgung und Nachimpfungen sind essentiell (13,28).
LEISHMANIOSE
Durch Leishmanien verursachte Infektionserkrankungen umfassen die viszerale Leishmaniose (Kala-Azar), die kutane Leishmaniose (Orientbeule), sowie die mukokutane und die kutane Leishmaniose Amerikas. Insbesondere für die Leishmaniosen Amerikas wurden neben feuchtem Klima und dichtem Wald auch zunehmende Höhen als Risikofaktor beschrieben (29). In einer Studie, welche die Epidemiologie der Amerikanischen kutanen Leishmaniose in drei verschiedenen Dörfern Venezuelas verglich,
wurde gezeigt, dass Bewohner jenes Dorfes, welches am höchsten gelegen war (800 m) im Vergleich zu den zwei anderen überprüften Dörfern (beide unter 300 m) signifikant häufiger positiv auf Leishmanien getestet wurden (800 vs. unter 400 Fälle / 10.000 Einwohner über eine Studiendauer von 7 Jahren) (30). Die Leishmaniose ist vorwiegend eine Erkrankung von Einheimischen.
HAUTINFEKTIONEN
Karbunkel, Furunkel (Abbildung 4), Pyoderma, Wundinfektionen, Hautinfektionen, Scabies und Läuse werden bei Bergsteigern häufig beobachtet (10). Für 6,4% aller
Abb. 4: Hautinfektion durch Streptococcus pyogenes (Thailand).

Arztbesuche französischer Touristen in Nepal im Jahr 2001 waren bakterielle (3,6%) sowie fungale (2,8%) Hautinfektionen ursächlich (10). Prädisponierende Faktoren sind häufig Hygienemängel, Verletzungen (Abbildung 5), Erfrierungen sowie die vermehrte Exposition gegenüber Feuchtigkeit.
Abb. 5: Fingerverletzung am Klettersteig (Österreich).

In extremen Höhen heilen Wunden trotz antiinfektiver Therapie sehr langsam oder überhaupt erst nach Abstieg in große oder mittlere Höhen, dadurch steigt das Infektionsrisiko und es können sich ein Erysipel und eine Lymphangitis entwickeln (31). Sauerstoff hat eine zentrale Rolle sowohl in der Wundheilung als auch im speziellen in der Prävention von Wundinfektionen, jedoch ist die Rolle des Sauerstoffs in diesem Zusammenhang noch nicht völlig geklärt, da je nach Phase sowohl mäßige Hypoxie, als auch Normoxie oder Hyperoxie einen Einfluss auf die Wundheilung haben (32). Hypoxie und Kälte zusammen führen jedenfalls zu verzögerter Wundheilung und erhöhter Infektanfälligkeit (32,33). Das Problem der Hautinfektionen trifft Höhenbewohner ungleich häufiger als Höhentouristen; ebenfalls häufiger sind bei Einheimischen sekundäre Osteomyelitis und Sepsis nach nicht ausreichend versorgten Hautinfektionen.
INFEKTIONEN DES UROGENITALTRAKTS
Harnwegsinfekte, urogenitale Pilzinfektionen und sexuell übertragene Infektionen sind unabhängig von der Höhe häufig. Das Erregerspektrum für sexuell übertragbare Erkrankungen und Pilzinfektionen ist in der Höhe dasselbe wie auf Meereshöhe und umfasst unter anderem Neisseria gonorrhoeae, Chlamydien, Trichomonaden, Candida, HSV Typ 1 und 2 und HIV. Prädisponierende Faktoren sind die häufig verminderte persönliche Hygiene, gesteigerte sexuelle Aktivität, neue Sexualpartner und antibiotische Therapie (16). Auch Infektionen des Urogenitaltraktes haben in der Höhe dasselbe Erregerspektrum wie auf Meereshöhe, werden bei Bergsteigern üblicherweise empirisch antibiotisch therapiert und erzwingen nur in seltenen Fällen den vorzeitigen Abstieg (16). Harnwegsinfekte waren ursächlich für 1,8% aller Arztbesuche französischer Touristen in Nepal im Jahr 2001. Sexuell übertragene Erkrankungen hingegen wurden 2001 nicht mehr diagnostiziert, nachdem sie 1984 noch in 4,2% der französischen Nepal-Touristen diagnostiziert wurden (10).
ZECKEN-ASSOZIIERTE INFEKTIONEN
Schildzecken (Ixodes ricinus) assoziierte Infektionserkrankungen umfassen Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Humane granulozytäre Anaplasmose (früher Ehrlichiose), Rickettsiosen (Abbildung 6), Q-Fieber, Tularämie, und Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber. In einer prospektiven Studie mit 334 Probanden, welche mindestens 7 Tage am „Appalachian Trail“ (maximale Höhe 2034 m) wanderten, wurden 24% (n = 68) von Zecken gestochen, 3% (n = 10) entwickelten Zecken-assoziierte Infektionen. Weitaus
Abb. 6: Eschar durch Rickettsien nach Zeckenstich (Südafrika). am häufigsten war die Borreliose (n = 9), ein Wanderer erkrankte an granulozytärer Anaplasmose; ein weiterer Wanderer erkrankte am Rocky Mountain Fleckfieber, einer Rickettsiose, die von Läusen übertragen wird (11). Im Zeitalter der globalen Erwärmung werden Zecken-assozierte Infektionen zunehmend auch in höheren Lagen ein Problem (34). Im Rahmen des Everest-Marathons 1999, welcher im Everest Basecamp auf 5184 m begann und auf 3446 m endete, mussten bei zwei Teilnehmern Zecken in Lokalanästhesie entfernt werden. Auf welcher Höhe diese Zecken akquiriert wurden, bleibt jedoch unklar (14). In der Tschechischen Republik wurde Ixodes ricinus bis zu einer Höhe von 1260 m gefunden, wobei sowohl die Zeckendichte, als auch die Stichfreudigkeit mit der Höhe rasant abnahm (35). Ähnliche Höhen wie in der Tschechischen Republik wurden aus der Schweiz berichtet. Dort kam es mit zunehmender Höhe bis 1020 m jedoch zu einer Zunahme der Zeckendichte, wohingegen die Häufigkeit von Borrelien-befallenen Zecken mit der Höhe deutlich abnahm (36,37). In Italien konnten Zecken sogar bis zu einer Höhe von 2000 m gefunden werden (38). Die maximale Höhe, in welcher FSME in der Tschechischen Republik bzw. Tschechoslowakei über die letzten 30 Jahren akquiriert wurde, zeigte einen jährlichen Anstieg von durchschnittlich 5,4 (± 1,7) Höhenmetern (39). Das FSME-Virus wurde in der Tschechischen Republik auf einer

maximalen Höhe von 1140 m aus Zecken isoliert, Borrelien bis zu einer Höhe von 1270 m (35,40). In Österreich, im speziellen in der Steiermark, wurde Ixodes ricinus bis zu einer Höhe von 1350 m (auf dem Gaberl) gefunden. Die Borrelien-Infektionsrate bei Zecken, die auf dieser Höhe gefunden wurde, lag bei 6,4%. Sowohl die Zeckendichte als auch die Durchseuchung der Zecken nahm in dieser Studie mit der Höhe deutlich ab (41).
OROYA-FIEBER
Bartonella bacilliformis wird von einer Sandfliege übertragen und verursacht beim Menschen in der Akutphase die Carrión-Krankheit (oder Oroya-Fieber). Endemisch kommt dieser Erreger ausschließlich in den kolumbianischen, ecuadorianischen und peruanischen Anden auf einer Meereshöhe von 600 - 2500 m vor. Die Carrión-Krankheit geht mit hämolytischer Anämie, Hepatosplenomegalie, Lymphadenopathie und hohem Fieber einher und hat unbehandelt eine Letalität von 40-90%. Die chronische Phase ist charakterisiert durch ein Exanthem der Haut, die Verruga Peruana (42). Therapie der Wahl ist Ciprofloxacin.
SONSTIGE INFEKTIONEN
Varizella Zoster Virus (Abbildung 7) ist häufig bei Nepalesischen Kindern und kann daher auch eine Gefahr für Touristen und Bergsteiger mit fehlender Immunität darstellen (16).
Abb. 7: Varizellen-Bläschen (Österreich).

Beschrieben wurde auch ein Fall von Höhenkrankheit nach Zahnwurzelinfektion (43). Zahlreiche andere reiseassoziierte Infektionserkrankungen (Dengue, Chikungunya, Meningokokken, Influenza, etc.) sind - je nach Region, Höhe und Vektoren - auch in der Höhe möglich. In erster Linie darf jedoch eine Akquisition dieser Infektionskrankheiten am Weg zum Berg nicht außer acht gelassen werden.
VORBEREITUNGEN
Eine eingehende Vorbereitung auf die bereisten Gebiete und entsprechende Vorkehrungen (Mückenschutz, Repellentien, Reiseapotheke, Malaria-Prophylaxe, Impfungen) sind wichtig und sollten frühzeitig organisiert werden. Bezüglich der Medikamente sollten auch mögliche Interaktionen zwischen Substanzen für die Prävention und Therapie höhenassoziierter Erkrankungen und Malariamedikamenten oder Antibiotika in Betracht gezogen werden. So sollte Salmeterol nicht in Verbindung mit Chloroquin oder Clarythromycin eingenommen werden, da QT-Verlängerungen auftreten können. Azetazolamid kann die Serumspiegel von Chinin (Therapie der komplizierten Malaria tropica) erhöhen und zu vermehrter Toxizität führen (44).
Internetressourcen
World Health Organisation International Travel and Health
Centers for Disease Control and Prevention - Traveler’s Health
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.
The International Society of Travel Medicine http://www.who.int/ith/en/index.html
http://wwwn.cdc.gov/travel/default.aspx
http://www.dtg.org/
http://www.istm.org/
LITERATUR
(1)
(2)
(3)
(4)
(5)
(6)
(7)
(8)
(9) Vignoles P., Favennec L., Dreyfuss G., Rondelaud D. Highland populations of Lymnaea truncatula infected with Fasciola hepatica survive longer under experimental conditions than lowland ones. Parasitol Res 2002 Apr;88(4):386-8.
Facco M., Zilli C., Siviero M., Ermolao A., Travain G. et al. Modulation of immune response by the acute and chronic exposure to high altitude. Med Sci Sports Exerc 2005 May;37(5):768-74.
Kleessen B., Schroedl W., Stueck M., Richter A., Rieck O., Krueger M. Microbial and immunological responses relative to high-altitude exposure in mountaineers. Med Sci Sports Exerc 2005 Aug;37(8):1313-8.
Hug D.H., Hunter J.K., Dunkerson D.D. Malnutrition, urocanic acid, and sun may interact to suppress immunity in sojourners to high altitude. Aviat Space Environ Med 2001 Feb;72(2):136-45. Review.
Demetz F., Chouker A., Bauer A., Brügger D., Setzer F. et al. Changes in microcirculatory and immunological responses during physical exercise at high altitude. Wilderness Environ Med 2001; 12:139–142.
Hartmann G., Tschöp M., Fischer R., Bidlingmaier C., Riepl R. et al. High altitude increases circulating interleukin-6, interleukin-1 receptor antagonist and C-reactive protein. Cytokine 2000 Mar;12(3):246-52.
Zinkernagel A.S., Johnson R.S., Nizet V. Hypoxia inducible factor (HIF) function in innate immunity and infection. J Mol Med 2007 Dec;85(12):1339-46. Epub 2007 Nov 21. Review.
Pandey P., Shlim D.R., Cowe W., Springer M., Swinkels H. Helicopter rescues among trekkers in Nepal [abstract]. Seventh Conference of the International Society of Travel Medicine ([ISTM], Innsbruck, Austria). Innsbruck, Austria: ISTM 2001
Wiseman C., Freer L., Hung E. Physical and medical characteristics of successful and unsuccessful summiteers of Mount Everest in 2003. Wilderness Environ Med 2006 Summer;17(2):103-8.
(10) (11) (12) (13) (14) (15) (16) (17) (18) (19) (20) (21) Hochedez P., Vinsentini P., Ansart S., Caumes E. Changes in the pattern of health disorders diagnosed among two cohorts of French travelers to Nepal, 17 years
apart. J Travel Med 2004 Nov-Dec;11(6):341-6. Boulware D.R., Forgey W.W., Martin WJ 2nd. Medical risks of wilderness
hiking. Am J Med 2003 Mar;114(4):288-93. Shlim D.R., Cohen M.T. Guillain-Barré syndrome presenting as high-altitude
cerebral edema. N Engl J Med 1989 Aug 24;321(8):545. Hill D., Ericsson C., Pearson R., Keystone J., Freedman D. et al. The practice of travel medicine: Guidelines by the Infectious Disease Society of America. Clin
Infect Dis 2006;43:1499-539. Buckler D.G., O‘Higgins F. Medical provision and usage for the 1999 Everest
marathon. Br J Sports Med 2000 Jun;34(3):205-9. A‘Court C.H., Stables R.H., Travis S. Doctor on a mountaineering expedition.
BMJ 1995 May 13;310(6989):1248-52. Review. Basnyat B., Cumbo T.A., Edelman R. Infections at high altitude. Clin Infect Dis
2001 Dec 1;33(11):1887-91. Epub 2001 Oct 19. Review. John R., Ezekiel M., Philbert C., Andrew A. Schistosomiasis transmission at high
altitude crater lakes in western Uganda. BMC Infect Dis 2008 Aug 11;8:110. Ghebreyesus T.A., Witten K.H., Getachew A., Haile M., Yohannes M., Lindsay S.W., Byass P. Schistosome transmission, water-resource development and alti-
tude in northern Ethiopia. Ann Trop Med Parasitol 2002 Jul;96(5):489-95. http://www.who.int/ accessed Aug 22nd, 2009 World Health Organisation. International travel and Health, situation as on Jan 1,
2009. WHO Press, Geneva, Switzerland, 2009, p148. Akhwale W.S., Lum J.K., Kaneko A., Eto H., Obonyo C., Björkman A., Kobayakawa T. Anemia and malaria at different altitudes in the western highlands of Kenya. Acta Trop 2004 Jul;91(2):167-75.
(22) (23) (24) (25) (26) (27) (28) (29) (30) (31) Achidi E.A., Apinjoh T.O., Mbunwe E., Besingi R., Yafi C. et al. Febrile status, malarial parasitaemia and gastro-intestinal helminthiases in schoolchildren resident at different altitudes, in south-western Cameroon. Ann Trop Med Parasitol
2008 Mar;102(2):103-18. Saito M., Pan W.K., Gilman R.H., Bautista C.T., Bamrah S. et al. Comparison of altitude effect on Mycobacterium tuberculosis infection between rural and urban
communities in Peru. Am J Trop Med Hyg 2006 Jul;75(1):49-54. Carpenter T.C., Reeves J.T., Durmowicz A.G. Viral respiratory infection increases susceptibility of young rats to hypoxia-induced pulmonary edema. J Appl
Physiol 1998 Mar;84(3):1048-54. Choudhuri J.A., Ogden L.G., Ruttenber A.J., Thomas D.S., Todd J.K., Simoes E.A. Effect of altitude on hospitalizations for respiratory syncytial virus infec-
tion. Pediatrics 2006 Feb;117(2):349-56. Niermeyer S. Children‘s health and high altitude living. Arch Dis Child 2008
Dec 9. [Epub ahead of print] Mourtzoukou E.G., Falagas M.E. Exposure to cold and respiratory tract infec-
tions. Int J Tuberc Lung Dis 2007 Sep;11(9):938-43. Review. Plotkin S. Rabies. Clin Infect Dis 2000;30:4-12 Añez N., Nieves E., Cazorla D., Oviedo M., Lugo de Yarbuh A., Valera M. Epidemiology of cutaneous leishmaniasis in Merida, Venezuela. III. Altitudinal distribution, age structure, natural infection and feeding behaviour of sandflies and their relation to the risk of transmission. Ann Trop Med Parasitol 1994
Jun;88(3):279-87. Jorquera A., Ledezma E., De Sousa L., Garcia A., Sanchez J. et al. Epidemiologic characterization of American cutaneous leishmaniasis in an endemic region of
eastern Venezuela. Am J Trop Med Hyg 1998 May;58(5):589-93. Sarnquist F.H. Physicians on Mount Everest. A clinical account of the 1981 American Medical Research Expedition to Everest. West J Med 1983 Oct;139(4):480-5.
(32) (33) (34) (35) (36) (37) (38) (39) (40) Rodriguez P.G., Felix F.N., Woodley D.T., Shim E.K. The role of oxygen in wound healing: a review of the literature. Dermatol Surg 2008 Sep;34(9):1159-
69. Epub 2008 May 29. Sen C.K. Wound healing essentials: let there be oxygen. Wound Repair Re-
gen2009 Jan-Feb;17(1):1-18. Review. Gray J.S., Dautel H., Estrada-Peña A., Kahl O., Lindgren E. Effects of climate change on ticks and tick-borne diseases in europe. Interdiscip Perspect Infect Dis
2009;2009:593232. Epub 2009 Jan 4. Daniel M., Kriz B., Danielova V., Materna J., Rudenko N. et al. Occurrence of ticks infected by tickborne encephalitis virus and Borrelia genospecies in moun-
tains of the Czech Republic. Euro Surveill 2005 Mar 31;10(3):E050331.1. Morán Cadenas F., Rais O., Jouda F., Douet V., Humair P.F. et al. Phenology of Ixodes ricinus and infection with Borrelia burgdorferi sensu lato along a north- and south-facing altitudinal gradient on Chaumont Mountain, Switzerland. J
Med Entomol 2007 Jul;44(4):683-93. Burri C., Moran Cadenas F., Douet V., Moret J., Gern L. Ixodes ricinus density and infection prevalence of Borrelia burgdorferi sensu lato along a North-facing altitudinal gradient in the Rhône Valley (Switzerland). Vector Borne Zoonotic
Dis 2007 Spring;7(1):50-8. Rizzoli A., Merler S., Furlanello C., Genchi C. Geographical information systems and bootstrap aggregation (bagging) of tree-based classifiers for Lyme disease risk prediction in Trentino, Italian Alps. J Med Entomol 2002 May;39(3):485-
92. Zeman P., Bene C. A tick-borne encephalitis ceiling in Central Europe has moved upwards during the last 30 years: possible impact of global warming? Int J Med
Microbiol 2004 Apr;293 Suppl 37:48-54. Danielová V., Daniel M., Schwarzová L., Materna J., Rudenko N. et al. Integration of a Tick-Borne Encephalitis Virus and Borrelia burgdorferi sensu lato into Mountain Ecosystems, Following a Shift in the Altitudinal Limit of Distribution of Their Vector, Ixodes ricinus (Krkonose Mountains, Czech Republic). Vector Borne Zoonotic Dis 2009 Jun 3. [Epub ahead of print].
(41) (42) (43) (44) Stünzner D., Hubálek Z., Halouzka J., Wendelin I., Sixl W., Marth E. Prevalence of Borrelia burgdorferi sensu lato in the tick Ixodes ricinus in the Styrian moun-
tains of Austria. Wien Klin Wochenschr 2006 Nov;118(21-22):682-5. Maguiña C., Gotuzzo E. Bartonellosis. New and old. Infect Dis Clin North
Am2000 Mar;14(1):1-22, vii. Review. Finsterer J. High-altitude illness induced by tooth root infection. Postgrad Med J
1999 Apr;75(882):227-8. Luks A.M., Swenson E.R. Medication and dosage considerations in the prophylaxis and treatment of high-altitude illness. Chest 2008 Mar;133(3):744-55. Review.