DAS KONZERT- UND OPERNMAGAZIN
Mit Regionalteil Hessen
225 Konzert- UNd Operntermine
Calixto Bieito Jenseits der Komfortzone Wolfgang Katschner Blind gehört: »Hört sich nach guter Laune an!«
Carolin Widmann »Wir leben in einer Zeit, in der alles geht«
Januar 2018
Produktabbildungen beispielhaft. Die abgebildeten Produkte sind gegebenenfalls nicht in allen Filialen vorrätig. Thalia Bücher GmbH | Batheyer Str. 115-117 | 58099 Hagen | Buchhandlung vor Ort: www.thalia.de/adressen
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Editorial
Fotos: Ivo von Renner, Marco Borggreve; Titelfoto: Lennard Ruehle
Liebe Leserin, lieber Leser, bei vielen Festival-Veranstaltern geht zu Jahresbeginn die heiße Phase los: Programmhefte müssen fertiggestellt, die letzten Spielplanlücken geschlossen und die Kartenvorverkäufe gestartet werden. Für Klassikliebhaber wiederum ist der jetzige Zeitpunkt ideal, um die Festivalbesuche zu plaGregor Burgenmeister nen. Auch wir haben uns Herausgeber/Chefredakteur umgesehen und insbeson dere jene Festivals unter die Lupe genommen, die sich einem Komponisten verschrieben haben und in Städten stattfinden, in denen dieser geboren wurde oder gewirkt hat. Zeitlich in greifbarer Nähe ist auch das „Festival de Pâques“, das an Ostern in Aix-en-Provence stattfindet. Gerade im Frühjahr, wenn sich über die Provence noch keine brütende Hitze gelegt hat, ist die an Historie so reiche Stadt ein Idyll. Das stellte auch Renaud Capuçon fest und gründete 2013 mit Dominique Bluzet, dem Direktor des dortigen Grand Théâtre, das Festival. Bereits im Januar startet in der deutschen Opernlandschaft übrigens ein Inszenierungsreigen von Calixto Bieito mit Produktionen in Berlin, Stuttgart und Hamburg. Dem Spanier haftet seit Jahren der Ruf des Skandalregisseurs und Scharfmachers an, doch unser OpernExperte Peter Krause beleuchtet in seinem Porträt vor allem die sensiblen Seiten des Künstlers. Ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2018 wünscht Ihnen Ihr
AUS DER REDAKTION Der Wettbewerb zum Publikum des Jahres geht in die nächste Runde: Im Rahmen des Publikums-Votings wurden von den insgesamt 18.484 Teilnehmern das Pu blikum der Duisburger Philharmoniker, des Mehrspartenhauses „Theater & Philharmonie Thüringen“ sowie des Bayerischen Kammer orchesters für die Shortlist nominiert. Die Expertenrunde, bestehend aus 89 concerti-Redakteuren, Autoren sowie Kennnern der regionalen Musik szene, hat zudem die Sommerlichen Musiktage Hitzacker, die Bamberger Symphoniker sowie das Festival Young Euro Classic in die Finalrunde gewählt. Doch was genau zeichnet eigentlich die Zuhörerschaft der sechs nominierten Institutionen aus? Diese Frage be antworten wir Ihnen ab sofort jeden Mittwoch online auf concerti.de: Dort stellen wir Ihnen jeweils einen Nominierten näher vor, ehe im Februar eine prominent besetzte Jury darüber entscheidet, wer sich künftig „Publikum des Jahres 2018“ nennen darf.
Januar 2018 concerti 3
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Inhalt
3 Editorial 8 Kurz & Knapp 10 »Das zeigt, dass man mir das zutraut« Interview Die Violinistin Carolin
Widmann über außergewöhnliches Repertoire, musikalisches Neuland und Begegnungen mit Komponisten
16 Jenseits der Komfortzone
Porträt Ihm eilt der Ruf des
24
Komponisten-Festivals ... den Schöpfern der Musik gewidmet
Skandalregisseurs voraus, doch Calixto Bieito steigt auch hoch sensibel in die Innenwelten seiner Opernfiguren hinab
18 Opern-Kritiken 20 Opern-Tipps Regionalseiten An dieser Stelle finden Sie die interessantesten Klassikgeschichten des Monats sowie alle Konzert- und Operntermine Ihrer Region
24 Zu Ehren des Komponisten
Festivalguide An den einstigen Geburtsund Wirkungsstätten bedeutender Komponisten widmet man diesen oftmals ganze Festivals – ein Überblick Festivalguide Im Frühjahr lockt Aix-en-Provence zum Festival de Pâques
30 Ein Festival im Festival
Festivalguide Die Dresdner
Musikfestspiele haben dieses Jahr mit Cellomania ein eigenes Festival integriert
2 CD-Rezensionen 3 35 Top 20 Klassik-Charts 36 »Hört sich nach guter Laune an!«
Blind gehört Wolfgang Katschner von
36
Wolfgang Katschner ... Meister der zupackenden Art
6 concerti Januar 2018
der Lautten Compagney (im Bild unten rechts) hört und kommentiert CDs von Kollegen, ohne dass er erfährt, wer spielt
40 Multimedia-Tipps 42 Impressum
Fotos: Sonja Werner/Beethovenfest Bonn Regis Cintas-Flores, Ida Zenner
28
Festival de Pâques ... Frühling in der Provence
28 Provençalische Ostern
MENUHIN COMPETITION
GENF 2018, 12. BIS 22. APRIL 2018 FÜR ELF TAGE KOMMEN DIE WELTWEIT BESTEN JUNGEN GEIGERINNEN UND GEIGER ZU EINEM „FESTIVAL DER MUSIK“ ZUSAMMEN!
menuhincompetition.org
JURY Pamela Frank (Präsidentin) Joji Hattori (Vizepräsident) Itamar Golan Ilya Gringolts Henning Kraggerud Lu Siqing Josef Špaček Maxim Vengerov Soyoung Yoon ORCHESTER & DIRIGENTEN Orchestre de la Suisse Romande L'Orchestre de Chambre de Genève Royal Philharmonic Orchestra Marin Alsop Julian Rachlin
kurz & knapp
Mein Lieblingsstück
Ravel: Klavierkonzert für die linke Hand s gibt zwar mehrere Kompositionen, die nur für die linke Hand geschrieben wurden, aber dieses Werk ist einfach einzigartig. Ravel hat keine Schwierigkeit ausgelassen und Sprünge und Läufe über die gesamte Tastatur komponiert. Schon die Orchestereinleitung mit
Hat eine bestens trainierte linke Hand: der Pianist Denis Kozhukhin
dem Kontrafagott ist mehr als ungewöhnlich. Das gilt auch für die darauf folgende Kadenz, die normalerweise erst am Ende steht. Auch das Klavierkonzert für die linke Hand hat eine Schlusskadenz – zusätzlich zur ersten –, die für mich wie ein eigenständiges, perfekt ausgestaltetes Werk ist. Die Musik steigert sich in ihrer Dynamik immer weiter, fast bis ins Unermessliche. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, die Musik ist wie ein gigantischer Sturm, der über das Meer hinweg fegt, und er wird einfach immer stärker und stärker, obwohl man sich gar nicht mehr vorstellen kann, dass da noch eine Steigerung möglich ist. Da man am Klavier eigentlich immer beiden Hände zusammen trainiert, bleibt die linke Hand oftmals die schwächere. Das wurde mir wieder bewusst, als ich das technisch ungemein herausfordernde Stück in Angriff nahm. Manchmal spielt man in den höchsten Registern im Fortissimo, was aufgrund der kurzen Klavier-Saiten auch
schon mit der rechten Hand nicht ganz einfach ist. Und dann spielt auch noch das Orchester im tutti! Das wiederum bedeutet, dass man einen umsichtigen Dirigenten braucht, der akzeptiert, dass fünf Finger nun mal anders spielen als zehn!
30
So viele Kantaten führen die BachKoryphäen John Eliot Gardiner, Masaaki Suzuki und Ton Koopman am ersten Wochenende des Bachfests Leipzig auf. Die Auswahl der Kantaten für den Marathon der etwas anderen Art erfolgte laut Programmchef Michael Maul »gnadenlos subjektiv« und stellt somit kein Best-of dar.
... Die Musik spricht für sich allein. Vorausgesetzt, wir geben ihr eine Chance ... Yehudi Menuhin, Geiger Kirchenmusikalisches Kulturerbe
Kulturerbe in Blau: Die Orgel des Berliner Doms 8 concerti Januar 2018
Der Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland wurden im Dezember in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. 400 Orgelbaubetriebe mit etwa 2 800 Mitarbeitern, 180 Auszubildenden sowie 3 500 hauptamtliche und zehntausende ehrenamtliche Organisten prägen das Handwerk und die Kunst des Orgelbaus und der Orgelmusik in Deutschland. Über 50 000 Orgeln sind derzeit hierzulande im Einsatz. „Deutschland kann auf eine große Kultur des Orgelbaus und der Orgelmusik zurückblicken, die weltweit ihresgleichen sucht“, kommentierte Staatsministerin Monika Grütters die Entscheidung der UNESCO.
Fotos: Felix Broede, Reg Wilson/Warner Classics, Pierre Adenis / Gaff, Robert Recker
E
3 Fragen an ... Gayle Tufts
Die Entertainerin moderiert auch Konzerte, etwa die »RundfunkchorLounge« am 25. Januar in Berlin
Frau Tufts, waren Sie schon immer Klassikfan? Ich bin Amerikanerin, geboren in den sechziger Jahren – also war ich zuerst ein Popmusikfan! Als ich dann in New York Schauspiel studiert habe, bin ich in Kontakt zur klassischen Musik gekommen. Und mit der Zeit, als ich schon in Deutschland gelebt habe, habe ich dann meine Moderatorentätigkeiten auf die klassische Musik ausgeweitet. Für mich stellt sich dann natürlich immer die Frage, wie ich Humor in die klassischen Konzerte reinbringe.
Gute Frage: Wie bringt man denn Humor in die klassische Musik?
Als Vermittlerin, wenn das Programm mal wieder allzu sperrig ist? So würde ich das nicht sagen. Andererseits: Viele von uns – da schließe ich mich mit ein – fragen sich bei manchen Werken: Was ist das denn? Da komme ich ins Spiel und versuche, mit Humor und Leichtigkeit jene Informationen zu liefern, die man braucht, um das Stück dann doch noch genießen zu können.
26. MÄRZ - 8. APRIL 2018
OSTERFESTIVAL IN AIX-EN-PROVENCE
LONDON SYMPHONY ORCHESTRA • KHATIA BUNIATISHVILI RENAUD CAPUÇON • YEFIM BRONFMAN • ALAIN ALTINOGLU TRULS MØRK • LUCAS DEBARGUE • DANIEL BARENBOIM ANDRÁS SCHIFF • WIENER STAATSOPER • PAAVO JÄRVI VLADIMIR SPIVAKOV • LAHAV SHANI • MARTHA ARGERICH...
festivalpaques.com
Renaud Capuçon © Caroline Doutre
Das beste Beispiel in Deutschland ist natürlich Loriot. Seine Moderationen haben nie die klassische Musik selbst angegriffen, da war keine Spur von Bosheit weit und breit! Stattdessen beobachtete er ganz alltägliche Dinge. Ein Zuhörer, der hustet – allein das reichte bei ihm für eine große Pointe aus. Ich selbst sehe mich auf der Bühne vor allem als Vermittlerin.
Interview
»Das zeigt, dass man mir das zutraut« Die Violinistin Carolin Widmann über außergewöhnliches Repertoire, musikalisches Neuland und ihre Begegnungen mit Mendelssohn und Schumann. Von Burkhard Schäfer
Frau Widmann, vom Schumann-Violinkonzert gibt es nur wenige Aufnahmen – und gar keine in der Kombination mit dem von Mendelssohn. Was hat Sie zu dieser Pioniertat bewogen?
Aus ganz verschiedenen Gründen wollte ich die beiden Werke unbedingt in dieser Kombination zusammenbringen. Zum einen lebe ich seit ein paar Jahren in Leipzig, wo sowohl Mendelssohn als auch Schumann sehr glückliche Jahre verbracht haben. Überall, wo ich in der Stadt entlanglaufe, begegnen mir die zwei (lacht). Zum anderen fand ich spannend, dass beide ihre Violinkonzerte in enger zeitlicher Nähe geschrieben haben und dabei doch grundverschiedene Romantiker geblieben sind. Ich wollte zeigen, wie verschieden man in dieser Zeit komponieren konnte, obwohl man geo10 concerti Januar 2018
grafisch und von der Zeit her ganz nah beieinander war.
»Man kann es als Anti-Dasein bezeichnen« Wie haben Sie diese zwei Konzerte in einen Dialog miteinander treten lassen?
Es war für mich entscheidend, mit der größtmöglichen Freiheit an das Projekt heranzugehen. Deshalb bin ich auch sofort auf die Idee gekommen, es ohne Dirigenten zu probieren, um diese wirklich große Kammermusik zu feiern. Im Schumann-Konzert gibt es ganz viele musikalische Sackgassen, aus denen er erst nach einer Stille oder einem Schweigen wieder einen Weg herausfindet. Bei Mendelssohn ist es im Duktus natürlich wesentlich mehr nach vorne getrieben und drängender. Aber von dem romantischen Gedanken dieses Freien und Schwärmerischen her habe ich bei beiden viele Parallelen gefunden. Die Meinungen über Schumanns Violinkonzert gehen weit auseinander. Schon Joseph Joachim hielt es für
missglückt, diese Ansicht hielt sich hartnäckig. Was fasziniert Sie an dem Werk?
Schumanns Violinkonzert ist kein Konzert, das einen von vornherein begeistert. Es ist ein echtes Spätwerk, er hat es drei Jahre vor seinem Tod geschrieben. Aus ganzem Herzen kann ich sagen: Ich habe nicht nur den Zugang dazu gefunden, ich liebe dieses Konzert einfach unglaublich. Ich denke, wenn man von dieser Musik enttäuscht ist, dann liegt das an der Erwartungshaltung, die einem suggeriert, dass alle romantischen Violinkonzerte brillant, strahlend und virtuos sind. Genau das trifft hier nicht zu. Wolfgang Rihm hat sich auch immer gegen Behauptungen gewehrt, dass dieses Stück so sperrig wäre. Dabei ist es nur das erste Violinkonzert für tiefe Geige – das ganze Register ist schon mal tiefer. Aber dies birgt natürlich auch unglaubliche Chancen. Ich habe zum Beispiel beim zweiten Satz immer das Gefühl, dass er als Musik komponiert wurde, die nicht notwendigerweise Zuhörer braucht. Dies musste Schumann nur für sich allein schreiben, um sich in dieser Zeit für ein paar Momente Trost zu geben. Für mich haben
Foto: Lennard Ruehle
K
ammermusikerin, Solistin und Violinprofessorin an der Leipziger Musikhochschule: Deutet sich allein schon an Carolin Widmanns drei Beruf(ung)en ihre Vielseitigkeit an, offenbart diese sich erst recht angesichts des bemerkenswert breiten Repertoires der Violinistin.
zur Person
die Klänge den Zauber einer inneren Musik, gleich einer innere Stimme. Welche Reaktionen vom Publikum erhalten Sie, wenn Sie den Schumann auf der Bühne spielen?
Oft passiert es dann doch – besonders wenn ich das Stück zusammen mit dem Mendels-
sohn aufführe –, dass im ersten Moment der Mendelssohn als das bessere Stück aufgefasst wird. Aber ich habe auch Leute erlebt, die sich dem Schumann-Konzert ganz geöffnet haben und die davon begeistert, besser gesagt: berührt – waren, was diese Musik noch aussagen kann – mit eigentlich fast gar nichts mehr.
1976 in München geboren, studierte Widmann in Köln, Boston und London. Neben dem gängigen Geigenrepertoire befasst sich die Violinistin intensiv mit zeitgenössischer Musik und kann auf eine beachtliche Zahl an Uraufführungen blicken. Widmann wurde u. a. mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik und dem Bayerischen Staatspreis für Musik ausgezeichnet.
Gerade dieses Verschwinden ist ja ein Thema, das sich durch alle drei Sätze durchzieht. Ja, man kann es als Januar 2018 concerti 11
Interview
Wünscht sich vom Publikum mehr Offenheit: Carolin Widmann
Sie sind vor allem auch als Interpretin zeitgenössischer Musik bekannt. Inwiefern hat das auch Einfluss auf Ihr Spiel des kanonischen Repertoires?
Was ich in der modernen Musik für all meine Interpretationen gelernt habe, ist, dass ich hier keine Referenz habe, dass ich gezwungen bin, Neuland zu betreten. Ich muss den No12 concerti Januar 2018
tentext oft zum allerersten Mal in Musik übersetzen und damit bei null anfangen. Ich kann mich auf nichts stützen. Diese Herangehensweise habe ich mir für mein Spiel bekannterer und älterer Werke bewahrt. Deshalb versuche ich wirklich, alles auszulöschen, was ich weiß. Das klappt erstaunlich gut, und so studiere ich die Werke am besten im Urtext und nähere mich ihnen wie unbekannten zeitgenössischen Kompositionen, die es zu entdecken gilt. Nur auf diese Art und Weise setzt man sich mit den Werken wirklich auseinander. Es ist das Geheimnis, die Musik so zu spielen und zu hören, als spielte und hörte man sie zum ersten Mal. Das ist der höchste Anspruch, den man an die Musik stellen kann.
Wie fiel bei Ihnen die Entscheidung, sich für die Musik unserer Zeit stark zu machen?
Auch wenn es von außen so aussieht, als hätte ich eine Entscheidung getroffen: Man kann das gar nicht planen, vor allem nicht, wenn man noch jung ist und die sogenannte Karriere noch vor einem liegt. Es hat sich bei mir einfach so ergeben, auch deshalb, weil mein Bruder Jörg Komponist ist. Ein Schlüsselmoment war, als ich 2003 als Interpretin zu den „Wittener Tagen für neue Kammermusik“ eingeladen wurde, um Stücke meines Bruders zu spielen. Da mein Spiel beim Publikum und den Kritikern gut ankam, also auch entsprechend positiv darüber berichtet wurde, kam quasi über Nacht der Eindruck zu-
Foto: Lennard Ruehle
Anti-Dasein bezeichnen und das versuche ich ganz gezielt in den Mittelpunkt zu stellen, dass da nichts mehr übrig bleibt außer Oboe und SoloGeige. Das ist so einzigartig, so großartig, wenn man sich darauf einlässt, wirklich zuhört und bereit ist, diese Qual auszuhalten, dass da mitten im ersten Satz nichts mehr ist, dann kann die Poesie den Zuhörer berühren.
stande, dass in dieser Art von Musik mein Spezialgebiet liegt. Ich selber habe das nie so empfunden, es war für mich ein Gebiet von vielen. Aber natürlich freut es mich, dass man den Namen Carolin Widmann mit Musik unserer Zeit in Verbindung bringt, das zeigt, dass man mir das ganz offensichtlich zutraut (lacht).
»Wir leben in einer Zeit, in der alles geht« Haben Sie sich denn auch schon in Ihrer Ausbildung zur Geigerin für Komponisten unserer Zeit interessiert?
In einer klassischen GeigerAusbildung, wie ich sie genossen habe, spielt die moderne Musik gar keine so große Rolle. Schon damals, als beim „Jugend musiziert“-Wettbewerb ein Stück aus der Zeit nach 1950 von den Juroren verlangt wurde, war es mir wichtig, nicht etwas von Harald Genzmer zu spielen, was viele meiner Mitstreiter getan haben, um das leidige Thema los zu sein. Ich weiß noch, dass ich mit 13 Jahren schon Stücke von meinem Bruder gespielt habe. Wenn ich heute Recital-Konzerte spiele, nehme ich immer mindestens auch ein modernes Werk mit ins Programm hinein, das habe ich schon früher schon so gemacht – und da war ich die Einzige weit und breit, die sich das getraut hat (lacht). Wie bereiten Sie sich auf Ihre Auftritte vor?
Wenn ich ein modernes Stück, eine Uraufführung vor mir habe, übe ich parallel dazu im-
mer die Paganini-Capricen, um die geigerische Fitness zu behalten. Und wenn ich ein Recital-Konzert mit Werken von Bach, Bartók und Bernd Alois Zimmermann mache, dann spiele ich für mich selbst immer auch Stücke aus der Zeit der Klassik oder Romantik. Auch die Barock-Geige spiele ich zwei Mal pro Woche, weil mich das inspiriert und ich so flexibel bleibe. Es ist bei mir nicht anders als bei Athleten, die immer trainieren müssen, um fit zu bleiben. Inwiefern hat die moderne Musik ein neues oder anderes Traditionsbewusstsein geschaffen, vor allem im Hinblick auf Donaueschingen und Darmstadt?
Letztes Jahr war ich zum ersten Mal in Darmstadt und war überrascht zu sehen, dass dort auch Musikströmungen von modernen Komponisten vertreten wurden, die nun wirklich gar nichts mehr mit der abendländischen Kultur der klassischen Musik zu tun haben. Ich finde das völlig in Ordnung denn wir leben gerade in einer Zeit, in der alles geht. Nach dem Krieg musste man atonal schreiben, um überhaupt aufgeführt zu werden. Heute gibt es kein Dogma mehr – das ist einerseits eine Chance für die Komponisten, andererseits haben sie es dadurch heute unendlich viel schwerer, ihren eigenen Weg zu finden. CD-Tipp
Mendelssohn & Schumann: Violinkonzerte Carolin Widmann (Violine), Chamber Orchestra of Europe. ECM
Konzert-TIPPs
München Fr. 19.1., 20:00 Uhr Residenz (Herkulessaal) Carolin Widmann (Violine), Laura Aikin (Sopran), Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Ilan Volkov (Leitung). Hechtle: Neues Werk (UA), Saunders: Still, Feldman: Neither Berlin So. 21.1., 14:00 Uhr Boulez Saal Ultraschall Festival: Carolin Widmann (Violine). Abrahamsen: Capriccio Bagateller, Dusapin: in vivo, Benjamin: 3 Miniaturen, Poppe: 17 Etüden Vol. II (Auszüge), Sciarrino: 6 Capricci Köln So. 11.3., 11:00 Uhr, Mo. 12.3. & Di. 13.3., 20:00 Uhr Philharmonie Carolin Widmann (Violine), Gürzenich-Orchester Köln, Pietari Inkinen (Leitung). Rautavaara: In the Beginning, Martinů: Violinkonzert Nr. 2 g-Moll, Dvořák: Sinfonie Nr. 9 e-Moll „Aus der Neuen Welt“ Baden-Baden So. 22.4., 11:00 Uhr Festspielhaus Carolin Widmann (Violine), Alexander Lonquich (Klavier). Ravel: Sonate Nr. 1 a-Moll „Posthumous“, Auric: Sonate G-Dur, Poulenc: Sonate für Violine und Klavier Schweinfurt So. 29.4., 19:30 Uhr Theater Carolin Widmann (Violine), David McCarroll (Violine), Pauline Sachse (Viola), Marie-Elisabeth Hecker (Violoncello), Martin Helmchen (Klavier). Elgar: Klavierquintett a-Moll op. 84, Schumann: Klavierquintett Es-Dur Neumarkt Sa. 5.5., 19:00 Uhr Historischer Reitstadel Künstler & Programm siehe Schweinfurt Duisburg So. 17.6., 19:00 Uhr Philharmonie Mercatorhalle Carolin Widmann (Violine), Alexander Lonquich (Klavier), Auryn Quartett. Beethoven: Streichquartett Nr. 11 f-Moll op. 95, Mozart: Klavierquartett g-Moll KV 478, Chausson: Konzert für Violine, Klavier & Streichquartett D-Dur op. 21 Berlin Mo. 18.6., 20:00 Uhr Kammermusiksaal Künstler & Programm siehe Duisburg Ludwigsburg Mi. 20.6., 20:00 Uhr Residenzschloss (Ordenssaal) Ludwigsburger Schlossfestspiele Künstler & Programm siehe Duisburg Januar 2018 concerti 13
NOMINIERT ZUM
Bamberger Symphoniker Bayerisches Kammerorchester Duisburger Philharmoniker Sommerliche Musiktage Hitzacker Theater & Philharmonie ThĂźringen Young Euro Classic Alle Informationen zum Wettbewerb auf concerti.de/publikum-des-jahres
Oper
Die interessantesten Inszenierungen und Künstler – wir stellen Ihnen das Wichtigste aus der Welt der Oper vor
Foto: Hans-Jörg Michel
Calixto Bieitos Vorliebe für Gerüste auf der Bühne zeigt sich auch in seiner Hamburger Otello-Inszenierung. Mehr dazu auf Seite 16
16_Porträt Jenseits der Komfortzone Ihm eilt der Ruf des Skandalregisseurs und Scharf-
machers voraus, doch Calixto Bieito steigt auch hoch sensibel in die Innenwelten seiner Opernfiguren hinab 18_Kurz besprochen Online-Kritiken Auszüge aus unseren tagesaktuellen Musiktheater-Rezensionen 20_Opern-Tipps Die besten Musiktheaterproduktionen – ausgewählt von unserem Experten Peter Krause Januar 2018 concerti 15
Porträt
Jenseits der Komfortzone
E
r gilt als radikale, als ob sessive Skandalnudel der Oper. Bei Calixto Bieito gibt es garantiert kein Steh theater zum Wohlfühlen, son dern stets physisch wie psy chologisch zugespitztes Musik theater, das oft polarisiert, das niemanden kaltlässt. Im Ge spräch wirkt der Katalane frei lich nicht provokant, sondern
Harte Schale, empathischer Kern: Calixto Bieito erforscht in seinen Inszenierungen die Innenwelten der Figuren
so bedacht wie liebenswürdig. Hat er sich seit seinen ersten Aufsehen erregenden Inszenie rungen im deutschen Norden verändert, als er in Hannover zumal mit Verdis handlungs krudem Il Trovatore für Schockwirkungen sorgte? „Mir fällt es schwer, eine eigene Per spektive auf mich selbst einzu nehmen. Dennoch bin ich si
cherlich viel ruhiger geworden und werde natürlich älter. Ob wohl es schwer ist: Heute ver suche ich, mich selbst stärker anzunehmen“, gesteht der 54-Jährige. Musik spielt seit seiner Kindheit eine große Rol le: Seine Mutter ist Chorsän gerin, sein Bruder Musiker, er selbst war Mitglied im Kin derchor der Jesuiten. „Meine Erinnerung geht weit zurück, wie ich als Siebenjähriger Vi valdi sang. Die Musik hat mir seit meiner Jugend geholfen, mit meinem Leben klarzukom men. Als Regisseur darf ich nun Gefühle und Gedanken durch die Musik mit anderen Menschen teilen.“ Die Musik ist für Bieito denn auch der Motor und die Ner venbahn einer Oper. „Aus der Musik beziehe ich meine pri märe Inspiration für die Insze nierung. Wenn ich die Musik nicht mag, kann ich eine Oper nicht machen, sie wäre für mich nicht einfach aus dem Libretto inszenierbar. Alles kommt aus der Musik: Sie ist die Landschaft der Fantasie und die gemeinsame Basis für Dirigent und Regisseur, die daraus beide die Farben ihrer Interpretation ableiten.“ Regietheater mit Sprengkraft
Wer kürzlich in Hamburg bei seiner Sicht auf Verdis späte Shakespeare-Anverwandlung 16 concerti Januar 2018
Foto: David Ruano, A.T. Schaefer
Ihm eilt der Ruf des Skandalregisseurs und Scharfmachers voraus, doch Calixto Bieito steigt auch hoch sensibel in die Innenwelten seiner Opernfiguren hinab. Von Peter Krause
einmal mehr eine garantiert nicht jugendfreie, blutsprit zende „Bildzeitungs-Oper für die Besserverdienenden“ er wartete, wie in einer ihrerseits sensationsheischenden Kritik über eine Inszenierung zu le sen war, wurde in dieser Hin sicht enttäuscht. „Den Otello habe ich sehr reduziert ange legt. Mich interessieren die Innenwelten der Figuren und deren plötzliche Explosionen.“ Wenn Calixto Bieito sich daran macht, sein Regietheater mit Sprengkraft zu entwickeln, dann funktioniert das letztlich nur, wenn die Sängerdarsteller die Komfortzone des Stehens und Singens verlassen und damit jene entscheidende Grenze überwinden, an der musikalischer Ausdruck zur Wahrhaftigkeit wird. Verrät der Regisseur uns das Geheim nis seiner extrem intensiven Arbeit mit Sängerinnen und Sängern? „Es gibt keinen Trick. Und sollte es ihn geben, dann kenne ich ihn nicht. Die Basis ist Vertrauen und die Vermei dung von Angst.“ Er habe star ke Bilder im Kopf und bringe sie in die Arbeit mit dem Team ein. „Die Sänger nutzen diese Bilder, um ihrer Fantasie frei en Lauf zu lassen. Jeder wird Teil des kreativen Prozesses.“ Auf diesem Wege entsteht dann eine Freiheit, die Sänger enorm genießen. Sie spüren Bieitos Bekenntnis: „Ich bin ein einfacher Mensch, der ehr lich mit seiner Umwelt kom muniziert.“ Will sagen: Bieito ist kein Scharfmacher, der auf krasse Effekte der Effekte zu liebe setzen würde. „Die Sän ger gehen in den Proben oft sehr weit aus sich heraus, so dass ich selbst erstaunt bin. Wir begeben uns gemeinsam
Grotesker Hochzeitsstreich: Rameaus Barockoper Platée in Stuttgart
in einen sehr starken Prozess, der gleichzeitig angenehm ist. Glücklicherweise leben wir in einer Zeit fantastischer Sänger, die allzu gern die Komfortzo ne der Kunstproduktion ver lassen.“ Tiefer Blick in die Seele
Außenseiter, Andersartige, ge schundene Kreaturen am Ran de der Gesellschaft sind es kaum zufällig immer wieder, denen Bieito tief in die Seele blickt. Bergs Wozzeck, Verdis Otello oder Bizets Carmen ge wann er so ganz neue Facetten ab. Oder eben Rameaus Platée, die hässliche Sumpf-Nymphe, die im Glauben an die eigene Attraktivität die Intrige des Obergottes Jupiter erst am bö sen Ende kapiert. Bieito be setzte die Titelpartie in Stutt gart mit einem Tenor, der die Nymphe als Transvestit spiel te. Die Fremdartigkeit dieser armen, nach Liebe hechelnden Kreatur wurde da geradewegs ausgestellt. Es entstand ein erschütterndes Porträt der tra gischen Figur eines bitter Zu rückgewiesenen.
Opern-TIPPs
Berlin So. 21.1., 18:00 Uhr Komische Oper Schreker: Die Gezeichneten. Stefan Soltesz (Leitung), Calixto Bieito (Regie) Weitere Termine: 27.1., 1., 10. & 18.2., 11.7. Stuttgart So. 25.2., 16:00 Uhr Opernhaus Wagner: Parsifal. Sylvain Cambreling (Leitung), Calixto Bieito (Regie) Weitere Termine: 4., 18. & 30.3., 2.4. Hamburg So. 11.3., 18:00 Uhr (Premiere) Staatsoper Verdi: Messa da Requiem. Kevin John Edusei (Leitung), Calixto Bieito (Regie) Weitere Termine: 11., 14., 17., 20., 23., 27. & 31.3. Berlin Fr. 13.4., 19:30 Uhr Komische Oper Mozart: Entführung aus dem Serail. Ivo Hentschel (Leitung), Calixto Bieito (Regie) Weitere Termine: 17., 20. & 28.4. Hamburg Di. 5.6., 20:00 Uhr Staatsoper Verdi: Otello. Paolo Carignani (Leitung), Calixto Bieito (Regie) Weitere Termine: 9., 15. & 20.6.
DVD-Tipp
Bizet: Carmen Roberto Alagna, Erwin Schrott, Marina Poplavskaya, Béatrice Uria-Monzon, Calixto Bieito (Regie). CMajor Januar 2018 concerti 17
Kurz Besprochen
Opern-Kritiken Auszüge aus unseren tagesaktuellen Musiktheater-Rezensionen. Weitere finden Sie unter: www.concerti.de/oper
KREFELD 25.11.2017
CHEMNITZ 2.12.2017
Glasharfe und Psychoterror
Infiziert vom Virus der Macht
Das blutrote Halstuch des Königs
Donizetti: Lucia di Lammermoor Semperoper. Giampaolo Bisanti (Leitung), Dietrich W. Hilsdorf (Regie), Venera Gimadieva, Edgaras Montvidas Weitere Termine: 28. & 31.3., 6.4.
Thomas: Hamlet Theater Krefeld. Mihkel Kütson (Leitung), Helen Malkowsky (Regie), Rafael Bruck, Sophie Witte Weitere Termine: 9., 14., & 28.1., 7.2.
Verdi: Ein Maskenball Oper Chemnitz. Guillermo García Calvo (Leitung), Arila Siegert (Regie), Ho-Yoon Chung, Paolo Rumetz Weitere Termine: 14. & 27.1., 17.3.
OPER Das Semperoper-Debüt von Dietrich W. Hilsdorf raubt den Atem. Aus der schottischen Tragödie entsteht durch wenige stimmige Veränderungen ein hochdramatisches Konzentrat und eine ungeheure Spannung zwischen Szene und der von oberflächlicher Wohlgefälligkeit befreiten Partitur. Die Inszenierung kann sich auf den Dirigenten verlassen: Giampaolo Bisanti, neuer musikalischer Chef in Bari, holt den Psychoschliff aus der Staatskapelle Dresden und alle Reize aus Donizettis oft unterschätzter Ins trumentation. Detailgenau wechseln Ausdruck und Tempi mitten im Takt, schmiegen sich an, rauen auf und schmelzen dahin. Erregend! Dazu bezirzt die Russin Venera Ginadieva mit seidenweichen Tönen auf einem gut gestützten vokalen Fundament, mit warmer Fülle und Weichheit in allen Lagen. (RD)
OPER Zentrum der Inszenierung ist der Thron, Symbol für Macht, die Gier nach ihr, die Korruption durch sie. Da holt sich der Königsmörder Claudius den Thron aus der Luft. Zukünftig wird er nie ohne ihn sein. Er schleppt ihn mit sich mit, zieht ihn hinter sich her, legt ihn sogar auf den Boden, um auf ihm zu beten. Immer geht es nur darum, oben zu sein, der erste, der Mächtige. Alle sind von diesem Machtvirus infiziert, der Hofstaat, der hinter Claudius wie hypnotisiert herdackelt, Gertrude, die darin aufgeht, dem Zentrum der Macht von allen am nächsten zu stehen, sogar Hamlet, der bei Thomas überlebt und vorher in einer Art Amoklauf alles niedermetzelt, was zwischen ihm und dem Thron steht. Dies ist auch ein Abend des Ensembles in Krefeld. Man kommt ohne einen einzigen Gast aus! (AF)
OPER Arila Siegert sowie ihre Ausstatter Hans-Dieter Schaal und Marie-Luise Strandt zeigen die heute fast schon altmodische Tugend der genauen Gedankenführung, die sich den Brüchen und Vielschichtigkeiten der Werke mit geistvoller Fülle stellt. Hier sucht vor hohen Mauern und Gittern eine reglementierte Gesellschaft mit Jux, Tollerei und Verkleidung das gefährdende Amüsement. Dieses Dahintänzeln in düsterer Zeitlosigkeit steigern die glänzend präparierten Chorgruppen zu eisiger Marionettenhaftigkeit. In fast jeder Bewegung steckt Amüsierwut. Dazu liefert der neue musikalische Chef Guillermo García Calvo einen glänzenden Einstand. Er verlebendigt Verdis Sehnsucht nach der Geschmeidigkeit französischer Opern und reißt die Grenzen zwischen Deklamation und Melodien ein. (RD)
18 concerti Januar 2018
Fotos: Jochen Quast, Matthias Stutte, Kirsten Nijhof, Fabrizio Zani
DRESDEN 18.11.2017
www.musikfestspiele.com
RAVENNA 17./18.11.2017
Italienischer Verismo-Rap Mascagni: Cavalleria Rusticana/Leoncavallo: Pagliacci Ravenna Festival. Vladimir Ovodok (Leitung), Cristina Mazzavillani Muti (Regie), Chiara Mogini, Diego Cavazzin, Kiril Manolov
OPER Cristina Mazzavillani Muti schwebt als Präsidentin des traditionsreichen Ravenna Festivals keineswegs repräsentativ über den künstlerischen Dingen. Sie inszeniert Opern, sie initiiert Musikvermittlungsprojekte, die in Italien ihresgleichen suchen. Die Herbsttrilogie, die an einem Novemberwochenende gleich drei Opernpremieren in unmittelbarer Folge aufeinander folgen lässt und das Sommerfestival flankiert, steht komplett unter ihrer Ägide. In diesem Jahr hat sie sich drei Opern des Verismo vorgenommen. Anders als im einstigen Theater ihres Mannes, der Mailänder Scala, sind die finanziellen Mittel hier überschaubar. Sängerstars wären nicht nur zu teuer, nein, sie sind hier auch gar nicht gefragt. Signora Muti setzt auf den Nachwuchs: im Graben mit dem Orchestra Giovanile Luigi Cherubini, auf der Bühne mit einer in aufwändigen Auditions ausgewählten jüngeren Sängerriege. Es sind so manche Entdeckungen darunter, Spätentwickler, Sänger, die ihr Fach erweitern wollen. Für Aufhorchen sorgt La Muti da an jedem Abend. Und für Aufsehen sorgt Riccardo Mutis Gattin mit Details, die wir im konservativen Opernland Italien kaum erwartet hätten. Ihre Ästhetik ist in Cavalleria Rusticana mitunter dem Schwarz-Weiß-Film des guten alten Nachkriegsitalien von Fellini & Co. abgeguckt. Statt eines aufwändig gebauten Bühnenbildes setzt Muti clever auf Videoprojektionen, die das Geschehen mit verblüffendem Realismus an uns heran zoomen. Noch stärker gerät der zweite Abend mit Pagliacci. Geschickt kontextualisieren Schüler zunächst das Stück und fragen uns musikalisch und tänzerisch: Ist der Rap nicht der heimliche Verismo unserer Zeit? Stark zeigt dann Vladimir Ovodok am Pult, wie Leoncavallo hier die uritalienische, herrlich knallige Banda-Tradition mit der Harmonik eines Richard Wagner zusammenband. Da wird saftig, ungekünstelt, enorm authentisch musiziert. Und ebenso gesungen. (PK)
SPIEGEL 10. MAI — 10. JUNI 2018
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OPERN-Tipps Ausgewählt von unserem Experten Peter Krause
REGENSBURG SA. 27.1.2018
Von der Banalität des Bösen – und der Liebe OPER Alles beginnt, als die jun-
Milch-Sheriff: Die Banalität der Liebe (UA) Theater Regensburg. Tom Woods (Leitung), Itay Tiran (Regie) Weitere Termine: 31.1., 4. & 20.2., 4., 8. & 22.4., 26.5.
Ella Milch-Sheriff komponierte das Regensburger Auftragswerk 20 concerti Januar 2018
Soll Nobody Boccanegra nach der Macht greifen? KARLSRUHE SA. 20.1.2018
Demagogie und Populismus OPER David Hermann und Christof Hetzer deuten
Verdis düsteren Genueser Politthriller
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ie beiden Herren bilden eines der spannendsten jungen Teams des Musiktheaters: David Hermann studierte Regie an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ und war Assistent von Hans Neuenfels. Ausstatter Christof Hetzer lernte als Meisterschüler von Erich Wonder. Gemeinsam begeisterten sie das Karlsruher Publikum bislang mit ihren Deutungen von Les Troyens, Boris Godunow und Das Rheingold. Nun widmen sie sich Verdis düsterem Genueser Drama Simon Boccanegra. Der Politthriller über Demagogie und Populismus
geht eindringlich der Frage nach, woran die Stimme politischer Vernunft scheitert. Simon Boccanegra ist hin- und hergerissen zwischen seinem privaten Schicksal und der Rolle, die er im politischen Tagesgeschäft zu spielen hat. Der Nobody schwimmt auf einer Popularitätswelle, wird zum ersten Mann im Stadtstaat gewählt. Doch gerät er in einen Machtstrudel, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Verdi: Simon Boccanegra Badisches Staatstheater. Johannes Willig (Leitung), David Herman (Regie) Weitere Termine: 26.1., 8.2., 10. & 20.3., 7., 11. & 29.4., 3. & 25.5.
Fotos: Iris Nesher, Felix Grünschloß, Uwe Schinkel, gemeinfrei
ge Hannah Arendt 1924 eine Vorlesung Martin Heideggers besucht. Schnell entwickelt sich eine geheime, sehr intensive Liebesbeziehung zwischen dem renommierten Professor und seiner brillanten Studentin. Doch während der Philosoph die Machtergreifung Hitlers als notwendige Erneuerung des deutschen Volkes begrüßt, sieht seine jüdische Geliebte ihr Volk und sich selbst in Gefahr. In ihrem Auftragswerk stellt Ella MilchSheriff zentrale Fragen nicht nur der deutschen Geschichte: nach Verblendung und Schuld, nach der Banalität des Bösen – und der Liebe.
OSNABRÜCK SA. 20.1.2018
Weitere Tipps
Zurück auf der Opernbühne OPER Der heute fast vergessene Komponist
Tommaso Traetta beeinflusste sogar Mozart
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eine im Jahre 1772 für Katharina die Große in St. Petersburg uraufgeführte Antigona, nach der gleichnamigen Tragödie des Sophokles, stellt sein bedeutendstes Werk dar. Der heute viel zu selten gespielte Italiener Tommaso Traetta, 1727 bei Bari geboren, 1779 in Venedig gestorben, gehörte zu den größten Opernkomponisten seiner Zeit und mit Gluck zu den zentralen Persönlichkeiten der Opernreform des
18. Jahrhunderts. Traettas Werke beeinflussten nicht nur andere Neuerer wie Gluck, sondern auch den jungen Mozart. In seiner Tragedia per musica findet Traettas Stil und seine neue Form des musikalischen Dramas ihren Höhepunkt. Traetta: Antigona Theater Osnabrück. Andreas Hotz (Leitung), Floris Visser (Regie) Weitere Termine: 26. & 30.1., 2. & 13.3., 11. & 18.4., 10. & 25.5.
WUPPERTAL SO. 21.1.2018
BIELEFELD
BENZIN Sa. 13.1., 19:30 Uhr Theater Bielefeld Emil Nikolaus von Reznicek schreibt 1929 eine zwischen Richard Strauss und Jazz pendelnde Zeitoper über den Rausch technischer Errungenschaften LYON
DER KREIDEKREIS
Sa. 20.1., 19:30 Uhr Opéra de Lyon Alexander von Zemlinsky mischt in seinem 1933 in Zürich uraufgeführten Kriminaldrama Wagner und Weill mit Fernöstlichem
Poetischer Weltbezug
MEININGEN
TANZTHEATER Pina Bauschs Die sieben Todsünden
Do. 25.1., 20:00 Uhr Meininger Staatstheater Philippe Boesmans Kammeropern-Mittsommernachtsdrama von 2004 variiert August Strindbergs Tragödie Fräulein Julie
kehrt zurück an den Ort ihrer Entstehung
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ach der Uraufführung 1976 am Opernhaus Wuppertal trat Pina Bauschs tänzerische Anverwandlung der Sieben Todsünden von Brecht und Weill ihren Siegeszug um den ganzen Globus an: von Montreal bis Moskau, in New York, Paris und Berlin wurde die Arbeit der Ikone des Tanzes bewundert. 2009 starb Pina Bausch in ihrer Wuppertaler Wahlheimat, wo sie ihre Compagnie von Weltgeltung über Jahrzehnte formte. Ihre Verknüpfung von poetischen und
Weill: Die sieben Todsünden Tanztheater Wuppertal. Pina Bausch (Choreografie), Jan Michael Horstmann (Leitung) Weitere Termine: 23., 24., 26., 27. & 28.1.
Alltagselementen beeinflusst bis heute die internationale Tanzentwicklung, Bausch vermittelt zwischen den Kulturen in zahlreichen internationalen Koproduktionen, sie schlägt kreative Brücken zwischen zeitgenössischem Tanztheater, das sie gleichsam erfand, zu klassischem Ballett, Pantomime und Artistik.
JULIE
DÜSSELDORF
DIE WALKÜRE So. 28.1., 17:00 Uhr Deutsche Oper am Rhein Nach brillant originellem RheingoldAuftakt setzen GMD Axel Kober und Regisseur Dietrich W. Hildsdorf ihre Ring-Befragung fort HAMBURG
FIDELIO So. 28.1., 18:00 Uhr Hambur gische Staatsoper GMD Kent Nagano und Intendant Georges Delnon wollen Beethovens vertrackte Freiheitsoper gemeinsam knacken
Verhängnisvolle Verführung: Pina Bauschs Die sieben Todsünden
Weitere Tipps, Termine, Tickets und mehr: www.concerti.de
Die Rezension zum Tipp: Über alle Premieren mit diesem Zeichen berichten wir tagesaktuell. Sie finden diese und weitere Kritiken online: www.concerti.de/oper Januar 2018 concerti 21
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Auf den Musikbühnen der Stadt entspinnt sich in Werken von Gounod und Hugo Wolf zeitloses Liebesleid und -glück. Entdecken Sie in intensiven Aufführungen drei Stars der Opernszene: Jonas Kaufmann, Diana Damrau und Aida Garifullina. Kommen Sie mit! Termin: 22. – 25.2.2018 Preis: ab 1.430 €
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Fotos: Francisco Javier Gil/fotolia; Gregor Hohenberg; Gordon Welters
Barcelona mit Jonas Kaufmann
tipps & termine Das Musikleben in Hessen im Januar
Foto: Holger Hage
Jan Lisiecki beschwört in Frankfurt die Nacht. Mehr dazu auf Seite 4
2_Porträt Wer wagt, gewinnt 2007 gründete sich das La Folia Barockorchester mit dem Ziel,
sich von musikalischen Zwängen zu befreien. Heute gehört es zu den wichtigsten Alte-Musik-Ensembles 4_Regionale Tipps Die wichtigsten Termine im Januar, ausgewählt von der concerti-Redaktion 8_Klassikprogramm concerti 01.18 Hessen 1
PORTRÄT
Wer wagt, gewinnt 2007 gründete sich das La Folia Barockorchester mit dem Ziel, sich von musikalischen Zwängen zu befreien. Heute gehört es zu den wichtigsten Alte-Musik-Ensembles. Von Verena Düren
L
a Folia“ stand in der Barockzeit für eine Form, die wildes und kühnes Spiel mit großer Freiheit zur Kreativität erlaubte. Das La Folia Barockorchester hat sich diese Ideen für sein Spiel auf die Fahne geschrieben, und alleine schon die Ensemblegründung 2007 sprach für Kühnheit. Robin Peter Müller, Ensembleleiter und -gründer, hatte bereits mit Anfang zwanzig eine bemerkenswerte Karriere im Klassik-Bereich gemacht und stand nun – mit fester Stelle – vor der Frage: War das schon alles? So wagte er den Sprung ins kalte Wasser und gründete 2007 gemeinsam mit befreun2 Hessen concerti 01.18
deten Musikern das La Folia heute besetzt der Kern des Barockorchester, um mit die- Orchesters die ersten Pulte, sem seine Vorstellung von weitere Mitspieler werden befreitem Spiel und anderen sorgfältig ausgewählt. Herangehensweisen an die Musik des Barock umsetzen Interpretationen, die nicht zu können. Vielleicht war es wehtun, braucht niemand sogar eine glückliche Fügung, Seit seiner Gründung hat das dass das Orchester ganz zu Ensemble mit Programmen Beginn noch ohne Projekte sowohl Altbekanntes und Verdastand, denn so blieb ihm trautes neu interpretiert, aber die Möglichkeit, sich ohne auch mit wiederentdeckten äußere Einflüsse und Ver- musikalischen Schätzen natipflichtungen zu überlegen, onal und international Karriewas denn nun ihr Ensemble re gemacht. Die Interpretatioausmachen sollte. In enger nen des Ensembles polarisieZusammenarbeit haben die ren mitunter, aber dazu stehen Musiker ihre ganz eigene Art Musiker und Management. des Musizierens entwickelt „Machen wir uns nichts vor: Es und sind dabei noch stärker gibt zahlreiche hochkarätige zusammengewachsen. Bis Alte-Musik-Ensembles. Um al-
Foto: Martin Förster
Das La Folia Barockorchester um seinen Gründer Robin Peter Müller (Mitte)
so bestehen zu können, muss schien das Album „Cleopatra“ man eine Position einnehmen. mit Regula Mühlemann sowie Natürlich bringt das auch mit das schlicht „Händel“ betitelte sich, dass es oft heißt: ganz Album mit Dorothee Mields oder gar nicht. Aber der Erfolg und Hille Perl. Spannend ist der letzten Jahre zeigt, dass wir auch die jüngste Aufnahme damit richtig liegen. Interpre- „Rediscovered Treasures from tationen, die nicht wehtun und Dresden“, auf der verloren genichts auslösen, braucht man glaubte musikalische Schätze nicht“, so Oliver Geisler, der vom sächsischen Hof erklinseit 2015 der Manager des La gen. Gefunden wurden die Kompositionen im „Schranck Folia Barockorchesters ist. Verkörpert wird die spezifische No. II“ und haben – versteckt Musizierweise des Orchesters hinter der Orgel der Dresdner durch seinen künstlerischen Hofkirche – so manchen Brand Leiter: Müllers Ton ist rauer, überstanden. Müller und GeisSpielfreude ist das vorherr- ler, die beide in Dresden verschende Element, und auch ankert sind, widmen sich sehr „Klassiker“ der Barockmusik gerne dem reichen Musikwie beispielsweise Vivaldis schatz ihrer Heimat. „In dieVier Jahreszeiten erhalten ei- sem Fall haben wir ganz benen neuen Anstrich. „Ich habe wusst gar nicht erst den Vernoch kein einziges Konzert such unternommen, die Autoerlebt, das einfach nur abgelie- ren der einzelnen Stücke herfert und routiniert wirkt“, so auszufinden“, so Geisler. „Wir Geisler. Er ist selber auch Dra- wollen alle Schranken fallen maturg des „Musikfestes Erz- lassen und das Publikum zum gebirge“ und hat somit auch die Hören ohne jede ErwartungsAußenperspektive eines Ver- haltung animieren.“ Risianstalters: „Für mich sind es kofreudig und doch ganz entdas höchste technische Kön- spannt: Mit dieser ganz eigenen einer jungen Musikerge- nen Mischung ist das La Folia neration, die große Lust an Barockorchester eindeutig Interpretation und die Risi- angekommen in der Riege der kofreude, die La Folia ausma- hochkarätigen europäischen chen. Es ist pure Energie im Barockensembles! allerbesten Sinne.“
Das zehnjährige Jubiläum im letzten Jahr begingen die Musiker mit zahlreichen spannenden Projekten: Beim „Musikfest Erzgebirge“ etwa stellten sie gemeinsam mit dem Zirkus Roncalli einen Barockzirkus auf die Beine und realisierten außerdem Projekte mit dem britischen Vokalensemble Voces 8 mit Werken von Purcell und Händel. Im Herbst er-
John Downland Shakespeare in Love Paula Murrihy (Mezzosopran) Eamonn Bonner (Tenor) Eamonn Sweeney (Laute)
15. April 2018
Bratsche und Gesang Und eine Etwas strahlt aus Ihnen Christiane Karg (Sopran) Antoine Tamestit (Viola) Malcolm Martineau (Klavier)
Konzert-TIPP
Fulda So. 14.1., 17:00 Uhr Schlosstheater Cleopatra. Regula Mühlemann (Sopran), La Folia Barockorchester. Ouvertüren und Arien von Graun, Scarlatti, Vivaldi, Hasse, Händel u. a.
Foto: Gisela Schenker
Ein Barockzirkus zum zehnten Geburtstag
14. Februar 2018
CD-Tipp
Cleopatra Arien von Graun u. a. Regula Mühlemann (Sopran), La Folia Barockorchester. Sony Classical
Karten & Informationen: T 09852 904 44 www.kunstklangfeuchtwangen.de
Tipps & Termine
Wenn der Höllenzwerg auf die Größe eines Kirchturms anwächst Frankfurt Jan Lisiecki erweckt mit Schumann, Chopin, Rachmaninow und
Ravel die guten und bösen Dämonen der Nacht zum Leben
S
ie ist dunkel, geheimnisvoll, mitunter furchteinflößend und ist als mystisch aufgeladene Tageszeit seit jeher Inspirationsquelle für Dichter und bildende Künstler: Die Nacht. Auch zahlreiche Komponisten setzten Finsternis und nachtschlafender Zeit kompositorische Denkmäler, allen voran mit der in der Barockzeit entstandenen musikalischen Form des Nocturne, zu Deutsch „Nacht werdend“. In besonderer Ausprägung als Charakterstück bei Frédéric Chopin bekannt geworden, schuf auch Robert Schumann
4 Hessen concerti 01.18
in seinem von E. T. A. Hoffmann inspirierten Klavierzyklus Nachtstücke der dunklen Tageszeit ein düsteres Andenken. Gleichermaßen reiht sich das impressionistische Klaviertriptychon Gaspard de la nuit von Maurice Ravel, bekannt durch den hohen pianistischen Anspruch des dritten Satzes, in die durch Abenddämmerung und Nacht inspirierten Klavierwerke ein. Animiert von drei romantischen Gedichten des französischen Dichters Aloysis Bertrand, vertonte Ravel die Enthüllungen eines nächtlichen Schatzmeisters über die
Dämonen der Dunkelheit, ihre Hexereien und Visionen. Schier Rekordverdächtig ist, dass für den düsteren Charakter des Finales, dessen programmatischen Hintergrund die Gruselgeschichte eines grotesk-glänzenden, bis zur Größe eines Kirchturmes anwachsenden Höllenzwergs darstellt, 27 verschiedene Anschlagtechniken benötigt werden. Johann Buddecke Mo. 15.1., 20:00 Uhr Alte Oper Jan Lisiecki (Klavier). Chopin: Nocturnes op. 55/1, 55/2 & 72/1, Scherzo Nr. 1 h-Moll op. 20, Schumann: Nachtstücke op. 23, Ravel: Gaspard de la nuit, Rachmaninow: Morceaux de fantaisie op. 3
Fotos: Holger Hage, Achim Reissner
Ein außergewöhnlicher Pianist, der sich ziemlich normal findet: »Ich fahre Ski und Rad, ich lese Bücher und schaue fern.« Im Januar gastiert der 22-jährige Kanadier Jan Lisiecki mit einem Solo-Rezital in der Alten Oper
Feuer statt Routine Frankfurt Filmmusik, Jazz, Musical und Moderne
– die Junge Deutsche Philharmonie liebt Vielfalt
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Routine mancher Berufsorchester – mit Begeisterung und auf hohem Niveau Werke einstudieren. Dabei übt das demokratisch konzipierte Orchester eine große Anziehungskraft aus, und das nicht nur auf die potenziellen Mitglieder: Die Liste renommierter Dirigenten und Solisten, die mit ihm gearbeitet haben, ist lang. Bei der aktuellen Tournee mit dem Programm „Sax and Crime“ steht Ingo Metzmacher am Pult, der mit Aufführungen von Musik des 20. Jahrhunderts bereits viele Akzente setzen Nicolas Furchert konnte.
Findet überall ihren Platz: die Junge Deutsche Philharmonie So. 14.1., 18:00 Uhr Alte Oper Xavier Larsson Paez (Saxofon), Alexandre Tharaud (Klavier), Junge Deutsche Philharmonie, Ingo Metzmacher (Ltg). Werke von Herrmann, Birtwistle, Liebermann, Gershwin & Bernstein
Benjamin West (American, 1738–1820) Rinaldo and Armida, 1766 | Oil on canvas 66 x 81.5 cm (26 x 32 1/16 in.) Collection Zimmerli Art Museum at Rutgers University, Gift of Willet L. Eccles | 0175 | Photo by Peter Jacobs
uf der Homepage der Jungen Deutschen Philharmonie prangt ein leuchtend-grüner „Button“ mit der Aufschrift „Das Zukunftsorchester“. Spricht daraus die Arroganz, das einzig wahre Konzept gefunden zu haben, wie ein Orchester organisiert sein soll? Nein, es beschreibt vielmehr den Anspruch, seine Mitglieder in bester Weise auf den zukünftigen Arbeitsplatz „Orchestermusiker“ vorzubereiten. Wer als Musikstudent das Probespiel bestanden hat, trifft hier auf eine Gruppe Gleichgesinnter, die – noch fern von der
16.2. – 2.3.
2018
concerti 01.18 Hessen 5
Kaschierte Verzweiflung Marburg Das Fauré Quartett erforscht Brahms’ Seelenleben
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HECTOR BERLIOZ
SYMPHONIE FANTASTIQUE
bgleich Johannes Brahms zeitlebens penibel darauf achtete, möglichst wenig private Details der Öffentlichkeit preiszugeben, sogar sämtliche Briefe vernichtete, um der Nachwelt nichts Persönliches zu hinterlassen, gab er hin und wieder doch versteckte Hinweise, die Aufschluss über seine Gemütswelt zuließen. So auch im Fall seines dritten Klavierquartetts, welches er 1875 seinem Verleger Simrock mit den Worten zukommen ließ, er solle es gemeinsam mit einem Bild seiner Person im „Werther-Kostüm“ abdrucken. Brahms’ Anspielung auf Goethes tragische Romanfigur deutet auf seine zwiespältige Situation hin, als er 22-jährigig erstmals Robert Schumann kennenlernte und sich fortan zu dessen Frau Clara hingezogen fühlte. In dieser Zeit begann er mit der Arbeit an dem Quartett, die sich genau zwanzig Jahre hinziehen sollte. Noch kurz vor dem mühsamen dritten Versuch, das Werk endlich fertigzustellen, erwähnte Brahms das autobiografische Kolorit der Komposition in einem erhaltenen Brief und sprach, natürlich nicht offensichtlich, sondern ganz Brahms-typisch von seiner „Werther-Stimmung“. Johann Buddecke So. 21.1., 20:00 Uhr Erwin-Piscator-Haus Fauré Quartett. Mahler: Klavierquartettsatz a-Moll, Brahms: Klavierquartette g-Moll op. 25 & c-Moll op. 60
23.01.2018
Drei Streicher und ein Pianist auf Erfolgskurs: das Fauré Quartett
Fotos: Mat Hennek, Dietlind Konold
Alte Oper Frankfurt | 19 Uhr
1818
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Jubiläumsjahr 2018 Komponist der dramatischen Komödie Enrico: Manfred Trojahn
Der Wahnsinn krönt ihn zum König Frankfurt Luigi Pirandellos Drama Enrico IV. diente als Vorlage für Manfred Trojahns 1991 uraufgeführte Oper, in der es um das grausame Schicksal von Enrico geht, der nach einem Sturz vergisst, wer er ist, und dem über zwanzig Jahre lang weisgemacht wird, dass er ein König sei. Solange, bis er selbst daran glaubt. Das ebenso knappe wie knackige Libretto von Claus H. Henneberg, in dem das zeitlos tragisch leidende Individuum innerhalb eines schicksalhaften Miteinanders im Zentrum steht, ist eingebettet in das grazile Klangbild eines kleinen Orchesters. Unter der musikalischen Leitung von Roland Böer, der das Frankfurter Opern- und Museumsorchester dirigiert, wird Regisseur Tobias Heyder die Geschichte um Enricos wahnhafte Identitätssuche auf die Bühne des Bockenheimer Depots bringen. Nicole Korzonnek So. 21.1., 19:30 Uhr (Premiere) Bockenheimer Depot Trojahn: Enrico. Roland Böer (Leitung), Tobias Heyder (Regie) Weitere Termine: 23., 25., 27., 29. & 31.1., 2. & 4.2.
10. März · 18 Uhr St. Albert (Dornbusch), Frankfurt
J. S. Bach: Matthäus-Passion 27. Mai · 11 Uhr – 28. Mai · 20 Uhr Alte Oper Frankfurt, Großer Saal
Felix Mendelssohn Bartholdy: Paulus 25. August – 30. September Ausstellung im Haus am Dom, Frankfurt Mo–Fr 9–17 Uhr, Sa/So 11–17 Uhr
„Die Leute singen mit soviel Feuer …“ 200 Jahre Cäcilien-Verein Frankfurt 15. September · 20 Uhr – 16. September · 11 Uhr Haus am Dom, Frankfurt
Ein Streifzug durch 200 Jahre Cäcilienchor mit Michael Quast 30. September · 16 Uhr Römerberg Frankfurt
Carl Orff: Carmina Burana
Open-Air-Konzert im Rahmen der Feier zur Altstadteröffnung
21. Oktober · 18 Uhr Alte Oper Frankfurt, Großer Saal
Festkonzert zum 200-jährigen Jubiläum Giuseppe Verdi: Messa da Requiem 9. Dezember · 19 Uhr Alte Oper Frankfurt, Großer Saal
J. S. Bach: Weihnachtsoratorium I–III 22. Dezember · 20 Uhr Dreikönigskirche Frankfurt (Sachsenhausen)
J. S. Bach: Weihnachtsoratorium IV–VI Karten: www.caecilienchor.de oder www.frankfurtticket.de
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Programm Das Klassikprogramm für Hessen im Januar
1.1. Montag Darmstadt
18:00 Staatstheater Neujahrskonzert. Staatsorchester Darmstadt, Evan Christ (Leitung), Gernot Wojnarowicz (Moderation). Werke von J. Strauss Frankfurt
16:00 Saalbau Bornheim Neujahrskonzert: Neujahr in Wien – Berlin – New York. Johann-Strauß-Orchester Frankfurt, Witolf Werner (Leitung) 18:00 Oper Mozart: Così fan tutte. Nikolai Petersen (Leitung), Christof Loy (Regie) GieSSen
18:00 Stadttheater Neujahrskonzert 20:00 taT-studiobühne Auftaucher. Henrietta Horn (Choreografie) Kassel
18:00 Staatstheater Pop in Concert – Back to the 80s. Rasmus Baumann (Leitung), Insa Pijanka (Moderation) Wiesbaden
15:30 Kurhaus Neujahrskonzert. Alexandra Steiner & Cigdem Soyarslan (Sopran), Stefan Rügamer (Tenor), hr-Sinfonieorchester, Joana Mallwitz (Leitung). Kodály: Tänze aus Galanta, J. Strauss: Die Fledermaus (Auszüge), Bernstein: West Side Story (Auszüge) 17:00 Staatstheater Neujahrskonzert: Strauss trifft Strauss. Hessischen Staatsorchester Wiesbaden, Patrick Lange (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Moderation) 20:00 Kurhaus (Christian-Zais-Saal) Neujahrskonzert. Joachim Goltz (Bariton), Johann-Strauß-Orchester Wiesbaden. Werke von Rossini, J. Strauss u. a.
2.1. Dienstag
Wiesbaden
Kassel
20:00 Kurhaus Tschaikowsky: Schwanensee
19:30 Staatstheater Traetta: Antigona. Jörg Halubek (Leitung), Stephan Müller (Regie)
3.1. Mittwoch Frankfurt
19:30 Alte Oper Dirty Dancing – Das Original live on tour
4.1. Donnerstag
19:30 Staatstheater Lloyd Webber: Jesus Christ Superstar. Christoph Stiller (Leitung), Iris Limbarth (Regie)
6.1. Samstag
Frankfurt
Bad Homburg
19:30 Alte Oper Dirty Dancing – Das Original live on tour
19:30 Kurtheater Kálmán: Die Csárdásfürstin. Johann-Strauß-Operette Wien
Limburg
20:00 Stadthalle Simon & Garfunkel: Tribute meets Classic. Duo Graceland Oberursel
19:30 Stadthalle Tschaikowsky: Schwanensee. Klassisches Russisches Ballett Moskau Wiesbaden
19:30 Staatstheater Mozart: Die Zauberflöte. Konrad Junghänel (Leitung), Carsten Kochan (Regie)
5.1. Freitag Bad Sooden-Allendorf
Bensheim
20:00 Parktheater Philharmonie Merck, Eric Jacobsen (Leitung). Beethoven: Sinfonie Nr. 5 c-Moll, Werke von Nicolai, Suppé & J. Strauss Frankfurt
14:30 Alte Oper Dirty Dancing – Das Original live on tour 19:00 Heiliggeistkirche des Dominikanerklosters Bach: Weihnachtsoratorium Kantaten I & IV-VI. Heike Heilmann (Sopran), Vanessa Katz (Alt), Sören Richter (Tenor), Felix Rathgeber (Bass), Junge Kantorei, Barockorchester, Jonathan Hofmann (Leitung)
19:00 Altes Kurhaus Maya Ando (Klavier). Bach: Jesus bleibet meine Freude G-Dur BWV 147, Chopin: Polonaise op. 26, Bartók: Sonate Sz. 80, Skrjabin: Études op. 2, Rachmaninow: Préludes op. 32, Kreisler: Alt-Wiener Tanzweisen, Gershwin: Realto Ripples Rag, Someone to Watch Over Me & I’ve Got Rhythm u. a.
19:30 Alte Oper Dirty Dancing – Das Original live on tour
Frankfurt
Griesheim
19:30 Alte Oper Dirty Dancing – Das Original live on tour 19:30 Oper Massenet: Werther. Lorenzo Viotti (Leitung), Willy Decker (Regie)
15:00 Wagenhalle Philharmonie Merck, Eric Jacobsen (Leitung)
Frankfurt
GieSSen
19:30 Alte Oper Dirty Dancing – Das Original live on tour
20:00 taT-studiobühne Eine Sommernacht
8 Hessen concerti 01.18
Wiesbaden
19:30 Oper Verdi: Il trovatore. Jader Bignamini (Leitung), David Bösch (Regie) GieSSen
19:30 Stadttheater Gesprächskonzert. R. Strauss: Ariadne auf Naxos
Hanau
19:30 Congress Park Neujahrskonzert. Neue Philharmonie Frankfurt, Steven Lloyd Gonzales (Leitung). Werke von Tschaikowsky, Saint-Saëns, Mozart, J. Strauss u. a.
Kassel
GieSSen
17:00 Staatstheater Humperdinck: Hänsel und Gretel. Deniola Kuraja (Leitung), Elmar Gehlen (Regie)
15:00 Stadttheater Kálmán: Ein Herbstmanöver. Michael Hofstetter (Leitung), Balázs Kovalik (Regie)
Wiesbaden
Kassel
19:30 Staatstheater Mozart: Die Zauberflöte. Konrad Junghänel (Leitung), Carsten Kochan (Regie)
18:00 Staatstheater Pop in Concert – Back to the 80s. Rasmus Baumann (Leitung), Insa Pijanka (Moderation)
7.1. Sonntag Bad Homburg
16:00 Kurtheater Tschaikowsky: Schwanensee. Russisches Klassisches Staatsballett Frankfurt
11:00 Oper (Holzfoyer) Oper Extra: Capriccio 14:30 Alte Oper Dirty Dancing – Das Original live on tour 15:00 Oper (Pforte) Operntag: Werther 16:00 Papageno Musiktheater am Palmengarten Tschaikowsky: Der Nussknacker – Musikalisches Märchen für Kinder. Hans-Dieter Maienschein (Regie) 18:00 Oper Massenet: Werther. Lorenzo Viotti (Leitung), Willy Decker (Regie)
Marburg
18:00 Lutherische Pfarrkirche St. Marien Bach: Weihnachtsoratorium Kantaten I & IV-VI. Heike Heilmann (Sopran), Vanessa Katz (Alt), Sören Richter (Tenor), Felix Rathgeber (Bass), Junge Kantorei, Barockorchester, Jonathan Hofmann (Leitung) Neu-Isenburg
18:00 Hugenottenhalle Neujahrskonzert. Mainhatten Pops Orchester Offenbach
15:30 & 19:00 Capitol Tschaikowsky: Schwanensee. Klassisches Russisches Ballett Moskau Wiesbaden
18:00 Kurhaus (Christian-Zais-Saal) Neujahrskonzert. Joachim Goltz (Bariton), Johann-Strauß-Orchester Wiesbaden. Werke von Rossini u. a.
Termintipps, Tickets und mehr: www.concerti.de
8.1. Montag Hanau
19:00 Congress Park Tschaikowsky: Der Nussknacker. Russisches Klassisches Staatsballett Kassel
20:00 Stadthalle Staatsorchester Kassel, Michał Nesterowicz (Leitung). Dvořák: Violinkonzert a-Moll op. 53, Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 1 g-Moll „Winterträume“
9.1. Dienstag Bensheim
20:00 Parktheater Tschaikowsky: Schwanensee. Das Russische Nationalballett Moskau Darmstadt
19:30 Staatstheater J. Strauss: Die Fledermaus. Nicole Claudia Weber (Regie) Dietzenbach
20:00 Bürgerhaus Neujahrskonzert: Neujahr in Wien – Berlin – New York. Johann-Strauß-Orchester, Stefan Ottersbach (Leitung). Werke von J. Strauss, Lehár, Rogers & Bernstein
concerti 01.18 Hessen 9
Klassikprogramm
Musik überwindet Grenzen
Überall in Deutschland laden Orchester Geflüchtete zu Veranstaltungen ein, schaffen Begegnung durch Musik und engagieren sich in interkulturellen Projekten. Viele geflüchtete Familien erleben dort Ruhe, schöpfen neue Kraft und erfahren ihre eigene Kreativität. Die Deutsche Orchester-Stiftung unterstützt die vielfältigen Aktivitäten der Orchester.
Mit Musik Menschen erreichen – Helfen Sie mit einer Spende! Spendenkonto: IBAN: DE35 1004 0000 0114 1514 05 BIC: COBADEFFXXX Stichwort: Musik überwindet Grenzen
www.orchesterstiftung.de
Frankfurt
Wiesbaden
19:00 KunstKulturKirche Allerheiligen shortcuts – Experiment und Begegnung. Richard Millig (Klangregie)
18:30 Staatstheater Wagner: Tannhäuser. Patrick Lange (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie)
19:30 Musikhochschule (Großer Saal) Klavierabend
20:00 Kurhaus Neujahrskonzert. Anna Maria Kaufmann (Sopran), Russische Kammerphilharmonie, Juri Gilbo (Leitung)
19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) Dozentenkonzert Historische Interpretationspraxis Limburg
19:30 Stadthalle Kálmán: Die Csárdásfürstin. Johann-StraußOperette Wien
10.1. Mittwoch Frankfurt
16:00 Papageno Musiktheater am Palmengarten Tschaikowsky: Der Nussknacker – Musikalisches Märchen für Kinder. Hans-Dieter Maienschein (Regie) 18:00 Musikhochschule Barockmarathon. Studierende der Musikhochschule
11.1. Donnerstag Dreieich
20:00 Bürgerhäuser Kálmán: Gräfin Mariza. Operettenbühne Wien, Heinz Hellberg (Regie) Frankfurt
16:00 Jahrhunderthalle Tschaikowsky: Schwanensee. Staatliches Russisches Ballett Moskau 16:00 Papageno Musiktheater am Palmengarten Tschaikowsky: Der Nussknacker – Musikalisches Märchen für Kinder
19:30 Oper Verdi: Il trovatore
20:00 Jahrhunderthalle Tschaikowsky: Schwanensee. Staatliches Russisches Ballett Moskau
Hanau
Wiesbaden
19:30 Congress Park J. Strauss: Die Fledermaus. Thalia Theater Wien
19:30 Staatstheater Lloyd Webber: Jesus Christ Superstar
10 Hessen concerti 01.18
12.1. Freitag Alsfeld
19:30 Stadthalle Tschaikowsky: Schwanensee. Klassisches Russisches Ballett Moskau Frankfurt
16:00 Papageno Musiktheater am Palmengarten Tschaikowsky: Der Nussknacker – Musikalisches Märchen für Kinder GieSSen
11:00 Stadttheater Fünfeck: BABbEL (UA). Oliver Pauli (Regie) Limburg
20:00 Stadthalle Landesjugendsinfonieorchester Hessen, Rüdiger Bohn (Leitung). Humperdinck: Hänsel und Gretel (Auszüge), Dvořák: Sinfonie Nr. 8 G-Dur „Englische“ Mühlheim
20:00 Ev. Friedenskirche Die himmlische Nacht der Tenöre Wiesbaden
19:30 Staatstheater Bellini: Norma. Daniela Musca (Leitung), Gabriele Rech (Regie)
13.1. Samstag Bad Homburg
19:00 Kurtheater Tschaikowsky: Der Nussknacker. St. Petersburg Festival Ballet Bensheim
20:00 Parktheater Zemlinsky Quartett. Schumann: Streichquartette Nr. 1 a-Moll op. 41/1 & Nr. 3 A-Dur op. 41/3, Janáček: Streichquartett Nr. 1 „Kreutzersonate“ Darmstadt
19:30 Staatstheater Zender/Schubert: Eine Winterreise. Tim Plegge (Choreografie) Frankfurt
16:00 Papageno Musiktheater am Palmengarten Tschaikowsky: Der Nussknacker – Musikalisches Märchen für Kinder 17:00 Dreikönigskirche Musikalische Vesper. Anita Stenzel (Blockflöte), Martin Hertel (Akkordeon) 19:30 Oper Verdi: Il trovatore 19:30 Papageno Musiktheater am Palmengarten Festival der Stimmen. Esther Hock, Fabienne Grüning & Anja Stader (Sopran), Cornelia Haslbauer & Gail Gilmore (Mezzosopran), Martin Kellenbenz (Tenor), Timon Führ (Bariton), Seung-Jo Cha (Leitung), June Card (Regie)
19:30 Staatstheater Mozart: Die Zauberflöte. Konrad Junghänel (Leitung) 20:00 Kurhaus The Best Of Ennio Morricone. Milano Festival Opera
14.1. Sonntag Darmstadt
16:00 Staatstheater Wagner: Der fliegende Holländer Frankfurt
11:00 Bockenheimer Depot Oper Extra: Enrico 18:00 Alte Oper 1822 – Neujahrskonzert. Xavier Larsson Paez (Saxofon), Alexandre Tharaud (Klavier), Junge Deutsche Philharmonie, Ingo Metzmacher (Leitung). Gershwin: Rhapsody in Blue, Bernstein: Sinfonische Tänze aus „West Side Story“ u. a.
18:00 Oper R. Strauss: Capriccio (Premiere). Sebastian Weigle (Leitung), Brigitte Fassbaender (Regie) 19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) Englische Consortmusik. Viola da Gamba Consort der Musikhochschule, Heidi Gröger (Leitung) Fulda
17:00 Stadtschloss (Fürstensaal) Regula Mühlemann (Sopran), La Folia Barockorchester, Robin Peter Müller (Violine & Leitung). Werke von Scarlatti, Hasse, Händel u. a. GieSSen
11:00 Stadttheater (Foyer) Kammermusikkonzert. Schubert: Streichquartett d-Moll D 810 „Der Tod und das Mädchen“, Dvořák: Streichquartett F-Dur „Amerikanisches“, Crusell: Klarinettenquartett Es-Dur
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Griesheim
11:30 Wagenhalle Jugendkonzert. Philharmonie Merck, Ben Palmer (Leitung), Juri Tetzlaff (Moderation). Korngold: Der Schneemann 15:00 Wagenhalle Benefizkonzert zum neuen Jahr: Öffentliche Generalprobe. Philharmonie Merck Kassel
19:30 Staatstheater Mozart: Lucio Silla. Jörg Halubek (Leitung) Lauterbach
19:00 Hohhaus Palais Cilia Trio. Beethoven: Klaviertrio D-Dur op. 70/1 „Geistertrio“, Ravel: Sonate, Mendelssohn: Klaviertrio d-Moll op. 49 Marburg
20:00 Erwin-Piscator-Haus Monet-Quintett. Reicha: Bläserquintett Es-Dur op. 88/2, Lefèbvre: Suite op. 57, Holst: Quintett As-Dur op. 14, Danzi: Bläserquintett B-Dur op. 56/1, Taffanel: Quintett g-Moll Wiesbaden
15:00 Staatstheater (Foyer Großes Haus) Neujahrs-Kammerkonzert. Salon-Ensemble des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden Termintipps, Tickets und mehr: www.concerti.de
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concerti 01.18 Hessen 11
Klassikprogramm
Kassel
18:00 Staatstheater Giordano: Andrea Chénier Rüsselsheim
15:00 Theater Classic Café. Johannes Berger & Ensemble Wiesbaden
16:00 Kurhaus Philharmonie Merck, Ben Palmer (Leitung). Korngold: Der Schneemann, Rachmaninow: Sinfonie Nr. 2 e-Moll 17:00 Staatstheater Wagner: Götterdämmerung
15.1. Montag Frankfurt
12:30 Oper (Holzfoyer) Intermezzo – Oper am Mittag 19:30 Dr. Hoch’s Konservatorium The Bone Society feat. Zoltán Kiss 19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) Percussion Plus 20:00 Alte Oper Jan Lisiecki (Klavier). Chopin: Nocturnes op. 55 & op. 72/1, Schumann: Nachtstücke op. 23, Ravel: Gaspard de la nuit, Rachmaninow: Morceaux de Fantaisie op. 3 GieSSen
10:00 Stadttheater Fünfeck: BABbEL. Oliver Pauli (Regie)
16.1. Dienstag Frankfurt
19:30 Musikhochschule (Großer Saal) Klavierkammermusikabend 19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) Gitarrenabend GieSSen
20:00 Stadttheater Philharmonisches Orchester Gießen, Marie Jacquot (Leitung). Méhul: La chasse du jeune Henri, Rossini: Grand Fanfare D-Dur „Le Rendes-vous de chasse“, Haydn: Sinfonie Nr. 73 D-Dur „La Chasse“, Cherubini: Ouvertüre zu „Médée“, Mozart: Sinfonie Nr. 25
17.1. Mittwoch
GieSSen
9:30 & 11:00 Stadttheater Don Giovanni und die Stimmen (Premiere). Martin Gärtner (Klavier) Wiesbaden
20:00 Kurhaus Wir 4. Herbert Schuch & Gülru Ensari (Klavier), Hessisches Staatsorchester Wiesbaden, Patrick Lange (Leitung) Weitere Infos siehe Tipp
18.1. Donnerstag
Neu-Isenburg
20:00 Hugenottenhalle Tschaikowsky: Schwanensee. Klassisches Russisches Ballett Moskau Wiesbaden
19:30 Staatstheater Lloyd Webber: Jesus Christ Superstar
19.1. Freitag
Darmstadt
Darmstadt
20:00 Staatstheater Sachiko Kobayashi & Mathias Neundorf (Violine), Tomoko Yamasaki (Viola), Chihiro Saito (Violoncello). Haydn: Streichquartett D-Dur op. 20/4, Dutilleux: Aisi la nuit, Beethoven: Streichquartett cis-Moll op. 131
19:30 Staatstheater J. Strauss: Die Fledermaus
Frankfurt
19:30 Musikhochschule (Großer Saal) Vortragsabend Orgel 19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) Nicht nur Bach. Eva Maria Pollerus (Cembalo), Eike Wernhard (Klavier) 19:30 Oper R. Strauss: Capriccio. Sebastian Weigle (Leitung) 19:30 Studierendenhaus Kirche am Campus. Asia Safikhanova (Flöte), Vasily Antipov (Laute & Gitarre) 20:00 Alte Oper Mojca Erdmann (Sopran), Antoine Tamestit (Viola), hr-Sinfonieorchester, Andrés OrozcoEstrada (Leitung). Widmann: Violakonzert, Ives: The Unanswered Question, Mahler: Sinfonie Nr. 4 20:00 Alte Oper (Mozart Saal) Aris Quartett. Haydn: Streichquartett f-Moll op. 55 Nr. 2, Bartók: Streichquartett Nr. 5 Sz 102, Beethoven: Streichquartett e-Moll op. 59/2 20:00 Mousonturm Kötter/Seidl: Stadt (Land Fluss). Daniel Kötter & Hannes Seidl (Leitung), Christina ubisch (Elektromagnetische Klänge), Sebastian Berweck, Martin Lorenz & Andrea Neumann (Musik), Niklas Herzberg, Rune Jürgensen & Désirée Sophie (Performance) 20:30 Mousonturm (Lokal) Der Geheime Salon. Kötter/ Seidl & Aprill
Frankfurt
Fulda
20:30 Orange Peel Ulrich Büsing (Klarinette), Akemi Mercer-Niewöhner & Nadine Blumenstein (Violine), Ingrid Albert (Viola), Maja Schwamm (Violoncello). Beethoven: Streichquartett Nr. 6 B-Dur, Bowen: Phantasy Quintet op. 93, Reger: Klarinettenquintett A-Dur op. 146
20:00 Schlosstheater Zeller: Der Vogelhändler. Operettentheater Salzburg
12 Hessen concerti 01.18
20:00 taT-studiobühne Auftaucher. Henrietta Horn (Choreografie)
GieSSen
9:30 & 11:00 Stadttheater Don Giovanni und die Stimmen. Martin Gärtner (Klavier)
Frankfurt
19:30 Musikhochschule (Großer Saal) Hommage an Benjamin Britten. Hochschulorchester, Hochschulchor, Winfried Toll (Leitung). Werke von Britten & Finzi 19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) Harfenabend 19:30 Oper Glinka: Iwan Sussanin. Justin Brown (Leitung), Harry Kupfer (Regie) 20:00 Alte Oper Mojca Erdmann (Sopran), Antoine Tamestit (Viola), hr-Sinfonieorchester, Andrés OrozcoEstrada (Leitung). Widmann: Violakonzert, Ives: The Unanswered Question, Mahler: Sinfonie Nr. 4 20:00 Mousonturm Kötter/Seidl: Stadt (Land Fluss). Daniel Kötter & Hannes Seidl (Leitung)
Tipp
17.1. mitwoch
20:00 Kurhaus Wiesbaden Wir 4. Herbert Schuch & Gülru Ensari (Klavier), Hessisches Staatsorchester Wiesbaden, Patrick Lange (Leitung). R. Strauss: Vorspiel zu „Capriccio“, Poulenc: Konzert für zwei Klaviere, Brahms/Schönberg: Klavierquartett g-Moll Welche drei Dinge Herbert Schuch auf die berühmte Insel mitnehmen würde? Ein Klavier, alle erdenklichen Klaviernoten und seine Freundin – und einen Pizza-Service, den bräuchte er auch unbedingt ...
Foto: Felix Broede
19:30 Stadttheater R. Strauss: Ariadne auf Naxos
GieSSen
Karten: ADticket.de + angeschl. Vvk.-Stellen. Leitung: Heribert Beissel Einführung: 19.15 Uhr
19:30 Stadttheater Lyrical. Dominique Dumais, Tarek Assam & Moritz Ostruschnjak (Choreografie) Neu-Isenburg
19:30 Hugenottenhalle Zeller: Der Vogelhändler. Operettentheater Salzburg
20.1. Samstag Darmstadt
19:00 Christuskirche Eberstadt Mendelssohn: Elias – Sing Along. Konzertchor Darmstadt Frankfurt
17:00 Dreikönigskirche Musikalische Vesper. Claudius Köhs (Orgel) 19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) Fagottabend 19:30 Oper R. Strauss: Capriccio. Sebastian Weigle (Leitung), Brigitte Fassbaender (Regie) 20:00 Mousonturm Kötter/Seidl: Stadt (Land Fluss). Daniel Kötter & Hannes Seidl (Leitung), Christina Kubisch (Elektromagnetische Klänge), Sebastian Berweck, Martin Lorenz & Andrea Neumann (Musik), Niklas Herzberg, Rune Jürgensen & Désirée Sophie (Performance) GieSSen
20:00 taT-studiobühne Offenbach: Häuptling Abendwind. Wolfgang Wels & Evgeni Ganev (Leitung), Wolfgang Hofmann (Regie) Hanau
19:30 Congress Park Zeller: Der Vogelhändler. Operettentheater Salzburg Kassel
19:30 Staatstheater Bernstein: West Side Story (Premiere). Alexander Hannemann (Leitung), Philipp Rosendahl (Regie) Wetzlar
20:00 Stadthalle Boris Kusnezow (Klavier). Werke von Schumann, Beethoven & Schubert Wiesbaden
KURHAUS WIESBADEN · 25.01.18 · 20 UHR
Gioachino Rossini
Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“
Edvard Grieg
Klavier: Tamari Okroashvili
Klavierkonzert a-Moll op. 16
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 („Jupiter-Sinfonie“) Infos: www.klassische-philharmonie-bonn.de 21.1. Sonntag Darmstadt
11:00 Staatstheater (Kleines Haus) Soli fan tutti. Kammerchor der Darmstädter Kantorei, Darmstädter Barocksolisten. Werke von Graupner, Landgraf Ernst Ludwig von Hessen- Darmstadt, Endler, Telemann & Händel 18:00 Staatstheater Mozart: Die Zauberflöte. Rubén Dubrovsky (Leitung) 19:00 Ev. Pauluskirche Feidman plays Beatles. Giora Feidman (Klarinette), Rastrelli Cello Quartett Frankfurt
11:00 Alte Oper Sergei Nakariakov (Trompete), Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Sebastian Weigle (Leitung). Tschaikowsky: Schwanensee-Suite & Sinfonie Nr. 1 g-Moll op. 13 „Winterträume“, Arutjunjan: Trompetenkonzert As-Dur 11:00 Holzhausenschlösschen Klavierduo Silver-Garburg. Mendelssohn: Ein Sommernachtstraum op. 61, Brahms: Rondo alla Zingarese op. 24 16:00 Alte Oper (Mozart Saal) Familienkonzert: Das Saxofon -wie es klingt, wie man es spielt. Raschèr Saxophone Quartet, Christian Kabitz (Moderation) 19:30 Bockenheimer Depot Trojahn: Enrico (Premiere). Roland Böer (Leitung), Tobias Heyder (Regie)
15:00 Staatstheater (Foyer Großes Haus) Neujahrs-Kammerkonzert. Salon-Ensemble des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden
19:30 Festeburgkirche Monet Plus. Werke von Poulenc, Mozart, Danzi, Farrenc u. a.
19:30 Staatstheater Bellini: Norma. Daniela Musca (Leitung), Gabriele Rech (Regie)
19:30 Oper Glinka: Iwan Sussanin. Justin Brown (Leitung), Harry Kupfer (Regie)
Termintipps, Tickets und mehr: www.concerti.de
20:00 Alte Oper Wiener Johann Strauss Konzert-Gala. K&K Philharmoniker, K&K Ballett, Matthias Georg Kendlinger (Leitung) GieSSen
15:00 Stadttheater Mozart: Don Giovanni. Michael Hofstetter (Leitung), Wolfgang Hofmann (Regie) Marburg
20:00 Erwin-Piscator-Haus Fauré Quartett. Mahler: Klavierquartettsatz a-Moll, Brahms: Klavierquartette g-Moll op. 25 & c-Moll op. 60 Weilburg
17:00 Schlosskirche Musica zur Lust und Freud. Blockflötenconsort bFIVE. Werke von Josquin, Senfl, Hofhaimer, Alamire, Brumel u. a. Wiesbaden
11:00 Museum Wedell-Trio. Mozart: Klaviertrio G-Dur KV 496, Mendelssohn: Cellosonate B-Dur op. 45, Hensel: Klaviertrio d-Moll op. 11 11:00 Staatstheater (Foyer Großes Haus) Neujahrs-Kammerkonzert. Salon-Ensemble des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden 19:30 Staatstheater Mozart: Così fan tutte. Konrad Junghänel (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie)
22.1. Montag Frankfurt
20:00 Alte Oper Sergei Nakariakov (Trompete), Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Sebastian Weigle (Leitung). Tschaikowsky: Schwanensee-Suite & Sinfonie Nr. 1 g-Moll op. 13 „Winterträume“, Arutjunjan: Trompetenkonzert As-Dur concerti 01.18 Hessen 13
Klassikprogramm
24.1. Mittwoch Frankfurt
19:00 Alte Oper hr-Sinfonieorchester, Andrés Orozco-Estrada (Leitung). Berlioz: Symphonie fantastique op. 14 19:30 Haus der Deutschen Ensemble Akademie (Dachsaal) Offene Ohren – Portät Jaan Bossier. Ensemble Modern 24.1. mittwoch
19:30 Oper Frankfurt R. Strauss: Capriccio. Sebastian Weigle (Leitung), Brigitte Fassbaender (Regie) Intendantin, Regisseurin und Librettistin: die ehemalige Mezzosopranistin hat ein Faible für Shakespeare und schrieb 2012 auf der Grundlage von „ Der Kaufmann von Venedig“ ein Musical-Libretto. 20:00 Alte Oper (Mozart Saal) Haas: in vain. Ensemble Modern, Jonathan Stockhammer (Leitung) Wiesbaden
19:30 Staatstheater (Foyer Großes Haus) Schubert: Die schöne MüllerinBenjamin Russell (Bariton), Levi Hammer (Klavier)
23.1. Dienstag
19:30 Oper R. Strauss: Capriccio. Sebastian Weigle (Leitung), Brigitte Fassbaender (Regie) Weitere Infos siehe Tipp Wiesbaden
18:30 Staatstheater (Foyer Großes Haus) Kostprobe: Jephtha
25.1. Donnerstag Frankfurt
19:00 Villa Bonn qunst.quintett. Danzi: Bläserquintett g-Moll op. 56/2, Barber: Summer Music op. 31, Ligeti, Bagatellen, Mozart: Fantasie f-Moll KV 608, Nielsen: Bläserquintett op. 43 19:30 Bockenheimer Depot Trojahn: Enrico. Roland Böer (Leitung), Tobias Heyder (Regie) 19:30 Studierendenhaus Kirche am Campus. Dominik Manz (Violoncello), Goun Kim (Klavier)
20:00 Alte Oper Anne-Sophie Mutter (Violine), Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Sir Antonio Pappano (Leitung). Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61, R. Strauss: Ein Heldenleben op. 40 22:00 Oper (Holzfoyer) Oper lieben: Capriccio GieSSen
19:30 Stadttheater Kálmán: Ein Herbstmanöver. Michael Hofstetter (Leitung), Balázs Kovalik (Regie) 20:00 taT-studiobühne Der Sturm. Jugendclub Tanz des Stadttheaters Kassel
19:30 Staatstheater Nicolai: Die lustigen Weiber von Windsor. Anja Bihlmaier (Leitung), Sonja Trebes (Regie) Limburg
20:00 Stadthalle The 12 Tenors: Millennium Tour Wiesbaden
19:30 Staatstheater Bellini: Norma. Daniela Musca (Leitung)
27.1. Samstag Darmstadt
19:30 Staatstheater Verdi: Simon Boccanegra (Premiere). Will Humburg (Leitung), Dirk Schmeding (Regie)
Bad Homburg
GieSSen
20:00 Kurtheater Nima Mirkhoshhal (Klavier). Werke von Mozart, Brahms, Prokofjew & Liszt
20:00 taT-studiobühne Der Sturm (Premiere). Jugendclub Tanz des Stadttheaters
Frankfurt
Wiesbaden
15:00 Oper (Holzfoyer) Orchester hautnah: Walzer, Johann Strauss und Fasching
18:00 Musikhochschule (B 203) shortcuts – Experiment und Begegnung. Studierende der Musikhochschule, Lucas Fels (Leitung)
19:30 Staatstheater Mozart: Così fan tutte. Konrad Junghänel (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie)
19:30 Bockenheimer Depot Trojahn: Enrico. Roland Böer (Leitung), Tobias Heyder (Regie)
20:00 Kurhaus Tamari Okroashvili (Klavier), Klassische Philharmonie Bonn, Heribert Beissel (Leitung). Rossini: Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“, Grieg: Klavierkonzert aMoll op. 16, Mozart: Sinfonie Nr. 41 CDur KV 551 „Jupiter“
19:30 Oper Glinka: Iwan Sussanin. Justin Brown (Leitung), Harry Kupfer (Regie)
19:00 Alte Oper Gesprächskonzert. hr-Sinfonieorchester, Andrés OrozcoEstrada (Leitung). Berlioz: Symphonie fantastique op. 14 19:00 Dr. Hoch’s Konservatorium Violinabend
26.1. Freitag
19:30 Bockenheimer Depot Trojahn: Enrico. Roland Böer (Leitung), Tobias Heyder (Regie)
Bad Homburg
20:00 Oper Dorothea Röschmann (Sopran), Malcome Martineau (Klavier)
19:30 Schlosskirche Herbert Schuch (Klavier). Werke von Beethoven, Rzewski u. a.
GieSSen
Darmstadt
20:00 Aula der JLU Examenskonzert. Lin Luo & Eun Bi Jeong (Marimba), Yu-Ling Chiu (Vibrafon), Philharmonisches Orchester Gießen, Martin Spahr (Leitung)
19:30 Staatstheater Mozart: Die Zauberflöte. Rubén Dubrovsky (Leitung)
14 Hessen concerti 01.18
Frankfurt
19:30 Oper R. Strauss: Capriccio
Frankfurt
19:30 Papageno Musiktheater am Palmengarten Festival der Stimmen. Esther Hock, Fabienne Grüning & Anja Stader (Sopran), Cornelia Haslbauer & Gail Gilmore (Mezzosopran), Martin Kellenbenz (Tenor), Timon Führ (Bariton), Seung-Jo Cha (Leitung), June Card (Regie) 20:00 Alte Oper Neujahrskonzert. Anna Maria Kaufmann (Sopran), Russische Kammerphilharmonie, Juri Gilbo (Leitung), René Giessen (Moderation & Mundharmonika) GieSSen
20:00 taT-studiobühne Eine Sommernacht. Christian Keul (Leitung), Klaus Hemmerle (Regie)
Foto: Marc Gilsdorf
Tipp
Kassel
19:30 Staatstheater Bernstein: West Side Story
28.1. Sonntag Frankfurt
11:00 Holzhausenschlösschen Fröhlicher Neujahrsempfang. Holzhausenquartett. Werke von Mozart, Chopin, Schubert & Liszt, Texte von Valentin, Loriot, Kästner & Ringelnatz 11:00 Oper (Holzfoyer) Karoline Pilcz (Sopran), Kreisler-Quintett. Werke der Strauss-Familie zum Fasching 14:00 Oper (Pforte) Familienworkshop: Rigoletto 15:30 Oper R. Strauss: Capriccio. Sebastian Weigle (Leitung), Brigitte Fassbaender (Regie) 19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) Bach+…. Abschlusskonzert des Workshops 20:00 Alte Oper Kit Armstrong (Klavier, Cembalo & Leitung), Ensemble Resonanz. Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur BWV 1050 & Klavierkonzert d-Moll BWV 1052, Ligeti: Klavierkonzert, Nancarrow: Studies for Player Piano Nr. 8 & Nr. 11, Byrd: O Mistress mine, Browning & A Fancy
20:00 taT-studiobühne Offenbach: Häuptling Abendwind Kassel
16:00 Staatstheater Bernstein: West Side Story. Alexander Hannemann (Leitung), Philipp Rosendahl (Regie) Wiesbaden
17:00 Casino-Gesellschaft (HerzogFriedrich-August-Saal) Junge Elite. Goldmund Quartett. Haydn: Streichquartett G-Dur op. 54/1, Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 9 Es-Dur op. 117, Beethoven: Streichquartett Nr. 8 e-Moll op. 59/2 17:00 Staatstheater Wagner: Tannhäuser. Patrick Lange (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie)
19:30 Musikhochschule (Großer Saal) Abschiedskonzert Catherine Vickers. Studierende der Musikhochschule. Werke von Liszt, Chopin, Finnendahl, Riehm, Hoffmann u. a. 20:00 Jahrhunderthalle Nutcracker Reloaded. Fredrik Rydman (Choreografie). Musik von Tschaikowsky u. a.
31.1. Mittwoch Frankfurt
19:00 Alte Oper Clara Andrada de la Calle (Flöte), hr-Sinfonieorchester, Jaime Martin (Leitung). Ravel: Le Tombeau de Couperin, Ibert: Flötenkonzert, Sibelius: Sinfonie Nr. 3 C-Dur op. 52 19:00 Oper (Holzfoyer) Oper to go
29.1. Montag Frankfurt
19:30 Bockenheimer Depot Trojahn: Enrico. Roland Böer (Leitung), Tobias Heyder (Regie) 19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) Oboenabend GieSSen
19:30 Bockenheimer Depot Trojahn: Enrico. Roland Böer (Leitung), Tobias Heyder (Regie) 19:30 Musikhochschule (Großer Saal) Violinabend 20:00 Jahrhunderthalle Nutcracker Reloaded. Fredrik Rydman (Choreografie). Musik von Tschaikowsky u. a. Fulda
10:00 Stadttheater Fünfeck: BABbEL. Oliver Pauli (Regie)
20:00 Alte Oper (Mozart Saal) Piotr Anderszewski (Klavier). Mozart: Fantasie c-Moll KV 475 & Sonate Nr. 14 c-Moll KV 457, Janáček: Auf verwachsenem Pfade, Chopin: Drei Mazurken op. 56 & op. 59, PolonaiseFantasie As-Dur op. 61
Kassel
GieSSen
Frankfurt
19:30 Stadttheater Kondschak: Rio Reiser – König von Deutschland
19:30 Musikhochschule (Kleiner Saal) Violinabend
19:30 Staatstheater (Foyer) Opernsoiree: Jenůfa. Ursula Benzing (Moderation)
30.1. Dienstag
20:00 Schlosstheater Horses in the Sky. Kibbutz Contemporary Dance Company, Rami Be’er (Choreografie) Wiesbaden
19:30 Staatstheater Mozart: Così fan tutte. Konrad Junghänel (Leitung), Uwe Eric Laufenberg (Regie) 20:00 Kurhaus Classic meets Cuba. Klazz Brothers & Cuba Percussion. Werke von Beethoven & Vivaldi im Mix von Salsa, Swing & Latin
Sonntag, 28. Januar 2018 │ 20 Uhr │ Alte Oper Frankfurt
Kit Armstrong
Klavier, Cembalo, Leitung
Ensemble Resonanz Johannes Fischer
© Neda Navaee
In Koopera�on mit der Alten Oper Frankfurt
Dirigent (Lige�)
Werke von Johann Sebas�an Bach, György Lige�, William Byrd Karten zu € 59 / € 49 / € 39 / € 29 über Frankfurt Ticket und Conlon Nancarrow unter Telefon 069/1340-400 oder www.frankfurt-�cket.de, bei den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse www.frankfurter-bachkonzerte.de 2017 FBK 05 Armstrong Anz Concerti.indd 1 Termintipps, Tickets und mehr: www.concerti.de
09.11.2017 10:52:35 concerti 01.18 Hessen 15
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Festivals In Deutschland und Europa – wir stellen Ihnen die interessantesten Programme, Orte und Künstler vor
Frühlingsmilde tanken lässt sich besonders schön beim Festival de Pâques in Aix-en-Provence. Mehr dazu auf Seite 28
Foto: shutterstock
24_Festivalguide Zu Ehren des Komponisten An
den einstigen Geburts- und Wirkungsstätten bedeutender Komponisten widmet man diesen oftmals ganze Festivals – ein Überblick 28_Aix-en-Provence Provençalische Ostern Bevor Aix-en-Provence in sommerlicher Hitze versinkt, lockt die Stadt alljährlich die Klassikliebhaber bei milden Temperaturen zum Festival de Pâques 30_Dresden Ein Festival im Festival Die Dresdner Musikfestspiele haben in diesem Jahr ein eigenes Festival integriert, das sich allein dem Cello widmet: die Cellomania Einzeltermine, Details, Tickets und vieles mehr auf www.concerti.de/festivalguide
Januar 2018 concerti 23
Festivalguide
Zu Ehren des Komponisten An den einstigen Geburts- und Wirkungsstätten bedeutender Komponisten widmet man diesen oftmals ganze Festivals – ein Überblick. Von Teresa Pieschacón Raphael
M
enschen“, wusste bereits der Kritikerpapst Joachim Kaiser, „die der Faszination von Musik einen Platz in ihrem Leben einräumen, brauchen neben den sauren Wochen des Alltäglichen die frohen Feste des Besonderen, Unalltäglichen.“ Und so feiert man die Feste der Musik, im Sommer wie im Winter, von Norden nach Süden und von Osten nach Westen, quer durch die Republik – denn sie sind eigentlich eine deutsche Erfindung. Bereits 1845 hatte Franz Liszt anlässlich der Enthüllung des BeethovenDenkmals auf dem Bonner Münsterplatz die Bonner Beethovenfeste ins Leben gerufen, Richard Wagner zog 1876 mit seinen Bayreuther Festspielen nach und ließ sich für seine „Festspielidee“ sogar ein Festspielhaus bauen. 1920 etablierte sich in Salzburg, im „Herz vom Herzen Europas“ (Hofmannsthal) sowie Geburtsort Mozarts, ein Festival mit Modellcharakter. Mitbegründer war Richard Strauss.
Orchesterkonzerten und szenischen Lesungen. Und einem Schauspielspaziergang, der unter anderem jene Orte in Garmisch aufsucht, die der passionierte Kaffeehausgänger und Kartenspieler Strauss liebte. Und in denen er wohnte, etwa in seinem „Landhaus“ an der Zoeppritzstraße, das er mit den Tantiemen von Salome 1908 erbauen ließ. Viele Kompositionen entstanden hier, schließlich fand Strauss, „dass es am schönsten in Bayern und
Österreich ist und nirgends die Luft so gut wie in Garmisch und nirgends so schön als im eigenen Haus …“. Auch Dmitri Schostakowitsch genoss 1960 die Landschaft, wenn auch nicht die bayerische, sondern die der Sächsischen Schweiz rund um den Luftkurort Gohrisch in der Nähe Dresdens. „Die Gegend ist unerhört schön“, schwärmte er vom Gästehaus des Ministerrates der DDR aus, in dem er untergebracht war. Ursprünglich
Ein eigenes Festival sollte der Komponist erst 1989, vierzig Jahre nach seinem Tod, in Garmisch-Partenkirchen erhalten. Seit 2017 trägt der Dirigent Alexander Liebreich die Verantwortung für die Woche mit 24 concerti Januar 2018
Foto: JosefLehmkuhl, Kai Bienert
Konzerte in Strauss’ Landhaus
Alpenländische Idylle: die Strauss-Villa in Garmisch
= Zeitraum
= Künstler
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Alljährlich steht Dessau im Februar und März im Zeichen von Kurt Weill
war er nach Dresden gekommen, um die Filmmusik zu Fünf Tage – fünf Nächte fertigzustellen, einem Propagandafilm über die „Rettung“ der Dresdner Kunstschätze durch die Rote Armee 1945. Mit der Filmmusik kam er nicht weiter voran, dafür aber vollendete er sein achtes Streichquartett, das einzige Werk, das er außerhalb der Sowjetunion komponierte. Seit 2010 finden hier in enger Kooperation mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden die „Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch“ statt. Der Dresdner Maler und Grafiker Max Uhlig hat dem Festival ein Werk gestiftet: eine Reservage-Aquatinta-Radierung des Kopfes von Dmitri Schostakowitsch. In einer vom Künstler handsignierten und limitierten Auflage von 50 Exemplaren ist diese zum Preis von 250 Euro zu erwerben. Das Erbe des »größten Sohnes« der Stadt Bonn
Nur knapp 35 Euro kostet dagegen die Beethoven-Büste aus Alabaster-Gips mit Marmor
sockel aus dem Shop des Beethoven Hauses in Bonn. In Bonn ging die Initiative oft vom Bürgertum aus, das Erbe des „größten Sohnes“ der Stadt zu erhalten. Angefangen von Franz Liszt, der die (erste) Beethovenhalle mitfinanzierte und ein dreitägiges Musikfest organisierte, über den Geiger Joseph Joachim, der sich 1890 für den Erwerb von Beethovens Geburtshaus einsetzte und ebenfalls Beethovenfeste ausrichtete. Im Dritten Reich klangen deutschnationale Töne in das Fest hinein: „Volkstümliche Beethoventage“ kündigte die Pianistin und glühende Hitlerverehrerin Elly Ney 1933 an. Zur 2000-Jahr-Feier Bonns 1989 wurde der Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses eröffnet, seitdem finden hier Konzerte des Beethovenfestes statt. „Schicksal“ heißt das Motto der Intendantin Nike Wagner für 2018, fast 60 Konzerte an über 20 Spielstätten, keines davon in der (mittlerweile dritten) Beethovenhalle, die derzeit saniert wird. Mit „Schicksal“ könnte man
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auch das Leben von Kurt Weill überschreiben. 1933 emigrierte der Sohn eines Kantors an einer Dessauer Synagoge nach Amerika und weigerte sich zeitlebens, trotz gebrochenem Englisch, die „Sprache der Täter“ zu sprechen. Unvergessen der (Nazi-)Tumult bei der Aufführung seiner Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny 1930 in Leipzig. Heftig wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland über sein Werk gestritten, verzieh man ihm nicht seine stilistischen Ausflüge, die bis ins MusicalGenre gingen. „Ich komponiere für heute. Die Nachwelt interessiert mich keinen Deut“, sagte Weill, mit Seitenhieb an Arnold Schönberg, der von seiner Bedeutung in der Musikgeschichte besessen war und glaubte, dass nach seinem Tod seine Musik populär würde. Die Amerikaner aber schätzten Weill. Anfang der neunziger Jahre überzeugte die Kurt Weill Foundation in New York die Dessauer Kulturbehörden davon, ein Festival auszurichten. Seitdem wird der KomJanuar 2018 concerti 25
Festivalguide
Festtage für Magdeburgs »Vielschreiber«
Georg Philipp Telemann etwa wurde in Magdeburg geboren. Mit dreizehn verließ er seine Vaterstadt, wurde 1704 zum Musikdirektor an der Leipziger Neukirche und avancierte zum Kapellmeister in Eisenach, bevor er weiter nach Frankfurt zog. In Eisenach wurde ihm der Titel eines „Secretairs“ verliehen, er durfte bei Hofe mit an der Marschalltafel speisen, wohnte in bester Lage auf der Südseite der Unteren Predigergasse. Telemann hat etwa 1 750 Kirchenkantaten geschrieben, 40 Passionen, 50 Opern, an die 1 000 Orchestersuiten und unzählige Concerti. „Vielschreiber“ wird man ihn im 19. Jahrhundert nennen und sein Werk vergessen. Er selbst aber blickte selbstironisch darauf: „Ich habe nun von so vielen Jahren her ganz marode melodirt und etliche tausendmal selbst abgeschrieben wie andere mit mir“. Und meinte damit auch einen gewissen „Hendel, 26 concerti Januar 2018
Docteur en Musique, Londres“, der nachweislich 18 Zitate aus Telemanns Tafelmusik abstaubte. Dies galt damals nicht als Plagiat, und Telemann fühlte sich geschmeichelt. Ein Ergebnis solcher „Einvernehmlichkeit“ präsentieren die 24. Telemann-Festtage in Magdeburg 2018. Basierend auf Händels Riccardo Primo schuf Telemann 1729 seine Oper Der misslungene Brautwechsel oder Richardus. Die schönsten Händel-Arien blieben erhalten, neue Arien und deutschsprachige komische Rezitative kamen dazu. Rund um Telemanns Todestag am 25. Juni finden auch in Eisenach Telemann-Tage statt, allerdings im zweijährigen Turnus. Wiederentdeckung eines einstigen Opernmoguls
Ein Jubiläum verhalf auch Händel und seinen Opern zu einer
Renaissance. Zum 100. Todestag 1859 spendierten ihm Deutsche und Briten ein Denkmal in Halle an der Saale. Mit mächtigem Bauch, die rechte Hand aufs Notenpult gestützt, steht er seitdem da, während er huldvoll den Blick über die Marktkirche schweifen läßt. „Am Schlamm“ (heute Große Nikolaistraße) lag das Eckhaus, das sein Vater, ein wohlhabender Wundarzt, für 1 310 Gulden erworben hatte, und in dem Händel 1685 geboren wurde. 25 Jahre später lebte er in London und brachte es hier zum mächtigen Opernmogul mit Unternehmen, deren Aktien an der Börse gehandelt wurden. Heute sind seine etwa 40 Opern Dauerbrenner an jedem Haus. Bis in die 1920er Jahre hinein wurde allerdings keine einzige aufgeführt, abgesehen vom unverwüstlichen Oratorium Messiah, das im angelsächsi-
Thomaskantor Gotthold Schwarz nimmt bei den diesjährigen TelemannTagen in Magdeburg den Telemann-Preis entgegen
Fotos: Viktoria Kuehne, Thomas ZIegler
ponist auch in Deutschland gefeiert. „Weill auf die Bühne!“, heißt es 2018 mit rund 60 Konzerten in zweieinhalb Wochen an 20 Spielstätten, unter anderen in Dessau, in Wittenberg, Magdeburg und Halle. Und so könnte die Musik eines Wahl-Amerikaners in einen Landstrich führen, der das Wunder der deutschen Barockmusik erstehen ließ. Schütz, Scheidt, Telemann, die Bachs, Keiser, Fasch, Heinichen, Telemann und Händel, sie alle stammten von dort, aus einer Gegend, in der heute kein Braunkohlestaub mehr in der Luft liegt.
= Zeitraum
= Künstler
= Ort
Schöne Aussicht: Händel ziert auch die Stadt-Silhouette Magdeburgs
schen Raum geradezu Kult ist. 2018 werden die Festspiele mit Das änderte sich, als in Halle Händels Oper Berenice, Regiund in Göttingen um 1920 he- na di Egitto eröffnet, gemäß rum die Händel-Festspiele ge- ihrem Motto „Fremde Welten“. gründet wurden. 2009, zum Wie die Bayreuther-Festspiele 250. Todestag, feierte Halle waren auch Halles „Reichsseinen Komponisten mit einem Händelgedenktage“ in die neuen Museum, fünf Opern, „braune“ Ideologie verstrickt. 80 Konzerten, 2 000 Mitwir- 1935 wurde Händel zum „deutkenden und 20 000 Besuchern. schen Wikinger“ verklärt und
seine jüdischen Bibel-Libretti auf germanische Krieger umgeschrieben. Damals erwartete ganz Halle mit einem Fackelmarsch Hitler persönlich am Bahnhof, doch der Führer blieb lieber im Schlafwagen liegen. Eine solche Unhöflichkeit hätte er sich mit Winifried Wagner in Bayreuth nicht erlaubt.
Internationale Messiaen-Tage 12.–15.1.18 Sinfonietta Dresden, Duo Liepe, Franz Danksagmüller, Lutoslawski Quartett u. a. Görlitz-Zgorzelec
Händel-Festspiele 25.5.–10.6.18 Il Pomo d’oro, Max Emanuel Cencic, Quadriga Consort, Julia Lezhneva, lautten compagney u. a. Halle
Bayreuther Wagner Festspiele 25.7.–29.8.18 Anja Harteros, Waltraud Meier, Christian Thielemann, Plácido Domingo, Semyon Bychkov u. a. Bayreuth
Mozartwoche 26.1.–4.2.18 AKAMUS Berlin, René Jacobs, András Schiff, Wiener Philharmoniker, Renaud Capuçon u. a. Salzburg (Österreich)
Internationale Schostakowitsch Tage 22.–24.6.18 Denis Matsuev, Nils Mönkemeyer, Krzysztof Penderecki u. a. Gohrisch
Rossini Opera Festival 11.–23.8.18 Giacomo Sagripanti, Diego Matheuz, Yves Abel, Rosetta Cucchi, Pier Luigi Pizzi u. a. Pesaro
Kurt Weill Fest 23.2.–11.3.18 Till Brönner, MDR Sinfonieorchester, Ilja Richter, vision string quartet, Leipziger Synagogalchor u. a. Dessau
Richard-Strauss-Festival 22.6.–1.7.18 Alexander Liebreich, Alban Gerhardt, Wiener Symphoniker, Gustavo Gimeno u. a. Garmisch-Partenkirchen
Beethovenfest Bonn 31.8.–23.9.18 l’arte del mondo, András Schiff, Academy of St Martin in the Fields, Kit Armstrong, Les Siècles u. a. Bonn
Telemann-Festtage 9.–18.3.18 Leipziger Barockorchester, Valer Sabadus, Midori Seiler, Gotthold Schwarz u. a. Magdeburg
Gustav Mahler Musikwochen 14.–30.7.18 Thomas Hampson, Notos Quartett, Quatuor Van Kuijk, Jan Lisiecki, Maria Venzago u. a. Toblach (Italien)
Max-Reger-Tage 14.9.–7.10.18 Kuss Quartett, Bernhard Haas, Duo Hinrich Alpers & Markus Becker, Athos Ensemble u. a. Weiden i. d. Oberpfalz
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Januar 2018 concerti 27
Festivalguide
Provençalische Ostern Bevor Aix-en-Provence in sommerlicher Hitze versinkt, lockt die Stadt alljährlich die Klassikliebhaber bei milden Temperaturen zum Festival de Pâques . Von Annette Zerpner Mirabeau an der Rue de l’Opéra gelegenen Théâtre du Jeu de Paume mit seinen knapp 500 Plätzen finden fast alle Konzerte statt. Letzteres, ein Haus mit boudoirroten Wänden, geschwungenen Brüstungen und üppiger Deckengestaltung in Hellblau und Gold, wurde 1787 eingeweiht und verdankt seinen Namen der Tatsache, dass an diesem Ort zuvor einem Vorläufer des Tennisspiels gefrönt wurde – angeblich sogar von Ludwig XIV selbst. Das Puzzle der Programmzusammenstellung beschäftige ihn das ganze Jahr, erzählt Renaud Capuçon in seiner Präsentation des Festivals. Dabei liegt ihm auch die Nachwuchsförderung am Herzen: In der Reihe „Génération@Aix“ ist für diese Ausgabe die erst 12-jäh-
Konzerte in einer Sporthalle aus dem 18. Jahrhundert
Und weil ein Violinstar vom Range Capuçons nun einmal international ausgezeichnet vernetzt ist, fiel es dem Festival bereits in seinen ersten Jahren leicht, nicht nur die renommiertesten französischen 28 concerti Januar 2018
Rief 2013 das »Festival de Pâques« ins Leben: Renaud Capuçon
= Zeitraum
= Künstler
= Ort
Fotos: Caroline Doutre, Jean Claude Carbonne
A
ix-en-Provence ist ein Künstler, sondern auch KlangOrt, an dem man es sich körper wie das London Symbesonders einfach gut phony Orchestra oder das New gehen lassen kann. Das geste- Yorker Avantgarde-Kammerorhen sogar viele verwöhnte chester The Knights, Solisten Pariser der eleganten Stadt in wie Martha Argerich oder der Provence mit ihren Märk- Daniel Barenboim und hochten, Brunnen und zahllosen karätige Kammermusikgruphistorischen Gebäuden aus pen nach Aix zu locken. Zu den Mittelalter, Renaissance und Highlights der sechsten AusBarock zu. Vor allem im Früh- gabe dieses Jahr gehört sicher jahr ergeben auch sie sich gern die Aufführung von Mozarts dem „savoir vivre“ auf dortigen Le nozze di Figaro durch die Restaurantterrassen – dann ist Wiener Staatsoper im Grand es im französischen Süden Théâtre de Provence. Dieses einfach noch nicht so heiß wie „ganz der Musik gewidmete im Sommer, wenn die Stadt Gebäude“ des italienischen Arzwischen Mai und Juli das um- chitekten Vittorio Gregotti hat fangreiche „Festival d’Art Ly- fast 1 400 Plätze und wurde rique d’Aix-en-Provence“ be- 2007 buchstäblich vor den Toherbergt. Das hat inzwischen ren des historischen Stadteine kleinformatigere, aber kerns eröffnet. Hier und im sehr feine Konkurrenz bekom- frisch renovierten, am anderen men: Der charismatische Gei- Ende der Flaniermeile Cours ger Renaud Capuçon ist künstlerischer Leiter des „Festival de Pâques“, das der Stadt seit 2013 in den beiden Wochen vor und nach Ostern Orchesterkonzerte, Kammermusik und Rezitals beschert.
Spektakulär im Klang, zierlich in den Maßen.
Hauptspielstätte des »Festival de Pâques«: das Thêatre du Jeu de Paume
rige Geigerin und Komponistin boim und Martha Argerich, Alma Deutscher eingeladen. Freunde seit Kindheitstagen. Sie wird ein eigenes Werk und eine Sonate von Rachmaninow Der glücklichste Mensch spielen. Zu den noch jungen im Theater Traditionen in Aix gehört, dass „Das Festival hat das Leben in jedes Jahr eine Bach-Passion dieser Gegend während der aufgeführt wird – schließlich Osterzeit verändert, indem es ist Ostern. Das übernimmt die- dem Heiligen, den Emotionen, ses Jahr das Ensemble Pygma- Begabung und Exzellenz einen lion mit seinem Dirigenten Ehrenplatz gegeben hat. Damit Raphaël Pichon. Ansonsten eröffnet sich uns in einem Mogebe es aber keinerlei Ein ment, in dem alles düster erengung durch Oberthemen, scheint, die großartige Chance, betont der 41-jährige Festival- davon zu träumen, dass die leiter, der natürlich im Laufe Welt tatsächlich schöner sein des Festivals selbst mehrfach könnte“, verspricht Capuçon mit unterschiedlichen Ensem- in für Deutsche etwas ungebles auf der Bühne stehen wird. wohnt überschwänglichem Wie es sich für ein französi- Duktus. Dass er während des sches Festival gehört, wird in ganzen Festivals „der glückdiesem Jahr des 100. Todesta- lichste Mensch im Theater“ ist, ges von Claude Debussy mit glaubt man ihm jedoch sofort. einem hochkarätigen AbFestival de Pâques schlusskonzert gedacht. Solis26.3.–8.4.18 ten sind neben Renaud CapuRenaud Capuçon, François-Xavier Roth, Sir András Schiff, Cappella çon der persisch-österreichiBarca, Vadim Gluzman, Yefim sche Cello-Shootingstar Kian Bronfman, Khatia Buniatishvili Aix-en-Provence Soltani sowie Daniel BarenEinzeltermine, Details, Tickets und vieles mehr auf www.concerti.de/festivalguide
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Ehrliche Lautsprecher
Festivalguide
Ein Festival im Festival
Foto: Jason Bell, Marco Borggreve, Jamie Jung, privat
Die Dresdner Musikfestspiele haben in diesem Jahr ein eigenes Festival integriert, das sich allein dem Cello widmet: die Cellomania . Von Maximilian Theiss
Eine kleine Auswahl der bei »Cellomania« auftretenden Künstler (von links oben nach rechts unten): Yo-Yo Ma, Harriet Krijgh, Alisa Weilerstein und Mischa Maisky. 30 concerti Januar 2018
= Zeitraum
= Künstler
= Ort
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ls eines der kulturellen Bedürfnis, dem Publikum der den tags darauf auch Beetho Aushängeschilder ihrer Dresdner Musikfestspiele all vens fünf Cellosonaten erkin Stadt sind die Dresdner die großartigen Kollegen vor gen. Übrigens steht auch das Musikfestspiele zwangsläufig zustellen. Gleichzeitig geht es Eröffnungskonzert (10.5.) im Teil eines großen Vorhabens: mir bei ,Cellomania‘ darum, Zeichen der „Cellomania“, 2025 will Dresden „Kultur das Repertoire für Cello gebün wenn der Intendant persönlich hauptstadt Europas“ werden. delt darzustellen – und zwar als Solist fungiert und sein Es dürfte also das eine oder von den großen Klassikern der Vorgänger – der Dirigent Hart andere Mitglied der Europäi Literatur wie Bachs Cello-Sui mut Haenchen – die Köngliche schen Expertenjury, die den ein ten bis hin zu ungewöhnliche Kapelle Kopenhagen leitet. Mit Jahr lang währenden Titel ver ren Werken“, so Vogler. Schostakowitschs zweitem gibt, etwas genauer hinschau Cellokonzert ist auch Mstislaw en, wenn die internationalen Zweimal Bachs Cello-Suiten – Rostropowitsch im Geiste zu Klassikstars in der sächsischen sieben Interpretationen Gast, denn ihm widmete sei Landeshauptstadt gastieren. Bereits vor dem offiziellen Er nerzeit der Komponist sein Doch ob nun ein Jurymitglied öffnungskonzert (genauer ge Werk. oder ein Musikliebhaber die sagt: 99 Tage zuvor) läutet Yo- Doch auch die Zukunft des Cel Festspiele verfolgt: Sehr Yo Ma am 31. Januar die „Cel lospiels kommt in Dresden schnell wird man feststellen, lomania“ ein mit – wie kann es zum Zuge, etwa beim Konzert dass nicht ein, sondern zwei anders sein? – Bachs Cello- „Junge Wilde“ mit Pablo Ferrán Festivals dort stattfinden. Un Suiten, der Mutter aller Solo dez, Narek Hakhnazaryan und ter dem Titel „Cellomania“ werke für Cello. 18 Grammys Marie-Elisabeth Hecker (19.5.) nämlich firmiert eine Konzer und mehr als hundert Aufnah oder beim Meisterkurskonzert treihe innerhalb der Dresdner men kann der amerikanische (20.5.) mit jenen Cellisten, die Musikfestspiele, die in der Ge Ausnahmemusiker vorweisen in den nächsten Jahren die samtheit ein in vieler Hinsicht und bekennt sich noch immer Konzertbühne erklimmen wer exquisites Festival darstellt. als Suchender nach neuen den. Sollte die Bewerbung der Dem Titel ist bereits zu entneh klanglichen Perspektiven. Eine Stadt Dresden zur Kulturhaupt men, worum es dem Intendan Frage der Perspektive ist ins stadt Europas glücken – viel ten Jan Vogler geht, nämlich besondere auch die Zusam leicht findet sich ja dann wie einem Instrument in leiden menkunft von sechs Weltklas der eines der Nachwuchstalen schaftlicher, ja: manischer Art se-Cellisten, die sich am 18. Mai te in der Landeshauptstadt ein. zu huldigen. Und dafür ist die sechs Bach-Suiten aufteilen, Vogler genau der Richtige, ist so dass man an diesem Abend Cellomania er doch nicht nur Festspiel den Zyklus aus sechs verschie 10.–21.5.18 Jan Vogler, Steven Isserlis, Marieintendant, sondern auch ein denen interpretatorischen Elisabeth Hecker, Narek Hakhnazaryan, international bestens beleu Blickwinkeln erleben kann. Harriet Krijgh, Alban Gerhardt u. a. mundeter Cellist. „Ich hatte das Nach demselben Schema wer Dresden
Tickets und weitere Informationen hier erhältlich: www.rohkinotickets.de Abweichende Spieltermine für Aufzeichnungen finden Sie auf dieser Website und der Website ihres Kinos
In Kooperation mit Trafalgar Releasing
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15.11.17 10:52 Januar 2018 concerti 31
Rezensionen CDs – ausgewählt und bewertet von der concerti-Redaktion
Sechs Künstler würdigen Debussy, der in diesem Jahr hundertsten Todestag hat
Prächtiger Auftakt CD des Monats Debussys Rückschau auf die
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ebussys späte Kammermusikwerke, komponiert in den Wirren des Ersten Weltkriegs, besinnen sich nicht von ungefähr auf die französischen Barockmeister. Der Komponist wollte, gebrochen von den Grausamkeiten des Krieges in Europa, in sechs geplanten Sonaten ein nationales Zeichen setzen – eine Rückschau auf die Hochphase französischer Kammermusik lag da nahe. Die drei vollendeten, nun vom französischen 32 concerti Januar 2018
Who’s who der Klassikszene eingespielten Werke lassen die tragischen Entstehungsumstände vollends in den Hintergrund treten. Kammermusikalische Klarheit und Eleganz
Brillant harmonieren die verschiedenen Besetzungen und lassen interpretatorisch keinen Zweifel an ihrer Sicht auf Debussys kammermusikalische Klarheit und Eleganz. Gelungen ist auch die Verbindung mit
Debussys frühem Klaviertrio, dessen charmant-melodiöser Charakter im Andante espressivo einen Kontrast zu der melancholischen Tonsprache der Sonaten darstellt. Ein prächtiger Auftakt zum Debussy-Jahr, dessen Todestag sich 2018 zum hundertsten Mal jährt. Johann Buddecke Debussy: Sonates & Trio R. Capuçon (Violine), G. Caussé (Viola), B. Chamayou (Klavier), E. Pahud (Querflöte), M.-P. Langlamet (Harfe), E. Moreau (Violoncello). Erato
Weitere Rezensionen finden Sie auch unter www.concerti.de
Foto: Warner Classics
Hochphase französischer Kammermusik
Herausragend
Variabel
Beweglich
Nina Stemme – Wagner (Wiener Staatsoper live) Nina Stemme (Sopran), Chor & Orchester der Wiener Staatsoper, S. Ozawa & F. Welser-Möst (Ltg). Orfeo
Legrand: Between Yesterday and Tomorrow Natalie Dessay (Sopran), London Studio Orchestra Sony Classical
Mirages – Werke von Debussy, Delibes, Strawinsky, Berlioz u. a. Sabine Devieilhe (Sopran), Alexandre Tharaud (Klavier), Les Siècles, François-Xavier Roth (Leitung). Erato
Die schwedische Sopranistin Nina Stemme ist in der Opernszene die herausragende Sängerin im sogenannten hochdramatischen Fach – das bestätigt diese CD mit live an der Wiener Staatsoper mitgeschnittenen Szenen aus Wagner-Opern. Stemme hat nicht nur das traumverlorene Glühen für die Holländer-Senta, die Innigkeit für Sieglinde oder die fast metaphysisch sublimierte Leidenschaft für die Isolde. Sie singt diese Partien auch scheinbar mühelos, mit wirklicher musikalischer Gestaltung, durchschlagender Höhe und wiedererkennbarem, herbklarem Timbre. (AF)
In den 1960er Jahren schrieb Michel Legrand den Liederzyklus Between Yesterday and Tomorrow und bot ihn Barbra Streisand an. Doch eine Gesamtaufnahme kam nicht zustande. Gefragt ist eine Interpretin, die in die Rollen einer Frau von Geburt bis Tod schlüpft und die sich in Lied, Jazz und Chanson bestens auskennt. Natalie Dessay ist dort kundig. Das klingt mal backfischnaiv, mal kokett, verführerisch, mal zweifelnd. Dessay kann grell funkeln und rauchig hauchen. Sehr variabel. Stimmlich eine gelungene Aufnahme, das begleitende Orchester bleibt aber dahinter zurück. (CL)
Auf ihrem dritten Recital widmet sich Sabine Devieilhe Orientbildern im Frankreich der vorletzten Jahrhundertwende, gruppiert um drei Ausschnitte aus Delibes’ Lakmé. Die fast schon unheimliche Beweglichkeit in der Höhe und die starke Aura der Stimme bannen den Zuhörer geradezu. Lieder von Berlioz, Koechlin und Delage kommen mit der gleichen unerhörten, fast schwülen Intensität daher. Bei den anderen Opernarien steht deutlich nicht das dramatische Element, sondern das partnerschaftliche Musizieren mit den hinreißenden „Les Siecles“ unter FrancoisXavier Roth im Vordergrund. (AF)
Seltene Klarheit
Lautstarke Agitation
Gewisses Fremdeln
Mahler: Sinfonie Nr. 5 Gürzenich-Orchester Köln Francois-Xavier Roth (Leitung) harmonia mundi
Prokofjew: Kantate zum 20. Jahrestag der Oktoberrevolution Ernst Senff Chor Berlin, Staatskapelle Weimar, Kirill Karabit (Leitung) audite
Bach: Violinkonzerte BWV 1041, 1042, 1052 & 1060 Frank Peter Zimmermann & Serge Zimmermann (Violine), Berliner Barock Solisten. hänssler classic
Der erste Satz ist selten klar disponierte, im Tempo ungewohnt rasche Trauermusik. Die Musiker des Kölner Gürzenich-Orchesters artikulieren brillant und mühelos, mit bemerkenswerter Klangfantasie. Auch die vielen ironischen Brechungen des Scherzos wirken mit leichter Hand modelliert – bis zur hier gänzlich überraschenden Explosion am Schluss. Die dort freigesetzte Energie transformiert Roth in ein selten rätselhaft lächelndes Adagietto, um schließlich in der finalen Steigerung alle Impulse und Linien schlüssig zusammenzuführen. Eine Interpretation von seltener Klarheit. (AF)
Diese Hommage macht sogar Tschaikowskys Ouvertüre 1812 zum Kinderlied! Prokofjews Kantate zum zwanzigjährigen Jubiläum der Oktoberrevolution ist ein tückischer Monolith. Das Kunstfest Weimar stellte sich dem Thema „100 Jahre Kommunismus“ und verringerte so den Eindruck eines peinlichen Tendenzwerks. Dirigent Kirill Karabits brüllt Agitatorisches durch ein Megaphon. Dazu MG-Salven, Alarmsirenen, eine kultiviert durch das Getümmel geführte Schlagzeugtruppe und Akkor deon-Quartett! Eine vorsätzlich fragwürdige Leistungsschau mit hypnotisierender Stoßkraft. (RD)
Wenn sich klassisch ausgebildete Geiger auf barockes Terrain begeben, lauern Gefahren. Das gilt auch für Frank Peter Zimmermann, der in den Violinkonzerten Bachs in den raschen Sätzen zwar sein eminentes geigerisches Können unter Beweis stellt, ein gewisses Fremdeln mit barocker Aufführungspraxis aber gleichwohl nicht verhehlen kann. Anstatt den Klang mit dem Bogen zu formen, setzt er am Phrasenende gern mal ein Vibrato, und auch seine kunstvollen Verzierungen wirken selten organisch integriert. Nein, diese Werke hat man schon stimmiger und interessanter gehört. (FA)
***** = herausragend **** = sehr gut *** =gut ** =befriedigend * =unbefriedigend
Januar 2018 concerti 33
Rezensionen
Harmonisches Duett
Flexibles Solo
Dolce Duello – Werke von Caldara, Albinoni, Gabrieli, Vivaldi u. a. Cecilia Bartoli (Mezzosopran), Sol Gabetta (Violoncello), Cappella Gabetta, Andres Gabetta (Ltg). Decca
Solo Werke von Bach, Prokofjew, Enescu, Ehrenfellner, Ernst & Ysaÿe Emmanuel Tjeknavorian (Violine) Sony Classical
Anfängliche Skepsis angesichts des knallbunten Covers im 60er-JahreRetrolook verfliegt beim Hören ganz schnell: Diese CD zählt ganz sicher zu den schönsten des Jahres. Statt des annoncierten „süßen Duells“ bietet diese Koproduktion der Koloraturenkönigin Cecilia Bartoli mit der argentinischen Celloprinzessin Sol Gabetta freilich eher ein harmonisches Miteinander. Mit zwei Stimmen, die mal virtuos konzertieren, mal sich in Terzen verschränken, aber immer wunderbar begleitet werden von der Cappella Gabetta, ist das Hören der barocken Arien von Caldera bis Händel ein einziges Vergnügen. (FA)
Von Bach bis in die Gegenwart – das mit dem Titel „Solo“ bedachte Geigen-Album des jungen Österreichers Emmanuel Tjeknavorian beginnt bei Bachs Chaconne, reicht über die G-Dur-Sonate von Ysaÿe und Prokofjews D-Dur-Sonate bis hin zur Suite des Alpes des 1975 geborenen Christoph Ehrenfellner, die hier erstmals auf Tonträger dokumentiert ist. Tjeknavorian gibt sich stilistisch ebenso flexibel wie selbstbewusst. Lupenrein klar, prägnant in seiner Artikulation und variabel in seinen Ausdrucksmöglichkeiten, zeigt der 22-Jährige die ganze Breite seiner Fähigkeiten. (CL)
Glasklar
Makellos
Debussy: Images I & II, Children’s Corner, Suite bergamasque & L’isle joyeuse Seong-Jin Cho (Klavier) Deutsche Grammophon
Gold Werke von Chilcott, Arlen, U2, Le Jeune, Brahms, Schubert u. a. The King’s Singers signum classics
Pünktlich zum Jahr des 100. Todestags Claude Debussys legt SeongJin Cho nach seinen beiden hochgelobten Chopin-Alben nun eine gefühlvolle Einspielung ausgewählter Klavierwerke des impressionistischen Komponisten beim Gelblabel vor. Glasklar sind die Interpretationen der jeweils dreiteiligen Images, dessen Sinnbildlichkeit von Cho vor allem in dem populären Reflets dans l’eau eindrucksvoll umgesetzt wird. Dem humorigen Charakter der Children’s Corner-Suite nimmt der Gewinner des Chopin-Wettbewerbs 2015 jedoch leider etwas von seiner Leichtigkeit. (JB)
Sie sind ihrem Stil in fünfzig Jahren und trotz vieler Besetzungswechsel treu geblieben: Die King’s Singers, eines der besten A-cappella-Ensembles der Welt, intonieren weiterhin makellos und ohne Schnickschnack. Für ihr Jubiläumsalbum „Gold“ sind sie noch einmal ins Studio gegangen und haben auf drei CDs – eingeteilt in Poparrangements, geistliche und weltliche Musik – einen Querschnitt ihres gewaltigen Repertoires neu aufgenommen. Das tröstet etwas darüber hinweg, dass nur neun der knapp 60 Titel tatsächlich zum ersten Mal erscheinen. Alle anderen gibt es bereits auf älteren CDs. (NF)
34 concerti Januar 2018
Kurz Besprochen Messiaen: Quatuor pour la Fin du Temps Martin Fröst, Lucas Debargue, Janine Jansen, Thorleif Thedéen. Sony Classical Ernsthaft und entspannt wie selten wird in dieser Einspielung Messiaens achtsätziges Kammermusikwerk, das er im Kriegsgefangenenlager komponierte, sinnlich erforscht (AF) Dostal: Prinzessin Nofretete Angela Mehling, Musikalische Komödie Leipzig, Stefan Klingele. Rondeau Archäologisches Abenteuer: Die Musikalische Komödie Leipzig hat alles dafür getan, um die Operette Prinzessin Nofretete als buntwürziges Spektakel zu beleben (RD) Dimensionen Welt – Werke von Koch u. a. Marlis Petersen (Sopran), Stephan Matthias Lademann (Klavier). Solo Musica Im ersten Teil „Welt“ ihrer „Dimensionen“-Trilogie unternehmen Marlis Petersen und Stephan Matthias Lademann einen Streifzug durch die Romantik (RD) Small Gifts Andreas Scholl (Countertenor), Dorothee Oberlinger (Blockflöte), Ensemble 1700. dhm Dieser Bach singt und swingt: Oberlinger und Scholl haben sich mit dem Ensemble 1700 zusammengetan und liefern ein ungewöhnliches Bach-Potpourri (CL) Online-Tipp
Ausführliche sowie täglich neue Rezensionen finden Sie im Internet Scannen Sie den Bild-Code mit einem Smartphone und einer App für QRCodes oder gehen Sie im Browser auf www.concerti.de/rezensionen
Weitere Rezensionen finden Sie auch unter www.concerti.de
Top 20 Klassik-Charts Dezember 2017 (3.11.– 7.12.2017)
11
Juan Diego Flórez, Orchestra La Scintilla & Ricardo Minasi
Das ungewöhnliche wie mitreißende Duo präsentiert barocke Meisterwerke – und versteht sich (musikalisch) so gut, dass von „Duell“ keine Rede sein kann.
12
Anna Netrebko & Yusif Eyvazov
2
Daniil Trifonov, Mikhail Pletnev, Mahler Chamber Orch.
13
Ludovico Einaudi
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Jonas Kaufmann
14
Bach – Small Gifts
4
Albrecht Mayer, I Musici di Roma, A. Zucco & L. Pianca
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Jonas Kaufmann
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Philippe Jaroussky
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Mutter, Trifonov, Lee, Hornung & Patkoló
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(Neu)
Cecilia Bartoli & Sol Gabetta Dolce Duello Decca Records
Chopin Evocations Deutsche Grammophon L’Opéra Sony Classical
The Händel Album Erato
Schubert: Forellenquintett Deutsche Grammophon Treffen der Generationen: Anne-Sophie Mutter hat sich mit Daniil Trifonov und drei ihrer Stipendiaten zusammengetan, um Schuberts berühmtestes Kammermusikwerk aufzunehmen.
8
Villazón, Abdrazakov, Nézet-Séguin
9
Lang Lang
(4)
(12)
10 (6)
Christina Pluhar & L’Arpeggiata Händel Goes Wild Erato
Elements We Love Music
(11)
Dorothee Oberlinger, Andreas Scholl, Ensemble 1700 Deutsche Harmonia Mundi
(Neu)
Kleine Geschenke, die man gerne annimmt: Arien aus Kantaten, ein Choral, zwei Brandenburgische Konzerte und das Cembalokonzert ergeben den etwas anderen Bach-Querschnitt.
15
Teodor Currentzis & MusicAeterna
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Daniel Hope, ZKO, Jacques Ammon & Chilly Gonzales
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Pretty Yende
18
Ensemble Resonanz
Tchaikovsky: Symphony No. 6 Sony Classical
(Neu)
For Seasons Deutsche Grammophon
(14)
Dreams Sony Classical
(Neu)
J. S. Bach: Weihnachtsoratorium resonanzraum records
(Neu)
Das meistverkaufte klassische Weihnachtsalbum 2017 war – wie kann es anders sein? – das Weihnachtsoratorium, diesmal jedoch inszeniert als Hausmusik unter Freunden.
Duets Deutsche Grammophon Romance Sony Classical
Romanza Panorama
(7)
Tesori d’Italia Deutsche Grammophon Dolce Vita Sony Classical
Mozart Sony Classical
(9)
19
Christian Gerhaher, Martin Walser, Gerold Huber
20
Sistine Chapel Choir & Massimo Palombella
(15)
(Neu)
Ermittelt von GfK Entertainment GmbH im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie e.V.
Brahms: Die schöne Magelone Sony Classical
Veni Domine Deutsche Grammophon
Januar 2018 concerti 35
Blind gehört
1984 gründeten Wolfgang Katschner (hinten in der Mitte) und Hans-Werner Apel (hinten rechts) die Lautten Compagney
»Hört sich nach guter Laune an«
R
au soll’s sein. Und authentisch. Da wundert es nicht, dass die Lautten Compagney nach Zwischenstationen im schicken Berlin-Mitte und Prenzlberg nun im Arbeiterkiez Wedding angekommen ist. „Hier kriegt man uns nicht mehr so schnell weg“, sagt Leiter Wolfgang Katschner. Auch bei den Musikbeispielen gibt er sich als Meister der zupackenden Art zu erkennen. 36 concerti Januar 2018
Telemann: La Bizarre TWV 55:G2 – Courante Akademie für Alte Musik Berlin. harmonia mundi 2002
Es könnte das Freiburger BarockConsort sein. Oder Akamus, die Berliner. Der Duktus passt eher zu den Berliner Kollegen. Also lege ich mich fest: Es ist Akamus. Man kann die beiden immer gut unterschei-
den. Die Freiburger haben einen anderen Zugriff auf die Bogentechnik. Diese Interpretation von Telemann klingt sehr leicht, tänzerisch und durchsichtig. Hört sich nach guter Laune an! Unser Klang wäre wahrscheinlich etwas grundierter. Lustig ist, dass der Titel La Bizarre eigentlich nichts mit der Musik zu tun hat. Bizarr ist daran gar nichts. Gerade bei Telemann gibt es ja
Fotos: Ida Zenna
Wolfgang Katschner von der Lautten Compagney hört und kommentiert CDs von Kollegen, ohne dass er erfährt, wer spielt. Von Helge Birkelbach
extrem fantasievolle Titel. Wir würden heute musikalisch etwas ganz anderes erwarten, mit unserem modernen Denken. Vivaldi : Concerto g-Moll op. 8/2 – Allegro non molto Shunske Sato (Violine) Concerto Köln. Berlin Classics 2016
Ach Gott, jetzt kommen die Vier Jahreszeiten. Das ist der Sommer, vor dem Gewitter. Diese schwere Schwüle, die Fliegen fallen tot von der Decke ... Unsauber gespielt. Die Herausforderung ist, dass die Akkorde schön stehen und sauber klingen. Der Bogen wird zu schnell gezogen, Streicher zu leise, Cembalo zu laut in der Abmischung. Eindeutig zu viel Cembalo am Anfang. Eigentlich muss man den Streicherklang direkt im Ohr haben. Jetzt legt er los! Ist das Carmignola? Mann, der kratzt ganz schön rum. Ich finde es technisch nicht so toll. Bei solch einem bekannten Stück, wo jeder Ton tausendmal vermeszur Person
1961 im Kyritz geboren, gründete Wolfgang Katschner noch als Student mit seinem Kommilitonen Hans-Werner Apel 1984 in Berlin die Lautten Compagney, die heute zu den wichtigsten Barockensembles Deutschlands gehört. In den letzten Jahren trat Katschner zudem vermehrt als Gastdirigent an Opernhäusern in Erscheinung und war mehrere Jahre lang musikalischer Leiter des Barockfestivals „Winter in Schwetzingen“.
sen ist, wird es schwierig. Das klingt wie ein Unfall. Shunske Sato? Oh, hätte ich nicht gedacht. Den kenne ich eigentlich sehr gut. Ein wunderbarer Geiger, hört man an dieser Stelle aber leider nicht. Kritik auf hohem Meckerniveau (lacht). Wir hatten ihn ja als Konzertmeister bei der Compagney. J. C. Bach: Sinfonia Concertante A-Dur W C 34 – Rondeau Musica Antiqua Köln, Reinhard Goebel (Ltg). Archiv 2002
Ein Geigenkonzert? Eine Sinfonia? Dann ist es einer der Bach-Söhne, Johann Christian. Leider recht unterrepräsentiert in den Spielplänen und bei den Einspielungen, weil es oft eine experimentelle und herausfordernde Musik ist. Ein deutsches Ensemble? Der Goebel? Dann ist die Aufnahme ja tierisch alt ... Es passt zu Goebels Stil: sehr spröde, rau. Finde ich ganz gut. Die Musik selbst: Hmm, muss man nicht spielen. Das Stück finde ich tatsächlich ein bisschen blöd. Aber der Kontrast zwischen dem Gesanglichen der Geige und den Tutti ist wirklich sehr gut gemacht. Es hat eine ganz andere Energie als das, was wir eben gehört haben. Das alles ist in sich stimmig, das muss man nicht weiter hinterfragen. Toll, muss ich mir kaufen! J. S. Bach: Wo gehest du hin BWV 166 – Aria Lauten Compagney, Wolfgang Katschner (Ltg). DHM 2016
Das sind wir jetzt selber! Bei „Bach ohne Worte“ machten wir uns auf die Suche nach Instru-
mentalmusik. Viele vokale Formen, gerade bei Bachs Kantaten, klingen oftmals interessanter, als nochmals ein Brandenburgisches Konzert zu interpretieren. Wie die Vier Jahreszeiten sind sie oft und inflationär vermessen worden. Jeder hat eine Meinung dazu. Die Kantaten dagegen enthalten viele instrumental irre interessante Formen. Wenn man nicht weiß, dass es jemand singt, ist es – wie in diesem Beispiel – einfach eine höfische Tanzmusik. Weil diese pietistischen Texte doch sehr aus der Zeit gefallen sind, stellen uns die Original-Kantaten oft vor Probleme. Der Pietismus war ja die Reformation der Reformation, sehr stark in Mitteldeutschland vertreten, in Halle und Leipzig. Für uns barg das ein unerschöpfliches Reservoir, aus dem wir sozusagen drei neue Kantaten für die CD zusammengestellt haben ... So, das war ja jetzt einfach! Was kommt nun? Koželuh: Oboenkonzert F-Dur – Vivace Kammerakademie Potsdam, Albrecht Mayer (Oboe & Ltg). DG 2014
Oboe und Geige. Ein Solokonzert? Das habe ich noch nie gehört. Österreich? Böhmen! Nicht das Collegium 1704? Das Konzert ist von Koželuh. Na, zumindest ein Treffer beim Komponisten. Aber das Ensemble, der Solist? Ach, der Mayer, der Oboengott. Dann wird’s wahrscheinlich die Kammerakademie sein. Klingt alles gut, sehr rund. Soundmäßig sehr geschickt verpackt, viel Hall drauf. Dagegen waren die Aufnahmen vorher offener, ehrliJanuar 2018 concerti 37
Blind gehört
cher. Im Vergleich dazu ist der Goebel richtig wild. Trotzdem gut gespielt. Gluck: Orpheus und Eurydike – Reigen der seligen Geister Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan (Ltg). DG 1983
Oh weh, hier wird ja richtig reingegriffen! Das ist ja nun ganz schrecklich – allein schon dieses Vibrato. Klingt ein bisschen wie André Rieu. Eine alte Aufnahme? Man wünscht sich mehr Klarheit in der Wiedergabe der Form. Durch dieses Vibrato, die blubbernden Klänge wirkt das alles verstellt. Ich kenne den Gluck eigentlich, aber in dieser Interpretation habe ich das Stück gar nicht erkannt. Karajan? Alles klar. Da hat sich in der Wahrnehmung zwischenzeitlich doch einiges getan, der Zeitgeschmack hat sich seit Karajan extrem verändert. Würde ich mir jetzt nicht kaufen. Glass: Sinfonie Nr. 3 Bournemouth Symphony Orchestra, Marin Alsop (Ltg). Naxos
Klassische Moderne oder Moderne? Philip Glass! Sehr schön. Könnte allerdings sachlicher gespielt sein, struktureller, so wie die Musik auch ist. Könnte auch eine Spur schneller sein, finde ich. Das Faszinierende an der Minimal Music ist ja die scheinbare Objektivität, und die muss man finden. Wir haben ja auch so etwas gemacht. Man muss herausfinden, wo das funktioniert, wo die Objektivität anfängt. Dann entsteht daraus etwas Neues. 38 concerti Januar 2018
Eins der großen Sinfonieorchester spielt das. Ist im Grunde egal, was vorne draufsteht. Ich finde es nicht artifiziell genug interpretiert. Glatter, nüchterner, schneller! So müsste das klingen. Dann wäre es viel cooler. Glass packt ja seine sehr speziellen Formen auf traditionelle Orchester, das muss man verstehen. Haydn: Sinfonie Nr. 45 „Les Adieux“ – Allegro assai Anima Eterna, Jos van Immerseel (Ltg). Zig Zag 2004
Eine mittlere Haydn-Sinfonie. Da ist er schon raus aus dem Esterházy-Rumprobieren. Sehr schön gespielt! Klingt eindeutig nach historischen Instrumenten. Ein freies Orchester? Ach ja, klar: Anima Eterna, mit dem Pianisten Jos van Immerseel. Das Stück passt sehr gut zu ihm und dem Orchester. Der typische Haydn ist ja sehr rhetorisch und melodisch – das klingt eben nicht wie Mozart. Sehr ausgefeilt und ausgearbeitet. Die Einspielung ist qualitativ wirklich hochwertig. Das gefällt mir sehr gut, gerade das Verhältnis zwischen Harmonie und Streichern, und den Bläsern. Charpentier: Te Deum – Prélude Academy of St Martinin-the-Fields, Sir Neville Marriner (Ltg). EMI 1991
Char-pen-tier! Na schau mal einer an. Das Prélude des Te Deum. Kennt man aus dem Fernsehen, die EurovisionsErkennungsmelodie. Habe ich schon in meiner Kindheit gehört und geguckt. Interpreta-
tion: na ja, geht so. Wie hier die Vorhalte und Triller gespielt werden, klingt wie bei einem deutschen Dienstorchester. (singt mit) Tam ta di, tam ta dam! Abgesehen davon, dass man das Stück im Ohr hat, finde ich das auch viel zu langsam. Eigentlich ist das ja eine Tanzform. Aber das hier klingt viel zu steif, zu lahm. Sir Neville Marriner? Hätte ich nicht gedacht. Aber so spielen fast alle Orchester, wenn sie moderne Instrumente benutzen. Da kannst du dich dusselig reden über Verzierungen und die Idee des sogenannten inegalen Spiels, das klingt immer so. Wie eine Laubsägearbeit. Telemann: Ouvertüre TWV 44:7 – Bourée: Presto Concentus musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt (Ltg). Teldec 1996
Klingt ein bisschen dünn, es könnten ein paar mehr Geigen sein. Und die Hörner müssten weiter vorne sein. Es fehlt die gewisse Jagdmentalität. Wäre es etwas wilder gespielt, würde man es gar nicht hinterfragen. Nikolaus Harnoncourt? Dann ist es echt in Ordnung für die Zeit. In den 1960er Jahren war das absolutes High Tech. Auch deshalb, weil Harnoncourt bei dieser Aufnahme zwei hervorragende Hörner zur Verfügung hat. Heute gibt es viel mehr Hornisten, die solche Partien auf Naurhörnern gut spielen können. CD-Tipp
La dolce vita – Werke von Monteverdi Dorothee Mields (Sopran), Lautten Compagney, Wolfgang Katschner (Ltg). dhm
Konzert- & Opern-TIPPs
Villingen-Schwenningen Do. 1.2., 20:00 Uhr Franziskaner Konzerthaus Misterio – Biber trifft Piazzolla. Julia Schröder (Barockvioline), Mara Miribung (Barockvioloncello), Wolfgang Katschner (Laute/Theorbe), Gerd Amelung (Cembalo/Orgelpositiv). Biber: Rosenkranzsonaten, Piazzolla: Tangos Fulda So. 4.2., 15:00 Uhr Mo. 5.2., 10:00 Uhr Schlosstheater Odysseus. Karen Rettinghaus (So pran), Aurélie Franck (Mezzosopran), Julian Metzger (Tenor), Titus Witt (Bassbariton), Tobias Hagge (Bass), Pauline Drünert (Figurenspiel), Lautten Compagney Berlin u. a. Musik von Monteverdi & Tchemberdji Berlin Di. 6.2., 19:30 Uhr Ehemaliges Stummfilmkino „Delphi“ Barock Lounge. Lautten Compagney Berlin u. a. Werke von Purcell, Händel & Merula Kleve Di. 27.2., 20:00 Uhr Stadthalle Love’s Madness. Dorothee Mields (So pran), Lautten Compagney Berlin, Wolfgang Katschner (Leitung). Arien und Instrumentalwerke von Purcell, Johnson, Gay, Pepusch & Ravenscroft Berlin Mi. 7.3., 19:00 Uhr Berliner Dom Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses. Solisten, Lautten Compagney Berlin, Kammerensemble Staats- und Domchor Berlin, Kai-Uwe Jirka (Ltg). Werke von Nicolai, Becker & Mendelssohn Kassel Do. 8.3., 19:30 Uhr Staatstheater Die Abenteuer des Don Quichote. Mechthild Großmann (Sprecherin), Lautten Compagney Berlin. Hörstück nach Miguel de Cervantes Schwerte Fr. 9.3., 19:30 Uhr Kulturzentrum Rohrmeisterei Kleinkunstwochen. Die Abenteuer des Don Quichote. Hörstück nach Miguel de Cervantes. Künstler siehe Kassel Gifhorn So. 11.3., 16:00 Uhr Stadthalle Die Abenteuer des Don Quichote. Künstler siehe Kassel Lörrach
Mi. 14.3., 20:00 Uhr Burghof Bewaffne dein Herz! Lautten Compagney Berlin, amarcord plus, Wolfgang Katschner (Leitung). Monteverdi: Madrigali guerreri et amorosi
Neuruppin 16.-18.3.2018 Aequinox – Musiktage zur Tag- und Nachtgleiche. Lautten Compagney Berlin u. a. Berlin Fr. 30.3., 20:00 Uhr Gethsemanekirche Julia Giebel (Sopran), Benjamin Bruns (Tenor), Sing-Akademie zu Berlin, Lautten Compagney Berlin, KaiUwe Jirka (Ltg). Werke von J. S. Bach, Naumann & Zimmermann Schmalkalden So. 1.4., 16:00 Uhr Stadtkirche St. Georg Thüringer Bachwochen: Bach ohne Worte. Lautten Compagney Berlin, Wolfgang Katschner (Leitung) Berlin Di. 17.4., 19:30 Uhr Ehemaliges Stummfilmkino „Delphi“ Barock Lounge. Lautten Compagney Berlin Fulda Sa. 28.4., 20:00 Uhr Schlosstheater Händel: Parnasso in festa. Solisten, Lautten Compagney Berlin, Wolfgang Katschner (Leitung), Sigrid T’Hooft (Regie) Bad Lauchstädt Sa. 26.5. & So. 27.5., 14:30 Uhr Mo. 28.5., 19:00 Uhr Goethe-Theater Händel-Festspiele Halle. Händel: Parnasso in festa. Künstler siehe Fulda Berlin So. 20.5., 18:00 Uhr Sophienkirche Zungen aus Feuer. Kammerchor der Sing-Akademie zu Berlin, Lautten Compagney Berlin, Kai-Uwe Jirka (Ltg). Agricola: Ein schnelles Brausen beweget die Lüfte, Wiget: Metapraxis zu „Tongues of Fire“ von Jani Christou (UA) Berlin Mi. 23.5., 19:00 Uhr Dom Es erhub’ sich ein Streit. Solisten, Kammerchor des Staats- und Domchores Berlin, Lautten Compagney Berlin, Kai-Uwe Jirka (Leitung). Werke von Froberger, J. C. Bach, Weckmann u. a. Halle Mi. 30.5., 19:30 Uhr St. GeorgenKirche Händel-Festspiele Halle. Tora Augestad (Gesang), Lautten Compagney Berlin, Wolfgang Katschner (Leitung). Händel: 24 English Songs Reutlingen Fr. 22.6., 20:00 Uhr Stadthalle Die Abenteuer des Don Quichote. Künstler & Programm siehe Kassel Springe So. 24.6., 17:00 Uhr Jagdschloss Die Abenteuer des Don Quichote. Künstler & Programm siehe Kassel
TrioVanBeethoven auf Kurs ins Beethoven-Jahr 2020 „Klassik voller Esprit“ Wiener Zeitung „Stilbewusstsein, optimale Klangbalance und frischer musikantischer Geist“ Die Bühne Jetzt erhältlich als CD, Download und Stream
Ludwig van Beethoven Die Klaviertrios TrioVanBeethoven GRAMOLA 99134 4 CD In Vorbereitung Frühjahr 2018: Beethoven‘s Celtic Voice eine Auswahl aus Beethovens schottischen, irischen und walisischen Volksliedbearbeitungen mit dem TrioVanBeethoven, Sopran Lorna Anderson und Tenor Jamie MacDougall www.triovanbeethoven.at GRAMOLA
www.gramola.at klassik@gramola.at
NAXOS Deutschland www.naxos.de info@naxos.de
multimedia Das Beste aus Radio, Fernsehen, Kino und Internet App: Tomplay
TV-Tipps
Neujahrskonzert
Mo. 1.1., 11:15 Uhr LiveÜbertragung Das Neujahrskon zert der Wiener Philharmoniker ist das größte klassische Musik ereignis weltweit und wird live aus dem Goldenen Saal des Wie ner Musikvereins in über neunzig Länder ausgestrahlt. Am Pult steht dieses Jahr Riccardo Muti. Arte
Das Land des Lächelns
Lernen von den Besten
A
ls „Erfinder der interaktiven Partitur“ bezeichnet die Firma Tombooks ihre App „Tomplay“. Mit diesem TabletProgramm kann man sich seit einiger Zeit beim heimischen Musizieren von einem virtuellen Orchester begleiten lassen. Nun geht der Hersteller einen Schritt weiter und bietet die Möglichkeit, ausgewählte Auf-
Heimtückische Welt
3sat
Sa. 13.1., ab 20:15 Uhr Konzert Am Vorabend zu Jansons’ 75. Geburtstag sendet 3sat Konzertmitschnitte, in denen der Dirigent mit Werken von Dvořák und Beethoven zu erleben ist. arte
Tim Mead So. 28.1., 18:25 Uhr Media Spielstätte Der britische Countertenor interpretiert in der Pariser Sainte-Chapelle Werke von Antonio Vivaldi.
40 concerti Januar 2018
Im Google Play Store sowie im Apple App Store erhältlich; weitere Infos: www.tomplay.com
Kino: Rigoletto am Royal Opera House
So. 7.1., 23:45 Uhr Oper Regisseur Andreas Homoki insze niert am Zürcher Opernhaus Franz Lehárs populäre Operette, Fabio Luisi dirigiert die starbe setzte Sängerriege.
Zum 75. Geburtstag von Mariss Jansons
nahmen der Deutschen Grammophon synchron zu den Partituren abzuspielen – entweder zum Partiturstudium oder um sich beim Einstudieren der Werke Inspirationen zu holen von den größten Interpreten unserer Zeit.
Düsterer Hofnarr, liebender Vater: Rigoletto am Royal Opera House
I
n den zehn Jahren nach seiner Uraufführung wurde Rigoletto 250 Mal aufgeführt und ist bis heute eine der populärsten Opern überhaupt. Die Oper rund um Rigoletto, dem buckligen Hofnarr des leichtlebigen Herzogs von Mantua, enthält zahlreiche musikalische Höhepunkte.
Unter der Regie von David McVicar betont die Produktion die Grausamkeit im Zentrum der Geschichte von Verdis tragischer Oper. Mit dunklen, von der Renaissance inspirierten Kulissen und Kostümdesigns entwirft die Inszenierung die schockierende und heimtückische Welt, innerhalb derer sich die spannende Erzählung entfaltet. Alexander Joel dirigiert die Aufführung des Londoner Royal Opera House mit Dimitri Platanias in der Titelrolle sowie Michael Fabiano als Herzog von Mantua und Lucy Crowe als Gilda. Di. 16.1., 20:15 Uhr Teilnehmende Kinos: www.rohkinotickets.de
Fotos: Andreas Praefcke/Wikimedia Commons, Royal Opera House, Felix Broede (2)
ZDF
Radio-Tipps
Online: JF Club
Klingende Online-Plattform
NDR Kultur
Ein Jahr »Elphi« Mo. 8.1., 20:00 Uhr Sondersendung G20-Delegationen suchten hier ihre Kurzweil, die KlassikECHOs wurden hier verliehen, und auch eine Menge Konzerte fanden hier statt – das waren die großen Ereignisse des ersten Jahrs der Hamburger Elbphilhar monie. Der NDR blickt in einer Sondersendung zurück. NDR Kultur
Die Fledermaus
Die Violinistin Julia Fischer veröffentlicht auf ihrem neuen »JF Club« eigene Audio- und Videoaufnahmen
U
m Klassikbegeisterte und Fans direkter an ihrem Konzertleben teilhaben zu lassen, hat Julia Fischer den „JF Club“ ins Leben gerufen. Auf dieser Plattform haben regis trierte Mitglieder nun die Möglichkeit, neue Einspielungen der Violinistin zu hören. Darüber hinaus bietet Fischer Texte über ihre Aufnahmen, Konzerte und Einspielideen sowie eine Video- und Bildergalerie. „Ich bewege mich seit zwanzig Jahren im klassischen Musikbetrieb. In dieser Zeit sind mir verschiedene Hemmschwellen aufgefallen, die Menschen den Zugang zu dem wunderbaren Erlebnis eines klassischen Konzertes erschweren“, erklärt Julia Fischer die Beweggründe für die Eröffnung ihrer „JF Club“-Plattform. Die Webseite ist in vier Bereiche gegliedert: Hören, Lesen, Sehen und Treffen. Zum Start hat Julia Fischer für den Be-
reich „Hören“ die sechs Solo sonaten von Eugène Ysaÿe aufgenommen sowie Werke verschiedener Komponisten, die Ysaÿe selbst beeinflusst haben. Sie sind im Streaming in CD-Qualität verfügbar. In einem Text für den Bereich „Lesen“ beschreibt sie, wie zum Beispiel Quiroga, dem Ysaÿe eine Sonate widmete, diese Sonate beeinflusst hat. Unter „Sehen“ finden Clubmitglieder Videos, in denen Julia Fischer erläutert, wie sie jede Sonate selbst erlebt und was ihre Interpretation beeinflusst hat. Der Bereich „Treffen“ ist dabei die Schnittstelle von der virtuellen zur realen Welt: Exklusiv für Clubmitglieder wird es die Gelegenheit geben, Proben mit Fischer zu besuchen oder sie nach einem Konzert zu treffen. Registrierung und weitere Infos: www.jfclub.de
Fr. 12.1., 19:00 Uhr LiveÜbertragung Es ist kein Heim spiel, aber auch keine wirkliche Konzertreise, wenn sich das NDR Elbphilharmonieorchester im Sendesaal des NDR in Hannover die Ehre gibt. Auf dem Programm steht Strauss’ Die Fledermaus. BR-Klassik
Ein Tag mit Mariss Jansons So. 14.1., ab 7:05 Uhr Sondersendungen Praktisch alle Sendungen von BR-Klassik würdigen an diesem Tag den 75. Geburtstag des Dirigenten des BR-Symphonieorchesters mit Themenspecials, zum Beispiel dem Porträt Ich fühle Verantwortung um 13:05 Uhr. Deutschlandfunk
Live aus der Berliner Philharmonie
So. 21.1., 21:03 Uhr Konzert dokument der Woche Drei Komponisten, drei Länder, drei Epochen. Und drei unterschiedli che künstlerische Positionen. In seinem Konzert wirft das Deut sche Symphonie-Orchester Berlin unter Leitung von Manfred Ho neck scharfe Blicke auf die Viel falt der Tonkunst mit Werken von Debussy, Fujikura und Beethoven.
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Diesen Monat neu auf concerti.de/lounge:
Musikalisches 2018 Tipps Nachdem wir Ihnen im Dezember eine Auswahl der schönsten Silvesterkonzerte vorgestellt haben, darf im Januar ein anderer musikalischer Klassiker natürlich nicht fehlen: das Neujahrskonzert. Unsere Redaktion hat sich bundesweit umgeschaut und einige der interessantesten Veranstaltungen für Sie gebündelt. In diesem Sinne: ein frohes (und musikalisch erhebendes) neues Jahr!
Tick, tack, tick, tack HINTERGRUND Unlängst haben die Münchner Symphoniker 100 Metronome für ein Konzert am 17. Januar gesucht, um Ligetis Poème symphonique aufführen zu können. Wir haben uns von diesem Vorhaben inspirieren lassen und uns die Geschichte des Metronoms mit all seinen Anekdoten und erstaunlichen Fakten einmal genauer angeschaut – und für Sie unterhaltsam zusammengefasst.
Wohl bekomms! LIFESTYLE In ein paar Wochen wird concerti das Publikum des Jahres 2017 küren, das von Niehoffs Vaihinger Fruchtsäfte einen Empfang im Wert von 20 000 Euro spendiert bekommt. Bevor die Gewinner anstoßen können, möchten wir Ihnen schon einmal die spektakulären Cocktails des Fruchtsaftherstellers vorstellen, die ebenso neu wie schmackhaft und alkoholfrei sind. 42 concerti Januar 2018
Verlag concerti Media GmbH Hammerbrookstraße 93 · 20097 Hamburg Tel: 040/22 86 886-0 · Fax: 040/22 86 886–17 info@concerti.de · www.concerti.de Herausgeber/Chefredakteur Gregor Burgenmeister (V.i.S.d.P.) Redaktion Jörg Roberts (Chef vom Dienst), Maximilian Theiss (Textchef, MT), Ninja Anderlohr-Hepp (Ressortleitung), Peter Krause (Ressortleitung Oper, PK), Sören Ingwersen (Textredaktion), Verena Kinle (Bildredaktion), Julia Hellmig (JH), Julia Oehlrich, Insa Axmann, Johann Buddecke (JB), Irem Çatı, Hannah Duffek, Nicolas Furchert, Nicole Korzonnek (NK) Autoren der aktuellen Ausgaben Frank Armbruster (FA), Christina Bauer, Helge Birkelbach, Jakob Buhre, Roland H. Dippel (RH), Verena Düren, Andreas Falentin (AF), Christoph Forsthoff, Katherina Knees, Christian Lahneck (CL), Joachim Lange, Georg Pepl, Helmut Peters, Teresa Pieschacón Raphael, Elisa Reznicek, Antje Rößler, Burkhard Schäfer, Christian Schmidt, Mario-Felix Vogt, Annette Zerpner Art Direktion/Gestaltung Tom Leifer, Heidi Meyer, Jörg Roberts, Frauke Schäfers, Matthias Hirt Produktion/Lithographie Alphabeta GmbH Druck & Verarbeitung Mayr Miesbach GmbH Anzeigen Felix Husmann (Verlagsleitung) Tel: 040/22 86 886-20 f.husmann@concerti.de Mirko Erdmann (Leitung Klassikveranstalter, Festivals & Musikindustrie) Tel: 040/22 86 886-16 m.erdmann@concerti.de Gabriele Heesen (Klassikveranstalter & Marken) Tel: 040/22 86 886-32 g.heesen@concerti.de Heidi Meyer (Anzeigen- und Vertriebsassistenz) Tel: 040/22 86 886-18 h.meyer@concerti.de Melanie Berndt (Anzeigendisposition) Tel: 040/22 86 886-27 m.berndt@concerti.de
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Hörgenuss bis zum letzten Ton. Ganz ohne Räuspern oder Husten.
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„Kein Geschenk der Welt könnte schöner sein, als in seinen Armen Walzer zu tanzen. Ob damals auf unserer Hochzeit oder heute mitten auf dem Pazifik.“
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