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GLOBAL SPIRIT BY FUSALP

Die Franzosen hatten schon immer ein feines Gespür für Mode, welche French Chic ausdrückt, aber bei einer globalen Klientel gut ankommt. Alexandre Fauvet, der General Manager, der Fusalp 2014 zusammen mit den Lacoste Geschwistern übernommen hatte, verkörpert diesen globalen MOVE, der sich in der Mode wiederfindet, beinahe perfekt. Immer unterwegs zwischen dem multikulturellen Paris, dem alpinen Hauptsitz in Annecy und neu eröffneten Stores in Peking, Shanghai oder Hangzhou, wirbelt er mit seiner Passion auch durch unser Interview. Die Marke, welche in den 60er Jahren den alpinen Rennsport mit seinen Fuses (daher der Name Fusalp), hautengen Rennhosen und Rennanzügen, so richtig aufmischte (J.C. Killy gewann darin 1968 drei Olympia-Goldmedaillen), hat er in sechs Jahren mit viel Passion wieder auf die richtige Spur gebracht. Sein neuster Coup ist die Kooperation mit Chloé, dem bekannten französischen Modehaus, dessen Wurzeln zum gleichen Gründungsjahr wie Fusalp führen: 1952.

Die zwei Modehäuser führen uns mit ihrer gemeinsamen Kollektion, die exklusiv auf Net-a-Porter gelaunched wurde, auf eine nostalgische Traumreise. Retro-Look paart sich mit modernster Funktionalität. Und Retro ist nicht nur Rückbesinnung auf kulturelle Wurzeln, sondern auch Gegenbewegung zu den immer schnelleren Trendwechseln. Und diese Wurzeln sind durch alle Kollektionen hindurch erkennbar, was der Marke Klarheit verleiht.

Typisch für den MOVE-Aspekt von Fusalp: Das Komfort-Chic-Statement mischt athletischen Vintage-Appeal mit Urban Style. Fusalp will überall und jederzeit tragbar sein. Stadt und Land, Sport, Shopping und Events, fliessen nahtlos ineinander. Bewegte Mode für bewegte Zeiten!

© Studio Picabel

Alexandre, wie geht es Dir und der Marke Fusalp aktuell?

Hinter mir siehst Du den Store in Shanghai, den wir diesen Morgen eröffnet haben. Du siehst, Zeiten wie diese geben uns Super-Kräfte, wir können Dinge (virtuell) über eine Distanz von 10’000km vollbringen!! (lacht) Es ist unglaublich, wie das die Chinesen, aber auch die Südkoreaner geschafft haben. Die führen wieder ein normales Leben, ohne Masken, die Geschäfte boomen. Wir haben in beiden Ländern Stores eröffnet. Wenn man das mit der zum Teil fast depressiven Stimmung hier in Europa vergleicht, die durch Entzug der doch so wichtigen sozialen Kontakte einhergeht, kann man in Asien richtig frei atmen.

Wir haben, sei es zufällig oder visionär, genau im richtigen Moment diesen Schritt nach Asien gemacht und sind darüber überglücklich. Südkorea nimmt dabei in Asien immer mehr die Führungsrolle ein, was Mode, Kunst und Architektur angeht. Seoul ist deshalb unser «Basiscamp». Historisch gesehen war Fusalp in Japan sehr erfolgreich. Dazu muss man wissen, dass Ende der 90er Jahre Japan eine Zeit lang der weltgrösste Markt für Skimode war, bevor es von anderen Nationen wieder überholt wurde. Nun kommen uns da noch die Olympischen Winterspiele in Peking 2022 entgegen, weshalb wir hier die Expansion forciert haben.

Hat sich Fusalp seit 2014 breit etabliert?

Zuerst haben wir einen Store in Paris eröffnet. Das war für uns ein Echtzeit-Laboratorium und gab uns viele Hinweise, im direkten Kontakt mit internationalen Kunden, was gut ist und was wir noch weiterentwickeln müssen. Dann haben wir unser Netz, unsere Verkaufskanäle wie auch unsere Kollektionen kontinuierlich erweitert und in wenigen Jahren den Umsatz mehr als verdreifacht.

Und dies in dramatisch sich ändernden Zeiten…

Genau, unsere Leben werden immer hektischer, viele Menschen sind super-aktiv, den ganzen Tag über, Geschäft, Sport, da wird alles gemixt. Fusalp ist eine Reflektion dieses Zeitgeistes, wo man gleichzeitig viele Dinge tut. Mit unserer Jacke geht man zur Arbeit in München, Zürich oder Paris und am Abend oder zum Wochenende fährt man in der gleichen Jacke Ski. Unser Anspruch, den wir erfüllen wollen, ist elegante Vielseitigkeit. Das gilt nicht für alle Produkte, aber für die Mehrzahl.

Ihr habt viele Kollaborationen mit komplett verschiedenen Marken, Boyfriend, 1080, Chloé. Wie macht ihr das?

Wir sehen das Design unserer Produkte ein wenig wie Architektur. Wenn ich mir den Vergleich mit Roger Federer erlauben darf, der in seiner Art zu spielen Eleganz, Perfektion in Bewegung und Gestik verkörpert. Es gibt eigentlich nichts hinzuzufügen. Diese Charakteristiken wollen wir verkörpern. Und das bedingt eine gewisse Reinheit in der Markensprache. Dann will man aber auch «Fun» haben. Da kommen die Farben ins Spiel, welche Mathilde Lacoste, unsere Art Directrice, so wunderbar beherrscht. Kollaborationen wie diejenige mit Chloé kamen gar nicht wegen des Marketings zustande. Da haben sich zwei unabhängige kreative Geister getroffen und sich über das Verständnis von französischer Eleganz unterhalten. Zwischen dem ersten Treffen und der nun lancierten Kollektion vergingen zwei Jahre intensive Gespräche und Entwicklungsarbeit mit dem Ziel, etwas Einzigartiges hervorzubringen. Nun bin ich überglücklich mit dem Resultat.

Hinter klaren und «einfachen» Produkten steht also manchmal sehr komplexe Vorarbeit?

Absolut, es ist extrem schwierig, Einfachheit und Klarheit mit all diesen Anforderungen zu vereinen.

Man spürt aus jedem deiner Worte Engagement und Passion. Wie wichtig ist dies im Fusalp-Alltag?

Gute Frage. Hier eine kleine Anekdote: als ich 2014 als General Manager bei Fusalp an- und vor die Belegschaft trat, hatte ich einen Zettel in der Hand und da stand ein Wort drauf: PASSION! Es geht letztendlich nicht um Geld, sondern der Antrieb für unser Alltags-Abenteuer ist Leidenschaft. Sie drückt sich letztlich in Qualität aus und im Bestreben, möglichst wenige Kompromisse zu machen. Dann macht es allen Spass, ein tolles, fast perfektes Produkt in Händen zu halten.

Doch am nächsten Tag überlege ich bereits wieder, was ich im Hinblick auf 2023 und 2024 verbessern kann (lacht)...

© Studio Picabel

Chloé x Fusalp skiwear capsule along with coldweather silhouettes that channel après-ski style.

© Studio Picabel

Alexandre Fauvet

© Théo Saffroy

WWW.FUSALP.COM | 74016 Annecy Cedex | France

Interview: Daniel Chardon

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