MAGAZIN
# 06 / Juni 2016
Grosseltern
# 06 / Juni 2016
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Grosseltern Das Magazin über das Leben mit Enkelkindern
Bobby-Car, Scooter und Skateboard Auf was Kinder am liebsten herumrollen (S. 28)
Susanne Stöcklin-Meier Die Bestsellerautorin weiss alles über Versli, Sprüche und Kniereiter (S. 22)
Die Sexologin weiss Rat Wie man sich die Leidenschaft erhält (S. 34)
R N E A S F UN STER S Ö R G kaum er. (S. 36) t s s a nd rp oli ve er Enkelki p a N ppe sein Giuse sballspiel s ein Fu
Grosseltern MAGAZIN CHF 9.50 EUR 8.50
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~ Magazin ~ EDITORIAL
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Die Macht der Verse M
eine Mutter ist ein Versli-Fan. Als ich ein kleines Kind war, sagte sie zu meiner Freude ständig Sprüche, Reime und Fingerverse auf oder nahm mich auf die Knie, um «Hoppe hoppe Reiter» mit mir zu spielen. Heute macht sie das zu deren grossem Vergnügen mit meinen Kindern. Meine Mutter hatte die Sprüche und Verse von ihren Grosseltern gelernt. Zugleich schöpfte sie Inspiration aus den Büchern einer Frau, die etwa gleich alt ist wie sie. Sie heisst Susanne Stöcklin-Meier und hat mit 21 Jahren begonnen, in der Schweiz Verse, Sprüche, Kniereiter und Reime für Kinder zu sammeln. Ihre Bücher wurden Bestseller – und sind es bis heute geblieben. Als mein Sohn auf die Welt kam, war eines der ersten Geschenke, das wir von meinen Eltern bekamen, das Buch «Verse, Sprüche und Reime für Kinder» von Susanne Stöcklin-Meier. Meine Redaktionskollegin Melanie Borter hat die Bestsellerautorin in ihrem Wohnort in Diegten BL besucht und mit ihr über die Wichtigkeit und Macht der Verse gesprochen. Wer seinen Kindern und Enkelkindern Sprüche und Reime aufsagt, kommt ihnen nahe, fördert das Sprachgefühl und trägt viel zum Spracherwerb bei. Das Porträt über die sympathische und beeindruckende Susanne Stöcklin-Meier finden Sie auf Seite 22.
Kinder hören nicht nur gerne Verse, sie rollen auch gerne herum – auf Bobby-Cars, Trottinetts, Skateboards oder Rollschuhen. Welche rollenden Sportgeräte es heute gibt, was man beachten muss und ab welchem Alter sie sich für Kinder eignen, erfahren Sie ab Seite 18. Auch Fussball fasziniert viele Kinder (und Erwachsene). Gerade jetzt, kurz vor Beginn der Europameisterschaft, steigt das Fussballfieber in vielen Familien nochmals deutlich an. Wir haben den Grossvater Giuseppe Napoli begleitet, der die Spiele seiner drei Enkelkinder Amelie, Lionel und Cedric regelmässig an der Seitenlinie verfolgt. Die Reportage aus Niederweningen lesen Sie auf Seite 36. •
GEORG GINDELY Chefredaktor georg.gindely@grosseltern-magazin.ch # 06 ~ 2016
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INHALT # 06 / Juni 2016
Wenn sie erzählt, staunen die Kinder
Susanne Stöcklin-Meier ist Expertin für Kinderspiele und Sammlerin von Versen und Geschichten für Kinder. Wir erzählen ihre Geschichte. (S.22)
Bald kommt der Bruder
Die schwangere Mutter ist im Spital und hofft, dass ihr zweites Kind nicht zu früh auf die Welt kommt, der dreijährige Maximilian ist derweil bei Oma Viviane. Wir hören ihnen zu. (S.6)
In Bewegung
Für jedes Kind ein Gerät, das fährt. Wir zeigen die besten rollenden Spielzeuge für Kinder. (S.28)
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~ Magazin ~ INHALTSVERZEICHNIS
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Magazin Editorial Inhaltsverzeichnis Leserbriefe Impressum & Vorschau
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Hintergrund 3 4 20 81
Generationengespräch Maximilian ist bald drei und bekommt einen Bruder. Oma Viviane erzählt er, wie das Baby aus dem Bauch kommt.
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Die Goldmarie Wie Susanne Stöcklin-Meier zur Expertin für Kinderspiele und Kindersprüche wurde.
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Was Kinder bewegt Rollende Spielgeräte faszinieren die Kleinen. Wir stellen Klassiker
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Neu entdeckte Sexualität Sexualität kann eine befreiende und lustvolle Lebenskraft sein – auch im Alter.
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Auf dem Fussballplatz Wenn seine drei Enkelkinder spielen, steht Nonno Giuseppe am Spielfeldrand.
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Werte vermitteln und Brücken bauen Grosseltern beeinflussen ihre Enkel. Aber wie? Die Wissenschaft hat dazu ein paar Thesen und wir die passenden Tipps.
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Anderswo Die 70-jährige Berberin Aïscha Aitcheikh lebt mit ihren zwölf Enkelkindern in Tinfou, dem marokkanischen Tor zur Wüste. Kolumnen Brief an Louisa Aus der Praxis GrossmütterRevolution Gesundheitskolumne Schlusswort
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Unterwegs Ein Besuch in Interlaken und drei Wanderungen zwischen Männlichen und Eigergletscher in der Jungfrauregion
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Rezept Ein Zopf von ganz besonderer
und Neuheiten vor.
Sammelsurium
Meine Grosseltern Altbundesrat Adolf Ogi erinnert sich an seine Grosseltern und an sein Heimweh als Kind.
Service
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Herkunft: der Rapunzelzopf
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Basteln Blühende Kronen aus Moosgummi und Blumen – und eine lachende Uhr aus Wolle und einem alten Wähenblech
Digital Spiele Lesetipps Tipps vom Kinderarzt Gesundheit Wettbewerb Marktplatz Fotoratgeber Rätsel Comic
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65 66 68 70 71 74 75 77 78 80
Š Fabrizio Fraticelli
~ Magazin ~ GENERATIONENGESPRÄCH
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Maximilian Viviane P
lötzlich gab es eine Zäsur im Leben des knapp dreijährigen Maximilian, als seine schwangere Mutter ins Zürcher Unispital eingeliefert werden musste. Grund dafür waren die Wehen, die plötzlich einsetzten, viele Wochen bevor das ungeborene Geschwisterchen von Maximilian zur Welt kommen sollte. Mit seiner Oma Viviane sprach der Enkelbub über die veränderte Situation und die Vorstellungen von seinem zukünftigen Bruder.
Oma Viviane: Bald kommt dein Bruder auf die Welt. Maximilian: Er heisst Tschilli-TscholliTschulli ... Oma: Ein lustiger Name ... sagst du ihm so? Maximilian: (fährt unbeirrt fort) Er heisst auch noch Werner wie Opa. Oma, du heisst auch Werner, und Papi und Mami und alle in der Familie heissen Werner. Dann haben wir fünf Werner, oder sieben ... Oma: Tschilli-Tscholli-Tschulli ist aber noch nicht da. Maximilian: Er ist im Bauch von Mami, und Mami ist beim Doktor (Maximilian meint im Spital). Manchmal kommen viele Leute herein, die sind alle weiss. Oma: Weisst du, warum Mami beim Doktor ist? Maximilian: Tschilli-Tscholli-Tschulli muss noch grösser werden, und dann muss Mami ganz doll drücken, dann kommt er aus dem Bauch raus. Jetzt ist er noch drin. Oma: Papi ist aber nicht beim Doktor ... Maximilian: Nein, der muss arbeiten, er ist im Büro. Oma: Heute hast du Mami im Spital besucht ...
Maximilian: Wir fuhren mit dem Bus, und ich war ein Tiger ... (Er beginnt zu fauchen und versucht ein furchterregendes Gesicht zu machen). Oma: (muss lächeln, weil der kleine blonde Tiger so drollig aussieht) Und du hast Mami ein Geschenk gebracht. Weisst du noch, was es war? Maximilian: (flüstert es Oma ins Ohr) Muesch du säge... Oma: Es war ein Heft und ein Stift, damit Mami alles aufschreiben kann. Maximilian: Ich habe schon hineingeschrieben und Tante Cécile auch. Oma: Ja, das stimmt. Und wo bist du denn, wenn Mami beim Doktor und Papi im Büro ist? Maximilian: Bei Oma und Opa, und es gibt Milchreis und Ravioli! Manchmal auch Herdöpfelstock und Fleisch und Rüebli. Oma: Weisst du, wann dein Bruder denn rauskommt? Maximilian: (versucht mit dem Daumen den kleinen Finger herunterzudrücken und streckt dann die verbleibenden drei Finger majestätisch in die Höhe) Wenn ich drei bin, kommt er raus. Oma: Dann muss er noch ein paar Wochen warten. # 06 ~ 2016
Maximilian: Und wenn er dann nicht kommt, gehe ich zu ihm und rufe «Schlafkäppli» ... Und wenn er dann da ist, ist er ganz schrumplig, und ich bin nicht mehr schrumplig, ich bin ein grosser Junge ... Oma: Was machst du mit ihm, wenn er da ist? Maximilian: Ich halte ihn ganz fest im Arm, gebe ihm die Krone und einen Kuss und spiele mit ihm. Oma: Was spielst du denn mit ihm? Maximilian: Ich halte ihn an den Füssen, der Kopf ist unten, er ist nämlich noch klein und kann nicht laufen. Oma: Wie soll denn das gehen, wenn er nicht laufen kann? Maximilian: Mami trägt TschilliTscholli-Tschulli, und Papi trägt mich, das geht. ~VS
Nachtrag: Kurz vor Drucklegung dieser Ausgabe und fünf Tage nach Maximilians drittem Geburtstag ist sein kleiner Bruder Paul Aaron auf die Welt gekommen. Obwohl immer noch um einige Wochen zu früh, geht es ihm gut. Die ganze Familie ist nun glücklich zu Hause vereint.
Wollen Sie und Ihr Enkelkind auch einmal beim Generationengespräch mitmachen? Wir kommen gerne zu Ihnen und hören Ihnen zu. Melden Sie sich bitte bei redaktion@grosseltern-magazin.ch
Scott-Hendryk Dillan
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~ Zitat ~
«JEDEN SONNTAGMORGEN UM SIEBEN DURFTE ICH ZU MEINER GROSSMUTTER INS BETT KRIECHEN. DANN ERZÄHLTE SIE MIR MÄUSEMÄRCHEN, DIE SIE FÜR MICH IMMER WIEDER NEU ERFAND.» Buddy Elias (1925 – 2015) war Schauspieler, Eiskunstläufer und Clown. Er bewahrte das Vermächtnis seiner Cousine Anne Frank und war unter anderem Präsident des Anne Frank Fonds.
~ Tipp ~
LUDOBOX: ONLINE SPIELZEUG AUSLEIHEN
Der New Yorker Ari Seth Cohen fotografiert seit Jahren gut gekleidete Menschen in den besten Jahren, die er zufällig auf der Strasse trifft. Die Bilder veröffentlicht er mit kleinen Texten auf seinem Blog «Advanced Style», den wir an dieser Stelle bereits vorgestellt haben. Der Blog kommt so gut an, dass der 33-jährige Cohen nun bereits ein zweites Buch veröffentlicht hat. Es heisst «Advanced Style: Older and Wiser», ist eben im Verlag Power House Books erschienen und kostet rund 40 Franken. ~GG
Womit spielt ein Kind wirklich gern? Was interessiert länger als ein paar Tage? Herausfinden kann man das, wenn man die Spielsachen nicht kauft, sondern mietet. Ähnlich wie in der Ludothek wählt man bei ludobox.ch aus Spielsachen und Spielen aus, bestellt diese aber per Mausklick, und erhält sie innert zwei Tagen zugeschickt. Abgerechnet wird über Flatrates. Das bedeutet: Man wählt ein Abo und zahlt einen monatlichen Betrag – Versand inklusive. Es werden didaktisch wertvolle und ökologisch sinnvolle Spielsachen bei ludobox. ch angeboten. Auch Hygiene ist wichtig: Nach jeder Rücksendung wird die Ware überprüft und gereinigt. ~MT
www.advancedstyle.blogpost.com
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~ Blog ~
ÄLTER, WEISER – UND NOCH BESSER ANGEZOGEN
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~ Magazin ~ SAMMELSURIUM
9 ~ Kindermund ~
~ Trend ~
BABY-PLANNER SIND IM KOMMEN Zu keiner Zeit waren die Möglichkeiten für werdende Mütter und Väter so vielfältig wie heute, und zu keiner Zeit so viele Informationen zur Schwangerschaft und zum Kinderkriegen verfügbar. Dass sich da manche Frau und viele Männer überfordert fühlen, liegt auf der Hand. Dass geschäftstüchtige Menschen da einen Markt wittern, ist die logische Folge. Maternity Coach, Schwangerschafts-Concierge oder Baby-Planner nennen sich Menschen, welche die ganze Planerei rund ums Kinderkriegen übernehmen. Sei es die Suche nach der passenden Hebamme oder dem richtigen Krankenhaus, die Unterstützung bei der Baby-Erstausstattung oder dem Bestellen der Geburtsanzeigen: Die persönlichen Begleiterinnen wissen, was wann zu tun ist. Ist diese Berufsgattung in den USA schon en vogue und in Deutschlands Städten so richtig am Kommen, hält sich das Angebot in der Schweiz aber noch sehr in Grenzen. Gerade mal drei Anbieter dieser Dienste konnten wir ausmachen – alle in der Westschweiz. Wir sind jedoch sicher, dass dieser Trend bald auch die Deutschschweiz erreichen wird. Obwohl wir finden, dass werdende Grosseltern mit Abstand die besseren Baby-Planner sind als professionelle Anbieter. ~MB Baby-Planner in der Schweiz: www.babybelly.ch, www.lausannemom.com, www.secretsdemaman.net
«WÄNN S FÜÜR USSCHTIRBT» Unsere Enkeltochter (bald 3-jährig) sagte nach einem «Bröötle im Wald», als wir heimkehren wollten: «Nei, ich gang erscht hei, wänn s Füür uusgschtorbe-n-isch.» ANNE-MARIE UND PETER PRÉVÔT, USTER
Hat Ihr Enkelkind auch etwas Lustiges gesagt? Schicken Sie Ihren Text für die Rubrik «Kindermund» an redaktion@grosselternmagazin.ch oder Grosseltern-Magazin, Kronengasse 4, 5400 Baden. Vielen Dank!
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~ Magazin ~ SAMMELSURIUM
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Im K in von LIZ SUTTER (Text) und THOMAS BURLA (Foto)
~ Prix Chronos ~
AUSZEICHNUNG FÜR «MEIN DSCHINN» VON LUKAS HARTMANN Lukas Hartmann wurde Anfang Mai in Luzern der Generationenpreis Prix Chronos 2016 verliehen, ein Gemeinschaftsprojekt von Pro Senectute und Pro Juventute. Die mit 2000 Franken dotierte Auszeichnung, deren Ziel der Austausch zwischen den Lebenswelten von Alt und Jung ist, wurde dem Autor im Luzerner Verkehrshaus überreicht. Über tausend Jugendliche und Senioren hatten im vergangenen Jahr gemeinsam gelesen und aus vier nominierten Büchern ihr Lieblingsbuch gewählt. Hauptfigur von «Mein Dschinn» ist der elfjährige Lars. Er hält es im Kinderheim nicht mehr aus und haut ab: Lars will zu seiner Mutter, auch wenn keiner weiss, wo die ist. Ihr letzter Brief kam aus Indien. Aber Indien ist weit weg. Gut, dass Lars ein alter Mann namens Kol zu Hilfe kommt, der geheimnisvolle Kräfte zu haben scheint. «Mein Dschinn» (Diogenes Verlag, 24.90 Franken) ist ein packender Abenteuerroman für Kinder, an dem auch Grosseltern grosse Freude haben – ein generationenverbindendes Buch eben. ~GG © Bernard van Dierendonck
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ENTDE useum WC-Pa CK T pier
Alltäglicher Luxus
eute gibts WC-Papier im 6er, 9er oder 12er Pack. Früher, als die Hausfrau noch jeden Tag einkaufen ging, besorgte sie meist nur eine einzelne Rolle. Die gabs im Tante Emma-Laden, aber auch in der Papeterie, wie die Aufschrift «Papyrus» verrät. Für 200 Coupons locker gerolltes «Moli Krepp» ging man in die Grands Magasins Jelmoli. SCHMIRGELHART STATT SCHMUSEWEICH Verglichen mit den mehrlagigen supersoften Tissues, mit denen wir heute unsere Hintern verwöhnen, war Klopapier aus Krepp ziemlich rau. Das «Closett-Papier Nr. 118-3» daneben war garantiert nicht saugfähig und zudem superdünn. Nur so passen 400 Abrisse auf eine so schmale Rolle. RECYCLING ANNO DAZUMAL In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts verwendeten die meisten Leuten einfach alte Zeitungen. Die wurden auf handliche Grösse zugeschnitten und manchmal in ein eigens dafür angefertigtes Holzkästchen gesteckt. Im Vergleich dazu waren die Rollen mit den eleganten Banderolen wahre Luxusartikel. Ganz zu schweigen vom Heftchen mit den «50 Serviettes hygiéniques» für unterwegs. • In der Rubrik «Entdeckt» stellen wir jeden Monat Trouvaillen aus dem Schweizer Kindermuseum in Baden vor. www.kindermuseum.ch
~ Elternsprüche ~
«SO LANG DU DIINI FÜESS UNDER EUSEM TISCH HESCH ...» Kurze Sätze, die unser Leben begleiten. Gesammelt von Beat Gloor.
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~ Magazin ~ SAMMELSURIUM
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BEVÖLKERUNG DER SCHWEIZ NACH ALTER 4 000 000 3 500 000 3 000 000 2 500 000 2 000 000 1 500 000
~ Statistik ~
FRAUEN WERDEN ALT, MÄNNER AUCH – ABER NICHT SO OFT
1 000 000 500 000 – 0-19
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Quelle: STATPOP Jährige Jährige Die Bevölkerung der Schweiz altert. Diese Tatsache erstaunt wohl niemanden. Sie tut dies aber auch statistisch gesehen – und das ist eine Meldung wert: Aktuell leben leicht mehr über 64-jährige als unter 20-jährige Frauen in der Schweiz (19,9 Prozent der Frauen sind über 64 Jahre alt, 19,4 Prozent unter 20 Jahre). Dies meldete das Bundesamt für Statistik letzten Monat und titelte «Die Bevölkerung altert». Denn auch bei den Männern sind die älteren Semester auf dem Vormarsch: Aktuell ist jeder sechste Mann in der Schweiz über 64 Jahre alt. Besonders interessant sind diese Zahlen natürlich hinsichtlich
der Rentenreform: Auf 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren fallen 29 Personen im Pensionsalter. Und: «Die demografische Alterung setzt sich fort», schreiben die Autoren. Übrigens ist auch die Zahl der über Hundertjährigen um 0,6 Prozent gestiegen, aktuell leben 1565 Personen, die 100 oder älter sind, in der Schweiz – überwiegend Frauen. Nur gerade 291 davon sind Männer. ~MB Grosseltern | deutsch | TCS-Club > Familie | Format 210 x 138 mm | DU Verlag: 11.04.2016 | Erscheinung: 29.04.2016 Anzeige
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über 64 Jährige
~ Magazin ~ SAMMELSURIUM
12 ~ Einkaufen ~
~ Enkels Liebling ~
GROSSELTERNARBEIT BEI HELVETAS
SPASS MIT DEM SPRINGSEIL
Der Helvetas-Shop in Zürich und im Internet ist aus vielen Gründen einen Besuch wert. Die angebotetenen Produkte stammen aus fairer Produktion, und neu arbeitet die Entwicklungsorganisation, die sich in 32 Ländern für benachteiligte Menschen einsetzt, auch mit Schweizer Designerinnen und Designern zusammen, deren Entwürfe von Produzenten aus Helvetas-Projekten umgesetzt werden. Bei der Herstellung vieler Produkte sind Grosseltern involviert. Dazu gehören die Produkte aus Bio-Baumwolle aus Westafrika, vor allem aber auch die Kuscheltiere, Badetücher und Waschhandschuh-Sets aus dem ägyptischen Projekt Sekem (oben im Bild). Eine Grossmutter entwirft die Kuscheltiere, ein Grossvater arbeitet in der Produktion mit. Das zeigt: Helvetas setzt sich zwar gegen Kinderarbeit ein – ist aber in keiner Weise gegen Grosselternarbeit. ~GG
Simpler kann ein Sportgerät nicht sein. Mensch, Seil, fertig. Und hüpfen kann jeder. Dass das dann doch nicht ganz so einfach ist, merken alle, die sich schon mal am Seilhüpfen versucht haben. Wer zu hoch hüpft, hat sehr schnell keine Puste mehr. Wer zu schnell oder zu langsam ist, hat das Seil häufiger zwischen den Beinen als in der Luft. Wer Seilschwung und Sprung nicht in Einklang bringen kann, bleibt frustriert. Genialerweise verfügt das Seil über verschiedene Schwierigkeitsgrade: Je besser man es im Griff hat, desto anstrengender wird es. Die Kinder mögen wohl eher das Spielerische am Springseil, während die Erwachsenen das effiziente und günstige Fitness-Gerät darin schätzen. Es lässt sich sogar zum Teamsport ausweiten, es ist dann vielleicht nicht mehr ganz so ertüchtigend, macht aber umso mehr Spass. Erstaunlich, wie viel wir mit einem einfachen Strick anfangen können. ~RH
Helvetas-Fairshop, Weinbergstrasse 24, Zürich www.fairshop.helvetas.ch
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~ Magazin ~ MEINE GROSSELTERN
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«Ich trainierte Stabhochsprung über den Seebach» Als Kind erlebte Adolf Ogi spannende und abenteuerliche Momente bei seinen Grosseltern mütterlicherseits im Oberaargau. Trotzdem hielt es «Döfi» höchstens drei Tage am Stück bei ihnen aus.
ADOLF OGI (73) Adolf Ogi war von 1987 bis 2000 Bundesrat und zweimal Bundespräsident. Seit seinem Rücktritt engagiert er sich in zahlreichen Organisationen und Stiftungen, unter anderem bei der NGO «Right to Play» und bei der Stiftung «Freude herrscht», die er im Andenken an seinen Sohn Mathias gegründet hat.
I
ch habe all meine Grosseltern noch gekannt. Die Eltern meines Vaters wohnten in Kandersteg im gleichen Haus. Grossvater Fritz war Bergführer und Hüttenwart in der Fründehütte oberhalb des Oeschinensees. Dort verbrachte er zu sammen mit Grossmutter Margrit jeweils
die Sommermonate. Das war ein hartes Leben, denn es gab noch keine Sesseli bahn zum Oeschinensee. Jedes Brot, jedes Kilo Salz musste zu Fuss in einem drei bis vierstündigen Marsch hinaufgetragen werden. Später war ich oft dort oben, aber als meine Grosseltern die Fründehütte # 06 ~ 2016
Frei lu Ado f tbad: d lf O g er k von l i G r o in G e s e in e e s s va t e r F ll s c h af t r i t z. führten, war ich
für den Aufstieg noch zu klein. Als ich etwa sieben oder acht Jahre alt war, starben Fritz und Margrit kurz nacheinander. Zudem verunglückte ein Onkel, der ebenfalls Bergführer gewe sen war. Ich erinnere mich an eine Zeit der Trauer; ich konnte nicht begreifen, was geschehen war. Meine Eltern, die mich mit viel Liebe und Einfühlungsver mögen erzogen haben, versuchten mir zu erklären, was das ist, der Tod. Trotz dieser Schicksalsschläge, die zum Leben gehören, hatte ich eine wunderbare gol dene Kindheit. Die Eltern meiner Mutter wohnten im bernischen Oberaargau, in Heimenhausen bei Herzogenbuchsee. Grossvater Karl war Schmied und Hufschmied, und ich schaute ihm voller Bewunderung zu, wie er die glühenden Eisen kunstvoll schmie dete und die Pferde beschlug. War es ein ruhiges und folgsames Pferd, durfte ich es auch mal selber halten. Gleich neben der Schmitte floss der See bach, ein höchstens zwei Meter breites Bächlein. Dort trainierte ich als Kind Stabhochsprung und katapultierte mich mit Hilfe eines Stocks von einem Ufer ans andere – bis ich einmal im Wasser landete! Worauf Grossvater die Grossmutter rief und verkündete: «Dä Doufeli isch i Seebach keit!» Dieser Name war mir etwas fremd, zu Hause nannte man mich Döfi. Gross mutter Lisebeth kam und wickelte mich in ein Leintuch, bis meine Sachen wieder trocken waren. Kleider zum Wechseln hatte ich keine dabei, denn ich hielt es höchstens drei Tage in Heimenhausen aus. Das lag nicht an den Grosseltern, ich hatte einfach furchtbar Heimweh nach meinen Eltern und nach den Bergen.~LS
~ Magazin ~ SAMMELSURIUM
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~ Kindermund ~
DIE «KLEINE MAMA» Meinen dreieinhalbjährigen Enkel Eric hole ich ab und zu in der Kinderkrippe ab. Kürzlich wollten wir einen gemütlichen Abend zusammen verbringen. Seit sein kleiner Bruder da ist, strahlen seine Augen aber nicht mehr so beim Abholen, und sein Gesicht betrübte sich so sehr, dass auch schon die ersten Tränen kullerten. «Ich möchte nicht zur grossen Mama (Grossmama) gehen, ich möchte zur kleinen Mama heim», sagte er. Den gemütlichen Abend verbrachten wir dann bei der «kleinen Mama», die notabene zehn Zentimeter grösser ist als ich. BRIGITTA ELMER, THALWIL
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Glitzerwelt FIFA
eit Februar gibt es Fussball im Museum – für die museumsbegeisterte, aber fussballignorante Oma endlich eine Chance, die Faszination für dieses Spiel zu verstehen? Das FIFA Fussball-Museum in Zürich ist eine glitzernde, ungebrochene Feier des Weltfussballes, voller Spiegel und überlebensgrosser Bildschirme. Schweiss, Dreck am Trikot, Bierdunst, Hooligans, Korruption – in dieser cleanen Fussball-Inszenierung ist nichts dergleichen zu finden. Einige der ausgestellten Inhalte sprachen mich aber tatsächlich an: Ein Quiz, bei dem ich als Schiedsrichter Entscheide treffen musste, ein Hightech-Gerät, das mir Fussballtänze beibrachte, kuriose Nebenschauplätze (Schiedsrichter als Voodoo-Figur), die Kabine, in der man wie ein echter Reporter ein Spiel kommentieren muss, der riesige Fussball-Flipper. Sehr nett war die Aufsicht, die mir ihre Lieblingsgeschichten zu den Weltmeisterschaften erzählte. Kinder werden hier gut abgeholt, auch mit einem «Kids Trail» durchs ganze Museum samt Rätselbuch. Ich könnte mir vorstellen, öfter mit ein paar Kindern zum Flipper- und Torschiessen vorbeizuschauen, eine Runde zu töggele und dann abzuhängen bei den vielen Fussball-Comics (von denen es keines im Shop gibt). Nur leider ist mir das zu teuer: Wo andere Zürcher Museen gratis bis 16 Jahre sind, zahlen hier Kinder ab 7 Jahren 14 Franken Eintritt, Erwachsene 24 Franken. Aber sicher komme ich einmal mit den Enkelinnen, sobald sie einen Ball ordentlich schiessen können! •
de.fifamuseum.com Eli Wilhelm, 56, ist Kulturvermittlerin und Grossmutter. Mit Enkelinnen, befreundeten Kindern und Jugendlichen testet sie regelmässig Museen und veröffentlicht Beiträge darüber auf ihrem Museumstester-Blog. www.museumstester.ch
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~ Abenteuer ~
VIER TAGE DRAUSSEN Grosseltern und Enkelkinder können diesen Sommer vier Tage zusammen in der Natur verbringen: Das erste «GenerationenKittCamp» wird durchgeführt. Am Informationstag (Bild) nahmen Ende April laut den Organisatoren fünf Grossmütter mit sieben Enkelkindern teil und meldeten sich anschliessend für das Camp an. Es findet vom Montag, 11. Juli, bis Donnerstag, 14. Juli, statt. Gekocht wird am Feuer, übernachtet unter freiem Himmel. Das Buch «Grossvater und die Wölfe» von Per Olov Enquist (siehe auch Seite 69) wird als roter Faden durch das Camp führen. Das Angebot richtet sich an Grosseltern und ihre Enkelkinder im Alter von 5 bis 12 Jahren, Anmeldungen sind weiterhin möglich. Übrigens: Auch Grossväter und ihre Enkelkinder dürfen mitmachen! ~GG www.generationenkittcamp.jimdo.com © Daniel Busslinger
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Ab in den Urlaub mit den Enkelkindern!
ltern nen Grosse Bei uns kön n! e gratis wohn
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~ Magazin ~ SAMMELSURIUM
~ Das Bild ~
DIE QUEEN UND IHRE KINDESKINDER Unser Lieblingsbild der letzten Wochen stammt von Starfotografin Annie Leibovitz und zeigt die Queen mit ihren zwei jüngsten Enkeln (den Kindern von Prinz Edward, links) und ihren fünf Urenkeln. Aufgenommen hat Leibovitz das Bild im Rahmen des 90. Geburtstags der Queen. ~GG
© Annie Leibovitz
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Foto: Schweizerische Nationalbibliothek, Eidgenössisches Archiv für Denkmalpflege: Archiv Rudolf Zinggeler
valle bavona Ein Tessiner Bergtal wie kein anderes Ausstellung im Heimatschutzzentrum Villa Patumbah Zollikerstrasse 128, 8008 Zürich Mi, Fr, Sa 14–17 Uhr, Do/So 12–17 Uhr www.heimatschutzzentrum.ch
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~ Magazin ~ SAMMELSURIUM
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~ Wie uns unsere Enkelkinder nennen ~
«I BI EIFACH Z GROSI, WIS BI ÜS IM BÄRNER OBERLAND ÜEBLECH ISCH» Letzten Monat stellten wir auf unserer Facebook-Seite die Frage, wie die Enkelkinder Sie nennen. 89 Grosseltern antworteten uns – die vielen Kommentare haben uns sehr gefreut. Die Namen Grosi und Nani oder Neni wurden am meisten genannt: «I bi eifach z Grosi, wis bi üs im Bärneroberland üeblech isch», schrieb eine Grossmutter. Aber auch exotischere Namen fielen: Avi für Opa und Avia für Oma, das sei katalanisch, und weil die anderen Grosseltern in Serbien leben, werden diese Deka (Opa) und Baka (Oma) genannt. Wieder eine andere Enkelin hat eine schwedische Grossmutter und nennt sie deshalb Mormor. Auch lustige Namen wurden genannt: «Ich werde von meinen sechs Enkelkindern Lumpi-Oma genannt, da wir einen Hund hatten, der Lumpi hiess», schreibt eine Grossmutter. Kindliche Erfindungen sind immer besonders, wie etwa die Bezeichnung Mamutti: «Mein Sohn nennt mich Mueti, meine Tochter Mama. So hat eine meiner Enkelinnen die beiden Namen zusammen vermischt», so die Erklärung. Oder die liebevolle Bezeichnung Mamami, weil die Grossmutter doch die Mama von Mami sei, erklärte die Enkelin. Aber auch ohne kindliche Begründung sind erfundene Namen wie Uma
~ Trennungen ~
ALL EINER ZIEH ENDE Wortspiele von Beat Gloor
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und Boba, Mimama und Pipapa besonders schön. ~MB Folgen Sie uns auf Facebook www.facebook.com/grosselternmagazin
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Die verlorene Generation Die syrischen Flüchtlingskinder brauch
Der Krieg in Syrien trifft die Kinder am schlimmsten. Sie sind heute auf Überlebenshilfe angewiesen. Und es droht ihnen eine Zukunft ohne Perspektive. Mehr als 700 000 Flüchtlingskinder können keine Schule besuchen.
en dringend unsere Hilfe Damit diese Kinder nicht zu einer verlorenen Generation werden, sind wir jetzt dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Spenden Sie jetzt 50 Franken: SMS mit Text SYRIEN 50 an 227
~ Magazin ~ ANDERSWO
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17-Stunden-Arbeitstag im 19-Personen-Haushalt Die Berberin Aïscha Aitcheikh lebt im marokkanischen Dorf Tinfou das Leben, das schon ihre Vorfahren lebten. Auch ihren Enkelkindern möchte sie das einfache Glück inmitten der Grossfamilie weitergeben. behandle alle in meiner Familie gleich», betont sie. Aïscha ist eine Berberin. Achtzig Prozent der Marokkaner stammen von den Berbern ab; die meisten von ihnen sind mittlerweile arabisiert. Die traditionellen Berbergemeinschaften sind dafür bekannt, sich um die Frauen herum zu organisieren. In den gros sen Städten werden die Berberdörfer als etwas rückständig betrachtet. Gleichzeitig beneiden die Städter sie um ihren einfachen, von Hektik und Habsucht verschonten Lebensstil. AÏSHA TANZT MIT DEN ENKELN
Jeden Tag ab fünf Uhr morgens im Einsatz: Aïscha (mit rosarotem Kopftuch und schwarzem Rock) mit Tochter, Schwiegertochter und sechs Enkelkindern.
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er Aïscha Aitcheikh von weitem sieht, könnte sie für eine junge Frau halten. Die Siebzigjährige bewegt sich schnell und zierlich wie eine Gazelle. Sie wohnt mit ihren Nachkömmlingen in einem grossen Lehmhaus im marokkanischen Tinfou. Das Dorf liegt sieben Autofahrtstunden östlich von Marrakesch, in einer Region, die als «Tor zur Wüste» bekannt ist. Es ist Frühling und dreissig Grad warm. Aïscha sitzt am Boden neben einem winzigen Kochherd. Sie kocht Minztee, verteilt Datteln, hört zu, redet und lacht. Sie ist
FOU TIN
es gewohnt, alles gleichzeitig zu machen. Zwischen fünf Uhr morgens und zehn Uhr abends führt die Familienälteste ihren neunzehn-köpfigen Haushalt. TEILEN IN DER GROSSFAMILIE Die Grossfamilie teilt auf, was vorhanden ist: den Platz, die Einkommen und Aïschas Liebe und Aufmerksamkeit. Die zwölf Enkelkinder betreut Aïscha zusammen mit ihrer Tochter und ihren Schwiegertöchtern. Die Grossmutter sieht dabei keinen Grund, ihre Enkelkinder mehr zu verwöhnen als damals ihre Kinder. «Ich # 06 ~ 2016
«Jeddah» nennen Berber ihre Omas. Jeddah Aïscha tanzt und singt gerne mit ihren Enkeln. «Etwa so», sagt sie und trommelt auf einer Plastikdose. Alle lachen, ausser der einjährigen Selma, die mit einem Tuch an den Rücken ihrer Mutter gebunden ist und noch nicht gelernt hat, wie sie sich die vielen Fliegen vom Leib halten muss. Was denn mit dem «ruhigen Lebensabend» sei? Aïscha zieht die Augenbrauen hoch und sagt: «Ich habe schon als Kind davon geträumt, eine Grossfamilie zu gründen. Sogar wenn ich mit dem Stock laufe, werde ich noch für sie da sein.» Einsam wird Aïscha nie sein, auch wenn ihr Ehemann vor zehn Jahren gestorben ist. Genau wie sie habe er seine Familie über alles geliebt. «Ein richtiger Mann», sagt sie. Nebst der Kinderbetreuung gibt es noch einiges zu tun. Aïscha bewirtschaftet ein
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e 8 Reisetag
von KATLEEN DE BEUKELEER (Text und Foto)
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Stück Land, verarbeitet die Dattelernte, füttert die Schafe und Ziegen im Haus, betet und bereitet der Familie vier Mahlzeiten pro Tag zu. «Wer sich ausruht, denkt viel nach und wird schnell alt», sagt sie und füllt die nächste Teekanne.
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Es erwarten Sie idyllische Sandstrände, Sonne rund ums Jahr, wunderschöne Landschaften und eindrückliche Kulturschätze. 1. Tag: Zürich - Larnaca - Limassol 2. Tag: Tag zur freien Verfügung 3. Tag: Limassol - Troodos Gebirge - Limassol 4. Tag: Limassol - Kolossi - Paphos - Kourion - Limassol 5. Tag: Tag zur freien Verfügung 6. Tag: Limassol - Kerynia - Nicosia - Limassol 7. Tag: Tag zur freien Verfügung 8. Tag: Limassol - Larnaca - Zürich
Der Wandel der Zeiten existiert für Aïscha kaum. Sie lebt das gleiche Leben, das sie von ihren Eltern und Grosseltern kennt.
MAROKKO Einwohner: 33,5 Millionen Hauptstadt: Rabat Fläche: 446 550 km², mit Westsahara 710 850 km². Ob dieses Gebiet zu Marokko gehört, ist international umstritten. Religionen: Der Islam ist Staatsreligion. Fast 99 % der Einwohner sind Muslime. Gemäss der marokkanischen Verfassung ist der König auch das geistliche Oberhaupt. Besonderes: Die meisten Marokkaner haben weder eine Krankenversicherung noch eine Rente. Die Familie ist im Alter überlebenswichtig. Altersheime sind äusserst selten. Die Marokkaner betrachten sie als «Asylheime» für Leute, die von ihrer Familie verstossen wurden.
Für die Familie steht fest: Auch Aïschas Enkelinnen sollen heiraten und für ihre Familien sorgen. Die älteste, die dreizehnjährige Rabia, geht schon nicht mehr zur Schule. Die Familie hätte zwar nichts dagegen, dass sich die Mädchen weiterbilden würden. Sie hält es jedoch für zu gefährlich, sie täglich in die 22 Kilometer entfernte Oberstufe zu schicken. Sobald Mädchen zu Frauen würden, müssten sie vor bösen Absichten geschützt werden. «Kopftücher etwa sind Pflicht», findet Aïscha, «und mit Jeans gehen sie nicht aus dem Haus.» Die Regeln scheinen streng – sind aber eher locker: Die Berberinnen verschleiern sich weniger als viele arabische und arabisierte Frauen in dieser Gegend. Aïschas Glück hat eine Quelle: «Dank dem lieben Gott leben wir so gut, mit der ganzen Familie zusammen.» Der liebe Gott möge auch dafür sorgen, so die Grossmutter, «dass die Grosseltern in der Schweiz genauso glücklich und mit ihren Familien vereint sind wie wir.» •
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Sehr geehrter Herr Abplanalp, gerne nehme ich Ihre Ausführungen im Schlusswort «Wenn Väter uns Grossväter ausrangieren» zur Kenntnis. Na ja, Satire schliesst ja Humor nicht aus, nur den vermisse ich in Ihrem Text. Zu sehr bleiben Sie dem Klischee behaftet: Junge, hübsche Frau mit (in Ihren Worten) altem S... Da muss ja noch ein Kind gezeugt werden, dann ist Frau beschäftigt. Es gibt aber wohl auch Männer, die nach vielen kräftezehrenden Berufs-
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Adelheid Lisser
Wir freuen uns über Ihr Lob, Ihre Kritik und Ihre Anregungen. Bitte schicken Sie uns Ihre Meinung per Post an «Grosseltern», Kronengasse 4, 5400 Baden oder per E-Mail an redaktion@grosseltern-magazin.ch.
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Weshalb kleine Kind das Spie er l so lusti g finden. (S. 32)
Mutter mit zwei Kindern zu dieser Zeit keinen Anspruch auf das Sorgerecht hatte. Wir hatten eine glückliche, wohlumsorgte, von Herzlichkeit geprägte Kindheit und wurden in alle Dinge miteinbezogen. Ätti und Mueti nahmen sich alle Zeit, sie waren einfach da für uns, zu jeder Zeit und immer. Herr Abplanalp, ich wünsche Ihnen eine entspanntere Sichtweise alten Vätern gegenüber. Herzlich grüsst Sie Ihre begeisterte Leserin Ihres Magazins
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Zur Kolumne «Wenn Väter uns Grossväter ausrangieren» in der Ausgabe 05/16
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jahren, in denen ihre emotionale Seite in den Hintergrund getreten ist, keinen Sinn darin sehen, die zweite oder dritte Hälfte ihres Lebens mit Freunden auf dem Golfplatz oder bei Oldtimer-Rallys zu verbringen. Gerade diese Väter sind für ihre spät gezeugten Kinder ein wahres Geschenk des Himmels, weil sie Zeit haben, alles einen Schritt langsamer zu gehen. So wie ich es als Oma heute mit meinem Enkel erlebe, wenn er zu mir sagt: «Oma, sägs nomol.» Ich selbst bin 1955 geboren, mein Bruder 1957, unsere Erziehungberechtigten hatten beide Jahrgang 1901. Es waren unsere Pflegeeltern, weil unsere ledige
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Die Meinung der Leserinnen und Leser «ICH VERMISSE DEN HUMOR IN IHREM TEXT»
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~ Kolumne ~ BRIEF AN LOUISA
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DAS GESTÄNDNIS L
ouisa, ich muss dir ein Geständnis machen. Mit Opas Augen schildere
mir willst, dann klirrt nie ein «Grosspapi!» durch die Wohnung, sondern ein kehliges
Tisch kommen, korrigierst du als Erstes die Sitzordnung: Opa hat sich in der kindlich
ich in meinen Briefen an dich, wie du als Enkelkind die Welt neu ordnest. Engelsgleich, manchmal schlitzohrig – vulkanisch explosiv, wenn ein Teufelchen dich reitet. Jedoch, Louisa, wir beide spielen das Grossvater-Enkelin-Spiel mit gezinkten Karten. Wahr ist: Du bist auf dem Hometrainer meine treueste Reisebegleiterin von Uetikon nach Lesbos. Du hast unter meinem Pult deinen heimlichen Ausguck auf die Nachbarschaft. An Opas Seite singst du fotografische Familienporträts aus den 60er Jahren. Deine sprachlichen Bonmots sind verbürgt. Nur – ich bin nicht dein Grossvater. Spätestens seit der Geschichte um das Stoffpuppenbaby Karli muss es dir aufgefallen sein. Seine biografischen Quellen bleiben im Dunkeln. Deinen Papa lernte ich erst kennen, als er zehnjährig war, also kein kleines Kind mehr. Seine Kuscheltiere, seine Entdeckungen als Knirps, sein Aufbruch in diese Welt, all das kenne ich nur vom Hörensagen. Was du mir vorlebst, Louisa, die Kleinkinderwelt, ist für mich Neuland! Anfänglich habe ich mich gegen das OpaSein gewehrt. Du solltest mich nicht als Rollenträger ansprechen. Das gelingt dir ohne viel Federlesens, abgesehen von dem havarierten R. Wenn du etwas von
«Chlolf!». Dir und mir genügt dies. Wenn du mich rufst, soll ich dir Geschichten erzählen. Lieder singen, Schuhe schnüren, Zähne putzen. Und immer wieder: spielen, spielen, spielen. Erfüllen Inhalt und Qualität der Darbietungen deine Ansprüche, dann ist es dir egal, ob ich der leibliche Grossvater bin. Die verwandtschaftliche Mogelpackung interessiert dich nicht. Das soziale Erleben übertrumpft die biologische Wahrheit. Spielen! Zum Beispiel im morgendlichen Ferienbett, wenn die Spinne, deren Arbeit wir in einem Buch bewundern, plötzlich unter dem Kopfkissen hervorkriecht, sich über Fingergräben und Handrücken deinem Oberarm nähert, frech hinaufklettert auf den blonden Schopf, das Haar neugierig und hungrig durchsucht, ohne sich von deiner Anspannung im Geringsten stören zu lassen, um kletternd und tastend auf Umwegen zurück in ihr Nest zu verschwinden. Dann findest du, dass auch noch Vater-Spinne, Grossvater-Spinne, Grossmutter-Spinne, Schwester- und Bruder-Spinne die kitzlige Entdeckungsreise auf deinem Körper absolvieren sollen, bis die ganze Spinnensippschaft ihr Tageswerk noch vor dem Morgenessen vollbracht hat. Dazu hat die Familie längst gerufen, und wenn wir beide verspätet an den gedeckten
streng kontrollierten Familienhierarchie für Momente einen Ehrenplatz neben Louisa erspielt. Biologie hin oder her! •
# 06 ~ 2016
«Louisa, wir beide spielen das GrossvaterEnkelin-Spiel mit gezinkten Karten. Denn ich bin nicht dein Grossvater.»
Vor fünf Jahren begann der Journalist Rolf Käppeli, Briefe an seine damals 3-jährige Enkelin Louisa zu schreiben. «Grosseltern» veröffentlicht in jeder Ausgabe einen Brief an Louisa.
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~ Hintergrund ~ SUSANNE STÖCKLIN-MEIER
# 06 ~ 2016
~ Hintergrund ~ SUSANNE STÖCKLIN-MEIER
DIE VERSLITANTE Von MELANIE BORTER (Text)
A
ls junge Kindergärtnerin – sie war 21 Jahre alt – wurde Susanne Stöcklin-Meier vom Schweizerischen Kindergartenverein angefragt, in der Redaktion der Kindergartenzeitung mitzuarbeiten. Das war 1961. Zu dieser Zeit propagierte der Psychologe Heinz-Rolf Lückert, man solle Kindern bereits im Alter von zwei bis drei Jahren das Lesen beibringen. Die Kinder seien in diesem Alter nicht nur imstande, sondern sogar begierig, lesen zu lernen, behauptete er und entwickelte eine Fibel für Kleinkinder. Der Schweizerische Kindergartenverein und auch Susanne Stöcklin-Meier waren aber ganz anderer Meinung: Die Sprachentwicklung der Kinder sollte spielerisch durch Vorlesen, Bewegungs- und Sprachspiele gefördert werden. Um sich gegen die Theorie von Lückert zu wehren, beschloss der Kindergartenverein, Zeitungen gezielt mit Informationen und Anleitungen zu Kinderspielen zu beliefern. «Ich rief also die Redaktion der NZZ an und fragte, ob ich etwas zu Kinderspielen liefern dürfe.» Dieser Anruf sollte der Beginn von Stöcklin-Meiers beispielloser Karriere sein. In der NZZ erschien kurz darauf tatsächlich eine Doppelseite über Kinderspiele von Stöcklin-Meier. Dann ging es Schlag auf Schlag: Nach Erscheinen des Artikels fragte sie der Flammberg-Verlag an, ob sie nicht
und TIBOR NAD (Fotos)
Sie ist eine Sprücheklopferin der besonderen Art: Susanne Stöcklin-Meier hat mit ihren Büchern geprägt, was Kinder auf dem Spielplatz singen und was Grosseltern ihren Enkeln beibringen. Ihr Lebenswerk beweist, dass Lernen ein Kinderspiel sein kann.
ein Buch über Kinderspiele schreiben wolle. Sie sagte zu. «Ich dachte damals, das würde eine Art Diplomarbeit, bei der ich vorhandene Literatur zusammenfasse. Ich merkte jedoch schnell, dass es zu Kinderspielen praktisch keine Literatur gab.» Sie machte sich also selbst auf die Suche nach geeigneten Spielen, führte über 45 Interviews mit Fachpersonen. «Ich wandte mich an jeden, der auch nur im Entferntesten mit Kinderspielen, Kindern und Bewegung oder Kindertanz zu tun hatte.» Schliesslich fragte sie den Kinderarzt und Kinderpsychiater Heinz Stefan Herzka, ob er ihr Buch gegenlesen würde. «Das tat er und war vom Text so angetan, dass er gleich das Vorwort schrieb.» «Lebendiges Kreisspiel» hatte in der ersten Auflage 7000 Exemplare, war # 06 ~ 2016
jahrelang das Standardwerk und Lehrmittel in vielen Seminaren und wurde mehrmals nachgedruckt. UNVERHOFFT BESTSELLERAUTORIN Darauf folgte ein Auftrag der Zeitschrift «Wir Eltern». Stöcklin-Meier sollte aus einer Schuhschachtel voll mit gesammelten Versli und Sprüchen ein Buch machen. «Dadurch kam ich zum Sammeln.» 1974 erschien «Verse, Sprüche und Reime für Kinder» im Atlanis-Verlag. Das Buch wurde ihr Bestseller in der Deutschschweiz: Es verkaufte sich über 130 000 Mal. In den letzten 30 Jahren sind um die 30 Titel von Stöcklin-Meier erschienen. «Die Aufträge kamen alle zu mir», sagt die 75-Jährige und zieht ihre Schultern hoch, als müsse sie sich für ihren Erfolg entschuldigen. «Ich war nur zweimal an einer Buchmesse und habe auch sonst nirgends mitgemacht. Ich bin eine Einzelnummer.» Fast jedes ihrer Bücher war erfolgreich. Über eineinhalb Millionen Bücher von Stöcklin-Meier zirkulieren heute in Familien, Kindergärten und Grundschulen – die Übersetzungen nicht mitgezählt. Denn ihre Bücher wurden ins Holländische, Ungarische, Polnische, Spanische und manche sogar ins Koreanische und Chinesische übersetzt. Olivier Michel war zwischen 1984 und 1987 Chefredaktor ~
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~ Hintergrund ~ SUSANNE STÖCKLIN-MEIER
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~ von «Wir Eltern». Er erinnert sich: «Als ich Susanne Stöcklin-Meier in den 1980erJahren kennengelernt habe, war sie bereits die Grande Dame der Kinderspiele. Sie galt schon damals als eine der erfolgreichsten Buchautorinnen. In diesen Jahren war eine Buchauflage von 5000 Exemplaren schon sehr gut, Susanne Stöcklin-Meier lag mit ihren Werken schon weit über dieser Marke.»
Unterhält man sich mit Stöcklin-Meier, deutet jedoch nichts darauf hin, dass man mit einer der erfolgreichsten Buchautorinnen der Schweiz spricht. «Ich bin eine Goldmarie», sagt sie selbst zu ihrer
gen, dass sie diejenige unter uns ist mit dem besten ‹Gschpüri› für das, was den Kindern gut tut.» Stöcklin-Meier vertritt die tiefe Überzeugung: Das allerhöchste Gut ist die Beziehung von Mensch zu Mensch. Von so einer Person nimmt man gerne Ratschläge an. Einen wesentlichen Teil zum Erfolg von Stöcklin-Meieres Büchern trägt denn auch ihr Tonfall bei. Selbst als aus der Kindergärtnerin von einst längst eine ausgewiesene Expertin geworden war, schaffte es Stöcklin-Meier, nie schulmeisterlich zu wirken – sei es schriftlich in ihren Büchern oder sei es mit ihrem Auftreten an Vorträgen, Workshops und Seminaren. 80 bis 100 solche Aufritte hatte sie pro Jahr.
ersetzen ist, vermittelt sie also noch heute. Und wie eh und je nicht durch Mahnfingerzeig, sondern immer mit praktischen und einfachen Beispielen und Ideen. Man müsse mit Kindern situativ arbeiten, und das könne man nur, wenn man einen grossen Rucksack voller Ideen hat. Wie gross wohl der Rucksack von Stöcklin-Meier ist? «Ich kann zwei bis drei Tage am Stück schwatzen, Spiel-Verse zeigen, Papier falten oder Märchen erzählen ohne Spickzettel», sagt sie schmunzelnd. Die Unesco-Kommission Schweiz hat Stöcklin-Meier 2009 als Autorin ausgezeichnet für die lebenslange Leistung, das immaterielle Kulturerbe für die Gemeinschaft der Kinder gesammelt zu haben. «Durch
Erfolgsgeschichte. Damit trifft sie ins Schwarze: Es hätte nicht irgendein Experte kommen und all diese Erfolgsbücher schreiben können. Dazu war eine Frau wie Stöcklin-Meier nötig, die – wie Goldmarie – genauso fleissig wie bescheiden ist. Olivier Michel erklärt den Erfolg von Susanne Stöcklin-Meier so: «Sie hatte die Fähigkeit, Spiele ‹mit nüüt als eim sälber› zu erfinden. Sie sagte damals, man müsse spüren, was den Kindern gut tue. Und ich würde heute noch sa-
«Heute halte ich natürlich nicht mehr so viele Vorträge, aber ich könnte, wenn ich wollte», sagt die 75-Jährige. Immer öfters ist sie jetzt in Altersheimen anzutreffen – als Referentin, versteht sich. «Ich erzähle alles vom Fingervers bis zum Märchen. Am liebsten halte ich solche Vorträge in Altersheimen zusammen mit Kindern, das sind immer sehr schöne Begegnungen.» Ihre tiefe Überzeugung, dass der persönliche Kontakt im Umgang mit Kindern unendlich wichtig und durch nichts zu
ihr Schaffen wurde dieses geistige Kulturgut von einer Generation zur anderen weitergereicht und lebendig erhalten», so die Begründung der Unesco. Reich geworden ist sie nicht: «Mit Büchern wird man nicht reich. Es gab aber eine Zeit, da habe ich als Schweizer Hausfrau nebenher gut verdient.» Stöcklin-Meier wohnt immer noch in ihrem Haus in Diegten BL, wo sie mit 21 hingezogen ist und eine Familie gegründet hat. Sie hat zwei Töchter grossgezogen, beide sind mittlerweile über 50 Jahre alt, die eine ist selbst schon Grossmutter von fünf Enkelkindern. «Ich möchte so lange, wie ich kann, in diesem Haus bleiben», sagt die 75-Jährige und bezeichnet ihr Zuhause als «offenes Haus mit Gästen». Zwei Zimmer hat sie nach dem Tod ihres Mannes vor vier Jahren so ausgebaut, dass Freunde und Bekannte, die teilweise von weither anreisen, bequem bei ihr übernachten können.
«ICH BIN EINE GOLDMARIE»
Susanne Stöcklin-Meier zeigt János (4) ihr Buch «Spielen, Bewegen, Selbermachen ...und zusammen lachen», erschienen im Atlantis-Verlag.
GROSSELTERN HABEN ES GUT Was haben denn die Grosseltern für eine Rolle in der Vermittlung der Versli und Geschichten? Viele Grosseltern sind noch mit der Tradition von Versli, Märchen und dergleichen aufgewachsen. Auf diesen Fundus können sie zurückgreifen, ist Stöcklin-Meier überzeugt. Das A und O beim Vortragen eines Verslis ist natürlich, dass man dieses auch präsentieren kann. # 06 ~ 2016
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Die grosse und die kleine Gans Es war einmal eine grosse Gans; so gross! (mit den Händen Grösse angeben)
Die hatte eine kleine Gans: so klein! (mit den Händen Grösse angeben)
Da sagte die grosse Gans zur kleinen Gans «Du, geh mir ja nicht in das Wasser hinein!» (mit dem Zeigefinger drohen)
«Oh nein!» sagte die kleine Gans zur grossen Gans (mit dem Kopf verneinen)
und schwups sprang sie ins Wasser.... (mit der Hand Tauchbewegungen machen)
Da kam ein grosser Fisch geschwommen: so gross! (mit Armen und Händen Grösse angeben)
Der sperrte sein Maul auf: so gross! (mit Armen und Händen Grösse angeben)
Und als er das kleine Gänschen sah, machte er schnapp und verschluckte es. (mit Mund Schluckbewegungen nachahmen)
Die grosse Gans suchte die kleine Gans, und konnte sie nicht finden. Da fing sie an zu weinen! (Augen reiben, herzzerbrechend heulen!)
Und konnte das Gänschen nirgends finden. Da bekam das Gänschen im Magen des Fisches Schluckauf, (die Kinder bewegen die angewinkelten Ellenbogen
wie kleine Flügel auf und zu und sprechen dabei: «Higgs, higgs, higgs!»
Die Flügel kitzelten den grossen Fisch so stark im Magen, dass er rülpsen musste, (die Kinder versuchen alle so laut wie möglich zu rülpsen)
Und wupps spuckt der Fisch das kleine Gänschen aus. Das schwimmt blitzschnell zur Mutter zurück und ist nie mehr allein im See verschwunden! # 06 ~ 2016
«Wenn man es nicht auswendig kann, dann druckt man es gross aus und legt es als Spick auf den Tisch», sagt Stöcklin-Meier ganz pragmatisch. Man beginnt mit einem oder zwei Versli, das reicht für den Anfang. Der grosse Vorteil der Grosseltern sei, dass sie – anders als die Eltern – nicht die ganze Verantwortung für die Kinder tragen. Grosseltern haben es deshalb gut. Sie dürfen Geschichten erfinden oder Versli vortragen, die Eltern oder gar Pädagogen nicht erzählen würden. «Zum Beispiel auch Versli, die frech, pfiffig oder gar unanständig sind», sagt Stöcklin-Meier und gibt «Die grosse und die kleine Gans» zum Besten (siehe Kasten links). Bei der Stelle «dass er rülpsen musste…» holt die 75-Jährige zweimal kurz Luft und rülpst. «Grosseltern dürfen das», sagt sie, lacht und beendet das Versli. Sie erklärt: «Kinder müssen auch lernen, dass Handlungen Folgen haben und dass in der Natur eigene Gesetze herrschen. Im Beispiel von der grossen und der kleinen Gans ist es für die Kinder beruhigend und tröstend zugleich, dass die grosse Gans nach dem Verschwinden des kleinen Gänschens sehr weinen muss und echt traurig ist. Die Hauptsache beim Versli-Vortragen ist jedoch, dass man zusammen lachen und Nähe zulassen kann.» Auch hierzu hat die Expertin treffende Beispiele parat: Eines zum Fürchten («Zwei Messer im Rücken», siehe nächste Seite) zum Beispiel. «Laut Freud brauchen die Kinder diese Art von Spielen», erklärt Stöcklin-Meier, «er nennt sie ‹das süsse Spiel mit der Angst›». Und zum Schluss trägt sie noch den Kniereiter «Joggeli chasch ou ryte?» vor (siehe ebenfalls nächste Seite). «Beim Kniereiter schafft die Bewegung den Bezug vom Kind zum Gesagten, und so auch vom Ich zum Du.» Kniereiter begeistern Kinder schon ganz früh. DEN RHYTHMUS DER SPRACHE KENNENLERNEN Durch die Bewegung lernt das Kind spielerisch den Rhythmus der Sprache ~
~ Hintergrund ~ SUSANNE STÖCKLIN-MEIER
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Zwei Messer im Rücken Der Vers wird zu zweit gespielt. Der passive Spieler sitzt auf einem Stuhl und der aktive steht hinter dessen Rücken. Die Rollen werden nachher gewechselt.
Zwei Messer im Rücken, (der aktive Spieler»sticht» dem sitzenden die Zeigefinger in den Rücken)
Spinnen im Haar, (mit allen zehn Fingern sanft auf der Kopfhaut kraulen)
Blut fliesst hinunter, (mit den Fingerspitzen langsam und behutsam über Wangen und Hals streichen)
Dracula ist da!
kennen. «Der Weg vom Kniereiter oder sonst einem Vers bis zum Erzählen eines Märchens ist ein direkter», sagt Stöcklin-Meier. Das Erzählen ist für die Sprachentwicklung eines Kindes ungemein wichtig. Und die Sprache wiederum ist der zentrale Baustein der Kommunikation und somit unerlässlich für die Bildung und geistige Entwicklung der Kinder. Diese Feststellung gilt heute längst als Binsenweisheit – auch dank der Pionierarbeit von Susanne Stöcklin-Meier. Die 1998 verstorbene Ärztin und Kinderpsychiaterin Marie Meierhofer sagte einst, es dauere 25 Jahre, bis eine Idee beim Volk ankomme. «Das habe ich natürlich längst erlebt», sagt Stöcklin-Meier.
(mit beiden Händen den passiven Spieler an den Schultern packen)
(Die Grossmutter oder der Grossvater stellt die Fragen und lässt das Kind dazu auf den Knien reiten.)
Joggeli chasch ou ryte? Ja, ja, ja. («Joggeli» unterstreicht seine Antworten mit Kopfnicken)
Hesch d Bei uf beide Syte? Ja, ja, ja. (Kopfnicken)
Hesch äm Rössli z ässe gä? Ja, ja, ja. (Kopfnicken)
Hesch em Rössli z trinke gä? Nei, nei, nei. (mit dem Kopf verneinen)
De ryte mer zum Brunne und ryte drümol ume, do macht das Rössli tripp, tripp, trapp und wirft dr Joggeli hinde ab! (Reittempo gegen Ende des Verses, vor dem «Abwerfen», beschleunigen. Selbstverständlich hält man das Kind an beiden Händen fest und lässt es zum Schluss über die Knie nach unten gleiten.)
# 06 ~ 2016
FERNSEHEN MACHT DUMM, DICK UND AGGRESSIV Tatsächlich: Heute gibt es landesweite Projekte, die sich der Sprachförderung der Kinder verschrieben haben. Und das ist wichtiger denn je, findet Stöcklin-Meier, denn mit dem heutigen Medienkonsum der Kinder sei die Sprachentwicklung der Kinder sehr in Gefahr. «Fernsehen macht dumm, dick und aggressiv», sagt sie. Ihr ist klar, dass das eine überspitzte Formulierung ist. «Aber es ist trotzdem einiges Wahres daran, den Medienkonsum der Kinder muss man drosseln», findet sie. «Denn nur von Mensch zu Mensch kannst du adäquat auf das Kind eingehen: Beim Erzählen da Pausen machen, wo es nötig ist, etwas näher erklären, wenn das Kind unverstehend dreinschaut.» Sie verteufelt die neuen Medien nicht pauschal. Sie hat selbst mit 60 Jahren den Computer und das Internet entdeckt und kann sich ein Leben ohne diese Hilfsmittel heute kaum mehr vorstellen: «Das eröffnet mir in meinem kleinen Dorf das Tor zur grossen, weiten Welt». Und dann googelt sie ihren Namen und liest vor: «Ungefähr 24800 Ergebnisse», sagt sie, lacht ungläubig und fügt an: «Das ist doch Wahnsinn! Aber ich sage ja: Ich bin eine Goldmarie.» •
Laurine Philipona, Bio-Nachwuchsbäuerin aus Marsens.
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~ Hintergrund ~ ROLLENDE GERÄTE
KINDER, LASST ES ROLLEN! Vom Bobby-Car bis zum Skateboard: Kinder sind fasziniert von rollenden Spielgeräten. Doch welches von ihnen eignet sich für welches Alter? Welches macht besonders viel Spass? Und bei welchem holen sich die Enkel die meisten Schrammen? Eine Übersicht.
# 06 ~ 2016
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SKATEBOARD SPASSFAKTOR Wer lange und viel übt, kann richtig viel Spass am Skateboarden bekommen. Ansonsten kann es oft auch etwas frustrierend sein, weil man einfach nicht über den ersten Trick hinauskommt.
GEFAHREN
Ein Evergreen
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kateboards waren in den 80ern populär, in den 90ern, in den Nullerjahren und sind es heute noch. Skater haben etwas Kühnes, Verwegenes, wie Surfer. Kein Wunder, um gut skaten zu können, muss man einige Stürze oder gar Knochenbrüche in Kauf nehmen. Diesbezüglich ist es erstaunlich, wie viele Eltern ihre Kinder bedenkenlos skaten lassen. Zumal die allerwenigsten jenes Level des Ein-bisschen-fahren-könnens übersteigen. Das war auch bei mir so: Im Quartier war es Pflicht, ein Skateboard zu besitzen, aber meistens haben wir uns dann doch draufgesetzt und sind das Trottoir runtergefahren. Das war auch eine wichtige Lektion für mich: Man muss nicht alles können. Heute sind Longboards «in», bei denen es ums Fahren und nicht um Tricks geht. Ich würde aber nach wie vor behaupten, dass mehr Skateboards Kellerabteile versperren als auf dem Asphalt rollen. ~RH # 06 ~ 2016
Wer richtig gut skaten will, muss sich richtig oft weh tun. Bei kleineren Kindern sind Helm sowie Knie- und Ellbogenschoner deshalb sehr zu empfehlen. Bei grösseren Kindern gelten diese aber als uncool. Geskatet wird am liebsten mit wehenden Haaren und kurzen Hosen, also nackten Knien.
BESONDERES Skateboardbegeisterte Enkelkinder sind oft völlig angefressen und schauen sich zum Beispiel im Internet gerne stundenlang Skatevideos an.
VERSCHIEDENE BRETTER Das Skateboard wird zum Fahren und vor allem für Tricks in der Halfpipe, in Skateparks oder an geeigneten Orten verwendet. Das Longboard eignet sich vor allem zum Fahren. Das Waveboard hat zwar ebenfalls nur zwei Räder, besteht aber nicht nur aus einer, sondern aus zwei Platten, die mit einem Stab verbunden sind.
KOSTEN ab 30 Franken, gute Boards gibt es ab etwa 100 Franken
ALTER ab 6 Jahren
~ Hintergrund ~ ROLLENDE GERÄTE
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BOBBY-CAR SPASSFAKTOR Gross, Kinder wollen oft kaum mehr absteigen. Auch Erwachsene haben Freude an den Autos: Mittlerweile finden vielerorts Bobby-Car-Rennen statt, eine Art Seifenkistenrennen mit Bobby-Cars. Das ist unbequem, aber lustig.
VORTEILE Rutschfahrzeuge wie der Bobby-Car fördern das Laufen und die Motorik der Kinder.
GEFAHREN Ziemlich ungefährlich. Bei abschüssigen Wegen können kleine Kinder, die noch nicht bremsen können, aber einiges an Fahrt aufnehmen. Zu achten ist darauf, dass die Kinder mit ihren Bobby-Cars nicht ins Treppenhaus gelangen, weil sie sonst unter Umständen plötzlich die Stufen hinunterrattern. Mein Sohn legte so einen unvergesslichen Stunt hin (zum Glück ohne Verletzungsfolgen).
Erstes Fahrerlebnis
BESONDERES
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as erste Fahrzeug, auf dem Kinder herumrollen, ist meist der Bobby-Car, ein kleines Plastikauto von rund 60 Zentimeter Länge und 40 Zentimeter Höhe. Angegeben wird mit den Füssen, gelenkt mit einem kleinen Steuerrad. Das von der Firma Big hergestellte Auto gibt es mittlerweile in den verschiedensten Varianten: klassisch in Rot, mit Globi-Aufdruck, als Porsche, Audi oder Ferrari. ~GG
Wer es gerne ruhig hat, kauft seinem Enkelkind einen Bobby-Car mit sogenannten Flüsterrädern (die gibt es wirklich). Damit schont man Nerven und Bodenbeläge.
WESENSVERWANDTE Traktoren, Bagger und weitere Gefährte gibt es ebenfalls in Kindergrössen. Je nach Spendierfreudigkeit von Eltern, Grosseltern, Götti, Gotte und Co. nennen Kinder bereits im Alter von eineinhalb Jahren einen halben Fahrzeugpark ihr eigen.
KOSTEN Zwischen 40 und 100 Franken
ALTER ab 12 Monaten
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DREIRAD Etwas aus der Mode geraten
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as Dreirad ist ein Zwischending zwischen Bobby-Car und Laufrad. Angenehm daran ist, dass Eltern und Grosseltern eine Stange hinten ans Gefährt montieren können, mit dem sie das Dreirad herumstossen können, wenn das Kind nicht fahren kann oder mag. Damit ist das Dreirad auch als eine Art Buggy verwendbar. Der Nachteil: Das Kind kann auf dem Dreirad nicht einschlafen, weil es den Kopf nicht anlehnen kann. ~GG
ROLLSCHUHE
SPASSFAKTOR Eher gering.
VORTEILE Angenehm für Eltern und Grosseltern. Die Kinder lernen, die drei Tätigkeiten Treten, Lenken und Bremsen zu koordinieren und sich eigenständig über kleinere Distanzen zu bewegen.
GEFAHREN Wenige. Wegen des tiefen Schwerpunkts kann das Dreirad fast nicht kippen. Das einzige Risiko besteht wie beim Bobby-Car, dass das Gefährt auf steilen Wegen Fahrt aufnimmt oder Treppen hinunterstürzt.
BESONDERES Heute gibt es Modelle mit Sitzgurten. So können schon Kinder ab 10 Monaten aufs Dreirad gesetzt und rumgeschoben werden. Wie sinnvoll dies für den Bewegungsdrang der Kinder ist, kann man selbst beurteilen.
Klassiker
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ie Klassiker schlechthin unter den rollenden Sportgeräten für Kinder sind Rollschuhe. Die Modelle, die viele Grosseltern aus ihrer Kindheit kennen, gibt es zwar immer noch. Populärer sind seit den 1980er-Jahren aber die Inline-Skates, bei denen die Räder in einer Reihe liegen. Das führt dazu, dass man mit ihnen schneller fahren kann. Die «alten» Rollschuhe sind dafür wendiger – und wieder mächtig im Kommen. ~GG
KOSTEN ab 40 Franken
ALTER ab 12 Monaten (zum Stossen)
SPASSFAKTOR Gross. Kinder können Rennen fahren, Pirouetten drehen und Rollschuhhockey spielen. Und wenn die Enkel älter werden, können sie in die Rollschuhdisco.
VORTEILE Gut für Gleichgewichtssinn und Beweglichkeit.
GEFAHREN Helm, Knie- und Ellenbogenschoner sind sehr zu empfehlen.
BESONDERES Die ersten Rollschuhe sollen bereits um 1750 entstanden und gefahren worden sein.
KOSTEN ab 50 Franken
ALTER ab 7 Jahren
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~ Hintergrund ~ ROLLENDE GERÄTE
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LAUFRAD SPASSFAKTOR Gross. Laufradfahren macht Freude und stolz – beim Fahren und beim Zuschauen.
VORTEILE Neben dem Gleichgewichtssinn entwickeln die Kinder auf dem Laufrad weitere Fähigkeiten. Sie lernen Geschwindigkeiten und Abstände einschätzen, ihre Koordination verbessert sich, und die Reaktionsfähigkeit wird geschult. Vor allem aber klappt später der Umstieg aufs richtige Velo schnell und problemlos. Stützräder wie früher kennen die Laufrad-Kinder nur vom Hörensagen.
GEFAHREN
Das BeinaheVelo
Ein Helm ist Pflicht. Die Nähe von befahrenen Strassen sollte man vor allem zu Beginn meiden. Kinder sind zwar schnell sehr sicher auf dem Laufrad, aber je besser sie es können, desto wagemutiger werden sie – dann sieht man sie oft nur noch von Weitem. Deshalb eintrichtern, dass sie beim Rufen des Worts «Stop!» auch wirklich anhalten müssen.
BESONDERES
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Wie beim Bobby-Car hat sich auch beim Laufrad ein Markenname (Likeabike) als Begriff für die ganze Gattung eingebürgert.
as Laufrad ist der erste Schritt der Kinder Richtung Velo. Es ist erstaunlich, wie schnell die Kinder das mit dem Gleichgewicht raushaben. Unvergessen, wie meine Kinder jeweils beschleunigten, dann die Beine hochhielten und durch den benachbarten Park zu schweben schienen. Das sah jeweils unheimlich elegant und wagemutig aus. ~GG
WEITERE ENTWICKLUNG Nach dem Laufrad folgt das erste Kindervelo. Dessen Kauf ist eine Wissenschaft für sich: Viele Kindervelos sind extrem schwer, haben schwierig zu bedienende Bremsen oder einen viel zu tiefen Sitz. Es empfiehlt sich also unbedingt, sich vom Fachhändler beraten zu lassen. Wer Velotouren mit den Enkelkindern machen will, dem sei ein sogenanntes Followme empfohlen. Die Vorrichtung, die man an das eigene Velo montiert, erlaubt es, das Vorderrad des Kindervelos daran zu befestigen und dieses mitzuziehen, wenn das Kind nicht mehr selber fahren mag.
KOSTEN zwischen 50 und 300 Franken
ALTER ab 2 bis etwa 5 Jahre
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SCOOTER SPASSFAKTOR
Cooles Trottinett
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rüher hiess das noch Trottinett
und war total langweilig. Dann, um 2000, löste die Küsnachter Firma Micro Mobility Systems mit den Kickboards (oder eben Micro-Scootern) einen Hype aus. Tretroller fahren war auf einmal wieder cool. Und cool ist dieser Mittelweg zwischen zu Fuss gehen und das Velo nehmen ja eigentlich auch. Für Kinder ist er zudem nicht so gefährlich wie das Fahrrad. Der Scooter ist ein Gerät, mit dem man sie gut alleine lassen kann – sofern sie nicht damit auf die Strasse gehen. Nur in den Skate-Parks sind sie verpönt: Kinder nehmen die sogenannten Freestyle-Scooter zwar gerne dahin, weil man mit allem, was rollt, eine Rampe herunterfahren kann. Den coolen Rollbrettfahrern sind sie aber nur im Weg. ~RH
Sehr gross, weil die Kinder damit fahren und gleichzeitig Tricks machen können. Erwachsene finden an dem Gerät ebenfalls viel Gefallen. Es soll schon Väter gegeben haben, die ihren Kindern das Kickboard (ungefragt!) ausliehen, um damit schnell Zigaretten oder Milch holen zu gehen (und dann am nächsten Tag Muskelkater im Tret-Bein hatten).
GEFAHREN Es empfiehlt sich, die Kinder einen Helm tragen zu lassen. Wer mit dem Scooter Kunststücke übt, sollte zudem Ellbogen- und Knieschoner tragen.
BESONDERES Die Scooter gehören zu den fahrzeugähnlichen Geräten (FÄG), mit denen man auch auf Trottoirs und in Fussgängerzonen fahren darf.
WEITERE ENTWICKLUNG Es ist nicht ganz einfach, bei den Scootern den Überblick zu behalten, allein die Firma Micro stellt 160 Modelle her – von Mini-Modellen für Kinder ab 1 bis zu Elektroscootern für Erwachsene. Der klassische Scooter hat ein Rad hinten und eines vorne. Er ist zusammenklappbar, der Lenker ist verstellbar. Das gilt auch für das Kickboard, das aber vorne zwei Räder und hinten eins hat. Es ist dadurch weniger wendig und fährt sich eher wie ein Rollbrett mit Lenker. Die robusten Stunt-Scooter für Tricks in der Halfpipe sind weder falt- noch verstellbar und haben ein verstärktes Trittbrett.
KOSTEN Je nach Modell, ab 60 Franken bis weit über 500 Franken
ALTER Die ersten Trottinetts mit drei Rädern richten sich bereits an Kinder ab 1 Jahr, sind aber eher eine Art Dreirad. Der Scooter mit zwei Rädern wird ab etwa 5 Jahren empfohlen.
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~ Hintergrund ~ SEX IM ALTER
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Die Sexualität nochmals neu entdecken Von MONIKA FISCHER (Text)
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exualität in der zweiten Lebenshälfte ist ein vernach lässigtes Thema. Wenn von der Sexualität im Alter die Rede ist, werden damit häufig Probleme in den Pflege institutionen verbunden. Grossmütter und Grossväter fühlen sich davon kaum angesprochen. Die meisten von ihnen leben ihre Sexualität ja nach Gewohnheit, Lebenssituation und Gesundheit mehr oder weniger aktiv. ALTER BEDEUTET NICHT VERZICHT AUF SEXUALITÄT Schwierig kann es dann werden, wenn infolge von Krankheit oder unter Einfluss von Medikamenten Störungen auftreten. Dies ist nicht nur, aber auch mit dem Alterungsprozess ver bunden. So verringern sich mit steigendem Alter das sexuelle Verlangen und die sexuelle Aktivität allmählich, die sexuellen Reaktionen verlangsamen sich und verlieren teilweise an In tensität. Die sexuelle Leistungsfähigkeit nimmt bei Männern schon ab dem 45. Altersjahr stetig ab. Der grosse Knick tritt meist im Alter zwischen 70 und 75 Jahren ein, wenn parallel zur Erektionsfähigkeit auch Muskelkraft, Lungenfunktion und Herzleistung abnehmen. Wenn vertraute Wege der sexuellen Befriedigung durch eine Erkrankung versperrt werden, löst dies Angst und Verunsiche rung aus und führt oft zum Rückzug. Die Betroffenen wollen sich vor Kränkungen und Minderwertigkeitsgefühlen schützen. Das muss nicht sein! Krankheit und Älterwerden müssen nicht zu Verzicht auf ein Sexualleben führen. Doch ist es wichtig und unbedingt notwendig, dass die Partner beim Auftreten sexueller Schwierigkeiten offen miteinander sprechen. So be
steht in der Regel am ehesten die Möglichkeit, Mittel und Wege für eine befriedigende Beziehung auch unter den veränderten Umständen zu finden. GESPRÄCHE SIND NICHT EINFACH Was so einfach tönt, ist in der Realität oft alles andere als ein fach. Die Medien vermitteln uns zwar das Bild einer offenen, freien, übersexualisierten Gesellschaft. «Doch wird die Sexualität immer noch tabuisiert, das Reden über Sexualität ist nach wie vor mit Scham behaftet», sagt die ausgebildete Sozialarbeiterin, Paartherapeutin und Sexologin Hanna Meister, 73. Bei ihrer langjährigen Beratungstätigkeit hat sie erfahren, dass die Se xualität in allen Lebensphasen ein Dauerthema ist. Deshalb liess sie sich zur Sexologin und Sexualberaterin ausbilden. Sie bezeichnet Sexualität als umfassende Lebensäusserung, die über den blossen Geschlechtsverkehr hinausgeht: «Sexualität ist Lebensenergie, die in allen Phasen des menschlichen Lebens körperlich, seelisch und geistig wirksam ist. Sie ist eine wesent liche Kraftquelle unseres Lebens.» DIE GROSSE CHANCE DES ALTERS Die dreifache Mutter und Grossmutter von vier Enkelkindern plädiert deshalb dafür, die Sexualität im Alter neu zu definie ren und zu entdecken: «Sexualität ist viel mehr als reinraus. Sie beschränkt sich nicht darauf, eine Erektion zu haben oder nicht. Sexualität ist fliessend, ist erotisch. Es heisst, miteinander lieb, miteinander zärtlich zu sein, zu kuscheln und zu genies sen. Der ganze Körper des Menschen ist ein sinnliches und
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Beim Älterwerden wirken sich die körperlichen Veränderungen auch auf die Sexualität aus. Es gilt deshalb, den ganzen Körper als sinnliches und sexuelles Organ zu entdecken und die Sexualität im Alter neu zu definieren, sagt Paartherapeutin und Sexologin Hanna Meister.
Die zwei Bilder stammen aus dem Film Wolke 9 von Andreas Dresen, der Liebe und Sex im Alter thematisiert.
sexuelles Organ und empfänglich für zärtliche und erregende Berührungen; zur Liebkosung eignen sich Hände, Lippen, Zunge und andere Körperteile, sind doch auch unsere fünf Sinne Teile unserer Sexualität. Es ist die grosse Chance des Alters, endlich den ganzen Umfang der sexuellen Möglichkeiten zu entdecken und auszuprobieren.» Hanna Meister hat in ihren Therapien mit Paaren daran gearbeitet, einander körperlich auch ohne Sex zu begegnen. Sogar Männer fanden, diese Art der Begegnung könne gar schöner sein als Geschlechtsverkehr. «Voraussetzung ist natürlich eine gute Paarbeziehung. Doch können gerade sexuelle Probleme bei alternden Menschen eine Möglichkeit sein, durch einen offenen und ehrlichen Austausch neu zueinander zu finden und die Beziehung zu festigen», sagt Hanna Meister. ERFÜLLTE SEXUALITÄT AUCH OHNE PARTNER Sexualität ist auch bei Menschen ohne Partner ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Im Alter sind davon vor allem Frauen betroffen. Zum einen hat dies mit der längeren Lebenserwartung der Frauen zu tun. Zum andern sind rund drei Viertel der Männer über 65 verheiratet, drei Viertel der gleichaltrigen Frauen sind es nicht oder nicht mehr. Dazu kommt, dass Männer häufig eine um einige Jahre jüngere Partnerin bevorzugen. Ältere Frauen ohne Partner haben seltener die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse nach körperlicher Intimität zu befriedigen. Im Ratgeber der deutschen Institution Pro Familia wird darauf hingewiesen, dass ältere Frauen durchaus lesbische Neigungen bei sich entdecken und sich in eine Frau verlieben können. «Hier ©2008 - Rommel Film / Foto: Andreas Dresen
wirkt sich positiv aus, dass Frauen meist weniger Vorurteile gegen Homosexualität haben und oftmals nicht so sehr auf ihr Geschlechtsorgan fixiert, sondern mehr an einer zärtlichen Ganzkörpersexualität interessiert sind. Solche Veränderungen sollten, egal ob bei Frauen oder bei Männern, niemanden erschrecken, sondern als Bereicherung wahrgenommen werden. Vielleicht ergeben sich daraus ganz neue, beglückende Erfahrungen.» Weiter wird auf die Bedeutung der lange Zeit verpönten Selbstbefriedigung hingewiesen: «Sie ist allerdings kein Ersatz, sondern eine eigenständige Form der Sexualität. Sie ermöglicht uns bis ins höchste Alter, uns erotischen Phantasien hinzugeben und sexuelle Lust zu erleben. Wichtig ist, sich dabei wohl zu fühlen.» OFFEN ÜBER SEXUALITÄT REDEN LERNEN An einer Tagung der GrossmütterRevolution hat Hanna Meister zusammen mit der Sexualberaterin Deborah Adler in einem Workshop vom Bedürfnis der Frauen nach vertiefter Auseinandersetzung mit ihrer Sexualität erfahren. Die Frauen wollten wissen, wie sie Sinnlichkeit leben, wie sie sich selber auch in dieser Lebensphase als erotische Frau empfinden können. Erfreut hält Hanna Meister fest: «Es war ein schöner, ein lebendiger Austausch. Es tat den Frauen gut, sich in den angeregten Gesprächen gegenseitig zu stärken. Dasselbe zeigt sich in einem entsprechenden Kursangebot.» Die Erfahrungen und das ansteckende Lachen von Hanna Meister zeigen: Neu definiert kann Sexualität auch im Alter eine befreiende und lustvolle Lebenskraft sein. •
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Giuseppe Napoli (mit grauer Jacke) am Spielfeldrand.
~ Hintergrund ~ FUSSBALL
E Z T I R P S S N E I O I N T I L A V N I E T MO ER SEIT AN D
. nuten en i M 0 rt 9 ning s: e e u w a r d e l e d s Spie m FC Nie as Wichtig a d d o v w un und, nd Cedric er noch et r t s i lu all ab Der B elie, Lione ti-Match and. ut m dr ielfel F端r A t der Tsch p S h am brauc Giuseppe o Nonn
Von PASCAL CLAUDE (Text) und HOLGER SALACH (Fotos)
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in kalter Wind bläst über den Platz, als Lionel den Ball auf den Elfmeterpunkt setzt. Ein paar Schritte zurück, ein Pfiff, Anlauf – Tor! Souverän wie ein kleiner Profi, halbhoch links versenkt. «Bravo Lionel!» Gut eingepackt ist Giuseppe Napoli zehn Minuten vor Anpfiff am Fussballplatz erschienen, zusammen mit Tochter Francesca und Schwiegersohn Sandro. Es ist kurz vor Mittag. Das Spiel von Lionel wird das erste sein heute, aber nicht das letzte: Nach Lionel spielt Amelie, am frühen Abend Cedric. Der ist gerade dazugestossen am Spielfeldrand. «Hoi Nonno!». Heimspieltag. Grossvater Guiseppe ist dabei, wie immer. NONNO, DAS NATURTALENT Enkelin Amelie, 11, und die Enkel Lionel, 14, und Cedric, 17, spielen alle im selben Verein, im FC Niederweningen. Grossvater Giuseppe, 62, wohnt seit über vierzig Jahren im Ort. Mit 17 ist er aus dem Bergdorf Roccamena in Sizilien in die Schweiz gekommen, ins Wehntal, an den äussersten westlichen Zipfel des Kantons Zürich. Während 35 Jahren arbeitete er als Logistiker bei der Maschinenbaufirma Bucher-Guyer, heute betreut er im Auftrag der Gemeinde in einem Teilpensum Asylbewerber in Niederweningen. «Ich helfe ihnen, sich hier zurechtzufinden», erklärt Giuseppe seine Aufgabe. Ob ihm die Arbeit leicht falle? «Es heisst, ich sei ein Naturtalent», sagt er lachend.
Nach der ersten Halbzeit steht es 4:4 zwischen Lionels C-Junioren und jenen von YF Juventus aus Zürich. Nebst dem Penalty hat der feine Techniker im Mittelfeld noch zwei Tore vorbereitet. Die Pause nutzt die Familie, um den Platz zu wechseln, auf dem Kleinfeld nebenan stehen Amelies D-Juniorinnen bereit. Aus der Stadt ist der FC Wipkingen angereist, per S-Bahn. «Die Stärksten unserer Gruppe», wird Amelies Trainer später sagen.
Das Spiel der Mädchen ist spektakulär, 6:1 geht das Heimteam in Führung, doch Wipkingen holt Tor um Tor auf. «Hopp Nidi!», ruft Giuseppe. Ein Angriff über den Flügel, ein flacher Ball in den Strafraum, direkt vor dem Nonno kommt Amelie zum Schuss – «Ine!» – doch Wipkingens Goalie hält. «Guet gsi, Amelie!» «Ich höre ihn schon, wenn er ruft», sagt Cedric, der Älteste, «seine Stimme höre ~
Grosser Fussballtag in Niederweningen: Lionel spielt mit seinen C-Junioren in den orangen Dresses gegen YF Juventus aus Z端rich, Amelie steht mit den D-Juniorinnen in den weissen T-Shirts gegen Wipkingen im Einsatz. Und Nonno Giuseppe schaut zu.
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~ Hintergrund ~ FUSSBALL Giuseppe Napoli beobachtet, wie Lionel einen Elfmeter schiesst und versenkt. Der Grossvater freut sich, fiebert und leidet an der Seitenlinie mit, wenn seine Enkelkinder im Einsatz stehen. Daneben hat er immer wieder Zeit f端r einen Schwatz.
~ Hintergrund ~ FUSSBALL
~ ich aus den anderen heraus.» Stört es ihn? «Nein, sicher nicht. Ausser wenn er meinen Namen ruft. Das lenkt mich ein bisschen ab.» WENN VERWANDTE AM SPIELFELDRAND AUSRASTEN Nonno Giuseppe ist aber keiner, dem man am Spielfeldrand erklären muss, wie er sich zu benehmen hat. Wenn die Fussball-Regionalverbände Innerschweiz und Zürich inzwischen Sicherheitsabstände um die Spielfelder markieren, um Junioren und Schiedsrichter vor übereifrigen Eltern zu schützen, dann sicher nicht wegen Gi-
useppe Napoli. «Nein, so einer bin ich nicht», lacht er, und Enkel Cedric pflichtet bei: «Das wäre für mich das Allerschlimmste, das Allerpeinlichste überhaupt», sagt er. Und erzählt von einem Vorfall an einem Turnier in Kitzbühl, als er noch bei den GC-Junioren spielte. «Es war in einem Match gegen ein englisches Team, der Vater eines Gegenspielers rannte aufs Feld und auf unsern Goalie los. So etwas muss ich wirklich nicht haben.» Oft reicht aber schon viel weniger – die blosse Anwesenheit nämlich – dass Jugendliche ihre Eltern oder Verwandten «peinlich» finden. Fühlt sich der Grossvater
am Fussballplatz überhaupt willkommen? «Ich glaube schon, dass sie sich freuen, wenn ich da bin», meint Giuseppe, «das sehe ich ihnen an.» Anders sei es, wenn er den Enkeln zufällig im Dorf begegne, wenn sie mit ihrer Clique unterwegs seien: «Dann sagen sie zwar kurz und freundlich ‹hoi›, aber ich merke, dass ich jetzt gerne unauffällig weitergehen darf.» Für Amelie ist die Familie am Spielfeldrand wichtig. Sie höre sie, wenn sie spiele, sagt sie, und manchmal schiele sie nach einer guten Aktion auch hinüber, um zu schauen, ob die andern es gesehen haben. ~
Auf der Suche nach dem Ball, Spielplan, Schuhputz-Brunnen, Linienrichter, ein Fanschal des Heimteams: Impressionen von einem Samstagnachmittag auf Niederweningens Fussballanlage.
~ Auch die beiden Jungs machen nicht den Eindruck, als sei ihnen die Anwesenheit der Eltern und des Grossvaters in irgendeiner Form unangenehm. Im Gegenteil, der Sportplatz des FC Niederweningen scheint für die Familie ein idealer Begegnungsort: Man trifft sich, doch der Anlass ist kein familiärer. Es geht um den Sport, die Atmosphäre ist ungezwungen. Giuseppe sagt: «Durch die Spiele von Amelie, Lionel und Cedric sehen wir uns regelmässig, ohne dass es für einen von uns eine Verpflichtung wäre. Für mich als Grossvater ist das viel wert.»
Der Sport hat im Leben von Giuseppe aber nicht nur deshalb einen hohen Stellenwert. «Als Kind in Sizilien gab es für uns keine Bälle. Wir waren arm, Sport konnten sich nur die Reichen leisten», erinnert er sich. In der Schweiz hat er dann mit Radfahren begonnen, bist heute fährt er begeistert seine Touren – und wirkt entsprechend fit. Und der Fussball? «Den habe ich immer nur zum Plausch gespielt. Als ich mich vor sieben Jahren am Knie verletzte, war aber Schluss.» UND AN DER EM: HILFT ER DER SCHWEIZ ODER ITALIEN? Auf dem Weg zurück zur zweiten Halbzeit von Lionel geht es am Klublokal vorbei, wo Panini-Bildchen für die bevorstehende EM verkauft und getauscht werden. Schweiz oder Italien, Giuseppe? Er muss lachen, einmal mehr. «1982, als die Azzurri in Spanien Weltmeister wurden, sind wir in einer Polonaise durch Niederweningen gezogen», erinnert er sich. «Und auch heute: Wenn Italien spielt, dann … ».
Bei den C-Junioren von Lionel fallen keine Tore mehr, doch das 4:4 gegen YF Juventus ist ein Erfolg. Der Wind hat die Regenwolken aus dem Wehntal geblasen, die Sonne zeigt sich, die blühenden Felder leuchten. Mit offener Windjacke geht es zurück zur zweiten Halbzeit von Amelie. Auch Lionel kommt nach dem Duschen dazu, sodass die ganze Familie samt Grossvater die spannende Schlussphase erlebt. Normalerweise wäre auch die Grossmutter dabei, sagt Giuseppe, doch heute Mittag schaue sie zu ihrem betagten Vater. «Hopp Nidi!», ruft Giuseppe ein letztes Mal. 7:6 gewinnen Niederweningens Juniorinnen am Ende gegen die Favoritinnen aus der Stadt. Die Freude ist gross, auf und neben dem Feld. «Und jetzt trinken wir noch etwas», befiehlt der Nonno und geht voran zum Vereinslokal. Enkel Cedric aber verabschiedet sich, für ihn beginnt bald die Vorbereitung auf das 3.-Liga-Spiel. «Nonno, kommst du nochmals am Abend?», will er wissen. «Aber sicher!» •
~ 06/2016 ~ KURSANGEBOT
E-Bike-Schnupperkurs In diesem Kurs können Sie unter fachkundiger Anleitung E-Bikes kennenlernen und probefahren. ~ Einführungskurs ~
INHALT LERNZIELE • Das Elektro-Fahrrad kennenlernen und in Betrieb nehmen • Probefahrten mit verschiedenen Modellen • Die Risiken für E-Bike-Lenkende im Strassenverkehr richtig einschätzen • Wie Sie Ihr E-Bike sicher im Strassenverkehr manövrieren, und wie wichtig es ist, die Geschwindigkeit den Verhältnissen anzupassen VORAUSSETZUNGEN Keine Für die Dauer des Kurses werden wir Ihnen kostenlos verschiedene E-Bike-Modelle zur Verfügung stellen.
DAUER 2 Stunden inklusive kurzer Zvieripause mit kleiner Verpflegung. KOSTEN CHF 25.– CHF 20.– (für Abonnenten des Magazins Grosseltern) KURSADRESSE Bike Zone Baden GmbH Mellingerstrasse 58 5400 Baden Tel. 056 221 20 23 www.bikezone.ch info@bikezone.ch Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Kursbestätigung und eine detaillierte Wegbeschreibung.
DATUM & ZEIT Donnerstag, 30.6.2016, 14 – 16 Uhr
...ANSCHAUEN, LERNEN UND PROBEFAHREN... Bitte füllen Sie alles gut leserlich aus, und senden Sie uns Ihre Anmeldung.
❏ Donnerstag, 30. Juni 2016 Name
Vorname
Adresse
PLZ / Ort
Telefon
Geb. Datum
Ort / Datum
Unterschrift
Anmeldung an: Grosseltern Magazin, e-Bike-Kurs, Kronengasse 4, 5400 Baden oder per Mail an verlag@grosseltern-magazin.ch
~ Beratung ~ AUS DER PRAXIS
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Wut tut nicht gut
Allein ist alles anders
EINE GROSSMUTTER: Vor ein paar Wochen wurde ich wiederum Grossmutter. Meine Tochter bekam ihr drittes Mädchen. Das Problem: Sie nennen sie Lena. Dies ist der Name meiner verstorbenen Schwiegermutter. Ich hatte ein schlechtes Verhältnis zu ihr. Meine Tochter weiss das. Es fällt mir schwer, meiner süssen, kleinen Enkelin diesen verhassten Namen zu sagen. Wie kann meine Tochter ihr diesen Namen geben? Das macht mich richtig wütend.
EIN GROSSVATER: Vor einem Jahr ist meine geliebte Frau verstorben. Wir haben zusammen regelmässig unsere beiden Enkelkinder gehütet. Allerdings war sie die aktive Grossmutter. Ich war einfach dabei. Nun bin ich bei den Enkelkindern (5 und 6 Jahre) unsicher. Ich weiss nicht, wie ich zu ihnen eine Beziehung aufbauen kann. Sie zu hüten traue ich mich nicht, auch einen Ausflug mit ihnen kann ich mir nicht vorstellen.
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as ist keine einfache Situation für Sie. Ich glaube,
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ie haben bereits eine Beziehung zu Ihren Enkeln, das
dass für Ihre Tochter Ihre Schwiegermutter nicht ist doch klar. Da müssen Sie nichts Neues aufbauen. oder anders mit dem Namen Lena gekoppelt ist. Lena Sie sind der Grossvater. Aber natürlich ist es anders, ist nun das süsse, kleine Wesen, ihr drittes Kind. Wie hat nun allein, ohne Ihre Frau dazustehen vor den Enkeln. Redenn Ihre Tochter Ihre Schwiegermutter benannt? Und was den Sie mit ihnen. Fragen Sie sie, was sie gerne mit Ihnen wissen Sie denn über die Beziehung Ihrer Tochter mit dieser machen möchten. Erfinden Sie zusammen neue Projekte. verstorbenen Lena? Vielleicht war das ja für sie eine ganz Selbst kleine Kinder können einem helfen, Ideen zu entwigute und wichtige Beziehung. Und deshalb ist ihr der Name ckeln. Sie verstehen auch die Hilflosigkeit von Grosseltern Lena gut und teuer. Jedenfalls kann da Ihre Tochter etwas und können darauf reagieren. trennen, das bei Ihnen eng verknüpft ist. Oder anders gesagt: Ein Beispiel: Mein damals dreijähriger Enkel flitzte immer Sie verbindet etwas ganz anders als Sie. wie ein Blitz mit seinem Likeabike im Quartier herum, Vermutlich wird Ihnen nichts anderes übrig wenn wir zum Spielplatz gingen. Als ich bleiben, als Lena I und Lena II zu trennen. Rückenprobleme hatte, erklärte ich es ihm Wieso kann denn ein Name verhasst sein? und bat ihn, an meiner Seite zu bleiben, Eine Person kann es sein – aber da muss weil ich ihm nicht nachrennen könne. doch nicht auch der Name mitschuldig Er wich nicht von meiner Seite. Es war werden. Was nicht ersichtlich ist aus Iheindrücklich. rem Anliegen, ist die Frage, ob Sie denn Und nicht wahr, das ist ja mein Tenor in mit Ihrer Tochter schon einmal über Ihr dieser Kolumne, dass man miteinander Problem gesprochen haben. Oder ob es da reden muss. Davon bin ich tief überzeugt. eine – gut verständliche und auch sinnUnd es ist immer wieder erstaunlich, wie KATHARINA LEY (69) ist Psychoanalyvolle – Hemmung gab, das Thema beim auch kleine Kinder so viel verstehen. Ihre tikerin, Soziologin, Buchautorin mit eigeNamen zu nennen. Enkel sind 5 und 6 Jahre alt. Sie haben ner Praxis in Bern und Grossmutter von Ihre Tochter hat gewählt. Die Kleine heisst zwei Enkelkindern (3 Jahre und 10 Monate). den Tod und Verlust ihrer Grossmutter Schicken Sie Ihre Fragen an: Lena. Da gibt es nichts zu ändern. Vielmitbekommen. Wahrscheinlich trauern Katharina Ley, leicht gibt es Kosenamen für sie: Lenita, nicht nur Sie um Ihre Frau, sondern auch Sulgenbachstrasse 15, 3007 Bern oder beratung@grosseltern-magazin.ch. Lenchen – irgendetwas Liebliches, das zu die Enkel um ihre sicher geliebte Grossmuteinem kleinen Mädchen passt. ter. Sie waren als Grossvater beim Hüten Lena in Frieden – es gab einmal eine alte Lena, sie ist verstorjeweils dabei, einfach in der passiveren Rolle. Nun erhalten ben. Nun ist die neue kleine Lena da. Ein einzigartiges Wesen. Sie eine neue Chance, nämlich die, ein aktiver Grossvater zu Und noch etwas. Ich realisiere immer wieder bei diesen werden. Das ist doch verlockend, meinen Sie nicht? Und für Grosseltern-Fragen, wie persönlich gewisse Dinge genommen die Enkel werden Sie für immer eine Verbindung zu ihrer werden – als wollten unsere Kinder uns Grosseltern extra Grossmutter darstellen. Das ist etwas Wichtiges für alle. eines auswischen. Wirklich? • Nun sind Sie Grossvater und Grossmutter. • # 06 ~ 2016
~ Dossier ~ WERTE VERMITTELN, BRÜCKEN BAUEN
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WIR DOSSIE R
die Brückenbauer
Geben sich Grosseltern mit ihren Enkeln ab, beeinflussen sie deren Entwicklung und Wertvorstellung. Das liegt auf der Hand. Doch was sagt die Wissenschaft dazu? Sie spricht von moralischer Intelligenz, Doppel-Teams und der Brücken-Hypothese.
Von PIUS ACHERMANN (Text) und STEFANIE BEYELER (Illustrationen)
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en n w i r u n s dem Thema «Werte vermitteln» widmen, ist etwas gleich zu Beginn festzuhalten: Das früher so traditionelle Bild der vorbildlichen Grosseltern ist nicht mehr typisch. In der Realität seien die Beziehungen zwischen Grosseltern und Enkelkindern sehr viel komplexer, und keine gleiche der anderen, sagt Entwicklungspsychologe Axel Schölmerich. «Die Erfahrungen mit den Grosseltern prägen den Nachwuchs nicht immer. Und erst recht nicht für immer», hält Schölmerich fest. Vielmehr bewerten die Jungen das meiste im Lauf ihrer Entwicklung neu. Und nicht selten halten ~ # 06 ~ 2016
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~ Dossier ~ WERTE VERMITTELN, BRÜCKEN BAUEN
«Aus dem Geschenkkorb der Grosseltern, diesem Füllhorn an guten Gaben, lassen sich Gruppierungen um verschiedene Brennpunkte erkennen. Ein wichtiger Fokus betrifft die Gemeinschaftsfähigkeit, das mitmenschliche Umgehen mit anderen, ein zweiter die Eigenschaften, die uns befähigen, ein erfülltes Leben zu führen, und ein dritter Werte, die den Grosseltern von ihren Familien vermittelt worden waren oder die sie selbst aus ihren vielfältigen Lebenserfahrungen gewonnen haben.
~ sie dann auch das Gegenteil für richtig. Dass die Beziehungen zwischen Grosseltern und Enkelkindern einem deutlichen Wandel unterliegen, unterstreicht auch der Schweizer Soziologe François Höpflinger. Es sei darum wichtig, sich von idealisierenden Vorstellungen zu Grosselternschaft zu lösen und primär die konkreten Beziehungen zwischen Enkelkindern und Grosseltern in verschiedenen Lebensphasen und unterschiedlichen Familienkonstellationen zu betrachten. Neben den demografischen Veränderungen – geringe
Zu den Werten, welche die menschliche Gemeinschaft betreffen, zählen Rücksichtnahme, Fairness, das Einhalten von Regeln, Offenheit, Wärme, Interesse an Menschen, soziales Denken, Empathie. Ich stelle mir vor, dass die Enkel im Umgang mit den Grosseltern Gelassenheit und Ruhe im Beziehungsfeld erfahren. Als Lebenshilfe für die persönliche Entwicklung werden erwähnt: Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Liebe zu sich selbst, Kreativität, Vertrauen in die eigene Kraft, Mut, ohne Angst durchs Leben gehen zu können, Humor, sich selbst und den eigenen Wahrnehmungen trauen zu dürfen, einen «Selbstkompass» aufbauen, Zufriedenheit erwerben mit dem, was die Seele nötig hat, anstatt begehrlich zu konsumieren, das Leben als lebenswert schätzen. Toleranz gegenüber andersartigen oder benachteiligten Menschen. Als Werte im erweiterten Sinn gelten: kulturelle und traditionelle Werte wie Bücher, Sprache, Theater, ferner die Verbindung zu allem Lebendigen, Verantwortung für unsere Welt, Sorgfalt mit unserer Umgebung, Sinn für ökologische Zusammenhänge, Freude an der Schönheit der Welt.»
Geburtenraten einerseits und verlängerte Lebenserwartung andererseits – seien auch innerhalb der Familien Wandlungsprozesse relevant. Zum einen hat in den vergangenen Jahrzehnten die Scheidungshäufigkeit eklatant zugenommen. Dies beeinflusst auch die intergenerationellen Beziehungen, indem nach einer Scheidung der Eltern die Kontakte der Enkelkinder zu den Grosseltern mütterlicherseits oft intensiver und enger werden. Zum andern fördert die Migration vermehrt geografisch getrennte Generationen. So leben in der Schweiz 37 Prozent der Grosseltern von 12- bis 16-jährigen Enkelkindern im Ausland. Dass dadurch die gegenseitigen Kontakte weitgehend auf gemeinsame Ferientage beschränkt bleiben, liegt auf der Hand.
HEINZ STEFAN HERZKA, ehemaliger Titularprofessor und leitender Arzt der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Zürich. Herzka ist dreifacher Vater und Grossvater von zwei Enkeln. Die Sätze stammen aus seinem Beitrag «Wie Grosseltern miterziehen.» im Grosseltern-Magazin 2/2015.
ZWEI BEMERKENSWERTE THEORIEN
Grosseltern-Erfahrungen
# 06 ~ 2016
Zum Thema «Werte vermitteln» sind zwei von den Soziologen kreierte Theorien bemerkenswert: Die «Brücken-Hypothese» und die «Doppel-Team-These». Für die Wissenschaftler stellen Grosseltern während der Kindheit der Enkelkinder wichtige «Sozialisationsbrücken» dar. Damit meint der deutsche Soziologe Lothar Krappmann, «dass Personen, die einem Kind nah und vertraut sind und sich doch etwas anders als die erste Bezugsperson des Kindes
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(Mutter oder Vater) verhalten, eine Brücke in die noch unbekannte soziale Welt darstellen». Diese Brückenstellung könne auch während der Adoleszenz bedeutsam sein. «Bereits die Tatsache, dass Enkel mit den Älteren darüber reden und streiten können, wie die Welt zu beurteilen und die Familie zu organisieren sei, ist von grosser sozialisatorischer Bedeutung», sagt Krappmann. Die Fachwelt ist sich zudem einig, dass der Einfluss der Grosseltern auf Jugendliche dann am grössten ist, wenn sie ihre Auffassungen den Enkelkindern nicht überstülpen, sondern unaufdringlich ins Gespräch einbringen. Gerade Grosseltern, die Einmischung vermeiden, scheinen die Wertorientierungen der Enkel am nachhaltigsten zu beeinflussen. Einmischen heisst ja auch erziehen wollen. Eingriffe solcher Art werden denn auch mit Recht von den Eltern zurückgewiesen, wie umgekehrt auch die Grosseltern auf ihre Eigenständigkeit und Autonomie gegenüber Interventionen der jüngeren Generation pochen. WIE GROSSELTERN WIEDER TEENAGER WERDEN Eine Studie zu Enkelkind-Grosseltern-Beziehungen hat übrigens noch eine andere «Brücke» entdeckt: Oft sollen sich ältere Menschen im Kontakt mit ihren heranwachsenden Enkelkindern kulturell sozusagen «verjüngen». So können im Spiel mit den Teenagern Grossmütter und Grossväter wieder selbst zu Teenagern werden. Die Doppel-Team-These geht davon aus, dass die Eltern und Grosseltern den Kindern dieselben Werte vermitteln, dies aber auf unterschiedliche Art. Kinder lernen von ihren Eltern, wenn die Eltern zum Beispiel ihr Verhalten kontrollieren und korrigieren. Von Grosseltern wird hingegen stärker indirekt gelernt, etwa wenn diese Geschichten erzählen oder mit den Enkelkindern etwas gemeinsam
unternehmen. Die Theorie geht also davon aus, dass dieses doppelte Vermitteln von Werten einmal «konfliktiv» durch die Eltern und einmal emotional-persönlich durch die Grosseltern geschieht. In einer auf das Jahr 2007 zurückgehenden Studie der Universität Freiburg i.Ue. wurden Drei-Generationen-Familien zu ihren Werthaltungen befragt und wie diese der jüngsten Generation weitergegeben werden. Daraus ging hervor, dass die eigentliche Doppel-Team-Theorie nicht oder nur in eingeschränkter Form Gültigkeit hat. Es scheint, dass die Theorie primär bei traditionellen Familien- und Generationenverhältnissen gilt, wogegen in aktuellen Generationenbeziehungen eher # 06 ~ 2016
ein «intergenerationelles Kompensationsmodell» zu beobachten ist. Die Resultate waren je nach Werttyp, Wertstärke und Bezugsgrösse ganz verschieden. Als Beispiele führt der für die Studie verantwortliche Projektleiter Fritz Oser, Professor für Erziehungswissenschaften, die Werte Freiheit, Wahrheit und Macht auf. Freiheit werde von den Jugendlichen extrem hoch gewichtet, während die Grosseltern dies weit weniger tun, die Mütter noch weniger, die Väter am allerwenigsten. Wahrheit ist wiederum für die Grosseltern sehr wichtig, für Mütter und Väter schon weniger, und für Kinder unter 12 Jahren sei dieser Wert gar nicht besonders wichtig. Oder Macht: ~
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~ Dossier ~ WERTE VERMITTELN, BRÜCKEN BAUEN
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~ Dossier ~ WERTE VERMITTELN, BRÜCKEN BAUEN
~ Für Mütter und Kinder nicht wichtig; für Grosseltern und Väter sehr. «Verblüfft war ich zum Teil absolut», sagt Oser: Für Kinder ist beispielsweise der moralische Wert des Mitgefühls (etwa beim Umgang mit Tieren) enorm wichtig, während die beiden anderen Generationen ihn signifikant niedriger einstufen. Glück wurde beispielsweise von den lebenserfahrenen Grosseltern viel tiefer eingeschätzt als von Müttern und Kindern.» Grosseltern hätten aber eine ausgleichende Wirkung auf die Grosskinder, hält Oser fest. «Wenn die Eltern sehr streng und rigoros sind, dann geben sich die Grosseltern eher verständnisvoll, milde und emotional beruhigend. Umgekehrt sind Grosseltern streng, Sicherheit gebend und fordernd, wenn Eltern alles zulassen. Noch häufiger finden wir Allianzen: Zwei Generationen tun sich mit ihren Einschätzungen quasi gegen ein dritte zusammen.» Und noch etwas: Sowohl die Grosseltern als auch die 9- bis 12-jährigen Enkelkinder schätzen ihre gegenseitige Verbundenheit sehr hoch ein. Als Jugendliche hingegen würden sich die Enkel den Grosseltern weniger verbunden fühlen als die Grosseltern ihnen. ZUR KUNST DER WERTVERMITTLUNG Brauchen uns die heranwachsenden Enkelkinder eigentlich noch als Gesprächspartner, wenn es um die Vermittlung von Werten geht? «Ja», sagen die Enkelkinder, «aber wir brauchen euch nicht als exklusive Gesprächs- und Diskussionspartner.» Die Grosseltern gehören in diesem Alter allenfalls zu einer Auswahl von Bezugspersonen vor allem zusammen mit andern Familienangehörigen und Freunden. Was die eigentlichen Werte betrifft, die Grosseltern ihren Enkelkindern vermitteln sollten, zeigt sich auch hier ein eigentlicher «Wertewandel»: Die Soziologen konstatieren seit den 1960er Jahren eine ~
Tipps für die Grosseltern VORBILD SEIN UND ZEIT HABEN Erinnert euch daran, dass ihr für eure Enkel Vorbild seid. Einer in Deutschland im vergangenen Oktober durchgeführten repräsentativen Umfrage zufolge sind für rund die Hälfte der befragten 14- bis 20-Jährigen (46 Prozent) Eltern und Grosseltern die wichtigsten Vorbilder. Auf Rang zwei stehen sozial engagierte Menschen (15 Prozent). Geschwister, Spitzensportler und Freunde nehmen für jeweils 9 Prozent der Befragten eine wesentliche Vorbildfunktion ein. Popstars, Models und Schauspieler rangieren mit insgesamt 5 Prozent auf den unteren Plätzen. Als Vorbild lebt man etwas vor. Da geht es oft um Kleinigkeiten. Freundlich sein auch zu andern Menschen, deren Privatsphäre respektieren, den Einkaufswagen zurückbringen oder jemandem die Tür aufhalten. Vor allem aber: Schenkt euren Enkeln die Zeit, welche die Eltern oft durch beruflichen Stress und Hausarbeiten nicht haben! DIE FAMILIENGESCHICHTE Erzählt euren Enkelkindern eure eigene Lebensgeschichte. Was für euch eure Grosseltern bedeutet haben und was für die damalige Zeit charakteristisch war. Wie ihr eure Kinder – die Eltern eurer Enkelkinder also – erlebt habt: Zu hören, wie die Eltern als Kinder waren, ja dass sie auch einmal Kinder waren, ist für die Enkel nicht nur unterhaltsam, es eröffnet ihnen auch eine neue Sicht auf Mutter und Vater. Entstaubt eure Fotobücher und legt sie beim nächsten Besuch eurer Enkelkinder auf. DIE WELT AUS EURER SICHT Knüpft an aktuellen Ereignissen an und schlagt die Brücke in die Vergangenheit. Was war damals besser, was heute? Zeigt euren Enkeln, dass sich auch ihre Welt schnell verändert und dass sie nichts als gewiss hinnehmen sollten. Wo ihr spezielle Kenntnisse habt – Geschichte, Literatur, Musik oder besondere Fertigkeiten im Handwerklichen – solltet ihr dieses Wissen dosiert weitergeben. Aber versucht ja nicht zu indoktrinieren!
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~ Dossier ~ WERTE VERMITTELN, BRÜCKEN BAUEN
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Vom grossen Familientisch «Es tut gut, nachdem die Grosseltern vor fünfzig bis sechzig Jahren gestorben sind, darüber nachzudenken, wie sehr sie mich geprägt haben könnten – auch und vor allem durch das Vorbild, das sie mir mitgegeben haben. Gemeint sind zum Beispiel die Grosseltern mütterlicherseits: Grosi (1880 – 1971) zog sechs Kinder auf und war, nachdem alle ausgeflogen waren, noch voller Lebensfreude und regem Interesse an ihrer Umwelt. Sie war hilfsbereit und hatte ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Grossvater (1873 – 1955) hatte sich schon in jungen Jahren mit Leib und Seele dem Schuldienst verschrieben. Er war ein strenger Lehrer und amtete später auch als Schulinspektor. Das Wohl und die Förderung seiner Schüler hatte für ihn stets oberste Priorität. Kinder, die früher für ihre Hausaufgaben daheim keinen Platz hatten oder sogenannte Schlüsselkinder waren oder Mühe hatten mit dem Lehrstoff, nahm er nach Schulschluss mit nach Hause. Sie sassen dann um den grossen Familientisch, und Grosi servierte jeweils ein Zvieri und half auch mit bei der Bewältigung der damals noch umfassenden Hausaufgaben. Sie sprach den Kindern Mut zu und tröstete sie, wenn sie Probleme hatten. Grossvater war in der heimischen Umgebung etwas weniger streng und widmete sich den Schülern mit sehr viel Geduld. Jetzt wird mir auch klar, weshalb ich einen Teil meiner Blockflötenschüler, die in unserer Umgebung wohnten, so gerne bei uns – auch am grossen Familientisch – unterrichtete …» BETTY ACHERMANN (71)
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~ Verschiebung von den sogenannten «Pflicht- und Akzeptanzwerten (Treue, Fleiss, Pünktlichkeit, Höflichkeit, Anpassungsbereitschaft, Disziplin, Ordnung, Leistung) zu den Selbstentfaltungswerten (Selbstverwirklichung, Emanzipation, Gleichberechtigung, Autonomie), die auch Auswirkungen auf das Zusammenleben in Familie und Gesellschaft (68er!) hatte. In den letzten Jahren hätte es aber erneut eine Veränderung gegeben: Werte wie Treue, Leistung, Fleiss, Disziplin sind wieder hoch im Kurs, im Gegensatz dazu würden die Selbstentfaltungswerte zunehmend hinterfragt. DIE KINDER SIND STETIGE ZEUGEN Einer der höchsten Werte ist wohl die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse, zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden. Der amerikanische Kinderpsychiater Robert Coles nennt diese Fähigkeit moralische Intelligenz. Sie erwerbe man nicht durch Auswendiglernen von Regeln oder Vorschriften oder durch abstrakte Schuldiskussionen und häuslichen Gehorsam. Vielmehr würden wir moralisch wachsen, indem wir lernen, mit anderen umzugehen – ein Lernprozess, der darauf beruhe, dass wir uns zu Herzen nehmen, was wir gesehen und gehört haben. «Das Kind ist ein Zeuge, es ist ein ständig wachsamer Zeuge der Moral Erwachsener – oder ihres Fehlens.» «Der Erwachsene ist Vorbild und damit Beispiel für gelebte Werte. Erst im weiteren Lebensverlauf entwickeln Kinder die moralische Motivation, also den eigenen Willen, von innen heraus moralisch zu handeln», schreibt die deutsche Soziologin Simone Pfeffer. Dabei gebe es grosse Unterschiede. Während es für manche Kinder bereits mit vier oder fünf Jahren möglich sei, moralisch zu handeln, gibt es andere, die der persönlichen Moral auch im Alter von siebzehn Jahren wenig
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persönliche Bedeutung beimessen. Wie es zu diesen grossen Unterschieden kommt, sei bisher nicht ganz klar. Vermutet wird, dass die Moral, die Kinder am Verhalten ihrer Eltern oder Grosseltern ablesen, also das gelebte Vorbild, eine bedeutsame Rolle spielt. Die Vorbildwirkung des Erwachsenen tritt also im Bereich der Wertebildung besonders hervor. Daher scheine es sinnvoll, hält Pfeffer fest, sich als Mensch, der mit Erziehungsaufgaben betraut ist, ab und zu die Zeit zu nehmen, über die eigenen aktuellen Werthaltungen und die Art der eigenen Umsetzung zu reflektieren. Das wird wohl auch für Grosseltern gelten, auch wenn sie nicht mehr erziehen müssen. WEITERGABE KULTURELLER WERTE Besonders gern gefragt sind Grosseltern, wenn vergangene Zeiten erklärt werden sollen. Für George Herbert Mead, den amerikanischen Philosophen und einen «Urvater» der Soziologie, ist die Weitergabe von Normen, Kenntnissen, Fertigkeiten und Mustern der Lebensführung von den älteren Menschen an die nachfolgenden Generationen «eine unhintergehbare Voraussetzung für den Fortbestand jeder menschlichen Gesellschaft».* Diese ermögliche erst das notwendige Mass an sozialer und kultureller Kontinuität, ohne das kein gesellschaftlicher Zusammenhalt vorstellbar ist. Nach ihm beruht die Kontinuität aller Kulturen auf der physischen Präsenz mindestens dreier Generationen. Meads Berufskollege Karl Mannheim ergänzt: Die Vermittlung kultureller Werte ist «das Hineinwachsen der neuen Generation in die ererbten Lebenshaltungen, Gefühlsgehalte, Einstellungen. Das bewusst Gelehrte ist demgegenüber quantitativ und der Bedeutung nach von beschränktem Umfang.» Es ist jedoch nicht nur der gesellschaftlich-zeitgeschichtliche Wandel, der über
Grosseltern erfahrbar wird. Grosseltern spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es um die wechselseitige (Re-)Konstruktion der eigenen Familiengeschichte geht. Durch die Weitergabe des kulturellen Familienerbes, zu dem kulinarische Geschmacksvorlieben ebenso gehören wie zum Beispiel die familientypische Ausgestaltung des Weihnachtsfestes, ermöglichen Grosseltern ihren Enkeln, sich mit diesem auseinanderzusetzen, sei es in abgrenzender oder aneignender Art. In der Auseinandersetzung mit dem kulturellen Familienerbe bilden die Enkel ihre persönliche und kulturelle Identität heraus. Die Enkel waren für Heinz Stefan Herzka Anstoss zu einer Autobiografie, die # 06 ~ 2016
über weite Strecken Familiengeschichte ist. «Sie hätte nicht veröffentlicht werden müssen», sagt er. «Aber ich kann allen Seniorinnen und Senioren empfehlen, für sich und ihre Nachkommen zu schreiben. Es bringt Ordnung in das eigene Leben, was zu erarbeiten zwar streckenweise schmerzhaft und eine Konstruktion ist, aber letztlich entlastend.» •
* Grosseltern als Vermittler kultureller Werte, Handbuch Familie, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2007
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~ Kolumne ~ GROSSMÜTTERREVOLUTION
KRANKE KINDER I ch wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geboren und hatte schon mit sechs Monaten eine Lungenentzündung. Ich kam ins Kinderspital und musste sechs Wochen dort bleiben. Sicher besuchte mich meine Mutter manchmal. Aber das ging nur, wenn die Grossmutter kam und die beiden älteren Schwesterchen hütete. Als ich wieder nach Hause kam, zog meine Mutter eine weisse Berufsschürze an, damit ich nicht fremdete, so erzählte
meist die Grossmutter, manchmal musste das Mädchen aber auch ganz allein zu Hause im Bett bleiben. Ich stellte ihr Tee und Zwieback bereit und legte ihr eine Kasperlikassette ein. In der Zehnuhrpause rannte ich nach Hause, strich ihr über die fiebrige Stirn, legte eine neue Kassette ein und musste wieder los in die Schule. Für Notfälle war die Nachbarin alarmiert. Aber ein schlechtes Gewissen hatte ich allemal. Nun war unser kleiner Enkel krank und
sie mir. Anscheinend bin ich aber ohne grössere Schäden davongekommen. Kranke Kinder sind in allen Familien ein Stressfaktor, besonders aber, wenn beide Eltern berufstätig sind. Bei uns war dies der Fall: Als beide Kinder in der Schule waren, stieg ich als Lehrerin wieder ein. Unser Sohn war eigentlich nie krank, oder dann gleich so, dass er ins Spital musste: Blinddarm, Hüftentzündung und Beinbrüche. Wenn möglich, besuchte ich ihn jeden Tag. Wieder zu Hause brachte ihn mein Mann morgens mit Gipsbein zur Schule, mittags holte ich ihn und brachte ihn auch wieder hin. Hort oder Tagesschule gab es damals noch nicht. Die Tochter war manchmal zu Hause krank. Dann kam
konnte nicht in die Krippe. Natürlich hätte es meine Schwiegertochter am liebsten gehabt, wenn ich zu ihr gefahren wäre und ihn dort zu Hause gehütet hätte. Aber ich hatte zwei Termine: Morgens war ich als Seniorin im Unterricht tätig, und nachmittags hatte ich Klavierstunde. Aber mein Mann war bereit, den Enkel in den zwei Stunden zu übernehmen. Also wurde das Kind schon am Vorabend zu uns gebracht. Es winkte den Eltern und dem Bruder fröhlich Ade. Die Nacht war streng. Der Kleine weinte alle 2 bis 3 Stunden, und ich fuhr ihn im Wagen in der Wohnung herum, bis er wieder einschlief. Am Morgen war er fitter als ich, krabbelte herum, lachte und war zufrieden. Unser Programm konnten
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wir problemlos durchziehen, weil wir ja als Grosseltern zu zweit waren. Als wir ihn den Eltern zurückbrachten, meinten diese, so eine ruhige Nacht hätten sie schon lange nicht mehr gehabt. Man sieht: Kranke Kinder waren früher und heute ein Stressfaktor. Nur gut, gibt es Grosseltern! •
HANNA HINNEN lebt in Regensberg und war Lehrerin, Pädagogin, Lehrmittelautorin, Prozessbegleiterin, Mediatorin und Schulpräsidentin. Sie hat einen Sohn und eine Tochter und zwei Enkel. Seit Beginn (2010) macht sie bei der GrossmütterRevolution aktiv mit. Weitere Kolumnen und Infos: www.grossmuetter.ch
~ GrossmütterRevolution ~
PLATTFORM UND DENKFABRIK Die Frauen der neuen Grossmütter-Generation, mit oder ohne leibliche Nachkommen, leisten einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Generationenbeziehungen im Wandel der Gesellschaft und damit zur Lebensqualität und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Migros-Kulturprozent fördert mit dem Projekt GrossmütterRevolution bestehende oder sich bildende Netzwerke von Frauen der GrossmütterGeneration und versteht sich als Plattform und Think Tank für deren gesellschaftliches und politisches Engagement.
In der ersten Jahreshälfte findet jeweils eine zweitägige Zukunftskonferenz als Frühlingstagung statt, im Herbst das jährliche GrossmutterForum. www.grossmuetter.ch
Die GrossmütterRevolution ist ein Projekt des Migros-Kulturprozent www.migros-kulturprozent.ch
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~ Service ~ UNTERWEGS
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Von MAREN TROMM (Text) und MARIE-ANNE SPROSS (Illustration)
INTERLAKEN 1
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Interlaken liegt malerisch zwischen dem Thuner- und Brienzersee. Man kann mit der Bödelibahn die Stadt besichtigen, kleine und grosse Wanderungen unternehmen und von mehreren Aussichtspunkten aus Eiger, Mönch und Jungfrau bewundern. WAS WIE WO 1
HARDER KULM Der 1322 Meter hohe Harder Kulm bietet eine unvergessliche Aussicht auf Interlaken, Eiger, Mönch und Jungfrau, einen Rundweg, Kinderspielplatz und ein Schloss-Restaurant. Hinauf und hinab geht es in sechs Minuten mit der Standseilbahn oder in etwa drei Stunden zu Fuss. Erwachsene 30 Franken/15 Franken mit Halbtax, Kinder 6 bis 15 Jahre 15 Franken, Kinder unter 6 Jahren gratis. Talstation beim Bahnhof Ost
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JUNGFRAU PARK Das «Mysty Spielparadies» im Jungfrau Park, dem ehemaligen Mistery Park, bietet so ziemlich alles, um Kinder bis etwa 10 Jahre glücklich zu machen. Es gibt Hüpfburgen, Tret-Gokarts, Ballpools, Wasserspiele, Bungee-Trampoline, Segway-Parcours und in der Mitte ein Familienrestaurant. Tageseintritt Kinderparadies «Mysty Land»: Kinder 2 bis 10 Jahre 14 Franken, Erwachsene gratis. www.jungfraupark.ch
www.harderkulm.ch
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SEILPARK Wer hoch hinaus möchte und mindestens einen Meter gross ist, ist im Seilpark Interlaken genau richtig. Nach einer kurzen Einführung warten insgesamt neun Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Erwachsene 39 Franken, Kinder bis 16 Jahre 29 Franken. Wagenerstrasse www.seilpark-interlaken.ch
BÖDELIBAHN WILHELM TELL Lorenzo Mostosi, Hauptdarsteller der Tellspiele, zeigt Besuchern mit seinem nostalgischen Züglein gern die Aare, Interlakens Innenstadt und die Ortschaften Unterseen und Matten. Abfahrt grosse Tour: 1. Mai bis 31. August 2016 täglich 10.30 Uhr. Abfahrt kleine Tour: mehrmals täglich (Tel. 079 764 62 60). Haltestelle gegenüber Eingang Kursaal-Park. Mindestteilnehmerzahl 4 Personen. Preise grosse Tour: Erwachsene 19, Kinder 12.50 Franken. www.interlaken.ch
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HEIMWEHFLUH Den Aussichtspunkt Heimwehfluh erreicht man in nur sechs Minuten mit der historischen Drahtseilbahn von 1906. Fast noch schneller geht es auf der Rodelbahn wieder runter. Vorher sollte man allerdings noch ein Foto von der Jungfrau knipsen, sich auf dem Spielplatz austoben, die riesige Modelleisenbahn bewundern und sich im Restaurant stärken. Talstation wenige Gehminuten vom Bahnhof Interlaken West. Kombi-Ticket (Seilbahn, ModelleisenbahnShow, Rodelbahn) Erwachsene 23, Kinder (6 bis 16 Jahre) 14 Franken. Rugenparkstrasse 45 www.heimwehfluh.ch
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BÖDELIBAD Im grossen Freiluftbad befinden sich ein mit Solarenergie beheiztes 50-Meter-Schwimmbecken, zwei Kinderbecken, eine Wasserrutschbahn, ein 10-Meter-Sprungturm und ein Minigolfplatz. Im Bad gibt es zudem weitere Kinderbecken und einen Wellnessbereich – der perfekte Badeplausch also für jede Witterung. Goldey www.boedelibad.ch
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SEEPROMENADENWEG Von Interlaken aus lohnt sich die circa 40-minütige Wanderung nach Bönigen. Entlang des Aarekanals und türkisblauen Wassers des Brienzersees laden Picknickplätze und Bänke immer wieder zum Verweilen ein. Bönigen selbst besitzt einen Dorfteil von nationaler Bedeutung mit sehenswerten Holzhäusern aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Zurück geht es bequem mit dem Bus oder Schiff. www.interlaken.ch
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JAKOBSWEG Mit etwas grösseren Enkeln lohnt es sich, den 15,5 Kilometer langen Wegabschnitt des alten Pilgerweges von Interlaken nach Merligen ganz oder teilweise zu begehen. Der abwechslungsreiche Weg führt an der Aare und dem Thunersee entlang durch historische Ortskerne und durch ein Naturschutzsumpfgebiet zu den bekannten Beatushöhlen. Zwischendurch lohnt sich eine Einkehr im historischen Lokal Neuhaus. Detaillierte Wegbeschreibung im Internet unter Jakobsweg Interlaken bis Merligen. www.jakobsweg.chw
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Eiger, Mönch und Jungfrau im Blick START Männlichen.
ZIEL Station Eigergletscher.
CHARAKTERISTIK Drei kurze Wanderungen, die sich zu einer schönen Panoramatour verbinden lassen.
AN-/RÜCKREISE Von Interlaken Ost mit Berner-Oberland-Bahn nach Grindelwald-Grund, weiter mit Männlichenbahn bis zur Bergstation. Alternativ von Interlaken Ost nach Lauterbrunnen, weiter mit Wengernalpbahn nach Wengen und von dort mit Luftseilbahn auf den Männlichen.
ZEIT 3 ½ h (Männlichen – Gipfel – Männlichen 1 h, Männlichen – Kleine Scheidegg 1 ½ h, Kleine Scheidegg – Station Eigergletscher 1 h).
ROUTE
Von JOCHEN IHLE (Text und Foto)
Zwischen Männlichen und Station Eigergletscher lassen sich drei kurze Wanderungen zu einer grossartigen Schautour verbinden.
A
uf dem Männlichen gibt es seit Sommer 2015 den «Royal Walk». Der mit Informationstafeln versehene Themenweg führt von der Bergstation der Männlichenbahn bis auf den Gipfel. Oben dann die Krönung: Von der kronenförmigen Aussichtsplattform geniesst man einen majestätischen Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Hin und zurück benötigt man für den «königlichen Spaziergang» gerade mal eine Stunde. Da liegt es nahe, den Klassiker schlechthin anzuhängen: den Höhenweg vom Männlichen zur Kleinen Scheidegg. Alleine ist man dort nicht. Doch auf keinem anderen Wanderweg in der Jungfrauregion hat man so eine spektakuläre Nahsicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Auf der Kleinen Scheidegg schliesst sich nahtlos der «Jungfrau Eiger Walk» an. Er führt in einer Stunde hinauf zur Station Eigergletscher. Dabei immer im Fokus: die «Wand der Wände». Unterwegs wird
Männlichen Bergstation (2229 m) – Männlichen Gipfel (2342 m) – Kleine Scheidegg (2061 m) – Station Eigergletscher (2320 m).
SCHWIERIGKEIT T2
HÖHENDIFFERENZ Aufstieg etwa 400 Hm, Abstieg etwa 300 Hm.
AUSRÜSTUNG Keine besondere Ausrüstung erforderlich, eventuell etwas zum Picknicken.
EINKEHREN
an inszenierten Stationen Berggeschichte erlebbar. An einem Felsen hängen Seile; sie dokumentieren die Entwicklung der Kletterausrüstung von früher bis heute. Beim Speichersee Fallboden ist im «Chilchli», einer ehemaligen Trafostation, ein sechs Meter hohes Modell der Eigernordwand aufgebaut. Per Knopfdruck kann man sich dort die Routen durch die Wand anzeigen lassen. Durch Gucklöcher sieht man die Dramen am Eiger; an den Wänden prangen Schlagzeilen von damals: «Die verdammte Wand», «Der Jüngste kämpft noch um sein Leben» oder «Tot zu Tal». Zum Gedenken an die Bergsteiger, die an der Eigernordwand ums Leben kamen, sind deren Namen in Steine eingemeisselt. Direkt am Wanderweg steht auch die alte Mittellegihütte. Die Heimatvereinigung Grindelwald richtete darin ein kleines Bergsteigermuseum ein. Ein Fenster erlaubt einen Blick ins Innere der Hütte mit ihrer historischen Ausstattung. • # 06 ~ 2016
Berghaus Männlichen, 033 853 10 68, www.berghaus-maennlichen.ch. Guesthouse Eigergletscher; Restaurants auf der Kleinen Scheidegg; Hotel Bellevue des Alpes, 033 855 12 12, www.scheidegg-hotels.ch.
WANDERKARTE LK 1:50000, 254T Interlaken.
INFOS Jungfrau Region Tourismus, 033 854 12 50, www.jungfrau.ch. Grindelwald Tourismus, 033 854 12 12, www.grindelwald.ch. Luftseilbahn Wengen-Männlichen, 033 855 29 33. Gondelbahn Grindelwald-Männlichen, 033 854 80 80, www.maennlichen.ch.
Weitere Wandertipps in der Jungfrau-Region finden Sie in der Juni-Ausgabe des Wandermagazins SCHWEIZ. Abo und Einzelhefte: 032 626 40 30 oder www.wandermagazin.ch
~ Service ~ UNTERWEGS
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~ Agenda ~
DATEN UND TERMINE ZUM MERKEN
~ Ausstellung ~
DAS TROPEN-MURMELI Bis vor kurzem war das Murmeli, das die Kinder im Tropenhaus Frutigen willkommen heisst und durch die neue interaktive Ausstellung führt, noch namenlos. Seit dem 22. April aber ist sein Name bestimmt: Es heisst Lili. Eine Jury, bestehend aus Mitarbeitenden des Tropenhauses und 13 Kindern (Foto), entschied sich für diesen Namen. Selbst neugierig wie ein Kind, führt Murmeli Lili auf der Kinderspur durch die Ausstellung und erzählt seine Eindrücke vom Tropenhaus. Spielerische Elemente laden die Kinder ein, vieles zu ertasten, zeichnerisch freizurubbeln und zu experimentieren. ~MB Tropenhaus Frutigen, Tropenhausweg 1, Frutigen Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr. Eintritt (inkl. Ausstellung und Tropengarten): 18 Franken, Kinder ab 6 Jahre 9 Franken. www.tropenhaus-frutigen.ch
~ Event ~
VELOFRÜHLING Sie werden Dirtjumper genannt, die verrückten Velofahrer, die mit ihren Bikes über Hügel springen und dabei verblüffende Tricks und originelle Sprünge zeigen. Am Freestyle Velo-Festival in Baden werden diese Biker Anfang Juni mitten in die Stadt geholt, wo ihre Sprünge noch eindrücklicher sind. Die Dirtjump Session ist aber nur ein Programmpunkt des Badener Velofrühlings: Sehenswert sind auch die BMX Show, die Velo Expo oder das Laufradrennen der ganz Kleinen. ~MB Velofrühling Baden 04. bis 05.06.16. www.velofruehlingbaden.ch
28.05. bis 28.09.16 – Wattwil
05.06.16 – Nidau
OFFENE KINDERBAUSTELLE
KINDERLAND OPENAIR
Kinder können mit diversen Baumaterialien nach Lust und Laune bauen, begleitet durch ein fachkundiges Betreuungsteam. Für Kinder bis 12 Jahre (Kinder bis zur 2. Klasse nur in Begleitung). Jeweils mittwochs 14 bis 18 Uhr und samstags 10 bis 16 Uhr. Anmeldung vor Ort, Eintritt frei.
In Nidau spielen Roland Zoss, Christian Schenker und Andrew Bond. Auch zwischen den Acts ist für Unterhaltung gesorgt. Eintritt: 15 bis 18 Franken pro Person, Kinder unter 2 Jahre sind gratis. 13.30 bis 18 Uhr im Schlosspark Niedau. Weitere Openairs im Juni: 12.06. Fribourg, 19.06. Gossau und 25./26.06. Thun.
kinderbaustelle-wattwil. blogspot.ch
www.kinder-land.ch
03.06. und 04.06.16 – Chur
08.06.16 – Basel
BUSKERS CHUR
TAG DES MEERES
Zahlreiche Artisten und Musiker aus aller Welt präsentieren an wechselnden Standor ten ihre hochkarätigen Shows aus den Sparten Musik, Comedy, Artistik, Zauberei und Theater. Jeweils von 13 bis 23.45 Uhr. Eintritt: Hutgeld.
Zum internationalen Tag des Meeres gibt es von 13 bis 17 Uhr ein Spezialprogramm im und ums Vivarium im Zoo Basel: Alles dreht sich ums Thema «Plastik statt Futter». Zooeintritte: zwischen 18 und 7 Franken, Kinder bis 6 Jahre sind gratis. Der Zoo ist offen von 8 bis 18.30 Uhr.
www.buskers-chur.ch 03.06. bis 05.06.16 – Steffisburg
www.zoobasel.ch 11.06.16 – Atzmännig
KANTONALES JODLERFEST
ATZMÄNNIG KINDERFEST
Zu sehen und zu hören sind Jodlerinnen und Jodler, Fahnenschwinger und Alphornbläser. Der Festumzug ist am Sonntagnachmittag. Das Festabzeichen kostet 20 Franken.
Es dreht sich alles um Kinder: Ein Fest mit Schminken und Ballonwettbewerb, einem Comic-Workshop, natürlich der beliebten Greifvogel-Flugshow, Kutschenfahrten und vielem mehr.
www.jodlerfest2016.ch
www.atzmaennig.ch
05.06. bis 26.06.16 – Luzern
12.06.16 – Luzern
FAMILIEN-CHILBI
KASPERLITHEATER «EIN SOMMERSTÜCK»
Von Zuckerwatte, Karussells und Schaustellern – die Ausstellung «Chilbi» taucht mit allen Sinnen in die Welt der Chilbi ein. Jeden Sonntagnachmittag im Juni von 14-16 Uhr: «Familien-Chilbi» mit alten und neuen Chilbi-Spielen. Reservation: 041 228 54 24. Historisches Museum Luzern.
Wer kennt ihn nicht, den Kasperli. Zusammen mit seinen Freunden erlebt er viele spannende Abenteuer. Das Stück dauert 40 Minuten und ist für Kinder ab 3 Jahren. Eintritt 10 Franken, Kinder 5 Franken. 14 Uhr und 16 Uhr. Neubad, im Pool.
www.historischesmuseum.lu.ch
www.kasperli.com
05.06.16 – Zugerberg
14.06. bis 19.06.16 – Baden
GEBURTSTAG ZUGIBLUBBI
FIGURA THEATERFESTIVAL
Der freundliche Geist vom Zugerberg feiert Geburtstag. Lieder und Geschichten von Jolanda Steiner & Bruno Hächler. Mit grosser CD-Taufe und Wettbewerb. Eintritt: 5 Franken. 13 bis 16 Uhr. In der Aula Felsenegg im Institut Montana.
Das Festival für Figurentheater zeigt zeitgenössische und innovative Inszenierungen aus dem In- und Ausland in allen Theatern von Baden und Wettingen sowie auf Strassen und Plätzen. Viele Produktionen sind auch für kleine Kinder geeignet.
www.zugerberg-bahn.ch
www.figura-festival.ch
# 06 ~ 2016
~ Service ~ OUTDOOR-TIPP
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Die Vogeluhr
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ede Vogelart singt zu einer anderen Tageszeit. So beginnt der Hausrotschwanz schon vor Sonnenaufgang mit seinem Gesang, der Star fängt später an. Man nennt die zeitliche Abfolge von verschiedenen Vogelgesängen auch «Vogeluhr». Je nach Jahreszeit, Ort, Kalendertag und je nach dem, welcher Vogel gerade singt, lässt sich die Uhrzeit bestimmen.
Es ist spannend und lehrreich, Vögel zu beobachten. Anhand der Vogelstimmen kann man zum Beispiel herausfinden, wie spät es ist.
WARUM SINGEN VÖGEL? Vogelmännchen verteidigen mit dem Gesang ihr Revier. Manche singen auch, um ein Weibchen für sich zu gewinnen. Der Trauerschnäpper singt zum Beispiel nur, solange er ein Weibchen sucht. Sobald er eins gefunden hat, hört er mit dem Gesang auf. Bei den meisten Vogelarten singen vor allem die Männchen. Es gibt jedoch Vogelarten (etwa das Rotkehlchen), bei denen die Weibchen ebenso gut singen. TIPPS ZUR VOGELBEOBACHTUNG Mit einem Fernglas kann man die Vögel beobachten, ohne sie zu stören. Ausserdem lassen sich so Farben und Gestalt besser erkennen. Ein Vogelbestimmungsbuch oder eine Vogelbestimmungs-App helfen bei der Zuordnung. Kinder und Erwachsene können in einem Notizheft festhalten, welchen Vogel sie wann gesehen haben, und Skizzen machen. Mit einem Smartphone kann man Vögel fotografieren und ihre Stimmen aufnehmen. Die Zuordnung fällt leichter, wenn man die Stimmen zu Hause mehrmals abspielen und
die Fotos mit den Informationen in einem Vogelbestimmungsbuch vergleichen kann. Wichtig: Die Vogelstimmen sollte man niemals in der Natur abspielen. Das kann bei Vögeln grossen Schaden anrichten: Sie sind gestresst wegen vermeintlicher Rivalen oder verlassen sogar ihre Brut.
WO SICH VÖGEL WOHL FÜHLEN Übrigens: Mit wenig Aufwand kann man im Garten oder auf dem Balkon dafür sorgen, dass sich Vögel wohl fühlen. • Bauen Sie eine Nisthilfe. Anleitungen finden Sie auf den Seiten der Vogelwarte Sempach oder von BirdLife Schweiz. • Stellen Sie eine Vogeltränke auf. Am besten eignet sich eine flache Schale mit rauem Boden. Füllen Sie sie mit Wasser und legen Sie einige Steine hinein. Sie können aus Ton auch selber eine Schale herstellen. • Pflanzen Sie Wildpflanzen, und lassen Sie Totholz liegen. Die Samen von Wildpflanzen sind Nahrung für die Vögel, ebenso Insektenlarven, die im Totholz nisten. Wildpflanzen eignen sich übrigens auch für den Balkon. • Pflanzen Sie einheimische Hecken und Sträucher, bepflanzen Sie Mauern und Zäune mit Kletterpflanzen. So haben die Vögel Rückzugsmöglichkeiten. • Hecken sollten Sie wegen der Brutzeit nie zwischen März und Juli schneiden. • Schneiden Sie die Sträucher nicht zurück. So bleiben die Beeren auch im Winter hängen. • Verwenden Sie keine Pestizide. Vögel sind natürliche Schädlingsbekämpfer. •
Die Vogeluhr zeigt, wie viele Minuten vor oder nach Sonnenaufgang die Vögel morgens zu singen beginnen. Die Reihenfolge kann je nach Jahreszeit, Ort und Lebensraum variieren.
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Nur wer die Natur kennt und liebt, ist auch bereit, sie zu schützen. Fördern Sie als Grosseltern deshalb Naturerfahrungen und Umweltwissen Ihrer Enkelkinder, gehen Sie zusammen raus in die Natur! Zusammen mit dem WWF bieten wir Ihnen an dieser Stelle Ideen. Weiterführende Informationen finden Sie unter www.wwf.ch/grosseltern
© Vogeluhr: Schweizerische Vogelwarte Sempach; Foto: Ting Chen
# 06 ~ 2016
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~ Service ~ REZEPT
Von MARKUS FUETER (Text und Foto)
DER RAPUNZELZOPF
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gen formen, die an den Enden dünner werden. Zopf flechten. Zopf auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Das Ei aufschlagen und mit der Milch mischen. Mit der Eimilch den Zopf bestreichen, nochmals ca. 30 Minuten aufgehen lassen, nochmals mit Eimilch bestreichen. Möglich sind auch zwei kleinere Zöpfe à je 500 Gramm. Teig vierteln und Stränge à 70 cm Länge vorbereiten. BACKEN Ca. 45 Minuten in der unteren Hälfte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Beim Backen eine kleine Schale mit Wasser dazu stellen. Klopft man auf die Unterseite des Zopfes und tönt es hohl, ist der Zopf genügend gebacken. Herausnehmen, auf einem Gitter auskühlen.
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eine Mutter liess uns lange glauben, dass die Züpfe oder eben der Zopf auf dem Schloss von Rapunzel seinen Ursprung hat. Dort hätten die geschickten Bäckermeister des Schlosses das edle Gebäck für die prunkvolle Hochzeit von Rapunzel und ihrem Gemahl erfunden. Der Zopf sollte an die prachtvoll geflochtenen Haare erinnern, die Rapunzel für die Freiheit hergeben musste. Die Wahrheit ist selbstverständlich etwas weniger prunkvoll. Jedoch galt der Zopf bereits im 15. Jahrhundert als Luxusgut und Festgebäck. Die Bäckereien durften es lange Zeit nur vom Thomastag (21. Dezember) bis zum Dreikönigstag herstellen. Die Züpfe war somit ein typisches Weihnachts- und Geschenkgebäck. Wie könnte es auch anders sein: Beim Zopf Machen erzähle ich meinen Kindern lieber die Geschichte von Rapunzel. Wir backen jeweils am Samstag einen Zopf für den Sonntag. Mit Safran verfeinert wird die Züpfe bei uns nur an speziellen Anlässen und bei besonderen Gegebenheiten aufgetischt.
SAFRANZOPF ZUTATEN 1 kg Zopfmehl 1 EL Salz 1
Würfel Hefe (etwas weniger)
2 EL Zucker 6 dl Milch (lauwarm) 125 g Butter (Zimmertemp.) 1
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½ dl Milch
TEIG Zopfmehl mit dem Salz und dem Zucker in einer Schüssel vermischen. Hefe in kleine Stücke zerreissen und dem Mehlgemisch beigeben. Die Butter zur lauwarmen Milch geben und schrittweise mit dem Mehl-Hefegemisch verarbeiten. Den Teig weiterhin etwa 10 Minuten stark kneten und ab und an auf den Tisch schlagen, bis er weich und geschmeidig ist. Den Teig zu einer Kugel formen, in die Schüssel geben, mit einem feuchten Tuch zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 1½ Stunden aufs Doppelte aufgehen lassen. FLECHTEN Den ausgeruhten Teig erst zweiteilen. Beide Hälften zu je ca. 90 cm langen Strän# 06 ~ 2016
Zusätzlich ca. 15 Safranfäden über Nacht in 2 Esslöffel warmem Wasser einweichen, so entwickeln sich Farbe und Aroma optimal. Den Saft mit den Safranfäden der lauwarmen Buttermilch beigeben. Ausgezeichneten und sehr aromatischen Safran finden Sie übrigens im Kanton Aargau (www.tagora.ch). Wir wünschen «En Guete»!
•
Markus Fueter ist gelernter Koch und kocht mit seinen Liebsten für seine Liebsten. Die hier von ihm vorgestellten Rezepte haben seine Grossmutter und seine Mutter an ihn weitergegeben.
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BLÜHENDE KRONEN Von MARIE-ANNE SPROSS (Text & Zeichnungen) und MADELAINE AMMANN (Foto)
Es blüht überall. Da liegt es nahe, einige Blumen zu pflücken und sie an eine selbst bemalte Krone aus Moosgummi zu stecken.
# 06 ~ 2016
~ Service ~ BASTELN
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# 06 ~ 2016
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~ Service ~ WEBEN
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Von THERES BAUMGARTNER (Text) & CLAUDIA HANSELMANN (Foto)
ARBEITSABLAUF
Ein altes Wähenblech, Wolle, ein lachendes Gesicht, ein Uhrwerk und viel Fantasie sind die Zutaten für diese Uhr.
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SCHWIERIGKEIT Einfach bis mittel
• Wähenblech, ø 18 cm, z.B. Brockenhaus • Metall- oder Sprayfarbe, Pinsel • Quarz-Uhrwerk, 10 mm, z.B. von efco • Passende Batterie • Filzgleiter • Gelbes dünnes Garn, 2,5 m • Dicke gelbe Wolle, ca. 15 g, z.B. Boston von Schachenmayr • Weisse und schwarze Filzresten • Schwarzer Fun Liner • Bast in Schwarz • Ständerbohrmaschine, Metallbohrer, ø 2-3 und 8 mm • Blechschere, evtl. Metallsäge • Metallschleifpapier • Körner • Aceton, alter Lappen • Alleskleber • Nähutensilien, Wollnadel • Vorlage (links klein, zu finden auch unter www.grosseltern-magazin.ch/basteltipp)
1. Gemäss der Vorlage die Löcher auf dem Wähenblech bezeichnen und bohren. Die grosse Öffnung mit Blechschere oder Metallsäge ausschneiden. 2. Die Kanten der Löcher mit dem Körner entgraten und/oder schleifen. 3. Mit Aceton alle Flächen gut entfetten. 4. Mit Metallfarbe bemalen oder besprühen, trocknen lassen. 5. Das Quarzuhrwerk gemäss Vorlage so in das Wähenblech kleben, dass die Batterie von hinten ausgewechselt werden kann. Je nach Blechtiefe die Höhe anpassen, z.B. Filzgleiter unter das Uhrwerk kleben. 6. Zur Schonung der Wand vier Filzgleiter regelmässig verteilt auf die Blechunterseite kleben. 7. Das dünne Garn einfädeln, einen grossen Anfangsknoten arbeiten und gemäss Vorlage (von A nach 1, 2, 3 etc. bis zu S) einziehen. Mit dem restlichen Garn in Runden arbeiten, dabei stets einmal unter dem gespannten und einmal über dem gespannten Faden im Wechsel weben. 8. Die restliche Fläche mit dicker Wolle in Rundwebtechnik fertig weben. 9. Aus Filz Augen ausschneiden und aufkleben. 10. Mund und Uhrzeiteinteilung mit Bleistift vorzeichnen, mit Fun Liner aufmalen, trocknen lassen. Haare aus schwarzem Bast einziehen. 11. Die Zeiger gemäss Anleitung montieren. Als Ergänzung ein Uhrenband aus Stoff nähen und unter die lachende Uhr kleben. (nicht im Bild)
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift «manuell». Das Magazin für Textilarbeit und Werken erscheint zehnmal jährlich. Abos und Einzelhefte: Tel. 058 344 95 25 oder www.manuell.ch # 06 ~ 2016
~ Service ~ DIGITAL
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~ Tipp von Swisscom Academy ~
SORGENLOSES ROAMING
~ Lucy und Pogo ~
BILDERBUCH ALS APP Pogo, der Hund, darf in die Hundeschule, Lucy, die Katze, nicht. Das lässt sie nicht auf sich sitzen. Die App ist ein schönes Bilderbuch, die Geschichte wird von Sprecherinnen und Sprechern erzählt. In vielen Szenen warten auf die Kinder kleine Aufgaben, mit denen sie die Katze Lucy aktiv durch die Geschichte begleiten können. Eine tierisch schöne und leicht zu bedienende App mit einer liebevoll gezeichneten Geschichte über Vorurteile, Hilfsbereitschaft und Toleranz – und wie man für sich selber einstehen kann. ~MT Lucy und Pogo, Catsndogz, 4 Franken. Ab 2 Jahren. Für IOs.
~ Thinkrolls ~
PHYSIK, LEICHT GEMACHT Ein geniales Logikspiel für Kinder und möglicherweise auch so manchen Erwachsenen. Die runden Spielfiguren namens Thinkrolls müssen jede Menge Hindernisse meistern. Dabei entdecken sie in jedem Kapitel einen Gegenstand mit neuen physikalischen Eigenschaften. Untersucht werden Kraft, Beschleunigung, Auftriebskraft, Hitze, Elastizität und Schwerkraft. Bei Thinkrolls 1 und 2 gibt es jeweils über hundert leichtere Levels für 3- bis 5-Jährige und über hundert schwerere Levels für die Altersgruppe 5 bis 8. Die Levels bauen behutsam aufeinander auf. Die App fördert Beobachtungsgabe, logisches Denken, Problemlösungen, räumliches Denken und das Gedächtnis. Ohne Werbung und Testkäufe. ~MT Thinkrolls, von Avokiddo. Pro Level je 4 Franken. Für iPad, iPhone, Android, Kindle Fire.
Kurz vor den Sommerferien ist Roaming als Kostenfalle in aller Munde – doch mit den richtigen Einstellungen nutzen Sie Ihr Smartphone auch im Ausland sorglos. Roaming kommt aus dem Englischen und bedeutet «herumwandern». Verlassen Sie die Schweiz, ist Ihr Mobilfunkanbieter nicht mehr für das Netz zuständig. So telefonieren und surfen Sie über das Mobilfunknetz des ausländischen Partners Ihres Anbieters, wodurch Sie mehr für SMS, Telefonieren und mobile Daten bezahlen. Die effektiven Kosten hängen vom Aufenthaltsort sowie den Preisen Ihres Anbieters ab. Beim Telefonieren werden grundsätzlich Gebühren verrechnet, wenn Sie einen Anruf tätigen oder entgegennehmen sowie eine Nachricht auf die Combox erhalten resp. diese abhören. Falls Sie kein Abonnement inklusive Roaming besitzen, lohnt es sich, die Combox auszuschalten, Anrufe nur im Notfall entgegenzunehmen und über WLAN zu surfen. Das Datenroaming, d.h. den mobilen Zugriff aufs Internet, können Sie bei iPhones unter «Einstellungen – Mobiles Netz – Datenoptionen» ausschalten. Bei Android-Geräten finden Sie die Einstellung unter «Einstellungen - Drahtlos & Netzwerke – Mehr – Mobilfunknetze». Jetzt aktuell: Möchten Sie noch mehr über Roaming und die Smartphone-Nutzung im Ausland erfahren? Dann besuchen Sie den Kurs «Reisen» von Swisscom Academy noch bis zum 30. Juni zum halben Preis. Anmeldung und weitere Infos unter www.swisscom.ch/reisesession oder 0800 33 55 77.
Ein Artikel in Zusammenarbeit mit
# 06 ~ 2016
~ Service ~ SPIELEN
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~ Ratespiel ~
~ Suchspiel ~
DIXIT
SCHATZ RABATZ
Von Spielen ist man ja schnell mal begeistert, aber nur wenige bestehen wirklich den Test der Zeit. Anders bei Dixit. Das Spiel ist bei vielen seit Jahren hoch im Kurs. Die Basisausgabe besteht aus 84 wunderschön gestalteten Motivkarten, von denen jeder Spieler zunächst fünf erhält.
Kleine Kiste, grosser Schatz, doch leider fehlt für ihn der Platz. Mit gierigem Raffen alleine kommt man hier nicht weit. Nur wer bei aller Hektik die Ruhe und den Überblick bewahrt, kann am Ende reiche Beute nach Hause tragen. Karin Hetlings
Der Startspieler hat nun die Aufgabe, zu einer seiner Karten einen Satz, ein Zitat, ein Wort, eine Geschichte oder auch einen Liedtext zu sagen. Alle anderen Spieler wählen daraufhin aus ihrem Handbestand die Karte aus, die ebenfalls zu dem Gesagten passen könnte. All diese Karten werden verdeckt eingesammelt, gemischt und auf dem Tisch aufgedeckt. Ziel ist es herauszufinden, welches die Ursprungskarte war. Fazit: Ein schönes Familienspiel, das Kreativität fördert, dazu anregt, um die Ecke zu denken, und jede Menge Spass macht. Nach einiger Zeit lohnt sich die Anschaffung einer der vier Erweiterungen mit neuen 84 Karten. ~MT
temporeiches Such- und Sammelspiel erfordert räumliches Wahrnehmungsvermögen, schnelle Reaktionen und planvolles Vorgehen. Die Mischung macht gute Laune. ~MT Schatz Rabatz, Boris Verlag, für 2 bis 4 Spieler ab 5 Jahren, ab 24 Franken. Spieldauer 15 bis 20 Minuten.
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~ Service ~ SPIELEN
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~ Aus alter Zeit ~
Geissen
~ Kartenspiel ~
SCHREIEN WIE EIN TIER
von PETER GRAF (Text) und PAULA TROXLER (Illustration)
Mau Mau ist ein lustiges Bewegungskartenspiel, das insbesondere kleineren Kindern grosse Freude bereitet. Ähnlich wie bei Uno legt man Farbe auf Farbe, Tier auf Tier und Zahl auf Zahl. Die klassischen Aktionskarten wie «aussetzen» und «+ 2» sind leider etwas unübersichtlich gestaltet.
D
Dies machen vier Karten, bei denen alle aufstehen und das entsprechende Tiergeräusch machen müssen, jedoch wieder wett. Die Sprösslinge lieben es, so richtig laut sein zu dürfen. Zudem sind sie meist schneller als die Erwachsenen – selbst wenn die sich ehrlich anstrengen. ~MT Mau Mau, Loewe Verlag, für 2 bis 4 Spieler ab 3 Jahren, ab 4 Franken. Spieldauer 5 Minuten.
ieses Spiel wurde nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den Nachbarländern gespielt. Die vorgestellte Variante stammt aus der Gegend um Brugg. Als Spielfeld eignet sich ein grosser Platz von mindestens 25 Metern Länge und 15 Metern Breite. Die Geiss ist ein auf drei Wurzelstöcken stehender Holzklotz. Jeder Spieler erhält einen ungefähr 30 Zentimeter langen Wurfstock. Der Hirt steht neben der Geiss. Seine Mitspieler stehen etwa 20 Schritte entfernt und rufen ihm zu: «Hirt mer, hirt mer die
Geiss, mach mer sie gsund und feiss. Mach mer sie gsund und dick!» Dann warnen sie ihn: «Ab der Geiss!» und werfen ihre Stöcke Richtung Geiss. Ziel ist es, die Geiss umzuwerfen. So oft und so lange sie umgeworfen da liegt, dürfen die Spieler in den Bezirk des Hirten eintreten, um ihre Waffen wieder herauszuholen; auch dürfen sie bei dieser Gelegenheit die Geiss aufs Neue hinterrücks umstossen. Der Hirte wird abgelöst, sobald es ihm gelingt, einen der Spieler zu berühren, der seinen Stock herausträgt. •
Aus: «Tumme, Böckli, Stigeligumpe: 50 Schweizer Spiele aus alter Zeit», Applaus Verlag, 144 Seiten, 48 Franken. # 06 ~ 2016
~ Service ~ BUCHTIPPS
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I gah nid furt
rette, für das z bhalte, wo eim so a ds Härz gwachsen isch», schreibt Abplanalp zum Beispiel, als das Abstimmungsergebnis bekannt wird. WENN STURHEIT SCHADET Überraschend ist neben der Sprache auch, was Abplanalp mit seinem Hauptprotagonisten macht. Er lässt ihn in seinem Kampf gegen die Ungerechtigkeit nicht als heldenhaft erscheinen, sondern schildert ihn als schwierigen Menschen, der mit seiner Sturheit seinem nächsten Umfeld schadet. Weil sein Sohn ins Tal zieht, bricht er den Kontakt zu ihm, dessen Frau und den beiden Enkelkindern ab. Und seine Frau stirbt an einem Herzinfarkt, den sie während der Zwangsräumung erleidet.
Hans Abplanalp hat ein Buch über einen Bergbauern und Grossvater geschrieben, der sich gegen eine Zwangsumsiedlung wehrt. Die Erzählung ist originell und kraftvoll – auch, weil sie in Berndeutsch geschrieben ist. Von GEORG GINDELY (Text)
P
aul Hauswirth ist Bergbauer auf der Mutthöchi im Berner Oberland. Dort lebt er zusammen mit seiner Frau Rosa ein einfaches, arbeitsreiches, aber zufriedenes Leben. Geplant ist, dass Sohn Franz mit seiner Familie den Hof bald übernimmt. Doch es kommt anders. Eine Volksinitiative verlangt, abgelegene Gebiete im Kanton aus Spargründen zu schliessen und deren Bevölkerung auszusiedeln. Paul Hauswirth und die anderen Dorfbewohner wehren sich mit allen Mitteln dagegen, dennoch wird die Initiative angenommen. Während die meisten anderen Bergbauern ihre
Heimat nach dem ersten Schock freiwillig und gegen eine angemessene Entschädigung verlassen, sagt Paul Hauswirth: «I gah nid furt.» Autor Hans Abplanalp, der für «Grosseltern» satirische Kolumnen schreibt (siehe Seite 82 dieser Ausgabe), hat seine eben erschienene Erzählung in Berndeutsch verfasst. Schon nach wenigen Seiten hat man sich auch als Nichtberner daran gewöhnt, und die kraftvolle Sprache lässt einen nahe in die Welt der Bergbauern eintauchen. «I ihne rumorets wie verruckt, das darf doch eifach nid wahr sy, si sy hin u här grisse zwüsche Wuet u Verzwyflig, Tröschte macht alles nume no schlimmer, aber sit hütt am Aabe wüsse si, dass es kes Hingertüürli git, wo me sech chönnt # 06 ~ 2016
Nach der Beerdigung von Rosa kommt es zum Zusammenbruch: Paul Hauswirth wird in die Psychiatrie eingeliefert. Eine bosnische Putzfrau und seine beiden Enkelkinder führen ihn langsam ins Leben zurück. Die Begegnung mit der Bosnierin Naida Kadric sowie die Gespräche zwischen Grossvater und Enkelkindern gehören zu den bewegendsten Stellen der ohnehin starken, kraftvollen und originellen Erzählung. Abplanalp schreibt lebensnah und treibt die Handlung schnell voran. Wollte man das Buch kategorisieren, könnte man von einem weltoffenen Heimatroman sprechen. Akzeptieren muss man einzig die Idee, dass eine Volksinitiative angenommen wird, die dünn besiedelte Landstriche ganz entvölkern will. Das wirkt etwas unrealistisch, wenn man bedenkt, wie stark im Moment Bauerntum und Ursprünglichkeit im Trend sind. Aber wer weiss – vielleicht ist der Autor seiner Zeit voraus. Und seine düstere Vision hat mehr Wahres an sich, als uns lieb sein kann. • Hans Abplanalp: I gah nid furt. Zytglogge Verlag, 140 Seiten, 26 Franken. Buchvernissage am Donnerstag, 2. Juni, um 19 Uhr in der Aula des Schulzentrums Rebacker, Turnhallenweg 8, Münsingen.
~ Service ~ BUCHTIPPS
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~ Alina Bronsky ~
BABA DUNJAS LETZTE LIEBE
~ Per Olov Enquist ~
GROSSVATER UND DIE WÖLFE Nachdem die kleine Mina in der Nacht von einem Krokodil gebissen worden ist, nimmt sie niemand ernst ausser ihr Grossvater. «Seine Ratschläge sind echt super, auch wenn alle anderen Erwachsenen fanden, dass sie schlecht waren», wissen seine vier Enkelkinder. Grossvater hat denn auch eine
Baba Dunja ist weit über 80 und lebt in der Sperrzone um Tschernobyl. Zusammen mit ein paar anderen skurrilen Rückkehrern und Aussteigern hat sie sich in einem verlassenen Dorf im Niemandsland niedergelassen, pflanzt Gemüse an, sammelt Beeren und geniesst ihre Freiheit. Die Strahlung macht ihr keine Angst; mehr Mühe hat
ganz besondere Idee: Um Mina die Angst zu nehmen, nimmt er sie und die anderen Enkel mit auf eine Bergtour zu den drei Höhlen, und zwar über Nacht und ohne den Eltern der Kinder etwas zu sagen. Die Expeditionsteilnehmer geraten dabei in ein grosses Abenteuer, bei dem sie einen kleinen Wolf retten, von bösen Wilderern bedroht werden und bei dem sich der Grossvater verletzt. Per Olov Equist ist vor allem als Schriftsteller für Erwachsene bekannt. Sein erstes Kinderbuch, das 2003 erschien, ist bereits heute ein Klassiker der Kinderbuchliteratur – mit einem wunderbar kauzigen Grossvater in der Hauptrolle. ~GG
sie mittlerweile, wenn sie in die nächstgelegene Stadt zum Einkaufen muss. Baba Dunja hat ihre Enkelin Laura, die in Deutschland lebt, noch nie gesehen. Als sie plötzlich einen Brief von Laura bekommt, den sie aber nicht lesen kann, weil er auf Deutsch ist, beginnt sie ihrer Enkelin ebenfalls zu schreiben. Die Ereignisse überschlagen sich, als plötzlich ein Mann mit Kind in die Sperrzone kommt und dort wohnen will. Ein kleiner, feiner Roman über eine mutige und liebenswerte Frau, die ihren eigenen Weg geht. ~GG
Hanser/DTV, 115 Seiten, ab 8 Jahren, 16.90 (Hardcover) oder 10.90 Franken (Taschenbuch)
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Von PAUL W. MEIER, THOMAS BAUMANN (Text) und DESCIENCE (Illustration)
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Schutz vor der Sonne
inder verbringen von vornherein mehr Zeit an der Sonne als Erwachsene und müssen darum besonders gut vor zu viel Sonnenstrahlen geschützt werden – vor allem auch, weil ihre Eigenschutzmechanismen noch nicht vollständig ausgebildet sind. Das Tragen von geeigneter Kleidung ist die wichtigste Massnahme für einen guten Sonnenschutz. Eine Kopfbedeckung, möglichst mit breiter Krempe, ist dabei essenziell. Je dichter ein Stoff gewebt ist und je dunkler seine Farbe, desto besser ist der UV-Schutz eines Kleidungsstückes. Durch ein helles Baumwoll-T-Shirt gelangen 10 bis 20 Prozent der UV-Strahlen direkt auf die Haut, im feuchten Zustand sogar 50 Prozent oder mehr. Spezielle UVSchutz-Kleidung stellt insbesondere für Kleinkinder eine sinnvolle Massnahme dar. Beim Kauf einer Sonnenbrille sollten Sie auf das CE-Zeichen «100 % UV-Schutz bis 400 nm» achten. ZWEI VERSCHIEDENE UV-FILTER Bei Lichtschutzcrèmes unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten von UV-Filtern: physikalische und chemische. Physikalische Filter sind mineralische Pigmente, die durch Reflexion und Streuung die Wirkung der UV-Strahlen abschwächen. Physikalische Filter dringen nicht in die
Kinder, vor allem Säuglinge, gehören nicht in die pralle Sonne. Sie können dadurch ernsthaft gefährdet werden. Haut ein, Unverträglichkeitsreaktionen sind dementsprechend selten. Für Kleinkinder gibt es spezielle Produkte dieser Art, so zum Beispiel Daylong Baby. Chemische Filter absorbieren die UV-Strahlen und wandeln kurzwellige, energiereiche Strahlung in langwellige energiearme Strahlung um. Sie müssen 30 Minuten vor dem Aufenthalt an der Sonne aufgetragen werden, um einen wirksamen Schutz zu gewährleisten. Es kann zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen, diese sind aber auf die Haut limitiert. MEIST ZU WENIG CRÈME Der auf der Verpackung von Sonnenschutzmitteln angegebene Lichtschutzfaktor ist der Faktor, um den sich die Zeit in der Sonne verlängert, bevor eine Rötung oder eine Pigmentierung der Haut auftritt. Mit Lichtschutzfaktor 15 werden
93 Prozent aller UVB-Strahlen absorbiert, mit Faktor 30 sind es 96 Prozent. Dabei wird von einer Applikation von zwei Milligramm pro Quadratzentimeter ausgegangen. Dies entspricht einer Menge von 30 bis 40 Gramm bei einem erwachsenen Menschen. Achtung: In der praktischen Anwendung wird diese Menge so gut wie nie erreicht. Die Lichtschutzwirkung reduziert sich bereits dadurch um mindestens einen Faktor 2 bis 4. Zudem erhalten sonnenexponierte Körperareale wie Stirn, Nasenrücken, Ohren, Lippen, Schultern und Fussrücken oft durch mangelndes Auftragen keinen ausreichenden Schutz. Eine wiederholte Applikation des Sonnenschutzmittels ist sinnvoll, falls dieses durch mechanische Faktoren wie Bewegung, Wasser oder Reibung vor Ausschöpfung des Lichtschutzes entfernt wird. Die gleichzeitige Verwendung mehrerer Präparate führt hingegen nicht zu einer besseren Wirkung. Mehr Infos zum Thema findet man unter www.krebsliga.ch/schonnenschutz.
•
Die Autoren sind Kinderärzte in Solothurn. Der Text stammt aus dem Buch «Informationen vom Kinderarzt», Verlag Hans Huber, und ist ungekürzt auch auf der Webseite www.paediatrieinfo.ch zu finden.
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~ Service ~ GESUNDHEIT
Vorurteile hinter sich lassen
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n der Schweiz leben rund 1 Million Menschen mit einer Hörminderung. Viele zieren sich vor dem Gang zum
Falls Sie seit längerem an einem Hörverlust leiden und noch nie ein Hörsystem getragen haben, muss sich das Gehirn an
Hörgeräteakustiker. Sie haben Vorurteile gegenüber Hörsystemen und nutzen diese als Vorwand, um sich nicht mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ein weit verbreitetes Vorurteil gegenüber Hörsystemen ist, dass sie auffällig und sofort sichtbar sind. Die modernen Modelle von heute sind jedoch so klein, dass sie von aussen kaum wahrgenommen werden. Sie verschwinden entweder hinter dem Ohr oder werden im Ohr getragen. Die Bedienung von Hörsystemen ist unkompliziert und wird Ihnen ausführlich erklärt. Sie werden rasch mit dem neuen Hörsystem und der Handhabung vertraut sein. Hörsysteme pfeifen auch nicht mehr. Das ist ein Problem aus den 1980er Jahren, das durch moderne Technologien behoben wurde. Viele denken, sie brauchen nur ein Hörsystem: es benötigt beide Ohren, die Signale an das Gehirn senden, damit eine akustische 360°-Raumwahrnehmung entsteht und das Zuhören einfach, angenehm und natürlich ist.
die vielen neuen Höreindrücke gewöhnen. Dies irritiert am Anfang, ändert sich aber nach einer kurzen Eingewöhnung. «Eine Hörminderung bedeutet einen Verlust von Lebensqualität. Wieso darauf verzichten?», sagt Jeannette Ryffé, Hörgeräteakustikerin mit eidg. Fachausweis. Ab einem Alter von 55 Jahren sollte eine Höranalyse zur regelmässigen Vorsorgeuntersuchung gehören. Überwinden Sie Ihre Vorurteile und vereinbaren Sie noch heute Ihren kostenlosen Höranalysetermin bei einem Akustiker in Ihrer Nähe unter Telefon: 031 528 13 07. •
Jeannette Ryffé, Hörgeräteakustikerin mit eidg. Fachausweis.
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~ Notfall ~
RICHTIG REAGIEREN BEI VERGIFTUNGEN Kleine Kinder wollen alles ausprobieren. Das kann manchmal gefährlich sein, zum Beispiel, wenn sie giftige Beeren essen oder Reinigungsmittel trinken. Wer für den Notfall gerüstet sein will, sollte die Tox-Notrufnummer 145 kennen. Dort wird man von Spezialisten der Tox Info Suisse beraten, der offiziellen Schweizer Informationsstelle für alle Fragen rund um Vergiftungen. Rund 50 Prozent aller Anrufe betreffen Fälle mit Kindern unter 5 Jahren. Neu gibt es auch eine kostenlose Tox-Info-App, die Hinweise zur Ersten Hilfe bei Vergiftungen und zur Vergiftungsprävention gibt. Mit ihr kann man rasch die Notfallnummer 145 wählen. Die weitere Funktion, dass man nach dem Anruf Bilder und Produktestrichcodes ans Tox schicken kann, erleichtert die Giftidentifikation und macht so die Beratung schneller und zuverlässiger. Die App, die es für Apple und Android gibt, sendet zudem regelmässig Kurzmitteilungen zu aktuellen Themen rund um Gifte und Vergiftungen. ~GG www.toxinfo.ch
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# 06 ~ 2016
~ Service ~ GESUNDHEITSKOLUMNE
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Miss Polly und das Polyallergiesyndrom S
ie heisst natürlich nicht Miss Polly (oder noch kürzer «Miss Pi»). Es ist eine meiner Unsitten, dass ich Patienten mit Decknamen versehe. Irgendwie wirkt das psychohygienisch, und ich kann die Begegnungen mit mehr Gelassenheit und Humor angehen. Miss Polly ist zunehmend allergisch, und ich muss aufpassen, dass ich dadurch nicht auf die Patientin allergisch werde! Der Reihe nach: Die Patientin hat einen Heuschnupfen und selten Ekzeme in den Ellenbeugen. Damit gehört sie zu den sogenannten Atopikern, das heisst, sie hat eine Neigung zu Allergien und Ekzemen. Aber daneben neigt sie auch zu psychosomatischen Beschwerden wie Bauchweh, diffusen Weichteilschmerzen etc. Jetzt kommt sie in die Sprechstunde mit einer ellenlangen Liste von Allergietests, die ein Labor ennet des Rheins für 250 Euro durchgeführt hat – wie immer ganz einfach: Zwei Röhrchen Serum (Blut) einschicken und sämtliche Probleme können gelöst werden. Kannste denken! Miss Pi sitzt da wie ein begossener Pudel, und der Hausarzt muss sich die Bemerkung verkneifen, dass sie sich die Suppe, die sie sich eingebrockt hat, nun selbst auslöffeln soll. Nein, dazu ist er doch zu menschenfreundlich. Er macht höchstens eine
Edy Riesen, 67, ist als Hausarzt in Ziefen BL tätig. Er führt seine Praxis mit seinem Schwiegersohn und ist mehrfacher Grossvater.
# 06 ~ 2016
kurze scharfe Bemerkung zu den Scharlatanen, die den Leuten auf diese Weise das Geld abknöpfen. Dann geht es ans Aufräumen, denn die Patientin ist auf zwei Dutzend Lebensmittel und auf diverse Pollensorten «allergisch». Wenn die Laborresultate anzeigen, dass die bedauernswerte Dame auf Broccoli allergisch sein soll und das seit vielen Jahren ihr Lieblingsgemüse ist, das sie ohne Folgen essen kann, dann hat das Laborresultat nichts, aber auch gar nichts zu bedeuten. Und so geht es weiter. Schritt für Schritt wird Miss Pi im Gespräch «desensibilisiert». Es wird ihr erklärt, dass sie mit ihrem gesunden Menschenverstand doch selbst gut wisse, was ihr gut tue und was nicht. ASTHMA-ATTACKE NACH HASELNÜSSEN Ja, es stimme, dass es Kreuzreaktionen gebe, sage ich ihr, also Gruppen von Pollen und Nahrungsmitteln, die wechselseitig Allergien auslösen können, weil sie aus gleichen Eiweissbausteinen zusammengesetzt seien. Wenn also zum Beispiel jemand auf Birkenpollen allergisch ist, kann er bei der Einnahme von Äpfeln, Curry, Haselnuss, Rübchen, Sellerie und mehr Symptome erleiden: vom einfachen Juckreiz im Rachen bis zu Asthma oder Durchfall. Dies ist auch saisonal verschieden ausgeprägt. Als meine Frau als passionierte Velofahrerin in der Hochsaison der Birkenpollen von Liestal 10 Kilometer zu uns ins Dorf strampelte und dabei eine Packung Nüsschen verzehrte, landete sie mit einer massiven (allergischen) Asthma-Attacke im Dorf. Was war passiert? Ihr durch die Birkenpollen alarmiertes Immunsystem reagierte im Sinne der Kreuzreaktion auf Haselnüsse besonders heftig. Klar verspürt sie auch übers Jahr etwa Juckreiz beim Kauen von Haselnüssen oder Rübchen, aber nie in dieser Heftigkeit. Zurück zu Miss Pi. Sie ist nur halbwegs beruhigt, weil sie darauf gekommen ist, dass moderne Menschen – von Hollywoodstars bis zu ihrer Nachbarin – auf die Einnahme von Gluten (Brotrespektive Mehleiweiss) verzichten. Ein richtiger kleiner Boom. Nachdem jahrelang die Laktoseintoleranz die Hitliste anführte, suchen nun die Bauchwehgeplagten ihr Glück bei der Gluten-Diät. Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie oder Sprue genannt, ist
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zwar selten, aber für die Erkrankten tatsächlich ein Problem – auch deshalb, weil es früher von den Beschwerden bis zur Diagnosestellung oft weit über zehn Jahre ging. DAS BROT ALS SÜNDENBOCK Heute steht ein hochempfindlicher Test im Serum zur Verfügung (ausgerechnet der wurde bei Miss Pi nicht gemacht), mit dem über 95 Prozent der Fälle gefunden werden. Der Goldstandard bleibt die Entnahme von Gewebsproben aus dem Zwölffingerdarm (mittels Magenspiegelung). Zur Zeit machen zu viele Leute ohne korrekte Diagnose Gluten-Vermeidungsdiäten. Es ist ein altes Übel der Menschen, dass Sündenböcke herhalten müs-
Von EDY RIESEN (Text) und SOPHIE STIEGER (Foto)
sen – und da wir nicht mehr an Geister glauben, muss zum Beispiel das gute alte Brot herhalten. Wir werden also bei der Patientin nochmals Blut abnehmen, um den Test zu machen.
Was die Laktoseintoleranz (das ist keine Allergie!) betrifft, lasse ich einen Auslassversuch über zwei bis vier Wochen machen und dann wird mit einem halben, später allenfalls zwei bis drei Deziliter Milch getestet. Kommt es zu Bauchweh, Blähungen und Durchfall, muss nicht weiter gesucht werden. Bitte keinen Gentest machen. Die genetische Veranlagung heisst noch lange nicht, dass man die Milch nicht verdauen kann. Im Zweifelsfall bringt eine sogenannter Atemtest Klärung. An dieser Stelle bemerke ich, dass die arme Miss Polly von der Menge meiner Informationen mentale Verdauungsbeschwerden bekommt, so dass ich sie mit einer letzten Bemerkung tröste: «Miss Pi, Sie sind eine kluge Frau; kluge Menschen lassen das, was ihnen nicht gut tut, einfach auf der Seite. Damit lösen sich weit über 90 Prozent der Probleme von selbst. Die Medizin soll nur eingreifen, wenn es wirklich aus dem Ruder läuft.» •
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HP ENVY 7640 Der zuverlässige Alleskönner • Geeignet für mittlere Druckvolumen und Fotodruck • Drucken, Scannen, Kopieren • Automatischer Dokumenteneinzug für einfaches Scannen und Kopieren • Separates Fotopapierfach (10x15 cm) • randlose Fotos in Laborqualität • automatisch beidseitiger Druck
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Häufig sind es die Folgekosten für Tinten und Papier, die einen Drucker auf Dauer teuer machen. Ein guter Grund, sich auf Original HP Zubehör zu verlassen: Denn je besser das Material zum Bedarf passt, desto günstiger sind die Druckkosten. HP Original Tintenpatronen bieten brillante Farben und 100% Zuverlässigkeit – eine perfekte Mischung für extrem reine Tinte und beste Druckergebnisse ohne Streifen und Verschmieren.
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~ Service ~ FOTO-RATGEBER
Alles in Bewegung
Nebst der Blende ist die Verschlusszeit ein zweites wichtiges Gestaltungselement in der Fotografie. Mit der bewussten Wahl der Verschlusszeit lässt sich die dynamische Darstellung von Bewegung entscheidend beeinflussen.
F
otografen sind bestrebt, ihre Motive perfekt scharf und den Hintergrund mit einem Mass an Unschärfe abzubilden. Die Verschlusszeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Bei der Aufnahme eines stillstehenden Motivs wird es lediglich darum gehen, mit der richtigen Verschlusszeit die Unschärfe durch eine sich während der Aufnahme bewegenden Kamera zu vermeiden. Freihändig liegt hierbei die Grenze zwischen 1/60 und 1/30 Sek., mit einem Bildstabilisator etwa bei mind. 1/15 Sek. Bei sich bewegenden Motiven kommen mehr Faktoren ins Spiel: die Art der Bewegung und die Form, wie die Bewegung dargestellt werden soll. Bewegung können wir auf zwei Arten visualisieren: Einfrieren oder Mitziehen. Beim Einfrieren soll keinerlei Bewegung mehr sichtbar sein. Beim Mitziehen wollen wir auf dem Bild bewusst zeigen, dass sich das Motiv bewegt hat und somit Geschwindigkeit und Dynamik zum Ausdruck bringen. Bei beiden Aufnahmetechniken werden die Verschlusszeit manuell und die Blende in der Regel automatisch eingestellt. Je schneller sich ein Motiv bewegt, umso kürzer muss die Verschlusszeit gewählt
werden, um das Motiv komplett einzufrieren. Unsere Tabelle gibt dazu einige Richtwerte. Bewegt sich das Motiv während des Verschlussvorgangs um mehr als 2mm, ist eine scharfe Aufnahme nicht mehr möglich. Ein Rechenbeispiel: Die Geschwindigkeit des Motivs quer durch das Bild beträgt 40 km/h, oder 11 Meter pro Sekunde. Mit einer Verschlusszeit von 1/4000 Sekunde bewegt sich das Motiv während der Aufnahme um 2,8 mm, was für eine absolut scharfe Aufnahme schon zu viel ist. In diesem Fall wäre 1/8000 Sek. ideal. Ein Serienbild-Modus hilft zusätzlich. GESCHWINDIGKEIT ZEIGEN Beim Mitziehen, oder «panning», wollen wir das Motiv nicht einfrieren, sondern durch eine längere Verschlusszeit die Geschwindigkeit durch einen Verwischungseffekt des Motivumfelds zeigen. Auch hier gibt es je nach Motiv unterschiedliche Verschlusszeiten, siehe dazu wieder unsere Tabelle. Das Motiv wird anvisiert, wobei wir etwas Raum um das Motiv lassen. Wenn die Kamera einen Serienbild-Modus hat, sollte dieser aktiviert werden. Wir halten das Motiv im Fokus, bewegen # 06 ~ 2016
77 WELCHE BELICHTUNGSZEIT FÜR WELCHEN BEWEGUNGSEFFEKT 1/4000 Sek. Extrem schnelle Bewegung einfrieren (Sport + Action) 1/1000 Sek. Motorräder, Autos und andere schnelle Fahrzeuge einfrieren 1/500 Sek.
Fahrräder, Läufer und Sportler einfrieren
1/250 Sek.
Langsame Tiere und gehende Personen einfrieren
1/125 Sek.
Motorräder, Autos und andere schnelle Fahrzeuge mitziehen
1/60 Sek.
Nahe Fahrräder oder galoppierende Pferde mitziehen
1/15 Sek.
Läufer, Kinder und Tiere mitziehen
1/8 Sek.
Schnell fliessendes Wasser nahe an der Kamera weichzeichnen
1/2 Sek.
Langsam fliessendes Wasser weichzeichnen
uns aus der Hüfte mit dem Motiv mit und drücken währenddessen den Auslöser. Je nach gewünschter Stärke des Mitzieh-Effekts muss man mit verschiedenen Zeiten experimentieren. Als Variante kann man zudem lange Verschlusszeiten ohne Mitziehen anwenden, um das Hauptmotiv stark zu verwischen, was zu sehr künstlerischen Effekten führen kann. Diese Aufnahmetechniken sind einfach zu verstehen und ohne technisches Zubehör umsetzbar. Wie immer muss man etwas experimentierfreudig sein, dann stellen sich schnell spannende Ergebnisse ein.•
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T
~ Service ~ RÄTSEL
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Sudoku
Binoxxo
Schwierigkeit: mittel
Schwierigkeit: leicht
6 5 3 7 8
Anleitung Binoxxo:
9 7 1 4 5
3 8 4 6 9 2 4
7 6
8 2 3 9 5
Conceptis Puzzles
www.binoxxo.ch
Conceptis Puzzles
9 1 1 8 3
1 3
2 7
2
4
6 1 4
7 5 3
Conceptis Puzzles
31010000664
06010031758
Schwierigkeit: schwer
5 8 9
Füllen Sie das Rätselgitter mit den Zeichen O und X vollständig aus. Es dürfen nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende X und O in einer Reihe oder Spalte vorkommen. In jeder Zeile oder Spalte stehen vier X und vier O. Alle Zeilen und Spalten sind einzigartig.
Bimaru Schwierigkeit: leicht Conceptis Puzzles
08010000617
5 0
4
6 0
8
3 1
6 9 2
06010031209
So lösen Sie Sudoku: Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen von 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 x 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen.
3 2 4
3
2
2
1 Frachter 3 Kutter
1
1
6
1
2 Yachten 4 Jollen
Finde die 8 Unterschiede Die Lösungen der Rätsel auf dieser Seite finden Sie auf unserer Webseite www.grosseltern-magazin.ch/raetsel # 06 ~ 2016
So lösen Sie Bimaru: Finden Sie die vorgegebene Anzahl Schiffe. Dabei gilt: • Die Nummer am Ende jeder Zeile oder Spalte sagt Ihnen, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. • Schiffe dürfen sich nicht berühren, weder horizontal oder vertikal noch diagonal. Das heisst, jedes Schiff ist vollständig von Wasser umgeben, sofern es nicht am Rand liegt. Unsere Tipps zu Bimaru: • 0er-Zeilen und 0er-Spalten als Wasser markieren • Um Schiffe rundherum das Wasser einzeichnen • Zuerst grosse Schiffe platzieren • Gefundene Schiffe abkreuzen
~ Service ~ RÄTSEL VON CHRISTA CAMPONOVO
79
Alttestamentarische Salbungsflüssigkeit?
1
3
2
4
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6
7
8
9
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19
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Gewin
waagrecht
nen S ie ein S e von T MOOTH risa im IE MA n We K www rt von 49.9 ER .trisae lectro 0 Franken .ch
3 Schnäbelnder Babytransporter. 13 Hormonstoss aus der Niere. 15 Was Luigi zum Leben braucht. 16 Stadt in Kanada enthält italienisches Gold. 17 Kurze Scheibe. 18 Begleitet Krethi mit fehlendem H. 19 Kann beim Kreuzworträtseln oder in der Prüfung getestet werden. 22 Verdreifacht: Es möge gelingen! 23 Italienisches Netz macht die Marge zur Frau. 24 Sie schmückt leicht antiquiert. 25 Kurze Amerikanische Marine. 26 «Abgetastetes» Dokument. 27 In «Herr der Ringe», Nordfrankreich oder in der Windjacke zu finden. 28 Halber Hörspielhexenvorname. 29 …popeia. 30 Macht das Orchester oder die Show zum Solo. 33 Will als e.V. europaweit Tiere und Natur schützen. 34 Mehr als ein Senkblei. 36 Gattenbezeichnung der gehobenen Art. 37 Er kann z.B. vom Klausenpass aus bestiegen werden. 38 Daran wollen wir nicht heruntergelassen werden.
senkrecht 1 Hör- oder sichtbare Warnung. 2 Macht die Sonne ob St. Imier zum Berg. 4 Diagnose bei grenzenlosem Konsum von 5 senkr. 5 Süsse Häppchen. 6 Bei uns ist die Grüne in der Küche auch ein kleiner Bub. 7 «Negozio specializzato, per scelta e qualità, in vini». 8 Kostbare Seltenheiten. 9 Grenzt an Italien, Österreich, Ungarn, Kroation und die Adria. 10 Liegt nicht in China, sondern im Albulabezirk. 11 Der eine starb vor Christus, der andere am 24.03.16 12 Rekordmeister auf dem Eis. 14 Steht so nicht in der ID. 20 Einer von dort, wo jetzt Thailand liegt. 21 Kurze Landesrundfunkanstalt für Hamburg und Co. 22 Verlängerter Pasten-Behälter bezeichnet hiesigen Trottel. 31 Es sei gut, wenn das Herz so ist, aber nicht der Kopf (Anatole France). 32 Wo sich die besten Stock-Profis messen. 35 Macht Klein zur Präziose.
Das Lösungswort ergibt sich aus den eingefärbten Feldern fortlaufend. Schicken Sie uns dieses zusammen mit Ihrer Postadresse per E-Mail an raetsel@grosseltern-magazin.ch oder via Post an 3G Media GmbH, Grosseltern, Kronengasse 4, 5400 Baden. Einsendeschluss ist der 13.6.2016. Die Lösung des Mai-Rätsels finden Sie auf Seite 81. # 06 ~ 2016
~ Service ~ COMIC VON FRANÇOIS CHALET
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DER KLEINE SPROSS
1:0
scho wieder gwunne
2:0
3:0
# 06 ~ 2016
~ Service ~ IMPRESSUM / VORSCHAU
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Impressum Ausgabe 6/2016
Vorschau #7/8 / 2016
Verlag GROSSELTERN-MAGAZIN www.grosseltern-magazin.ch
Erscheinungsweise monatlich, 10-mal im Jahr Auflage 20 000 Exemplare Preise EINZELPREIS CHF 9.50 JAHRESABO CHF 85.– (10 Ausgaben) 2-JAHRESABO CHF 160.– (20 Ausgaben) PROBEABO CHF 20.– (3 Ausgaben) JAHRESABO EUROPA CHF 120.– (10 Ausgaben) Copyright Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangte Einsendungen wird jegliche Haftung abgelehnt. Herausgeberin 3G MEDIA GMBH Kronengasse 4 CH-5400 Baden +41 56 558 91 77 info@3g-media.ch Druck & Vertrieb AVD GOLDACH AG www.avd.ch
Erscheint am 24.6.2016
Verleger DOMINIK ACHERMANN Redaktion GEORG GINDELY –GG Chefredaktor +41 56 558 91 77 georg.gindely@grosseltern-magazin.ch MELANIE BORTER –MB Stv. Chefredaktorin melanie.borter@grosseltern-magazin.ch PIUS ACHERMANN –PA Redaktor pius.achermann@grosseltern-magazin.ch Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe: Hans Abplanalp, Thomas Baumann, Theres Baumgartner, Katleen De Beukeleer, Christa Camponovo, Pascal Claude, Monika Fischer, Markus Fueter, Beat Gloor, Hanna Hinnen, Reto Hunziker (RH), Jochen Ihle, Rolf Käppeli, Katharina Ley, Paul W. Meier, Fabian Müller, Edy Riesen, Viviane Schwizer (VS), Marie-Anne Spross, Liz Sutter (LS), Maren Tromm (MT), Eli Wilhelm Gestaltungskonzept & Art Direction SMALL STORIES www.small-stories.net Fotografie Madelaine Ammann, Thomas Burla, Fabrizio Fraticelli, Tibor Nad, Holger Salach Illustrationen Stefanie Beyeler, François Chalet, Descience, Marie-Anne Spross, Paula Troxler
AUSFLUG NACH BALLENBERG Bauernhoftiere, ein altes Karussell und traditionelle Spielsachen: Das Freilichtmuseum bei Brienz bietet viel für Kinder – und auch Grosseltern kommen auf ihre Kosten. DAS A BIS Z DER VORSORGE Von A wie AHV bis Z wie Zinsen: Was man alles über Vorsorge wissen muss – und auf was insbesondere Frauen achten sollten.
GROSI SIEHT NICHTS Brigitte Käser ist seit ihrer Kindheit stark sehbehindert. Zu ihrer Enkelin Céline hat sie eine besonders innige Beziehung. Sie erkennt sie am Geruch.
Korrektorat Martin Hug Verkauf & Vermarktung DOMINIK ACHERMANN +41 76 394 23 26 dominik.achermann@grosseltern-magazin.ch MICHAELA SCHRÖDER +41 76 380 92 00 michaela.schroeder@grosseltern-magazin.ch
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GABRIELA BENZ +41 76 566 08 48 gabriela.benz@grosseltern-magazin.ch FERNANDO PALENCIAS +41 79 332 82 65 fernando.palencias@grosseltern-magazin.ch Abonnemente ABODIENST GROSSELTERN-MAGAZIN Industriestrasse 37, CH-3178 Bösingen +41 31 740 97 53 abo@grosseltern-magazin.ch
~ #05 / 2016 ~
DES RÄTSELS LÖSUNG waagrecht
2 Ho 5 Kleiderbügel 12 Ringelblumen 14 Oese 15 Dia 16 Rum 17 bilden 19 unla 20 Sepione 22 Besen 23 Usus 24 Ru 26 Paris 27 SNPU 28 Astro 30 ost 31 epp 32 Butan 33 ase 34 Pton 35 Sugo
senkrecht
1 Gigelisuppe 2 Helden 3 orbi 4 Gen 5 Kroesus 6 Liebesnest 7 ENSI 8 Deodorant 9 Blaubart 10 Emulsion 11 gemaessigt 13 Urner 18 Neptun 21 Puppe 24 USB 29 Oase
Lösungswort Kombination
Gewinnerin
Heidi Brühwiler aus Basadingen
# 06 ~ 2016
~ ~ Kolumne Kolumne ~ ~ SCHLUSSWORT SCHLUSSWORT
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DIE SCHWEIZ – EIN MUSEUM
W
ir augenblicklich 8 400 000 Bewohnerinnen und Bewohner unseres Landes besuchen jährlich im Schnitt drei Mal eines der 1142 Schweizer Museen. Letztere Zahl wiederum bedeutet, dass – statistisch gesehen – rund jede zweite Schweizer Gemeinde
Ein vollständiges Fitnesszentrum samt Wellness-Oase. Das benötigt zusätzlichen Raum.
ein Museum hat: eine kulturpolitisch stolze Leistung!
schüsseln, für Fast-Food, für Kondome und Verhütungsmittel, für Zahnimplantate, für Hunde- und Katzenfutter, ein Handyanum ..., was noch einmal mehr Fläche braucht.
Museen bieten ein ruhiges Ambiente, abseits vom stressigen Alltag in Beruf und/oder Familie, sie ermöglichen mit den unzähligen Orts- und Heimatmuseen, Militärmuseen und Kunstmuseen Rückwärtsblicke in eine verklärte Vergangenheit: «Ja, die gute alte Zeit.» «Da hat man noch alles selber gemacht, von Hand!» «Da war das Leben noch viel einfacher.» Museen ermöglichen auch Seitwärtsblicke in ungeahnte Spezialgebiete wie ein Schachmuseum, ein Hexenmuseum, ein Nähmaschinenmuseum, ein Gipsmuseum oder etwa ein Froschmuseum. «14 000 ausgestellte Frösche? – Aus Glas, Halbedelstein, Holz, Karton, Keramik, Kerzenwachs, Kunststoff, Marzipan, Metall, Plüsch, Porzellan, Schokolade oder Wildleder – unglaublich!» Natürlich bieten Museen tolle Ausflugsmöglichkeiten für uns Grosseltern mit unsern Enkeln: das Verkehrshaus, Kindermuseen, der Ballenberg, Spielzeugmuseen, das Technorama. Darüber ist ja in dieser Zeitschrift schon mehrmals berichtet worden.
Und um sich museumsmässig zu profilieren, werden Gemeinden auch neue Museen erfinden: ein Museum für Douche-Gel, für Toiletten-
Aber: Allein das Historische Museum in Bern sucht Platz für 500 000 Objekte. In meiner Gemeinde Münsingen (11 000 Einwohner; Ortsmuseum) liegen unzählige Gegenstände zusammengepfercht in Luftschutzkellern der Schule oder in der Scheune eines alten Bauernhauses. Wohin also in Zukunft mit all den Sachen, die wir den nächsten Generationen erhalten wollen? Vielleicht in nicht mehr benutzte Bunker und militärische Verteidigungsanlagen. Oder eine unnötige Alpenröhre mit Erhaltenswertem füllen. Und wer entscheidet heute, was aufbewahrt werden muss, weil es unsere Nachkommen interessieren könnte? Da gehört doch ein durch den Kunden zusammengebauter Schrank von IKEA dazu, der immer noch in Schräglage steht. Der letzte regionale Lebensmittelladen, der zum Aufgeben gezwungen wurde. Oder eine Kühltruhe, gefüllt mit echtem Schnee aus einem Skigebiet in den Voralpen. Der 2,5 Kilo schwere Lehrplan 21 mit seinen 472 Seiten und zum Beispiel 212 Kompetenzen im Fachbereich Musik. Eine Zelle voll randalierender Fussballund Eishockeyfans. #06 # 06~~2016 2016
Und gegen Ende dieses Jahrhunderts wird in unserer Schweiz kein Platz mehr sein für Menschen, weil alle Museen mit all ihren Lagerräumen jeden Quadratmeter Land benötigen. Und so werden wir und unser Land zu einem einzigen Museum. Die Ausländer werden uns begaffen kommen, ausgestellt in irgendeinem Museum: uns Urschweizer, uns echte Erzdemokratinnen, uns Superpatrioten – von einst. •
Hans Abplanalp, 68, war Lehrer und Schulleiter und schrieb über 20 Jahre lang satirische Textbeiträge für Radio SRF 1 (Kaktus, Satiramisu). Er ist verheiratet, hat drei Kinder und sechs Enkelkinder und lebt in Münsingen.
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Yaris Hybrid Der kleinste Vollhybrid
Auris Hybrid Der kompakte Vollhybrid
Auris Hybrid Touring Sports Der Kombi unter den Vollhybriden
Prius+ Wagon Hybrid Das Raumwunder
toyota.ch
RAV4 Hybrid Das Beste aus zwei Welten
* Empf. Netto-Verkaufspreis, inkl. MwSt. Prius Hybrid Sol, 1,8 VVT-i HSD, 5-Türer, 90 kW (122 PS), CHF 34’500.–, Ø Verbr. 3,0 l/100 km, CO₂ 70 g/km, En.-Eff. A. Abgeb. Fahrzeug: Prius Hybrid Sol Premium, 1,8 VVT-i HSD, 5-Türer, 90 kW (122 PS), CHF 36’900.–, Ø Verbr. 3,3 l/100 km, CO₂ 76 g / km, En.-Eff. A. Yaris Hybrid Sol Premium 1,5 VVT-i, 74 kW (100 PS), 5-Türer, Ø Verbr. 3,6l/100 km, CO₂ 82 g/km, En.-Eff. A. Auris Hybrid Touring Sports Style, 1,8 HSD e-CVT, 5-Türer, 100 kW (136 PS), CHF 35’100.–, Ø Verbr. 4,0 l/100 km, CO₂ 92 g/km, En.-Eff. A. Prius+ Wagon Hybrid Sol Premium, 1,8 HSD e-CVT, 5-Türer, 100 kW (136 PS), Ø Verbr. 4,4 l/100 km, CO₂ 101 g/km, En.-Eff. A. RAV4 Hybrid Style FWD, 2,5 VVT-i, 145 kW (197 PS), Ø Verbr. 5,0 l/100 km, CO₂ 116 g/km, En.-Eff. B. Ø CO₂-Emission aller in der Schweiz immat. Fahrzeugmodelle: 139 g/km. Leasingkonditionen: Eff. Jahreszins 0,90%, Vollkaskoversicherung obligatorisch, Kaution vom Finanzierungsbetrag 5% (mind. CHF 1’000.–), Laufzeit 24 Monate und 10’000 km/Jahr. Eine Leasingvergabe wird nicht gewährt, falls sie zur Überschuldung führt. Das 0,9%-Leasing ist gültig für Vertragsabschlüsse mit Inverkehrsetzung vom 1. Mai 2016 bis 30. Juni 2016 oder bis auf Widerruf. Abbildung zeigt aufpreispflichtige Optionen.
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