Matagalpa | Nicaragua
CafĂŠ con leche Imesch Caroline Rundbrief 2017/Nr.1
Matagalpa | Nicaragua Imesch | Caroline
CUENTA REGRESIVA...
sationen eine Rückmeldung gegeben haben, wer denn von ihnen der oder die Kommunikationsverantwortliche sein wird. Somit waren die letzten Wochen in Bezug zu diesem Thema
In knapp sechs Monaten ist mein Einsatz hier bei Cafenica, und damit auch meine drei Jahre in Nicaragua, zu Ende. Obwohl die Zeit, die mir noch bleibt, nun absehbar ist, kann ich es im Moment dennoch nicht richtig fassen, dieses Land, mit all seinen schönen (und weniger schönen) Seiten, bald hinter mir zu lassen. Nebst dem Gefühl, dass ich doch noch so viele Orte besuchen wollte, habe ich auch langsam bei der Arbeit den Eindruck, dass die Zeit nicht für alles reichen wird, was ich doch noch erledigen will! Die kommenden Monate versprechen also intensiv zu werden!
eher etwas frustrierend, da es da einfach nicht weitergeht, aber langweilig wird es zum Glück trotzdem selten! So kam der Auftrag von ADDAC besipielsweise gerade richtig! Nebst diesen Hauptaktivitäten bemühe ich mich stark, eines meiner persönlichen Hauptanliegen seit längerer Zeit - der Kaffeeverkauf bei Cafenica - ein wenig zu fördern: Für mich ist es bis anhin schleierhaft, weshalb wir im Büro von Cafenica nicht alle Kaffeemarken unserer Mitgliedsorganisationen verkaufen, verpacken doch die meisten ihren Kaffee und verkaufen ihn gemahlen oder teilweise auch als Bohnenkaffee. Meiner Ansicht nach wäre das ein super Instrument, um Cafenica bei der lokalen Bevölkerung bekannter zu machen;
Abstecher bei ADDAC
viele wissen gar nicht, was Cafenica macht und denken, dass
Vor einiger Zeit schon hatte mich die ADDAC, der Verein zur
es eine eigene Kooperative ist, statt der Dachorganisation der
Förderung vielfältiger Landschaft und gemeinschaftsorien-
Kaffeekleinproduzenten Nicaraguas.
tierter ländlicher Entwicklung angefragt, ob ich mich einmal
Seit dem ich bei Cafenica bin, verkaufen wir nur den Kaffee
mit den zwei Kommunikations-Verantwortlichen austau-
von einer Organisation. Im Juli konnte ich immerhin einen
schen könnte, und diese evtl. punktuell unterstützen. Diese
kleinen Teilerfolg feiern, indem wir den Kaffee der UCA Tier-
sogenannten “servicios puntuales” sind ein neues Modell von
ra Nueva ins Sortiment aufnahmen! Ich bleibe dran, damit
INTERTEAM, das vorsieht, dass die Fachleute nicht mehr nur
wir bis Ende Jahr noch mehr Organisationen repräsentieren
einer Organisation während ihrer Einsatzzeit zur Verfügung
können!
stehen, sondern auch punktuell und auf Wunsch andere Organisationen in einem Themenbereich unterstützen. Bei AD-
Wie ihr lesen könnt, sind es oftmals kleine Initiativen, mit
DAC arbeitet übrigens Judith Häfliger, auch eine Fachperson
denen wir Fachleute etwas zur Verbesserung der Organisa-
von INTERTEAM.
tion beitragen können. Nebst dem Fachwissen ist der Blick
Nach zwei Treffen mit den zwei Verantwortlichen, einigten
von Aussen einer der stärksten Trümpfe der Fachleute von
wir uns darauf, einen ersten Workshop zu Gmail und weite-
INTERTEAM.
ren Funktionen von Google zu organisieren. Während eines Morgens arbeitete ich mit rund 10 Teilnehmer/-innen diese verschiedenen Themen im Rahmen eines interaktiven und praktischen Workshops durch, wobei es sich bei den Teilnehmer/-innen um BauernberaterInnen der verschiedenen Büros von ADDAC auf dem Land handelte. Sie zeigten alle reges
BESUCH AUS DER SCHWEIZ
Interesse und probierten das Gezeigte auch gleich sofort aus. Für mich war es eine spannende Erfahrung, in einem grösse-
Mitte Juli erhielten wir Besuch vom Geschäftsleiter von IN-
ren Team, als ich das bei Cafenica gewohnt bin, zu arbeiten.
TERTEAM, Erik Keller, zusammen mit Daniel Scherrer, Kommunikationsverantwortlicher bei INTERTEAM. Die beiden
Was sonst noch lief
nutzten die Gelegenheit, gleich am Cluster-Treffen vom Juli
Wie ich ja im letzten Rundbrief berichtete, bin ich nun mit
teilzunehmen, wo sie am zweiten Tag auch eine kleine Prä-
der Umsetzung der Kommunikationsstrategie beschäftigt.
sentation zur Arbeit von INTERTEAM in der Schweiz gaben.
Wie das mit den Organisationen - und allgemein in Nicaragua
Dieser Einblick in die Arbeit kam bei den Vertretern der lo-
- so ist, braucht alles immer ein wenig mehr Zeit, als geplant.
kalen Partnerorganisationen sehr gut an. Viele der Partner-
Somit bin ich denn auch noch nicht viel weiter bei der kon-
organisationen kennen von INTERTEAM “nur” uns Fchleute,
kreten Umsetzung der Workshops, die ich zum Thema Kom-
und wissen oft gar nicht, wo und zu welchen Themen die Or-
munikation mit den Organisationen gestalten möchte, dies
ganisation ausserhalb von Nicaragua sonst noch arbeitet. Der
v.a. deshalb, weil mir bis jetzt immer noch nicht alle Organi-
Besuch von Erik bekräftigte auch das Bestreben von INTER-
02
Café con leche Rundbrief 2017/Nr.6
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02 04
01 Wer guckt da wem über die Schulter? 02 Das Gezeigte wird von den TeilnehmerInnen sofort ausprobiert. 03 Um den Verkauf des Kaffees unserer Mitglieder zusätzlich zu fördern, nutze ich auch die Neuen Sozialen Medien. 04 Daniel und Erik bei Cafenica, zusammen mit Martha, Direktorin von Cafenica, und Wilfried, Landesprogrammleiter von Interteam in Nicaragua.
TEAM, persönliche und nachhaltige Beziehungen zu seinen
mir Marisela, eine von unseren drei lokalen Fachleuten, mit
Partnerorganisationen aufzubauent. Auch Daniels Präsen-
ihrer Schlussbewertung vor Augen geführt: Für sie war es das
tation zu der Kommunikation in der Schweiz (also das, was
erste Mal, dass sie an einem solchen internen Treffen dabei
ihr, liebe Leser/-innen jeweils von INTERTEAM erhaltet) wur-
war. Sie fand es äusserst lehrreich, war aber über die direkte
de mit Interesse verfolgt. Die Kommunikationsstelle hat die
Art, wie wir Schweizer/-innen miteinander kommunizieren,
nicht immer einfache Aufgabe, ein möglichst vollständiges
sehr erstaunt. Auch dass wir alle den Geschäftsleiter duzen,
Bild der Situation vor Ort zu geben, wie sie von uns Fachleu-
ist für sie gewöhnungsbedürftig. Es war für mich interessant
ten übermittelt wird, diese aber so zu formulieren, dass sich
zu sehen, wie dies nun auch auf umgekehrte Weise wahrge-
auch Personen, die sich nicht mit den lokalen Gegebenheiten
nommen wurde, hatte ich doch anfangs bei Cafenica eher
auskennen, die komplexen Verknüpfungen von Armut, Or-
Mühe mit der sehr hierarchischen Arbeitsweise. Für unsere
ganisationsstärkung und Wissensaustausch verstehen. Des-
lokalen Fachleute ist es bestimmt auch sehr bereichernd, in
halb war auch für uns Fachleute umso wichtiger, dass dieser
einem neuen Arbeitsumfeld zu arbeiten. Wobei ich aber eher
Teil sozusagen “offiziell” vorgestellt wurde, da wir als Ver-
schmunzeln musste, als Marisela feststellte, dass “wir (die
mittler zwischen Lokalbevölkerung und INTERTEAM stehen.
Nicas) diplomatischer sind, wenn wir diskutieren”: “direkt”
Der zweite Teil des Besuchs von Erik und Daniel wurde ge-
und “diplomatisch” schliessen sich ja nicht gegenseitig aus ;-)
nutzt, um uns während eineinhalb Tagen intensiv über unsere Arbeit vor Ort und Neuerungen bei INTERTEAM auszutau-
Cervelat und Bärner Platte
schen. Dieser Austausch fand im geschlossenen Rahmen
Dieses Jahr fuhr ich wieder mit ein paar Freunden an die of-
zwischen den Fachleuten, unserer Landesprogrammleiter
fizielle 1. August-Feier in Managua, wo der hiesige Schweizer
und Erik und Daniel statt. Immer wieder schätze ich es aufs
Verein wie jedes Jahr den Anlass organisiert. Nach dem offi-
Neue, wie offen und unkompliziert diese Treffen unter uns
ziellen Teil, wo wir gespannt den Worten von Doris Leuthard
vonstattengehen. Dass dies nicht selbstverständlich ist, hat
mit ihrer Rede an die Auslandschweizer/-innen lauschten -
Café con leche Rundbrief 2017/Nr.6
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01 Bärner Platte :-) 02 Grünes Managua (mit dem See im Hintergrund)
eine sehr eindrückliche Rede, besonders im Kontrast zu der
der eine neue Facette an der Stadt: Das mir bis jetzt bekannte
lokalen Politik - wurden die ersten Cervelats gebraten. Damit
Stadtbild, das für mich aus aneinandergereihten Häusern mit
ich noch Platz für die Bärner Platte hatte, welche für die Nicas
viel Verkehr (ob Auto oder Pferdewagen...) bestand, verwan-
zusätzlich mit Reis serviert wurde, beschränkte ich mich auf
delte sich mit der Aussicht von der Tiscapa-Lagune in ein Bild
drei Cervelats ;-). Verdaut wurde dann bei der Tombola und
einer äusserst grünen und bewachsenen Stadt.
dem anschliessenden Feuerwerk. Die angesammelten Kalorien schwitzten wir am nächsten Tag bei unserem Besuch der Hauptstadt aus. Obwohl Managua allgemein ja nicht als architektonisches Schmuckstück gilt, finde ich die Stadt im-
| caroline.imesch@interteam.ch
mer wieder sehr speziell. Auch dieses Mal entdeckte ich wie-
ganz herzliches «dankeschön» Ich möchte mich herzlich bei all jenen bedanken, die INTERTEAM eine Spende zukommen liessen. Mit meinem Einsatz kann ich einen konkreten und wertvollen Beitrag leisten, um armutsbetroffenen jungen Bauernfamilien in meinem Einsatzland ein besseres Leben zu ermöglichen. Jedoch ist dies nur durch die Mitfinanzierung von privaten Spenden möglich. Ich und INTERTEAM freuen uns daher über jede finanzielle Unterstützung. PC-Konto 60-22054-2 INTERTEAM Luzern ; Vermerk: Caroline Imesch, Nicaragua
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