BIKE & BERG Sommerurlaub 2017

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2017

ÖS TERREICHS OUTDOOR-MAGA ZIN

BIKE & BERG

SALZKAMMERGUT © STMG STADLER

Bergeweise BERGSOMMER

Die schönsten Urlaubsorte Österreichs

SOMMERBERGE

Wandern von der Donau bis zu den Wiener Alpen

PRAXISTEST

Action-Cams für Outdoor-Sportler

INTERVIEW

Der Abenteurer Hans Goger WWW.LANDDERBERGE.AT


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AUF GEHT’S! thomas.rambauske@lwmedia.at

I

n einem Interview auf S. 24 stellen wir einen Abenteurer moderner Prägung vor: Hans Goger, den 8.000erMann und Weltenwanderer aus dem Burgenland. Er schafft es immer wieder, sich von aller zivilisatorischen Vernetzung zu lösen und loszumarschieren – etwa nach Alaska oder Lappland –, um sich mit Haut und Haar auf naturwilde Abenteuer einzulassen, um nach etlichen Wochen wieder in seinen Alltag zurückzukehren und für die nächste Reise zu leben und zu arbeiten. Mit dieser Lebensauffassung ruft uns Goger gleichsam zu: Das wahre Abenteuer gibt es noch! Es ist möglich! Das macht Mut, es ihm gleichzutun und zumindest das tägliche Micro-Adventure im nächsten Wald oder am eigenen Hausberg zu suchen. Ein erholsamer, erfüllender Urlaub sollte eigentlich auch immer etwas mit einem Abenteuer zu tun haben. Erst ein intensives Naturerlebnis etwa vermag uns richtig vom Alltag zu lösen, von innen her zu erfrischen, unsere Sinne zu schärfen und uns über abenteuerarme Zeiten zu helfen, weil das Erlebte lange aus der Erinnerung heraus nachstrahlt. Viele Tourismus-Regionen unseres Landes bieten buchbare Abenteuer an, wie ab S. 28 zu lesen ist. Man muss also nicht nach Lappland oder Alaska, um sein persönliches Erlebnis zu finden, es genügen die neuen MountainbikeTrails im benachbarten Bundesland, die vielen lohnenden Weitwanderwege kreuz und quer durch Österreich, von Gebietskennern geführte Wanderungen durch unsere schöne Bergwelt oder eine Kletterwoche in den Felswänden unse­res Landes. Der Ur-Abenteurer Herbert Tichy erklärte einmal: „Abenteuer kommt aus dem lateinischen advenire und bedeutet Ankunft. Damit umgrenzt es seinen ganzen Inhalt. Nach einem richtig bestandenen Abenteuer ist man angekommen: bei sich selbst.“ Wie recht er hat.

6 Bergsommer-News

16 sehenswerte Sommer-Highlights

12 Alpine Hochburgen

Österreichs große Bergsteiger-Orte

16 Rund um den Ortler Mountainbike-Abenteuer

20 Action-Cams im Test … und: Action!

24 Interview

Hans Goger im Gespräch

28 Niederösterreich

30 34 36 40

44 Nationalpark Kalkalpen Region

Donau Niederösterreich Waldviertel Mostviertel Wiener Alpen

Oberösterreich 44 45 Steiermark

45 Region Murau – Kreischberg

46 Kärnten

46 Rosental – Klopeiner See – Lavanttal 47 Region Villach – Faaker See – Ossiacher See 48 Alpe-Adria-Trail

50 Salzburg

Thomas Rambauske, Chefredakteur

LAND DER BERGE berichtet über nachvollziehbaren Alpinismus in Österreich und im Ausland, zudem stellt es aktuelle Entwicklungen des Bergsports aus den Bereichen der Ausrüstung, Technik, Medizin, Wissenschaft, Sicherheit und Gesellschaft vor. www.landderberge.at Medieninhaber LW Werbe- und Verlags GmbH, Unternehmensbereich LWmedia 3500 Krems, Ringstraße 44, Tel. +43 2732 82000+DW, Fax-DW 82, E-Mail: office@lwmedia.at Geschäftsführer, Herausgeber Erwin Goldfuss Geschäftsleitung Prok. Mag. (FH) Claudia Altrichter, Prok. Alexandra Salvinetti Chefredakteur Mag. Thomas Rambauske (DW 37) Verlagsanzeigenleitung Alexandra Salvinetti (+43 1 585 57 57-406) Layout, DTP Christian Eckart Druck Druckerei Berger, 3580 Horn

50 Großarltal 51 Mittersill – Hollersbach – Stuhlfelden 52 Salzkammergut

53 Osttirol

53 50 Jahre Felbertauernstraße 54 Osttirol – Berge, die bewegen

56 Tirol

56 Wildschönau 57 Kitzbüheler Alpen 58 Sportresort Hohe Salve 60 Innsbruck & Hall in Tirol 61 St. Anton am Arlberg

62 Südtirol

62 Biken in Südtirol

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Klettern über den Dächern von Innsbruck – viel näher geht es kaum.

© TVB INNSBRUCK, PETER MANHARTSBERGER

ALPINE HOCHBURGEN


ÖSTERREICHS GROSSE BERGSTEIGER-ORTE Heiligenblut, Schladming, Kufstein, Innsbruck, Mayrhofen – alle diese Orte haben eines gemeinsam: Sie strahlen alpines Charisma aus. Weil dort Alpingeschichte geschrieben wurde, weil dort besondere Routen besondere Bergsteiger hervorbrachten oder einfach, weil sie sich zu Hotspots für die Bergsteigerszene entwickelt haben. VON ULI AUFFERMANN (TEXT)

B

ergsteigen beginnt im Tal. Meist in einer Ortschaft, einem­Dorf, einem Städtchen, mitunter auch in einer Stadt. Oft haben diese Ausgangspunkte ein besonderes Flair, eine spezielle Atmosphäre. Und nicht selten sind sie verwoben mit den großen Namen des Alpinismus, mit Trium­ phen und Tragödien an den Bergen, in deren Schatten sie liegen. Dann gehören sie gleichermaßen zum wilden Abenteuer wie zur gemächlichen Wanderung. Genauso wie die Gipfel ringsum, mit denen sie eine einzigartige Symbiose eingehen.

Kulisse speist, fällt uns sofort Schladming respektive Ramsau ein. Denn kaum eine Wandflucht ist so imposant wie die gewaltigen Südabstürze von Dachstein, Torstein und Mitterspitz. Hier atmet man alpine Geschichte. 1904 durchstiegen die Brüder Steiner die direkte Südwand des Dachsteins. Und 1967 dann kletterte einer der ganz großen Alpinisten Österreichs, Leo Schlömmer, durch die kühne SüdwandDirettissima. Er lebt in Ramsau hoch über dem Ennstal mit dem Hauptort Schladming – dem Tor zum DachsteinTauern-Gebiet. KUFSTEIN ➌ Apropos klettern. Was reimt sich darauf? Richtig – Wilder Kaiser. Eines der bedeutendsten Felsreviere in der Geschichte des Alpinismus. Alle Extremen

Heiligenblut am Großglockner gehört zu den Orten mit dem größten alpinen Charisma.

© HT-NPR, K. DAPRA

HEILIGENBLUT ➊ Heiligenblut ist so ein Ort. Überragt von Österreichs Höchstem, dem Großglockner. Eingebettet ins obere Mölltal mit dem Blickfang der erhöht gelegenen Pfarrkirche, ist es das Ideal eines Bergdorfes mit dem Ideal eines Berges. Sehr früh, schon nach der Erstbesteigung des Glockners im Juli 1800, gewannen Heiligenblut und seine Führer alpintouristische Bedeutung. „Über 100 Jahre später kaufte Albert Wirth das ganze Berggebiet und schenkte es dem Alpenverein, um es der ‚spekulativen Fremdenindustrie‘ zu entziehen“, weiß Herr Rieger, der ehemalige Vorsitzende der örtlichen ÖAVSektion. Auch heute noch ist das 1800-Seelen-Dorf Ausgangspunkt vieler Touren in der Glocknergruppe. SCHLADMING ➋ Und wenn wir bereits bei Bergsteigerorten sind, deren Atmosphäre sich schon allein aus der atemberaubenden

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VINSCHGAU

Aufstieg zum Madritschjoch, dahinter der Gran Zebru

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Rund um den Ortler Fünf Tage, 8.500 Meter, rassige Trails und Kräfte zehrende (Trage-)Passagen. Die Ortlerrunde im Vinschgau hat es in sich. Roland Auferbauers Trail-Tagebuch dokumentiert Ähnlichkeiten zu Schuberts Unvollendeter. VON ROLAND AUFERBAUER (TEXT & BILDER)

ALLEGRO MODERATO Der Winter schlägt zu und deckt die Pässe oberhalb von 2.500 m in ein tiefes Weiß, das uns am Morgen beim Start in Mals blitzend entgegenstrahlt. Mit zügigem Tempo treten wir den Berg hinauf. Was für die jungen Burschen moderato ist, fühlt sich für mich wie ein vivace an. Legen wir mal die Karten der Teilnehmer auf den Tisch: Robert ist der Bruder vom Alex, jenes Alex Gehbauer, der zur selben Zeit in Rio am Start des olympischen Crosscountry-Bewerbs steht. Robert war „nur“ Junioren-Weltmeister und trainiert zum Spaß wie ein „Viech“. Stefan und Marco laufen Marathons in drei Stunden und ein paar Minuten, sind aber derzeit „nicht sehr gut“ in Form. Der Jüngste ist 18 Jahre alt und im Nationalkader der Orientierungsläufer. Der Fünfte – und Älteste – bin ich. Zumindest bergab hoffe ich mithalten zu können. In Sulden bin ich über die Mittagspause dankbar und lass schon mal anklingen, dass ich mein bisheriges Tempo nicht erhöhen werde. Die Seilbahn spuckt uns bei der Schaubachhütte an der Schneegrenze aus, ab nun tragen wir unser Gefährt bergauf. Nur Robert meint, dass es noch locker zum Fahren ginge … Das Madritschjoch ist erreicht, wir stehen im gleißenden Schnee, kalter Wind pfeift uns um die Ohren, der Trail ins Martelltal entpuppt sich allerdings als schneefrei und schaut fein aus. Vorfreude! Warum aber die Konditionstiger nach Sulden so raufgepresst sind und jetzt beim Bergabfahren bummeln, versteh ich nicht. Bis zum Rifugio lassen wir es flowmäßig laufen. Perfekter Ausklang. Verdientes Bier. Nachschlag beim Gulasch. Als Start in den neuen Tag erwartet uns ein stundenlanger Downhill durchs Martelltal, Waal-Ride inklusive, weil wir jeden Trailmeter auskosten wollen. Unbarmherzige Hitze

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ACTION-CAMS IM TEST Von Oliver Pichler

... und: Action! Action-Cams sind heute im Outdoor-Sport überall präsent. Was aber können sie – und was nicht? Wir haben uns am Markt umgesehen und stellen empfehlenswerte Action- und Video-Cams vor. EXPERTEN-ANALYSE & TIPPS „Der Hype um Action-Cams hat mit der Marke GoPro begonnen. GoPro war ziemlich die erste Firma, die eine kompakte Videokamera angeboten hat, die sehr robust war“, blickt David Bundschuh vom Digital Store in Wien auf die Entstehung des Kameratyps zurück. Bei Action-Cams zentral ist für den Experten, dass „das Gerät wasserdicht ist, man bei niedrigen Temperaturen keine Probleme hat, die Kamera staubabgedichtet ist und durch das Hinunterfallen möglichst kein Schaden entsteht“. Heute sind Action-Cams im Outdoor-Sport überall präsent. Ob bei der Talfahrt auf Skiern, der Berg- oder Klettertour, montiert am Mountainbike u.v.m. Die kleinen „Wunderdinger“ sind wahre Alleskönner. Sie sind super-robust und eröffnen Möglichkeiten zu filmen, wie es für Laien ohne sie nicht machbar wäre. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Wie gut ist die Qualität der selbst gemachten Filme? Wie wirken die Videos, wenn man sie nicht am 4- bis 5-Zoll-Bildschirm des Smartphones betrachtet, sondern auf einem 25-Zoll-Computerschirm oder gar einem 55 Zoll großen Fernseher? Was können Action-Cams leisten? Und wann Bei der Frage, welche sollte man besser zu einer klassischen Kamera man wählen Videokamera greifen? Kamera ist technisch grundsätzsoll, ist zu überlegen, lich„Eine immer gleich aufgebaut. Man hat im was man mit dem Film- Gerät einen Sensor, auf den das Aufgenommene auftrifft“, betont David Bundschuh. Material machen will. Je kleiner die Kamera, desto kleiner ist auch der Sensor. Je größer der Sensor ist, desto mehr Licht kann eingefangen werden. „Bei weniger Licht beginnt bei kleineren Sensoren das Rauschen – sprich das Grieseln im Bild – relativ schnell“, erläutert der Digital Store-Experte. Zwei weitere Schwächen kleiner Sensoren nennt er: „Der Dynamik-Umfang, also wie viele Nuancen zwischen dunkel und hell gezeigt werden können, ist kleiner. Und man kann sich sehr wenig mit Schärfe-Unschärfe-Stimmungen spielen.“

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Bei der Frage, welche Kamera man wählen soll, ist zentral die Überlegung anzustellen: Was will man mit dem aufgenommenen Material machen? ActionCams seien hervorragend für den Einsatz in allen extremeren Situationen, ob am Lenker des Mountainbikes, fixiert am Rucksackgurt oder am Kletterhelm, sowie für alle Arten persönlicher Dokumentierung mittels Film oder automatischer, regelmäßiger Fotofolgen. Wer hauptsächlich im Social-Web Sequenzen posten möchte, wird mit Action-Cams glücklich. Überall dort, wo die Kamera beim Filmen ohnedies in der Hand gehalten wird, liefern klassische Videokameras Ergebnisse mit deutlich besserer Bildqualität. Das nächste große Thema bei ActionCams ist, so der Experte, der Einsatz kleiner Drohnen. Sie können etwa im FollowModus den User beim Klettern oder einer Skiabfahrt filmend begleiten. Rechtlich gibt Bundschuh zu bedenken, dass man ohne Anmeldung bei der Austro Control mit Drohnen nicht fliegen darf.

David Bundschuh (im Bild) ist ActionCam- & Videokamera-Experte im Digital Store in Wien. Der Store ist für seine her­ausragende Beratungskompetenz bekannt und führt alle angeführten Kameras, außer Casio. Digital Store Vienna, Stiftg. 21, 1070 Wien, Tel.: 01/5235333-0, www.digitalstore.at


Oliver Pichler Action-Cams sind treue OutdoorBegleiter. Ihre Bildqualität wird von Jahr zu Jahr deutlich besser.

GOPRO HERO5

Neues vom Pionier GoPro aus den USA gilt als Pionier und Vorreiter in Sachen Action- & Outdoor-Kameras. Ende 2016 sind die neuesten Modelle auf den Markt gekommen. „Hero5“ heißt das Nachfolgemodell der sehr erfolgreichen „Hero4“. Die „Hero5“ ist noch bedienungsfreundlicher als ihr Vorgängermodell. Neu sind auch zahlreiche mögliche Online-Services. Ebenfalls runderneuert wurde das kleine Modell „Session“. Neu bei GoPro ist der „Karma Grip“ – ein praktischer Griff mit ausgeklügelter Kamerahalterung für flüssige und wackelfreie Videos. Dass GoPro beim Zubehör unschlagbare Auswahl bietet, spricht für die Amerikaner. www.gopro.com GoPro Hero5 (li.): € 429,99 GoPro Hero5 Session (Mi.): € 329,99 GoPro Karma Grip, Preis ohne Kamera (re.): € 349,99

CASIO EXILIM EX-FR100

Praktische Outdoor-Cam

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PANASONIC CAMCORDER

Filmen mit Kino-Effekten Seit Mitte 2016 ist der Camcorder VXF999 von Panasonic am Markt. Die 4K-Qualität-Videokamera ist mit einem 20fach optischen Zoom von Leica ausgestattet und bietet als Besonderheit beim Filmen interessante Kino-Effekte, konkret „Slow Zoom“ und „Dolly Zoom“ (Hin- oder Wegfahreffekt) an. Eine solide, leistungsstarke, leichte Kamera. www.panasonic.com Panasonic HC-VXF999: € 899,–

asio brachte 2016 mit der „Exilim EX-FR100“ eine klug gemachte Outdoor-Kamera heraus. Kamera und Steuerungseinheit sind gemeinsam ebenso verwendbar wie entkoppelt. Zusätzlich ist der obligatorische Selfie-Modus möglich. Casio spricht daher von einer 3-in-1Kamera. Sie wird mit Karabinerschlaufe und Stativmutter geliefert. Die Auswahl weiteren Zubehörs ist solide. Als praktisch erweist sich im Test die „Rotierende Klemme“, mit der man die FR 100 flexibel festklemmen und nach Fixierung die Perspektive durch Drehen der Klemme feinjustieren kann. Mit 10,2 MegapixelSensor, 16 mm Weitwinkel, Highspeed-Serienaufnahmen, Full HD-Filmqualität (noch nicht 4K), sehr bedienerfreundlichem 3-Zoll-Touchscreen sowie Stoß-, Staub- und Wasserschutz eignet sich die FR 100 für universellen OutdoorEinsatz. Neu ist die Möglichkeit, eine weitere Kamera-Einheit mit der EX-FR100 zu kombinieren. Dank Dual-Shot-System kann dann zeitgleich aus zwei Perspektiven gefilmt werden. Ebenfalls neu ist, die Kamera via Casio Outdoor-Uhr zu steuern. www.raus-ins-abenteuer.de www.exilim.eu Casio Exilim EX-FR100: € 399,– Zusätzliche Kamera-Einheit EX-FR100CA: € 299,– Outdoor-Uhr Casio WSD-F10: € 399,– Zubehör (Auswahl): Rotierende Klemme € 29,90, Teleskopstange € 99,–, Unterwasser-Gehäuse € 99,–

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INTERVIEW

INTERVIEW HANS GOGER

Mich begeistert die Natur und das einfache Leben Hans Goger, der erste Burgenländer am Mount Everest und am Nanga Parbat, begeht mit Begeisterung extreme Wege etwa in Grönland, Lappland oder in der Arktis. Der Abenteurer moderner Prägung spricht über seine wilden und seine Wildnis-Jahre, über seine Weg­­ begleiter und „points of no return“. Land der Berge: Auf der ersten Seite deines neuen Buches zeigst du gleichsam als Widmung die Portraits von Micha­ ela Landl (kam 2015 bei einem Lawinenunglück ums Leben) und Gerfried Göschl (seit 2012 am Hidden Peak vermisst). Was verbindet dich mit den beiden? Goger: 2009 waren wir alle drei gemeinsam am Nanga Parbat. Mit Gerfried war ich auch am Everest. Heuer wird es 8 Jahre, dass wir die neue Route über den Nordwest-Pfeiler des Nanga Parbat gemacht haben, die bis dato noch nicht wiederholt wurde.

Zur Person

Hans Goger, geboren 1965 im Südburgenland, ist Buchautor, medizinischer Masseur in Bad Tatzmannsdorf und Abenteurer. Als Orien­ tierungsläufer wurde er Vize-Staatsmeister im Einzellauf und Dritter im Staffelbewerb. Zwischen 1997 und 2009 bestieg er den Cho Oyu, die Shisha Pangma, den Mt. Everest und den Nanga Parbat über die bisher nicht wiederholte Route über den NordwestPfeiler gemeinsam mit Gerfried Göschl.

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Du warst neben dem Nanga Parbat auch am Everest, an der Shisha Pangma und am Cho Oyu. Wirst du auf den Höchs­ ten der Welt weitermachen? Ich glaube nicht. An manchen Bergen wie dem Everest, dem Cho Oyu oder dem Manaslu findest du kein Abenteuer und keine Einsamkeit mehr, damit ist es dort vorbei. Ich finde es auch nicht gut, wenn kommerzielle Agenturen – nur allzu oft mit schlecht ausgebildetem Personal! – einen Berg okkupieren, von allen Expeditionen Geld für das Anbringen von Fixseilen verlangen und sich dann nicht an diese Abmachungen halten. Gruppen, die – so wie wir – ohne künstlichen Sauerstoff unterwegs sind und sich die Lager selbst aufbauen, brauchen natürlich länger. Aber wir sind für solche Veranstalter uninteressant. Für die zählen nur schwerreiche Klienten, die mit viel Flaschensauerstoff, immenser Sherpahilfe und wenig bis gar keiner Erfahrung am Berg sind. Deswegen zieht es mich in entlegenere Regionen wie Grönland, Lappland, Alaska oder Kamtschatka. Weg von den Trampelpfaden heißt die Devise. Dort findest du noch Freiheit! Etwa in Grönland mit Skiern übers Inlandeis zu gehen, ist einfach großartig!


Manchmal sprichst auch du von „points of no return“, kommst auf deinen Touren also in brenzlige Situationen. Nimmst du bewusst Risiko auf dich? Ich versuche es eher zu vermeiden. Was nicht immer ganz einfach ist. Aber was ich früher gemacht habe, würde ich heute nicht mehr wagen. Auch die neue Route am Nanga Parbat – schon damals habe ich gewusst: Wenn ich das überlebe, mache ich so etwas nicht mehr. Warum? Weil ich auch älter geworden bin! Und mit den Jahren kommt eine gewisse Vorsicht dazu. Ich will damit nicht sagen, dass ich besonders ängstlich bin, aber ich überlege mir nun viel besser, was ich tue. Während ich früher gesagt habe: „Volles Rohr! Gib ihm!“, gehe ich heute weniger Risiko ein. Wie letztes Jahr am Akka in Lappland: ein überwächteter Grat, ich allein, keine Steigeisen, kein Pickel, nichts. Da dachte ich: Steht das echt dafür? Ich muss nur deppert ausrutschen und bin weg und tot. Da wurde mir klar: Das ist mein point of return. Ich geh lieber zurück, bevor ich obaflieg. Ich konnte durchaus damit leben, dass ich das letzte Stück nicht hinaufgegangen bin. In der Hinsicht bin ich also reifer geworden. Ich muss es jetzt nicht mehr mit aller Gewalt wissen. Dennoch bin ich auf das, was ich kann, nach wie vor stolz.

Du schilderst Extremtouren durch Alaska und Lappland. Was reizt dich an solchen exponierten Trips „nördlich von Nirgendwo“, wie du es nennst? Was begeistert dich an der Wildnis? Mich lockt die Natur und das einfache Leben. Ich würde auf meine Touren etwa nie ein Handy mitnehmen, meist bin ich auch ohne GPS unterwegs, also nur mit Kompass und Karte. In Alaska oder Kanada versuche ich ohne große Hilfsmittel durchzukommen. Wir fischen, jagen, richten uns das Lagerfeuer und das Essen selbst her. Diese spartanische Lebensweise liebe ich.

Die Welt des Hans Goger – hier fühlt er sich wohl und notiert die Ein­drücke für sein Buch.

Du zitierst Goethe: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“. Ist wahres Mensch-Sein nach deinen Vorstellun­ gen nur in der Wildnis möglich? Nein! Ich habe zwei Persönlichkeiten: als Abenteurer und als normaler Berufstätiger, der sich die Abenteuer auch verdienen muss. Ich kann zwischen diesen

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OBERÖSTERREICH

NATIONALPARK KALKALPEN REGION

Im Einklang mit der Natur

NEU: 10-TAGES-MTB-TOUR TRANS NATIONALPARK Das Highlight am MTB-Sektor verbindet den Nationalpark OÖ. Kalkalpen mit

dem Nationalpark Gesäuse. Die 450 Kilo­ meter lange Tour führt über 11.500 Höhenmeter durch die außergewöhnlichen Landschaften der Nationalparks und deren Umgebung, auf einsamen Forst­ straßen vorbei an bizarren Felswelten zu atemberaubenden Ausblicken und auf urige Almhütten, wo regionale Köstlichkeiten als Belohnung warten. Ortskundige Guides, die auf geführten Touren manch Unbekanntes offenbaren, stehen bereit und wissen, wo die nächste gemütliche Alm für die Einkehr liegt. Mehr dazu auf www.transnationalpark.at.

© OÖ TOURISMUS/HOCHHAUSER

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an kann den Frühling schon riechen! Jetzt gilt es, die Batterien wieder aufzuladen, die warmen Sonnenstrahlen zu genießen und die Natur wieder intensiver wahrzunehmen. Viele gute Gründe, um die Wanderschuhe aus dem Keller zu holen und die Nationalpark Kalkalpen Region im südlichen Oberösterreich zu besuchen. Zum Aufstöbern gibt es genug: Ein gut markiertes Wegenetz zieht sich durch die fast noch geheime Wander­region, wilde Schluchten mit malerischen Wasserfällen, urige Almen mit Ausblicken auf das unendliche Waldmeer. Wer die Wanderschuhe lieber gegen das Rad tauscht, kann aus den über 500 Kilometern MTB-Strecken wählen – von familienfreundlich bis wettkampf­ erprobt.

SERVICE • Kostengünstige Wandertaxis sowie der Nationalpark Wanderbus erleichtern Wanderern und Radfahrern die Rückkehr zum Ausgangspunkt. • M it der „Ennstaler Vielfaltskarte“ erhalten Gäste ermäßigten Eintritt zu einer Vielzahl von Ausflugszielen. • Kostenlose Wander- und Radpanoramakarte – einfach anfordern.

• Attraktive Urlaubspauschalen wie z. B. das außergewöhnliche Flößer-Erlebnis um € 185,– pro Person. TOP-TERMINE 5.–7. Mai 2. klettern-im-ennstal.at Summer Opening 11. Juni Schlussetappe der OÖ-Rundfahrt in Ternberg 23. Juli Jubiläumsfest 20 Jahre Nationalpark Kalkalpen

© OÖ TOURISMUS/ERBER

Nationalpark Kalkalpen Region

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Information Tourismusverband Nationalpark Kalkalpen Region Eisenstraße 75, 4462 Reichraming Tel. +43 7254 8414 info@nationalparkregion.com www.nationalpark-region.at


© BACHLECHNER

OSTTIROL

Thurntaler, Herz-Ass-Weg Villgratental

OSTTIROL

Berge, die bewegen

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© GRINZINGER

it dem Wandern ist es wie mit der Kur: Die volle Wirkung entfaltet sich erst nach etlichen Tagen­. Gerade die Osttiroler Weitwanderwege haben alle Zutaten, um aus dem einmaligen Versuch eine lebenslange Leidenschaft entstehen zu lassen. Abschalten ist nicht so leicht. Auf kurze Touren nimmt man die Sorgen mit, nach der Rückkehr fühlt man sich wohler, aber ganz weg waren die Grübeleien nie. Auf langen Touren schreiben sich die Eindrücke wie auf einer Wachsmatritze immer tiefer und nachhaltiger in unsere Gefühls- und Gedan-

Obstansersee, Karnischer Höhenweg

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kenwelt ein. Irgendwann fallen die Erinnerungen ab, wir nehmen Geräusche, Gerüche, Bilder und Berührungen bewusst wahr, landen im Hier und Jetzt. Dieser Moment des sinnlichen „Resets“, der psychischen Erneuerung, kann sehr tief und emotional sein, vor allem in ursprünglichen Naturräumen wie dem Gebirge, vor allem in Abgeschiedenheit. Wer dieses spirituelle Erlebnis gezielt sucht, sollte Osttirol als Ziel wählen. Hier gibt es Wege zum Weitwandern, die je nach Länge, Anforderungen, Höhenprofil und landschaftlicher Umgebung ein hohes Maß an individueller Gestaltung zulassen, bis hin zur Por­ tionierung durch Abstiege in Talorte. Der bekannteste ist sicherlich der Karnische Höhenweg. Acht bis elf Etappen benötigt der Wanderer für die rund 150 Kilometer, die dem Grenzverlauf zwischen Österreich und Italien folgen: ideal für einen zweiwöchigen Urlaub. Der alternative Name „Friedensweg 403“ verweist auf den ehemaligen Frontverlauf im Ersten Weltkrieg, als auf vielen Wegabschnitten Tausende junge Männer in Unterständen, Kase-

matten und Schützengräben im zermürbenden Stellungskrieg ihr Leben ließen. Heute bezaubert die vielseitige Landschaft mit sanftem Charakter auf den östlichen Etappen und den gebirgigen Etappen im westlichen Abschnitt des Karnischen Höhenwegs. Der Adler schwebt stolz hoch droben am Himmel, zieht ungestört seine Kreise und wirkt dem Alltag entrückt. Dieses Gefühl können Gäste in Osttirol nachempfinden, wenn sie sich auf den Adlerweg begeben. Mit dem Adlerweg wurde ein alpiner Bergweg geschaffen, der den Wanderern einzigartige Aus­ blicke beschert. Wie der Raubvogel hat man einen erhabenen Blick von oben hinab in die Täler und auf die unterschiedlichsten Gebirgsketten – die meisten Etappen verlaufen in einer konstanten Höhenlage zwischen 2.000 und 2.500 Metern. Zum zehnten Jubiläum des Adlerwegs wurden die Routen komplett über­ arbeitet. In Osttirol verlaufen nun neun Etappen von Ströden am Fuße des Großvenedigers bis zur Stüdlhütte am Großglockner inmitten des Nationalparks Hohe Tauern über insgesamt knapp 100 Kilometer. Wird die schönste Verbindung zwischen zwei der höchsten Berge Österreichs im Ganzen gegangen, sind sportliche 8.000 Hö­hen­meter berg-


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