Es ist 2025, und wir reden immer noch darüber. Über Gleichberechtigung. Über Körperbilder. Über Feminismus. Und ja, darüber, warum wir am 8. März den Frauentag feiern – oder besser gesagt: warum wir ihn immer noch brauchen.
„Aber Frauen haben doch längst alles erreicht!“ Wirklich? Dann erklären Sie mir bitte, warum Frauen in Führungspositionen noch immer seltener sind als ehrliche Wahlversprechen im Wahlkampf. Warum Frauen weniger verdienen – selbst dann, wenn sie denselben Job machen wie ihre männlichen Kollegen. Warum es immer noch gesellschaftlich diskutiert wird, ob Frauen wirklich Karriere wollen sollen oder doch lieber in die „natürliche“ Rolle der Fürsorgenden schlüpfen sollten.
„Der Feminismus ist unbequem, komplex, manchmal nervig –und genau deshalb so wichtig.“
Chefredakteurin
BURGENLÄNDERIN
Und während wir uns in endlosen Debatten über Quoten und gläserne Decken verstricken, sorgt der Schönheitswahn dafür, dass Frauen sich weiterhin optimieren – bis zur Unkenntlichkeit. Filter drüber, Realität drunter. Weibliche Körper sind nach wie vor Projektionsflächen gesellschaftlicher Erwartungen. Zu kurvig? Problematisch. Zu dünn? Auch nicht recht. Zu alt? Unsichtbar.
Der Feminismus ist längst nicht am Ziel. Er ist unbequem, komplex und manchmal nervig – und genau deshalb so wichtig. Weil er hinsieht, wo andere wegschauen. Weil er fragt: Wer profitiert eigentlich vom Status quo? Und weil er Frauen darin bestärkt, sich nicht kleinzumachen, sondern Platz einzunehmen.
Der 8. März ist also kein freundlicher Reminder, Blumen zu kaufen. Er ist ein Weckruf. Für uns alle. Und bis wir in einer Welt leben, in der Gleichberechtigung keine Schlagzeile mehr wert ist, bleibt der Frauentag mehr als nur nötig.
Schreiben Sie mir Ihre Meinung: nicole.schlaffer@dieburgenlaenderin.at
NICOLE SCHLAFFER
08 NOMINIERTE
Die Nominierten der BURGENLÄNDERIN Awards 2025 im kurzen Überblick.
14 LEA KUCH
Die Tochter von Kurt Kuch spricht mit uns über ihr Leben und das Erbe ihres Vaters.
14 GEGEN VERROHUNG
Ingrid Brodnig liefert Strategien für ein besseres Miteinander.
28 SHOOTING
Anlassmode für die ganze Familie.
46 TALKRUNDE
Körpergefühl, Feminismus, Gendern – wir diskutieren in einer Frauenrunde.
55 BIKEN, KULTUR & AUSZEIT
… im Land der Sonne.
FREIZEIT
64 AUTORIN
Jaqueline Scheiber spricht über ihr Romandebüt.
68 POPSTAR
Thorsteinn Einarsson im persönlichen Interview über Erfolg und Druck.
LEBEN & GESUNDHEIT
88 LIBIDO
Wer will wie oft und wann Sex? Wie verändert sich die Libido in Beziehungen? Antworten hat Sexualtherapeutin Julia Henchen.
WOHNEN
94 HOMEOFFICE
Welche Fehler man im Büro daheim besser vermeidet.
GENUSS
102 ALTERNATIVE
Pflanzliche Milch-Alternativen sind aus den Regalen nicht mehr wegzudenken.
Druckerei Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Wiener Straße 80, 3580 Horn
VERTRIEB
Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH, 5412 Puch/Salzburg
Die April-Ausgabe erscheint am 28.03.2025 www.dieburgenlaenderin.at
Die Informationen zur O enlegung gemäß § 25 des Mediengesetzes können abgerufen werden unter www.dieburgenlaenderin.at
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EINFACHE ERKENNUNG
Ein Forschungsteam hat einen neuen Bluttest namens PromarkerEndo entwickelt. Er soll Endometriose schnell und mit einer Genauigkeit von 73 Prozent diagnostizieren können. Die Markteinführung ist für das Frühjahr 2025 geplant.
SOZIALEKONTAKE AUFREZEPT
Einsamkeit kann psychische Erkrankungen begünstigen. Um präventiv dagegen vorzugehen, verschreiben Ärzt*innen im britischen Frome soziale Kontakte und Aktivitäten auf Rezept. Initiativen wie „Dogs for Health“ oder „der Männerschuppen“ sollen Menschen mit psychischen Problemen helfen und sie mit anderen in Kontakt bringen.
Ob große und kleine Held*innengeschichten, innovative Ideen oder inspirierende Momente – in unserer Artikelreihe sammeln wir positive Nachrichten aus Österreich und der ganzen Welt, die ermutigen, bestärken und Hoffnung machen.
WEGWEISEN DES PROJEKT
Am 1. Oktober 2024 wurde in Vorarlberg ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Frauen kostenlos Verhütungsmittel erhalten haben. Zusätzlich gab es Beratungsangebote rund um das Thema Verhütung. Die Verantwortlichen ziehen nun eine positive Zwischenbilanz –mehr als 800 Frauen haben bereits von dem wegweisenden Projekt profitiert.
SCHUTZ, DER WIRKT
Zum Start der Seeadler-Brutsaison gibt es gute Nachrichten: Bereits rund 90 Seeadler-Paare leben in Österreich und haben ein eigenes Territorium. Ein wichtiger Erfolg, der auch auf Artenschutzmaßnahmen zurückgeht.
MENSCHEN
PARKERS NEUER STREICH
„Aufdeckt – Leben wie im Gartenkrimi“
Komposthaufenmarmelade kochen, Kräuterbuschen binden, Salzstangerl backen, Seife sieden, Gänseblümchenkosmetik anfertigen. Und dazu gibt es Geschichten von damals sowie Kolumnen, bei denen es einem warm ums Herz wird. Nach dem Riesenerfolg ihrer Gartenkrimi-Saga lässt Martina Parker ihre Fans jetzt hinter die Kulissen blicken: Selbst Wirtstochter und begnadete Gärtnerin, liefert Parker in ihrem Band „Aufdeckt“ (erhältlich ab 12. März) das kulinarische und gärtnerische Flair des Südburgenlands aus der Welt ihrer Gartenkrimis und erzählt über die Motivation dahinter: „Über Social Media und auf den Lesetouren kam ganz oft die Frage nach einem Mitmach-Buch, um das Lebensgefühl, das beim Lesen der Gartenkrimis gespürt wird, ins echte Leben zu holen.“
EINTAUCHEN INS LANDLEBEN
„Aufdeckt“ erzählt von Blumen und Gemüse, vom Garteln und vom Kochen. Vor allem aber vom Leben auf dem Lande. Es nimmt die Lesenden mit nach Pannonien: zum scharfen Istvan und der süßen Anna, ein Würzpastenduo mit Paprika. Es erzählt von Petersilwurzen aus der Waschmaschin, vom Aurikeltheater und von früher. Vom Schlittschuhlaufen auf der gefrorenen Jauche, vom Sautanz und den Frauen, die Federn schleißen und dabei sehr süßen Tee mit Rum trinken. Martina Parker hat mit ihren Gartenkrimis einen Mikrokosmos geschaffen. Mit den dazupassenden Rezepten, Gartentipps und Geschichten wird diese Welt nun real. Die Gartenküche reicht dabei von süßen burgenländischen Klassikern wie Apfelfleck bis zu pikanten südburgenländischen Salzstangerl mit Käse oder dem alteingesessenen Bohnensterz.
Wir gehen in die Endrunde – bis 4. März können Sie noch für Ihre Favoritinnen voten.
Am 6. März findet die große Verleihung im Rahmen der dritten BURGENLÄNDERIN Awards 2025 statt.
In der letzten Ausgabe haben wir Ihnen unsere Heldinnen in den einzelnen Kategorien bereits etwas näher vorgestellt, nun geht es ans Eingemachte, das Voting läuft noch bis 4. März. Bis dahin haben Sie Zeit, Ihre Favoritinnen zu unterstützen, indem Sie online für sie abstimmen.
Mit unseren BURGENLÄNDERIN
Awards wollen wir Frauen stärken und ihnen eine Bühne geben. Zukunftsweisende Ideen, beispielgebende Projekte und Powerfrauen gehören vor den Vorhang geholt – mehr denn je. Zudem
wird der Gala-Abend sowohl unter einem sozialen Aspekt stehen als auch unter einem künstlerischen. Seit Monaten arbeiten wir mit viel Herzblut und Leidenschaft im Team an der Umsetzung dieser Gala, die genauso begeistern wird wie die letzten beiden Jahre.
Einzigartige Trophäe. Damit sie sich noch lange an diesen besonderen Abend erinnern und als besondere Anerkennung wird den Siegerinnen der Kategorien eine eigens entworfene, einzigartige Trophäe überreicht. Diese wurde von uns gemeinsam mit Cathe-
rine Sica – ihres Zeichens bildnerische Künstlerin, Kunsthaus-Besitzerin, Restaurateurin und Sängerin – entworfen. Die Trophäe ist einzigartig in ihrer Entstehung und Umsetzung. Dazu wurde eine weitere burgenländische Unternehmerin ins Boot geholt: Caroline Biribauer (Metallbau), die mit Fachwissen und Umsetzungskraft glänzte.
Die Trophäe wurde von burgenländischen Frauen für burgenländische Frauen kreiert und wird an diesem unvergesslichen Abend durch die Laudator*innen der Kategorie-Sponsoren übergeben.
ANDREAROSA RITTNAUER Brotbäckerin mit Online-Genussladen
BIRGIT GRÜNER
BIRGIT KAUFMANN
Baumeisterin & PV-Technikerin
KARIN PERKMANN
Vorständin Friedrichshof
VOTEN Sie mit auf dieburgenlaenderin.at
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Symbolfoto
Für positive Veränderungen muss man aufstehen und Risiken eingehen – das brachte der Investigativjournalist Kurt Kuch seiner Tochter bei, ehe er viel zu früh starb. Das ist genau zehn Jahre her. Lea Kuch erzählte uns, warum sie nie eine Zigarette anrührt und wie sie sein Erbe weiterträgt.
WER SCHWEI G T, STIMMT ZU“
Der große Saal im Offenen Haus Oberwart war komplett gefüllt. Selbst neben den Sesselreihen standen die Menschen Schulter an Schulter. Als Lea Kuch auf die Bühne trat, schienen alle die Luft anzuhalten. Sie hat viel zu jung, mit erst zwölf Jahren, ihren Vater verloren. Kurt Kuch, der unerschrockene Investigativjournalist und zuletzt stellvertretender News-Chefredakteur, wurde nur 42 Jahre alt. Wo Kurt Kuch zu fragen und wühlen begann, bröckelten bald korrupte Fassaden, bis sie oft zu Staub zerfielen und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden mussten. Zu seinen bekanntesten Geschichten zählten jene über die Causa Hypo-Alpe-Adria oder über die Eurofighter- und die BuwogAffäre; internationale Größen wie die Washington Post, USA Today oder die Süddeutsche Zeitung zitierten ihn. Und dann kam der Lungenkrebs – und riss Kurt Kuch innerhalb einiger Monate aus dem Leben. Zuvor aber bündelte er noch seine Kräfte, um sich für die Anti-Rauch-Initiative „Don’t Smoke“ zu engagieren (Ziel war u. a. Rauchfreiheit in der Gastronomie). Er wusste, wovon er sprach: Drei Packerl Zigaretten hatte er zuvor pro Tag geraucht. Auf die Frage, was seine ersten Gedanken nach der Diagnose waren, sagte er im News-Interview: „Dass ich die Hochzeit meiner heute 12-jährigen Tochter nicht erleben würde. Da ist alles vorbeigezogen: ihre Matura, ihr erster Freund – dass ich bei allem nicht dabei sein würde, nur weil ich Trottel geglaubt habe, ich muss rauchen. Ich hätte mich in dieser Sekunde selbst umbringen können vor lauter unendlicher Blödheit.“
Zehn Jahre nachdem ihr Papa gestorben war, stand Lea Kuch nun also vor Kurzem auf der OHO-Bühne und hielt ein Buch in ihren Händen, auf dessen Cover er abgebildet war. Der Titel: „Carpe Diem. Erinnerungen an Kurt Kuch“ – herausgegeben von Lea und Elke Kuch, seiner Witwe. Sie schlug es auf und las jenen Text, den sie ihm gewidmet hatte. Und auch jenes Gedicht, das sie als Kind schrieb, als er starb.
Das war herzzerreißend und schön. In einer Zeit, in der es oft an Empathiefähigkeit zu mangeln scheint, fühlten hunderte Menschen mit der jungen Frau mit.
Das Buch enthält eine Vielzahl an bewegenden Geschichten – verfasst von Familie, Freund*innen und namhaften Persönlichkeiten. Und es erfüllt auch den Wunsch, den Lea Kuch in jungen Jahren hatte. „Ich wollte Freunde und Freundinnen bitten, Geschichten über ihn aufzuschreiben, das habe ich aber nicht geschafft. Ich wollte meinen Papa mehr kennenlernen, weil ich selbst zu wenig Zeit mit ihm hatte“, sagt Lea Kuch, als wir sie zum Interview treffen. „Ich finde es schön, dass jetzt alle die Möglichkeit bekommen, ihn nicht nur über die Geschichten, die er geschrieben hat, sondern die andere mit ihm erlebt haben, kennenzulernen.“
Woran erinnerst du dich gerne aus deiner Kindheit?
Lea Kuch: Mein Papa hat immer viel gearbeitet, er ist vor allem am Wochenende heimgekommen und hat da auch viel telefoniert – aber ich habe ihn dafür auch bewundert: Ich bin ihm mit einem Spielzeugtelefon nachgelaufen. Meine Eltern machten gerne Feiern bei uns, Grillfeste mit vielen Freund*innen, das mochte ich sehr. In Erinnerung ist mir auch geblieben, dass wir oft zu Burgen und Schlössern gefahren sind, das hat Papa fasziniert, ich fand’s ein bisschen langweilig (lacht). Dafür haben wir im Auto viel Musik gehört, das war ein großer Verbindungspunkt und prägt mich bis heute: Rock und ein bisschen Metal. Wir hatten ein Lieblingslied, das wir immer gehört
Ich hatte immer ein großes Bedürfnis nach Gerechtigkeit, das hat mir mein Papa vorgelebt.
Lea Kuch
CARPE DIEM. Hg. von Lea & Elke Kuch, edition lex liszt 12. Außerdem neu: Sonderbox „Edition Kurt Kuch“, mit Unterstützung des Landes wurde eine Reihe von vergriffenen Büchern zusammengestellt, die Teil seiner Sammlung waren. Beides erhältlich über shop.lexliszt12.at
LIEBER PAPA.
Das Buch enthält auch ihr Abschiedsgedicht, das sie mit zwölf verfasste.
haben, ich wünschte, ich wüsste, welches das war – vielleicht „Mr. Brightside“ von The Killers?
Wie hast du seinen Beruf erlebt?
Ich hab’ das Gefühl gehabt, dass er gut in seinem Job ist, dass er ein wichtiger Mensch ist, das hat mich fasziniert. Vor allem, als er krank wurde und das ö entlich gemacht hat, waren immer wieder Kameras und bekannte Menschen bei uns daheim. Meine Mama hatte sich karenzieren lassen und wir haben viel Zeit gemeinsam verbracht. Wir haben ihn begleitet, aber der Fokus war darauf, viele gemeinsame Erinnerungen zu scha en. Wie real die Gefahr war, habe ich gar nicht mitgekriegt. Er hat auch immer wieder gesagt, dass er nicht sterben wird, ich habe darauf vertraut.
Wie war das für dich, als er mit der Diagnose an die Ö entlichkeit ging?
Ich habe mir damals nicht so viele Gedanken gemacht, heute bin ich sehr froh darüber, weil er viele angeregt hat, aufzuhören, und mit der Initiative „Don’t Smoke“ viel zum Nichtraucherschutz beigetragen hat, was meine Tante (die Ärztin Daniela Jahn-Kuch, Anm.) sehr intensiv weitergeführt hat.
Wie geht es dir mit dem Thema Rauchen?
Ich rauche nicht und habe es auch
nicht probiert. Eine Zeit lang war ich sehr sensibel, wenn Leute in meiner Umgebung geraucht haben, und habe sie dazu angehalten, aufzuhören. Das habe ich irgendwann nicht mehr gemacht, aber wenn heute meine Freund*innen zum Rauchen rausgehen wollen, begleite ich sie nicht mehr – und dann gehen sie oft selber auch nicht.
Hat dich der Beruf deines Papas gereizt?
Als Kind wollte ich Detektivin werden: Sachen herausfinden und Dinge aufdecken (lacht). Als Jugendliche habe ich lange über Journalismus nachgedacht, ich wollte ihm ein bisschen nacheifern, bis mir bewusst wurde: Die Fußstapfen kann ich nicht ausfüllen. Es ist besser, ich finde meinen eigenen Weg.
Sein Erbe führst du anders weiter …
Ich hatte immer ein großes Bedürfnis nach Gerechtigkeit, das hat er mir vorgelebt. Ich konnte eine gute Mischung aus dem, was ich für ihn weitertragen kann, und meinem Weg finden. Ich mache gerade meinen Master in Psychologie, Kinderund Jugendpsychologie interessiert mich sehr. Ich möchte meinen Schwerpunkt vor allem auf Entwicklungsstörungen und Neurodiversität legen, weil ich mitbekomme, wie gut es für die Entwicklung von Kindern ist, wenn man möglichst früh richtig ansetzt. Viele Kinder, die sich in der Schule schwertun, werden schnell abgestempelt, oft heißt es, sie wären „aggressiv“, und das führt oft zu einem Teufelskreis, weil sie irgendwann selber glauben, dass sie „schlecht“ sind, und sich nicht mehr richtig bemühen. Manchmal führt das in die Depression. Ich ho e sehr, dass ich hier positiv Einfluss nehmen kann.
Dein Papa galt quasi als furchtlos, was war sein Antrieb?
Es hat ihn frustriert, zuzusehen, wie Ungerechtigkeiten passieren, er hat beschlossen, was dagegen zu tun. Dafür muss man Risiken eingehen, das hat er getan, er hatte viel Mut. Er wollte eine bessere Zukunft, vielleicht auch für mich. Er hat mir beigebracht: Wer schweigt, stimmt zu. Für eine positive Veränderung muss man aufstehen und aktiv sein.
Wie erlebst du die Welt heute? Was wünschst du dir?
Mein Papa hätte viel zu tun! – Es müsste dringend was für die Rechte von queeren bzw. Transpersonen getan werden, sehr viel für die Umwelt, und ich finde es furchtbar, welch großer Rückschritt bei Themen wie Rassismus und Ausländerfeindlichkeit passiert ist. Wenn ich mit Geschichte-Student*innen rede, sagen sie oft, sie würden am liebsten durch die Welt rennen und schreien: „Die Zeichen! Seht ihr nicht die Zeichen?!“ (Sie meint etwa gefährliche nationalistische Tendenzen, Anm.) Wir diskutieren viel, hinterfragen kritisch, tauschen Meinungen aus und überlegen, wie das Individuum zu Veränderungen beitragen kann.
Noch eine ganz private Frage: Hattest du professionelle Begleitung, um den Verlust von deinem Papa durcharbeiten zu können?
Ja, ich war immer wieder in Therapie. Ich habe als Kind lange seinen Tod verdrängt und mir irgendwann eingeredet, dass er eigentlich nur untergetaucht ist und wiederkommt, wenn sich die Lage wieder beruhigt hat. Der zehnte Todestag war emotional sehr aufreibend, aber ich nutze jetzt die Chance, seinen Tod endgültig aufzuarbeiten. Ich will mit den Menschen, die hier sind, mehr Zeit verbringen, weil man nie weiß, wann man stirbt. Auch deswegen ist es wichtig, Risiken einzugehen, mutig zu sein. Das war für mich jetzt, dieses Kapitel im Buch für meinen Papa zu schreiben.
Ich begleite niemanden zum Rauchen hinaus –viele lassen es dann selbst bleiben.
Lea Kuch
BRIDGET J ONES IST ZURÜCK
Renée Zellweger ist zurück in ihrer Paraderolle als Bridget Jones. Alleine mit zwei Kindern ist sie in ihrem neuen
Abenteuer mit den Herausforderungen des Alltags und des modernen Datinglebens konfrontiert.
Bridget Jones eroberte zum ersten Mal als Hauptfigur von HelenFieldings Bestseller-Roman „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ die Herzen des Publikums. Aus dem weltweiten Verkaufsschlager wurde wenig später der ebenso erfolgreiche gleichnamige Kinofilm. Die Titelheldin, die alleinstehende, berufstätige Bridget Jones aus London, begeisterte nicht nur mit ihren romantischen Abenteuern, sondern auch mit ihrem unnachahmlichen Gespür für Fettnäpfchen. Doch Bridgets Talent, trotz aller Widrigkeiten am Ende
zu triumphieren, führte schließlich dazu, dass sie den Staranwalt Mark Darcy heiratete und Mutter eines Sohnes wurde. Endlich glücklich!
Neuanfang. Doch in BRIDGET JONES – VERRÜCKT NACH IHM ist Bridget wieder allein: Seit Mark vor vier Jahren verstarb, kümmert sie sich als alleinerziehende Mutter um den 10-jährigen Billy und die 6-jährige Mabel. Die beiden Kinder zieht sie mit tatkräftiger Unterstützung ihrer treuen Freund:innen auf – darunter sogar ihr ehemaliger Liebhaber Daniel Cleaver (Hugh Grant).
Angetrieben von ihrer Wahlfamilie, bestehend aus Shazzer, Jude und Tom, ihrer Arbeitskollegin Miranda, ihrem ehemaligen Chef Richard Finch und ihrer Gynäkologin Dr. Rawlings (Emma Thompson), versucht Bridget, einen neuen Weg in Richtung Leben und Liebe zu beschreiten. Sie geht wieder arbeiten und probiert sogar Dating-Apps aus. Schon bald wird sie von einem charmanten und enthusiastischen jüngeren Mann (Leo Woodall) umworben.
Verzwickt. Beim Versuch, Arbeit, Haushalt und Liebesleben unter einen Hut zu bringen, muss sie sich nicht nur gegen die Vorurteile der perfekten Mütter in der Schule behaupten, sich um Billy kümmern, der mit dem Fehlen seines Vaters zu kämpfen hat, sondern auch eine Reihe peinlicher Begegnungen mit dem überrationalen Naturwissenschaftslehrer ihres Sohnes (Chiwetel Ejiofor) überstehen… Endlich wieder eine romantische Komödie im Kino! BRIDGET JONES – VERRÜCKT NACH IHM ist der große filmische Abschluss der erfolgreichen Reihe und läuft jetzt nur im Kino!