Theaterzeitung Szene Januar Februar 2015

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THEATER HEILBRONN · SZENE – DAS THEATERMAGAZIN · AUSGABE 23

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KARTEN SICHERN, BEVOR ES ZU SPÄT IST! Nur anderthalb Monate bleiben die Stücke im Komödienhaus auf dem Spielplan und werden in dieser Zeit en suite gespielt. Deshalb immer schnell um Karten kümmern! S. 02

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SCHILLERS »DON KARLOS« IM GROSSEN HAUS Politkrimi, höfisches Intrigenstück und Familientragödie − Friedrich Schillers »Don Karlos« ist alles in einem. Intendant Axel Vornam inszeniert die Rigaer Fassung dieses Schauspiels auf der Großen Bühne. S. 05

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DONIZETTIS »DON PASQUALE« AUS MÜNCHEN Die gefeierte Inszenierung von Donizettis komischer Oper »Don Pasquale« kommt als Gastspiel des Staatstheaters am Gärtnerplatz München für 11 Vorstellungen nach Heilbronn. S. 06

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MIT DEM KÖRPER GANZE GESCHICHTEN ERZÄHLEN Die Theaterpädagogik wächst weiter. Mit Ruth Hengel, die vom Physical Theatre kommt, ist jetzt die vierte Theaterpädagogin mit an Bord. S. 13

DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER FOTO: THOMAS BRAUN


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KARTEN SICHERN, BEVOR ES ZU SPÄT IST! BESONDERS IM KOMÖDIENHAUS WERDEN PLÄTZE KNAPP

Von Silke Zschäckel IE JETZT? ES GIBT KEINE KARTEN MEHR? Mit derartigen Fragen werden die Kolleginnen im Besucherservice des Heilbronner Theaters häufig konfrontiert, besonders bei den Vorstellungen im Komödienhaus. Doch sie können den enttäuschten Zuschauern nicht helfen. Wenn die Vorstellungen ausverkauft sind, sind sie ausverkauft. Leider lassen es die Gegebenheiten im Theater kaum zu, noch zusätzliche Vorstellungen anzusetzen. Es gibt keine Zwischenlagermöglichkeiten für die Bühnenbilder im Komödienhaus und keine Techniker für die Umbauten, die nötig wären, wenn man mehrere Stücke ins Repertoire nehmen würde. Deshalb müssen die Komödien en suite, also hintereinanderweg, gespielt werden. Ist ein Stück erst einmal auf der Bühne aufgebaut, wird es auch gespielt und bleibt ca. anderthalb bis zwei Monate im Spielplan, bevor die nächste Inszenierung Premiere hat. Viele unserer Komödienhausbesucher wissen, dass es heißt: schnell sein lohnt sich. Und doch kommt es immer wieder zu oben beschriebener Situation. Dabei hätte es in den ersten Vorstellungen durchaus noch die Chance auf gute Plätze gegeben. Warum zögern? Es wird nur immer schwieriger, gute oder gegen Ende überhaupt noch Plätze zu bekommen. Also warten Sie nicht, bis Ihre Nachbarn, Freunde oder Kollegen die neueste Komödie schon gesehen und für gut befunden haben. Gehören Sie lieber zu den

IMPRESSUM

Misery Fotos: Thomas Braun

ersten, die mitreden können. Vielleicht ist es auch ein gutes Zeichen, wenn Vorstellungen von Woche zu Woche immer voller werden. Dann scheint die gute alte Mundpropaganda, das beste aller Werbemittel, zu funktionieren. Aber schade ist es, wenn

durch die vielen positiven Zuschauerstimmen, die durch Stadt und Land geistern, ein so großer Bedarf geweckt wird, der nicht befriedigt werden kann. Vertrauen Sie Ihrem Theater und seien Sie selbst ein Meinungsmacher!

KLEINER TIPP: KO M Ö D I E N H A U S Unsere neue Komödie »Oscar und Felix – Das seltsame Paar im 21. Jahrhundert« von Neil Simon mit den beiden Fernsehstars Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister (bekannt u. a. aus den »Wilsberg«-Krimis) hat am 15. Januar Premiere und läuft bis zum 31. Januar für genau 12 Vorstellungen.

Foto: Dietrich Dettmann

HERAUSGEBER: Theater Heilbronn Berliner Platz 1 74072 Heilbronn INTENDANT: Axel Vornam REDAKTION: Silke Zschäckel 07131/56 34 03 pressebuero@theater-hn.de FOTOS: Fotostudio M42 Katja Zern und Thomas Frank, Thomas Braun GRAFIK, DESIGN, LAYOUT: Johannes Pfeffer, Theater Heilbronn SEIDLDESIGN, www.seidldesign.com ANZEIGEN: Heilbronner Stimme GmbH & Co. KG, Martin Küfner (verantw.) DRUCK: Heilbronner Stimme GmbH & Co. KG KARTENTELEFON: 07131/56 30 01 SPIELZEIT 2014/2015 Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst


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Von Stefan Schletter ENNEN SIE DEN WUNSCH BEIM LESEN EINES BUCHES, ES MÖGE NIEMALS AUFHÖREN? Kennen Sie das Gefühl, so sehr in das Leben der Romanfiguren eingetaucht zu sein, dass Sie gar nicht mehr in den eigenen Alltag zurück möchten? Sich zu verlieren in Buchstaben und Seiten, die im Kopf wundervolle Welten entstehen lassen? Man nimmt einfach Platz am Ufer des Mississippi oder eben auf dem Rücksitz eines alten Lada und beginnt eine unvergessliche Reise. So eine Reise ist Wolfgang Herrndorfs Roman »Tschick«. Es ist die Geschichte zweier ungleicher 14-jähriger Jungen: Maik Klingenberg lebt mit seinen Eltern, die sich kaum für ihren Sohn interessieren, in einer Villa mit Pool. Er hatte keine Freunde, sein Leben war öde, bis Tschick in seine Klasse kam. Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichatschow, ist Russlanddeutscher, lebt in der Hochhaussiedlung, hat es von der Förderschule aufs Gymnasium geschafft und ist trotzdem alles andere als ein Musterbeispiel an Integration. Als die Sommerferien beginnen, fährt Maiks Mutter in die als »Beautyfarm« getarnte Entzugsklinik und sein Vater mit der jungen Assistentin auf »Geschäftsreise«. Da steht Tschick mit einem »geborgten« Lada vor Maiks Tür und will mit ihm in den Urlaub fahren. Ihr grobes Ziel lautet: Walachei. Ob es die Walachei überhaupt gibt und, wenn ja, wo sie sich befindet, ist eigentlich vollkommen egal. Denn nie stimmte die Floskel vom Weg, der angeblich das Ziel sei, so sehr wie in »Tschick«. Auch wenn die beiden auf ihrer chaotischen Fahrt niemals an einem Ziel ankommen werden, so erfahren sie doch viel mehr über das Leben als alle, die ihre Reise von A nach B mit dem Lineal planen. Die zwei Jungs irren mit ihrem Lada durch die deutsche Provinz wie zwei Flipperkugeln, die von einer Begegnung zur nächsten geschossen werden. Sie treffen auf einzigartige Menschen und lernen sie kennen und schätzen. Da ist zum Beispiel Isa, das kluge Mädchen von der Müllkippe, oder die liebenswerte, aber etwas überregulierte

Zwischen Dingenskirchen und der Walachei

PREMIERE TSCHICK

WOLFGANG HERRNDORFS »TSCHICK« KOMMT AUF DIE BÜHNE DER BOXX

TSCHICK SCHAUSPIEL VON WOLFGANG HERRNDORF IN EINER BÜHNENFASSUNG VON ROBERT KOALL gesponsert von der kreisspark asse heilbronn Familie, bei der man sich den größten Nachtisch durch ein wettkampfartiges Harry-PotterQuiz sichern muss, oder die übergewichtige Sprachtherapeutin mit dem tarnfarbenen BMW, die Tschick versehentlich den Fuss bricht und von Maik liebevoll »Flusspferd« genannt wird. Die beiden erleben die besten Wochen ihres Lebens. Dabei wird die Geschichte in einem so ungeheuren Tempo, in einer so unverwechselbaren Sprache und mit so viel Witz und jugendlicher Alltags-Philosophie erzählt, dass man sich tatsächlich ständig wünscht, die Reise möge niemals enden. Doch »Tschick« ist nicht nur als Roman eine Sensation. Auch als Theaterstück verliert Herrndorfs

Text nichts von seiner Sogkraft. Im Gegenteil. Der Theaterfassung gelingt es sogar an vielen Stellen, den wunderbaren Wortwitz des Autors noch lebendiger zu machen und dem Publikum einen noch direkteren Zugang zu ermöglichen. Das Stück feiert die abenteuerliche Reise der sonderbaren Helden als ein Fest des Erzählens. Und so wundert es kaum, dass »Tschick« mitt-

lerweile das meistgespielte Stück auf deutschen Bühnen ist. Gemeinsam mit Ausstatterin Gesine Kuhn zeigt Regisseur Jens Kerbel die liebenswerten Außenseiter, die Herrndorfs Text bevölkern, als Kaleidoskop deplatziert wirkender Menschen irgendwo zwischen der Walachei, der Pampa, Dingenskirchen oder ganz einfach »Jottwehdeh«.

rei in 2013) (1965 – ierte Male f r o d n burg, stud r m schien r a e er H H 0 in 1 g n n 1965 tern«, 20 re it o b w Wolfga e e g g , h rf sc Plü Leipziger Herrndo Sand« den Roman »In » n r Wolfgang e d fü b rf e o ri d errn Herrn. Er sch eröffnete 2 erhielt H 1 Nürnberg rs 0 o 2 m rz tu ä n ir Buchform . Im M ines H erweile in »Tschick« iagnose e tl D it m er d inem er h d c , . Na en. Aus se uktur« Buchpreis it und Str 3 das Leb e 1 0 rb roßen 2 g A » st er u g g lo im Au der dein il h c B » si dorf den B n m a h m a ete Ro ist. Er n unvollend erschienen 2014 der e rd u w Nachlass t. öffentlich Liebe« ver

PREMIERE AM 09. JANUAR 2015 20.00 UHR IN DER BOXX REGIE JENS KERBEL AUSSTATTUNG GESINE KUHN DRAMATURGIE STEFAN SCHLETTER MIT KATHARINA LEONORE GOEBEL, HANNES SCHUMACHER, MANUEL SIEG

Vorstellungen: Do. 15.01.2015, 20.00 Uhr Fr. 16.01.2015, 11.00 Uhr Do. 29.01.2015, 20.00 Uhr Fr. 30.01.2015, 11.00 Uhr Sa. 14.02.2015, 20.00 Uhr Mi. 04.03.2015, 11.00 & 20.00 Uhr Fr. 20.03.2015, 11.00 Uhr Weitere Vorstellungen entnehmen Sie bitte den Monatsspielplänen


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PREMIERE OSCAR UND FELIX

Ein wunderbar seltsames Paar »OSCAR UND FELIX« MIT DEN FERNSEHSTARS LEONARD LANSINK UND HEINRICH SCHAFMEISTER IM KOMÖDIENHAUS

Oscar und Felix Foto: Dietrich Dettmann

Von Silke Zschäckel ER AN GUTE KRIMINALKOMÖDIEN IM FERNSEHEN DENKT, DER KOMMT AN »WILSBERG« NICHT VORBEI. Regelmäßig Samstagabend zur besten Sendezeit schickt uns das ZDF nach Münster, in das gemütlich unaufgeräumte Antiquariat von Georg Wilsberg, der wegen seiner notorischen Geldknappheit auch als Privatdetektiv tätig ist und die bizarren Verbrechen in der beschaulichen westfälischen Stadt schneller löst als die Polizei (es erlaubt). Spaß machen diese Filme vor allem wegen ihrer Darsteller, allen voran Leonard Lansink, der den chaotischen, supercoolen und eher unfreiwillig charmanten Wilsberg seit 1999 verkörpert. Einer seiner Mitstreiter der ersten Stunde

war Heinrich Schafmeister als Wilsbergs bester Freund Manni, Mitarbeiter des städtischen Bauamtes, und in seiner Pedanterie und Ängstlichkeit ganz das Gegenteil des draufgängerischen Privatdetektivs. Ein ähnlich wunderbar gegensätzliches Paar spielen Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister seit 2011 im Theater in der Neuauflage von Neil Simons Komödie »Ein seltsames Paar«. Sie touren damit durch Deutschland. Vor allem durch die Verfilmung mit Jack Lemmon und Walter Matthau ist diese Komödie unsterblich geworden. Nun hat Neil Simon seinen Komödienklassiker noch einmal überarbeitet, nennt ihn »Oscar und Felix – das seltsame Paar im 21. Jahrhundert« und lässt seine Protagonisten mit den technischen Tücken unserer hochtechnisierten Welt kämpfen. Und versprochen: Leonard Lansink und Heinrich Schafmei-

ster sind auch in den Rollen des schlampigen Oscar und des peniblen Ordnungsfanatikers Felix ein absolutes Traumpaar. Oscar ist glücklich geschieden. Seit der Trennung von seiner Frau genießt der Sportreporter das Leben in vollen Zügen mit Poker, Alkohol und Zigaretten. Dass er ein großer Chaot ist, stört nun niemanden mehr. Als sein bester Freund Felix von seiner Frau vor die Tür gesetzt wird, bietet Oscar ihm gutmütig Asyl. Felix nimmt die Trennung gar nicht leicht und er leidet laut und ausdauernd. Aber das wäre alles noch zu ertragen, wenn er nicht so ein Putzteufel und Pfennigfuchser wäre. Denn was am Anfang aussieht wie eine ganz normale Männer-WG, entpuppt sich bald als eheähnliches Panoptikum, mit dem einzigen Unterschied, dass das ewig wischende und putzende Heimchen am Herd eben keine Frau, sondern ein Mann ist…

OSCAR UND FELIX – DAS SELTSAME PAAR IM 21. JAHRHUNDERT KOMÖDIE VON NEIL SIMON GASTSPIEL DES EURO-STUDIO LANDGRAF PREMIERE AM 15. JANUAR 2015 20.00 UHR IM KOMÖDIENHAUS REGIE KATJA WOLFF BÜHNENBILD JAN FREESE KOSTÜME HEIKE SEIDLER MIT LEONARD LANSINK, HEINRICH SCHAFMEISTER, DIETMAR PRÖLL, MARCUS BORN, JOACHIM KWASNY, MIRJAM RADOVIC, AMOR SCHUMACHER

Weitere Vorstellungstermine: Fr. 16.01.2015, 20.00 Uhr Sa. 17.01.2015, 20.00 Uhr Do. 22.01.2015, 20.00 Uhr Fr. 23.01.2015, 20.00 Uhr Sa. 24.01.2015, 20.00 Uhr So. 25.01.2015, 15.00 Uhr Di. 27.01.2015, 20.00 Uhr Mi. 28.01.2015, 20.00 Uhr Do. 29.01.2015, 20.00 Uhr Fr. 30.01.2015, 20.00 Uhr Sa. 31.01.2015, 20.00 Uhr, zum letzten Mal


PREMIERE DON KARLOS

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»Acht und zwanzig Jahre und nichts – nichts für die Unsterblichkeit gethan!« ZERRISSEN ZWISCHEN UTOPIE UND WIRKLICHKEIT – FRIEDRICH SCHILLERS »DON KARLOS« IM GROSSEN HAUS

Von Stefanie Symmank S KOMMT IN DEN BESTEN FAMILIEN VOR: ein Streit zwischen Vater und Sohn. Häufig geht es dabei um Unabhängigkeit, Selbstbehauptung, Lebensentwürfe, Frauen. Meistens wird eine Lösung des Konflikts gefunden – manchmal durch den Richterspruch der Mutter bzw. Ehefrau − und der Familienfrieden ist wieder hergestellt. Wenn der Vater jedoch der König von Spanien und der Sohn der Kronprinz, die Frau des Hauses gleichzeitig Königin, Stiefmutter und Ex-Verlobte ihres Stiefsohnes ist, verweben sich Familienstreit mit politischen Intrigen und Machtspielen. So auch beim Freiheitsdichter und Geschichtsskeptiker Friedrich Schiller in seinem »Don Karlos«. Im Palast des spanischen Königs hängt der Haussegen schief. Don Karlos, der Infant von Spanien, liebt seine Stiefmutter Elisabeth. Früher war sie mit ihm verlobt, wurde aber aus politischen Interessen von Philipp, dem König von Spanien und Vater von Karlos, geheiratet. Nur dem Marquis von Posa, der soeben aus den aufständischen flandrischen Provinzen nach Madrid zurückgekehrt ist, wagt Karlos sich zu offenbaren. In einem von Posa arrangierten Treffen zwischen Karlos und Elisabeth weist diese den Infanten entschieden zurück. Posa drängt den Prinzen,

sich für den Freiheitskampf der Niederlande zu verwenden. Tatsächlich bittet Karlos seinen Vater um das Kommando über die nach Flandern zu entsendenden spanischen Truppen, doch der König lehnt ab. Der Sohn ist politisch zu unerfahren. Der gewiefte Machtpolitiker Herzog Alba wird an seiner statt ins Krisengebiet geschickt. Don Karlos bleibt in Madrid und wird zum Spielball zahlreicher Intrigen und Interessenkämpfe, in die auch Posa verstrickt zu sein scheint. Aufgerieben zwischen privaten Konflikten und realpolitischen Notwendigkeiten geraten Vater und Sohn, König und Prinz, in eine aussichtslose Lage, in der es um Leben und Tod und um den Fortbestand Spaniens als Weltmacht geht. Intendant und Regisseur Axel Vornam inszeniert »Don Karlos« in der Rigaer Fassung von 1787. In dieser verzichtet Schiller sowohl auf die Versform, als auch auf die klerikale Ebene. Das Changieren zwischen politischem Drama und Familientragödie, zwischen Utopie und Wirklichkeit, das Ringen um eine neue gesellschaftliche und politische Ordnung des Landes in Spanien um 1568 und im absolutistischen Deutschland nur wenige Jahre vor Ausbruch der Französischen Revolution, bringt Idealist Schiller in dieser Fassung auf den Punkt.

DON KARLOS SCHAUSPIEL VON FRIEDRICH SCHILLER PREMIERE AM 17. JANUAR 2015 19.30 UHR IM GROSSEN HAUS REGIE AXEL VORNAM AUSSTATTUNG TOM MUSCH DRAMATURGIE STEFANIE SYMMANK MIT ANASTASIJA BRÄUNIGER, NILS BRÜCK, BETTINA BURCHARD, STEFAN EICHBERG, JOACHIM FOERSTER, GABRIEL KEMMETHER, FRANK LIENERTMONDANELLI, RAIK SINGER, SABINE UNGER, SEBASTIAN WEISS

Weitere Vorstellungstermine: Do. 29.01.2015, 19.30 Uhr Fr. 30.01.2015, 19.30 Uhr Di. 10.02.2015, 19.30 Uhr Mi. 18.02.2015, 19.30 Uhr Do. 26.02.2015, 19.30 Uhr So. 01.03.2015, 19.30 Uhr Mi. 04.03.2015, 19.30 Uhr Fr. 20.03.2015, 19.30 Uhr Do. 26.03.2015, 19.30 Uhr Di. 07.04.2015, 19.30 Uhr So. 19.04.2015, 19.30 Uhr Sa. 02.05.2015, 19.30 Uhr So. 03.05.2015, 15.00 Uhr Fr. 29.05.2015, 19.30 Uhr Sa. 06.06.2015, 19.30 Uhr

Zwischen höfischem Zwang und unbedingtem Freiheitswillen − Don Karlos, Infant von Spanien Fotos: Thomas Braun

Theaterfrühstück 11. Januar 2015, 11.00 Uhr, Oberes Foyer Grosses Haus Einführungsveranstaltung (2,00 ¤) mit Frühstücksbuffett (12,00 ¤) von 10.00 − 10.45 Uhr


6 PREMIERE DON PASQUALE

Spät gefreit hat sehr gereut DONIZETTIS KOMISCHE OPER »DON PASQUALE« KOMMT ALS GASTSPIEL DES MÜNCHNER STAATSTHEATERS AM GÄRTNERPLATZ NACH HEILBRONN

DON PASQUALE KOMISCHE OPER VON GAETANO DONIZETTI GASTSPIEL DES STAATS THEATERS AM GÄRTNERPLATZ MÜNCHEN IN ITALIENISCHER SPRACHE MIT DEUTSCHEN ÜBERTITELN PREMIERE AM 23. JANUAR 2015 19.30 UHR IM GROSSEN HAUS

Don Pasquale Foto: Staatstheater am Gärtnerplatz München

Von Silke Zschäckel ERVORRAGEND INSZENIERT, NOCH BESSER GESUNGEN UND BIS IN DIE KLEINSTEN ROLLEN GROSSARTIG BESETZT − so kann man die einhellig positiven Kritikermeinungen zur Komischen Oper »Don Pasquale« am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz zusammenfassen. Jetzt kommt die erfolgreiche Inszenierung von SängerinnenLegende Brigitte Fassbaender nach Heilbronn. Einst startete sie ihre Weltkarriere in München und setzte diese später als erfolgreiche Regisseurin und bis 2012 als Intendantin in Innsbruck fort. Besonders der delikate, lebensweise Humor ihrer Interpretation stieß auf Begeisterung. Im Interview mit der Münchner Abendzeitung sagte die Regisseurin 2012 im Vorfeld

der Premiere: »Ich versuche, die Emotionen zu durchleuchten, mich mit den Personen glaubwürdig zu identifizieren. Man kann dieser Oper nicht mit Buffo-Polterei beikommen.« Schon zur Uraufführung 1843 in Paris hatte das Publikum seinen Spaß an dem Hagestolz Don Pasquale, der sich auf seine alten Tage eine junge, knackige Frau nehmen will. Seinen Neffen Ernesto hingegen, der die arme aber hübsche Norina liebt, will er mit einer vermögenden Dame verheiraten: Entweder Hochzeit mit der Reichen oder Enterbung. Das kann allerdings Don Pasquales Arzt Dr. Malatesta, der gleichzeitig der beste Freund von Ernesto ist, nicht mit ansehen. Er spinnt eine kleine Intrige zusammen, um Ernesto zum Glück zu verhelfen und dem alten Geizhals eine Lehre zu erteilen. Dr. Malatesta schlägt

Don Pasquale seine Schwester Sofronia als Braut vor, bescheiden, sittsam, in einem Kloster erzogen und auch noch jung und schön. Hinter der angeblichen Schwester verbirgt sich jedoch niemand anders als Norina, die sofort ganz nach dem Geschmack des Alten ist. Schnell wird geheiratet. Doch kaum ist der – fingierte – Kontrakt geschlossen, verwandelt sie sich in eine Furie, die den Alten durch maßlose Geldausgaben ebenso ärgert, wie durch ihren Eigensinn ... Wie Don Pasquale diese Heirat

bereut, kann man sich denken und in 11 Vorstellungen zwischen Januar und März im Heilbronner Theater erleben.

MUSIKALISCHE LEITUNG MICHAEL BRANDSTÄTTER REGIE BRIGITTE FASSBAENDER AUSSTATTUNG BETTINA MUNZER MIT SOLISTEN, ORCHESTER, CHOR UND EXTRACHOR DES STAATSTHEATERS AM GÄRTNERPLATZ MÜNCHEN

Weitere Vorstellungstermine: Sa. 24.01.2015, 19.30 - c.a. 22.15 Uhr So. 25.01.2015, 19.30 - c.a. 22.15 Uhr Di. 27.01.2015, 19.30 - c.a. 22.15 Uhr Mi. 28.01.2015, 19.30 - c.a. 22.15 Uhr Fr. 13.02.2015, 19.30 - c.a. 22.15 Uhr Sa. 14.02.2015, 19.30 - c.a. 22.15 Uhr Do. 12.03.2015, 19.30 - c.a. 22.15 Uhr Fr. 13.03.2015, 19.30 - c.a. 22.15 Uhr Sa. 14.03.2015, 19.30 - c.a. 22.15 Uhr So. 15.03.2015, 15.00 - c.a. 17.15 Uhr, zum letzten Mal

Brigitte Fassbaender Foto: fotolarl

Theaterfrühstück 18. Januar 2015, 11.00 Uhr, Oberes Foyer Grosses Haus Einführungsveranstaltung (2,00 ¤) mit Frühstücksbuffett (12,00 ¤) von 10.00 − 10.45 Uhr


7 PREMIERE NUR EIN TAG

Carpe Diem! MARTIN BALTSCHEITS »NUR EIN TAG« ALS FEINSINNIGE KOMÖDIE FÜR KINDER

Von Stefan Schletter

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DAS LEBEN IST ZU KURZ ZUM STREITEN!« So lautet die ebenso schlichte wie zeitlos wahre Weisheit, mit der eine gerade geschlüpfte Fliege zwei ewig zankende Kumpane kurzfristig zur Vernunft bringt. Gerade eben erst ist die junge Fliege geschlüpft, doch Wildschwein und Fuchs sind sich nicht so richtig einig darüber, ob sie sich freuen sollen oder nicht.

Denn die beiden Streithähne wissen: Das zauberhafte Wesen ist eine Eintagsfliege. Und eigentlich müsste man ja traurig sein, weil man ihr Ende schon kennt. Dumm nur, dass die Fliege ihr Schicksal eben noch nicht kennt. Sie hält sich nämlich für eine Maifliege, stimmt ja auch, nur leider sind Maifliegen auch Eintagsfliegen, klingt halt einfach nur viel schöner. Und wie soll man der

süßen Fliege das nur beibringen? Sollte man es ihr überhaupt sagen? Oder besser nicht? Und jetzt will sie auch noch wissen, wieso das Wildschwein denn so traurig ist? Klar, in der Not hilft nur eine Lüge. Notlüge: Das Schwein ist so traurig, weil der Fuchs nur einen Tag zu leben hat. Das sei hierzulande eben so, er ist quasi ein Eintags-Fuchs! Wie bitte? Der Fuchs ist überrumpelt und die Fliege schreitet

zur Tat. Denn eins ist sicher: »Wer nur einen Tag hat, braucht das ganze Glück in 24 Stunden. Also gehen wir das Glück suchen!« Gesagt – getan. Die tatkräftige Eintagsfliege widmet fortan ihre ganze Zeit dem »armen« Fuchs. Nicht weniger als ein ganzes Leben soll in diesen einen Tag passen. Schule, Liebe, Heirat, Kinder – was halt so dazugehört. Ein Ausflug in den Hühnerstall ist da für einen Fuchs selbstverständlich inklusive. Mit »Nur ein Tag« gelingt Autor Martin Baltscheit eine fabelhafte Komödie für Kinder ab sechs Jahren, die nichts weniger als das ganze Leben zum Inhalt hat. Zur großen Kunst des Autors gehört es, die ganz großen Themen von Geburt bis Tod mit so einer wunderbaren Leichtigkeit zu schildern und uns die drei Helden der Geschichte so ins Herz zu schreiben, dass man sie am liebsten gleich an den familiären Abendbrottisch einladen möchte, um mit ihnen über ALLES zu sprechen. Denn auch darum geht es in »Nur ein Tag«, um das Sprechen über die Dinge des Lebens, darum, das Ende nicht zu verschweigen, denn es gehört einfach dazu, auch wenn es sehr weh tut. Dabei kommt es nicht auf die Lebensdauer an – davon können Eintagsfliegen ein Lied singen – sondern darauf, wie man es füllt. Die zauberhafte Fliege zum Beispiel widmet ihre ganze Zeit einer Lüge. Aber was soll's – sie tut es aus der festen Überzeugung heraus, etwas Gutes für den vermeintlichen EintagsFuchs zu tun, und bereut am Ende nichts. Sie ist ihrem etwas trotteligen Freund nicht mal böse – im Gegenteil. Gerade hat sie nämlich die Eier mit ihren Nachfahren in den Fluss gelegt und hat nur eine Bitte: »Na, wie sieht´s aus Jungs, passt ihr darauf auf?«

NUR EIN TAG KINDERSTÜCK VON MARTIN BALTSCHEIT PREMIERE AM 26. FEBRUAR 2015 11.00 UHR IN DER BOXX REGIE DIRK SCHIRDEWAHN AUSSTATTUNG JAN HENDRIK NEIDERT LORENA DIAZ STEPHENS DRAMATURGIE STEFAN SCHLETTER MIT ANASTASIJA BRÄUNIGER MANUEL SIEG N.N.

Weitere Vorstellungstermine: So. 01.03.2015, 15.00 Uhr Di. 03.03.2015, 11.00 Uhr Mi. 25.03.2015, 11.00 Uhr Mo. 30.03.2015, 11.00 Uhr Weitere Vorstellungen entnehmen Sie bitte den Monatsspielplänen


SPIELPLAN JANUAR

8

03 SA

20:00 UHR

KOMÖDIENHAUS

MISERY

Thriller von Simon Moore Nach dem Roman von Stephen King

13 MO

18:30 UHR

OBERES FOYER GROSSES HAUS

LEHRERSICHTVERANSTALTUNG ZU »DON KARLOS«

21 MI

ANMELDUNG: 07131 / 56 40 68 E-MAIL: FEMFERT@THEATER-HN.DE

11:00 UHR

BOXX

DAS HERZ EINES BOXERS

Schauspiel von Lutz Hübner

27 DI

19:00 UHR

BOXX GESCHLOSSENE VERANSTALTUNG

06 DI

GROSSES HAUS

PETERCHENS MONDFAHRT

Märchen nach Gerdt von Bassewitz Für die Bühne bearbeitet von Holger Teschke 11:00 UHR

GROSSES HAUS

ERSTER HEILBRONNER BÜRGEREMPFANG

Platzreservierung über Stadtzeitung Dezember 19:30 UHR

GROSSES HAUS ZUM LETZTEN MAL

DER GEIZIGE

14

10:00 UHR

FR

15

20:00 UHR

MIETE GELB 1

07 MI

FR

Tragödie nach Sophokles, Euripides und Aischylos In einer Fassung von John von Düffel

22 DO

GROSSES HAUS

HÄNSEL & GRETEL

OSCAR UND FELIX

BOXX

16 FR

11:00 UHR

23 FR

KOMÖDIENHAUS

20:00 UHR

TSCHICK

Nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf Bühnenfassung von Robert Koall

OSCAR UND FELIX

20:00 UHR

LEHRERFORTBILDUNG »KÖRPER, STIMME, WIRKUNG«

20:00 UHR

Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf MIETE BLAU 20:00 UHR

Schauspiel nach Johann Wolfgang von Goethe

KOMÖDIENHAUS

Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf

29 DO

17 SA

19:30 UHR

Schauspiel von Friedrich Schiller KOMÖDIENHAUS

10:00 − 13:00 UHR

24 SA

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

18 SO

11:00 UHR

Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf

THEATERWERK-

MIETE GELB 2

LEHRERFORTBILDUNG »KÖRPER, STIMME, WIRKUNG«

20:00 UHR

Nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf Bühnenfassung von Robert Koall

GROSSES HAUS

DON PASQUALE

LANDFRAUEN 1

GROSSES HAUS OBERES FOYER

THEATERFRÜHSTÜCK ZU »DON PASQUALE«

20:00 UHR

KOMÖDIENHAUS

OSCAR UND FELIX

Einführungsveranstaltung (Eintritt 2,00 ¤) mit Frühstücksbuffet (12,00 ¤) von 10:00 bis 10:45 Uhr.

Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf

30 FR

MIETE GRAU 2, VOLKSBÜHNE 3

Oper von Engelbert Humperdinck Gastspiel des Badischen Staatstheaters Karlsruhe MIETE M/GMA/KMA

Einführungsveranstaltung (Eintritt 2,00 ¤) mit Frühstücksbuffet (12,00 ¤) von 10:00 bis 10:45 Uhr. 15:00 UHR

19 MO

25 SO

15:00 UHR

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf

20:00 UHR

Oper von Gaetano Donizetti Gastspiel des Staatstheaters am Gärtnerplatz München

Märchen nach Gerdt von Bassewitz Für die Bühne bearbeitet von Holger Teschke

MIETE A/G, VOLKSBÜHNE -5, -9, -T

BOXX

BOXX

DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER

Schauspiel nach Johann Wolfgang von Goethe

MIETE GRÜN 3

31

Schauspiel von Lutz Hübner

20 DI

10:00 UHR

GROSSES HAUS

PETERCHENS MONDFAHRT

Märchen nach Gerdt von Bassewitz Für die Bühne bearbeitet von Holger Teschke 11:00 UHR

19:30 UHR

GROSSES HAUS

INFERNO

Ballett von Jörg Mannes Gastspiel der Staatsoper Hannover MIETE F, VOLKSBÜHNE -7, -8

DAS HERZ EINES BOXERS

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

MIETE S

20:00 UHR

Komödie von Neil Simon

GROSSES HAUS

DON PASQUALE

PETERCHENS MONDFAHRT

14:40 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

KOMÖDIENHAUS

OSCAR UND FELIX

SA

Tragödie nach Sophokles, Euripides und Aischylos In einer Fassung von John von Düffel

GROSSES HAUS

MIETE E

OSCAR UND FELIX

19:30 UHR

GROSSES HAUS

11:00 UHR

Nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf Bühnenfassung von Robert Koall

Schauspiel von Friedrich Schiller

KOMÖDIENHAUS

GROSSES HAUS

ANTIGONE

BOXX

DON KARLOS

MIETE PINK 10:00 UHR

11:00 UHR

TSCHICK

19:30 UHR

GROSSES HAUS

HÄNSEL & GRETEL

Live-Hörspiel von Eike Hannemann nach Robert Louis Stevenson

BOXX

TSCHICK

Oper von Gaetano Donizetti Gastspiel des Staatstheaters am Gärtnerplatz München

19:30 UHR

KOMÖDIENHAUS

STATT WOLLHAUS

19:30 UHR

MIETE GRAU 1

BOXX

THEATERFRÜHSTÜCK ZU »DON KARLOS«

Schauspiel von Friedrich Schiller

OSCAR UND FELIX

DON KARLOS 20:00 UHR

JEKYLL & HYDE

SO

GROSSES HAUS

DON KARLOS

MIETE D/DL, K/KL

GROSSES HAUS PREMIERE

MIETE P

GROSSES HAUS

GROSSES HAUS OBERES FOYER

19:30 UHR

20:00 UHR

Jubiläums – Konzertprogramm »Kleines Fräulein, einen Augenblick ...«

11:00 UHR

BOXX

DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER

MIETE GRÜN 2

DENIS WITTBERG UND SEINE SCHELLACK-SOLISTEN

11

KOMÖDIENHAUS

OSCAR UND FELIX

GROSSES HAUS PREMIERE

OSCAR UND FELIX

MIETE GRÜN 1

DER KLEINE HORRORLADEN

KOMÖDIENHAUS 20:00 UHR THEATER SPEZIAL

THEATERWERKSTATT

WOLLHAUS

MIETE L/LL, R, VOLKSBÜHNE -2, -4

Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf

LANDFRAUEN 3

GROSSES HAUS

KOMÖDIENHAUS

OSCAR UND FELIX

Musical von Alan Menken und Howard Ashman

»Ich lebe so glückliche Tage .. − Liebes leid und Liebesglück in Goethes Werk« zu »Die Leiden des jungen Werther« DON PASQUALE

Oper von Gaetano Donizetti Gastspiel des Staatstheaters am Gärtnerplatz München

Thriller von Simon Moore Nach dem Roman von Stephen King BOXX PREMIERE

BOXX FOYER

LITERARISCHE MITTAGSPAUSE

19:30 UHR

DON PASQUALE

Nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf Bühnenfassung von Robert Koall Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf

13:00 UHR

Oper von Gaetano Donizetti Gastspiel des Staatstheaters am Gärtnerplatz München

16:00 − 19:00 UHR

19:30 UHR

TSCHICK

20:00 UHR

20:00 UHR

MI

ANMELDUNG: 07131 / 56 40 68 E-MAIL: FEMFERT@THEATER-HN.DE

BOXX

MIETE E/EL, VOLKSBÜHNE -1

19:30 UHR

28

MIETE C/CL

MISERY

SA

Kinderstück von Andri Beyeler

Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf

Nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf Bühnenfassung von Robert Koall

KOMÖDIENHAUS ZUM LETZTEN MAL

10

BOXX

Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf

KOMÖDIENHAUS PREMIERE

TSCHICK

Oper von Engelbert Humperdinck Gastspiel des Badischen Staatstheaters Karlsruhe

20:00 UHR

11:00 UHR

DIE KUH ROSMARIE 20:00 UHR

MIETE C/CL

20:00 UHR

ANMELDUNG: 07131 / 56 37 94 E-MAIL: KLUMBACH@ THEATER-HN.DE

09

Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf

MIETE GOLD FOYER BOXX

LEHRERSICHTVERANSTALTUNG ZU »TSCHICK«

19:30 UHR

ANTIGONE

KOMÖDIENHAUS

OSCAR UND FELIX MIETE ROT

OSCAR UND FELIX

GROSSES HAUS

Oper von Gaetano Donizetti Gastspiel des Staatstheaters am Gärtnerplatz München 20:00 UHR

Kinderstück von Andri Beyeler

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

MIETE V

18:30 UHR

DIE KUH ROSMARIE

19:30 UHR

DO

Komödie von Molière

Live-Hörspiel von Eike Hannemann nach Robert Louis Stevenson

BOXX

T H E AT E R TA G

SO

15:00 UHR

GROSSES HAUS

DON PASQUALE

MIETE BL/HL, LANDFRAUEN 2

JEKYLL & HYDE

04

19:30 UHR

26 MO

11:00 UHR

TORTUGA

BOXX

Piratengeschichten und Seemannsgarn von Paul Steinmann

20:00 UHR

KOMÖDIENHAUS ZUM LETZTEN MAL

OSCAR UND FELIX

Komödie von Neil Simon Gastspiel des Euro-Studio Landgraf MIETE GRAU 3

BOXX

DIE WANZE

Insektenkrimi von Paul Shipton

K A R T E N T E L E F O N : 0 7 1 3 1 / 5 6 3 0 0 1 · W W W. T H E A T E R - H E I L B R O N N . D E


SPIELPLAN FEBRUAR

9

ÄNDERUNGEN VORBEHALTEN

01 SO

15:00 UHR

08

BOXX

DIE KUH ROSMARIE

SO

Kinderstück von Andri Beyeler

15:00 UHR

GROSSES HAUS VERMIETUNG

ALADINS KINDER AUF WELTREISE

14 SA

Tanz und Yogaloft Szopa

19:30 UHR

GROSSES HAUS ZUM LETZTEN MAL

15:00 UHR

INFERNO

SO

Oper von Gaetano Donizetti Gastspiel des Staatstheaters am Gärtnerplatz München 20:00 UHR

20:00 UHR

BOXX

09

Kinderstück von Andri Beyeler

17:00 & 17:25 UHR

MO

MO

GROSSES HAUS

Schauspiel nach Max Frisch Bühnenfassung von Peggy Mädler ANSCHLIESSEND PUBLIKUMSGESPRÄCH IM OBEREN FOYER KOMÖDIENHAUS

AGNES

MI

17:00 & 17:25 UHR

BOXX

EINFÜHRUNG ZU »HOMO FABER« 18:00 UHR

GROSSES HAUS

HOMO FABER

Schauspiel nach Max Frisch Bühnenfassung von Peggy Mädler ANSCHLIESSEND PUBLIKUMSGESPRÄCH IM OBEREN FOYER

DO

GROSSES HAUS AUSVERKAUFT

PETERCHENS MONDFAHRT

Märchen nach Gerdt von Bassewitz Für die Bühne bearbeitet von Holger Teschke 11:00 & 18:00 UHR

10:00 UHR

10 DI

DANTONS TOD − POCKETVERSION

Drama nach Georg Büchner PUBLIKUMSGESPRÄCH NACH DER 18.00 UHR VORSTELLUNG BOXX

EINFÜHRUNG ZU »DANTONS TOD«

06 FR

11:00 & 18:00 UHR

Märchen nach Gerdt von Bassewitz Für die Bühne bearbeitet von Holger Teschke

19:30 UHR

DI

BOXX

Musical von Alan Menken und Howard Ashman

24 DI

19:30 UHR

16:00 UHR

MIETE B/H

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

BOXX FOYER

PÄDAGOGENWORKSHOP ZU »NUR EIN TAG«

ANMELDUNG: 07131 / 56 40 48 FEMFERT@THEATER-HN.DE BOXX FOYER

ANMELDUNG: 07131 / 56 40 48 FEMFERT@THEATER-HN.DE

GROSSES HAUS

ANTIGONE

Tragödie nach Sophokles, Euripides und Aischylos In einer Fassung von John von Düffel MIETE V 19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

25 MI

13:00 UHR

BOXX

LITERARISCHE MITTAGSPAUSE

»Geben Sie Gedankenfreiheit!« zum Schauspiel »Don Karlos« von Friedrich Schiller 19:30 UHR

GROSSES HAUS

Schauspiel von Friedrich Schiller

GROSSES HAUS

DER KLEINE HORRORLADEN

18 MI

19:30 UHR

Musical von Alan Menken und Howard Ashman

GROSSES HAUS

DON KARLOS

MIETE J

Schauspiel von Friedrich Schiller MIETE C

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

10:00 UHR

GROSSES HAUS ZUM LETZTEN MAL

26

PETERCHENS MONDFAHRT

Märchen nach Gerdt von Bassewitz Für die Bühne bearbeitet von Holger Teschke 10:00 UHR

BOXX

DO

19 DO

HANNES STROHKOPP UND DER UNSICHTBARE INDIANER 19:30 UHR

GROSSES HAUS

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

27 FR

17:00 UHR

BOXX

CLUBSZENE

Die Theaterclubs treffen sich 19:30 UHR

GROSSES HAUS

ANTIGONE

20 FR

DO

MIETE T

BOXX

DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER

18:00 UHR

Schauspiel von Friedrich Schiller

von Francis Durbridge Der Krimi-Mythos als Live-Hörspiel

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

12

GROSSES HAUS

DON KARLOS

Musical von Alan Menken und Howard Ashman

BASTIAN PASTEWKA UND KOMPLIZEN: PAUL TEMPLE UND DER FALL GREGORY

MIETE O

Schauspiel nach Johann Wolfgang von Goethe

Kinderstück von Martin Baltscheit 19:30 UHR

DER KLEINE HORRORLADEN

BOXX PREMIERE

NUR EIN TAG

KOMÖDIENHAUS THEATER SPEZIAL AUSVERKAUFT

Tragödie nach Sophokles, Euripides und Aischylos In einer Fassung von John von Düffel

BOXX

GROSSES HAUS

11:00 UHR

20:00 UHR

ANTIGONE

20:00 UHR

19:30 UHR

MIETE D/DL, K/KL

Gastspiel des Theaters Radelrutsch

BOXX

19:30 UHR

GROSSES HAUS

DER KLEINE HORRORLADEN

Musical von Alan Menken und Howard Ashman MIETE D/DL, K/KL

DANTONS TOD − POCKETVERSION

Tragödie nach Sophokles, Euripides und Aischylos In einer Fassung von John von Düffel MIETE R, VOLKSBÜHNE -4

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

21:00 − 24:00 UHR

BOXX

JUKE/BOXX

Party mit DJ Dubsquare

Drama nach Georg Büchner

BOXX

19:30 UHR

GROSSES HAUS

LE PETIT PRINCE

Gastspiel TNT Theatre Britain In französischer Sprache

GROSSES HAUS 19:30 UHR ZUM LETZTEN MAL

HÄNSEL & GRETEL

Oper von Engelbert Humperdinck Gastspiel des Badischen Staatstheaters Karlsruhe

MIETE R, L/LL, VOLKSBÜHNE -4, -6, -X

GROSSES HAUS

VERMIETUNG

ALADINS KINDER AUF WELTREISE

Tanz und Yogaloft Szopa

21 SA

19:30 UHR

GROSSES HAUS

ANTIGONE

Tragödie nach Sophokles, Euripides und Aischylos In einer Fassung von John von Düffel MIETE F, VOLKSBÜHNE -3, -7, -8

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

13 FR

14:00 & 18:30 UHR

17

DON KARLOS

EINFÜHRUNG ZU »DANTONS TOD«

SA

Koproduktion mit der Stadtbibliothek Heilbronn und dem SWR-Studio Heilbronn

LEHRERSICHTVERANSTALTUNG ZU »NUR EIN TAG«

Gastspiel des Theaters Radelrutsch

MI

PUBLIKUMSGESPRÄCH NACH DER 18.00 UHR VORSTELLUNG

GROSSES HAUS

DER KLEINE HORRORLADEN MIETE A/G

HANNES STROHKOPP UND DER UNSICHTBARE INDIANER

11

Drama nach Georg Büchner

07

SO

19:30 UHR

BOXX

AUTOR IM GESPRÄCH WOLFGANG NIESS IM GESPRÄCH MIT LUTZ SEILER

GROSSES HAUS AUSVERKAUFT

DANTONS TOD − POCKETVERSION

17:00 UHR

15

PETERCHENS MONDFAHRT

10:00 & 11:15 UHR

BOXX PREMIERE

AUSVERKAUFT

17:00 UHR

BOXX

20:00 UHR

18:30 UHR

***THEMEN-ABI-TOUR

05

10:00

Märchen nach Gerdt von Bassewitz Für die Bühne bearbeitet von Holger Teschke HANNES STROHKOPP UND DER UNSICHTBARE INDIANER

Lesung mit dem Autor Peter Stamm

04

GROSSES HAUS AUSVERKAUFT

Gastspiel des Theaters Radelrutsch

HOMO FABER

18:00 UHR

Nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf Bühnenfassung von Robert Koall

PETERCHENS MONDFAHRT

10:00 & 11:15 UHR

BOXX

EINFÜHRUNG ZU »HOMO FABER« 18:00 UHR

10:00 UHR

23

T H E AT E R T A G

DI

BOXX

DIE KUH ROSMARIE

***THEMEN-ABI-TOUR

03

11:00 UHR

Tragödie nach Sophokles, Euripides und Aischylos In einer Fassung von John von Düffel 19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

TSCHICK MO

GROSSES HAUS

ANTIGONE

LANDFRAUEN 1

KOMÖDIENHAUS

Monika Hirschle erzählt Gastspiel in schwäbischer Mundart

19:10 UHR EINFÜHRUNG IM OBEREN FOYER

02

19:30 UHR

ÄLLES SO ERLEBT

Gastspiel des Theaters Radelrutsch

MIETE T

22

GROSSES HAUS

DON PASQUALE

MIETE M/GMA, KMA, VB-L

BOXX

HANNES STROHKOPP UND DER UNSICHTBARE INDIANER

Ballett von Jörg Mannes Gastspiel der Staatsoper Hannover

19:30 UHR

11:00 UHR

BOXX

DANTONS TOD − POCKETVERSION

20:00 UHR

KOMÖDIENHAUS

ÄLLES SO ERLEBT

Drama nach Georg Büchner

Monika Hirschle erzählt Gastspiel in schwäbischer Mundart

19:30 UHR

20:00 UHR

GROSSES HAUS

DON PASQUALE

Oper von Gaetano Donizetti Gastspiel des Staatstheaters am Gärtnerplatz München

LANDFRAUEN 3

28 SO

20:00 UHR

GROSSES HAUS

THEATER SPEZIAL

MARTINA SCHWARZMANN

Gscheid Gfreid 20:00 UHR

BOXX

JEKYLL UND HYDE

Live-Hörspiel von Eike Hannemann nach Robert Louis Stevenson

BOXX

DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER

Schauspiel nach Johann Wolfgang von Goethe

K A R T E N T E L E F O N : 0 7 1 3 1 / 5 6 3 0 0 1 · W W W. T H E A T E R - H E I L B R O N N . D E


10 10 THEATER SPEZIAL

THEATER SPEZIAL

Groß. Klein. Kunst.

Sa. 10. Januar 2015, 20:00 Uhr Komödienhaus

Denis Wittberg und seine Schellacksolisten JUBILÄUMS–KONZERTPROGRAMM »KLEINES FRÄULEIN, EINEN AUGENBLICK ...«

Seit 2003 sorgen »Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten« dafür, dass die Tanz- und Filmmusik der 20er, 30er und 40er Jahre mit ihrem Wortwitz, ihrer schrägen Leichtigkeit und ihren gefühlvollen Melodien wieder gehört wird. Die einfühlsamen Melodien, die sentimentalen und nicht selten dreisten Texte mit ihrer süffisanten Doppeldeutigkeit haben auch bis heute ihren Reiz nicht verloren und sind durch die Schellack-Solisten zu neuen Ehren gekommen. Ein Verdienst der beiden Arrangeure Jens Hunstein und Martin S. Schmitt, die sich mit den Ohren eines Luchses durch das

Rauschen und Knistern alter Schellack-Platten gehört und das zu Notenpapier gebracht haben, was unsere Ur-Ahnen vor mehr als 80 Jahren eingespielt haben. Reizvoll sind aber auch die Schlager der »Neuen Deutschen Welle« aus den frühen Achtzigern, die in der Interpretation von Denis Wittberg und seiner Schellack-Solisten klingen, als wären sie in den 20er Jahren entstanden. Von besonderem Charme sind bei ihren Auftritten die zurückhaltende Strenge, die grotesk anmutende Ernsthaftigkeit und die daraus resultierende feine Ironie.

Foto: DiHu_fotokunstfoto

Sa. 28.02.2015, 20:00 Uhr Großes Haus

Martina Schwarzmann GSCHEID GFREID

Schon verrückt, was einem so alles einfällt, wenn man ein Salzkorn dabei beobachtet, wie es im Sonnenuntergang einen immer länger werdenden Schatten wirft. Auch mit »Gscheid gfreid«, ihrem mittlerweile fünften Programm, verlässt Martina Schwarzmann die ausgetrampelten Pfade des Humors und geht sicheren Schrittes querfeldein. Die mit zahlreichen Kabarettpreisen ausgezeichnete Oberbayerin nimmt einen mit an Orte, an denen die Gedanken noch nie vorher gewesen sind, und wenn einem doch etwas bekannt vorkommt, kann es gut sein, dass man vielleicht gerade in sich geht und sich selbst wiedererkennt. Die Ausnahme-

kabarettistin mit der Gitarre malt durch ihre Geschichten und Lieder Bilder in die Köpfe, mit denen man die Wände tapezieren möchte, selbst wenn man in einem Haus aus Zirbenholz wohnt. Martina Schwarzmann liebt das Normale, die Poesie des Alltags. Findet man Chamäleonwurst im Kühlschrank wieder? Oder leben dünne Menschen länger, weil sie bei einer Schießerei nicht so leicht getroffen werden? Ein Abend voller kluger Gedanken, schräger Geschichten und bisher ungesungener Lieder erwartet die Besucher und beim Heimgehen wird man sagen: »Heid hama uns gscheid gfreid!« Foto: Gregor Wiebe/Carsten Bunnemann

Mit freundlicher Unterstützung:

in Kooperation mit:


11 HÄNSEL UND GRETEL

»Applaus ist doof!« WIE EIN DRAMATURG IN ACHT WOCHEN ZU 45 KINDERN KAM

Kinder aus Heilbronner und Weinsberger Chören Fotos: Thomas Braun

»

Von Andreas Frane 45!« rufe ich durch die offene Tür, »ich habe 45 Kinder bekommen.« Angelika Illenseer, eine der Damen in unserer Verwaltung, kann sich ein breites Grinsen nicht verkneifen: »Respekt! Wie haben Sie denn das geschafft?« Seit Wochen werden die Zahlen der Kinder durch die Büros der Leitungsetage angesagt wie Börsenkurse. Von Null auf Zwanzig, zurück auf Zwölf, dann hoch auf Dreißig. Der Höchststand mit Sechzig war – glücklicherweise – nur kurz zu halten. Was ist da los? Das Badische Staatstheater Karlsruhe »borgt« dem Theater Heilbronn in diesem Winter seine Inszenierung von Humperdincks Operndauerbrenner »Hänsel und Gretel«, die dort seit mehr als zehn Jahren alle Jahre wieder vor vollem Haus läuft. Doch für das dort tanzende Kinderballett (14 Engel!) und den

singenden Kinderchor waren die acht Fahrten vom Rhein an den Neckar nicht machbar. Zu spät wären sie zurück nach Hause gekommen – und das während der Schulzeit und meist unter der Woche. Schnell einigten sich beide Häuser schon im letzten Winter auf eine Lösung: Heilbronner Ballettelevinnen und Chöre sollen übernehmen und mit Hilfe des Originalchoreografen, Andrej Golescu, und des Originalregisseurs, Achim Thorwald, in den Opernabend »eingearbeitet« werden. Auf dem Papier alles gut und schön. Mit Edith Tilman und der Ballett- und Stepschule Münch war für die Tanzeinlage ein enthusiastischer, wunderbarer Partner gefunden. Dann kam das Chor-Problem: Ich machte mich im Frühjahr auf die Suche. Zuerst mit sehr positiven Reaktionen der angefragten Chorleiter. Aber sehr schnell bekam ich zu hören: »Tut mir leid, das schaffen wir nicht«, oder

»So viele Auftritte können wir nicht gewährleisten«. Schließlich zunehmend »Das ist jetzt leider zu knapp«. Und die Zeit lief weiter – und davon. Da gab’s am Ende nur eins: Einen eigenen Chor gründen. Geboren war der 45köpfige »Hänsel-und-GretelProjektchor«, zusammengestellt mit Rat und Hilfe einiger Musiklehrer aus Heilbronn und der Region. Für die Einstudierung ließ sich Andrea Voit-Erlewein gewinnen, die das Ensemble des Theaters Heilbronn seit Jahren stimmlich und gesanglich betreut und schult. Von da an war auf der Probebühne im zweiten Untergeschoss des Theaters nichts mehr so wie zuvor: 45 angehende Hänsels und Gretels zwischen 9 und 17 Jahren sangen voller Inbrunst: »Die Hexerei ist nun vorbei, nun singen und springen wir froh und frei!« Und neben dem Singen kam auch das Springen nicht zu kurz. Nicht nur bei

den drei szenischen Proben mit Regieassistentin Anja Kühnhold in der Woche vor der Premiere. Wo 45 Kinder auf engem Raum zusammen sind – da muss ich Eltern und Lehrern nichts erzählen – geht die Post ab. Zum Beispiel bei der ersten Probe mit Kostüm und Maske: Spitze Entsetzensschreie, als beschlossen wurde, dass einige der überzähligen Mädchen »Hänsels« spielen müssen – mit »kratzigen« Jungsperücken. Und dass drei ganz neugierige Schlingel die Umziehkabine der Mädchen ausspionieren wollten, führte zu einer tiefgreifenden Erkenntnis: »Jungs sind ganz schön blöd«, seufzte ein potentielles Spionage-»Opfer« (10), »was die da sehen wollen, ist bei uns doch gar noch nicht gewachsen!« Spätestens das beginnende Lampenfieber am Premierenabend sorgte aber auch bei den wildesten Rabauken für die notwendige Disziplin. Denn auf der Bühne,

das hatten bis dahin alle gelernt, ist jeder Fehler sichtbar, alles öffentlich. Als um 21.45 Uhr der Applaus aufbrandet, sieht man die Freude, Begeisterung, aber auch die Erleichterung auf den Gesichtern. Alle 45 haben sich bewährt und in wenigen Proben Tolles geleistet. Eine Zeitungskritik wird ihnen sogar einen »fulminanten Schlusschor« bescheinigen. Nur eine kleine Sängerin (11) wirkt verärgert. »Was war denn los?« frage ich auf der Seitenbühne. »Applaus ist doof«, kommt pistolenschnell die Antwort, »da steht man auf der Bühne rum und muss sich dauernd verbeugen. Und das dauert dann auch noch ewig.« Wenn’s weiter nichts ist … Die letzten Vorstellungen von »Hänsel und Gretel« mit den Elevinnen der Ballett- und Stepschule Münch und den Kindern aus Heilbronner und Weinsberger Chören sind am 9. und 18. Januar und am 6. Februar zu sehen.

Ballettelevinnen der Ballett- und Stepschule Münch


12 JUNGE SEITE

Fach Theater startet in die nächste Runde Von Ruth Hengel Schon im vergangenen Schuljahr erarbeiteten zwei Klassen der WilhelmMaier-Schule in Obereisesheim, zusammen mit den Theaterpädagoginnen des Theaters Heilbronn, Ramona Schüler der Klasse 5b zeigen im Standbild Klumbach und wie es ist verliebt zu sein. Antjé Femfert, im Theaterunterricht zwei Theaterstücke »Pssst Lesenacht« und »Atomfurz vs. Beats«. Im Schuljahr 2014/2015 gehen gleich fünf Klassen, zwei fünfte, zwei sechste und eine siebte Klasse, zusammen mit der Theaterpädagogin Ruth Hengel und fünf Lehrerinnen, in die nächste Runde. Sie erarbeiten gemeinsam fünf Theaterstücke, jede Klasse eines, etwa 15-20 Minuten lang, die an einem Abend Ende Juni 2015 auf die Bühne der Schulaula gebracht werden. Durch den Abend, so war es der Vorschlag der siebten Klasse, füh-

ren zwei oder vier Figuren, die immer wieder auftauchen und die thematisch sehr unterschiedlichen Teile des Abends geschickt miteinander verbinden. Theaterunterricht steht an der Wilhelm-Maier-Schule in Obereisesheim fest auf der Tagesordnung. Er ist seit dem Schuljahr 2012/2013 fester Bestandteil im Lehrplan, denn die Wilhelm-Maier-Schule ist »Schule mit Theaterprofil«. Dabei kooperiert und arbeitet sie eng mit dem Theater Heilbronn zusammen. Ziel des Theaterunterrichts, den die Schüler einmal wöchentlich für zwei Schulstunden besuchen, ist es aber nicht, in erster Linie ein glamouröses Stück auf die Bühne zu bringen. Hier geht es um viel mehr, nämlich um die Schüler selbst und deren persönliche Entwicklung. »Was muss man als Schauspieler auf der Bühne alles beherrschen?«, lautet die erste Frage. »Verschiedene Emotionen ausdrücken!«, »Gegen die Aufregung ankommen!«, »Laut und frei sprechen!«, »Sich fokussieren!«, »Im Team zusammen arbeiten!«, sprudelt es aus den Schülern hervor. »Und was von alledem könnt ihr auch für euren Alltag oder euer Arbeitsleben brauchen?« Schnell wird klar, dass im Theaterunterricht nicht für einen bevorstehenden Test oder eine Klausur gebüffelt wird. Hier werden Dinge gelernt, die für alle eine wichtige Rolle spielen. Jeder darf sich zwei Punkte aussuchen, die er gerne im Theaterunterricht lernen würde. Auch die Themen der Stücke suchen die Schüler selbst aus. Die Theaterpädagogin leitet lediglich den Arbeitsprozess an und steht als Theaterspezialistin sowie Mentorin beratend zur Seite.

Erster bundesweiter Tag der Theaterpädagogik am 27. Februar 2015 – Wir sind dabei! Darf es ein bisschen mehr sein? Ein bisschen »Mehr Drama, Baby!«? Aber natürlich! So lautet die Antwort der Theaterpädagoginnen des Theaters Heilbronn auf den Aufruf des Bundesverband Theaterpädagogik e.V. (BuT) zum ersten deutschlandweiten Tag der Theaterpädagogik. An diesem Tag soll gezeigt werden, wie vielfältig und unterschiedlich die Praxis der theaterpädagogischen Arbeit in Deutschland sein kann. Eigens dafür wurde eine Homepage ins Leben gerufen, auf welcher alle theaterpädagogischen Programme, die an diesem Tag bundesweit stattfinden, publik gemacht werden. Ziel dieser Initiative ist es, theaterpädagogische Arbeit sowohl vor Ort, aber auch überregional bekannter zu machen. Mit folgenden Programmpunkten beteiligt sich die Abteilung Theaterpädagogik des Theaters Heilbronn:

Clubszene

Juke/BOXX

Zum dritten Mal in dieser Spielzeit treffen sich alle Spieler der Theaterclubs und Theaterinteressierte zum gemeinsamen Theaterspiel. Außerdem wird die Clubszene an diesem besonderen Tag auch zu einem Begegnungsraum: Die Clubber des Theaters Heilbronn laden die Theatergruppe des Jugendhauses Neckarsulm und den Theaterclub des Figurentheaters Eppingen ein.

Die Juke/BOXX ist unsere Party für Jugendliche ab 16 Jahren, die auf der Bühne der BOXX mal so richtig abtanzen wollen. Drei Stunden lang sind die Beats von DJ Dubsquare zu hören. Kommt vorbei! Der Eintritt ist kostenfrei. TERMIN: 2 7. 0 2 . 1 5 . 2 1 – 2 4 Uhr, BOX X

TERMIN: 2 7. 0 2 . 1 5 , 1 7 – 2 0 Uhr, BOX X

Weitere Informationen unter: www.butinfo.de/mehrdramababy


13 JUNGE SEITE

Mit dem Körper ganze Geschichten erzählen

RUTH HENGEL IST DIE VIERTE IM BUNDE IN DER THEATERPÄDAGOGIK Von Silke Zschäckel

Foto: Kathleen Kunath

Seit wenigen Wochen ist das »Junge Theater Heilbronn« um eine weitere Mitarbeiterin verstärkt: Ruth Hengel, geboren 1981 in Frankfurt am Main, ist die mittlerweile vierte Theaterpädagogin im Haus. Die Gründung der neuen Sparte und die damit einhergehende Erweiterung des Angebots für junge Zuschauer verlangt einfach nach noch mehr Mitstreitern. Ruth Hengel betreut die neuen Kooperationsschulen und kümmert sich auch um den Theaterunterricht an der Wilhelm-

Maier-Schule in Obereisesheim, wo mittlerweile fünf Klassen pro Woche zwei Stunden das Fach Theater haben. Durch ihre zwei Studienabschlüsse ist sie geradezu prädestiniert für die theaterpädagogische Arbeit. Nach dem Abitur studierte sie von 2002-2005 im Doppelstudiengang Lehramt an Sonderschulen und Diplompädagogik an der Johann-WolfgangGoethe-Universität in Frankfurt am Main. Bereits während dieser Zeit arbeitete sie als Schau-

spielerin, Tänzerin und Regisseurin in verschiedenen Theaterprojekten. 2006 unterbrach sie ihr Studium, um sich noch intensiver dem Theater zu widmen und studierte von 2006-2010 Physical Theatre an der Folkwang-Universität der Künste in Essen. Im Unterschied zur klassischen Schauspielausbildung wird hier neben der Sprache ein besonderes Gewicht auf das Training des Körpers, der Bewegung, der Geste gelegt: »Der Körper spricht zuerst, dann kommt der Mund«, lautet eine Grundregel des Physical Theatres, das seine Ursprünge in der Pantomine und dem komödiantischen Bewegungstheater hat. Außerdem erlernte Ruth Hengel im Studium Grundlagen der Regie. Neben dem Handwerk entwickeln die Absolventen dieses Studienganges die Fähigkeit, gesellschaftlich relevante Themen aufzuspüren und diese mit den Mitteln des Theaters zu analysieren und eigene Stücke daraus zu entwickeln. Für

ihr eigenes Stück »Noch Meer« erhielt sie den Folkwangpreis 2010. Als Schauspielerin ans Theater wollte sie nach dem Studienabschluss nicht: »Es fällt mir sehr schwer, mich als Material für die Konzepte eines Regisseurs zur Verfügung zu stellen. Dazu habe ich zu viele eigene Ideen«, schätzt sie ein. Deshalb arbeitete sie erst einmal frei als Schauspielerin, Regisseurin und Theaterpädagogin unter anderem am Ringlokschuppen in Mühlheim an der Ruhr und in Projekten in Kooperation mit der Folkwang Universität der Künste. Zeitgleich setzte sie ihr Studium der Sonderschulpädagogik fort und schloss es 2013 ab. All ihr künstlerisches und pädagogisches Wissen floss zum Beispiel in der sprachförderlichen Hörspielserie »Die Wetterschacht-Detektive« zusammen, für die sie das Konzept erarbeitete und Regie führte. Ein weiteres Hörspiel, »Trial – Eine erfundene Dokumentation über das Scheitern«, hat einen Wettbewerb des ORF gewonnen und wird dort ausgestrahlt. Außerdem hat sie zusammen mit der Tänzerin Judith Abegg, die sie an der Folkwang-Universiät

kennengelernt hat, ein eigenes Label gegründet, das zusammen mit Schauspielern, Tänzern und Musikern eigene Stücke entwickelt: »Mit klassischem Sprechtheater samt runterexerzierten Bandwurmdialogen, bei denen sich keiner bewegt, und betont munterem Kindertheater, das verniedlicht und banalisiert, haben wir nichts zu tun«, formuliert sie. »Wir wollen uns mit forschendem Rundumblick gesellschaftlichen Themen widmen, verspielt wie theoretisch, philosophisch wie stereotyp, schockierend wie amüsant, dramatisch wie clownesk und oft vieles davon gleichzeitig.« Gerade tourt ihr Label mit der Inszenierung: »Kein Märchen – ein Stück über die Zeit, das Geld und das Glück« – durch Deutschland. Die Ausschreibung des Theaters Heilbronn, das für die Theaterpädagogik eine Persönlichkeit suchte, die all ihre Talente und Fähigkeiten vereint, gab Ruth Hengel das Gefühl, dass sie möglicherweise an diesem Ort richtig sein könnte: Sie arbeitet mit Kindern und Jugendlichen, entwickelt mit ihnen eigene Theaterstücke und vermittelt ihnen die Kunst, mit Körper und Mimik ganze Geschichten zu erzählen.

Theater und Schule Lehrersichtveranstaltungen »Tschick« MI

07.01.2015 1 8 .3 0 Uhr

im Foyer der BOXX Anmeldungen bitte an: Ramona Klumbach, T E L . 07131 / 56 37 94, E-MAIL:

klumbach@theater-hn.de

»Don karlos« DI

13.01.2015 1 8 .3 0 Uhr

im Oberen Foyer, Großes Haus Anmeldungen bitte an: Antjé Femfert, T E L . 07131 / 56 40 68, E - M A I L : femfert@theater-hn.de

»nur ein tag«

im Foyer der BOXX DI

24.02.2015 1 8 .3 0 Uhr

Anmeldungen an: Antjé Femfert T E L . 07131 / 56 40 68 E - M A I L : femfert@theater-hn.de

PÄDAGOGEN-WORKSHOP »nur ein tag«

In diesem kostenfreien Workshop werden Theaterspiele und -übungen für Vorschulgruppen und Klassen vorgestellt und gleich praktisch ausprobiert. Außerdem erfahren die Teilnehmer Wissenswertes über den Inhalt des Stückes, Interessantes über die Figuren und vieles mehr. MI

24.02.2015 1 6 . 0 0 − 1 8 . 0 0

Uhr

im Foyer der BOXX Anmeldungen bitte an: Antjé Femfert, T E L . 07131 / 56 40 68, E - M A I L : femfert@theater-hn.de

Lehrerfortbildung Körper, Stimme, Wirkung

In dieser zweitägigen Fortbildung begeben sich die Teilnehmer auf die Spur der eigenen Wirkung. Wie klingt unsere Stimme? Wie gut kennen wir unseren Körper? Wie wirken wir, wenn wir in einen Raum kommen? Was kann unsere Ausstrahlung? Mit gesteuerter nonverbaler Kommunikation und dem bewussten Einsatz der Stimme können Pädagogen Prozesse in der Klasse steuern. Mit gezielten Stimmübungen und Schauspieltraining werden stimmliche und kommunikative Fähigkeiten trainiert, gestärkt und weiterentwickelt. TERMIN: FR

23.01.2015 1 6 . 0 0 – 1 9 . 0 0 Uhr

SA

24.01.2015 1 0 . 0 0 – 1 3 . 0 0 Uhr

LEITUNG:

Antjé Femfert Anmeldungen bitte an femfert@ theater-hn.de (15 Teilnehmer) KO S T E N : 60 ¤, für Lehrer der Kooperationsschulen: 40 ¤

0 - 99 Jahre 1 - 120 Personen


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RUBRIK WAS MACHEN SIE EIGENTLICH VORMITTAGS?

MIT LEIDENSCHAFT UND GESTALTUNGSWILLEN Wohl jeder Mitarbeiter des Theaters

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wurde in seinem Berufsleben schon einmal gefragt: »Und was machen Sie vormittags?« Viele Menschen haben im Kopf, dass an den Abenden die Vorstellungen im Theater laufen und können sich nicht vorstellen, dass Mitarbeiter dort fast rund um die Uhr arbeiten. Zum Beispiel: der Intendant

WAS MACHEN SIE EIGENT LICH VOR MITTAGS

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künstlerisch profiliert und wie man die Zuschauer mitnimmt«, sagt Axel Vornam. Davon profitiert er nun auch seit fast sieben Jahren in Heilbronn. ein Arbeitstag hat weit mehr als acht Stunden. Erst recht in den Zeiten, in denen er seiner eigentlichen Leidenschaft nachgeht, dem Inszenieren vom Stücken. Jetzt, da er am Schauspiel »Don Karlos« arbeitet, schaut er morgens um 9 Uhr kurz im Büro vorbei, dann geht es von 10-14 Uhr zur Probe. Nach einem schnellen Mittagessen in der Kantine warten die unterschiedlichsten Aufgaben, wie Beratungen mit der Schauspielleitung über den Spielplan 2015/2016 oder Gespräche mit Planern und Architekten über die neuen Probebühnen. Zu erledigen ist auch die ganz normale Intendantentätigkeit wie das Aushandeln von Verträgen mit Regisseuren und Bühnenbildnern, die Planung von Ausgaben in den unterschiedlichsten Bereichen, die Suche nach neuen Schauspielern. Von 19-22 Uhr ist Abendprobe. Wenn er nicht selbst inszeniert, reist Axel Vornam auch in andere Theater um die Arbeiten von Regisseuren kennenzulernen oder gemeinsam mit Chefdramaturg Andreas Frane nach Musiktheatergastspielen zu suchen. Er geht in die Konzeptions- und die Endproben aller Inszenierungen des Hauses und berichtet regelmäßig im Gemeinderat. Außerdem ist er bei vielen gesellschaftlichen Veranstaltungen aktiv, um das Theater innerhalb der Stadt gut zu vernetzen. Zusätzlich sind die nächsten eigenen Inszenierungen vorzubereiten, wie die Pocketfassung von »Dantons Tod« für die BOXX und die Oper »Così fan tutte«. »Richtig abschalten kann man nie. Wenn ich im Probenprozess stecke, geistern die Figuren und Texte der Stücke ständig durch die Gedanken«, sagt er. »Theater-Intendant zu sein, ist ein toller, vielfältiger Job, der einen komplett in Anspruch nimmt«, konstatiert Axel Vornam. Es sei sehr erfüllend, zusammen mit den vielen kreativen Köpfen in allen Bereichen zusammenzuarbeiten und dabei die Fäden in der Hand zu halten. »Aber allein ist man am Theater nichts.« S.Z.

Axel Vornam

W

ie wird man TheaterIntendant, wird Axel Vornam sehr oft gefragt. Einen vorgezeichneten Weg gibt es nicht, erklärt er dann. Seiner war alles andere als geradlinig. Nach der zehnten Klasse machte Axel Vornam eine »langweilige« Ausbildung zum Industriekaufmann in Leipzig. Er konnte damals nicht ahnen, wie gut es später als Intendant sein würde, dass er es hier gelernt hat, Wirtschaftsbilanzen zu verstehen. Doch der Reihe nach. Erst einmal wollte er das »wahre Leben« kennenlernen, fuhr Butter und Käse aus und machte gleichzeitig das Abitur auf der Abendschule. Durch Zufall kam er zum Studententheater der Uni Leipzig und sein Leben nahm eine völlig neue Richtung. Das Leipziger Studententheater war Ende der 70er Jahre ein aufregender Ort, hochpolitisch und gesellschaftskritisch, eine besondere Nische in der DDR. »Ich habe da spannende Leute kennengelernt: Autoren wie Heiner Müller, Christoph Hein und Volker Braun gingen da ein und aus. Stücke, die wir von denen zur Uraufführung brachten, waren an den staatlichen Theatern der Zensur zum Opfer gefallen.« Zunächst hat er selbst gespielt, dann aber gespürt, dass ihm das konzeptionelle Gestalten mehr liegt, und er begann selber Regie zu führen. Er versuchte sein Glück, bewarb sich um einen der

raren Studienplätze am renommierten Regieinstitut in Berlin und wurde angenommen. Bereits während des Studiums erregte Vornam mit seinen Inszenierungen am hochschuleigenen bat-Theater die Aufmerksamkeit der Volksbühne Berlin. Er wurde eingeladen, dort seine Diplominszenierung zu machen und erhielt den Kritikerpreis der Berliner Zeitungen. Anschließend sollte er gleich als Regisseur an der Volksbühne bleiben. »Aber an so einem großen Theater kriegt man als Anfänger höchstens ein Stück im Jahr. Ich aber wollte unbedingt inszenieren, soviel es nur geht.« Also pfiff er auf den Ruhm der Hauptstadt- Bühne und ging ans Meininger Theater. »Doch nach zwei Jahren hatte ich mich mit dem dortigen Intendanten überworfen, weil ich dessen linientreues Theater unerträglich fand, und habe mit Pauken und Trompeten gekündigt. Ich wollte Theater machen, wie ich es denke oder gar nicht.« Es gab im Kulturministerium in Berlin auch wache Köpfe, erzählt Vornam. Die haben ihn aufgefordert: »Dann schreib dein Konzept. Wenn das gut ist, kannst du es mit einem eigenen Ensemble umsetzen.« So kam er als einer der jüngsten Oberspielleiter mit sieben Absolventen von der Berliner Schauspielschule ErnstBusch, mit jungen Dramaturgen, Bühnenbildnern und Regisseuren ans Theater Rudolstadt. Eine

großartige, aufregende Zeit! Politisch kontroverse Inszenierungen wurden auf die Bühne gebracht. Theaterfreunde aus dem ganzen Land wollten die Arbeit der »jungen Wilden« sehen. Und dann kam der heiße Herbst 1989, als Vornam mit dem Schauspielensemble zum montäglichen »Dialog 89« aufrief, der von ihm moderiert wurde. Der Zuschauerraum platzte aus allen Nähten, im Foyer mussten Lautsprecher aufgestellt werden. Schillers »Räuber« wurden gerade geprobt und fast jeden Tag den neuen politischen Entwicklungen angepasst. Erfahrungen, die Vornam niemals missen möchte. Nach der Wende blieb er noch ein paar Jahre als Schauspieldirektor in Rudolstadt, dann ging's zu neuen Ufern als freier Regisseur in ganz Deutschland, Oberspielleiter in Greifswald/ Stralsund und Chefregisseur am Landestheater Schleswig-Holstein. 2003 rief man ihn wieder nach Rudolstadt, diesmal als Intendant und Geschäftsführer. »Das hat mich am meisten gereizt: Selber ein Haus zu leiten, kluges Theater zu machen, das die Menschen interessiert und berührt, eben Theater für Herz und Verstand.« In kürzester Zeit führte er die kleine Bühne zum Erfolg, der über fünf Jahre anhielt. »Ich habe da sehr viel gelernt: wie man ein Theater geschäftlich führt, wie man es


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mit WELTSTAR MÄHRISCHES THEATER OLOMOUC KÜNSTLERISCHE LEITUNG ROBERT BALOGH

Deborah Sasson

Freitag 26.12. 20 Uhr

Sonntag 28.12. 18 Uhr

Nachtfee übergibt Nikolausgeschenk THEATERVEREIN UND THEATER VERSCHENKEN TRADITIONELL KARTEN AN BEDÜRFTIGE

Weil es viele Menschen gibt, für die ein Theaterbesuch unerschwinglich ist, kauft der Theaterverein seit mehr als 30 Jahren Karten und verschenkt diese zum Nikolaustag an soziale Einrichtungen der Region. Die Karten werden an Bedürftige verteilt, die sich einen Theaterbesuch sonst nicht leisten könnten. In diesem Jahr sind es 213 Karten im Wert von 3000 Euro – eine Hälfte trägt der Theaterverein, die andere das Theater. Gemeinsam mit der Nachtfee aus dem Märchen »Peterchens Mondfahrt«, Schauspielerin Sylvia Bretschneider, hat die Theatervereinsvorsitzende Hanne Jacobi die Karten übergeben. Folgende Einrichtungen werden bedacht: die Beschützenden Werkstätten, die Fachklinik für Drogenabhängige Friedrichshof, die Diakonie, die Caritas, die Jugendwerkstätten, die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Sozialamt der Stadt Heilbronn und das Sozialamt des Landkreises Heilbronn.

European Tour 2014/15

Mit Anna Thalbach Ein Schauspiel nach dem Originalbuch mit Musik, Tanz und Starbesetzung

Samstag 10.01. 20 Uhr

Samstag 24.01. 20 Uhr

Sonntag 25.01. 18 Uhr

Mittwoch 13.05. 20 Uhr

Freitag 09.01. 20 Uhr

Freitag 12.06. Wertwiesenpark

LESEKULTUR Literarische Mittagspausen Erleben Sie literarische Kostbarkeiten in Anlehnung an aktuelle Inszenierungen. Vorgestellt von Schauspielern aus unserem Ensemble.

28 MI

JANUAR 2015, 13:00 UHR, FOYER BOXX

»ICH LEBE SO GLÜCKLICHE TAGE ...« − LIEBESGLÜCK UND LIEBESLEID IN GOETHES WERK ZU »DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER«

25 MI

FEBRUAR 2015, 13:00 UHR, FOYER BOXX

»GEBEN SIE GEDANKENFREIHEIT!« ZUM SCHAUSPIEL »DON KARLOS«

WISSEN

WAS LÄUFT

Foto: Andrey Kiselev/fotolia

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Die Highlights in der Harmonie Heilbronn!

Genießen Sie mit uns die Spielzeit 2014/2015 im Theater Heilbronn. Wir berichten ausführlich über Premieren, Uraufführungen, Schauspiele und Musicals und natürlich über das, was sich hinter dem Vorhang abspielt. Überzeugen Sie sich selbst – testen Sie uns jetzt! Gleich anfordern: 07131 615-615 oder www.stimme.de/testen

Gerne können Sie Ihre Eintrittskarten für das Theater Heilbronn auch in allen Geschäftsstellen der Heilbronner Stimme, Hohenloher Zeitung und Kraichgau Stimme buchen. Ihr Ticket-Service 07131 615-701

Tickets gibt es bei den Geschäftsstellen der Heilbronner Stimme, bei der TouristInformation Heilbronn, bei allen bekannten Vorverkaufsstellen. Ticket Hotline: 07131/562270 - Infos und Tickets auf

www.provinztour.de


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THEATER-SPOTS

RÄTSEL FÜR FREUNDE DER KOMÖDIE

23. Februar 2015, 20:00 Uhr

Autor im Gespräch LUTZ SEILER ZU GAST BEI WOLFGANG NIESS (SWR)

WER DIESE FRAGE RICHTIG BEANTWORTET, HAT DIE CHANCE, FREIKARTEN FÜR DIE PREMIERE DER KOMÖDIE »OSCAR UND FELIX« AM 15. JANUAR IM KOMÖDIENHAUS ZU GEWINNEN. WIR VERLOSEN 3X2 FREIKARTEN.

AUS WELCHER KRIMIKOMÖDIE IM FERNSEHEN SIND DIE BEIDEN HAUPTDARSTLLER VON »OSCAR UND FELIX« BEKANNT? Schicken Sie die richtige Antwort bitte bis spätestens zum 09. Januar 2015 per Mail an pressebuero@ theater-hn.de. Sie können auch den Postweg wählen. Dann schicken Sie bitte Ihre Antwort an das Theater Heilbronn, Pressebüro, Berliner Platz 1, 74072 Heilbronn (unter Angabe Ihrer Telefonnummer). Am 12. Januar erhalten Sie Antwort, ob Sie zu den Gewinnern gehören. Wenn Sie möchten, können Sie in Ihrer Antwort auch vermerken, ob Sie künftig regelmäßig per E-Mail mit Neuigkeiten aus dem Theater versorgt werden wollen.

Foto: Jürgen Bauer

Gleich sein erster Roman »Kruso« hat ihm 2014 den Deutschen Buchpreis beschert und ist zum Bestseller geworden. Seither ist Lutz Seiler in aller Munde. Jahrelang galt der gelernte Baufacharbeiter und studierte Germanist als Mann der kleinen Form. Seine ersten Gedichte hat Seiler während der Wehrdienstzeit bei der Nationalen Volksarmee geschrieben, und seither hat sein Interesse an Literatur nicht nachgelassen. In den Neunzigerjahren war er Herausgeber der Literaturzeitschrift »Moosbrand« und hat »Berührt - geführt« veröffent-

licht, seinen ersten Band mit Gedichten. Mit seiner Erzählung »Turksib« hat er 2007 den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb gewonnen und gezeigt, dass er nicht nur ein gefeierter Lyriker ist, sondern auch ein hervorragender Erzähler. Nun war man gespannt auf Seilers ersten Roman − und er hat die hohen Erwartungen noch übertroffen. Seine Geschichte über die DDRAussteiger auf Hiddensee ist ein großer Roman, der die Wendezeit aus einer sehr außergewöhnlichen Perspektive beleuchtet und sich deutlich abhebt vom Gedenk-Einerlei unserer Tage.

Mit dem Theaterbus bequem zum Kulturvergnügen Sie wollen gern ins Theater Heilbronn gehen, sind aber nicht mobil oder scheuen sich im Dunkeln Auto zu fahren? Dann wäre vielleicht der Theaterbus etwas für Sie. Aus vielen Gemeinden des Heilbronner Umlandes fahren regelmäßig Busse direkt bis vor das Heilbronner Theater und im Anschluss an die Vorstellung wieder zurück. In den Gemeinden werden mehrere Stationen angefahren. Ob Vorstellungen im Komödienhaus oder im Großen Haus: Sie kommen ganz ohne Fahrstress zu Ihrem Kulturerlebnis und Sie erleben den Abend auch noch gemeinsam mit anderen Theaterfreunden aus Ihrer Nachbarschaft.

Möchten Sie den Theaterbus einmal testen? Kein Problem! Fragen Sie einfach im Besucherservice des Theaters nach, wann der nächste Bus aus Ihrer Gemeinde ins Theater Heilbronn fährt und welche Vorstellung dann auf dem Plan steht. Sie können den Theaterbus zum Besuch einzelner Vorstellungen nutzen oder sich auch für regelmäßige Theaterfahrten in einem kostengünstigen Abo entscheiden. Ihre Ansprechpartner sind: Claudia Horn-Gläßel und Antje Meyer unter 07131/563004 (abo@theater-hn.de)

Schenken Sie zu Weihnachten Theater 14. & 21. Februar 2015, 20:00 Uhr Wir bieten Ihnen die verschiedensten Geschenkideen für jeden Geldbeutel! • GUTSCHEINE in allen Preislagen (für einzelne Vorstellungen oder für Vorstellungen mit anschließendem Essen im Theaterrestaurant »Gaumenspiel«) • WAHLABO: Das Wahlabo erfreut sich in Zeiten immer größer werdender zeitlicher Flexibilität großer Beliebtheit. Es berechtigt zum Besuch von 8 Vorstellungen: vier im Großen Haus, zwei im Komödienhaus und zwei in der BOXX. Dazu gehören noch vier Ermäßigungsgutscheine, mit denen man weitere vier Vorstellungen zu ermäßigten Konditionen besuchen kann. (Preise zwischen 56 und 148 Euro)

Foto: Alexandra H. / pixelio

• THEATERCARD: Die Theatercard ist ein sehr beliebtes Geschenk. Sie kostet 60 Euro (für Schüler 35 Euro) und funktioniert ähnlich wie eine Bahncard. Inhaber der Theatercard können jede Vorstel-

lung zum halben Preis besuchen – egal, wie oft sie ins Theater gehen. Menschen, die gern ins Theater gehen, freuen sich sicher über dieses Geschenk, das sie ein ganzes Jahr nutzen können. Wenn man bedenkt, dass Musical, Musiktheater und Ballett 32 Euro kostet; Schauspielvorstellungen im Großen Haus und im Komödienhaus 24 Euro (immer jeweils beste Platzgruppe); dann kann man sich ausrechnen, wie schnell sich so eine Theatercard auszahlt. • UND NUR ZU WEIHNACHTEN: Die Weihnachtspäckchen. Extra zur Weihnachtszeit haben wir für Sie kleine Geschenkpäckchen mit jeweils vier Vorstellungen geschnürt, die man ganz nach Geschmack zusammenstellen kann. Päckchen 1 enthält »Komödienhaus pur«, Päckchen 2 einen »Mix im Großen Haus« und Päckchen 3 »Von allem etwas«. Mit Preisen zwischen 35 und 67 Euro passen diese Weihnachtsgeschenke in jedes Budget.

Älles so erlebt

MONIKA HIRSCHLE ERZÄHLT GASTSPIEL IN SCHWÄBISCHER MUNDART

Sollte es irgendwann einen Orden für die Pflege der schwäbischen Mundart geben – Monika Hirschle hätte ihn verdient. Seit vielen Jahren verbindet die Stuttgarter Schauspielerin ihr großes komödiantisches Talent mit der Liebe zu ihrem Heimatdialekt und macht daraus beste Unterhaltung, ob in Rundfunk und Fernsehen

oder auf den Theaterbühnen der Landeshauptstadt. Auch das Heilbronner Publikum kennt und liebt die Erzkomödiantin mit der herrlichen Gosche und kennt sie als Protagonistin aus den Inszenierungen: »Koi Leich' ohne d‘ Lilly«, »Altweiberfrühling« oder »Endlich alloi!«, die im Komödienhaus zu Gast waren. Jetzt kommt Monika Hirschle mit einem Soloabend auf die Bühne des Komödienhauses: »Älles so erlebt«. Darin erzählt sie, selbstverständlich im besten Schwäbisch, Geschichten, die das Leben schrieb. Es geht um Erlebnisse mit Theaterkollegen, mit Stuttgarter Taxifahrern, mit der Deutschen Bahn AG, mit abstürzenden Computern oder diversen Kochsendungen und um die befriedigende Tatsache, dass Schwäbisch seit der Wiedervereinigung nicht mehr der unbeliebteste Dialekt ist.


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