unizet 08-10/10

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Formulare im Amt

Cannabis im Labor

Termine im Blick

Das Forscherteam des Projekts LiLaC zeigt in einer umfassenden Untersuchung: Die Kommunikation und der Austausch mit Behörden sind häufig zu schwierig.

Biochemiker Prof. Oliver Kayser hat ein biotechnisches Prinzip entwickelt, mit dem erstmals synthetisches THC hergestellt werden kann.

Zu Beginn des neuen Wintersemesters enthält die unizet den mittlerweile traditionellen unizet-Kalender für das Jahr 2011.

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Beilage

Entwickler und Anwender vernetzen TU Dortmund hat ihre Anträge für die Exzellenzinitiative II eingereicht

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ie Technische Universität Dortmund zielt auf eine stärkere Vernetzung von Methodenentwicklern und Anwendern in der Forschung. In der aktuellen Runde der Exzellenzinitiative hat die Universität drei Antragsskizzen eingereicht, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zusammenbringen.

lungsprozess nicht nur Zeit, sondern auch Material und Energie einsparen. Ein solches Forschungsprogramm erfordert die Kooperation mehrerer Disziplinen wie Maschinenbau, Physik, Mathematik und Statistik. Im April war die TU Dortmund bereits Gastgeber einer internationalen Konferenz zum Thema P3. Die Referenten aus aller Welt, darunter zwei Nobelpreisträger, waren sich einig: Die Optimierung des Produktionsprozesses ist ein wichtiges Zukunftsthema!

Fortschritts produzieren viele Wissenschaftsdisziplinen riesige Datenmengen, die jedoch bisher nicht effizient analysiert werden können, so zum Beispiel in den Großexperimenten der Teilchenphysik am CERN, in der Genomanalyse oder der Transportlogistik. Mit einer der bundesweit größten Fakultäten für Informatik und Deutschlands einziger Fakultät Statistik verfügt die TU Dortmund über beste Voraussetzungen, um innovative Methoden für die Verarbeitung großer Datenmengen zu entwickeln. Informatiker und Statistiker arbeiten hier eng mit Forschern der drei Anwendungsgebiete Physik, Systembiologie und Logistik zusammen.

Dabei zielt der Exzellenzcluster Product Property Prediction - P3 auf die Verbesserung der Produktionstechnik, während der Exzellenzcluster Data Volume Driven Das angebrochene »Petabyte-Zeitalter« Science (DVDS) sich der Verarbeitung groformuliert die Herausforderungen für ßer Datenmengen widmet. Die Graduierden Exzellenzcluster Data Volume Dritenschule Synchrotron Radiation-Based ven Science: Aufgrund des technischen Research soll Doktorandinnen und DoktoZur Exzellenzinitiative randen in der Forschung mit hochintensiver Die Exzellenzinitiative zielt darauf ab, Spitzenforschung und NachwuchsRöntgenstrahlung ausförderung in Deutschland gleichermaßen zu unterstützen. Seit 2005 könbilden. Der Exzellenznen sich Hochschulen in den drei Förderlinien Graduiertenschulen, Excluster Product Property zellenzcluster und Zukunftsprojekte zum projektbezogenen Ausbau der Prediction – P3 zielt auf neue Lösungsansätze universitären Spitzenforschung um Gelder bewerben. In den ersten beiden für die ressourcen- und Auswahlrunden der Exzellenzinitiative in den Jahren 2006 bis 2012 stanenergieeffiziente Proden etwa 1,9 Milliarden Euro für die Hochschulen zur Verfügung. In der duktionstechnik der zweiten Programmphase von 2012 bis 2017 soll die Exzellenzinitiative Zukunft. Die Forscher mit einem Fördervolumen von 2,7 Milliarden Euro fortgesetzt werden. der TU Dortmund verBis zum 1. September konnten Hochschulen ihre Skizzen für Neuanträge folgen die Vision, Proeinreichen. Nach einer wissenschaftlichen Begutachtung werden vorausdukteigenschaften vorsichtlich im März 2011 einige Projekte ausgewählt und die betreffenden herzusagen und gezielt Hochschulen zur Einreichung von Vollanträgen aufgefordert. Die endgüleinzustellen. Dadurch tige Förderentscheidung soll dann im Sommer 2012 fallen. lassen sich im Entwick-

Die Graduiertenschule Synchrotron RadiationBased Research schließlich fördert Doktorandinnen und Doktoranden der Fächer Physik und Chemie in der Forschung mit Synchrotronstrahlung, einer hochintensiven Form von Röntgenstrahlung für die Materialanalytik. Im Mittelpunkt der Graduiertenschule steht die Dortmunder Elektronenspeicherring-Anlage DELTA, die weltweit einzige Quelle für Synchrotronstrahlung, die voll in eine Uni-

Mit drei Anträgen bewirbt sich die TU Dortmund in der aktuellen Runde der Exzellenzinitiative. Foto: Manfred Vollmer

versität integriert ist. Die TU Dortmund bietet Nachwuchs­wissenschaftlern damit eine einmalige Infrastruktur, um die hochmoderne Methodik regelmäßig vor Ort für ihre Forschungsfragen zu nutzen.

»Kooperation über Fachgrenzen ist essenziell« Metin Tolan, Prorektor Forschung der TU Dortmund, lobt die disziplinübergreifende Zusammenarbeit: »Für den wissen-

schaftlichen Erkenntnisforschritt ist die Kooperation über Fachgrenzen hinweg essenziell. Statistiker helfen Maschinenbauern, den Produktionsprozess besser zu verstehen, und Informatiker entdecken plötzlich Parallelen zwischen Problemen in der Physik und der Biologie.« Die intensive Vorbereitung der Antragsskizzen war bereits ein Gewinn für die fachübergreifende Zusammenarbeit an der TU Dortmund. (daZ) Kontakt: Prof. Metin Tolan, Ruf: 7572, E-Mail: metin.tolan@tu-dortmund.de

Auf den Zweiten Blick im Dortmunder U: Eine Ausstellung zur Architektur der Nachkriegszeit in NRW

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ie Architektur der Nachkriegszeit prägt die Städte in NordrheinWestfalen, doch die in die Jahre gekommenen Bauten werden kaum mehr geschätzt. Häufig ist der Erhaltungszustand schlecht, viele Bauwerke sind zudem durch Umbauten so entstellt, dass selbst ein geübtes Auge Mühe hat, Qualitäten ausfindig zu machen. Die Architektur der 1950er, 60er und 70er Jahre ist vielen Menschen erklärungsbedürftig geworden.

Eine Fotogalerie der Ausstellungs-Eröffnung im Dortmunder U ist online zu finden: www.tu-dortmund.de/aufdenzweitenblick

Die Ausstellung Auf den Zweiten Blick. Architektur der Nachkriegszeit in Nordrhein-Westfalen erzählt noch bis zum 9. November anhand von Fotos, Plänen und anderen historischen Dokumenten die

Architekturgeschichte von 20 Bauwerken der Nachkriegszeit. Kuratiert wird die Ausstellung auf der Hochschuletage des Dortmunder U vom Lehrstuhl Geschichte und Theorie der Architektur und dem A:AI Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst NRW der TU. 20 kleine »Architekturgeschichten« eröffnen dabei einen neuen Blick auf eine allgemein unterschätzte Architekturepoche. Die Zusammenschau der verschiedenen »Geschichten« eröffnet zugleich die Bandbreite möglicher Lesarten von Architektur. Dazu werden auch einige kaum bekannte Projekte aus den Beständen des A:AI Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst NRW erstmals

www.tu-dortmund.de/unizet | redaktion.unizet@tu-dortmund.de

präsentiert. Hinzu kommen Leihgaben aus Architektursammlungen in Frankfurt, Köln und München. Für die Visualisierung des alltäglichen Blicks auf die ausgewählten Bauten konnte der Berliner Fotograf Georg Knoll gewonnen werden. Er hat alle Bauwerke in ihrem heutigen Zustand dokumentiert. Das Projekt ist aus einer Lehrveranstaltung hervorgegangen und hat sich zu einem zweijährigen Forschungsvorhaben erwachsen, in das zahlreiche Wissenschaftler eingebunden waren. Die Ausstellungsarchitektur wurde von Studierenden in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Grundlagen und Theorie der Baukonstruktion, Prof. Paul Kahlfeldt, un-

ter Betreuung von Charlotte Hopf entworfen und realisiert. Das Projekt ist damit Ausdruck der Vernetzung von Forschung, Lehre und Entwurf an der TU Dortmund. Zahlreiche Unterstützer trugen zur Förderung der Ausstellung bei: Kulturstiftung LWL Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Kulturstiftung Dortmund, Sparkasse Dortmund, Rektorat der TU Dortmund, Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen der TU, Gesellschaft der Freunde der TU Dortmund, Assmann Beraten + Planen GmbH. (unizet) Kontakt: Prof. Wolfgang Sonne, Ruf: 4198, E-Mail: gta.bauwesen@tu-dortmund.de. Weitere Informationen: www.bauwesen. tu-dortmund.de/gta/


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