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Umwelt-Nachrichten: Fairer Handel auch 2019 mit Zuwachs Innerhalb der letzten sieben Jahre hat sich der Umsatz im Fairen Handel fast verdreifacht. Im Geschäftsjahr 2019 gaben die Verbraucher in Deutschland 1,85 Milliarden, pro Kopf 22,23 Euro für Produkte aus Fairem Handel aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 9 Prozent. Die anerkannten Fair-Handels-Unternehmen vertrieben im vergangenen Jahr fair gehandelte Waren im Wert von 226 Millionen Euro (plus 8 Prozent). In den Weltläden, den Fachgeschäften des Fairen Handels, wurden Waren im Wert von 83 Millionen Euro verkauft (plus 6 Prozent). Wie auch in den Vorjahren wurde der größte Teil des Umsatzes mit Fairtradegesiegelten Produkten generiert (1,49 Milliarden, plus 9,7 Prozent). Quelle: Forum Fairer Handel
Eigenverbrauchslösungen wichtiger beim Photovol - taikzubau Jeder zweite Anlagenbesitzer mit Installation zwischen 2016 und 2019 kann bereits über 40 Prozent seines selbsterzeugten PV-Stroms direkt vor Ort verbrauchen. PV-Kleinanlagen dieses Zeitraumes mit einer installierten Leistung bis zu 3 kWp erreichen eine durchschnittliche Eigenverbrauchsquote von 65 Prozent. Mit dem Jahr 2020 setzt sich der Wachstumspfad der vergangenen Jahre im deutschen Photovoltaik-Markt fort. Binnen Jahresfrist scheint das Erreichen der Marke von 5 GW an PV-Neuinstallationen in 2020 realistisch. Die Analysten des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschers EUPD Research erwarten in ihrer aktuellen Prognose 4,8 GW für 2020. Während die staatlich garantierte Einspeisevergütung für neu installierte Solaranlagen weiter sinkt, steigen die Strompreise für private Haushalte stetig an. Quelle: EUPD Research
EU-Kommission will Um- gang mit Mikroplastik und Arzneimitteln prüfen In ihrem jährlichen Bericht zur Umsetzung der EU-Abwasserrichtlinie kommt die EU-Kommission zu dem Schluss, dass immer noch nicht alle
kommunalen Abwässer ordnungsgemäß gesammelt und gesäubert werden. Obwohl sich die Abwasserbehandlung in den letzten Jahren in den Mitgliedstaaten verbessert habe, sei die vollständige Einhaltung der Richtlinie noch nicht erreicht. Demnach würden in den Mitgliedstaaten derzeit 95 Prozent des Abwassers gesammelt und 88 Prozent biologisch behandelt. Um sicherzustellen, dass tatsächlich das gesamte Abwasser in der EU gesammelt und von Schadstoffen gereinigt wird, seien bessere Planungen und die Finanzierung von Abwasserinfrastrukturen notwendig, erklärte EUUmweltkommissar Virginijus Sinkevicius. Quelle: Deutscher Naturschutzring
Freisetzung von Gentechnik Mücken in Florida geplant Die Firma Oxitec will in den USBundesstaaten Florida und Texas 750 Millionen Gentechnik-Mücken freisetzen. Die Versuche wurden bis Ende August bereits von verschiedenen Behörden genehmigt, es fehlen aber noch Zustimmungen weiterer regionaler Behörden. Oxitec gehört einem Investmentfonds und wird u.a. von der Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt. Laut Antrag sollen nur männliche Tiere freigesetzt werden, die sich dann mit den natürlichen weiblichen Mücken paaren. Von den Nachkommen sind nur die männlichen überlebensfähig, während die weiblichen aufgrund der gentechnischen Veränderung zugrunde gehen. Dieser Effekt soll sich auch in den nachfolgenden Generationen wiederholen und so die Mücken-Population deutlich dezimiert werden. Auf diese Weise will man u.a. die Ausbreitung von Denguefieber bekämpfen, das durch Mücken übertragen wird, ebenso wie Gelbfieber- und Zikaviren. Quelle: Testbiotech e.V.
Zweifelhafte CRISPR-Ver- such an Kälbern Wie eine aktuelle Publikation zeigt, wurden in Deutschland Versuche mit neuer Gentechnik an Rindern durchgeführt. Mit Hilfe einer neueren Variante der Gen-Schere CRISPR/Cas wurde versucht, die Nachkommen von Milchkühen per Gentechnik zu enthornen. Dazu wurden Hautzellen bei einem Zuchtbullen entnommen und gentechnisch ver-
zusammengestellt von Andrea Reiche ändert. Das einzige lebend geborene Kalb hatte zwar keine Hörner, litt aber unter schweren Organschäden und starb noch am Tag der Geburt. Finanziert wurden die Versuche von einem Förderverein der Deutschen Tierzuchtindustrie. Durchgeführt wurden sie von Mitarbeitern des Friedrich-Loeffler-Instituts, einer Behörde des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Insgesamt wurden 70 Klone im Labor erzeugt, davon entwickelten sich nur neun Embryonen, die dann auf Leihmutterkühe übertragen wurden. Drei der Embryonen starben direkt in der Gebärmutter ab. Bei vier Kühen kam es im Verlauf der Trächtigkeit zu erheblichen Komplikationen, sie verloren ihre Kälber. Ein weiteres Kalb wurde vorzeitig zu Versuchszwecken getötet. Nur ein Kalb wurde per Kaiserschnitt lebend geboren, starb aber noch am selben Tag. Trotz allem präsentieren die ForscherInnen ihre Studie als Erfolg, weil sie die Anwendbarkeit einer speziellen Variante der Gen-Schere CRISPR/Cas bei Rindern gezeigt habe. Quelle Testbiotech e.V.
51 indische Familien reichen nach Pestizidvergiftung Beschwerde ein Im Jahr 2017 erlitten im indischen Yavatmal hunderte Baumwollanbauer nach dem Versprühen von Pestiziden teils schwere Vergiftungen. Behördliche Dokumente zeigen nun die Rolle des Syngenta-Pestizids „Polo“ in dieser Tragödie. Die Polizei ordnete 98 erlittene Vergiftungen, darunter zwei mit Todesfolge, der Verwendung von „Polo“ zu. 51 betroffene Familien reichten deshalb Beschwerde beim Schweizer Kontaktpunkt der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ein. Sie werden dabei von PAN India, PAN Asia Pacific (PANNA), der Maharashtra Association of Pesticide Poisoned Persons (MAPPP), dem in Deutschland ansässigen European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und der Schweizer NGO Public Eye unterstützt. „Polo“ enthält den Wirkstoff Diafenthiuron, der in der Schweiz aus Gründen des Umwelt- oder Gesundheitsschutzes verboten ist und auch in der EU nicht eingesetzt werden darf. Quelle: Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.
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der Spatz 4|2020