Magazin Autor:innentheatertage 2022

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NEUN GASTSPIELE 8. – 17. Juni DÜSSELDORFER SCHAUSPIELHAUS / SCHAUSPIEL KÖLN NATIONALTHEATER MANNHEIM / THEATER RAMPE STUTTGART KOSMOS THEATER WIEN SCHAUSPIELHAUS GRAZ BURGTHEATER WIEN SCHAUSPIEL HANNOVER DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS HAMBURG

Liebes Publikum, drei Uraufführungen, neun Berlin-Premieren, ein Vierteljahrhundert Neue Dramatik: Vom 8. bis 18. Juni 2022 herrscht Hoch­ betrieb auf allen Bühnen des Deutschen Theaters Berlin. Die Autor:innentheatertage bieten einen Blick auf das lebendige Theater der Gegenwart und präsentieren an zehn Tagen neue Stücke in hoch­ka-­ r­ätigen Inszenierungen aus dem deutschsprachigen Raum erstmals in Berlin. Wir laden Sie ein, bei der nunmehr 25. Ausgabe des Festivals zeitgenössische Theatertexte zu entdecken.Traditionell liegt der Höhepunkt der Autor:innen­ theatertage am Ende des Festivals: In der „Langen Nacht der Autor:innen“ am 18. Juni kommen drei neue Theatertexte zur Uraufführung. Die drei Juror:innen des Festivals – der Dramatiker Ferdinand Schmalz, die Schauspielerin Julischka Eichel und die Musikerin und Theater­ macherin Christiane Rösinger – haben in einem Stückewett­bewerb aus knapp 200 Einsendungen drei Theatertexte ausgewählt, die das Deutsche Theater gemeinsam mit dem Schauspiel Leipzig und dem Schau­spielhaus Graz auf drei Bühnen zur Urauf­führung bringt. Die drei Gewinnertexte stammen in diesem Jahr von Raphaela Bardutzky, Paula Thielecke und Alexander Stutz. Ein weiterer Text, geschrieben von Amir Gudarzi, wird als Lesung vorgestellt. Als Countdown zur „Langen Nacht” prä­sentieren die Autor:innentheatertage weitere, wichtige Theatertexte in acht analogen Gastspielen und einem Film­ streaming. Preisgekrönte Starautor:innen und wichtige Nachwuchsdramatiker:innen 2

sind über die Dauer von elf Tagen unsere Gäste. Wir wollen für Begeg­nungen sorgen, ins Gespräch kommen – übers Schreiben, übers Theater, über die Welt, wie sie nicht ist und wie sie sein sollte. Denn zu besprechen gibt es viel. Daneben gibt es Grund zu feiern: die Autor:inn­ entheatertage finden 2022 in ihrer 25. Ausgabe statt. 111 neue Theatertexte wurden – teils als Erstlingswerke von heute wichtigen Autor:innen – seit der Gründung des Festivals im Rahmen der „Langen Nacht“ uraufgeführt oder szenisch entdeckt. Einige dieser Weggefährt:innen aus 25 Jahren sind auch in diesem Jahr dabei. Andere haben Texte für ein Jubi­ läumsbuch geschrieben, das pünktlich zum Festival im Buchhandel erscheint. Das Buch heißt „Das Glück, zu reden, ohne zu wissen, mit wem” und erzählt von der Liebe und den Streitigkeiten, von dem komplizierten, schönen Wechselverhält­nis zwischen Autor:innen und Theater. In diesem Magazin finden Sie alle Veranstaltungen des Festivals: Gastspiele, Urauf­führungen, Lesungen ... Aber die Autor:innentheatertage sind schon immer mehr als das: ein erleuchteter Theater­ vorplatz, Musik und Festivalbar, das Klassentreffen der beständig wachsenden ATT-Autor:innenfamilie, der Ort für Ent­ deckungen und für Fachsimpeleien, ein Treffpunkt für die Berliner:innen, ein Fest für Zeitgenoss:innen, elf Tage und elf Nächte Gegenwart. Kommen Sie dazu. Wir werden da sein. Das Autor:innentheatertageteam

MÜNCHNER KAMMERSPIELE THEATER BREMEN

DREI URAUFFÜHRUNGEN 18. Juni KOPRODUKTION DEUTSCHES THEATER BERLIN UND SCHAUSPIELHAUS GRAZ

KOPRODUKTION DEUTSCHES THEATER BERLIN UND SCHAUSPIEL LEIPZIG DEUTSCHES THEATER BERLIN



FÜR EIN LEBENDIGES THEATER DER GEGENWART Am Staatstheater Hannover gegründet, kamen die Autor:innentheatertage über das Thalia Theater Hamburg im Jahr 2010 ans Deutsche Theater Berlin. Ein Rück- und Vorausblick mit Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters Berlin, im Gespräch.

Die Autor:innentheatertage finden in diesem Jahr in ihrer 25. Ausgabe statt. Gab es einen Gründungsanlass? Theater ist eine grenzgängerische Kunstform, die sich in viele Bereiche hinein weitet: zur Musik, zum Tanz, zum Raum, usw. Uns als Dramaturgie hat besonders das Feld des Textes beschäftigt. Das zeitgenössische Schreiben für die Bühne. Die Spielpläne der Theater waren damals stärker von klassischen Stücken dominiert als heute. Neue Dramatik war eher eine Spezialdisziplin. So kamen wir auf den Gedanken, eine Art Zusatzturbo für zeitgenössische Damatik zu erfinden. Und dieser Zusatzturbo war das Festival? Wir hatten auch davor schon viele Uraufführungen gemacht. Aber ein Festival ist etwas anders: es ist ein Forum, aber es ist vor allem auch ein Fest. Ich bin überzeugt davon, dass man mit reiner Rationalität und mit bloßem Intellekt nichts bewirken kann, zumindest nicht im Theater. Man muss die Dinge auch spüren. Theater ist immer Berührung, Erlebnis, Ereignis – bei den Autor:innentheatertagen übrigens schon immer weniger gesellschaftliches Ereignis als vielmehr ein Fest fürs Publikum, ein Fest der Autor:innen. Ein Festival ist Emotionalität. Darin besteht seine Überredungskunst. 4


Artwork: Esra Gülmen

Es gab von Beginn an einen Stückewettbewerb und eine Jury? Der erste Juror war Robin Detje – wir hatten ihn gefragt, weil wir uns eine Außenposition wünschten, eine Antithese zu unserem Binnenblick. Er und alle folgenden Juror:innen hatten die Aufgabe, aus Stapeln von oft über 200 Einsendungen die Gewinnerstücke zu küren, die dann zum Abschluss des Festivals präsentiert wurden. Sich jemandem auszuliefern, der nicht aus der Routine des Alltags heraus, sondern mit dem unbestechlichen Blick des wachen Zeitgenossen auf Theatertexte schaut, war eine gute Idee – bis heute. Sie hat uns Jahr für Jahr Gewinnerstücke beschert, die wir selbst möglicherweise nicht gefunden oder ausgewählt hätten, die wir trotzdem umzusetzen hatten – und die dann manchmal zu besonders glücklichen Ereignissen wurden. Auch unsere beiden Partnertheater aus Graz und Leipzig können davon ein Liedchen singen. Wie ging es weiter mit dem Festival? Hat der Turbo gezündet? Die Bewegung, die ja nicht nur von uns ausging, wurde in den vergangenen Jahren von vielen Theatern aufgenommen – Festivals und Förderplattformen entstanden, gegenwärtige Theaterstücke kaperten die Spielpläne, um dann im Zuge der Selbstermächtigung von Ensembles und Gruppen bald wieder überholt zu werden von dokumentarischen, projekthaften

oder partizipativen Formen. Auch die Autor:innentheatertage haben sich beständig verwandelt: aus den szenischen Präsentationen der Anfangsjahre wurden Uraufführungen, aus den Alleinjuror:innen wurden Teams. Die Pandemiejahre haben dann wieder neue Wege geöffnet: wir haben eine Kurzstückreihe erfunden und ein Atelierprogramm. Zwischen all dem behauptet das Festival mit einem gesunden Stoizismus, dass im Verhältnis zwischen Autor:in und Theater ein wichtiger Treibstoff liegt für ein lebendiges Theater der Gegenwart. An den 25 Festivals wurden in 25 „Langen Nächten” insgesamt 111 Theaterstücke uraufgeführt oder szenisch präsentiert. Erinnerst Du Dich an alle? Nicht an alle wahrscheinlich, aber an Stimmungen, Atmosphären, an die großen Glücksmomente und an die Niederlagen: ein Festival wie die Autor:innentheatertage schafft Begegnungen, aber auch den einen oder anderen Enttäuschungszusammenhang. Jede Begegnung mit einer Autor:in, einer Juror:in oder mit einem neuen Text ist ja zunächst ein Versprechen. Und im Rausch des Festivals entsteht eine Beziehung, die man nicht permanent in 111 Fällen aufrechterhalten kann. Dafür ist die Familie zu groß geworden. Trotzdem weiß man voneinander. Zumindest mir geht es so. Und zum Festival werden viele von ihnen da sein.

Fragen: Bernd Isele 5


GASTSPIEL DÜSSELDORFER SCHAUSPIELHAUS / SCHAUSPIEL KÖLN

© Thomas Rabsch

Mit: Cathleen Baumann, Sophia Burtscher, Rosa Enskat

Claudia Hübbecker, Melanie Kretschmann, Sabine Waibel

Ines Marie Westernströer Live-Musik: Leo Henrichs Sven Kaiser, Zuzana Leharová, Annette Maye

Regie: Stefan Bachmann

Bühne: Olaf Altmann, Kostüm: Jana Findeklee und Joki Tewes

Musik: Sven Kaiser, Choreografie: Sabina Perry Licht: Jean-Mario Bessière

Dramaturgie: Beate Heine, Robert Koall

Mi 8. Juni, 19.00 Uhr und Do 9. Juni, 19.00 Uhr, Deutsches Theater Autor:innensalon mit Rainald Goetz am Do 9. Juni im Anschluss an die Vorstellung, Saal

„Virtuos, mit hohem Tempo. Goetz‘ Reich des Todes ist ein verzweifelter Wortausbruch, eine Klage über die Unmenschlichkeit. Eine Zumutung für die Bühne. Eine Analyse auch der Gegenwart.“ (Rheinische Post) Reich des Todes ist das neuste Theaterstück von Rainald Goetz. Als Chronist der Gegenwart erzählt er darin vom weltweiten zivilisatorischen Niedergang nach dem 11. September 2001. Goetz und sein Personal aus Politik, Militär, Jurisprudenz, aus Strippenziehern, Folterknechten und Geschundenen berichten vom langen Schatten, den die brennenden WTC-Türme warfen, von einem Schatten, in dem sich Überwachungsstaat, Staatsfolter und maßloser Machtmissbrauch Bahn brechen konnten. Ein Stück über den Bruch mit allem, was uns als Gesellschaft 6

ausmacht – geworfen in die Goetz’sche Assoziations- und Verknüpfungsmaschine, die das Böse im Menschen als Konstante beschreibt, über alle historischen und geographischen Grenzen hinweg. In der als bahnbrechend gefeierten Inszenierung von Stefan Bachmann ist einer der wichtigsten Texte der vergange­ nen Jahre erstmals auf einer Berliner Bühne zu erleben. RAINALD GOETZ

geboren 1954 in München, lebt in Berlin. Als Dramatiker und Autor zählt

er zu den prägenden literarischen Stimmen der Gegenwart. Er erhielt

eine Vielzahl von Preisen; 2015 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.


GASTSPIEL NATIONALTHEATER MANNHEIM / THEATER RAMPE STUTTGART L GASTSPIE M: M A PROGR

Aus dem Englischen von Maren Kames

uni

8. – 17. J

Mit: Tala Al-Deen, Samuel Koch

Nicolas Fethi Türksever, Rona Geffen

Patrick Schnicke, Sarah Zastrau, Sivan Ben Yishai

Regie: Marie Bues

Bühne: Shahrzad Rahmani

Kostüme und Objekte: Moran Sanderovich

Musik: Rona Geffen

Video: Timo Kleinemeier / Christoph Schmitz

Licht: Björn Klaassen, Dramaturgie: Kerstin Grübmeyer

Mi 8. Juni, 20.00 Uhr und Do 9. Juni, 20.00 Uhr, Kammerspiele Autor:innensalon mit Sivan Ben Yishai am Do 8. Juni im Anschluss an die Vorstellung, Saal Einführung am Fr 9. Juni, 19.30 Uhr, Saal

„Ein Stück der Stunde, ein Stück des Jahres vielleicht sogar, klug und bildmächtig umgesetzt.“ (nachtkritik.de) Die Reise – oder nein: der Ritt beginnt an einer Straßen­ecke in Jaffa, Tel Aviv. Das Jahr: 2014, die Zeit: vier Uhr morgens, die Heldin: Sivan Ben Yishai – Moment mal: Sivan? Die Autor­­in Sivan Ben Yishai? Ja, genau die. Die ehemalige Hausautorin Sivan Ben Yishai. Auf dem Rücken einer Deutschen Schäferhündin reitet sie durch Raum und Zeit, durch die Abgründe, Verstrickungen und Verbrechen der deutsch-israelisch-palästinensischen Geschichte. Von Jaffa 2014 ins Jahr 1938 in Deutschland, von Kuba an die russische Front, von Slowenien nach Mailand, durch das Mittelmeer nach Palästina. Von der Autorin verwandelt sie sich in eine Holocaustüberlebende, in eine sowjetische Partisanin, in eine Asyl­ suchende unter Wasser, in eine überzeugte Zionistin, in eine von Kopf bis Fuß bandagierte, mit Orden und Waffen behängte Kriegerin; Opfer und Täterin zugleich, Anklagende und Ange­ klagte, über allem stehend und mit allem verstrickt. Ihr zur Seite stehen ihr die Schäferhündin, eine tote, klagende Klezmerin und ein Kaleidoskop von Stimmen, Erfahrungen und widersprechende Perspektiven, die ihre Geschichte miterzählen. Wounds Are Forever ist Spurensuche und Selbstbefragung zugleich; das Offenlegen der individuellen Wunden macht die kollektiven Wunden sichtbar. Brutal, komisch, rasant und politisch schreibt sich Sivan Ben Yishai das 20. und 21. Jahrhundert auf den eigenen Körper.

© Christian Kleiner

SIVAN BEN YISHAI

geboren 1978 in Tel Aviv, studierte Szenisches Schreiben und Theaterregie an der Universität Tel Aviv. Seit 2012 lebt sie in Berlin und arbeitet als freie

Autorin. 2017 wurde YOUR VERY OWN DOUBLE CRISIS CLUB bei den

Autor:innentheatertagen uraufgeführt. Es folgten Aufführungen u. a. am

Maxim Gorki Theater, in Helsinki, Luxemburg, Tel Aviv und New York City. In der Spielzeit 2019/20 war sie Hausautorin am Nationaltheater Mannheim,

wo Liebe / Eine argumentative Übung entstand (eingeladen zu den

Mülheimer Theatertagen 2020). Mit Like Lovers Do (Memoiren der Medusa)

in der Inszenierung von Pınar Karabulut an den Münchner Kammerspielen

erfolgte eine Einladung zum Berliner Theatertreffen 2022.

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GASTSPIEL KOSMOS THEATER WIEN

Mit: Aline-Sarah Kunisch

Rahel Ohm, Christoph Radakovits Daniel Wagner, Johanna Wolff

Regie: Milena Michalek

Ausstattung: Sina Manthey

Dramaturgie und Assistenz: Elena Höbarth Mitarbeit Ausstattung: Luna Becker

Do 9. Juni, 18.00 Uhr und Fr 10. Juni, 19.00 Uhr, Box Autor:innensalon mit Milena Michalek am Fr 10. Juni im Anschluss an die Vorstellung, Saal

„Alles an dieser poetisch mäandernden Inszenierung mutet an der Oberfläche humorvoll, skurril bis absurd an und ist dabei tiefsitzend traurig und zutiefst verletzlich. Eben doch: funkelnd schön.“ (Wiener Zeitung) Sie sind kompliziert und wunderschön. Korallen sind schwer zu vereinzeln, uralt und sie sterben, weil die Meere zu warm sind. Eine kleine Gruppe von Dichtern mit Rucksäckchen setzt sich gemeinsam in Bewegung. Ein Ausflug, ein kühnes Vorhaben, zerfallen sie dabei doch ständig. Ein Monument erweist sich als schillernder Friedhof ohne Infotafel. „Die Kombination aus dem steilen Abgrund links neben uns und deinen am Rücken gefalteten Armen kommt mir fahrlässig vor“, spricht Mensch. Und wie spricht Koralle? Vielleicht so: „Wir wissen nicht, wo wer aufhört, wo wer anfängt.“ Wie kann man sich verwandt machen zwischen den Spezies? Wie trauern um den Verlust der Korallen? Was passiert, wenn wir Menschliches- und Natursterben eng miteinander verbunden sehen auf der Suche nach einer Sprache des Sterbens, in der es immer auch um eine Sprache des Lebendigen geht. Denn Sterben tun wir lebendig. Das ist ja die Krux.

© Bettina Frenzel

MILENA MICHALEK

wurde 1993 in Wien geboren und arbeitet als freie Theaterregisseurin

und Autorin in Wien und Berlin. Als Mitbegründerin des Theaterkollektivs

YZMA entwickelte sie eine Methode des Schreibens, die auf Improvisation,

Transkription und Montage beruht. Kollektive Autor:innenschaft, diskursive Theaterformen und die Verschmelzung von Inszenierung und

Textproduktion stehen im Fokus ihrer Arbeit. 2020 erhielt Schwieriges

Thema eine Einladung zu den Autor:innentheatertagen – im Rahmen der-

selben entstand ihr Text Das Hier. 2021 war sie Teilnehmerin des Internationalen Forum des Theatertreffens und als Atelierautor:in am Deutschen

Theater Berlin zu Gast.

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STREAM SCHAUSPIELHAUS GRAZ

© Lex Karelly

Mit: Henriette Blumenau, Oliver Chomik, Nico Link

Alexej Lochmann, Daria von Loewenich, Sarah Sophia Meyer

Raphael Muff, Susanne Konstanze Weber

Timo Neubauer (Live-Kamera)

Regie: Daniel Foerster

Bühne und Kostüme: Mariam Haas, Lydia Huller, Robert Sievert

Musik: Jan Preißler, Video: Simon Baucks

Dramaturgie: Franziska Betz

Stream am Fr 10. Juni, 21 Uhr, Kammerspiele Autor:innensalon mit Caren Jeß im Anschluss an den Stream, Saal

Einmalig wird ELEOS als Stream exklusiv in den Kammerspielen des Deutschen Theaters zu sehen sein. Das Schauspielhaus Graz hat diesen Theaterfilm auf Grundlage der Inszenierung von Daniel Foerster eigens für die Vorführung im Rahmen der Autor:innentheatertage aufgenommen. Eleos und phobos, Furcht und Mitleid, sind die kathartischen Effekte, die ein tragisches Stück hervorrufen soll, auf dass der Mensch nach dem Theaterbesuch sittlich gereinigt in seine Realität zurückkehre. „Or!“ Dieser Ausruf der Missstimmung sei „eine der am häufigsten gebrauchten Interjektionen unserer Zeit“. Denn wir glauben zwar nicht mehr an die Katharsis, sehnen sie aber herbei, weil wir uns nicht mehr aufregen müssten, wenn wir erst rein wären. Caren Jeßʼ kathartisches Kurstück (sic!) beschreibt in 36 formal und stilistisch höchst unterschiedlichen kurzen Szenen Gefühlslagen zwischen Niedergeschlagenheit und Jammerei, Angst und Wut, Gewalt und Hass. Ohne sich

auf eine politische Agenda oder ein billiges Freund-FeindSchema festzulegen, ohne den Zeigefinger zu erheben und auf das zu deuten, was in dieser Welt vermeintlich geht oder eben nicht (mehr) geht, seziert sie mit poetischer Einfühlsamkeit und sprachlicher Virtuosität die Empörung an sich. Sie findet Beispiele für die Mechanismen und Kettenreaktionen dahinter und erzählt zutiefst menschenfreundliche Geschichten über hochzivilisierte Individuen am Endpunkt. CAREN JEß

geboren 1985 in Eckernförde, studierte Deutsche Philologie und Neuere

Deutsche Literatur in Freiburg i.Br. und Berlin. Mit der Grazer Urauf­führ­

ungsinszenierung von Bookpink wurde sie 2020 für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert und zur Nachwuchsdramatikerin des Jahres

gewählt. Im Jahr davor gewann sie den Else-Lasker-Schüler-Stückepreis für ihr Stück Der Popper und den Preis der taz-Publikumsjury des 26. open

mike für Die Ballade von Schloss Blutenburg. Eleos ist nach Bookpink bereits die zweite Uraufführung der norddeutschen Autorin in Graz.

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GASTSPIEL BURGTHEATER WIEN

© Matthias Horn

Mit: Mehmet Ateşçı, Marcel Heuperman, Dörte Lyssewski Branko Samarovski, Marie-Luise Stockinger

Andrea Wenzl, Live Kamera: Andrea Gabriel, David Sumbera

Live-Videocutter: Marcell Bandi, Tobias Jonas

Tonanglerin: Flora Rajakowitsch Regie: Frank Castorf

Bühne: Aleksandar Denić, Kostüme: Adriana Braga Peretzki Musik: William Minke, Licht: Lothar Baumgarte

Dramaturgie: Sebastian Huber

Mitarbeit künstlerische Produktionsleitung: Sebastian Klink Videodesign und Kamera: Andreas Deinert

Sa 11. Juni, 19.00 Uhr und So 12. Juni, 19.00 Uhr, Deutsches Theater Einführung am So 12. Juni, 18.30 Uhr im Saal

„Elfriede Jelinek greift entschlossen ins Medien-MythenMutationen-Leben und bereitet es als faszinierendes Zerrspiegelpanorama auf.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) Castorf inszeniert Jelinek – erstmals seit der bahnbrechenden Hamburger Inszenierung von Raststätte im Jahr 1995 treffen zwei der stilprägendsten Künsterpersönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnten wieder aufeinander. „Die Macht hat ein Auge auf uns geworfen“, heißt es im Text. Dem „Uns“ stehen die anderen gegenüber: Gates, Kurz, Soros und Rothschild, die Chinesen und die Amerikaner, die Götter und Zauberinnen. Aber nicht mit Gleichgültigkeit, wie „wir“ lange dachten, nein, sie kümmern sich intensiv um uns. Sie haben eigens ein Virus in die Welt gesetzt, um uns zu dezimieren. Intensiv, giftig und körperlich ist das Verhältnis zwischen Herrschern und Beherrschten, Göttern und Erdlingen, Kirke 10

und dem Häuflein überlebender Männer unter der Führung des Odysseus, die die Zauberin in Schweine verwandelt. Aber waren sie das nicht schon immer? Die Pandemie, als mythensatte Schweine-Grippe betrach­tet, führt bei Jelinek zu einem klarsichtigen Text da­rüber, wie wenig wir unsere Lage verstehen (wollen) und über den Lärm, den wir dabei machen. „Sie sehen uns nicht, sie hören uns nicht, aber sie wollen uns zerstören.“ ELFRIEDE JELINEK

geboren 1946 und aufgewachsen in Wien, hat für ihr Werk eine Vielzahl

von Auszeichnungen erhalten, darunter den Georg-Büchner-Preis und

den Franz-Kafka-Literaturpreis. 2004 wurde ihr der Nobelpreis für Lite-­ r­atur verliehen. Als Autorin zahlreicher Theaterstücke zählt sie zu den wichtigsten Gegenwartsdramatikerinnen.


GASTSPIEL SCHAUSPIEL HANNOVER

Mit: Nikolai Gemel, Mathias Max Herrmann, Lukas Holzhausen

Regie: Matthias Rippert Bühne: Fabian Liszt

Kostüme: Johanna Lakner, Musik: Robert Pawliczek

Dramaturgie: Barbara Kantel

Sa 11. Juni, 20.00 Uhr und So 12. Juni, 17.00 Uhr, Kammerspiele Autor:innensalon mit Teresa Dopler am Sa 11. Juni im Anschluss an die Vorstellung, Saal

„Eine unterhaltsame, ja komische Aufführung. […] Eigentlich möchte man der Inszenierung die große Bühne wünschen. […] Die Autorin Teresa Dopler hat mit Monte Rosa ein wertvolles Stück geschrieben, die deutsche Erstaufführung in Hannover wird dem in allen Belangen gerecht.“ (Die Deutsche Bühne) Dichte Dunstwolken liegen in den Tälern, die Gletscher sind abgeschmolzen und Steinschläge sind eine beständige Bedroh­ ung. Nur hoch oben in den Alpenmassiven sind noch Bergsteiger unterwegs. Gut trainiert und bestens ausgerüstet sind sie immer am Weg auf den nächsten Gipfel, dorthin, wo die Luft am saubersten ist. Drei von ihnen begegnen sich unterwegs auf diesem unsicheren, beängstigenden und verstörenden Terrain. Hier gelten fragwürdige Werte und eigenartige Umgangsformen. Gesundheit, Alter, Fitness sind die ausschlaggebenden Kri­te­ r­­ien. Schnell wird klar, dass nicht nur die Berge bröckeln. Teresa Dopler entwickelt in ihrem Stück ein gleichermaßen erschreck­ endes wie komisches Zukunftsszenario zwischen roman­tischer Schönheit und globaler Zerstörung.

© Kerstin Schomburg

TERESA DOPLER

wurde 1990 in Oberösterreich geboren. Sie studierte Sprachkunst an der

Angewandten Kunstuniversität Wien und Theater-, Film-, und Medienwissenschaft an der Universität Wien. Längere Auslandsaufenthalte in

Spanien, Portugal und Frankreich. Mit Das weiße Dorf gewann sie 2019

den AutorInnenpreis des Heidelberger Stückemarktes. Teresa Dopler war Teilnehmerin bei FORUM Text 2018 – 20 und nahm 2019 an der Residency

for Emerging Playwrights am Royal Court Theater teil. Sie erhielt zahl-

reiche Literaturstipendien, darunter das DramatikerInnenstipendium der Literar-Mechana, und das Literaturstipendium der Stadt Linz. Teresa Dopler lebt in Wien.

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GASTSPIEL DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS HAMBURG

Mit: Eva Bühnen, Sachiko Hara, Jonas Hien Matti Krause, Sasha Rau, Angelika Richter

Zauberer: Jan Logemann, Musikerin: Fee Aviv Marschall

Regie: Bonn Park

Bühne und Kostüme: Laura Kirst

Licht: Andreas Juchheim, Dramaturgie: Anika Steinhoff

Komposition: Ben Roessler

Di 14. Juni, 20.00 Uhr und Mi 15. Juni, 19.30 Uhr, Kammerspiele Autor:innensalon mit Bonn Park am Di 14. Juni im Anschluss an die Vorstellung, Saal

„Das Mashup aus dem gewaltfreien Heist-Movie und Schillers Jugendwerk ist ein assoziatives und heiteres Stück Theater über gute Gefühle und ein bisschen Zuversicht. Es ist ein Stück, in dem der Autor Schiller streift oder vertont – verortet in einem leuchtend roten, trashig schönen Casino.“ (taz) Schillers Räuber sind Ganoven. Ihr Ideal verratend, sich für die Armen und Unterdrückten einzusetzen, stehlen sie Gold und Pferde, bedienen sich frei an Zivilisation und Natur. In einem außer Kontrolle geratenen sozialen Gefüge rechnet Friedrich Schiller mit Staatswillkür ab und setzt sich mit dem Bösen auseinander, sucht nach Kippmomenten, in denen grundsätzliche Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Respekt verraten werden. Bei Bonn Park sieht das ganz anders aus: In seiner Bearbeitung geht es um eine Utopie, ein Gefühl, nach dem wir uns sehnen, einen Cut in der Geschichte, der Schönheit und neue Ideen an die Stelle von Griesgrämigkeit setzt. Bonn Parks Figuren eint das Begehren zu wissen, wer sie sind und wer sie sein könnten: Die besseren Räuber. Diese Räuber glänzen, sie sind freundlicher denn je und begehen nur noch die richtigen Verbrechen. Sie lassen andere ausreden, respektieren jene, die nie respektiert werden – und bringen die zur Strecke, die sich weigern, in makellosem Zauber zu leben.

© Thomas Aurin

BONN PARK

1987 in Berlin geboren, studierte in Berlin und Zürich Szenisches Schreiben und Regie. Erste Arbeiten als Regisseur und Autor an der Volksbühne

Berlin. 2011 erhielt er den Innovationspreis des Heidelberger Stücke-

markts. Sein Stück Traurigkeit & Melancholie oder der aller aller einsamste

George aller aller Zeiten wurde 2014 mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis ausgezeichnet und 2016 für den Deutschen Jugendtheaterpreis

nominiert. 2016 gewann er mit Wir trauern um Bonn Park den Jugendjury-

preis der Essener Autorentage. Das Knurren der Milchstraße bekam 2017

den 1. Preis des Stückemarktes beim Berliner Theatertreffen. Drei Milliarden

Schwestern wurde im Oktober 2018 unter seiner Regie in der Volksbühne Berlin uraufgeführt und ist mit dem Friedrich-Luft-Preis 2019 ausgezeichnet

worden. Bonn Park wurde von der Fachjury von Theater heute zum Nachwuchsregisseur des Jahres 2019 gekürt. Die Bamberger Inszenierung

seines Stückes Das Deutschland wurde 2020 nach Mülheim eingeladen.

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GASTSPIEL MÜNCHNER KAMMERSPIELE

© Armin Smailovic

Mit: Bernardo Arias Porras, Katharina Bach

Christian Löber, Nancy Mensah-Offei Michael Pietsch, Leoni Schulz

Regie: Jan-Christoph Gockel

Bühne: Julia Kurzweg, Kostüme: Janina Brinkmann

Musik: Anton Berman, Maria Moling, Puppenbau: Michael Pietsch

Lichtdesign: Christian Schweig, Dramaturgie: Tobias Schuster

Mi 15. Juni, 19.00 Uhr und Do 16. Juni, 19.00 Uhr, Deutsches Theater Autor:innensalon mit Thomas Köck am Mi 15. Juni im Anschluss an die Vorstellung, Saal mit englischen Übertiteln

„Thomas Köck hat wieder einmal ein Stück der Stunde geschrieben. […] großartig, insbesondere weil es immer wieder aus dem Witz heraus in große apokalyptische Ernsthaftigkeit zu springen vermag.“ (Deutschlandfunk Kultur) Ein namenloses Ich durchmisst die Ruinen einer untergegangenen Zivilisation, immer stand es an der Seite der Mächtigen, wurde gehört, ohne aber je selbst zu entscheiden. In den verlassenen Palästen tauchen Geister der Vergangenheit auf: Unter der Fahne der Kirche segelnd treiben europäische Konquistadoren mit ihrer räuberischen Suche nach Eldorado die von Europa ausgehende Ausbeutung des Planeten voran. Andere taumeln, von Opiaten betäubt, zwischen Kollaps und Explosion hin und her. Zunehmend überlagern sich die Zeitebenen, bis auf den Trümmern etwas Neues entsteht. Der vielfach preisgekrönte Autor Thomas Köck sucht in der

Geschichte nach den Wurzeln für die Fehlentwicklungen unserer Gegenwart. Das Regieteam um Jan-Christoph Gockel kleidet den Text – mit Puppen und viel Musik – in eine der schillernsten und vielschichtigsten Inszenierungen der laufenden Theatersaison. THOMAS KÖCK

geboren 1986 in Steyr/Oberösterreich, sozialisiert durch Musik, studierte

in Wien und Berlin Philosophie und Literaturwissenschaft sowie Szenisches

Schreiben an der UdK Berlin. Mitarbeit am theatercombinat Wien. Für

Isabelle H. (Geopfert wird immer) erhielt er 2015 den Else Lasker-Schüler-

Stückepreis. Köck war 2015/16 Hausautor am National­theater Mannheim. Mit paradies fluten (verirrte sinfonie) war er eingeladen zum Heidelberger

Stückemarkt und zu den Autor:innentheatertagen, wo er 2018 mit die

zukunft reicht uns nicht und 2019 mit atlas erneut zu Gast war. Er wurde

mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2016 mit dem Kleist-Förderpreis und 2018 und 2019 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis.

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GASTSPIEL THEATER BREMEN

Mit: Christian Freund, Lieke Hoppe

Ferdinand Lehmann, Susanne Schrader

Fania Sorel, Caline Weber, Simon Zigah

Regie: Armin Petras

Bühne: Julian Marbach

Kostüme: Annette Riedel

Licht: Norman Plathe-Narr

Musik: Jörg Kleemann

Video: Lio Klose, Cantufan Klose

Dramaturgie: Marianne Seidler

Do 16. Juni, 20.00 Uhr, Kammerspiele Autor:innensalon mit Fritz Kater im Anschluss an die Vorstellung, Saal

„Ungewöhnlich ist es schon, wenn ausgerechnet Pathos und Gänsehaut einen Theaterabend mit der Vernunft versöhnen.“ (taz) Milchwald ist das Stück zur Stunde, eine Reise an die EU-Außengrenze zwischen Polen und Belarus, erzählt als temporeicher Roadtrip. Laila lebt mit ihren Kindern in Bremen, ebenso wie Bodybuilder und Paketkurier Sylvester, die junge Dozentin Delia, die ehemalige Tänzerin Frau Niebuhr und ihr Sohn Benny, ein Multitalent auf der Suche. Feine Linien verbinden sie alle miteinander und mit Dylan, der seine ganz eigene Vergangenheit hat und dennoch die Fäden der Geschichte in der Hand hält. Sechs Bremer:innen werden zur Schicksalsgemeinschaft. Als Laila abgeschoben wird, machen sich die anderen auf einen abenteuerlichen Weg, um sie zurückzuholen. Der führt sie nicht nur an die Außengrenze der EU, sondern stellt auch eigene Gewissheiten in Frage. Fritz Kater hat ein Stück voller Sprünge, Verdichtungen und Perspektivwechsel geschrieben, das Menschen unserer Zeit und ihre polarisierenden Fragen porträtiert.

© Jörg Landsberg

FRITZ KATER

Für sein Stück zeit zu lieben zeit zu sterben wurde Fritz Kater 2003 mit

dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet und in der Jahresumfrage

der Zeitschrift Theater heute zum Dramatiker des Jahres gewählt. Diese

Auszeichnung erhielt Fritz Kater erneut 2004 für WE ARE CAMERA/ jasonmaterial. Beide Stücke wurden – in der Regie von Armin Petras – zum

Theatertreffen eingeladen. Weitere wichtige Stücke von Fritz Kater, die

Armin Petras inszenierte, sind u. a.: Sterne über Mansfeld (UA 2004), 3

von 5 Millionen (UA 2005), Abalon, one nite in Bangkok (UA 2006), HEAVEN

(zu tristan) (UA 2007), we are blood (UA 2010), demenz depression

revolution (2013) und Buch (5 ingredientes de la vida) (2015). Fritz Kater

erhielt 2008 den Else-Lasker-Schüler Dramatikerpreis für sein Gesamtwerk.

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Artwork: Esra Gülmen


URAUFFÜHRUNG KOPRODUKTION DEUTSCHES THEATER BERLIN UND SCHAUSPIELHAUS GRAZ

LANG DER A E NACHT UTOR :INNE N

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PAULA THIELECKE

1990 geboren in Berlin, ist Regisseu-

rin, Dramatikerin, Schauspielerin, Performancekünstler ­­i n, Moderatorin

Mit: Maximiliane Haß, Beatrix Doderer, Miriam Fontaine

und Aktivistin. Ihre Jugend verbrachte

sie bei P14, dem Jugendtheater der

Katrija Lehmann, Mathias Lodd, Sissi Noé

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-

Regie: Christina Tscharyiski

Theater Berlin. 2015 schloss sie ihr

Bühne: Sarah Sassen, Kostüme: Jenny Schleif

stellende Kunst Baden-Württemberg

Clemens Maria Riegler, Rudi Widerhofer Choreinstudierung: Almuth Hattwich

Platz und dem Jungen Deutschen

Studium an der Akademie für Dar-

Dramaturgie: Karla Mäder

ab. Als Gründungsmitglied von

Uraufführung in der Langen Nacht der Autor:innen Sa 18. Juni, 20.30 Uhr, Deutsches Theater mit englischen Übertiteln

niert sie seit 2012 zahlreiche Arbeiten.

KOLLEKTIV EINS schreibt und insze-

Seit 2015 eigene Inszenierungen,

Gastengagements und Performances

im deutschsprach­igen Theaterraum.

Für Film- und Fernsehproduktionen ist Paula Thielecke regelmäßig als

Jedes Jahr veröffentlicht der Deutsche Bühnenverein eine Statistik, die u. a. Zuschauerzahlen und Inszenierungen einzelner Autor:innen misst. Immer auf Platz eins, sowohl bei der Anzahl der Inszenierungen als auch bei der Zahl der Zuschauer:innen: William Shakespeare. Damit muss endlich Schluss sein, findet seine Schwester, Judith Shakespeare. Sie ist jung, hat etwas zu sagen und will endlich als Autorin aus dem Schatten ihres Bruders treten. Trickreich verschafft sie sich Zugang zum Theaterdirektor und präsentiert ihm ihre Idee: Ein Theaterstück über den europäischen Urwald will sie schreiben, ein Paradies, in dem das Organische wachsen und vergehen darf. Frauen müssen gefördert werden, findet der Intendant, und denkt sich: Wenn wir nur ihren Nachnamen aufs Plakat schreiben, merkt es vielleicht niemand und der Erfolg ist vorprogrammiert. Sein Auftrag an Judith lautet: Schreib was über Gewalt, Mädchen, damit kennt Ihr Frauen Euch doch aus! Unter Protest setzt sich die Autorin ans Werk und ringt dem Papier einen Text ab, der sowohl mit ihren eigenen Gewalterfahrungen zu tun hat als auch damit, dass Vergewaltigung eine Säule der abendländischen Kultur ist: Lukrezia, Leda, Kallisto, Lavinia, Philomena, Arethusa, Gretchen – überall vergewaltigte Frauen.

Spielerin zu sehen. Als Sprecherin ist

Zumindest für Judith Shakes- sie in diversen Produktionen für peare wird am Ende alles gut, Deutschlandfunk Kultur zu hören. ein schönes Privileg der Fiktion: Seit 2017 ist sie außerdem als GastBei Paula Thielecke darf sich Dozentin für Schauspiel und Kraft an das Patriarchat selbst ab- der Hochschule für Musik und Theater schaffen und Platz machen Rostock tätig. Ihre Arbeiten handeln für „ein Rudel aktivistischer von Gewalt, Überleben, Subjekt­ Revolutionär:innen“, die auf werdung und Lust. Ihr Text JUDITH der Bühne ihre Visionen um- SHAKESPEARE – RAPE AND setzen. REVENGE wurde 2021 für den RetzJudith, the sister of… hofer Dramapreis nominiert und ist that’s right, the other Shake- 2022 einer der drei Gewinnertexte speare, is an author herself der Autor:innen­theatertage. who struggles with her brother’s fame. And above all with an industry that’s still lightyears away from equality. We’re not living in the Victorian age any­ more, and we’ve already been through emancipation and MeToo, you might be thinking. And yet in the cultural sector, even now, it’s far easier for a William to make it than for a Judith. This text shows with knowing humour the little ways you get cut down that can make you go crazy – and allows you to understand the author’s rage as she fights against the business. 17


URAUFFÜHRUNG

KOPRODUKTION DEUTSCHES THEATER BERLIN UND SCHAUSPIEL LEIPZIG

RAPHAELA BARDUTZKY

studierte Schauspieldramaturgie, Philosophie und Literaturwissenschaft

an der Bayer­ischen Theaterakademie

August Everding und der LMU München. Anschließend arbeitete sie als Script-Consultant und Lektorin im

Art-House Filmbereich. Gemeinsam Übersetzungen ins Polnische von Aleksandra Lukoszek

mit Theresa Seraphin gründete sie

2016 das „Netzwerk der Münchner

Mit: Mira Fajfer, Amal Keller, Julia Preuß

Theater­texter:innen“. Ihr Stück Wüst-

Bühne: Hugo Gretler, Kostüme: Sabine Blickenstorfer

Literaturstipendium ausgezeichnet.

Regie: Enrico Lübbe

Musik: Philipp Rumsch, Dramaturgie: Torsten Buß Matthias Döpke

Uraufführung in der Langen Nacht der Autor:innen am Sa 18. Juni, 18.00 Uhr und 22.15 Uhr, Kammerspiele mit englischen Übertiteln

ling wurde 2017 mit dem Münchner

Ihr Drama Fischer Fritz erhielt 2021

Nominierungen für den Heidelberger

Stückemarkt sowie den „Förderpreis

für Neue Dramatik“ an den Münchner

Kammerspielen, wo es mit dem Publikumspreis prämiert wurde. Seit 2019

gehört Raphaela Bardutzky zum

Kurator:innen-Team der LIX Lesereihe im Münchner Theater HochX. Sie gibt

Fischer Fritz fischt keine Fische mehr. Er hatte einen Schlaganfall. Damit ist die Tradition gerissen, es gibt nun keinen Fischer mehr am kleinen Fluss im kleinen Dorf. Denn auch Fritz’ Sohn Franz fischt nurmehr noch als Hobby, er ist in die große Stadt gezogen. Aber ob es eh noch viele Fische gibt, da kann man sich auch nicht sicher sein. Unsicher ist auch, wie es nun mit Fritz weitergehen soll in seinem Zustand. Sprechen ist schwierig, und schon aus Protest hat er sich jetzt aufs Schweigen verlegt. Aber sein Denken ist klar: „Gar nix gehd weida“, denkt der Fritz, „i bin a Wrack.“ Ein Heim kommt für ihn trotzdem nicht in Frage. Wenig später fährt Piotra mit einigen anderen Frauen in einem Bus von Polen nach Deutschland. Sie sind auf dem Weg, um sich als Live-in-Pflegekräfte rund um die Uhr zu kümmern um Menschen wie Fritz und all die anderen, um die sich sonst keiner kümmern könnte oder würde in den großen Städten und kleinen Dörfern. „Uważaj na siebie. Tu na tym końcu świata“, pass auf dich auf hier in der Pampa, heißt es im Bus, als Piotra schließlich an Fritz’ Häuschen aussteigt. Von dem Aufeinandertreffen so unterschiedlicher Figuren als neue Familie auf Zeit erzählt Raphaela Bardutzky: Bei Fischer Fritz begegnen sich Heimat und Fremde, Ländlichkeit und Großstadt, verschiedene Sprachen und ähnliche Einsamkeiten. Und nicht immer verlaufen die Linien so, wie man es zu ahnen vermeint. Raphaela Bardutzky entwickelt ihre Geschichte und ihre Themen in Fischer Fritz sehr spielerisch und auf theatral 18

Workshops und unterrichtete von

offene Weise: „Fri“ und „Fra“ 2018 bis 2021 „Schreiben für Film und „P“ nennt sie das Perso- und Theater“ am Institut für Theaternal ihres Stückes — im Kern wissenschaft der LMU München. an je eine der Hauptfiguren Raphaela Bardutzky lebt in München. angedockt, spielen diese drei auch alle anderen Figuren. Dabei ist Fischer Fritz nicht nur ein Sprechtheater, wie es im Untertitel heißt, sondern auch ein Sprachtheater. Ein Stück, das schnell zwischen den Ebenen und Situationen, den Sprachen und Dialekten switcht — und die Figuren können das auch. Figuren, die auch die Gedanken der anderen mitunter hören können (oder sie eh kennen), die sich ins Wort fallen und die alle gemeinsam eine besondere Geschichte erzählen: von drei Lebenswegen und ihren Bedingungen in unserer Gegenwart. Fishing, hair and elderly care. Raphaela Bardutzky interweaves different worlds of language in her play. In the process, this text switches back and forth between German, Bavarian and Polish. The author manages to clothe this story about a Polish 24-hour caregiver who moves to the Bavarian province to care for a fisherman named Fritz in a finely woven linguistic garment that speaks of the challenges of care, the conflict between generations and the precarious working conditions in her field. In memorable images, a tension runs through this play that keeps on building up in the places that seem inconspicuous.


URAUFFÜHRUNG

DEUTSCHES THEATER BERLIN

ALEXANDER STUTZ

geboren 1992, wuchs in einem kleinen

Dorf in der Nähe von Zürich auf. Er

absolvierte eine Ausbildung als GeMit: Hilke Altefrohne, Paul Grill

Andreas Leupold, Niklas Wetzel Regie: Jorinde Dröse

Bühne: Janja Valjarević, Kostüme: Juliane Kalkowski Musik: Jörg Kleemann, Dramaturgie: Bernd Isele

Uraufführung in der Langen Nacht der Autor:innen am Sa 18. Juni, 18.30 Uhr und 22.45 Uhr, Box Voraufführung am Fr 17. Juni, 19.00 Uhr, Box

stalter. Dann zog es ihn nach Deutschland, wo er im freien Theater Tempus

fugit arbeitet. Nebenher inszeniert

er bei verschiedensten Amateur-

Theatervereinen in der Umgebung

von Zürich. 2019 beendete er an der Zürcher Hochschule der Künste den

Bachelor of Arts in Theater, Praxisfeld Regie. Zurzeit erweitert und schärft

er seine künstlerische Position im

Master of Arts an der Zürcher Hoch-

schule der Künste, ebenfalls im Praxisfeld Regie. Vor und während seines

Regie-Studiums bewegte sich Alexander

Stutz mit verschiedensten Kompliz:innen in der Freien Szene. So waren sie

unter anderem mit let’s talk about

money, honey am spontan Festival in

Zürich und in Berlin, mit intim, öffent-

lich! am Wildwuchs Festival in Basel

vertreten. 2020/2021 war er einer von vier Teilnehmer:innen des

DRAMENPROZESSORS, einer Platt-

Familie: Ort der tiefsten Verletzungen, Ort der ewigen Sehnsucht nach Nähe, Ort der verschlungensten Konflikte. Wenn dort nach Jahren des Schweigens etwas zur Sprache kommt, dann geht auch die Sprache verschlungene Wege, so wie in dem Text, den der junge Schweizer Autor Alexander Stutz zu den Autor:innentheatertagen 2022 eingereicht hat. Zwar scheint der Körper seines Protagonisten Aaron ein hohes Bewusstsein dafür zu haben, was ihm in seiner Kindheit und Jugend widerfahren ist; trotzdem braucht die Sprache einen Umweg, um davon erzählen zu können. So beginnen die Augenlider zu sprechen, die Muttermale, der Magen, der Kloß im Hals und auch eine Matratze. Sie alle reden gegen das Schweigen an, das sich Aarons Familie verordnet hat – ein Schweigen, das Dinge aus der Welt schaffen möchte und damit die Wunden vergrößert, die sich nun mal nicht wegschweigen lassen. Alexander Stutz' Text findet eine hohe sprachliche Form für ein Thema, bei dem einem die Sprache immer wieder wegbleibt.

form für Autor:innenförderung, wel-

When something from the che das Theater Winkelwiese initiierte. past is finally spoken about Dabei entstand sein Debütstück Das after many years, it often Augenlid ist ein Muskel, welches zur takes winding paths, as in this Gründung des Vereins ‚radikal/plüsch‘ text by Alexander Stutz. And führte. In der Spielzeit 2021/2022 although his protagonist’s war Alexander Stutz im Rahmen des body seems to have an awa- Förderprogramms für Neue Schweizer reness of the trauma he un- Dramatik „Stück Labor“ als Hausautor derwent as a child, language am Theater St.Gallen engagiert. needs this detour before it can articulate what happened. But how can one find language when silence is inherited from the family? His eyelids begin to speak, so does the lump in his throat, and a mattress too. A silence that believes it can make things disappear by not naming them only conceals the injuries that cannot be hushed up. Stutz’s text finds a breathtakingly speech-filled form for a subject that always leaves you speechless.

19


LESUNGEN

Ein Leseabend mit den Atelierautor:innen Fr 17. Juni, 20.30 Uhr, Bar Mitten im Herzen des Deutschen Theaters waren im vergangenen Herbst und Winter fünf Autor:innen zu Gast: Nele Stuhler, Milena Michalek, Fiston Mwanza Mujila, Maria Ursprung und Thomas Perle bezogen für je einen Monat die Schreibstube im neu gegündeten Autor:innenatelier. Eingeladen um zu schreiben und gemeinsam mit allen Mitarbeiter:innen und Besucher:innen des Hauses über Theater in Krisenzeiten und den Neubeginn nach den Lockdowns nachzudenken. Ziel des Residenzprogramms waren keine Stückaufträge, sondern Begegnungen, Gespräche, ein neues Miteinander. Entstanden ist trotzdem ein Text: Ein altes Haus voll Leidenschaft, ein „Fünfakter“, in dem die fünf Autor:innen gemeinsam über ihre Zeit im Atelier berichten, über spannende Begegnungen und Geheimnisse alter Häuser. Der Leseabend gibt in lauschiger Baratmosphäre die Gelegenheit, die Autor:innen und den Text kennenzulernen.

Szenische Lesung des von der Festivaljury lobend erwähnten Stückes Sa 18. Juni, 18.30 und 22.30 Uhr, Saal Minen explodieren an einem Öltanker in der Straße von Hormus – Raketen treffen auf eine Raffinerie in Saudi-Arabien – Drohnen töten einen Offizier der iranischen Revolutionsgarde – in New York geht ein Börsenmakler mit seinen Spekulationen all in ... Dazwischen und mittendrin: die Stimmen der Mächtigen und Ohnmächtigen, der Dollars und der Abermillionen Wesen, die zu Öl geworden sind. Amir Gudarzis Theatertext Wonderwomb erzählt vom Öl, das den Motor des Kapitalismus am Laufen hält, für das die Menschen alles aufs Spiel setzen und das wie kein anderer Stoff für die Transformation unserer Welt steht. Die Jury der Autor:innentheatertage 2022 hat das Stück mit einer speziellen Erwähnung ausgezeichnet. Wir stellen den Text im Rahmen der Langen Nacht der Autor:innen in einer Lesung vor. Amir Gudarzi war mit seinem Text für den Retzhofer Dramapreis 2021 nominiert und hat für das Stück mittlerweile den KleistFörderpreis erhalten. Wonderwomb gelangt in der kommenden Spielzeit am Hessischen Landestheater Marburg zur Uraufführung. 20


AUTOR:INNENSALONS

BEGEGNUNGEN

Etablierte Autor:innen und hoffnungsvolle Newcomer:innen, schreibende Regisseur:innen und inszenierende Dramatiker:innen: Vertreter:innen aller Formen lebendiger Autor:innenschaft sind während des Festivals am Deutschen Theater zu Gast. Unsere Salons geben dem Publikum die Möglichkeit, die Autor:innen in moderierten Gesprächen kennenzulernen.

Die Autor:innentheatertage sind ein Festival der Begegnungen: Neulinge und Dauergäste, Kolleg:innen und Berliner:innen, stille Genießer:innen und Feierbiester – sie alle sind im Juni unsere Gäste. Der Vorplatz, die Festivalbar, Einführungen und Nachgespräche, Lesungen, Konzerte und DJs laden zum Kommen und zum Bleiben ein.

Bei der Autor:innentheatertagen 2022 sind zu Gast:

BLOG

SIVAN BEN YISHAI

Mi 8. Juni, im Anschluss an die Vorstellung von Wounds Are Forever (Selbstportrait als Nationaldichterin)

RAINALD GOETZ

Do 9. Juni, im Anschluss an die Vorstellung von Reich des Todes

MILENA MICHALEK

Fr 10. Juni, im Anschluss an die Vorstellung Koralli Korallo

Um die Jubiläumsausgabe 2022 gebührend zu feiern, richten wir in diesem Jahr den Blick ins Herz der Autor:innentheatertage und halten das Festivalgeschehen gemeinsam mit einem jungen Blogger:innen-Team fest. Wir möchten unterschiedlichste Perspektiven vereinen, Stimmen versammeln, uns austauschen und neue Dramatik reflektieren. Der Blog ist während des Festivalzeitraums online. Weitere Infos zum Rahmenprogramm, zu unserem Blog, zu allen Autor:innen, Gastspielen und Uraufführungen finden Sie unter: deutschestheater.de

CAREN JEß

Fr 10. Juni, im Anschluss an den Stream Eleos. Eine Empörung in 36 Miniaturen

TERESA DOPLER

Sa 11. Juni, im Anschluss an die Vorstellung von Monte Rosa

BONN PARK

Di 14. Juni, im Anschluss an die Vorstellung von Die Räuber der Herzen

THOMAS KÖCK

Mi 15. Juni, im Anschluss an die Vorstellung von Eure Paläste sind leer (all we ever wanted)

FRITZ KATER

FESTIVALJURY Ferdinand Schmalz Julischka Eichel Christiane Rösinger

PARTNERTHEATER

am Do 16. Juni, im Anschluss an die Vorstellung von Milchwald Alle Autor:innensalons finden im Saal statt, der Eintritt ist frei.

Einführungen: Im Vorfeld von Wounds Are Forever (Selbstportrait als Nationaldichterin) am Do 9. Juni um 19.30 Uhr und vor Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen! am Sa 12. Juni um 18.30 Uhr im Saal.

Mit freundlicher Unterstützung

Herausgeber: Deutsches Theater Berlin, Schumannstr. 13a, 10117 Berlin Intendant: Ulrich Khuon Geschäftsführender Direktor: Klaus Steppat Redaktion: Bernd Isele, Luisa Männel, Franziska Trinkaus Grafik: Sabine Meyer Artwork + Lettering: Esra Gülmen Spielzeit: 2021/2022

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AUSLÖSCHUNG. EIN ZERFALL nach Thomas Bernhard

Mit: Bernd Moss Linn Reusse Anja Schneider Manfred Zapatka Almut Zilcher Daniel Zillmann Regie: Karin Henkel Bühne: Thilo Reuther Kostüme: Teresa Vergho Musik: Lars Wittershagen Dramaturgie: Rita Thiele, Juliane Koepp

Premiere: Sa 4. Juni, 19 Uhr, Deutsches Theater Weitere Vorstellungen am So 5. Juni, 19.30 Uhr; So 26. Juni, 19.30 Uhr; So 3. Juli, 19.00 Uhr

LIEBE, EINFACH AUSSERIRDISCH von René Pollesch

Was ist Sex? Damit sollten wir uns vor allem anderen beschäftigen. Man hat auf diesem Planeten anscheinend die großen Fragen aus den Augen verloren.

Mit: Trystan Pütter, Sophie Rois, Kotbong Yang Regie: René Pollesch Bühne: Barbara Steiner Kostüme: Tabea Braun Dramaturgie: Bernd Isele Uraufführung: Fr 1. Juli, 20.00 Uhr, Deutsches Theater Weitere Vorstellungen am Do 7. Juli, 20.00 Uhr; Sa 9. Juli, 19.30 Uhr und So 10. Juli, 19.00 Uhr

PREM

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N IM DE UTSC H EN TH IM JU EATER NI UN D JUL I


AUTOR:INNENTHEATERTEXTE

PUBLIKATION ZUR 25. FESTIVALAUSGABE DER AUTOR:INNENTHEATERTAGE Zum Festivaljubiläum ist ein Wimmelbuch aus Stimmen entstanden: Autor:innen aus 25 Jahren schreiben über das Theater, wie es ist, wie es nicht ist und wie es sein könnte. Das Buch ist ein Spaziergang durch die Genres. Es versammelt Festivalreden und 25 neue Texte. Als biografische Notiz, Manifest, Glückwunsch, Gedicht, Szene oder Geschichte umkreisen alle

Texte die Frage nach dem Verhältnis von Autor:in und Theater. Wo liegt das gemeinsame Land? Wo – im Wechselspiel aus Nähe und Distanz – ist der Ort, an dem sich die beiden begegnen? Alexander Verlag 2022, Broschur, 232 Seiten, 12 €

23


08 MI

10 FR

14 DI

17 FR

19.00 – 22.00 Uhr - Deutsches Theater - 5 bis 48 € / erm. 9 €

Gastspiel Kosmos Theater Wien 19.00 – 20.20 Uhr - Box - 20 / erm. 9 €

18.30 – 19.50 Uhr - Box 14 / erm. 6 €

Voraufführung 19.00 Uhr - Box - 14 / erm. 6 €

von Milena Michalek und Ensemble anschließend im Saal: Autor:innensalon mit Milena Michalek

von Thomas Perle Regie: András Dömötör

Eröffnung und Festrede mit Ferdinand Schmalz und der Festivaljury

Gastspiel Düsseldorfer Schauspielhaus und Schauspiel Köln 5 bis 48 € / erm. 9 €

Reich des Todes

Koralli Korallo

von Rainald Goetz Regie: Stefan Bachmann

Stream Schauspielhaus Graz 21.00 – 22.20 Uhr Kammerspiele - 8€

Gastspiel Nationaltheater Mannheim und Theater Rampe Stuttgart 20.00 – 22.00 Uhr - Kammerspiele 23 bis 30 € / erm. 9 €

von Caren Jeß Regie: Daniel Foerster anschließend im Saal: Autor:innensalon mit Caren Jeß

Wounds Are Forever (Selbstportrait als Nationaldichterin)

von Sivan Ben Yishai Regie: Marie Bues anschließend im Saal: Autor:innensalon mit Sivan Ben Yishai

Eleos. Eine Empörung in 36 Miniaturen

11 SA Gastspiel Burgtheater Wien 19.00 – 22.30 Uhr - Deutsches Theater - 5 bis 48 €/ erm. 9 €

Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen!

karpatenflecken

Das Augenlid ist ein Muskel

Gastspiel Deutsches SchauSpielHaus Hamburg 20.00 – 21.40 Uhr - Kammerspiele 23 bis 30 €/ erm. 9 €

Die Räuber der Herzen

von Bonn Park Regie: Bonn Park anschließend im Saal: Autor:innensalon mit Bonn Park

15 MI Gastspiel Münchner Kammerspiele 19.00 – 22.00 Uhr - Deutsches Theater - 5 bis 48 € / erm. 9 € - SUR

Gastspiel Kosmos Theater Wien 18.00 – 19.20 Uhr - Box20 / erm. 9 €

Gastspiel Staatsschauspiel Hannover 20.00 – 21.30 Uhr - Kammerspiele 23 bis 30 € / erm. 9 €

Gastspiel Deutsches SchauSpielHaus Hamburg 19.30 – 21.10 Uhr - Kammerspiele 23 bis 30 € / erm. 9 €

von Theresa Dopler Regie: Matthias Rippert anschließend im Saal: Autor:innensalon mit Theresa Dopler

von Bonn Park

Gastspiel Düsseldorfer Schauspielhaus und Schauspiel Köln 19.00 – 21.30 Uhr - Deutsches Theater - 5 bis 48 € / erm. 9 €

Reich des Todes

12 SO

von Rainald Goetz anschließend im Saal: Autor:innensalon mit Rainald Goetz

Gastspiel Staatsschauspiel Hannover 17.00 – 18.30 Uhr - Kammerspiele 23 bis 30 € / erm. 9 €

Gastspiel Nationaltheater Mannheim und Theater Rampe Stuttgart 19.30 Uhr Einführung, Saal 20.00 – 22.00 Uhr - Kammerspiele23 bis 30 €  / erm. 9 €

von Theresa Dopler

Wounds Are Forever (Selbstportrait als Nationaldichterin)

von Sivan Ben Yishai

Monte Rosa

Gastspiel Burgtheater Wien 18.30 Uhr Einführung - Saal 19.00 – 22.30 Uhr - Deutsches Theater - 5 bis 48 € / erm. 9 €

Lärm. Blindes Sehen. Blinde sehen! von Elfriede Jelinek

Eintrittspreise Deutsches Theater: 5/12/21/30/39/48€ (erm. 9€ ) Kammerspiele: 23/30€ (erm. 9€) SUR: with English surtitles

Ein Leseabend mit den Atelierautor:innen Milena Michalek, Fiston Mwanza Mujila, Thomas Perle, Nele Stuhler und Maria Ursprung

18 SA Geschl. Veranstaltung: 11.00 Uhr, Saal Internat. Dramaturg:innentreffen

FISCHER FRITZ

von Elfriede Jelinek Regie: Frank Castorf

Monte Rosa

Ein altes Haus voll Leidenschaft

DIE LANGE NACHT DER AUTOR:INNEN

09 DO

von Milena Michalek und Ensemble Regie: Milena Michalek

20.30 Uhr - Bar - 8 €

Eure Paläste sind leer (all we ever wanted)

von Thomas Köck Regie: Jan-Christoph Gockel anschließend im Saal: Autor:innensalon mit Thomas Köck

Koralli Korallo

von Alexander Stutz Regie: Jorinde Dröse

Die Räuber der Herzen 20.00 – 21.20 Uhr - Box 14 / erm. 6 €

von Raphaela Bardutzky Regie: Enrico Lübbe URAUFFÜHRUNG 18.30 und 22.45 Uhr 18 / erm.8 € - Box Deutsches Theater Berlin

DAS AUGENLID IST EIN MUSKEL

karpatenflecken von Thomas Perle

von Alexander Stutz Regie: Jorinde Dröse

16 DO Gastspiel Münchner Kammerspiele 19.00 – 22.00 Uhr - Deutsches Theater - 5 bis 48 € / erm. 9 € - SUR

Eure Paläste sind leer (all we ever wanted) von Thomas Köck

Gastspiel Theater Bremen 20.00 – 22.00 Uhr - Kammerspiele 23 bis 30 € / erm. 9 €

Milchwald

URAUFFÜHRUNG 18.00 und 22.15 Uhr Koproduktion Schauspiel Leipzig - 23 bis 30 € / erm. 9 € Kammerspiele - SUR

von Fritz Kater Regie: Armin Petras Autor:innensalon mit Fritz Kater

URAUFFÜHRUNG 20.30 Uhr - Koproduktion Schauspielhaus Graz - 5 bis 48 € / erm. 9 € - Deutsches Theater - SUR

JUDITH SHAKESPEARE – RAPE AND REVENGE

von Paula Thielecke Regie: Christina Tscharyiski VON DER JURY LOBEND ERWÄHNT 18.30 Uhr und 22.30 Uhr 8 € - Saal

Wonderwomb

von Amir Gudarzi Eine szenische Lesung

Karten: 030.284 41-225 deutschestheater.de


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