p.b.b. VERLAGSORT: 1120 WIEN, 12Z039233 M
August 2015 | Folge 221 | 25. Jahrgang | Euro 5,– | issn 1018 8054
MAGAZIN FÜR DIGIT@LE UND GEDRUCKTE KOMMUNIKATION
DRUCK BEGREIFEN*
MEDIEN: Auf den Spuren von Gräfin Marion Dönhoff DIGITALDRUCK: Neues von Ricoh und Xerox
[
Print = 1a druck2
]
„Wir prägen und füllen Projekte mit glänzenden Inhalten.“
8750 Judenburg, Hans-List-Straße 6, Telefon +43 3572 85 1 75-0 Fax +43 3572 85 1 75-15, office@1adruck.at, www.1adruck.at
Dieser Umschlag wurde mit einer Blindprägung und einer inversen Heißfolienprägung veredelt.
NEU IN WIEN 7. BEZIRK
Siebensterngasse 23 1070 Wien
SCHAURAUM ab Herbst 2015
verrückt nach Ideen
*Der Inbegriff intelligenten Druckens.
Termine ƒ Oktober 2015 bis Juni 2016
TERMINE
1 8
5 11 7 3 2
9 12
10
1
www.wan-ifra.org
05.10. – 07.10. World Publishing Expo HAMBURG, DEUTSCHLAND
2
07.10. – 10.10. Druck + Form SINSHEIM, DEUTSCHLAND www.druckform-messe.de
3
14.10. – 18.10. Frankfurter Buchmesse FRANKFURT, DEUTSCHLAND
6
4
www.printfair.at
221 … 2015
7
21.10. – 22.10. Print Fair WIEN, ÖSTERREICH
04.11. – 06.11. viscom DÜSSELDORF, DEUTSCHLAND www.viscom-messe.com
6
www.inprintlive.com
30.01. – 02.02. Paperworld FRANKFURT, DEUTSCHLAND
www.paperworld.de
5
www.buchmesse.de
4
10.11. – 12.11. InPrint 2015 MÜNCHEN, DEUTSCHLAND
8
www.fespa.com
9
08.03. – 11.03. Fespa Digital 2016 AMSTERDAM, NIEDERLANDE
17.03. – 20.03. Leipziger Buchmesse LEIPZIG, DEUTSCHLAND www.leipziger-buchmesse.de
10
13.04. – 14.04. DMM Dialog Marketing Messe ZÜRICH, SCHWEIZ www.dialog-marketing-messe.ch
11
31.05. – 10.06. drupa 2016 DÜSSELDORF, DEUTSCHLAND
www.drupa.de
12
www.co-reach.de
29.06. – 30.06. CO-REACH NÜRNBERG, DEUTSCHLAND
03
ƒ Inhalt
PEOPLE &EVENTS
12
BUSINESS &MARKT
18 MEDIEN KOMMUNIKATION DESIGN
32
PRODUKTION &TECHNOLOGIE
44
Die nächsten Ausgaben und deren Schwerpunkte
Impressum
PRINT & PUBLISHING 222
EMGroup GmbH . Testarellogasse 1/2, A-1130 Wien . Telefon +43(0)1/983 06 40 . Fax +43(0)1/983 06 40-18 . ADMINISTRATION E-MAIL office@europeanmediagroup.at REDAKTION E-MAIL edit@europeanmediagroup.at . INTERNET www.printernet.at . HERAUSGEBER (e.h.) Prof. Dr. Werner Sobotka . CHEFREDAKTEUR | GESCHÄFTS-/VERLAGSLEITUNG Michael Seidl . VERLAGSASSISTENZ/PRODUKTION Rainer Gruber . AUTOREN Rainer Gruber, Stefanie Hermann B.A., Michael Seidl, Dr. Werner Sobotka, Angela Starck, Gerhard Bartsch . LAYOUT Zeitmassdesign, Mag. Robert Sabolovic . DRUCK KERN »agensketterl« Druckerei GmbH, 3001 Mauerbach . DRUCK UMSCHLAG 1adruck, 8750 Judenburg
Special: Verpackungs- und Etikettendruck Erscheinungstermin: 18. SEPTEMBER 2015 Redaktions- und Anzeigenschluss: 04. SEPTEMBER 2015
PRINT & PUBLISHING 223 Special: Drucken in neuen Dimensionen Messen: InPrint – München, viscom – Düsseldorf Erscheinungstermin: 06. OKTOBER 2015 Redaktions- und Anzeigenschluss: 22. SEPTEMBER 2015
04
PRINT & PUBLISHING ERSCHEINT IN DEN JEWEILIGEN LANDESSPRACHEN IN ÖSTERREICH, POLEN SOWIE UNGARN UND UNTERHÄLT MEDIENKOOPERATIONEN IN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK, SLOWAKEI, RUSSLAND UND INDIEN. INTERNATIONALE KOORDINATION EMGROUP GMBH, TESTARELLOGASSE 1/2, A-1130 WIEN, TELEFON +43(0)1/983 06 40, FAX +43(0)1/983 06 40-18, E-MAIL OFFICE@EUROPEANMEDIAGROUP.AT
221 … 2015
EDITORIAL 07 _ Saure-Gurken-Zeit?
INHALT
Inhalt ƒ
HERAUSGEBERBRIEF 08 _ Auf den Spuren der Gräfin Dönhoff: Ein Reisebericht der besonderen Art
PEOPLE & EVENTS
MEDIEN . KOMMUNIKATION . DESIGN
12 _ 15. Golden Pixel Award: Auf der Suche nach den besten Projekten 13 _ Pîcnic en Blanc: Eine magische Nacht vor dem Parlament in Wien 14 _ Umdenken im Service: 1. PHS Anwenderforum in Österreich 15 _ Karrieresprung: Nicole Urban übernimmt Marketing bei Fedrigoni 16 _ Eltville am Rhein: Auf den Spuren Gutenbergs 17 _ Horizon Academy eröffnet im September: Zukunft der Druckweiterverarbeitung live erleben
32 _ Red Dot Design Award 2015: Stilvoll durch den Sommer 34 _ »Ikonen und Eintagsfliegen«: Artur Zelger und das Grafikdesign in Tirol 36 _ Joel Meyerowitz: Der Meister der Street Photography 39 _ Blumen einst und jetzt – Klosterbibliothek Heiligenkreuz – Biospärenpark Wienerwald 40 _ Die Graphische: Meisterliche Arbeiten 42 _ Abenteuer Afrika: Mit dem Motorrad von Ägypten nach Südafrika
PRODUKTION & TECHNOLOGIE BUSINESS & MARKT 18 _ 1990 bis 2015: 25 Jahre Umweltzeichen 19 _ Siebdruck-Firma Stainer: Großinvestment geplant 20 _ 1adruck goes Vienna: Eine Druckerei als Kreativschmiede 22 _ Polaroid im digitalen Zeitalter: Totgesagte leben länger 24 _ Chromos: Die neue Druckwelt mitgestalten 26 _ Mail Boxes Etc.: Auf Wachstumskurs in Österreich 27 _ drupa cube 2016: Konferenzprogramm beschreitet neue Wege 28 _ marke[ding]plus in Wels: Einmal quer durch das Werbe-Universum reisen
44 _ Ricoh und Xerox: Neue Digitaldrucksysteme für hochwertige Anwendungen 46 _ Farbsicherheit beim digitalen Bekleidungsdruck 48 _ Im Gespräch: Dr. Peter Trampler über die Neuerungen des Kodak Prinergy Workflows 7 50 _ Moderner UV-Bogenoffset: Mehrwert beim Drucken 54 _ Digitaldruck von Bobst mit ersten Installationen: Wellpappe hochwertig digital bedrucken 55 _ Polar Mohr Digicut: Laserschneider für die Einzelblattverarbeitung
BÜCHER 56 _ Letterfontäne 56 _ Der Organisationskompass in der Praxis 57 _ Kommunikation als Lebenskunst 57 _ Shigeru Ban
ZEITREISE 58 _ 25 Jahre PRINT & PUBLISHING: Hat Kurt Falk genug?
221 … 2015
05
ƒ Herausgeberbrief
PRODUCTIVITY
Fleiß alleine genügt nicht: Ohne perfekte Organisation gerät selbst die beste Produktion ins Stocken. Damit sich Ihr Einsatz für Ihre Druckerei auch wirklich lohnt, benötigen Sie reibungslose Prozesse und ebenso effiziente wie zuverlässige Produktionsmittel. Wir helfen Ihnen dabei, Geschwindigkeit, Qualität und Zuverlässigkeit in rentable Printprodukte umzumünzen – denn Produktivität ist Ihr größter Wettbewerbsvorteil. www.heidelberg.com 06
221 … 2015
221
Editorial ƒ
EDITORIAL Saure-Gurken-Zeit?
Haben Sie nicht das Gefühl, dass das mit der Sauren-Gurken-Zeit nicht mehr so ganz stimmt? Abgesehen davon, dass dieser Sommer wettermäßig wirklich top ist und Urlaub im eigenen Land einfach angesagt ist, waren wir nicht die einzigen, die in diesen (Saure-Gurken-) Wochen umtriebig waren. Wir hatten das Gefühl, dass wir im Umgang mit Unternehmen dieser Tage eine gewisse Umtriebigkeit verspürten.
Ebenso spüren wir, dass es Unternehmen gibt, die kräftig in neue Technologie investiert haben bzw. investieren werden. Sieb- und Digitaldrucker Stainer nimmt 2 Millionen Euro in die Hände und erweitert seinen Betrieb kräftig, das Druckhaus Scharmer hat in digitale Flachdrucktechnologie investiert, bei Marzek Etiketten ging dieser Tage die erste HP Indigo 6800 in Österreich in Betrieb und die Druckereien Berger und Friedrich kauften neue KBA-Maschinen. Und während hierzulande Abgeordnete des Teams Stronach flugs die Seiten wechseln (was demokratiepolitisch bedenklich erscheint), kauft Oki das Großformatdruckergeschäft von Seiko Instruments Inc. und möchte so seine Position auf dem professionellen Druckermarkt stärken. Die Transaktion soll auf jeden Fall keinerlei Auswirkungen auf die aktuell von SIIT angebotenen Produkte und Dienstleistungen, darunter auch Großformatdruckerprodukte und -dienste, haben. Oki sieht im Geschäft mit hochwertigen Druckern einen wichtigen Wachstumsmarkt und ein bedeutendes Zielsegment, das sich insbesondere auf den Markt für professionelle 221 … 2015
Drucker konzentriert. Innerhalb des professionellen Druckermarkts rechnet das Unternehmen mit einer steigenden Nachfrage nach Großformatdruckern und einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von sechs Prozent, angetrieben durch den steigenden Bedarf an On-Demand-Lösungen insbesondere im Einzelhandel und in der Distribution. Apropos Druckwachstum. Auch der 3DDruckmarkt wächst kontinuierlich. Aus den USA erreichte uns die Meldung, dass eine erste Pille aus dem 3D-Drucker zugelassen wurde. Die Arzneimittelzulassungsbehörde FDA in den USA hat nun die weltweit erste Pille offiziell zugelassen, die vollständig per 3D-Druck hergestellt wird. Das neue Produkt »Spritam«, das zur Behandlung Epilepsie-kranker Erwachsener und bei Kindern eingesetzt werden soll, kann sogar maßgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten hin produziert werden und soll dadurch eine effizientere Wirkung entfalten. So wird die 3D-Drucktechnologie mit einer hochverordneten Epilepsie-Therapie kombiniert. »So gelingt es«, betont man beim Hersteller Aprecia Pharmaceuticals, »den Bedürfnissen der Patienten besser nachzukommen, die mit den gegenwärtigen Medikamenten Probleme haben.« Mit »Spritam« wolle man das Potenzial des 3D-Drucks für die zukünftige Medikamentenproduktion aufzeigen. Die kolportierte Revolution in punkto Medikamenteneinnahme fußt auf zwei Aspekten: Erstens ist es mithilfe des 3D-Drucks möglich, die Wirkstoffe in
den Präparaten individuell auf Patienten zuzuschneiden. Zweitens erlaubt die schichtweise Druckmethode auch, die verschiedenen Lagen wesentlich enger aneinander zu binden. Durch dieses Verfahren, das Aprecia »ZipDose« getauft hat, können deutlich höhere Dosen – laut Hersteller bis zu 1.000 Milligramm – eines bestimmten Stoffes in eine Pille gepackt werden als bislang. Die Vorteile für die Patienten lägen auf der Hand: Mussten sie vorher mehrere Tabletten schlucken, reicht nun eine einzige. Größere Pillen könnten dadurch zudem viel kleiner produziert werden. Noch eine Anmerkung zu dieser Ausgabe, deren Vorbereitung uns sehr viel Spaß gemacht hat und wieder in einem anderen »Sommerformat« hergestellt wurde. Ein besonderer Dank gilt 1adruck und dem Team rund um Geschäftsführer Uwe Sannemann, die das hervorragende Cover für die Ausgabe beigetragen haben. Wenn Sie etwas Schmunzeln wollen, dann werfen Sie einen Blick auf die Seite 58. Wir begeben uns wieder auf eine Zeitreise und lassen die Themen der PRINT & PUBLISHING Ausgabe vor 25 Jahren Revue passieren. Wir wünschen Ihnen einen schönen (Rest-)Sommer!
Herzlichst Ihr Michael SEIDL m.seidl@europeanmediagroup.at
07
ƒ Herausgeberbrief
AUF DEN SPUREN DER GRÄFIN DÖNHOFF
EIN REISEBERICHT DER BESONDEREN ART Die »ZEIT« veranstaltete eine Reise auf den Spuren von Gräfin Marion Dönhoff. Ausgehend von der ehemals freien Stadt Danzig durch die Gebiete des ehemaligen Ostpreußens und Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg, heute eine russische Enklave innerhalb Europas. Es war eine Reise in die Vergangenheit der Gräfin, in die Vergangenheit einer Region, die durch ihre Kultur, durch ihre Bauten und vor allem durch ihre Philosophen, Dichter und Wissenschaftler in die Geschichte Europas eingegangen ist.
TEXT . Dr. Werner Sobotka
D
as alte Ostpreußen hat unvergessliche Spuren hinterlassen. Die Masuren wurden beginnend vom Deutschen Ritterorden über die Reformation durch Herzog Albrecht und einem ausgeprägten Protestantismus, den fürchterlichen Schlachten des 1.Weltkriegs, den unglückseligen Versäumnissen der Weimarer Republik zum Paradeland des Nationalsozialismus getrieben. Dann begann der 2.Weltkrieg auf der Westerplatte in Danzig. Polen wurde in ein deutsches und ein russisches Gebiet aufgeteilt. Nach dem Intermezzo des Dritten Reiches war es ein kommunistisches Land, ein Trabant der Sowjetunion und erst nach
08
dem Ende des Kommunismus wieder ein freies Land. Polen und Litauen sind bei der EU und NATO, die Enklave Kaliningrad ist ein Teil Russlands. Heute ist vor allem der kleine Grenzverkehr zwischen Ost und West noch immer aktiv, wird aber durch neue Probleme wie Lieferstopps und Einreiserepressalien der EU und als Antwort die Repressalien Russlands gegenüber Polen und Litauen im speziellen vor schier unlösbare Aufgaben gestellt.
Die Wurzeln der Gräfin In diesem Umfeld hat sie gelebt, die Gräfin, geboren in Ostpreußen am 2. Dezember 1909 in Friedrichstein und gestorben
am 11. März 2002 in Crottdorf im Siegerland. Die letzten Entwicklungen in der EU hat sie Gott sei Dank nicht mehr erlebt. Sie war eine große Europäerin und eine begnadete Journalistin und hat die » ZEIT« zu einem Begriff für politisch engagierten Journalismus in Europa gemacht. Souverän, nachdenklich, verschlossen, inspirierend und visionär war sie. Aber sie war auch sehr einsam, vor allem geprägt von den Schrecken des Zweiten Weltkrieges, dem Verlust ihrer Heimat und Familie. Journalismus war das Medium, um ihre Schicksalsschläge zu verarbeiten Durch ihre akribische Beschreibung ihrer Flucht aus Ostpreußen hat sie den Grundstein für
ein tiefgreifendes journalistisches und politisches Engagement in Deutschland und im Europa der Nachkriegszeit gelegt. Die Flucht aus Ostpreußen war wohl das prägendste Erlebnis der Gräfin. In ihre Heimat reiste sie nach ihrer Flucht nur noch wenige Male. Doch ihre Verbundenheit zur Heimat lässt sich in einem Gedicht der ostpreußischen Leidensgenossin Getrud von den Brinken wohl am besten beschreiben: »Heimat ist nicht die Hülle Gewandung, die man wechselt, die ein Wind zerstört. Heimat ist ein Schicksal, Grund und Landung, was uns tiefst und ohne Tod gehört.« 221 … 2015
Auf historischen Spuren Die ehemalige Hansestadt Danzig war Ausgangspunkt dieser Reise. Eine Stadt mit einer fast ausweglosen Geschichte, zuerst freie Stadt mit polnischem Korridor, Nationalsozialismus und fast vollkommener Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Die Besichtigung der akribischen Rekonstruktionen der wichtigsten Architektur war der erste Höhepunkt der Fahrt, die dann über Marienburg, der riesigen Burg der Ordensritter, nach Elbing führte. Diese Stadt wurde nach ihrer Zerstörung nicht rekonstruiert wie Danzig, sondern nach alten Plänen mit völlig neuer Architektur aufgebaut. Anschließend führte der Weg nach Quittainen, jenem Gutshof, der einst eine Dönhoff‘sche Familienstiftung war. Das war die erste Berührung mit der Gräfin und ihrem Leben. Seit 1938 war sie dort Gutsverwalterin, verwaltete einen Besitz mit 4.000 Hektar. Dort trat sie am 24. Jänner 1945 bei 20 Grad Minus ihre Flucht in den Westen an. Der Beginn eines fast achtwöchigen Rittes nach Westen, inmitten chaotisch endloser Trecks. Er
Herausgeberbrief ƒ
führte sie über Elbing, über den Fluss Nogat nach Marienburg 1.600 Kilometer bis ins westfälische Wasserschloss Vinsebeck. Quittainen war einer der vielen Orte der Dönhoffs und der Gräfin, wo zwar Gebäude existieren, aber langsam und stetig dem Verfall preisgegeben sind. Eingebettet in die fast romantische Landschaft Ostpreußens, der Masuren mit ihren vielen Seen und vor allem noch immer existierenden endlosen Alleen.
Mystisch: die Wolfsschanze Unser nächster Stopp: Swieta Liepka. Wir bewunderten die barocke Wallfahrtskirche mit ihrer berühmten Orgel mit den einzigartigen beweglichen Orgelfiguren. Die nächste Station war die Wolfsschanze mit ihren bizarren Bunkerbefestigungen. Bis zu zehn Meter dicke Betonmauern mussten den Führer vor seinen Untertanen schützen. Die Gedenksteine für Graf Stauffenberg weisen darauf hin, dass das mutige Attentat leider durch Zufälle verhindert worden war und dadurch noch hunderttausende Menschen sinnlos ihr
Gräfin Marion Dönhoff in ihrer herausragenden Rolle als Herausgeberin der »ZEIT«. x © . Lothar Heidtmann/dpa/picturedesk.com
VERÄNDERN SIE IHR GESCHÄFT
Meist verkauftes Modell im 1. Quartal 2015 (38,3% Marktanteil)
221 … 2015
Mit der imagePRESS C700/800 Serie setzt Canon neue Maßstäbe in Bezug auf Qualität, Produktivität, Medienverarbeitung und Flexibilität. Damit können Print-Verantwortliche in grafischen Betrieben oder internen Druckzentren neue hochwertige Anwendungen über eine Vielzahl von Medien hinweg anbieten und dies jeweils in Verbindung mit herausragenden Geschwindigkeiten. www.canon.at
09
*Quelle: Infosource, Segment Color Production
ƒ Herausgeberbrief
Westerplatte: Hier begann der 2. Weltkrieg.
Dönhoff Wohnaus in Qittainen und … … Gedenkstein.
Die Wolfsschanze.
Leben lassen mussten. Viele davon starben in der völlig chaotischen Massenflucht der Zivilbevölkerung. Gespenstisch und mystisch in den Wäldern der Masuren versteckt, war die Wolfsschanze, die Befehlszentrale des wahnsinnigen Führers. Weiter fuhren wir nach Nikolaiken und erlebten eine Bootsfahrt über die malerischen masurischen Seen. Anschließend besuchten wir die Marion Dönhoff Schule. Bei einem Gespräch mit dem langjährigen Direktor Frank Dombrowski, einem Deutschen, der hier das Andenken der Gräfin hochhält, bekamen wir erläutert, dass gerade diese Aktivität, die sie hier mit der Gründung der Schule gesetzt hatte und auch immer wieder zu den Abiturientenfeiern besuchte, das beste Beispiel für Integration in Europa darstellt. Gut ausgebildete und liberal erzogene Schüler bilden sicherlich das Rückgrat einer zukünftig enger zusammenrückenden Gesellschaft in Europa. Nach der Besichtigung des Gutes der Lehndorfs und der Besichtigung des Gedenksteins für Heini Lehndorf, einem der Aktivisten des Hitler Attentates, ging es weiter ins Landhaus und Restau-
rant von Renate Marsch-Potocka, welche das alte Jagdhaus der Lehndorfs in neuem Glanz erstrahlen lässt. Renate MarschPotocka, ehemalige Repräsentantin der Deutschen Presseagentur in Warschau und gute Kennerin der Gräfin, lieferte durch ihre lebendige Schilderung viele Einsichten in das politische Wirken der Gräfin in Europa. Sie hatte Freunde in aller Welt: Michael Gorbatschow, George F. Kennan, Henry Kissinger, Lew Kopelew und Nelson Mandela, um nur einige zu nennen. Mit Willy Brandt, erzählte sie, verband Marion Dönhoff ein tiefes gegenseitiges Verständnis. Schon früh forderte die Gräfin den Verzicht auf die deutschen Ostgebiete; 1970 gehörte Marion Dönhoff zur Delegation Willy Brandts für die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrages in Warschau an. Marsch-Potocka war auch anwesend und sie und Willy Brandt verstanden es, als Dönhoff kurzfristig absagte und zwar mit einem persönlichen Brief an Brandt. Zitat »... ein Glas auf den Abschluss des Vertrages zu trinken, das erschien mir plötzlich mehr, als man ertragen kann.« 1988 gründete
torium zu besitzen, von den Alliierten einfach erfüllt wurde. Die Kurische Nehrung und das Bernsteinland waren die Höhepunkte einer Landschaft, die heute noch einzigartig sind. Sanddünen, die berühmte Vogelwarte und russisches Badeflair zeigen, dass auch Russland immer europäischer und weltoffener wird. Am Rückweg ging es über Friedrichstein, wo nur mehr die Ruinen des einstigen Familienbesitzes der Gräfin zu sehen waren, wieder nach Polen zurück. Frauenburg, die Wirkungsstätte von Kopernikus, eines großen Europäers, der die Welt revolutioniert hatte und das »Frische Haff« mit seiner dramatischen Geschichte. Die Flucht über das Haff, vielbeschrieben und diskutiert. 450.000 Zivilisten waren auf der Flucht und 50.000 davon liegen im Haff begraben. Sie dienten als Zielscheibe der deutschen und russischen Artillerie und versanken im Eis. Sicherlich ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Reise in die Vergangenheit. Von Frauenburg ging es wieder an den Ausgangspunkt Danzig zurück. Die Reise erfüllte damit ihren Zweck, einen
Erinnerung an das Attentat: Stauffenberg Gedenkstein.
010
Marion Dönhoff eine Stiftung für Völkerverständigung, in die sämtliche Honorare ihrer Bücher fließen.
Nächster Stopp: Kaliningrad Weiter ging die Reise nach Kaliningrad. Hier war einst die deutsche Elite zu Hause, und Wissenschaftler wie Hilbert, Minkowski und Helmholtz lehrten an der heute nach Kant benannten Universität. 1992 wurde in Kaliningrad das von Marion Dönhoff gestiftete Kant-Denkmal enthüllt. »Das einzige, was ich in meinem Leben als wesentliche Tat ansehe, ist die Wiederbeschaffung des Kant-Denkmals für Königsberg.« Kaliningrad (bis 1946 Königsberg), der Brennpunkt ehemals deutscher Hochkultur, ist jetzt eine Außenstelle Russlands in Europa. Der Besuch des Königsberger Express, einer deutschen Zeitung, die auch in Deutschland gedruckt wird, zeigte, dass die wirklich freie Medienberichterstattung in Russland kaum existiert. Nur zwischen den Zeilen kann man die Sorgen der Leute hier erkennen, über die das Spiel der Politik durch Stalins Wunsch deutsches Terri-
Jagdhaus in Galkowo und …
… das Kant Denkmal in Kaliningrad. 221 … 2015
Herausgeberbrief ƒ Eindruck über die Masuren und Ostpreußen sowie das Leben der Gräfin Marion Dönhoff zu erhalten. Doch Ostpreußen war nur eine Station in ihrem Leben, zwar wichtig, aber nicht der Grund ihrer journalistischen Bedeutung.
Was hat die Gräfin als Journalistin in ihrem ereignisreichen Leben so einzigartig werden lassen? Beginnen wir mit ihrer Reaktion auf den in der NS Zeit berühmt gewordenen Staatsrechtler Schmitt über den Röhm Putsch und die Rechtfertigung des NS Regimes im Deutschland des Wirtschaftswunders. Sie kritisierte als einzige diese Rechtfertigung massiv und schrieb in einem Brief »Verrätern am Geist und Nihilisten mit Bügelfalten wieder die Möglichkeiten zu politischen Betrachtungen zu geben, ist nicht vertretbar.« Unter ihrer Führung wurde in kurzer Zeit die Auflage der »ZEIT« von 50.000 auf 250.000 erhöht.
Ihr Hauptgebiet war die Außenpolitik – allerdings schon damals nicht im Einklang mit der Obrigkeit und daher sehr adenauerkritisch. Dies wurde im dramatischen Sommer 1961 deutlich. Kurz vor dem Mauerbau fragte sie unter der Überschrift in der ZEIT »Des deutschen Michels Schlaf«, ob das deutsche Volk nicht schlafe, während große Schicksalsfragen entschieden wurden. Sie klagte an: »Die Wachstumsraten verdoppeln sich, die Zahl der Auslandsreisen verdreifache sich, die Summe der Frankfurter Messe vervierfache sich, der Bierkonsum auf der Oktoberwiese verfünffache sich ...« Aber das Satt-sein lehrt nicht Erkennen. Deutsche Geschichte der letzten 25 Jahre – niemand denkt mehr an sie. Wie viele Leute gibt es, die das am Schlafen hindert? »Ach, sie schlafen vorzüglich.« Sie begrüßte die Kanzlerschaft Willy Brandts und unterstützte seine Ostpolitik. Sie prägte das Motto »Man muss das Land
lieben, ohne es zu besitzen.« Am 17. Oktober 1971 erhielt sie für ihre »Politik der Versöhnung und Verständigung zwischen den Nationen in West und Ost« und ihre Lebensarbeit für die Idee des Zusammenlebens der Völker ohne Gewalt den »Friedenspreis des Deutschen Buchhandels«. Sie fuhr regelmäßig nach Nikolaiken, um die Abiturienten der Dönhoff Schule – ein zentraler Punkt der Reise – mit einer Rede zu verabschieden. Und was ist ihr Vermächtnis? Es ist der Appell »Wider die geistige Armut«. »Zivilisiert den Kapitalismus. Das ist die Warnung vor der Raffgesellschaft, die alle moralischen Maßstäbe am Altar des eigenen Wohlbefindens opfert.« Den Triumph des Kapitalismus über den Kommunismus zu feiern, widersprach sie heftig und zeigte die Schattenseiten der westlichen Gesellschaft deutlich auf: Die geistige Armut einer Epoche, die nur in Kategorien von Macht und Erfolg denkt. In einem
Friedrichstein
Frauenburg
Kopernikus und …
Das geistige Vermächtnis
letzten Interview mit Alice Schwarzer, einer der Dönhoff Biografinnen, forderte sie, dass die Gesellschaft humanisiert werden müsse. Der Mensch ohne metaphysischen Bezug kann nicht leben. Nach ihrer Ansicht kurierte die Marktwirtschaft den Magen, aber ruiniert die Seele. Wie Recht sie doch hatte, wie man an den kaum lösbaren Problemen unserer Gesellschaft in Europa und weltweit erkennen kann. Eine wirklich eindrucksvolle Reise in die Welt und das Leben der Gräfin Marion Dönhoff ist nun zu Ende. Ich kann nur hoffen, dass es auch in Zukunft so charismatische Persönlichkeiten, speziell im Journalismus, wie sie geben wird, und dass Zeitungen mit einem Qualitätsanspruch für Journalismus auch in Zukunft einen wichtigen Platz in unserer Gesellschaft einnehmen werden. ƒ
… seine Schriften.
Partner der Kategorie Ökologisch & Umweltfreundlich Das BMLFUW forciert mit dem Österreichischen Umweltzeichen die Produktion und den Konsum nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen. Mit dem Umweltzeichen haben wir das führende Umweltgütesiegel Österreichs etabliert.
Printprodukte umweltfreundlich zu gestalten und dafür mit dem Österreichischen Umweltzeichen einen Standard zu setzen, ist ein klares umweltpolitisches Ziel. Die Kategorie Ökologisch & Umweltfreundlich des Golden Pixel Awards zu unterstützen, ist für das Umweltzeichen ein wichtiges Element, um dieses Ziel zu erreichen.
DI Andreas Tschulik LEITER DER ABTEILUNG BETRIEBLICHER UMWELTSCHUTZ UND TECHNOLOGIE IM BMLFUW
221 … 2015
011
ƒ People & Events
In 16 Kategorien werden heuer die wunderschönen Glasstatuen vergeben werden. x © . Golden Pixel Award/Franz Reiterer
15. GOLDEN PIXEL AWARD Auf der Suche nach den besten Projekten
E
s wird heuer ein ganz besonderer Award. Das haben sich die Veranstalter EMGroup GmbH (PRINT & PUBLISHING Magazin) und der VFG (Verein Forschung für die Graphischen Medien) fest vorgenommen. Denn zum 15. Mal begibt man sich auf die Suche nach den besten Druckprojekten in Österreich und wird Jahr für Jahr fündig, entgegen aller Unkenrufe, dass Print tot sei. Die lebhaften Diskussionen bei der Bewertung der Projekte bestätigt dies zusätzlich.
Die Kategorien 2015 Der Golden Pixel Award ist die österreichische Auszeichnung für fortschrittliche und innovative Druckprojekte und wird heuer in 16 Kategorien vergeben: • • • • • • •
012
Ökologisch & Umweltfreundlich Akzidenzen Geschäftsberichte Plakat & Visuelle Kommunikation Buch & Bildbände Direct Mail & TransPromo Cross Media Projekte (plattformübergreifende Anwendungen)
• • • • • •
• • •
Magazine Printer’s Best – Eigenprojekte Druckereien Studentenprojekte mit internationaler Beteiligung Verpackungen Etiketten Flexodirektdruck auf Wellpappe (in Zusammenarbeit mit Forum Wellpappe Austria) Industrielle Druckprojekte (Multi) Sensorische Projekte – Haptische Erlebnisse Neu: Innovative Geschäftsmodelle
Der Golden Pixel Award zeichnet alljährlich nicht nur das Endprodukt aus, sondern hebt vor allem den Projektgedanken hervor und bewertet somit die Qualität des Produkts in seiner Gesamtheit. »Der Award promotet Print. Schon deswegen macht es uns wie in den Jahren zuvor eine große Freude einen Event wie diesen zu organisieren«, so Michael Seidl, Chefredakteur des Branchenmagazins PRINT & PUBLISHING. Die neue Kategorie »Innovative Ge-
schäftsmodelle« soll die aktuellen Veränderungen in der Druckmedienindustrie reflektieren. Denn die Abläufe in Druckereien haben sich verändert, mit intelligenten Prozessen werden neue Produktionsmöglichkeiten realisiert. Aber auch der Zugang zu den Kunden hat sich verändert. Das Internet ermöglicht 24 Stunden und sieben Tage in der Woche die Kommunikation mit Kunden und Auftraggebern und lässt auch hier Geschäftsmöglichkeiten entstehen. Stichworte: eCommerce und ePrint Business. Der Golden Pixel Award 2015 ist auf der Suche nach neuen Lösungen, mit denen sich Druckereien die Basis für ihre Zukunft sichern. Mit der Golden Pixel Trophy wird inzwischen zum sechsten Mal ein Gesamtsieger aller Kategorie-Gewinner ermittelt. Es handelt sich dabei um einen Wanderpokal, der jährlich an den jeweils neuen Gesamtsieger weitergegeben wird.
Zum 15. Mal findet heuer der Golden Pixel Award statt und möchte einmal mehr seiner Verpflichtung gerecht werden, den Stellenwert von Print herauszuarbeiten. Bis 30. September 2015 können hervorragende, witzige, verspielte, ausgeklügelte und faszinierende Druckprojekte von der österreichischen Druck- und Kommunikationsbranche sowie deren Auftraggebern und Designern eingereicht werden. schätzung zum Ausdruck bringen, sondern ihr Sponsoring auch als Signal an die Druck- und Medienindustrie verstehen. Darunter namhafte Unternehmen wie Chromos und Lenzing als Hauptsponsoren, sowie Antalis Austria, Burgo, Canon, Chromos mit HP, drupa 2016, Forum Wellpappe Austria, Heidelberg, KBA, Konica Minolta, Metsä Board, Lebensministerium, Rogler Software und Xeikon engagieren sich in diesem Jahr als Kategoriesponsoren. Als Eventpartner hat Print Power Austria zugesagt. ƒ
Wertvolle Partner der Industrie Der Golden Pixel Award 2015 wird wieder von einer Reihe namhafter Unternehmen unterstützt, die damit nicht nur ihre Wert221 … 2015
People & Events ƒ
PEOPLE &EVENTS
news PÎCNIC EN BLANC 2015 EINE MAGISCHE NACHT VOR DEM PARLAMENT IN WIEN »Die Chance, weiß angezogen, direkt vor dem Parlament in weiß zu dinieren, bekommt man wohl nicht mehr so schnell!« so Lilu Steinbach, Veranstalterin des Pîcnic en Blanc: »Spannend bis zur letzten Minute blieb die Frage nach dem Wetter.« Für das musikalische Rahmenprogramm sorgten ZOE Straub mit eigenen Chan-
sons und denen von Edith Piaf sowie DJ Salvatore Viviano. Das Pîcnic en Blanc fand heuer bereits zum 4. Mal in Wien statt - den Ort erfuhr man erst am Tag der Veranstaltung per SMS. Unter den 200 Teilnehmern wurden Persönlichkeiten wie Anna Wallace Oates, Camilla Habsburg-Lothringen, Beauty Doc Eva Wegrostek und Promifriseurin Barbara Reichard, Tennistrainerlegende Peter Eipeldauer und La Hong Nhut gesichtet. Der Erlös ergeht 2015 an den Evangelischen Waisenversorgungsverein (EWV). ƒ
221 … 2015
013 x © . Austropapier
ƒ People & Events
UMDENKEN IM SERVICE
1. PHS Anwenderforum in Österreich TEXT . Stefanie Hermann
N
ach der Begrüßung durch Gastgeber Mag. Kurt Kribitz, Geschäftsführer der Styria Print Group und den einführenden Worten von Gunter Lindner, PHS-Repräsentant für Österreich, widmete man sich der Vorstellung der Servicegesellschaft für die Druckbranche sowie der Präsentation des herstellerübergreifen Leistungsspektrums, das von Versandraumtechnik und von Low-Level bis High-Level Serviceleistungen reicht. Unter den interessierten Zuhörern fanden sich unter anderem Ferdinand Berger, Druckerei Berger, Franz Tinnacher, Leykam-Let s Print, Ulrich Müller, Herold Druck, Gerhard Schmidtrathner, Niederösterreichisches Pressehaus sowie Vertreter des Druckhauses Nürnberg als auch der Passauer Neue Presse. Die PHS wurde Anfang 2012 als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Koenig & Bauer AG gegründet. Dieser Schritt war gleichermaßen nötig wie mutig. Unterstellen könnte man dem Unternehmen natürlich, dass ihnen die Insolvenz von manroland im selben Jahr in die Hände spielte, die ein Vakuum hinsichtlich Service und Instandhaltung entstehen ließ. Alexander Huttenlocher, Vertriebsdirektor der neu geschaffenen Geschäftsein-
014
Der Wandel der Druckbranche hat nicht nur Auswirkungen auf bisher bewährte Geschäftsmodelle, sondern erfordert von Dienstleistern wie Druckereien gleichermaßen auch ein Umdenken in punkto Service- und Retrofitmaßnahmen. Mitte Juni trafen sich deshalb in- und ausländische Vertreter namhafter Zeitungs- und Rollenoffsetdruckereien zum ersten österreichischen PrintHouseService (PHS) Anwenderforum bei der Styria Print Group in Graz. Neben dem Unternehmen selbst wurde vor allem das Leistungsspektrum der KBA-Tochtergesellschaft vorgestellt.
heit KBA-Digital & Web Solutions, betonte im Rahmen des Anwenderforums, dass die Pläne zur Gründung bereits vor der Insolvenz von manroland diskutiert wurden, und von Seiten des Marktes – insbesondere in Norddeutschland – großer Bedarf signalisiert wurde. Gastgeber Kribitz lobte den Mut des Unternehmens, in die Konsolidierungsphase hinein ein Unternehmen zu gründen. Dieser Schritt wurde belohnt – und nicht nur von der Styria Print Group, die zu einem der ersten Kunden zählte. Im Dezember 2013 wurden in einer beeindruckenden Aktion, die Schmitzringe an sechs H-Druckwerken von Zeitungsrotationen des Typs MAN Colorman gewechselt: reibungslos innerhalb der Rekordzeit von sechs Wochen, an deren Ende dafür 54 perfekt funktionierende Zylinder standen (wie in PRINT & PUBLISHING Ausgabe 213 berichtet). Einen Eindruck von der Größenordnung des Projektes vermittelte auch die an die Präsentationen angeschlossene Betriebsbesichtigung.
Rechtskonform nachrüsten Ein Mitgrund für diese kleine logistische Meisterleistung, ist zweifelsohne die Firmenstruktur. Als Tochter der KBA hat PHS
Gastgeber Mag. Kurt Kribitz, Geschäftsführer der Styria Print Group, begrüßte die Gäste zum ersten PHS-Anwenderforum. x © . P&P
Zugriff auf das gesamte Spektrum des Druckmaschinenherstellers. Zum einen bedeutet dies, dass das Unternehmen durch den Zugang zu Netzwerken und Verkaufsplattform des Druckmaschinenherstellers seine Servicedienstleistungen global anbieten kann. Wichtiger für Anwender und Kunden, ist jedoch die Tatsache, dass somit auch eine enge Zusammenarbeit mit den Konstruktionsabteilungen der Muttergesellschaft gewährleistet ist. Dadurch ist PHS in der Lage auch kurzfristig komplizierte Ersatz-
teile zu fertigen. Die Ersatzteildatenbank des Unternehmens ist mittlerweile auf 15.412 unterschiedliche Produkte angewachsen, die unter der gleichen Sachnummer wie jene der Originalhersteller auffindbar sind, was rechtskonform ist und dem Kunden die Suche erleichtert. Bei Retrofitmaßnahmen ist die rechtliche Lage etwas komplizierter. Hier setzt PHS auf einen Komplettaustausch der Steuerungssysteme, da Eingriffe und Modifikationen bereits bestehender Software ohne explizite Genehmigung nur durch den 221 … 2015
People & Events ƒ Eigentümer der Software – also in der Regel den Maschinenhersteller – vorgenommen werden dürfen.
Stillstandzeiten minimieren Dipl. Ing. Stefan Heßler, Geschäftsführer der PHS, erläuterte in diesem Zusammenhang auch die Aspekte des Industrieservices, der Personaldienstleistungen sowie die unterschiedlichen Wartungskonzepte.
PHS beschäftigt derzeit 32 Mitarbeiter – allesamt Spezialisten mit 20 bis 40 Jahren Erfahrung auf ihrem Gebiet. Die Stärke liegt nicht nur in der Expertise, sondern auch im Zusammenspiel des Teams. Falzrevisionen etwa werden von sechs Mann starken Teams übernommen, die die Stillstandzeit der Maschine zur kompletten Rundumwartung nützen. ƒ
v.l.n.r.: Dipl. Ing. Christian Wilms, Betriebsleiter Styria Group, Graz; Gunter Lindner, KBA und PHS Repräsentant Österreich; Ferdinand Berger, Geschäftsführender Gesellschafter Druckerei Berger; Ing. Gerhard Schmidrathner, Geschäftsführer Niederösterreichisches Pressehaus (NÖP). x © . P&P
news KARRIERESPRUNG NICOLE URBAN ÜBERNIMMT MARKETING BEI FEDRIGONI
Zum ersten August übernahm Nicole Urban die Marketingleitung für Deutschland, Österreich, die Tschechische Republik, Slowakei und Ungarn. Sie wird in dieser Funktion direkt an die Geschäftsleitung berichten. Urban ist seit 2010 bei Fedrigoni tätig. In den vergangenen fünf Jahren zeichnete sie als Regionalleiterin Wien und Osteuropa für den Aufbau der Vertriebsaktivitäten in Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarn sowie die Leitung des Fedrigoni Showrooms in Wien verantwortlich. Urban
hat in Wien Marketing studiert und war vor 2010 vier Jahre lang bei Mondi Paper angestellt, zuletzt als Marketing Manager mit der Verantwortung für das Produktmanagement, Marketing Kooperationen und Regionales Marketing. Die gebürtige Wienerin verfügt über eine fundierte Marketingausbildung und Vertriebserfahrung, spricht fließend deutsch, englisch und spanisch und eignet sich durch ihre Tätigkeit in Osteuropa zudem Tschechisch und Slowakisch an. ƒ
x © . Fedrigoni
Partner der Kategorie Innovative Geschäftsmodelle Canon ist weltweit und auch in Österreich einer der führenden Unternehmen in der Verarbeitung von Bildern und Dokumenten mit einer umfassenden Expertise, wenn es um das Erfassen, Bearbeiten, Verteilen, Drucken und Archivieren von Informationen geht. Im Mittelpunkt der Unternehmensphilosophie von Canon steht die feste Überzeugung, dass wir mit fortschrittlichen, leistungsfähigen und benutzerfreundlichen Produkten
221 … 2015
ein Stück weit dazu beitragen können, dass unsere Kunden sowohl in ihrer Freizeit als auch während ihrer Arbeitszeit einfach und intuitiv zu den Ergebnissen kommen, die sie sich wünschen. Neben unseren innovativen Produkten bieten wir unseren Kunden ausgereiftes Know-how & Lösungen an, die unsere Kunden dabei unterstützen Prozesse zu optimieren, Kosten zu reduzieren und flexibler und effektiver arbeiten zu können.
Monika Vlaj-Kraxner CUSTOMER & CHANNEL DEVELOPER PROFESSIONAL PRINT, CANON AUSTRIA
015
ƒ People & Events
ELTVILLE AM RHEIN Auf den Spuren Gutenbergs
Eltville am Rhein (nahe Wiesbaden) ist eine Wiegenstadt des Buchdrucks. Schon zu Lebzeiten Gutenbergs hat die schwarze Kunst hier ihren Einzug gehalten. Gutenbergs Geburts- und Wirkungsstätte ist zwar die nahegelegene Stadt Mainz. Die Gutenbergforschung vermutet jedoch, dass Johannes Gensfleisch, der sich später Gutenberg nannte, einige Jahre seiner Kindheit bei seinen Verwandten in Eltville verbrachte, sich in Erfurt unter dem Namen »Johannes de alta villa« in die dortigen Matrikel eintrug und auch in seinen letzten Lebensjahren des Öfteren in Eltville weilte.
I
mmer wieder wird auch vermutet, Gutenberg hätte aus wirtschaftlichen Gründen Mainz meiden müssen und sei auf der anderen Rheinseite vor seinen Gläubigern sicher gewesen. Seine Todesnachricht wurde in Eltville gefunden. In Eltville hat der Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Lettern auch seine einzige Ehrung zu Lebzeiten erfahren. Kurfürst Adolf von Nassau, der damals in der Kurfürstlichen Burg zu Eltville residierte, ernannte Johannes Gutenberg am 17. Jänner 1465 mittels Urkunde zu seinem Hofmann und billigte ihm eine Leibrente – Getreide, Wein und Kleidung – zu. Gutenbergs Bruder, Friele Gensfleisch, lebte von 1434 bis zu seinem Tode 1447 in Eltville. Und die Brüder Heinrich
Johannes Gutenberg im Gewölbe der Kurfürstlichen Burg.
016
und Nikolaus Bechtermünze gründeten – möglicherweise unter Anleitung Gutenbergs – in Eltville eine kleine Druckerei. Eltville ist damit die sechstälteste Druckstätte der Welt. Im Hof Bechtermünz in
der Eltviller Altstadt ist heute das Weingut Koegler beheimatet, das als einziges Weingut in der Riesling Hochburg Rheingau Grünen Veltliner ausbaut. Die Bechtermünz Druckerei gab
anno 1467 das Vocabularius ex quo, ein lateinisches Wörterbuch, heraus. In dieser Werkstatt wurde auch Thomas von Aquins Summa de articulis fidei (1472) nachgedruckt. Im Burgturm erinnert heute der öffentlich zugängliche Grafensaal an die bahnbrechende Erfindung des »Man of the Millennium«, denn hier erfuhr dieser die einzige Ehrung zu Lebzeiten. Zum 550-Jahr-Jubiläum eröffnete der Eltviller Bürgermeister Patrick Kunkel am 17. Jänner 2015 den Gutenberg-Winter in jener Kurfürstlichen Burg.
Ein Kunstwerk für den Meister Höhepunkt des Jubiläumsjahres zu Ehren des Erfinders des Buchdrucks ist ein von dem renommierten Hessischen Künstler Michael Apitz in Originalgröße gemaltes und von Jutta Hofmann mit Reliefkunst vervollständigtes außergewöhnliches Kunstwerk aus 56 beweglichen Einzelelementen aus Eichenholz. Das 180 Zentimeter hohe und 175 Zentimeter breite Kunstwerk ist mehr als 500 Kilogramm schwer und zeigt Gutenberg in der Blütezeit seines Schaffens. Zu Transportzwecken ist es zerlegbar und wird am Bestimmungsort immer wieder neu aufgebaut. Im Dezember wird es im Hessischen Landtag zu besichtigen sein, ehe es an seinem endgültigen Standort im Gewölbe der Kurfürstlichen Hofburg in Eltville endgültig aufgebaut wird. 15 Sondereditionen des Kunstwerks auf Leinwand in der Größe 100 x 100 Zentimenter bietet der Künstler Michael Apitz an. www.apitz-art.de ƒ 221 … 2015
People & Events ƒ
HORIZON ACADEMY
ERÖFFNET IM SEPTEMBER Zukunft der Druckweiterverarbeitung live erleben Horizon eröffnet im September in Quickborn die Horizon Academy, das neue Trainings- und Konferenzzentrum des Marktführers für Druckweiterverarbeitung. Auf mehr als 1.000 Quadratmeter werden aktuelle Trends, Technologien und innovative Systemlösungen aus allen Kompetenzbereichen im Praxisbetrieb präsentiert.
E
rstmals können Besucher außerdem vollautomatische RollenApplikationen für die On-DemandProduktion von variablen Büchern und Broschüren live erleben. Im Fokus steht darüber hinaus die Druckerei 4.0, ein Zukunftskonzept für integrierte Wertschöpfungsketten.
Druckerei 4.0 Mit der Druckerei 4.0 beginnt das nächste Zeitalter der Druckproduktion: Kundensysteme, PrePress, Digitaldruck, Druckweiterverarbeitung und Versand werden zu durchgängigen Prozessen integriert, die drastische Effizienzsteigerungen und ganz neue Einsatzszenarien ermöglichen – für Kunden und Druckdienstleister. »Horizon Lösungen verfügen mit
Eröffnung im September: Das neue Trainings- und Konferenzzentrum von Horizon. x © . Horizon 221 … 2015
TOUCH& WORK und pXnet schon über die Schlüsseltechnologien für die Druckerei 4.0. Außerdem arbeiten wir mit allen namhaften Digitaldruckherstellern zusammen, um die Integration kontinuierlich voranzutreiben«, meint Rainer Börgerding, Geschäftsführer der Horizon GmbH. »In der Horizon Academy präsentieren wir jetzt das konkrete Potenzial von Automatisierung und Vernetzung, sodass Besucher die Chancen dieser zentralen Trends vor Ort live erleben.«
Investition in die Zukunft Mit der Investition in die Horizon Academy will Horizon seine Position als Impulsgeber und Innovator weiter festigen. Durch die Verdoppelung der ShowroomFläche können in der Horizon Academy
dauerhaft über 20 Systemlösungen aus den Kompetenzbereichen Sammelheften, Falzen, Klebebinden, Schneiden, Kaschieren und Stanzen im Praxisbetrieb gezeigt werden. Dazu kommen vollautomatische Rollen-Applikationen namhafter Digitaldruckmaschinenhersteller, mit denen man die On-Demand-Produktion variabler Bücher und Broschüren demonstriert. Als modernes Konferenzzentrum bietet man zudem Raum für Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern. »Die Horizon Academy ist ein herausragender, praxisorientierter Showroom – aber auch noch viel mehr. Wir möchten Raum bieten für einen intensiven Dialog und durch Schulungen einen Beitrag zur Zukunft der grafischen Industrie leisten«, sagt Rainer Börgerding. »Ziel ist es, die Academy zu einem europa-
weiten Zentrum für den Know-how-Transfer rund um die Vernetzung von Druckprozessen und Druckweiterverarbeitung zu entwickeln.«
Einladung zum Open House Im Rahmen der Eröffnungswoche vom 14. bis 18. September lädt Horizon täglich von 10 bis 17 Uhr zum Open House ein. Besucher erwartet unter anderem dreimal täglich eine Smart Finishing Tour mit Live-Demonstrationen der vernetzten Systeme, Präsentationen von Partnern aus dem digitalen Druckprozess, Vorträge rund um vernetzte Produktionsprozesse und Networking in entspannter Atmosphäre bei Snacks und Getränken. Weitere Informationen unter: www.horizon.de/ registrierung ƒ
Live in der Horizon Academy: On-DemandProduktion von der Rolle. x © . Horizon
017
ƒ Business & Markt
Das Jubiläumsjahr 2015 ist ein besonderes Jahr: Vor genau 25 Jahren wurde das Österreichische Umweltzeichen vom Umweltministerium ins Leben gerufen. Was damals als vielversprechende Idee begann, ist heute eine einmalige Erfolgsgeschichte.
1990 BIS 2015 25 JAHRE UMWELTZEICHEN
1990: Eine Idee wird geboren – das Österreichische Umweltzeichen. Friedensreich Hundertwasser und Umweltministerin Marilies Flemming präsentieren das Umweltzeichen-Logo.
A
ktuell erfüllen mehr als 3.200 Produkte und Dienstleistungen von 370 Produktionsbetrieben, 300 Tourismusbetrieben, mehr als 120 Schulen und Bildungseinrichtungen sowie 60 Green Meetings-Lizenznehmer die strengen Kritieren des Umweltzeichen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, schonen Ressourcen und tragen zur Bewusstseinsbildung bei. Unternehmen, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifizierte Produkte haben, sind gut aufgestellt und erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwa 824 Millionen Euro.
018
1992: Erstes zertiziertes Produkt – Ordner von Bene.
Eine Idee wurde Wirklichkeit Nach langem Ringen und intensiver umweltpolitischer Diskussion, wurde 1990 schließlich dem Begriff »Umweltfreundlichkeit« eine Norm gewidmet, womit das Österreichische Umweltzeichen geboren war. Das offizielle »Gesicht« dazu kam von Österreichs damals berühmtesten Avantgardemaler Friedensreich Hundertwasser. Die Aufgabenstellung war, eine grundsätzliche Veränderung in Richtung umweltgerechte Produktion und Konsumation zu erzielen. Ökologische Produkte und Dienstleistungen sollen aus ihrem Nischendasein heraustreten und einen dyna-
1997: Erster Tourismusbetrieb – Biolandhaus Arche.
2003: Erste Schule - Höhere Technische Bundeslehranstalt Wien 10, Ettenreichgasse.
mischen Prozess zur Errichtung eines breiten Öko-Marktes legen. Der Schulterschluss mit Branchenvertretern, Sozialpartnern, NGOs ermöglichte dabei den Konsens für die Erarbeitung strenger Kriterien und ein geschlossenes Entgegentreten gegen »Green Washing«.
Image und eine breite Anerkennung geschaffen. Mit dem Österreichischen Umweltzeichen verfügt Österreich über ein starkes Fundament für eine moderne und umweltgerechte Wirtschaft, um auch zukünftig den nationalen und globalen Herausforderungen gerecht zu werden. Dies ist aber kein Anlass zum Ausruhen. Neue Ideen und Strategien zur Weiterentwicklung des Umweltzeichens stehen an. Sowohl KonsumentInnen als auch WirtschaftsvertreterInnen werden eingeladen, hier intensiv mitzuwirken, für ein lebenswertes Österreich. ƒ
Synergien für die Zukunft Das Österreichische Umweltzeichen hat in den vergangenen 25 Jahren eine starke Dynamik erzielt und einen großen Beitrag für eine ökologische Neuausrichtung des Marktes geleistet. Österreich hat sich international mit diesem Label ein hohes
221 … 2015
Business & Markt ƒ
BUSINESS &MARKT Das Firmengebäude von Stainer Schriften & Siebdruck in St. Martin bei Lofer.
news SIEBDRUCK-FIRMA STAINER GROSSINVESTEMENT GEPLANT Neue (Meilen-)Steine werden gelegt, auf dem Weg vom Pionier zu einem der fortschrittlichsten Druckdienstleister Europas. Mit einem Händlernetz von bereits 17 europäischen Ländern sowie Kuwait, Iran, Taiwan und Indien verzeichnet die Salzburger Firma Stainer Umsatz-rekorde. Deswegen war es Zeit geworden
221 … 2015
zur Betriebserweiterung. Am 9. Juli war es soweit und der Spatenstich zur Erweiterung des Firmengebäudes wurde gesetzt. Innovative Spezialprodukte – diese Attribute beschreiben die Erzeugnisse der Firma Stainer genau. Die Siebdruckerei steht seit über 40 Jahren für neue und außergewöhnliche Lösungen im Druck- und Beschriftungsbereich. Kreative und einzigartige Gestaltungsprojekte zu realisieren ist für über 60 Mitarbeiter gleichzeitig Herausforderung und Antrieb. 1.000 Quadratmeter Produktionsfläche werden angebaut und für 2016 ist eine Erweiterung um zusätzliche 1.000 Quadratmeter geplant. Die anstehenden Investitionen belaufen sich in Summe auf über 2 Millionen Euro. Dies beinhaltet die
Hier entsteht der AnbauAnbau (v.l.n.r.): Geschäftsführer Arno Stainer, Finanzierungspartner Salzburger Sparkasse Manfred Hartl, Bürgermeister Josef Leitinger, Architekt Wilfried Filzer. Erweiterung des Firmengebäudes und den Kauf von hochmodernen Anlagen. So wird die Technik massiv aufgestockt. Zwei großformatige Digitaldruckanlagen, eine Siebdruckmaschine und der modernste 3D Scanner am Markt werden angeschafft. So können in Zukunft Objekte bis zu einer Größe von 2,5 x 1,5 Meter gescannt und starre Materialien bis zu einer Höhe von ca. 70 Zentimeter bedruckt werden. Die neuen Druckanlagen erweitern das Portfolio wesentlich, so können künftig Leder, Frontfolien, Tiefziehformen oder Verbundsicherheitsglas auch in Metallic und Weiß digital bedruckt
werden. All diese Anschaffungen und Investitionen ermöglichen die Schaffung zehn neuer Arbeitsplätze. Arno Stainer meint zu diesem Investitionspaket: »Der Einsatz modernster Technik ermöglicht uns eine extrem hohe Flexibilität bei der gezielten Umsetzung von speziellen Kundenanforderungen – das ist unser Erfolgsgeheimnis. Mit diesen Projekten setzen wir einen weiteren Schritt auf dem Weg, einer der größten und wegweisender Sieb- und Digitaldruckdienstleister in Europa zu sein.« ƒ
019
ƒ Business & Markt
1ADRUCK GOES VIENNA
EINE DRUCKEREI ALS KREATIVSCHMIEDE 1adruck und 2smart eröffnen im 7. Bezirk in Wien einen Schauraum als auch ein Verkaufsbüro. Damit realisiert das steirische Unternehmen einen lang gehegten Gedanken der Hauptstadt näher zu rücken. Dass man sich ausgerechnet den Kreativ-Hotspot ausgesucht hat, liegt auf der Hand. Das Unternehmen ist bekannt für seine atemberaubenden Produktionen, und deswegen fühlt man sich im 7ten recht gut aufgehoben.
1adruck Geschäftsführer Uwe Sannemann bringt die Kreativität seines Unternehmens nun verstärkt nach Wien und eröffnet im Herbst einen Schauraum im 7. Bezirk. x © . P&P
S
eit seiner Gründung im Jahr 1996 hat sich das Unternehmen außergewöhnlichen Druckprojekten verschrieben und realisiert diese mit namhaftesten Kunden in Österreich. Wobei man sich selbst auch des Öfteren mit kreativen Mailings oder Veranstaltungen ins Rampenlicht rückt. Zuletzt im zeitlichen Umfeld mit dem Formel 1 Grand Prix in Österreich. Da versandte man an seine Kunden die »Formel 1a Box« mit Formel 1a
020
Kapperl, garniert mit einem Bild eines Formel 1 Autos, veredelt mit Duftlack mit Boxen-/Benzingeruch. Zudem wurden die Empfänger eingeladen sich mit dem Kapperl zu fotografieren und das Bild an 1adruck zu senden. Geschäftsführer Uwe Sannemann freute sich über das enorme Feedback der Aktion.
Erfolgreich nach Übernahme Aber so cool und lustig war es nicht
immer. Als sich die Styria im Jahre 1996 entschied den Druckstandort in Judenburg schließen zu wollen, wagten damals einige beherzte Persönlichkeiten den Sprung in die Selbständigkeit, übernahmen den Standort und bauten das Unternehmen stetig auf. Der heutige Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter Uwe Sannemann begann als Lehrling im Unternehmen, das er heute führen darf. Eine feine Druckkarriere sozusagen. Die Druckerei entwickelte sich gut, und im Jahr 2000 stellte sich die Standortfrage, da die Location in Judenburg nicht mehr den Anforderungen an ein modernes Druckunternehmen genüge tat. Man entschied sich zu einem Neubau, der schon im Jahre 2008 erweitert wurde. Die Digitalschiene 2smart wurde im Jahr 2005 mit dem Ziel gegründet, die Geschäftsfelder zwischen Offset und dem steigenden Digitaldruck zu teilen und gleichzeitig transparent zu machen. Daran hat sich bis heute nichts geändert und ermöglicht nach wie vor die beiden Unternehmen offen zu gestalten und zu führen. 1adruck steuert zwei Drittel und 2smart ein Drittel des Umsatzes bei. Aktuell werden rund 30 MitarbeiterInnen beschäftigt. Beide Unternehmen entwickeln sich, so Uwe Sannemann, recht
gut. Das liegt wohl daran, dass man sich von Beginn an darauf konzentriert hat keine Mainstream-Projekte machen zu wollen, sondern spezielle und kreative Drucklösungen. »Das unterscheidet uns vom Wettbewerb«, so Sannemann. »Wir sehen uns als Ideengeber und Kreativwerkstatt und setzen uns mit Kunden für ganz spezielle Themen auseinander.« Hierfür hat man auch eine eigene F+EAbteilung, die neue Projekte und Möglichkeiten auslotet und testet. So ist man ständig auf der Suche nach Neuem und sucht quasi die Herausforderungen. Möglich wird dies, und das ist Uwe Sannemann wichtig zu betonen, mit einem Team, das zumindest genauso neugierig und ganz heiß auf die Entwicklung neuer Produkte ist. In Sannemanns Augen hat der traditionelle Drucker praktisch ausgedient. Den breiten Standard von Briefschaften, Prospekten und dergleichen erledigen längst Online-Anbieter. Mit deren Preisen hält kaum einer mit. Viel mehr heißt es, kreativ zu sein und Nischen zu finden.
Massive Digitaldruckinvestitionen Im vergangenen Jahr investierte das Unternehmen intensiv in Digitaldrucktechnolo221 … 2015
Business & Markt ƒ
gie. Zum einen in eine HP Indigo, die im Herbst 2013 installiert wurde. Darüber hinaus wurde auch in digitalen Flachbettdruck investiert. Mit der swissQprint Nyala 2 erhöhte man vergangenes Jahr die Leistungsfähigkeit in diesem Drucksegment. Das Ganze wurde im Herbst 2014 in Form eines farbenfrohen Events präsentiert. Dabei ging es in erster Linie darum, die Möglichkeiten des Druckens mit erweitertem Farbraum (Orange, Grün, Violett) zu präsentieren. Eine Spezialität von 1adruck ist die Lentikulartechnik. Die bei Bewegung sich bewegenden Bilder sind besonders beliebt im Direkt Marketing oder als POS-Artikel. Großauflagen – beispielsweise für Magazin-Cover-Aufkleber – erledigen Heidelberg Offset-Maschinen. Kleinauflagen oder alles, was 50 x 70 Zentimeter übersteigt, druckt die swissQprint-Maschine. Höchste Präzision ist beim Druck auf die vorfabrizierten Lentikularfolien das A und O. »Seit der Anschaffung der swissQprintMaschine hat sich unser Geschäftsumfeld deutlich vergrößert«, meint Uwe Sannemann. Fürs anschließende Schneiden all dieser Druckerzeugnisse ist ein Kongsberg Schneidplotter zuständig. 221 … 2015
Vienna Calling Im Herbst eröffnet man nun in der Siebensterngasse in Wien einen Schauraum, der die Möglichkeiten des kreativen Druckens unter Beweis stellt. »Unsere Kunden sollen in einer tollen Atmosphäre Neues entdecken und sich Ideen holen«, so Uwe Sannemann. Ebenso möchte man vice versa die Möglichkeit nutzen, sich in dem Kreativumfeld von neuen Strömungen inspirieren zu lassen. Der Schaumraum wird auch täglich von 15 bis 19 Uhr geöffnet sein. »Unser Ziel ist, unsere Druckkompositionen begreifbar zu machen. Dazu gehört fühlen, sehen und verstehen, und am Ende steht die Inspiration«, meint ein freudiger Uwe Sannemann. ƒ
021
ƒ Business & Markt
POLAROID IM DIGITALEN ZEITALTER TOTGESAGTE LEBEN LÄNGER
Die Geschichte von Polaroid begann in den 30er Jahren in den USA. Heute wird der Firmenname synonym für Sofortbilder verwendet. Obwohl die unverwechselbare, analoge Sofortbildfotografie längst von digitalen bildgebenden Verfahren in den Schatten gestellt wird, haftet ihr nach wie vor ein gewisser Zauber an. TEXT . Stefanie Hermann
D
ie Polaroid Company wurde 1937 von Edwin H. Land, dem Erfinder des Polarisationsfilters aus Kunststoff, gegründet. Den Ausschlag für die Entwicklung von Sofortbildkameras gab dem Firmenmythos zufolge Lands damals dreijährige Tochter. Ungeduldig, wie auch wir uns von uns gemachte Bilder heute sofort auf den Displays unserer Digitalkameras oder Smartphones zeigen lassen, konnte auch sie es nicht abwarten, das von ihr geschossene Bild sofort zu sehen. Sie verlangte zu wissen, weshalb das nicht sofort möglich war. Diese Frage inspirierte Land, die nächsten fünf Jahre seiner Arbeit der Entwicklung der ersten Sofortbildkamera zu widmen. Das Ergebnis war das Modell 95 Land, das 1948 erstmals für 89,95 US-Dollar in Boston verkauft wurde; bereits acht Jahre später hatte Land eine Million Sofortbildkameras verkauft. Die Kamera, die nur wenige Sekunden nach Drücken des Auslösers ein fertiges Papierbild lieferte, basierte auf dem Trennbildverfahren in Form von SchwarzWeiß-Roll-Filmen. Die ersten zwei Jahre mussten sich Nutzer noch mit Sepiatönen zufrieden geben, ab 1950 war mit dem Typ 41 auch die Produktion von Schwarzweißbildern möglich. Der erste Sofortbild-
022
1948: Das erste Modell 95.
1963: Ein Sofortbild-Farbfilm wurde eingeführt.
2010: Polaroid 300.
2014: Polaroid Z2300.
x © . Wikimedia Commons
x © . Wikimedia Commons
x © . Polaroid
x © . Polaroid
Farbfilm (Format 72 x 95 Millimeter) wurde 1963 mit den Polacolor Packfilmen der 100er-Serie eingeführt. Bis in die 70er hinein mussten die mit Schwarzweißoder Sepiafilmen aufgenommenen Bilder möglichst bald nach der ca. eine halbe Minute dauernden Entwicklung mit einer Schutzschicht überzogen werden. Dies geschah mittels eines beigelegten, in Klarlack getränkten Schwämmchens.
Eine Frage der Zeit In Bezug auf die Entwicklungszeit waren die Trennbild-Filme überaus empfindlich, wobei auch die Umgebungstemperatur eine Rolle spielte. Aus diesem Grund verfügten Polaroid-Sofortbildkameras über analoge Stoppuhren und Tabellen, die über die Entwicklungszeiten Auskunft gaben. Die Tabellen waren auf ausziehbaren Aluminiumplatten aufgedruckt, auf die das zu entwickelnde Bild gelegt wer-
den konnte, um es in der Innentasche bei 15 Grad Celsius zu entwickeln. Während sich bei den Schwarzweißfilmen lediglich die Kontraste durch längere Entwicklung erhöhten, wiesen die Trennbild-Farbfilme im Falle einer nicht passenden Entwicklungszeit Farbstiche auf. Bei zu kurzer Entwicklungszeit wurden sie rot-gelbstichig, bei zu langer blau-grünlich. Was damals unerwünscht war, ist heute Trend: Der Effekt wird in Bildbearbeitungsprogrammen wie Poladroid, entsprechenden Apps und Plattformen wie Instagram imitiert. Sieht man sich die Bildqualität von Fotos an, die nicht nur durch die Verwendung neuester Kameratechnologien erstellt, sondern auch digital bearbeitet wurden, so kann man sich natürlich fragen, inwiefern der Polaroid-Look zu bevorzugen ist. Aber genau darum geht es: um diese kleinen Unperfektheiten, diese Makel, die das Leben dann ja doch erst
spannend machen. Und um das tatsächliche Einfangen des Momentes: ohne Retusche, ohne das Ergebnis vorab zu sehen und hundertprozentig kontrollieren zu können, sofort auf Film gebannt.
Momentaufnahme Darin bestand auch das eigentliche Erfolgsrezept von Polaroid. Damals Technologieführer, musste das Unternehmen in den 00er Jahren neue Wege beschreiten, um mit der Digitalfotografie und immer besser werdenden Handykameras – die ein ähnliches »Soforterlebnis« bieten – mithalten zu können. Also setzte auch Polaroid auf neue Technologien: anstelle der klassischen analogen Sofortbildkamera entwickelte man mit der Z340 eine Digitalkamera mit integriertem Minidrucker. 2008 wurde zudem der mobile, hosentaschengroße Fotodrucker PoGo (Printing on the Go), der sich mit Digitalkameras 221 … 2015
Business & Markt ƒ
und Handys verbinden lässt, eingeführt. Er basierte auf der damals neuartigen Zero-Ink (kurz Zink) Drucktechnik, die weder Tintenpatronen noch Farbkartuschen benötigte. Die Farbpigmente sind im speziell beschichteten Fotopapier enthalten und werden durch Hitze aktiviert. Von der Stammkundschaft wurden beide Entwicklungen mit sehr verhaltener Begeisterung aufgenommen. Bemängelt wurde vor allem die »zu gute« Bildqualität, die das gewohnte Polaroid-Feeling nicht mehr so recht aufkommen ließ. Seit 2010 ist deswegen die analoge Polaroid 300 erhältlich. Für die traditionellen Sofortbildkameras entwickelt und produziert übrigens die Firma ImPossible nach wie vor Filmmaterialien in der ehemaligen Polaroid-Fabrik in Enschede, Holland,
2015: Polaroid Zip.
2015: Polaroid Cube+.
x © . Polaroid
x © . Polaroid
nachdem Polaroid die Produktion von Filmen im Rahmen der Insolvenz 2008 einstellen musste.
Mit der Zeit gehen Polaroid scheint dem der Insolvenz 2008 nachfolgendem Neustart eine funktionierende Strategie gefunden zu haben. Zum einen setzt das Unternehmen nach wie vor auf die Marke Polaroid, die an sich bereits für einen gewissen Nostalgiefaktor, wenn nicht gar Kultfaktor, steht. Zum anderen wurde wohl aus ähnlichen Überlegungen deutlich, dass man sich einen Anteil am Markt wohl weniger über technologische Aspekte erkämpfen können wird. In Folge konzentriert man sich auf moderne Produkte, die für Design und Spaß stehen. Im vergangenen Juni stellte das Unternehmen seinen Polaroid Cube+ vor, eine würfelförmige Actionkamera mit einer Kantenlänge von gerade einmal 35 Millimetern. Die 221 … 2015
Kamera, die Standbilder mit einer Auflösung von acht Megapixel ermöglicht und Videos in Full-HD aufzeichnet, speichert das aufgenommene Material auf einer SD-Karte. Mit den ehemaligen Polaroidkameras hat sie also nur noch den Namen gemein. Richtung Sofortbild geht aber der ebenfalls heuer vorgestellte Polaroid Zip, der wie der PoGo auf der Zink-Technologie basiert und einen neuen Vorstoß Richtung mobiles Drucken darstellt. Er druckt Fotos, die mittels Tablet oder Smartphone erstellt wurden. Über die entsprechende App erlaubt er dem User die Bilder vor Druck zu retuschieren oder sie mit Rahmen oder Stickern zu versehen. Ob der neue Versuch diesmal mehr Erfolg haben wird, darf bezweifelt werden, konnten sich doch auch die Produkte der Konkurrenz
am Markt bisher nicht wirklich durchsetzen. Trotzdem: Polaroid ist wieder In. Dabei scheint es aber nicht mehr so sehr um die sofortige Verfügbarkeit der Bilder zu gehen – die sind wir zum einen mittlerweile gewohnt, zum anderen werden Fotos immer seltener tatsächlich ausgedruckt. Der Trend scheint vielmehr Richtung Polaroid-Look zu gehen. Online-Printshops etwa bieten so genannte Polaroid Prints. Auf Kundenwunsch können die Bilder zuvor auch bearbeitet werden – was perfekte Bildqualität verspricht. Für den Retrocharme sorgt lediglich das Format mit dem bekannten weißen Rand. Auch Instagram und diverse Apps lassen mittels Filter ein gewisses Nostalgiegefühl aufkommen. Das ist aber nicht ganz das gleiche. Das »echte« Polaroid lebt zwar nach wie vor – die Makel tun es jedoch nur noch digital … ƒ
EXTREMELY VIVID PRINTING
DER NEUE JETI TAURO. FÜR BEEINDRUCKENDE FARBEN, DETAILS UND PRODUKTIVITÄT. Geblendet von diesen Farben? Das ist der Jeti Tauro-Effekt! Dieser Premium-Hybrid-UV Inkjet Wide Format Drucker der neuesten Generation basiert auf unserem umfassenden F&E Know-how und bietet außergewöhnliche Druckqualität bei hoher Geschwindigkeit sowohl für starre als auch für flexible Medien. Er ist DIE Lösung für Sign und Display, um die hochvolumige Produktion in brillanten Farben erstrahlen zu lassen.
Lassen Sie sich beeindrucken auf www.agfagraphics.com.
023
ƒ Business & Markt
CHROMOS DIE NEUE DRUCKWELT MITGESTALTEN
Daniel Broglie, Geschäftsleiter der Chromos AG
Die Chromos AG startete eine neue Werbekampagne mit überarbeitetem Markenauftritt. Doch es ist weit mehr als schöner Schein. Die Kampagne symbolisiert auch die Strategie und Werte der Chromos AG, die sich in den letzten Jahren gezielt weiterentwickelt und verändert haben. Das Unternehmen fühlt sich prädestiniert, seine Kunden in die Druckwelt des 21. Jahrhunderts zu führen. Unser Kollege vom Schweizer viscom print & communication Magazin sprach dazu mit Geschäftsführer Daniel Broglie. TEXT . Paul Fischer
W
enn man einen ChromosRepräsentanten irritieren und herausfordern möchte, muss man ihm nur ein Wort an den Kopf werfen: »Bauchladen«. So auch Daniel Broglie. Im Gespräch steigt er sofort darauf ein und erklärt: »Ja, ich kenne diesen Ausdruck sehr gut. Wie oft musste ich mir anhören, dass wir als Handelshaus mit vielen Marken in verschiedenen Bereichen ein richtiger ›Bauchladen‹ seien, den man als Kunde gar nicht begreifen könne, so komplex sei er.« Doch wer auf die Chromos AG noch immer als »Bauchladen« blicke, habe gar nicht mitbekommen, wie sich das Unternehmen in den letzten Jahren transformiert habe. »Ein Vorteil des unabhängigen Handelshauses war immer, für die Kunden die bestmögliche und breitest aufgestellte Produktpalette zusammenzustellen. Die besten Druckplatten, die besten Gummitücher, die beste Software. Das war und ist immer unsere Philosophie. Doch mittlerweile geht es nicht mehr nur um einzelne Produkte, sondern um verschiedene Gesamtlösungen. Wir reden heute von Anwendungsapplikationen in verschiedenen Marktsegmenten.«
Welcome tomorrow Die grafische Branche weltweit verändert sich seit einigen Jahren dramatisch. Das hat in erster Linie mit dem Siegeszug der elektronischen Medien zu tun. Internet,
024
Google, Apple und Co. haben die Art und Weise, wie wir kommunizieren und organisieren, radikal verändert. Das hat Auswirkungen auf den Umgang mit Printmedien. Es ist ein Medium, das sich offensichtlich im Niedergang befindet. Hinweise darauf findet man beispielsweise bei den Investitionen in neue Rotationsmaschinen. So ist dieser Markt weltweit auf wenige hundert Millionen Euro pro Jahr geschrumpft. Und in der Schweiz kämpft die traditionelle grafische Branche mit andauernden Wertschöpfungsrückgängen im hohen einstelligen Bereich. In Europa geht sowohl der Absatz bei grafischen wie auch bei Zeitungspapieren deutlich zurück. Doch es gibt klare Indikatoren, dass der Ausdruck »Niedergang« zu kurz greift, um diesen offensichtlichen Strukturwandel zu erklären. Der weltweite Papierkonsum fürs Bedrucken ist stabil. Der Absatz von Offsetdruckplatten ist am Steigen, gerade auch in den Industrieländern. Trotz Auflagenrückgang werden mehr Einzelaufträge produziert. Dem schwachen Absatz von Offsetrotationen kann man den Absatz von HP Indigo entgegenhalten, der die Milliardengrenze (pro Jahr) überschritten hat. Offensichtlich erleben wir nur den Niedergang der »alten« Druckwelt, währenddessen eine neue, den aktuellen Kundenwünschen entsprechende Druckwelt im Aufstieg begriffen ist. Und genau hier, am Schar-
nier zwischen Alt und Neu, hat sich die Chromos AG positioniert. Dies wie wohl kein anderer Anbieter in der Schweiz und in Teilbereichen auch für Österreich.
Zahlen lügen nicht Ist der Anspruch der Chromos AG, die ideale Partnerin für die Druckwelt des 21. Jahrhunderts zu sein, vermessen? Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Wahrheit jenseits der Marketingbotschaften. Im Jahre 2000 erwirtschaftete die Chromos-Gruppe 56 Prozent ihres Umsatzes im Bereich Offset (Platten, Druckmaschinen, Verbrauchsmaterialien). Schon damals verkaufte Chromos Indigo-Digitaldrucksysteme, doch deren Anteil am Umsatz machte gerade einmal drei Prozent aus. Ein wichtiger Umsatzträger war, neben dem Inkjet- mit 15 Prozent, das Packaging-Geschäft mit 16 Prozent. Fazit: Bereits 2000 war Chromos ein breit diversifizierter Anbieter, das wichtigste Standbein war aber klar der Offset. 2014 sah die Situation ziemlich anders aus: Der Digitaldruck (nur HP Indigo) erwirtschaftete 23 Prozent des Umsatzes, der Packaging-Bereich war mit 30 Prozent mittlerweile der wichtigste Umsatzträger. Das Offsetsegment hingegen steht noch für 20 Prozent des Umsatzes. Das sind Zahlen, die darauf hinweisen, dass die Chromos-Gruppe in ihrem Transformationsprozess schon sehr viel weiter ist als viele andere Anbieter. Parallel dazu
hat Chromos konsequent im deutschen Sprachraum expandiert. So vertreibt und betreut das Unternehmen beispielsweise die HP Indigo-Systems oder die RyobiDruckmaschinen in Österreich. Der Anteil Österreichs und Deutschlands am Umsatz der Chromos-Gruppe ist mittlerweile bei fast 30 Prozent. Hat sich Chromos damit von der grafischen Branche verabschiedet? Daniel Broglie verneint dies ausdrücklich: »Die Veränderungen in der Umsatzverteilung bei uns sind einerseits Teil einer klaren Strategie. Aber sie spiegeln nun mal die Veränderungen in den Druckmärkten. Das Drucken ist vielfältiger, komplexer und segmentübergreifender geworden. Wenn Kunden mir heute mit Blick auf unsere Umsätze sagen, für die Chromos AG sei der Offsetdruckmarkt nicht mehr relevant, verneine ich das energisch. Das Offsetsegment ist nach wie vor ein wichtiges Standbein und wird es auch bleiben. Doch die Märkte haben sich verändert. Nehmen wir beispielsweise den Verpackungsmarkt: Heute haben wir Kunden aus dem pharmazeutischen Bereich, die mit einer neuen Generation von Inkjet-Codingsystemen arbeiten. Das sind neue, technologiegetriebene Applikationen, die es vorher noch gar nicht gegeben hat.«
Innovator Technologie Der grafischen Branche wirft man immer 221 … 2015
Business & Markt ƒ
Präzision
International
Treffsicher
Chromos Coding – das sind massgeschneiderte Lösungen aus einer Hand. Für Codieren, Markieren und Etikettieren.
Exzellenter Know-how-Partner gesucht? Chromos Packaging ist mit führenden Weltmarken europaweit für Sie da: fachspezifisch und projektbezogen.
Von der Vorstufe über Druckmaschinen bis hin zum Drucksaal – mit Chromos Offset ist alles zielgenau auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.
Weitere Informationen unter: www.chromos.ch
Weitere Informationen unter: www.chromos.ch
Weitere Informationen unter: www.chromos.ch
Best in class
Kreativ
Verbindend
Chromos Digital ist Komplettanbieter der Premiummarke HP Indigo. Druck in Perfektion für höchste Ansprüche.
Kreative Idee? Chromos bietet Ihnen im Bereich Inkjet eine Vielzahl von Lösungen zur Umsetzung Ihrer Geschäftsideen.
Chromos bietet Ihnen im Bereich Labels für alles eine verbindende Lösung: langlebig, präzise und effektiv.
Weitere Informationen unter: www.chromos.ch
Weitere Informationen unter: www.chromos.ch
Weitere Informationen unter: www.chromos.ch
Diese Sujets reflektieren beispielsweise den aktuellen Marktauftritt des Schweizer Unternehmens. wieder vor, sie sei technologieverliebt. Ein Vorwurf, mit dem Daniel Broglie, so formuliert, überhaupt nichts anfangen kann. Im Gegenteil: »Die Veränderungen der letzten Jahre sind alle technologiegetrieben. Personalisierung, Individualisierung von Drucksachen, kleinere, dafür zielorientierte Auflagen, dies zunehmend auch im Packaging. All diese Veränderungen haben einzig und alleine mit neuen Technologieapplikationen zu tun. Die von mir erwähnte Transformation der Druckmärkte in Richtung mehr Vielfältigkeit und mehr Komplexität hat ausnahmslos mit neuer Technologie zu tun.« Deshalb ist er zu Aussagen wie »Die Strategie ist zentral, die Technologie ist hingegen zweitrangig« skeptisch eingestellt. »Es sind neue Technologien, die neue Geschäftsmodelle ermöglichen und nicht umgekehrt. Nur wer in diese Technologien investiert, ist in der Lage, solche Modelle zu verwirklichen.« Damit spricht er das Dilemma an, mit dem gerade grafische Unternehmen konfrontiert sind. »Die Umsetzung von neuen Geschäftsmodellen erfordert viel Kraft und braucht Zeit. Ein klassischer Akzidenzoffsetdrucker verwandelt sich nicht über Nacht in einen 221 … 2015
Verpackungsspezialisten oder in einen Anbieter für individualisierte Drucksachen. Hier haben wir als Anbieter von Lösungen und Technologien eine besondere Verantwortung. Nehmen wir beispielsweise die HP Indigo 10000. Wenn wir wollten, könnten wir das System als den idealen Ersatz von B2-Bogenoffsetmaschinen im Markt postulieren. Wir würden so problemlos bei einigen Druckereien solche Maschinen platzieren. Doch damit würden wir diesen Firmen die für sie falsche Lösung anbieten. Wer in der Druckwelt der zunehmenden Komplexitäten ein guter Partner für seine Kunden sein möchte, muss den Mut haben, konsequent nur jene Lösungen vorzuschlagen, die dem Kunden etwas bringen und dementsprechend finanzierbar sind, und nicht die Investitionspakete schnüren, die einem als Lieferant den größtmöglichen Umsatz ermöglichen würde.«
Treiber und Getriebener In folgenden Bereichen ist die Chromos AG heute positioniert: Chromos Coding mit Lösungen fürs Codieren, Markieren und Etikettieren, Chromos Packaging für Hochbarrierefilme sowie Tief- und Flexo-
drucklösungen, Chromos Offset mit allen Lösungen rund um den Drucksaal, Chromos Digital mit HP Indigo, Chromos Inkjet mit Lösungsapplikationen diverser Hersteller insbesondere im Large FormatBereich, Chromos Labels und Chromos Service mit der Imsag AG. Die neue Inserate-Kampagne und der Marktauftritt, welche sowohl in der Schweiz wie auch in den deutschsprachigen Märkten einheitlich erfolgen sollen, wollen diesen ganzheitlichen und übergreifenden Lösungsansatz auch visuell aufzeigen. Die Veränderung der Chromos AG soll dadurch für alle sichtbar gemacht werden. Dabei geht es nicht nur um Kommunikation gegen außen, sondern ebenfalls um Zeichensetzung gegenüber innen. Daniel Broglie: »Die Veränderungen der Chromos-Gruppe sind das Resultat einer klaren Strategie, doch es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, wir seien immer der Treiber. Manchmal sind wir ebenfalls Getriebene. Gerade was die Organisationsstrukturen und das Verständnis unserer Mitarbeiter betrifft, durchliefen wir in den letzten Jahren einen Lern- und Veränderungsprozess. Dass heute in den verschiedenen Abteilungen bereichsübergrei-
fend gedacht und gehandelt wird, ist das Resultat einer mehrjährigen Entwicklung. Noch vor sieben oder acht Jahren befanden sich beispielsweise die Verkäufer von Offsetmaschinen und Digitaldrucksystemen in einer Art positivem Wettstreit. Wichtig ist heute die für den Kunden richtige Lösung.« Der neue Auftritt hat für das Unternehmen aber noch eine ganz andere Bedeutung. Daniel Broglie: »Wir zeigen auf, dass wir bereits hier und jetzt die Lösungen für die Druckwelt des 21. Jahrhunderts anbieten. Wartet nicht auf die drupa 2016 oder irgendwelche Versprechungen von Herstellern. Druckereien müssen heute entscheiden, in welche Richtung sie sich entwickeln wollen. Wer immer nur wartet und darauf hofft, dass irgendwann die Wundermaschine, die all seine Probleme löst, auftaucht, wird irgendwann feststellen, dass der Zug für ihn abgefahren ist. Die Druckwelt von morgen muss man sich jetzt erarbeiten. 2018 oder 2019 wird es bereits zu spät sein, weil bis dahin die Mitbewerber, die jetzt etwas tun, uneinholbar weggezogen sind.« ƒ
025
ƒ Business & Markt
MAIL BOXES ETC. AUF WACHSTUMSKURS IN ÖSTERREICH
Das US-Unternehmen Mail Boxes Etc. (MBE) bietet im Dienstleistungsbereich in über 1.500 MBE Centern weltweit maßgeschneiderte Lösungen für Geschäfts- und Privatkunden, wobei der Schwerpunkt doch im B2B-Bereich liegt. Die MBE Center unterstützen vorrangig kleine und mittlere Unternehmen darin ihre Produktivität durch Outsourcing von Aufgaben und Prozessen zu erhöhen, die nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens gehören. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den Bereichen Versandlogistik, Grafik- und Druckservices.
D
as Unternehmen ist seit 1999 hierzulande aktiv und wurde damals vom ehemaligen Xerox Generaldirektor Hendrik Homan in Österreich eingeführt. Mittlerweile ist die Zahl der Franchisepartner auf 40 gewachsen und werden von Österreich Manager Dieter Baier geführt und betreut. Alleine in der Region Wien sind 25 Center aktiv. Der eingeschworene Harley Davidson Enthusiast möchte nun in Österreich noch mehr Gas geben und die Zahl der Franchisenehmer um rund 20 Partner erhöhen, vorwiegend in den Regionen Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg sowie der Obersteiermark. Die in der MBE zusammengehörende Region Deutschland und Österreich (Zentrale in Berlin) verfügt aktuell über 200 MBE Center, die rund 75 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. In Italien gibt es zum Vergleich rund 600 MBE Center.
Das Businessmodell: Outsourcing von Druck und Versand »Unsere Stärke heißt »Outsourcing«: das Auslagern der Druck- und Versandaufga-
026
Mail Boxes Österreich Manager Dieter Baier möchte den Ausbau des Netzes in Österreich forcieren. Zielgruppe dabei sind Menschen, die sich mit einer eingeführten und bewährten Geschäftsidee selbstständig machen wollen. x © . MBE
ben eines Unternehmens an einen kompetenten Partner, der es den Firmen ermöglicht, sich auf ihr Kerngeschäft – mit dem sie ihr Geld verdienen – zu konzentrieren«, betont Dieter Baier im Gespräch. Bei Buchhaltung und Versicherungen sei dieses Outsourcing schon etabliert, der Druck und Versand werde oft noch unwirtschaftlich firmenintern abgewickelt, wo nicht auf das gesamte Angebot des Marktes zurückgegriffen werden könne. »Die
Kleinheit Österreichs prädestiniert unser Land zum Export und Import, und gerade beim internationalen Versand gibt es viele Möglichkeiten, diesen preislich und qualitativ zu optimieren. Und der zunehmende Online-Handel verspricht weiteres Wachstum«, so Baier.
Neue Partner gesucht Dieter Baier möchte nun den Ausbau des Netzes in Österreich forcieren. Zielgruppe
dabei sind Menschen, die sich mit einer eingeführten und bewährten Geschäftsidee selbstständig machen wollen. Existenzgründer werden beim Start in die Selbstständigkeit mit Mail Boxes Etc. von der Zentrale besonders unterstützt: bei Finanzierungslösungen, der Erstellung des Businessplans, bei Standortauswahl und -ausbau. Die Einstiegsgebühr beträgt 21.900 Euro. Hinzu kommt ein Investitionsbedarf zur Eröffnung eines MBE 221 … 2015
Business & Markt ƒ Centers, der zwischen 37.000 und 52.000 Euro ausmacht. Das ist naturgemäß abhängig von den Ausbau- und Einrichtungskosten des Ladenlokals, inkl. CenterAusstattung, Software, Training etc. Die monatliche Franchise-Gebühr schlägt sich mit 6 Prozent zu Buche sowie eine monatliche Gebühr für Marketing und nationale Werbung in der Höhe von 4 Prozent. Die Vertragslaufzeit beträgt 10 Jahre, klarerweise mit einer Option für eine Verlängerung. Als »optimales« Einstiegsalter für einen Franchisenehmer oder Franchisenehmerin sieht man in etwa 30 bis 35 Jahre, wobei es auch gute Beispiele dafür gibt, wenn »ältere Semester« das Geschäft begonnen haben. Seitens der der MBE Organisation betreut eine eigene Person in Form eines Sales Coach die neuen Partner und begleitet diese gekonnt durch die ersten Monate der Selbständigkeit. Was die Auswahl des Maschinenparks betrifft, so können die Franchisenehmer selbst entscheiden, wobei klarweise bei trendigen Anlagen gute Konditionen mit den Lieferanten ausgehandelt werden, auf die ein Partner dann zurückgreifen kann. Dieter Baier empfiehlt jedoch immer wie-
der, kleiner anzufangen und das Business ordentlich zu entwickeln. Und sollte ein kleinerer Shop mal einen großen Druckoder Logistikauftrag bekommen, den er selbst nicht zur Gänze abwickeln kann, so kann ihm innerhalb der Österreich Gruppe geholfen werden. Es gibt spezielle MBE Druck- und Logistikpartner, die über entsprechende Kapazitäten verfügen und auf die man – wenn notwendig – zurückgreifen kann. Das Wirtschaftsmagazin »Gewinn« berichtet übrigens in seiner aktuellen Ausgabe über das Franchisekonzept und dessen Erfolgsaussichten für einen angehenden Unternehmer. Der Tenor? Grundsätzlich positiv, nur hatte man sich aus der Sicht von Dieter Baier bei einer Musterkalkulation gehörig verrechnet, was den publizierten Jahreserfolg um 50.000 Euro schmälerte. Für Baier klarerweise der Wermutstropfen in der ansonsten durchaus positiven Story.
Fokus auf den Nachwuchs Um sich jungen Existenzgründern interessant präsentieren zu können, wurde das »Young Professional«-Förderprogramm
ins Leben gerufen. Hier werden fünf »Young Professionals« gesucht, die finanzielle Unterstützung bei der Unternehmensgründung mit dem MBE Franchisekonzept erhalten. Über die Vergabe der Förderung entscheidet eine Kommission aus verschiedenen Bereichen. »Neben einem sehr guten Lebenslauf ist uns vor allem wichtig, dass die Kandidaten Eigenschaften mitbringen, die einen erfolgreichen MBE Gründer auszeichnen: unternehmerisches Geschick, Kommunikationsstärke und die Leidenschaft im Leben wirklich etwas zu bewegen«, meint Dieter Baier.
Qualität in der Zusammenarbeit »Wir sind ordentliches Mitglied im Österreichischen und Deutschen Franchiseverband, um das Thema »Franchising« gemeinsam mit anderen Franchisesystemen weiterzuentwickeln und bekannter zu machen«, so Baier. Die Qualität in unseren Partnerschaften leben wir durch langfristige Zusammenarbeit. Das bedingt eine intensive Kennenlernphase und ein mehrstufiges Trainingssystem zur Vorbereitung für den Weg in die Selbstständigkeit,
regelmäßige Weiterbildungen und Network-Events. Gerade der Erfahrungsaustausch und die Kompetenz eines weltweiten Netzwerks werden von den Partnern überaus geschätzt. ƒ
Franchising mit MBE • Zuverlässige Partner und Lieferanten sowie besondere Einkaufskonditionen • Regelmäßiges Wiederholungsgeschäft mit hohem Cross-Selling- Potenzial • Franchisekonzept mit großen unternehmerischen Freiheiten • Nachhaltiges, erprobtes und mehrfach ausgezeichnetes Geschäftskonzept • Nationale Werbekampagnen und großes Netzwerk zum Erfahrungsaustausch • Mehrstufiges Trainingsprogramm für Quereinsteiger und kontinuierliche Weiterbildung • Regelmäßiger Support auf zentraler und regionaler Ebene
news DRUPA CUBE 2016 KONFERENZPROGRAMM BESCHREITET NEUE WEGE Mit einem neuen Ansatz geht der drupa cube, das Konferenz- und Eventprogramm zur drupa 2016, an den Start. Im Fokus stehen die Innovationskraft von Print und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten gedruckter Produkte quer durch die unterschiedlichsten Industrien und Lebensbereiche. »Neue Technologien wie Printed Electronics und 3D-Druck, kreative Multichannel-Anwendungen oder der Einsatz digitaler Drucktechniken beispielsweise im Verpackungssektor stellen immer wieder eindrucksvoll unter Beweis, welches Potenzial in Print steckt. Dieses Zukunftspotenzial spiegelt der drupa cube mit seinem internationalen Konferenz- und Event-
221 … 2015
programm wider«, erläutert Sabine Geldermann, Director der drupa. »Gleichzeitig ist es uns wichtig, mit einem interdisziplinären Ansatz die Brücke zwischen Kreativagenturen, Marketiers, Brandownern und den vertikalen Märkten zu schlagen.« Im Unterschied zu den ersten beiden cube-Konferenzen 2008 und 2012 ist das elftägige Programm nicht nach einzelnen Besucherzielgruppen strukturiert, sondern orientiert sich an den folgenden sechs HighlightThemen der drupa 2016: multichannel, print, functional printing, 3D-Printing, packaging production und green printing. Dabei werden in jedem Vortragsslot mehrere dieser HighlightThemen anhand konkreter Fallbeispiele miteinander kombiniert, wie zum Beispiel funktionaler Druck & Verpackungsdruck, 3D-Druck & Nachhaltigkeit oder Multichannel & Print. Der entscheidende Ansatz dieser Herangehensweise ist das Denken außerhalb vermeintlich fest
gesteckter Grenzen. Dieses »Out-of-the-BoxPrinzip« eröffnet neue Perspektiven und bietet einen spannenden Ausblick auf die Zukunft von Print. Der drupa cube adressiert dabei erstmals ausgewählte vertikale Märkte aus den Bereichen Handel, Nahrung, Konsumgüter, Innendesign, Kosmetik, Pharma, Gesundheit sowie aus der
Finanzbranche und dem öffentlichen Sektor. Voraussichtlich wird ein erstes vorläufiges Programm im Herbst veröffentlicht. Anders als in der Vergangenheit ist die Teilnahme am cube-Programm für die Besucher der drupa kostenlos. ƒ
x © . drupa
027
ƒ Business & Markt
Von 9. bis 10. September 2015 präsentiert die marke[ding]plus in Wels das ganze Werbeuniversum rund um die Themen Promotion, Event & Kommunikation. Auf zusätzlichen Aktionsflächen werden Modenschauen, atemberaubende Showacts und Best-Practice-Beispiele geboten.
MARKE[DING]PLUS IN WELS Einmal quer durch das Werbe-Universum reisen che Sportmarketing & Merchandising sowie Druck & Verpackung erweitert.
Druck und Verpackung
Die Markeding Messe in Wels bietet Ausstellung und praxisorientierte Vorträge. x © . Messe Wels
E
ventplaner finden erstklassige Caterer, außergewöhnliche Locations und moderne Veranstaltungstechnik, die ein einzigartiges Event garantieren. Am point of performance zeigen kreative Köpfe, vom Kabarettist und Musiker bis hin zum Körperakrobat, ihr Können. Für Marketing- und Werbeprofis gibt es alles von E-Business, Live Communication, Onlinemarketing, Werbe- und Kommunikationsagenturen bis hin zu Ambient Media. Besucher erwartet im Promotionsbereich ein haptisches Festival. Aussteller und Experten erzählen in Best-Practice Beispielen wie haptische Werbung innovativ in Kampag-
028
Sanjay Sauldie
Günter Mainka
nen eingesetzt wird und wie sie ihre Kunden berühren, überraschen und faszinieren. Weiter finden Marketing- und Werbeprofis zahlreiche Anregungen zu Themen wie Live-Communication, Onlinemarketing, POS, E-Business oder Außenwerbung. Lösungen für Außen zeigen zum Beispiel Fahnen Herold, Ambient Art, Inno Aktiv oder Skanbo Austria. Zu Social Media und Onlinemarketing informieren unter anderem Xing Österreich und artworx. Die neuesten Trends der Textil-Branche werden von Falk & Ross im Rahmen einer Modenschau täglich am point of style gezeigt. Zusätzlich wird der Ausstellungsbereich durch die zwei neuen Berei-
Im zweiten Bereich präsentiert die Firma BTS nicht nur maßgeschneiderte Drucklösungen, sondern bietet Besuchern die Möglichkeit, von eigenen Daten Druckmuster auf einer Ricoh Pro C7100 fertigen zu lassen. Das System verfügt über eine Druckbreite von bis zu 700 x 330 Millimeter und ermöglicht mit transparentem und weißem Toner Anwendungen wie Spotund flächendeckenden Glanz, Wasserzeichen sowie das Drucken auf farbigen und transparenten Medien. Mit der Firma Walter Schulze GmbH konnte ein weiterer Aussteller aus dem Bereich Transferpressen, Werbetextilien, Siebdruck und Verbrauchsmaterialien gewonnen werden. Drucklösungen mit UV-Lackierungen, Beschichtungen und vielem mehr bieten unter anderem auch die Druckerei Mittermüller und M.B. Papierverarbeitung. Zum Thema Verpackung beraten etwa EP-Verpackung, Steirerpack und Prosy Packaging. Zudem wird dieses Thema auch bei den Vorträgen von DesignAustria auf der Forumbühne aufgegriffen.
Praxisorientierte Vorträge Generell wird heuer ein Top-Vortragsprogramm geboten. Namhafte Referenten verraten Insider-Tipps zu erfolgreichen Kampagnen und erzählen über aktuelle Entwicklungen und zukunftsweisende Konzepte. Zu den Themen zählen unter anderem NFC in Werbeartikeln, Verpackungsdesign, Außenwerbung, Onlineund Remarketing. Neuer Kooperationspartner der Messe ist Speakers Excellence, der mit Sanjay Sauldie und Günter Mainka zwei namhafte Referenten nach Wels bringt. Internetprofi Sauldi, der am 9. September zu Gast ist, schafft es, die komplexe Welt des Marketings im Internet in einfachen Worten verständlich zu machen. Mainka ist nicht nur ein gefragter Event- & Marketingexperte, sondern auch erfolgreicher Keynote-Speaker. Sein Vortrag am 10. September zum Thema Erlebnismarketing informiert, wie man Kunden emotional gewinnen kann. Ein Muss für alle Messebesucher ist auch heuer die marke[ding]plus-night am ersten Messetag. Hier trifft sich das Whois-Who der Werbebranche bei Cocktails und Stand-up Pop-Musik. ƒ 221 … 2015
Business & Markt ƒ
Revolution trifft auf Evolution. Revolutionäre, energiesparende LED UV Trocknungstechnologie für die ROLAND 700 Evolution und andere ROLAND Druckmaschinen erreicht lebhaftere Farben und einen höheren Produktionslevel auf einer größeren Bandbreite von wertvollen Substraten.
Not all presses are made equal. manrolandsheetfed.com 221 … 2015 Manroland Österreich GmbH, IZ NÖ-Süd, Straße 16, Objekt 70/1, Postfach 74, 2355 Wiener Neudorf.
029
Auszeichnung für fortschrittliche und innovative Druckprojekte Die Information
Golden Pixel Organisationsbüro ::: Testarellogasse 1/2 ::: 1130 Wien ::: T +43 1 983 06 40 ::: F +43 1 983 06 40 18 ::: office@golden-pixel.eu ::: www.golden-pixel.eu
Verein Forschung für die Graphischen Medien ::: Leyserstraße 6 ::: 1140 Wien ::: T +43 1 982 39 14 310 ::: F +43 1 982 17 10 ::: office@vfg-forschung.at ::: www.vfg-forschung.at
»Der Golden Pixel Award promotet Print, nicht mehr und nicht weniger«. Das genau ist der Hintergrund, warum in diesem Jahr schon zum 15. Mal der Golden Pixel Award veranstaltet wird, die Auszeichnung für wertvolle, fortschrittliche und überzeugende Druckprojekte. Designer, Auftraggeber und Druckereien sind eingeladen ihre Projekte auch in diesem (Jubiläums)Jahr einzureichen. Bewertet wird das Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Idee, Qualität, Produkt oder Nachhaltigkeit bzw. auch das Ergebnis der Zusammenarbeit der Kunden mit der Agentur und der Druckerei in seiner Gesamtheit. Daher ist dieser Award einmalig: Es wird nicht nur das Endprodukt ausgezeichnet, sondern ebenso der gesamte Projektgedanke hervorgehoben. Die Einreichunterlagen finden Sie unter
www.golden-pixel.eu
Der Ablaufplan 2015 30. 09. 2015 ::: Einsendeschluss 12. 10. 2015 ::: Jurysitzung 19. 11. 2015 ::: Gala und Präsentation
Die Kategorien 2015 Hauptsponsor
::: Ökologisch & Umweltfreundlich ::: Akzidenzen ::: Geschäftsberichte ::: Plakat & Visuelle Kommunikation ::: Buch & Bildbände ::: Direct Mail & TransPromo ::: Cross Media Projekte (plattformübergreifende Anwendungen) ::: Magazine ::: Printer’s Best – Eigenprojekte Druckereien ::: Studentenprojekte mit internationaler Beteiligung ::: Verpackungen ::: Etiketten ::: Flexodirektdruck auf Wellpappe (in Zusammenarbeit mit Forum Wellpappe Austria) ::: Industrielle Druckprojekte
Event Partner
::: (Multi) Sensorische Projekte – Haptische Erlebnisse ::: Innovative Geschäftsmodelle
ƒ Medien . Kommunikation . Design
RED DOT DESIGN AWARD 2015 STILVOLL DURCH DEN SOMMER 02
urban | Gartenmöbel Hersteller: acamp by Dandler GmbH & Co. KG, Deutschland Design: Harald Guggenbichler, Österreich BEGRÜNDUNG DER JURY:
E
nde Juni wurde in Essen der Red Dot Design Award 2015 verliehen. 1.994 HerstellerInnen und DesignerInnen aus 56 Ländern nahmen mit 4.928 Produkten am renommierten Designwettbewerb teil, der in diesem Jahr sein 60‑jähriges Jubiläum feiert. Insgesamt haben heuer 50 Produkte österreichischer Designer und Produzenten einen Red Dot Award gewonnen. Darunter auch einige Produkte, die man im Sommer nur zu gerne in seiner Nähe wissen möchte …
01
Relazzo style with Natural surface WPC-Terrassensystem Hersteller: Rehau GmbH In-house design: Productmanagement WPC, Austria BEGRÜNDUNG DER JURY:
»Dieser Terrassenbelag überzeugt mit einer widerstandsfähigen und, dank besonderer Bürstung, zugleich natürlich wirkenden Oberflächenstruktur in Holzoptik.«
032
05
Vöslauer 8x1l Glas Split-Crate Getränke-Mehrwegkiste Hersteller: Vöslauer Mineralwasser AG, Österreich In-house design: Vöslauer Mineralwasser AG, Österreich
08
SENGO 275 | E-Mountain Bike Hersteller: Simplon Fahrrad GmbH, Österreich In-house design: Simplon Fahrrad GmbH, Österreich BEGRÜNDUNG DER JURY:
»Eine hohe Material- und Gebrauchsqualität zeichnet die Gartenmöbel-Serie urban aus. Der stimmige Entwurf erreicht eine zeitlose Ästhetik.«
BEGRÜNDUNG DER JURY:
»Die durchdachte ergonomische Gestaltung dieser Getränkekiste macht sie zu einem praktischen und nachhaltigen Transporthilfsmittel für Flaschen.«
»In dem klar und hochwertig gestalteten Sengo 275 gehen technologische Raffinesse und außergwöhnlich gute Fahreigenschaften eine optimale Verbindung ein.«
03
06
09
Pool Lounge | Abdeckung Hersteller: A-Spas by Armstark GmbH, Österreich In-house design: Reinhard Helmig, Österreich BEGRÜNDUNG DER JURY:
»Eine funktional durchdachte Produktlösung stellt die Abdeckung Pool Lounge dar, die sich harmonisch in das Terrassenambiente einfügt.«
04
Knirps Silver | Sonnenschirm Hersteller: doppler, e. doppler & Co. GmbH, Österreich In-house design: Herbert Forthuber, Österreich Design: Synowation GmbH (Bernhard Rothbucher), Österreich BEGRÜNDUNG DER JURY:
»Als Ausdruck eines hohen Qualitätsanspruchs zeigt dieser Sonnenschirm eine puristische Formensprache. Durchdachte Details erleichtern die Handhabung.«
VIKING 7 Series | Rasenmäher Hersteller: VIKING GmbH, Österreich Design: Busse Design+Engineering GmbH, Deutschland BEGRÜNDUNG DER JURY:
»Eine markante Formensprache charakterisiert die Rasenmäher der Serie 7, die zudem ein ausgesprochen hoher Bedienkomfort auszeichnet.«
07
Geometric Collection Diamond Shades Sonnenbrille Hersteller: Eyewear Solutions GmbH, Österreich Design: 13&9 Design, Österreich / Martin Lasnik, Österreich
VELLO bike | Faltrad Hersteller: VELLO bike, Österreich Design: Valentin Vodev, Österreich BEGRÜNDUNG DER JURY:
»Dieses Faltrad begeistert mit einer ausgereiften Funktionalität, die perfekt auf das Leben in der Stadt eingestellt ist. Es verblüfft durch gut aufeinander abgestimmte Details und kann auf intuitive Weise kompakt zusammengefaltet werden. Ausgestattet mit einer Mehrgangschaltung und speziellen magnetischen Stoßdämpfern zeichnet es sich durch hohen Fahrkomfort aus. Das schöne Faltrad ist damit der ideale Begleiter für jeden Tag.« ƒ
BEGRÜNDUNG DER JURY:
»Die feine Ausarbeitung der futuristischen Sonnenbrille verknüpft moderne Technologie mit traditionellem Handwerk.« 221 … 2015
Medien . Kommunikation . Design ƒ
MEDIEN KOMMUNIKATION DESIGN 01
04
07
02
05
08
03
06
09
221 … 2015
033
ƒ Medien . Kommunikation . Design
»IKONEN UND EINTAGSFLIEGEN«
»Ikonen und Eintagsfliegen«, von 23. Juni bis 6. September 2015 im designforumWien, quartier21/ MQ. x © . designforumWIEN
ARTUR ZELGER UND DAS GRAFIKDESIGN IN TIROL
M
it der Ausstellung »Ikonen und Eintagsfliegen. Arthur Zelger und das Grafikdesign in Tirol« zeigt das Innsbrucker Forum für visuelle Gestaltung WEISSRAUM seit Juni im designforum Wien erstmals eine Schau zum Tiroler Grafikdesign von 1950 bis heute. Dabei wird der Versuch unternommen, grafische Gestaltung aus einer kulturgeschichtlichen Perspektive zu betrachten und eine Skizze zu Geschichte und Gegenwart des Tiroler Grafikdesigns zu
034
entwerfen. Im Mittelpunkt steht dabei Tirols wohl bekanntester Grafiker, Arthur Zelger. Ausgebildet im Wien der 1930erJahre, prägte Zelger das Grafikdesign in Tirol nach 1945. Sein Nachlass wurde für diese Ausstellung von der Designforscherin Anita Kern umfassend aufgearbeitet und im Kontext seiner Herkunft und Wirkung bewertet. Zelger, dessen Arbeit vom wohl wichtigsten Ahnherrn im Österreichischen Grafikdesign, Joseph Binder,
inspiriert wurde, steht prototypisch für die im 20. Jahrhundert stark mit einzelnen Persönlichkeiten verbundene Auffassung von Grafikdesign. Kunst und Handwerk waren die Basis für eine neue, gerade im Entstehen begriffene Form angewandter Gestaltung. Zelgers Arbeiten sowie noch nie gezeigte Skizzen und Entwürfe bieten einen Blick hinter die Kulissen grafischer Arbeit. Sie erzählen die Entstehungsgeschichte von Plakaten und Logos, die letztlich zu Ikonen wurden – obwohl sie
eigentlich nie mehr sein wollten als »Eintagsfliegen«, wie Zelger in einem späten Interview betonte. Begleitet werden sie von jenen weiterer bedeutender Gestalter des Landes: seinen Vorläufern ebenso wie jenen von Zeitgenossen wie Ernst Insam, Maria Rehm, Gustav Sonnewend oder Helmut Benko. Aber was macht diese Grafik »modern«? Wie ist die »moderne« Tourismuswerbung in Tirol überhaupt entstanden? Wie wird darin eine Landschaft zu einem 221 … 2015
Medien . Kommunikation . Design ƒ Image? Welche Menschenbilder werden dabei konstruiert? Wie wird bei einem Logo Schrift zu einem Bild? Die Ausstellung wirft spannende Fragen auf, wobei sich jene nach den Spuren der Moderne quasi als Subtext durch die Schau zieht. Beginnend in 20ern bis in die 70er-Jahre finden sich immer wieder wechselseitige Einflussnahmen zwischen Grafikdesign, Architektur und Kunst. Auch die international prägenden Stile im Grafikdesign der 50er und 60e fanden ihren Niederschlag in den Tiroler Arbeiten. Da und dort dringt etwa die Reduktion der Schweizer Grafik durch, ohne wirklich tiefere Spuren hinterlassen zu haben. Was sich reibungslos integrieren ließ, wurde übernommen, was nicht, beiseitegelassen. Es ist eine eigenwillige, manchmal trotzige »grafische Moderne«, die in Tirol gepflegt wurde.
01
02
01 ARTHUR ZELGER, TIROL, 1973, PLAKATENTWURF, KEIN AUFLAGENDRUCK, 61X88 CM, NACHLASS ARTHUR ZELGER. Das Bild einer Landschaft zwischen Realismus, Abstraktion und Idealisierung; die mächtige, schwarze Felswand mit dem hohen Wasserfall, den in der Ferne weiß leuchtenden Bergen und dem tiefroten Abendhimmel: Ursprünglich für das Zillertal entworfen, wollte es dort niemand haben – zu bedrohlich wirkte die grafisch verdichtete Kulisse. Erst später wurde das Plakat gedruckt, ganz unten stand dann schlicht: »Tirol«. Dem Erfolg tat der verzögerte Start keinen Abbruch, es wurde zu 221 … 2015
einer Ikone. Im Tiroler Grafikdesign des 20. Jahrhunderts spielt die Darstellung des Alpinen eine wesentliche Rolle. Dabei schreitet die Formalisierung der Landschaft, die Reduktion der Formen auf ornamentale Grundelemente immer weiter fort. Einen ihrer grafischen Höhepunkte findet diese Reduktion in den Plakaten Arthur Zelgers für die Tiroler Tourismuswerbung.
Menschen- und Schriftbilder
02 ARTHUR ZELGER, TYROL, 1949, PLAKAT, 61X91,7 CM, TIROL WERBUNG. »Menschen wollen Menschen sehen« (Walter Lurzer) – Dieses Credo spiegelte sich auch in den Plakaten Zelgers, etwa dem berühmten Sujet mit der gelben Keilhose. Die Werbungen der 50er und frühen 60er
03
stehen für eine neue, heile, pastellfarbene Welt. Nichts soll an Krieg und Faschismus erinnern. In den 70ern wird vermehrt der Gast ins Bild gesetzt. Junge, moderne Städter mit Gitarren und Ziehharmonikas bevölkern die alpinen Hotelbars. Auch die aktuelle, fast ausnahmslos fotografische Bildsprache konzentriert sich auf die Darstellung junger Menschen; es wird versucht, Tirol als zeitgemäßes Urlaubsziel zu etablieren.
03 Von den Menschenbildern zu den Schriftbildern ist es nur ein kleiner Schritt. Im Englischen wird das deutlich: dort heißen
Schriften »typefaces« und der Buchstabe »character«. Typografie ist ein wesentliches grafisches Werkzeug zur Vermittlung von Emotionen. Eine besondere Anwendung von Typografie sind »Typologos«; Logos, die zur Gänze aus Schrift gestaltet werden und eine bildliche Aussage ausschließlich mit den Mitteln der Schrift treffen. Manche Orte in Tirol zieren weithin bekannte Logos, wie etwa Kitzbühel oder St. Anton. Und natürlich gilt das auch für eine der bekanntesten touristischen Marken überhaupt, das von Zelger entworfenen Tirol-Logo.
Fortschritt und Widerstand
04 ARTHUR ZELGER, INNSBRUCK ’76, 1976, PLAKAT, 61X86,2 CM, NACHLASS ARTHUR ZELGER Die im Zuge der Olympischen Spiele 1964
04
und 1976 entstandenen Arbeiten, die das Land und die Stadt modern präsentieren sollten, stehen für die offizielle grafische Seite Tirols, die trotz der weltoffenen und liberalen Grundstimmung in die tolerierten, konservativen Gepflogenheiten des Landes zwischen bäuerlichem Traditionalismus und bürgerlichem Fortschrittsethos eingebettet war. In den 70ern entwickelte sich aber auch in Tirol allmählich eine »Kultur des Widerstands«, die sich gegen katholische Enge und leblosen Traditionalismus ebenso wie später gegen die voranschreitende Zerstörung der Natur, wandte. Mit diesem Widerstand hielt auch eine Grafik Einzug, die fernab der offiziel-
len gebrauchsgrafischen Ästhetik stand. Erst in diesen Plakaten und Publikationen wurde Tirol grafisch wirklich modern.
05 PATRICK BONATO, PREMIERENTAGE 2012, PLAKAT, 59,4X84 CM, PATRICK BONATO
Vom »großen Plan« Grafische Gestaltung unterscheidet sich heute grundlegend von früher. Während bis in die 80er Jahre zumeist anlassbezogen und zeitlich limitiert vereinzelte Anwendungen wie Plakate, Folder, Einladungen und Prospekte, gestaltet wurden, so ist visuelle Kommunikation heute umfassend in strategische Überlegungen eingebettet, langfristig konzipiert und für sämtliche Medien bis ins kleinste Detail durchgestaltet. Am Ende stehen Marken-
05
bilder und Corporate-Design-Systeme. Anhand dreier aktueller Beispiele werden in der Ausstellung Strategie, Funktionsweise und Komplexität grafischer Systeme dargestellt. Aus wenigen grafischen Zutaten wiedererkennbare, leicht merkbare Erscheinungsbilder und Marken. In der grenzenlosen Konsumwelt der Gegenwart werden Marken so zu Orientierungspunkten. ƒ
035
ƒ Medien . Kommunikation . Design
Der US-amerikanische Künstler Joel Meyerowitz (geboren am 6. März 1938 in New York) hat als zentrale Figur der amerikanischen New Color Photography der 1960/70er Jahre neben William Eggleston und Stephen Shore Fotografiegeschichte geschrieben. Die umfassende Retrospektive im Kunst Haus Wien präsentiert den berufenen Fotografen, der in über 50 Jahren ein bedeutendes, vielfältiges Werk geschaffen hat.
JOEL
MEYEROWITZ DER MEISTER DER STREET PHOTOGRAPHY M
eyerowitz’ beispiellose Karriere beginnt 1962, nach einer Begegnung mit dem Fotografen Robert Frank. Der ausgebildete Maler entdeckt bei einem Shooting seine Leidenschaft für die Fotografie und avanciert schnell zu einem wichtigen Protagonisten und Mitbegründer der Street Photography. Sein Interesse für das, was sich auf den Straßen der Metropolen Amerikas und ab 1966 auch in Europa zuträgt, hält er als flüchtige Momente fest. Sein dynamischer Blick und sein Stil werden prägend für die Zeit. Er leistet Pionierarbeit mit der damals unüblichen Verwendung von Farbfilm, experimentiert parallel auch mit Schwarzweißfotografie. Schon 1968 richtet ihm das MoMA eine Einzelausstellung aus. Meyerowitz’ Serien »From a Moving Car« (1968), »Cape Light« (1978) oder die Porträts »Red Heads« (1980–1990) sorgen international für Aufsehen. Im Zuge seines Schaffens verändert sich Meyerowitz’ Blick von einem dynamischen, geradezu getriebe-
036
nen, hin zu einer ruhigen, klaren, sehr präzisen Fotografie. Er fotografiert mit einer großformatigen 8 x 10 Inch Plattenkamera. Seine Abbildungen von achromatischen Variationen des Lichts an der Küste, Licht- und Farbaufnahmen der »blauen Stunde«, Bilder leerer Pools, Fotos rothaariger Menschen sowie seine Landschafts- und Stadtdokumentationen gelten heute als Ikonen der Fotografie. Die Ausstellung bildet in repräsentativen Werkgruppen von den 1960er Jahren bis heute die ganze Bandbreite seines Œuvres ab. Sie würdigt Meyerowitz’ einzigartige fotografische Handschrift und seinen immerfort von Neugierde getriebenen Blick, der von der Idee beseelt ist, »Dinge festzuhalten, die er sieht«. Jüngere Arbeiten des Fotografen sind »Ground Zero« (2001), Fotografien nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 und »Legacy«, eine Dokumentation von Parkanlagen in New York aus dem Jahr 2006. ƒ
x © . Joel Meyerowitz KUNST HAUS WIEN 2015 Foto: Eva Kelety
rechts Sarah, Provincetown, Massachusetts, 1981 x © . Joel Meyerowitz, Courtesy Howard Greenberg Gallery
221 … 2015
Medien . Kommunikation . Design Ć’
221 ‌ 2015
037
ƒ Medien . Kommunikation . Design
Florida, 1965 x © . Joel Meyerowitz, Courtesy Howard Greenberg Gallery
New York City, 1975 x © . Joel Meyerowitz, Courtesy Howard Greenberg Gallery
Red Interior, Provincetown, Massachusetts, 1977 x © . Joel Meyerowitz, Courtesy Howard Greenberg Gallery
Girl on a scooter, 1965 x © . Joel Meyerowitz
Florida, 1978 x © . Joel Meyerowitz,
From the Car, New York Thruway, 1975 x © . Joel Meyerowitz, Courtesy Howard Greenberg Gallery
Courtesy Howard Greenberg Gallery
038
New York, 1963 x © . Joel Meyerowitz, Courtesy Howard Greenberg Gallery
221 … 2015
Medien . Kommunikation . Design ƒ
BLUMEN EINST UND JETZT
KLOSTERBIBLIOTHEK HEILIGENKREUZ – BIOSPHÄRENPARK WIENERWALD Autor: Dkfm. Gerhard Wasshuber Verlag Anton Pustet 39 Euro ISBN 978- 3-7025-0778-7
Gerhard Wasshuber hat wieder »zugeschlagen« und ein Buch der besonderen Art erarbeitet. Nach seinen Werken »Die Wienerwaldklöster« und »Die Krakau« ist ein neues bibliophiles Werk entstanden. Das Kloster Heiligenkreuz diente ihm als Fundort für ein vierbändiges Kompendium von Wilhelm Weinmann mit mehr als 1.000 Kupferstichabbildungen.
und natürlich den Biospährenpark bestens kennend, um die Pflanzenwelt entsprechend beschreiben zu können. Das Buch schlägt eine Brücke zwischen den alten künstlerischen aber für ihre Zeit auch botanisch genau definierten Darstellungen aus der Klosterbibliothek Heiligenkreuz mit den aktuellen Blumen des Biosphärenparks Wienerwald. Es ist nicht im selben Folioformat wie die Originalbände, die man als Abbildungen im Werk bewundern kann inklusive deren hervorragende Buchbindearbeit jener Zeit. Die Details dazu sind im Buch von Dr. Anton Durstmüller beschrieben. In enger Verbundenheit mit
den Gebrüdern Haid, die damals eine Werkstatt in Augsburg betrieben. J. G. Haid kam auch an den Kaiserhof nach Wien und seine Blätter können in der Albertina bewundert werden. Details zum Buch selbst: Vor- und Nachsatz aus dem Original mit marmoriertem Papier ist ein echtes Erlebnis für den Buchfreund. Die Abfolge der Gestaltungselemente ist jener der Originalbände ähnlich. Ebenso gilt Grasl FairPrint ein Lob für die Papierwahl und die exzellente Reproduktions- und Drucktechnik. Zu der Gesamtkonzeption möchte ich meinem langjährigen Freund Dkfm. Gerhard
Blumen einst und jetzt
D
em Wienerwald, der Natur und der Kunst verfallen, hat er sich der Mühe unterzogen daraus jene Pflanzen auszuwählen, die im Wienerwald damals wuchsen und heute noch immer dort zu finden sind. Die Originalaufnahmen stammen vom Autor und werden mit kurzen botanischen Erläuterungen den Kupferstichabbildungen und den Texten aus der Zeit Weinmanns gegenübergestellt. Besonders hervorzuheben ist auch die Zusammenarbeit mit Univ.Prof.Dr. Georg Grabherr, Wissenschaftler des Jahres 2012 und seiner Frau Dr. Traudl Grabherr. Selbst im Wienerwald zu Hause
Wasshuber gratulieren: Ein Buch für den Liebhaber von Pflanzen, dem Wienerwald und alten Traditionen der Buchkunst und vor allem einer wirklich gelungenen Zusammenarbeit zwischen Naturwissenschaften und grafischer Kunst. Auch noch ein Wort zu Dr. Anton Durstmüller, dessen Schüler ich an der Graphischen war und dem ich vor allem für seine nimmermüde Tätigkeit für die Buchkunst und die Schrift auch im hohen Alter meinen Respekt zollen möchte. In ihm besitzt die Graphische wahrlich ein Juwel, dem leider viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. ƒ DR. WERNER SOBOTKA
Partner der Kategorie Industrielle Druckprojekte
Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) ist seit vielen Jahren ein wichtiger Anbieter und Partner für die globale Druckindustrie. Unsere Produkte, Servicedienstleistungen und Verbrauchsmaterialien wie auch unsere Partnerschaften sind auf zukunftsorientierte Kundenbedürfnisse abgestimmt und haben alle den wirtschaftlichen Erfolg unserer Kunden zum Ziel.
Eine erfolgreiche Realisierung von industriellen Druckprojekten basiert auf höchster Produktivität bei den Produktionsmitteln und integrierten Lösungen mit passenden Verbrauchsmaterialien und flexiblen Serviceleistungen. Genau dafür ist Heidelberg der verlässliche Anbieter, und zwar über die ganze Wertschöpfungskette hinweg.
Ing. Mag.(FH) Roland Spatt GESCHÄFTSLEITUNG, HEIDELBERG AUSTRIA
221 … 2015
039
ƒ Medien . Kommunikation . Design
DIE GRAPHISCHE MEISTERLICHE ARBEITEN Elen Nikoletos
Roman Roth
D
ie Meisterschule der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt präsentierte am 1. Juli 2015 im Novomatic Forum »Malerei 2015«. Für GrafikdesignerInnen ist es notwendig durch den gezielten Umgang mit Farbe und Gestaltungsmitteln Kompositionen zu erstellen, die Wichtiges betonen und Inhalte lesbar machen. Der Unterricht an der Graphischen beinhaltet dies, damit das subjektive Farbempfinden gesteigert wird. Im zweiten Semester wird durch individuelle Betreuung versucht, die Studenten zu eigenständigen Ausdrucksmöglichkeiten zu führen. Ausgehend vom Gegenständlichen wird dies durch Reduktion auf das Wesentliche und Abstraktion erreicht. Die Ergebnisse dieses Unterrichts wurden im Novomatic Forum präsentiert. Alle Arbeiten waren auch erwerbbar und zeigten das hohe Niveau der Meisterschule. ƒ
040
Alexander Neubauer
Raffael Strasser
Marion Bernhuber
Rosa Michor
Christina Güttl 221 … 2015
Medien . Kommunikation . Design ƒ MUNIKATION N | EVENT | KOM IO OT M O R P R FACHMESSE FÜ
M ESSE WELS
S A D E B E ERL M U S R E V I N U E B R E W FO K
Das Branchenget-together marke[ding]plus-night
9. SEPT. 15 Start 18:30
& VE R P G N U L E D E R E V , K U S: D R U C
AC KU N G
9.-10. SEPT. 15 Infos & Tickets unter www.markeding-plus.at
BEEINDRUCKENDE DIMENSIONEN: Österreichs größte B2B-Messe für Promotion, Event und Kommunikation erhöht den Druck. Der neue Ausstellungsbereich entwickelt sich beeindruckend und bietet Top-Aussteller, wie Ambient Art, ausdruck, Cameo Laser, designaustria, Druckerei Mittermüller, EP Verpackung, Holler Printing, Karl Knauer, Labo Print, M.B. Papierverarbeitung, Prosy Packaging, rausge221 … 2015 brannt, Steirerpack, Walter Schulze, uvm.
Besonderes Highlight ist die Ricoh Pro™ C7100, die von der Firma BTS auf der Fachmesse präsentiert wird. Erleben Sie diese High-End-Maschine live in Wels und lassen Sie sich von eigenen Daten Druckmuster fertigen. Neben dem umfangreichen Ausstellungsprogramm finden Sie auch das passende Vortragsprogramm auf der Forumsbühne. weitere Infos unter www.markeding-plus.at 041
ƒ Medien . Kommunikation . Design
27.000 Kilometer im Sattel seines »Stahlrosses« durch 14 afrikanische Länder (von Ägypten durch den Sudan, Äthiopien, Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Malawi, Sambia, Botswana, Namibia und Lesotho nach Südafrika) legte der Horner Alfred Blaim, leidenschaftlicher Motorradfahrer und Hobbyfotograf, in 195 Tagen, von September 2014 bis April 2015 auf seiner BMW F800GS bei seiner einzigartigen Reise »Abenteuer Afrika« zurück.
ABENTEUER AFRIKA
MIT DEM MOTORRAD VON ÄGYPTEN NACH SÜDAFRIKA TEXT . Rainer Gruber FOTOS . Alfred Blaim
A
lfred Blaim war mehr als 40 Jahre für die Druckerei Berger in Horn tätig. 1965 begann er eine Lehre als Schriftsetzer und bildete sich 1972 ein Jahr an der »Grafischen Lehr- und Versuchsanstalt« in Wien weiter, ehe er Mitte der 70iger Jahre als einer der ersten in der Druckerei Berger den Umstieg vom Bleiauf den Filmsatz mitvollzog. 1978 wechselte Blaim von der Produktion in die Kalkulation, und schon ein Jahr danach hatte er die bisherige »Tabellenkalkulation« auf die »Zeitwertkalkulation« umgestellt. Die letzten 20 Jahre hat er mit viel Freude und persönlichem Engagement im Verkaufsinnendienst die Kunden der Druckerei Berger beraten. 2011 trat er seinen wohlverdienten Ruhestand an, aber von Ruhe kann keine Rede sein. Nach einer 10-monatigen Motorradreise von Alaska durch die USA, Zentral- und Südamerika im Jahr 2013/2014 galt es nun den schwarzen Kontinent zu entdecken. Seine Afrikareise startete Blaim von Alexandria in Ägypten. Er durchquerte dabei nicht nur die gefährlichen Gebiete im Sudan, Äthiopien, Burundi und Sambia, sondern schoss auch insgesamt über 7.000 beeindruckende Fotos und filmte
042
mit seiner Helmkamera 20 Stunden Videos. In Äthiopien machte er einen viertägigen Trip in die Danakil-Senke, dem heißesten und trockensten Platz der Erde, traf die legendäre Salzkarawane und bestieg den 613 Meter hohen Vulkan Erte Ale. Im OMO-Delta besuchte er die letzten ostafrikanischen Naturvölker der Karo, Mursi und Hama. In Uganda überfielen ihn zentimetergroße, blutsaugende Bremsen. Einzigartige und unvergessliche Eindrücke erlebte er in Ruanda beim GorillaTrekking. Zutiefst betroffen war er von der Armut der Menschen in Burundi. In Sambia besichtigte er die Victoria-Wasserfälle in Livingstone, und in Botswana unternahm er eine zweitägige Safari ins Okavango-Delta. In Namibia folgte der Besuch der weltbekannten Sanddünen von Sossusvlei, ehe er einen Motorrad-Alptraum erlebte. Die Elektronik seines geschundenen Motorrads hatte sich verabschiedet. Fast 1.000 Kilometer musste Blaim sein »Stahlross« per LKW nach Windhoek zu einer BMW-Vertragswerkstatt bringen lassen, wo es repariert wurde. In Südafrika angekommen, besuchte er Kapstadt und fuhr zum Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas. Über das Königreich Leso-
tho ging es zum Krüger Nationalpark und zuletzt nach Johannesburg, dem Ende seiner langen, traumhaften Reise. »Ich habe auf dieser Reise alles geben müssen. Oft war ich gezwungen an meine Leistungsgrenze zu gehen. Als Entschädigung für diese Strapazen habe ich viel Neues gesehen, fremde Menschen und deren Kulturen kennen und schätzen gelernt. Die Lebensfreude und die Herzlichkeit der Afrikaner hat mich die ganze Strecke begleitet und wird mir noch lange in schöner Erinnerung bleiben. Bleiben wird aber vor allem die Liebe, die ich während meiner Reise zu Afrika und seinen Menschen entwickelt habe. Ein Gefühl der Verbundenheit, die mit jedem Kilometer in der Hitze, der Kälte, dem Staub, dem Schlamm, dem Regen, in den Wüsten, Savannen, Dschungel, Bergen und Städten, an den Flüssen und Seen des schwarzen Kontinents, gewachsen ist. Danke Afrika, ich werde dich vermissen, aber nie vergessen. Vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder. ‚Mit offenem Herzen zu Reisen‘ habe ich mir auf die Fahne geschrieben. Wer den Menschen Respekt, Achtung und Anerkennung zollt, dem öffnen sich Türen und Tore«, so Blaims Resümee.
In seiner »Live Film- und Diaschau« zeigt er die Eindrücke dieser einzigartigen Motorradreise. Er möchte die Zuseher auf diese Reise virtuell mitnehmen und versucht die Begeisterung, die er unterwegs erfahren hat, durch die Fotos, Videos, Musik und seinem Live-Vortrag weiterzugeben. ƒ
Alfred Blaim in Uganda bei der Überquerung des Äquators nördlich des Edward Sees.
221 … 2015
Medien . Kommunikation . Design ƒ
Ruanda: Gorilla-Trekking im Virunga Nationalpark.
Äthiopien: Naturvolk der Mursi.
Äthiopien: Alfred Blaim (re.) mit einem Afar Nomaden in der Danakil-Senke.
Ägypten: Tempelanlage in Abu Simbel.
Kenia: Samburu-Krieger.
Äthiopien: Die Geothermalquellen in der Danakil-Senke.
VORTRAGSTERMINE UND -ORTE: 08.10.2015, 19.00 Uhr, Hotel Blie, 3580 Horn 21.10.2015, 19.30 Uhr, Veranstaltungszentrum KUM, 3730 Burgschleinitz 22.10.2015, 19.00 Uhr, Theatersaal im Stift, 3591 Altenburg 06.11.2015, 19.30 Uhr, Landgasthof Gamerith, 3595 Sankt Marein 12.11.2015, 19.30 Uhr, Stadtsaal, 3830 Waidhofen / Thaya Weitere Termine in Ausarbeitung (können per E-Mail nachgefragt werden: blaim.alfred@gmx.net) Namibia: Sanddünen von Sossusvlei. 221 … 2015
Junge Männer in Burundi, eines der ärmsten Länder Zentralafrikas.
043
ƒ Produktion & Technologie
Ricoh und Xerox haben dieser Tage neue Produktionssystem vorgestellt bzw. auf den Markt gebracht, die beide für den großvolumigen Digitaldruckeinsatz konzipiert wurden. Bei Ricoh ist es die Modellreihe Pro C9100 und bei Xerox die neue iGen5, deren Stärke ihre modulare Konzeption ist.
RICOH UND XEROX
NEUE DIGITALDRUCKSYSTEME FÜR HOCHWERTIGE ANWENDUNGEN wird mit dem Druckserver EFI E-43 oder dem schnelleren und leistungsstärkeren E-83 angeboten.
Wachsendes Portfolio für Produktionsdruck Die Modellreihe Pro C9100 von Ricoh bietet größere Produktivität, umfangreichere Medienfunktionen sowie bessere Druckqualität als frühere Modelle dieser Klasse.
Die neue iGen 5 ist modular konzipiert und bietet die Möglichkeit eine fünfte Farbe einzusetzen. x © . Xerox Austria
x © . Ricoh Austria
R
icohs neue Serie ist gedacht für größere Akzidenzdruckereien, die hybride Digital- und OffsetWorkflows einrichten oder ausbauen möchten. Mit einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 110 bzw. 130 Seiten pro Minute, einem maximalen monatlichen Druckvolumen von bis zu einer Million A4-Bögen und einer Spitzenauslastung von 1,75 Millionen A4-Bögen schließt die Modellreihe eine Lücke bei Kunden, die diese hohen Leistungsparameter benötigen. Druckdienstleister, die ihr Angebot erweitern möchten, können jetzt eine breite Palette neuer Anwendungen zur Verfügung stellen: Die Systeme drucken auf ungestrichenen, strukturierten und gestrichenen Medien mit einem Flächengewicht von 52
044
bis 400 Gramm pro Quadratmeter sowie auf hochglänzenden, magnetischen, metallischen, transparenten oder synthetischen Spezialmedien und ermöglichen den Duplex-Banner-Einzelblattdruck bis 700 Millimeter. Damit sind sie in der Lage, auch Leichtverpackungen, Direktmailings, Bücher, Werbematerial, Broschüren und Visitenkarten zu produzieren.
Feiner Laser und vergrößerte Medienbibliothek Die verbesserte VCSEL-Technologie (vertical-cavity surface-emitting laser) sorgt für eine optimale Bildqualität mit einer Auflösung bis 1.200 x 4.800 dpi. Das Papiergewicht hat keinen Einfluss auf die Druckgeschwindigkeit. Beim Format A3 erhöht
sich die Geschwindigkeit aufgrund geringfügiger Prozessanpassungen weiter und erreicht 75 Seiten pro Minute, was bei A4 150 Seiten pro Minute entsprechen würde. Die stabile und robuste Bauweise der Drucksysteme wurde für den täglichen Gebrauch optimiert. Das ORU-Konzept (Operator Replaceable Units) mit vor Ort austauschbaren Komponenten ermöglicht geschulten Bedienern, die Verfügbarkeit und Leistung der Systeme zu erhöhen. Die vergrößerte Medienbibliothek ermöglicht verschiedene Parameter pro Substrat, darunter unterschiedliche ICC-Profile für die Vorder- und Rückseite eines Blattes, einzustellen und zuzuordnen, um eine optimale Bildqualität und Zuverlässigkeit zu erzielen. Die Modellreihe Pro C9100
Druckdienstleister und unternehmensinterne Hausdruckereien können sich aus dem wachsenden Ricoh Portfolio von produktionsorientierten Produkten und Lösungen die für ihre Anforderungen optimale Kombination auswählen. Die Einführung der Modellreihe Pro C9100 stärkt das bestehende Portfolio von Einzelblatt-Farbdrucksystemen, das zusammen mit dem Pro C7100X den Akzidenzdruck- und Grafik-Kunden jetzt noch mehr Produktivität und Kreativität bietet. Der Pro VC60000 hat das Portfolio der InkjetDrucksysteme für den Endlosdruck vor kurzem erweitert. Abgerundet wird die Produktpalette durch Großformatdrucker, die für Grafikanwendungen und die Bereiche Architektur, Konstruktion und Bauwesen konfiguriert sind. Ricohs Softwarelösungen gewährleisten beste Netzwerkverbindungen und höchste Leistung, die alle Workflow-Anforderungen von professionellen Produktionsdruckereien in gemischten und rein digitalen Arbeitsumgebungen erfüllen. 221 … 2015
Produktion & Technologie ƒ
PRODUKTION & TECHNOLOGIE In Zusammenarbeit haben EFI und Xerox den ersten digitalen Druckserver mit der neuen digitalen Frontend- (DFE) Plattform Fiery FS200 Pro zur Steuerung der neuen iGen 5 entwickelt. Der mit dem Fiery HyperRIP ausgestattete Xerox EX-P 5 Print Server soll für optimale Druckqualität und Produktivität der iGen 5 sorgen. Die Fiery DFE-Systeme basieren auf dem von EFI entwickelten ASIC (ApplicationSpecific Integrated Circuit; anwendungsspezifische integrierte Schaltung) mit RIPChip-Technologie, der Druckdateien weitaus schneller als alternative DFE-Systeme verarbeiten kann. Durch den RIP, der die Verarbeitungsgeschwindigkeit um 55 Prozent gegenüber der Leistung ohne HyperRIP erhöht, bietet der neue Server weitere Leistungsvorteile. Für die optimale Auslastung der Xerox iGen 5 sorgt der neue HyperRIP-Modus des Servers, in dem bis zu vier Druckaufträge gleichzeitig verarbeitet und dadurch innerhalb kürzest möglicher Zeit mehr Druckaufträge ausgegeben werden können. Außerdem ermöglicht der neue Rush RIP-Modus des Servers die Verarbeitung von Eilaufträgen, wenn die vier Hauptprozessoren für die parallele Verarbeitung ausgelastet sind. Kunden von Xerox können den Fiery-Server als Gateway für Xerox FreeFlow Core und EFI-Lösungen wie Fiery Central, die eCommerce- und Web-to-Print-Software EFI Digital StoreFront sowie die branchenführenden MIS/ERP-Workflow-Produkte von EFI nutzen. Zur einfachen Verwaltung der Offset- und Digitaldruckprozesse über eine zentrale Softwareplattform lässt sich der Server auch in die Workflow-Lösungen Agfa :Apogee, Kodak Prinergy und Heidelberg Prinect integrieren. x © . EFI
Xerox: Aller guten Dinge sind Fünf Laut einer Prognose von InfoTrends wird sich der Markt für High-end-Produktionssysteme im Bereich Farbdigitaldruck weltweit von zirka 60 Milliarden Druckseiten heute auf etwa 87 Milliarden Seiten im Jahr 2018 erhöhen. Diese Entwicklung bedeutet ein enormes Wachstumspotenzial für Druckdienstleister. Rund 2.000 Xerox iGen-Systeme produzieren weltweit Milliarden an qualitativ hochwertigen Marketingbroschüren, Postern, Fotobüchern und Werbematerialien aller Art. Oftmals sind diese Produkte personalisiert, und immer bestechen sie durch lebhafte Farben. Mit der Xerox iGen 5 soll sich diese Erfolgsgeschichte nun fortsetzen. 221 … 2015
Die neue Plattform ermöglicht Kunden mit dem System zu wachsen. So können sich Druckdienstleister zwischen der iGen 5 150 (150 Seiten pro Minute), iGen 5 120 (120 Seiten pro Minute) und der iGen 5 90 (90 Seiten pro Minute) entscheiden. Die frei skalierbare Architektur des Systems erleichtert das Upgrade von einer Geschwindigkeit auf die nächste. Die optionale fünfte Farbeinheit erleichtert das Wiedergeben einer noch größeren Palette an PantoneFarben oder spezifischer Volltonfarben. Dabei wird die Produktivität aber nicht eingeschränkt. CMYK wird durch die Optionen Orange, Grün oder Blau ergänzt und kann so spezielle Kundenfarben (CI-Farben) akkurat nachbilden.
Durch eine Vielzahl an Werkzeugen zur Farbanpassung, zum Aufsetzen neuer Jobs und zur Automatisierung der Qualitätskontrolle kann die maximale Laufzeit bestmöglich dafür genutzt werden, noch mehr profitable Aufträge zu erstellen. Zu weiteren Merkmalen des neuen Systems zählen: • Bewährter EFI Fiery oder Xerox FreeFlow Print Server, um den gesamten Arbeitsprozess zu automatisieren und zu integrieren. • Standard oder Matt Dry Ink Optionen, mit denen sich einzigartige und aufmerksamkeitsstarke Anwendungen umsetzen lassen. • Eine Bogengröße von 660 Millime-
ter, mit der sich noch mehr Jobs und Anwendungen umsetzen lassen wie zum Beispiel 6-seitige gefaltete Broschüren, Prospekte mit Klappcover, Mappen und Direktmarketing-Kampagnen. • 2.400 x 2.400 dpi Druckauflösung, Objekt-orientierte Rasterung, Xerox Confident Colour und Auto Density Control spielen perfekt zusammen, um eine verlässliche und gleichbleibende Bildqualität zu liefern. • Eine Reihe von Inline-Endverarbeitungslösungen, unter anderem Xerox IntegratedPLUS Finishing sowie der Dual Mode Sheet Feeder machen auch anspruchsvolle Jobs möglich. ƒ
045
ƒ Produktion & Technologie
FARBSICHERHEIT BEIM DIGITALEN BEKLEIDUNGSDRUCK
Der Textildruck, insbesondere der digitale Druck von Bekleidung, gehört zu den Geschäftbereichen, die Großformatdruck-Dienstleistern gute Chancen am Markt eröffnen können. Dabei ist insbesondere der farbsichere Workflow eine spannende Herausforderung, gerade wenn es sich wie in diesem Fall um die komplette Produktion eines Aufsehen erregenden Abendkleides mit individueller Farbgebung handelt. TEXT . Angela Starck
D
er digitale Textildruck gehört derzeit zu den zentralen Trendthemen in der Großformatdruck-Branche, und die Wachstumserwartungen gerade für das digitale Bedrucken von Bekleidung werden als hoch eingeschätzt. Dies zeigt unter anderem die aktuelle Mitgliederbefragung der Fespa: Danach rechnen 71 Prozent der Druckbetriebe damit, dass Textilien für Bekleidung ein Wachstumsbereich für ihr Großformat-Druckgeschäft sein werden. Doch wo genau liegen die Chancen in diesem Geschäftsfeld? In den meisten Fällen bedrucken Dienstleister bereits fertig genähte Bekleidung wie etwa TShirts. Im vorliegenden Beispiel geht es allerdings um die Möglichkeit, Bekleidung in kleinen Auflagen oder als Prototypen zu drucken und zu produzieren. Dies eröffnet auch Kundenkreise wie zum Beispiel fortschrittliche Designer und Fashion-Unternehmen, die so die Möglichkeit bekommen, kreativ mit besonderen und ausgefallenen Stoffmustern zu arbeiten und mit diesen möglichst risikolos das Kaufinteresse des Verbrauchers zu testen. Dabei spielen insbesondere die steigenden Ansprüche der Bekleidungsindus-
046
Der Normlicht-Abmusterungsplatz des Caddon-Systems stellt die multispektrale Aufnahme unter den gewünschten Lichtbedingungen farbgenau dar.
trie beim Time-to-Market eine wichtige Rolle. Die Zeit, die vom Design des Stoffes und des Kleidungsstücks bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Ware in den Regalen der Shops liegt, vergeht, lässt sich mit dem digitalen Bekleidungsdruck drastisch verkürzen.
Der Faktor Farbe Bei der Produktion von Bekleidung ist der Faktor Farbe immens wichtig – die Farben eines Kleidungsstücks bilden ein zentrales Ausdrucksmedium, sollen Trends und den Vorstellungen des Designers sowie bestimmten Mustern und Vorgaben entspre-
Den Entwurfsproof der Farben der Federboa übernahm der Epson Stylus Pro 4900, ausgestattet mit einem EFI Fiery XF 6 RIP.
chen. Dazu ist eine sichere Farbkommunikation über die gesamte Prozesskette hinweg notwendig. Hier setzte eine Demonstration des Druckerherstellers Epson zusammen mit dem Deutschen ModeInstitut im Rahmen der Messe Texprocess an, die im Mai in Frankfurt stattfand. Im Rahmen der Messe wurde ein für das bekannte Modeunternehmen Basler kreiertes Designer-Abendkleid – von der Kreation über das Schnittmuster bis hin zum Druck – live vor Ort produziert und präsentiert. Am Anfang des Workflows standen die Federn einer Stola in unterschiedlichs-
ten Rottönen. Die »Federn des Feuervogels« waren Ideengeber und Vorlage für die Farben und das originalgetreue Abbild der Oberflächenstruktur auf dem Kleid, das passend dazu getragen werden sollte. Die Anforderung bestand darin, die größtmögliche Übereinstimmung mit dem Original zu erzielen.
Komplexer Workflow Daher markierte die exakte Farbbestimmung der Federboa auch den Anfang der digitalen Produktionskette. Allerdings ist eine einzelne Feder ein farblich sehr komplexes Objekt. Um die Farben möglichst 221 … 2015
Produktion & Technologie ƒ genau digitalisieren zu können und die Farbdaten für die folgenden Produktionsschritte bereitstellen zu können, kam die DMix-Lösung zum Einsatz, die das Deutsche Mode-Institut in Zusammenarbeit mit den Hard- und Software-Entwicklern Caddon, Color Digital, Epson und EFI entwickelt hat. Die Besonderheit von DMix ist, dass die Lösung mit spektralen Farbdaten arbeitet, die eine exakte Messung farbig gemusterter und strukturierter Oberflächen ermöglichen, um diese in den anschließenden Arbeitsschritten sicher materialübergreifend zu reproduzieren.
Basis: spektrale Farbdaten Zur Erzeugung der Daten diente ein spezielles System der Firma Caddon. Es besteht aus dem digitalen Aufnahmengerät (Canscan), das hoch auflösende Fotos erzeugt, bei denen jeder Pixel einem spekt-
Das Schnittmuster des Abendkleides wurde mit der Software Vidaya von Assyst erstellt.
ralen Messwert entspricht. Die multispektrale Aufnahme kann dann am passenden Normlicht-Abmusterungsplatz (Canview) unter den gewünschten Lichtbedingungen farbgenau dargestellt werden. Mit dem Canview, das laut Angaben des Herstellers das weltweit erste Normlicht-Betrachtersystem ist, das die Fogra-Zertifizierung systembedingt erhielt, lassen sich multispektrale Datensätze an verschiedenen Standorten exakt gleich anzeigen. Es erlaubt auch einen direkten Vergleich eines vorhandenen Musters mit der Darstellung auf dem Monitor. Auf diese Weise digitalisiert übernahm Color Digital die Farbdaten der Feder. Die Software, die es neuerdings auch als Cloud-basierte Lösung gibt, dient zur digitalen Farbgestaltung in Branchen 221 … 2015
wie Architektur, Design, Mode, Textil oder Interieur. Mit ihr können Anwender eigene Farbtöne kreieren und in individuellen Farbtonkarten verwalten. Die Spektraldaten lassen sich mit Color Digital in Farbdaten anderer Programme wie Adobe Photoshop und Illustrator oder spezielle Textildesign-Software wie Koppermann Tex Design exportieren. Um die Korrektheit der Farbdaten vor ihrer Weitergabe an den nächsten Prozessschritt zu überprüfen, folgte ein Entwurfsproof mit dem Epson Stylus Pro 4900 mit EFI Fiery XF 6 RIP. Dank seiner elf Farben ist der A2-Tintenstrahldrucker dazu in der Lage, einen sehr umfangreichen Farbraum abzubilden.
Farbgenauer Druck
blass erscheinenden Farben wurden erst nach dem nächsten Schritt, dem Transfer und der Fixierung des Drucks auf Polyestergewebe mit Hilfe eines Heat-Jet 75 Evo Kalanders in voller Pracht sichtbar. Der entstandene Print erreichte wegen der überlangen Schleppe des Kleides eine Länge von beachtlichen zehn Metern. Auf traditionelle Weise wurden die einzelnen Stoffteile des Schnittmusters daraufhin geschnitten und zusammengenäht. Mit Hilfe dieses Workflows war das Einzelstück eines außergewöhnlichen Abendkleides entstanden, das farblich perfekt auf die Federboa abgestimmt ist, die am Anfang des Produktionsprozesses stand. Das Ergebnis präsentierte TV-Moderatorin Jennifer Knäble live auf dem Epson-Texprocess-Stand. ƒ
Stoffdesign und Schnittmuster
Nachdem das Schnittmuster, das aus insgesamt neun Teilen besteht, fertig gestellt war, wurden die Schnittteile des Kleides auf dem Textil-Sublimationsprinter Epson Surecolor SC-F7100 mit einer Breite von 64 Zoll gedruckt. Die Ausgabe erfolgte, wie bei dieser Art des Textildrucks notwendig, zuerst auf Sublimationspapier. Dabei kamen die wasserbasierten sowie licht- und waschbeständigen Ultra Chrome DS-Tinten zum Einsatz. Angesteuert wurde der Drucker über Ergosoft Texprint 14. Dabei handelt es sich um ein auf den digitalen Textildruck spezialisiertes RIP, das unter anderem eine sehr hohe Farbgenauigkeit garantieren soll. Die nach dem Druckvorgang noch
Der nächste Schritt war der Entwurf eines Stoffes auf der Basis der nun verbindlichen Farbdaten der Federboa, den die Designerin der neuen Linie »Glamour in Shape« des Modeunternehmens Basler übernahm. Aufgrund der komplexen Farbdaten handelt es sich dabei nicht um einen einfarbigen Stoff, sondern um ein Muster, das die verschiedenen Rottöne der Federboa widerspiegelt. Damit war die Grundlage für die Produktion des Designer-Abendkleides geschaffen, das sich zudem durch eine raffinierte Bodyshaping-Ausstattung auszeichnet, um eine perfekte Passform zu garantieren. Kein Kleid ohne ein für die jeweilige Kleidergröße exakt passendes Schnittmuster. Diesen komplexen Fertigungsschritt übernahm die Software Vidaya von Assyst, einem Unternehmen der Human Solutions Gruppe. Vidaya bedient sich dreidimensionaler Darstellungen, um ein Bekleidungsdesign am Bildschirm vollständig zu überprüfen zu können. Dabei geht es nicht nur um Farben und Körperformen für die verschiedenen Größen, auch der Sitz der Kleidungsstücke und die Lage der Stoffbahnen lässt sich am virtuellen Modell in Bewegung beurteilen. Entwickelt wurde die Software mit ihren komplexen Visualisierungsmöglichkeiten, um zeitaufwendige Schritte, die, wie zum Beispiel das Warten auf Prototypen von Kleidungsstücken, nötig sind, um ein Kleidungsstück auf den Markt zu bringen, zu verkürzen. Sie soll sozusagen eine »Kollektionsentwicklung im Zeitraffer« erlauben.
Das Ergebnis des Workflows: Die Live-Präsentation des Abendkleides zusammen mit der Federboa auf dem Epson-Texprocess-Stand durch Jennifer Knäble.
047
ƒ Produktion & Technologie
IM GESPRÄCH:
DR. PETER TRAMPLER ÜBER DIE NEUERUNGEN DES KODAK PRINERGY WORKFLOWS 7 Kodak hat kürzlich den neuen Prinergy Workflow 7 eingeführt, der wesentliche Neuerungen in punkto Automatisierung beinhaltet. Viele dieser Weiterentwicklungen und Verbesserungen wurden Hand in Hand mit Kunden durchgeführt bzw. waren das Ergebnis von Kundenbefragungen.
und Prinergy 6.1 folgte im August 2014.
P&P: Was waren die Hauptziele der Weiterentwicklung des Kodak Prinergy Workflows zur Version 7?
DR. PETER TRAMPLER ist Cluster Business
Director D-A-CH & GR-EE
PRINT & PUBLISHING: Wie viele Prinergy Systeme sind weltweit installiert? Dr. Peter Trampler: Weltweit sind über 10.000 Prinergy Systeme installiert, mit denen mehr als 60.000 Anwender arbeiten. P&P: Wie viel Zeit ist seit der Einführung des Kodak Prinergy Workflows 6 vergangen? PT: Der Prinergy Workflow 6 wurde im August 2013 für den Markt freigegeben
048
PT: Bei den Versionen 6 und 6.1 lag ein Schwerpunkt auf der Vereinfachung der Benutzeroberfläche und der Steigerung der Bedienerfreundlichkeit, weshalb die Workspace-Oberfläche eingeführt wurde. Außerdem haben die sogenannten Szenarien den leichten Zugang zum Instrumentarium der Regelbasierten Automatisierung eröffnet. Bei Version 7.0 standen verschiedene Aspekte im Vordergrund. Mit der Implementierung von Preflight+ haben wir unsere Unterstützung für die neuesten PDFBranchenstandards erweitert. Die verbesserte ebenenorientierte PDF-Versionierung macht den Druck von zahlreichen Versionen eines Produkts flexibler, zuverlässiger und wiederholbarer denn je. Zudem gibt es Verbesserungen bei der DigitaldruckAnbindung. Eine neue digitale Schnittstelle für Digitaldrucksysteme von Ricoh richtet eine leistungsfähige bidirektionale Verbindung zu den digitalen Frontends
und Druckmaschinen dieses Lieferanten ein.
P&P: Welche Anforderungen seitens der Kunden wurden bei der Weiterentwicklung des Prinergy Workflows berücksichtigt, und wie hat Kodak die Wünsche der Kunden ermittelt? PT: Kodak pflegt kontinuierlich den Austausch mit seinen Kunden und hört ihnen aufmerksam zu, sei es im Rahmen von Betatestprogrammen, über die Anwendervereinigung GUA (Graphic Users Association) oder über unsere Partnerschaften mit Branchenvereinigungen und anderen Lieferanten. Aktuelle Anforderungen unserer Kunden beziehen sich auf die Integration mit Digitaldruckmaschinen und deren vorgeschalteten Digital-Frontends mit dem Ziel einer verbesserten Automatisierung der Produktion. Zusätzlich wünschen sich unsere Kunden Automatisierungstools, die leistungsstark sind, aber sich dennoch einfach einrichten und benutzen lassen. P&P: Wurde bei der neuen Version 7 am
grundlegenden Konzept der Module Verwalten (Manage), Planen (Plan) und Verfolgen (Track) sowie der REM-Datenbank etwas geändert?
PT: An diesem Konzept und den Modulen hat sich gegenüber der vorherigen Version nichts geändert. P&P: Mit Prinergy 6 wurde als einfache Automatisierungsmöglichkeit die Erstellung von Szenarien eingeführt. Inwieweit hat sich dies in der Praxis bewährt, und was wurde daran möglicherweise bei Prinergy 7 verändert? PT: Die Szenarien haben die Nutzung der Regelbasierten Automatisierung von Prinergy vereinfacht, indem Administratoren automatisierte Workflows schnell und effektiv erstellen und für andere Anwender zur Verwendung verfügbar machen können. Anwendern, die von anderen Workflow-Lösungen auf Prinergy umsteigen, bieten die Szenarien eine effektive Lösung, um sich die Automatisierung schnell zunutze zu machen. Seit Langem schätzen Prinergy Anwender die Möglichkeit, automatisierte Workflows einmal 221 … 2015
Produktion & Technologie ƒ einzurichten und sie immer wieder zu nutzen. Das spart Zeit, reduziert Fehler und sorgt für eine bessere Prozesskontrolle.
Der neue Prinergy Workflow wurde auf Basis vieler Kundenmeinungen weiter entwickelt. x © . Kodak
P&P: Welche Bedeutung hat die Regelbasierte Automatisierung (RBA) im Gesamtkonzept von Prinergy 7? PT: Sie ist weiterhin die zentrale Automatisierungskomponente von Prinergy. Die Regelbasierte Automatisierung stellt gerade im Hinblick auf die Anbindung von Management-Informationssystemen und Digitaldruckmaschinen eine leistungsfähige, logikbasierte Umgebung für die durchgängige Automatisierung vom Auftragseingang bis zur Druckproduktion dar. P&P: Was können Anwender mit der neuen Version der ebenenorientierten PDF-Versionierung (Layered PDF Versioning) mehr oder besser machen als mit der bisherigen? PT: Optimiert wurden die Fehlererkennung und die Kontrolle über zahlreiche Ebenen von Dateien. Im Einzelnen gab es folgende Verbesserungen: Unterstützung für mehrere Seitennamenskonventionen, simultanes Kopieren & Einfügen, Beibehaltung der PDF-Ebenenzuweisung, Erstellung eines PDF-Preflight-Berichts pro versionierter Seite, Erfassung und Kennzeichnung gemeinsamer Fehler und Objektunterschiede, Erfassung und Kennzeichnung weißer Objekte in Versionen bzw. auf Ebenen. P&P: Hat Preflight+ auf Basis der callas pdfToolbox die bisherige Preflight-Funktionalität von Prinergy ersetzt und welche neuen oder besseren Preflight-Funktionen stehen damit zur Verfügung? PT: Preflight+ steht Anwendern neben Advanced Preflight, dem seit Längerem etablierten bekannten Preflight-Instrumentarium von Prinergy, zur Verfügung. Preflight+ kann die automatische Kontrolle unter Verwendung neuester PDF-Standardprofile durchführen, die z. B. die Einhaltung der Kriterien der PDF X-4-, PDF X-5- und PDF/VT-Standards prüfen. Mit Preflight+ können Prinergy Anwender Dateien nicht nur überprüfen, sondern 221 … 2015
auch korrigieren, was bisher mit Advanced Preflight nicht möglich war. Zudem ist Preflight+ nach Bedarf skalierbar, wodurch für alle erdenklichen Produktionserfordernisse eine angemessene Verarbeitungsbandbreite eingerichtet werden kann.
P&P: Welche Möglichkeiten für die Integration von Kunden sowie vorgelagerten administrativen und kreativen Bereichen bietet Prinergy heute? PT: Über die Familie unserer InSite Portalprodukte gibt es umfangreiche Optionen für die Integration mit vorgelagerten
Workflows. Das webbasierte InSite Prepress Portal unterstützt die direkte Dateiübermittlung in die Druckvorstufenproduktion, einschließlich automatischer Preflight, sowie effiziente Korrektur- und Freigabeprozesse mit dem integrierten Smart Review System. Der speziell für den Premedia- und Druckbereich entwickelte InSite Creative Workflow stellt leistungsfähige Tools für das Content-Lifecycle-Management zur Verfügung. Mithilfe dieser Tools können Projektbeteiligte in der Konzeptions- und Designphase Dateien und digitale Medienbestände überprüfen, mit Anmerkungen versehen und genehmigen.
P&P: Welche Versionen des InSite Prepress Portals und der Preps Ausschießsoftware benötigt ein Anwender, um diese Produkte mit Prinergy 7 verwenden zu können? PT: Anwender von Prinergy 7 benötigen Version 7 der Preps Ausschießsoftware und das InSite Press Portal 7. Herzlichen Dank für das Gespräch. ƒ
049
ƒ Produktion & Technologie
MODERNER UV-BOGENOFFSET MEHRWERT BEIM DRUCKEN TEXT . Gerhard Bartsch
R
alf Sammeck, verantwortlich für die neue Geschäftseinheit KBASheetfed Solutions, wies darauf hin, dass uns selbst heute im IT-Zeitalter Druckprodukte ständig begleiten, von der morgendlichen Tageszeitung über Werbung und Verpackung bis hin zu den täglich durch die Hände gleitenden Geldscheine, meist gedruckt auf KBA Maschinen. Zu den ganzheitlichen Ansätzen des Unternehmens im Segment Bogenoffset gehören technische und verfahrenstechnische Innovationen, eine intensive Kundenberatung, ein kompetenter, schnell reagierender After-Sales-Service auf allen Kontinenten sowie anwenderspezifische Lösungen. »Wir bauen Ihre individuelle Maschine, damit SIE am Markt einen Wettbewerbsvorteil haben«, versicherte Sammeck den anwesenden Kunden. Aber nicht nur das. »Mit Service select bieten wir neben normaler Dienstleistung wie Ersatzteile, Inspektion etc. auch Nachrüstung für Maschinen, die schon etwas älteren Datums sind. Das Remote Maintenance Tool ermöglicht, dass KBA von der Fabrik in die Druckmaschine reinschauen kann und
050
KBA-Sheetfed Solutions in Radebeul lud vom 24. bis 26. Juni mit der »LED UV & Traditional-UV-Conference« auch in diesem Jahr zu einer großen internationalen Kundenveranstaltung. Nahezu 1.000 Druckfachleute aus mehr als 30 Ländern waren neugierig auf die jüngsten Innovationen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit auf einem immer schwierigeren Markt erhöhen können. Das große Interesse zeigte, welche Bedeutung das Thema UV in diversen Varianten mittlerweile in der Druckbranche hat und wie wichtig der Informationstransfer dazu ist. KBA ist im noch jungen HR- und besonders im LED UV-Druck einmal mehr Vorreiter und Wegbereiter in der Branche.
damit erkennt, ob Wartungsbedarf besteht.« Mit dem neuesten Konzept Benchmarking bietet KBA seinen Kunden einen weiteren Wettbewerbsvorteil an. Nun kann ein Drucker überprüfen, wie er weltweit verglichen in seiner Leistung liegt. Damit kann erkannt werden, ob der Drucker mit der Leistung seiner Maschine wettbewerbsfähig ist.
HR- und LED UV von allen Seiten betrachtet Der ganzheitliche Ansatz kam auch in der von Key Account Manager Jürgen Veil moderierten Podiumsdiskussion zu modernen Veredelungs- und Trocknungstechnologien zum Ausdruck. Technologiepartner aus den Bereichen Druckfarbe (Flint, Epple, Inx), Lack (Actega, Weilburger) und Trockner (AMS) beantworteten zahlreiche Anwenderfragen. Bei den Farben und Lacken standen die Verfügbarkeit spezieller Serien bis hin zu Deckweiß, Metallic oder Iriodin im Mittelpunkt, ebenso die Eignung für Food- und Nonfood-Verpackungen, die Spielzeug- oder die Tabakindustrie. Hinzu kamen Fragen zu den erreichbaren Druckleistungen, geeigneten
Waschmitteln und verfahrenstechnischen Besonderheiten. Auch bei den Trocknern ging es um Praxisthemen: Wie erkennt man den Ausfall von Dioden, wer kann sie tauschen, wie werden LED-Trockner gewartet, wie lässt sich die Aushärtung der LED-Farben messtechnisch bestimmen und vieles mehr. Die Veranstaltung beschränkte sich aber nicht allein auf dieses verfahrenstechnische Thema. Mit der Erstpräsentation der Rapida 105 PRO, die nun die Reihe Rapida 105 und Rapida 106 vervollständigt, und der Inline-Rotationsstanze Rapida RDC (Rotary Die Cutter) erlebten die Fachbesucher gleichzeitig zwei Produktneuheiten in praxisnahen Shows live in Produktion.
Rapida 105 PRO mit neuer TouchTronic-Bedienung Die neue Mittelformatmaschine Rapida 105 PRO präsentiert sich in Theorie und Praxis als höher gesetzte Sechsfarbenmaschine mit Doppellack-Ausstattung für konventionelle Farben, Primer und UVLack. Die Neue punktet bei der Ausstattung mit hoher Variantenvielfalt, wie auch Bogenwendung, und erfüllt die wesentli-
chen Anforderungen der Akzidenz- und Verpackungsdrucker. Sie kann künftig auch mit ColdFoiler zur hochwertigen Kaltfolienveredelung ausgestattet werden. Mit bis zu 17.000 Bogen pro Stunde und höherer Preset-Fähigkeit bietet sie im Vergleich zur Rapida 105 etwas mehr Komfort und Leistung. Bei Preis und Leistung ist die Rapida 105 PRO quasi die Brücke zwischen der Rapida 105 und der Rapida 106, die mit bis zu 20.000 Bogen pro Stunde und den kürzesten Rüstzeiten in dieser Formatklasse Weltspitze ist. Bei der Präsentation der Maschine stand die neue intuitive TouchTronicBedienung über einen 16:9-Touchscreen im Mittelpunkt. Alle relevanten Informationen sind mit maximal zweimal Tippen auf den Touchscreen abrufbar. Neu sind unter anderem der komfortable Auftragswechsel mit nur einem Knopfdruck (One Button Job Change) und die übersichtlich dargestellte Auftragsliste. Bis Anfang 2016 soll TouchTronic schrittweise für alle neuen Rapidas in allen Formatklassen eingeführt werden.
LED UV in allen Formatklassen Der Demo-Block während der Open House 221 … 2015
Produktion & Technologie ƒ Veranstaltung widmete sich den Themen UV und Veredelung: An einer SechsfarbenRapida 106 mit Lackturm und ColdFoil Micro wurde die Kaltfolienanwendung in Verbindung mit der HR UV-Technologie auf nichtsaugenden Bedruckstoffen demonstriert. Beim Auftragswechsel erfolgte die Umstellung von Selbstklebeetiketten auf PP-Folie. Zudem wurden der automatisierte Rasterwalzenwechsel mit dem AniloxLoader und der automatische Lackplattenwechsel mit DriveTronic SFC gezeigt. Auf einer Fünffarben-Rapida 75 der neuesten Generation mit Lackturm und LED-Trockner liefen diverse Druckjobs fürs schnelle Umschlagen. Zu den Schwerpunkten der Präsentation gehörte die mit LED UV mögliche brillantere Druckqualität auf Offsetpapier. Auf einer Rapida 145 (sechs Farben mit Lack) zeigte KBA einen Job mit Inmould-Folien und migrationsarmen LED UV-Farben. Darauf folgten Aufträge zum schnellen Umschlagen mit drei verschiedenen Papieren (matt, glänzend, Offset). Bei den Jobwechseln standen Automatisierungsbausteine für schnelle Rüstprozesse im Mittelpunkt, darunter DriveTronic SRW (simultanes Walzenwaschen) und der DriveTronic SFC-Lackturm mit AniSleeveSleevewechsel.
Rapida 106 auch mit LED UV Rüstzeitweltmeister Eine Achtfarben-Rapida 106 mit Lackturm und Bogenwendung für die 4 über 4-Produktion zeigte, was in ihr steckt: Beeindruckend waren die sofort trockenen Bogen beim Einsatz der LED-Trocknung trotz hoher Farbbelegung, die herausragende Druckqualität auf Offsetpapieren im LED UV-Druck sowie die Produktion von zehn unterschiedlichen Jobs in kürzester Zeit, unter anderem Poster mit Flying JobChange. Auch mit LED-Technologie bleibt die KBA Rapida 106 der Rüstzeitweltmeister. Zu den technologischen Schmankerln gehörten das Reinigen und die Zuschaltung des Lackwerks mit UVLack während des Fortdrucks.
Ralf Sammeck, Mitglied der Konzernleitung von KBA und verantwortlich für die neue Geschäftseinheit KBA-Sheetfed Solutions, schwor die Kunden auf den ganzheitlichen Ansatz von KBA beim Bogenoffset ein. x © . KBA
Zusammen mit Fachleuten von Farb-, Lack- und Trocknerherstellern sowie Vertretern von FOGRA und Berufsgenossenschaft diskutierte Key Account Manager Jürgen Veil Publikumsfragen rund um die Druckproduktion mit LED UV. x © . KBA
Mit einer beeindruckenden Show mitten in der Montagehalle wurde die neue Rapida 105 PRO von Jürgen Veil präsentiert.
LED UV im Großformat: Wolfgang Ley, Leiter des Kundenzentrums, demonstrierte den schnellen Auftragswechsel inkl. schnellem Umschlagen auf unterschiedlichen Bedruckstoffen. x © . KBA
x © . KBA
Dirk Winkler, Bereichsleiter Drucktechnik, moderierte die Druckdemonstration an einer Achtfarben-Rapida 106 mit Wendung, Lackturm und LED UV-Trocknung für Bogenvorder- und Rückseite. Neun unterschiedliche Druckjobs in knapp 50 Minuten dank hoher Automatisierung zogen die Druckfachleute bis zur letzten Minute in ihren Bann. x © . KBA 221 … 2015
Neben LED UV wurde an einer Sechsfarben-Rapida 106 auch HR UV gezeigt: Anne-Kathrin Gerlach, Produktmarketing, erläuterte zudem die Kaltfolienveredelung mit ColdFoil Micro. x © . KBA
051
ƒ Produktion & Technologie
Blackmore Ltd. in Longmead »Unsere ersten LED UV-Erfahrungen« Blackmore Ltd. in Longmead, UK, gehört zu den ersten Anwendern der LED UV-Trocknertechnologie. David Bland, Vertriebsverantwortlicher bei Blackmore berichtete PRINT & PUBLISHING über die ersten Erfahrungen, die man mit dem neuen Trocknungsverfahren auf einer Rapida im Mittelformat gemacht hat. Das Gespräch führte Gerhard Bartsch.
PRINT & PUBLISHING: Ihr Einstieg in die UV-Trocknungstechnik hört sich vielversprechend an. David Bland: Blackmore Ltd. druckt seit etwa 100 Jahren, bisher nur im konventionellen Akzidenzdruck. Mit UV hatten wir bisher keinerlei Erfahrung gemacht. Wir arbeiten immer im sehr hochwertigen Bereich, in dem wir neben hoher Qualität auch großen Wert auf Umweltverträglichkeit legen. Nicht zuletzt deshalb dürfen wir den World Wildlife Fond, Greenpeace, Friends of the Earth und wie auch jüngst das Tennisturnier von Wimbledon zu unseren Kunden zählen. Wir verfügten über eine alte B2 Maschine – 5 Farben plus Lack. Unsere Kunden verlangten aber verstärkt nach Produkten, die auf Bedruckstoffen bedruckt werden, die sehr schlecht trocknen. Nun sahen wir uns gemeinsam mit unserer Produktionsleitung alle möglichen UV-Prozesse an und fanden sehr schnell heraus, dass in unserem Fall die Kostenfrage bei konventionellem UV und HR UV niemals zufriedenstellend beantwortet werden konnte. Vor allen Dingen bereite-
David Bland
052
ten uns die hohen Energiekosten Sorgen. So stießen wir schlussendlich auf LED UV, und die ersten Drucktests bei KBA in Radebeul führten uns sehr schnell auf den richtigen Weg.
P&P: Warum waren die Tests so überzeugend? DB: Wir brachten verschiedene Bedruckstoffe mit. Gestrichene und ungestrichene Papiere, Faltschachtelkarton und auch eine 600 Mikrometer Folie. Die Drucktests liefen bei 16.000 Druckbogen pro Stunde, und die Ergebnisse aus der Farbregelung waren einfach fantastisch. Wir wollen so schnell wie möglich nach internationalem Farbstandard arbeiten, und mit dieser Regelung werden wir sehr schnell dort hinkommen. Anschließend haben wir die Ergebnisse mit dem verglichen, was wir mit unseren eigenen Maschinen erreichen können, denn es war uns wichtig, dass wir sowohl mit der alten als auch mit der neuen Maschine ähnliche Ergebnisse erzielen können. Wir haben auch die Druckergebnisse durch unsere Weiterverarbeitung geschickt, um zu sehen, ob sich an den Markierungen Probleme ergeben, aber es lief alles einwandfrei. P&P: Ihre Bedenken waren die Kosten. Wie entwickeln sich diese nun? DB: Wir haben die Kostenseite analysiert. Es gibt natürlich einige Aspekte, die etwas teurer sind. Die Farben beispielsweise sind fast drei Mal so teuer, aber wir haben auch gleichzeitig fast 30 Prozent weniger Farbe verbraucht. Die größte Einsparung sahen wir aber im Bereich der Energiekosten. Wir haben eine Maschine, die ist doppelt so groß, wir bringen doppelt so viele Bögen auf die Stapel, und das gelingt uns bei gleichem Energieaufwand. Wir lassen den Druck eigentlich ohne Puder laufen, am ersten Tag der Inbetriebnahme haben wir das Pudergerät ausgeschaltet und haben es in der Folge nur für einen einzigen Job benötigt. Dabei auch nur ein ganz minimaler Puderauftrag, um Statikprobleme zu lösen. Eine weitere Ersparnis rührt daher, dass wir gar keine Lackierung mehr benützen. Unsere Maschine ist eine reine 4-Farben-Maschine ohne Lackierung,
KBA Rapida RDC Neue Rotationsstanze Ihre Premiere beim Open House im vergangenen Juni hatte die Rapida RDC, eine Rotationsstanze auf Basis von Rapida-Aggregaten. Sie arbeitet mit Stanzgeschwindigkeiten bis zu 14.000 Bogen pro Stunde und verfügt über unterschiedliche Automatisierungsbausteine für die Einsparung von Rüstzeiten (z. B. automatisiertem Stanzformwechsel). Ihr intuitives Bedienkonzept basiert auf dem der Rapida-Maschinen. Die Job-Profile sind abspeicherbar, was zu kurzen Einrichtezeiten bei Wiederholaufträgen beiträgt. Daneben ist die flexible Einbindung in MIS-Systeme möglich, die dem Anwender vollständige Transparenz in seinem Unternehmen bieten. Auch vorhandene Systeme (z. B. KBA LogoTronic) lassen sich nutzen. Auf enormes Interesse stieß die neue Rotationsstanze von KBA während der Open House Veranstaltung in Radebeul.
da sparen wir nicht nur am Lack selbst, sondern die Maschine ist auch kleiner. Es gibt eine fast endlose Liste von positiven Aspekten. Geschwindigkeit, Strom, Puder, die Vereinfachung des Prozesses. Die Lampen sind für 20.000 Betriebsstunden vorgesehen. Das gilt für 100 Prozent Leistung, wir fahren aber nur 85 Prozent. Somit ist anzunehmen, dass die Lebensdauer entsprechend höher ist.
P&P: Wenn man in eine neue Technologie investiert, gibt es immer gewisse Bedenken, ob das auch alles funktioniert? DB: Da haben Sie vollkommen Recht. Das ist besonders so, wenn man verschiedene Ausrüstungstechniken von verschiedenen Lieferanten bekommt. Für uns war es wichtig, dass KBA eine Gesamtverantwortung für alle wichtigen Teile übernommen hat, egal ob Lampen, Gummitüchern oder Farben. KBA hat diese Lieferanten alle an einem Tisch versammelt. So läuft bisher alles vollkommen reibungslos. Wie erwähnt, ist die Maschine eine 4-Farben-
Maschine ohne zusätzlichen Trockner außer UV. Wir konnten die Maschine auch ganz schnell umstellen, um ganz ohne Alkohol zu drucken.
P&P: Wie sehen Ihre Kunden ihre neuen Produkte? DB: Für mich als Vertriebsverantwortlicher ist diese Druckmaschine ein Traum. Sie druckt hochwertige Druckergebnisse bei hoher Geschwindigkeit und gleichzeitig unzähligen Umweltvorteilen. Wir haben auch mittlerweile herausgefunden, dass wir bei kleineren Auflagen und Formaten wettbewerbsfähig gegenüber kleineren B2-Maschinen sind. Ein Highlight für alle unsere Verkäufer: Wir können auf allen Materialien drucken, die wir in die Maschine hineinbringen. Fast gleichzeitig mit der Installation haben wir einen Auftrag gewinnen können, 700.000 Drucke für einen internationalen Lebensmittelkunden zu drucken. Genau der richtige Auftrag, um die neue Installation zu prüfen. ƒ 221 … 2015
TECHNOLOGY
Produktion & Technologie ƒ
SAVES THE DAY!
The End.
magine a place where the impossible is possible. A place where new label and package printing technologies can solve even the most complex challenges. Come to Labelexpo Europe 2015 and be inspired. See the most advanced collection of machinery and materials ever assembled and discover innovative ways of taking your business to new heights. Better. Faster. More. The results are limited only by your imagination.
4 DAYS ★ 8 HALLS ★ 600 EXHIBITORS ★ PACKPRINT WORKSHOP ★ SMART PACKAGING LAB PACKAGING DESIGN STUDIO PRINT YOUR FUTURE ★ LABEL ACADEMY MASTER CLASSES 221 … 2015
Book your tickets today and print happily ever after: www.labelexpo~europe.com
053
ƒ Produktion & Technologie
Auf der drupa 2012 hatte Bobst angekündigt ein Digitaldrucksystem entwickeln zu wollen, das es ermöglicht, hochwertige und personalisierte Kleinauflagen für den Wellpappebereich zu erstellen. Etwas mehr als drei Jahre später stehen die ersten Systeme nun bei Betatestern im Einsatz, und zwar bei Model in der Schweiz und bei Schumacher in Deutschland.
DIGITALDRUCK VON BOBST MIT ERSTEN INSTALLATIONEN WELLPAPPE HOCHWERTIG DIGITAL BEDRUCKEN
Bei der Model AG in der Schweiz ist die erste Bobst Digitaldruckanlage in Betrieb gegangen. x © . Bobst
S
o hat die auf dem Gebiet von individuellen Verpackungslösungen aus Voll- und Wellkarton tätige Model AG in Weinfelden die erste BetaInstallation der neuen Bobst Digitaldrucklösung für Wellpappe in Betrieb genommen. Bei dieser industriellen digitalen Lösung für den Druck von Verpackungen und Displays aus Wellpappe setzt Bobst auf die Stream Inkjet-Technologie von Kodak, die nicht nur eine intensive Farbwiedergabe und eine der höchsten verfügbaren Druckauflösungen bietet, sondern
054
sie arbeitet auch mit lebensmittelkonformen Druckfarben. Die für den digitalen Vierfarbdruck auf eine breite Palette ungestrichener und gestrichener Wellpappen konzipierte digitale Bogendruckmaschine ermöglicht bei hohen Geschwindigkeiten die Personalisierung sowohl kleiner als auch großer Auflagen von Verpackungen und Displays. Bei einer außergewöhnlichen Geschwindigkeit bis 200 Meter pro Minute liefert die neue Druckmaschine auf Bogen bis zu einer maximalen Größe von 1,3 x 2,1 Meter eine herausragende Qualität. Dr. Daniel Model, CEO und Chairman der Model-Gruppe, ist fest davon überzeugt, dass die Technologie dieser Lösung von Bobst den Verpackungsmarkt grundlegend verändern wird. Gegenüber dem Flexodruck hat die Stream InkjetTechnologie den Vorteil, dass es sich um eine kontaktlose Form des Druckes handelt - es spielt keine Rolle mehr, welche Grammatur ein Deckenpapier hat oder welches Wellenprofil eingesetzt wird. Die Qualität des Druckbildes wird immer gut sein, da kein Druck mehr auf das Trägermedium ausgeübt wird. Das Druckbild ist gleichmäßig schön.
600 x 900 dpi – haarscharf Ein weiterer Vorteil ist die hohe Auflösung des Druckbildes. Die Anlage ist in der Lage, Bilder in einer Auflösung von 600 x 900 dpi zu drucken und mit einer Geschwindigkeit von 200 Meter pro Minute. Die Punkte sind so klein, dass sie vom menschlichen Auge als eine Farbe wahrgenommen werden. Verpackungen und Displays werden sich in Zukunft durch ein glasklares Druckbild auszeichnen und so am Verkaufspunkt für gesteigerte Aufmerksamkeit sorgen. Klischee- und Druckplattenherstellung sind nicht mehr nötig – die Druckdaten werden direkt an die Digitaldruckmaschine gesandt und der Auftrag kann gestartet werden. »Schneller wird es nicht mehr gehen können«, ist man bei Model AG überzeugt. »Der Kunde sendet uns heute die Druckdaten, wir produzieren den Auftrag am Folgetag und liefern direkt aus.«
Schumacher Packwagen zweiter Beta-Standort Der zweite Betatest-Standort der Digitaldruckmaschine für Wellpappe ist das Werk der Schumacher Packwagen in
Ebersdorf (Deutschland). Die Installation der Anlage läuft bereits und die Produktion soll zügig aufgenommen werden. Der Standort Ebersdorf in Mitteldeutschland ist das zentrale Drehkreuz der Schumacher Packwagen GmbH, die dreizehn Standorte in Deutschland, Polen und den Niederlanden betreibt. Björn Schumacher, Geschäftsführer der Schumacher Packaging GmbH, meint dazu: »Wir sind begeistert von den Möglichkeiten, die uns diese Druckmaschine bietet, um in neue Märkte zu expandieren. Wir investieren laufend in modernste Hochleistungsmaschinen an allen unseren Produktionsstandorten. Das ist ein Grund, weshalb wir in der Lage waren in den vergangenen Jahren so zu wachsen. Als Beta-Standort für diese digitale Lösung stehen wir jetzt in den Startlöchern für eine revolutionäre Technologie.« Jean-Pascal Bobst, CEO der Bobst Group: »Die Auswahl an Drucktechnologien, die für Hersteller von Verpackungen aus Wellpappe bisher zur Verfügung stand, bestimmte die Art der Märkte, für die sie anbieten konnten. Unsere neue Lösung ändert dies grundlegend, weil eine Druckmaschine allein jetzt einen 221 … 2015
Produktion & Technologie ƒ enormen Bereich an Märkten eröffnet. Hohe Auftragsgrößen an Verpackungen mit variablen Daten sind ebenso möglich wie kleine Auflagen maßgeschneiderter Verpackungen und Displays. Aber auch zahlreiche Möglichkeiten für mittelgroße Aufträge können abgedeckt werden. Und all dies bei hohen Geschwindigkeiten in nahezu Offset-Qualität. Hersteller von Verpackungen aus Wellpappe können daher alle bestehende, aber auch neue Märkte bedienen.« ƒ
Daniel Model (li.) setzt auf die flexiblen Möglichkeiten der neuen Anlage. Rechts im Bild Edoardo Finotti. x © . Model AG
news
anderem Karten, Einladungen, Umschläge, Mappen, Briefpapier, Musterauflagen, Visitenkarten, Tischkarten, Windlichter, Puzzle oder Lesezeichen. Mit dem Laser können filigranste
POLAR MOHR DIGICUT LASERSCHNEIDER FÜR DIE EINZELBLATTVERARBEITUNG Mit dem Digicut bietet Polar ein Gerät zur kreativen Be- und Verarbeitung von Einzelblättern an. Der Laserschneider kann in einem Durchgang – ohne Wechsel des Werkzeugs – schneiden, perforieren, rillen und gravieren. Die Lasertechnologie eröffnet vielfältige Möglichkeiten für Digital- und Akzidenzdrucker. Zu den möglichen Produkten zählen unter
Schumacher Packaging setzt nun ebenso auf digitalen Druck auf Wellpappe. x © . Bobst
x © . Polar Mohr
Konturen auf einer Vielzahl unterschiedlicher Materialien geschnitten, perforiert, gerillt und graviert werden. Hinsichtlich der Formgebung sind kaum Grenzen gesetzt. Durch den Einsatz eines Lasers entstehen zudem keine Werkzeugkosten. So können Auflagen von einem bis zu mehreren hundert Exemplaren wirtschaftlich hergestellt werden. Beim Laserschneiden handelt es sich um ein thermisches Trennverfahren für planliegendes Material. Die Bearbeitung des Materials erfolgt dabei berührungslos, wodurch keine Fixierung des Materials notwendig ist. Das Material selbst wird durch die Laserenergie in Bruchteilen einer Sekunde an der Oberfläche verdampft. Der hohe Sicherheitsstandard ist durch das GS-Zeichen bestätigt. ƒ
Partner der Kategorie Cross Media Projekte Die drupa, die No. 1 für print und crossmedia solutions, ist die mit Abstand wichtigste internationale Fachmesse der Branche und eine einzigartige Plattform für innovative Zukunftstechnologien und ihre Anwendungen. Das Angebotsspektrum der über 1.500 Aussteller aus aller Welt deckt den kompletten Weltmarkt für grafischen und industriellen Druck ab.
Wir sponsern die Kategorie »Cross Media Projekte« aus gutem Grund: Print ist Teil einer crossmedialen, interaktiven Kommunikationsindustrie geworden. Die Neuausrichtung der drupa spiegelt diese Entwicklung mit ihrem Fokus auf Crossmedia, Multichannel und Zukunftstechnologien deutlich wider. Sabine Geldermann DIRECTOR DRUPA, MESSE DÜSSELDORF GMBH
221 … 2015
055
ƒ Bücher
LETTERFONTÄNE
DER ORGANISATIONSKOMPASS IN DER PRAXIS EIN NAVIGATIONSINSTRUMENT FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE UND BERATER
Joep Pohlen 640 Seiten, Flexicover 29,99 Euro, Sonderausgabe ISBN 978-3836554503 Taschen Verlag
Thomas Buhl-Böhnert / Gerlinde Schönberg 120 Seiten, broschiert 24,80 Euro ISBN 978-3-8169-3304-5 expert verlag
»Letterfontäne« ist Nachschlagewerk, historischer Abriss, Ratgeber und Schriftmusterbuch in einem, mit Sachkunde geschrieben und in bestechender Optik präsentiert. Es liefert unverzichtbares Grundwissen über Schriftarten und Typografie. Behandelt werden Form und Anatomie eines jeden Buchstabens im Alphabet, dazu auch Satz- und Sonderzeichen. Autor Joep Pohlen beschreibt ausführlich Herkunft, Entstehung und Charakteristika von über 150 Schriftarten. Ganzseitige Schemata veranschaulichen die unterschiedlichen Schriftschnitte und -grade und präsentieren die jeweiligen »Verwandten« der Buchstabenfamilie.
056
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Schriftästhetik im digitalen Zeitalter. Typografische Ratschläge helfen bei der Wahl des geeigneten Fonts je nach Anlass. Ein eingehender Vergleich serifenbetonter und serifenloser Schriftarten, ein Essay über Maßsysteme und Zeichen sowie Anmerkungen zu typografischen Regeln und eine Anleitung zur Entwicklung digitaler Typen runden das Handbuch zur Typografie ab. Die holländische Originalausgabe erhielt 2010 übrigens das Certificate for Typographic Excellence des Type Directors Club New York (TDC) und einen red-dot design award des Design-Zentrums NRW.
»Der Organisationskompass in der Praxis« richtet sich an professionelle Nutzer, die die Zusammenarbeit in ihrem Team und Unternehmen verbessern wollen. Führungskräfte, Berater und Projektmanager finden durch Anwendungsbeispiele (Steuerung von Besprechungen, Workshops und Projekten) Unterstützung für ihre Berufspraxis. Die Übersichtlichkeit in der Darstellung des Kompasses und die leicht zugängliche Anwendungslogik laden dazu ein, mit dem Kompass einen Realitätscheck durchzuführen: Wie schätzen die Beteiligten die zentralen Themen Sinn, Führung, Vision, Gemeinschaft und Management von Strukturen und Abläu-
fen der Zusammenarbeit ein? Daneben lässt sich der Kompass aber auch zur Selbstklärung einsetzen, um bewusster mit Schwächen und Stärken umzugehen und selbstgesteckte Ziele in Angriff zu nehmen. Er bietet ein vielseitiges Denkmodell, mit dem Führungskräfte Prozesse vom Workshop bis hin zum mehrjährigen Prozess ganzheitlich steuern können. Anhand von Praxisbeispielen zeigt das Buch zudem auf, wie der Organisationskompass zur Verbesserung der Zusammenarbeit genutzt werden kann.
221 … 2015
Bücher ƒ
KOMMUNIKATION ALS LEBENSKUNST PHILOSOPHIE UND PRAXIS DES MITEINANDER-REDENS
SHIGERU BAN. UPDATED VERSION
Bernhard Pörksen / Friedemann Schulz von Thun 217 Seiten, Hardcover 25,70 Euro ISBN 978-3-8497-0049-2 Carl-Auer Verlag
Philip Jodidio Hardcover, 568 Seiten 39,99 Euro ISBN 978-3-8365-3220-4 (Deutsch, Englisch, Französisch) Taschen Verlag
»Kommunikation als Lebenskunst – Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens« ist ein Buch über die großen und kleinen Fragen der Kommunikation. Warum funktionieren Kommunikationsrezepte nie? Was bedeutet Schweigen? Warum sind Missverständnisse normal? Wie übt man Kritik, ohne den anderen zu verletzen? Und wie lässt sich das Miteinander-Reden in eine Lebenskunst verwandeln? Wer jetzt aber einen Ratgeber mit Glückformeln und dem Rezept zur Selbstoptimierung erwartet, wird enttäuscht. Das Buch ist als Dialog zwischen dem Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen 221 … 2015
und dem Psychologen Friedemann Schulz von Thun aufgebaut. Gleichermaßen humorvoll wie ernst und mit Lust an der Debatte entfalten die Autoren ihre Überlegungen in Form eines Dreischritts: Zu Beginn werden zentrale Modelle der Kommunikationspsychologie gezeigt und demonstriert, dass sich humanistische Psychologie und systemisches Denken, die Betrachtung innerer und äußerer Kräftefelder produktiv verbinden lassen. Im zweiten Teil wird anhand des Führungskräftecoachings, der Pädagogik und der interkulturellen Kommunikation verdeutlicht, wie sich einzelne Methoden und Modelle für die Selbst- und Teamentwicklung, die Konfliktanalyse und die lösungsorientierte Reflexion einsetzen lassen. Der Band schließt mit einem Gespräch über das Glück und den Tod und die Frage, was Kommunikation im Angesicht der eigenen Endlichkeit zu leisten vermag.
Vom Haus ohne Wände bis hin zu Ausstellungsräumen in Transportcontainern – immer wieder stellt Shigeru Ban die Regeln der Architektur wie auch die Erwartungen an sie infrage. Im Zeitalter der »Stararchitekten« hat er im Verlauf seiner gesamten erfolgreichen Karriere auch in seiner praktischen Tätigkeit stets ungebrochenen Altruismus bewiesen. Seine einfallsreichen, eleganten Entwürfe entstanden sowohl für private Auftraggeber als auch für humanitäre Hilfsprojekte in Katastrophenregionen auf der ganzen Welt, von Kobe bis New Orleans. In Zusammenarbeit mit dem Architekten
auf den neuesten Stand gebracht, enthält diese Monografie alle ausgeführten Bauten Bans einschließlich aktuellster Projekte, etwa den Hauptsitz von Tamedia in Zürich, das Aspen Art Museum und die Cardboard Cathedral in Christchurch.
057
ƒ Zeitreise
In der August/September Ausgabe widmen wir uns Befindlichkeiten von Kurt Falk, der offensichtlich an ein Aussteigen denkt und deshalb seine mühsam in Gange gebrachte »Hausdruckerei« wieder schließen möchte. Das Stimmungsbild mutmaßt, dass der Verleger aufhören und Verlag (Ganze Woche) und Druckerei veräußern möchte.
25 JAHRE PRINT & PUBLISHING HAT KURT FALK GENUG? I
Im Namen der Rose könnte die Cover der Ausgabe 6/91 geheißen haben, denn auf der Titelseite war tatsächlich eine Rose mit Duftlack veredelt von Schusterbauer Druckservice. Wenn wir heute Ausgaben aus dem Archiv holen und daran reiben, ist der Rosenduft immer noch erzielbar. Gemeinsam mit der Graphischen und dem Herold Verlag suchen wir nach einem neuen Umweltsiegel für Druckprodukte. Dabei luden wir unsere LeserInnen ein, bei drei Vorschlägen ihr Voting abzugeben bzw. bei Nichtgefallen eigene Projekte einzureichen. Wir gestalten eine Reportage über den mörderischen Preiskampf in Österreichs Formulardruckindustrie, die damals noch sage und schreibe etwa 30 Unternehmen umfasste. Wir formulierten damals: »Ähnlich wie in anderen Branchenbereichen haben auch die Formulardrucker mit niedrigen Preisen bei gleichzeitig gestiegenen Anforderungen zu kämpfen.« Kommt uns das nicht irgendwo bekannt vor? Bei der Firma Druckfarben Gebrüder Schmidt freut man sich über die Auszeichnung mit dem Österreichischen Staatswappen. Die Urkunde übergab der Vize-
058
präsident der Wiener Handelskammer Dr. Manfred Mautner Markhof an Gebrüder Schmidt Geschäftsführer Dkfm. Hans Slama. Dr. Werner Sobotka setzt sich mit
einem Beitrag mit dem Reprografiemarkt auseinander, der es durch neue Technologien ermöglicht, der grafischen Industrie einiges an Aufträgen abspenstig zu machen. Die Gretchenfrage dabei: Produzie-
ren die Reprografieunternehmen eben die nötige Qualität, speziell bei Farbaufträgen? Sein Resümee: »Die notwendige Qualität bestimmt ja letztendlich der Kunde. Und in bestimmten Bereichen spielt die Ausgabequalität im Verhältnis zur schnellen Verfügbarkeit von Ergebnissen nur eine unterschiedliche Rolle.« Heute liefern digitale Drucksysteme personalisierte Top-Qualität mit absolut kurzen Produktions- und Lieferzeiten. Die Verbatim Corp. gibt bekannt, nun eine 3,5 Zoll wiederbeschreibbare und O-ROM(Optical read only memory) auf den Markt zu bringen. Optische Speichermedien bieten – so wurde vor 25 Jahren formuliert – gegenüber herkömmlichen Speichermedien jede Menge Vorteile. Eine wiederbeschreibbare Optical Disk speicherte sage und schreibe 128 Megabyte. Wir widmen uns dem Direktmarketing-Markt und analysieren dessen Wachstumspotenzial in Österreich. Das damalige Marktvolumen betrug 18 Milliarden Schilling. An der Spitze lag unangefochten das adressierte Mailing mit einem Volumen von 9,1 Milliarden Schilling, gefolgt von Anzeigen/Beilagen mit Responseelementen und unadressierten Werbesendungen. ƒ 221 … 2015
Abonnement ƒ
ABO BESTELLUNG
Nähere Informationen zur Bestellung Ihres persönlichen PRINT & PUBLISHING Abonnements finden Sie unter:
www.printernet.at 221 … 2015
059
SYMBOL CARD SYMBOL CARD Quick SYMBOL CARD 2Side Das SYMBOL CARD Sortiment besticht durch seine hohe Weiße (CIE-Wert: 138 +/-5) und seine hervorragenden Eigenschaften im Druck, in der Weiterverarbeitung und in der Veredelung. Der FSC®-zertifizierte, halbmatt gestrichene Chromosulfatkarton ist in den Qualitäten SYMBOL CARD (einseitig gestrichen), SYMBOL CARD Quick (einseitig gestrichen mit pigmentierter Rückseite) sowie SYMBOL CARD 2Side (beidseitig gestrichen) ab Lager verfügbar. CARD COUTURE ist stets maßgeschneidert: optimal für grafische Anwendungen oder auch für hochwertige Verpackungen. Fordern Sie Ihr kostenloses Muster an unter: info@fedrigoni.at Qualität, Stil und Originalität – dafür steht FEDRIGONI! www.fedrigoni.at FEDRIGONI Austria, Showroom Wien, Stiftgasse 21 / Top 13, 1070 Wien