MAGAZIN FÜR DIGIT@LE UND GEDRUCKTE KOMMUNIKATION
p.b.b. VERLAGSORT: 1120 WIEN, 12Z039233 M
Februar 2017 Folge 232 27. Jahrgang Euro 5,– issn 1018 8054
Hunkeler Innovationdays 2017 Zum 12. Mal Technologieschauplatz EFI Connect 2017 Trendthema Artificial Intelligence Samson und Fujifilm Signifikanter Produktivitätsgewinn in der Vorstufe
ƒ Termine
Februar 2017 bis Oktober 2017
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Norwegen Schw eden
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Lettland Dänema rk Litauen
Niederlande
W r
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Frankreich Ungarn
Rumämien
Slowenien Kroatien
Po rt ug
al
Bosnien u. Herzegowina
M oldawien
Georgien Serbien u. Mo ntenegro
Armenien
Bulga rien Albanien
Mazedonien
Griechen-
20. 02. – 23.02. Hunkeler Innovationdays 2017 LUZERN, SCHWEIZ http://innovationdays.hunkeler.ch
23.03. – 26.03. Leipziger Buchmesse LEIPZIG, DEUTSCHLAND
www.leipziger-buchmesse.de
05.04. – 06.04. DMM Dialog Marketing-Messe ZÜRICH, SCHWEIZ www.dialog-marketing-messe.ch
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www.fespa2017.com www.co-reach.de
08.05. – 12.05. Fespa 2017 HAMBURG, DEUTSCHLAND
21.06. – 22.06. CO-REACH NÜRNBERG, DEUTSCHLAND
25.09. – 28.09. Labelexpo Europe 2017 BRÜSSEL, BELGIEN
www.labelexpo-europe.com
www.printsign.ro www.wan-ifra.org
26.09. – 29.09. Print & Sign BUKAREST, RUMÄNIEN
09.10. – 11.10. IFRA World Publishing Expo BERLIN, DEUTSCHLAND
11.10. – 14.10. Druck+Form SINSHEIM, DEUTSCHLAND www.druckform-messe.de
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Editorial ƒ
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Technologieschauplatz Hunkeler Innovationdays …
EDITORIAL
Zum 12. Mal finden sie statt, die Hunkeler Innovationdays im schweizerischen Luzern von 20. bis 23. Februar 2017. Die führenden Unternehmen der Branche treffen sich zum schon traditionellen Treffen an der Messe Luzern. In zwei Hallen sind während vier Tagen die weltbesten Hersteller vereint. Sie präsentieren Hochleistungstechnik für den Digitaldruck und das Finishing, integrierte Qualitätskontrollsysteme, Workflow-Software, Veredelungs- und Verbrauchsmaterial. Bücherproduktion, Zeitungsdruck, Broschürenherstellung, Mailingproduktion, Sicherheitsdruck, Transaktionsdruck: Die Veranstaltung hat sich als Treffpunkt für Branchenprofis aus Verlagen, Druckereien, Banken, Versicherungen oder der Mailing-Herstellung etabliert. Wie nirgendwo sonst in einem vergleichbaren Rahmen werden die präsentierten Produkte in einen Zusammenhang gestellt – konzentriert, praxisbezogen, gut überblickbar. Und man kann mit einigen Neuigkeiten rechnen, denn Anbieter wie Canon, HP oder Xerox gaben sich im Vorfeld der Messe sehr bedeckt.
Weit über 1.000 Teilnehmer aus 37 Ländern informierten sich auf der EFI Anwenderkonferenz Connect von 17. bis 20. Jänner 2017 über neueste Entwicklungen des Anbieters von Software-, Hardware- und Digitaldrucklösungen. CEO Guy Gecht reflektierte in seiner Keynote jene maßgeblichen Entwicklungen, die uns in den letzten Jahren, und damit auch diese Industrie, am meisten beeinflussten. Zudem sprach er auch über den nächsten Entwicklungssprung, und der heißt verstärkter Einsatz von Artificial Intelligence. Durch die massiv gestiegene Interaktivität würden Systeme permanent »dazulernen« und unser Leben erleichtern. Big Data ist in aller Munde. Und spätestens seit der letzten US-Wahl, bei der Donald Trump mit Unterstützung eines britischen Daten-Unternehmens noch wichtige Stimmen für sich gewinnen konnte, wurde die Macht der neuen Datenwelt eindrucksvoll vorgeführt. EFI hat eigenen Angaben zufolge schon mit Artificial Intelligence Erfahrung gemacht, und zwar mit den e-learning Systemen des Unternehmens. Guy Gecht meinte, dass EFI intensiv an weiteren Systemen und Lösungen forsche. »Ähnlich wie bei den Entwicklungen, die wir im Bereich der PC- und Mobiltechnologie verfolgen konnten, wird künstliche Intelligenz zur Erschließung neuer Möglichkeiten beitragen«, erklärte Gecht bei seiner Eröffnungsansprache. »Im Druckbereich fungiert künstliche Intelligenz als Vehikel für vorbeugende Diagnose und Wartung, damit unsere Kunden ihren Umsatz und ihre Rentabilität steigern können.« Aufgrund der zurückhaltenden Nachfrage nach Rollenoffset-Druckmaschinen für den Heatset- und Coldset-Bereich plant man bei Manroland Web Systems, die gesamte Produktion in eine neue Produktionsgesellschaft auszugliedern. Noch in der ersten Hälfte des Jahres sollen so 280 der aktuell 1.070 Mitarbeiter am Standort Augsburg in das neue Unternehmen wechseln. Man reagiert damit
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auf den für 2018 prognostizierten sich abschwächenden Rollenoffsetmarkt. Die neue, selbstständig agierende Gesellschaft soll künftig Leistungen in den Bereichen mechanische Fertigung, Blechfertigung, Oberflächentechnik und Schaltschrankbau anbieten und damit seine Kompetenzen für externe Auftraggeber zur Verfügung stellen. Damit möchte das zur deutschen Possehl Gruppe gehörende Unternehmen vom Druckmaschinenmarkt unabhängiger werden. Die neue Produktionsgesellschaft bleibt dem Vernehmen nach auch der Gruppe zugehörig. Die Mitarbeiter sollen zu den gleichen Bedingungen weiter beschäftigt werden. Herzlichst Ihr Michael Seidl m.seidl@europeanmediagroup.at Aufgeschnappt Das ist, wer wir sind Mark Zuckerberg, der Gründer und CEO von Facebook, reagierte auf die jüngsten Dekrete des neuen US-Präsidenten Donald Trump in der Einwanderungspolitik. Per Dekret hatte Trump unter anderem den Bau einer Mauer zu Mexiko in Gang gesetzt und den Einreisestopp für Flüchtlinge aus Syrien sowie für andere Nationalitäten im arabischen Raum verfügt. »Die Vereinigten Staaten sind eine Nation von Immigranten, und wir sollten stolz darauf sein«, schrieb Zuckerberg, dessen Ur-Großeltern aus Deutschland, Österreich und Polen eingewandert seien. »Wie viele von euch, bin ich wegen der jüngsten Dekrete von Präsident Trump beunruhigt.« Zuckerberg argumentierte, dass das Land sicher gehalten werden müsse, aber man sich in erster Linie auf jene Leute konzentrieren sollte, die tatsächlich eine Bedrohung darstellen. Auch die Eltern seiner Frau Priscilla seien Einwanderer aus China und Vietnam gewesen. »Wir sollten unsere Türen für Flüchtlinge und jene, die Hilfe brauchen, offen halten. Das ist, wer wir sind.«
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Inhalt
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HERAUSGEBERBRIEF 06 _ 14. Vienna Congress com.sult: Benötigen wir mehr oder weniger Europa?
BUSINESS &MARKT
PEOPLE &EVENTS
PEOPLE & EVENTS
BUSINESS & MARKT
08 _ Xeikon-Gründer De Schamphelaere verstorben 09 _ Heimtextil 2017: Textiles Herz schlägt in Frankfurt 10 _ EFI Connect in Las Vegas: Artificial Intelligence als Trendthema 14 _ Holler Printing Solution: Jahresstart mit Open House
16 _ Wachstum zum 3. Quartal: Heidelberg steigert Gewinn 17 _ Gmund No Color No Bleach: Papiere mit ehrlichem Charakter 18 _ Hunkeler Innovationdays 2017: Zum 12. Mal Technologieschauplatz 18 _ DOXNET: Neueste Trends und Informationen in der Dokumentenproduktion 19 _ Horizon: Variable Konzepte für die digitale Buchproduktion 20 _ adphos: Trocknung in Lichtgeschwindigkeit 20 _ Domino Digital Printing Solutions: Monochrome Höchstleistung 20 _ Hunkeler Systeme AG: Breites Portfolio für Entsorgungstechnik 21 _ KBA: Neue KBA RotaJET L- und VL-Baureihen im Fokus 21 _ Mitsubishi HiTec Paper: Eine gelungene Symbiose 21 _ Müller Martini: Finishing 4.0 22 _ Polar: Rationelle und kreative Lösungen 22 _ Screen: Debüt für Truepress Jet520NX 22 _ Xeikon: Sicherheitsdrucklösungen für den Markenschutz
Die nächsten Ausgaben und deren Schwerpunkte
PRINT & PUBLISHING 233 | SHOWTIME VISUELLE KOMMUNIKATION Thema: Neue Digitaldrucklösungen ermöglichen neue Formen der visuellen Kommunikation Messen: Fespa – Hamburg | interpack – Düsseldorf Erscheinungstermin: 24. APRIL 2017 Redaktions- und Anzeigenschluss: 05. APRIL 2017
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PRINT & PUBLISHING 234 | AUTOMATISIERUNG IN DER DRUCKMEDIENINDUSTRIE Thema: Produzieren 4.0 und mehr ...
Erscheinungstermin: 16. JUNI 2017 Redaktions- und Anzeigenschluss: 02. JUNI 2017
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Inhalt ƒ
OFFENLEGUNG GEMÄSS §25 MEDG: Medieninhaber und Verleger ist die EMGroup GmbH, Testarellogasse 1/2, 1130 Wien, Gesellschafter sind Mag. Izabela Kwiatkowska (47%) und Dr. Werner Sobotka (53%). | Betriebsgegenstand: Die Herausgabe, der Verlag, der Druck und Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften sowie sonstiger Medien auch online, die Verlagstätigkeit überhaupt und alle in das Verlagsfach fallenden einschlägigen Geschäfte. | Grundlegende Richtung der Zeitschrift PRINT & PUBLISHING: Unabhängiges und überparteiliches Magazin für die digitale und gedruckte Kommunikation.
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MEDIEN KOMMUNIKATION DESIGN
DIESE AUSGABE VON PRINT & PUBLISHING WURDE GEDRUCKT AUF Claro silk , GELIEFERT VON Antalis Austria . INNENTEIL: 150 g/m2 UMSCHLAG: 250 g/m2
ZEITREISE 34 _ 25 Jahre Print & Publishing: PRINT & PUBLISHING goes Poland
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PRODUKTION &TECHNOLOGIE
MEDIEN . KOMMUNIKATION . DESIGN
PRODUKTION & TECHNOLOGIE
24 _ Haute Couture mit Fujifilm: Wenn Kleider wie Polarlichter funkeln 25 _ Das Buch für Ideensucher
26 _ Omus druckt für Louis Vuitton: Weltweit erster 3D-gedrucker Pop-Up-Store 27 _ AccurioPress anstatt bizhub PRESS: Konica Minolta bringt neue Drucksysteme 28 _ Druckerei Haider in Schönau: Exponierte Lage und trotzdem erfolgreich 30 _ Samson und Fujifilm: Signifikanter Produktivitätsgewinn in der Vorstufe
Impressum EMGroup GmbH . Testarellogasse 1/2, A-1130 Wien . Telefon +43(0)1/983 06 40 . Fax +43(0)1/983 06 40-18 . INTERNET www.printernet.at ADMINISTRATION E-MAIL office@europeanmediagroup.at . REDAKTION E-MAIL edit@europeanmediagroup.at . HERAUSGEBER (e.h.) Prof. Dr. Werner Sobotka CHEFREDAKTEUR | GESCHÄFTS-/VERLAGSLEITUNG Michael Seidl . VERLAGSASSISTENZ/PRODUKTION Rainer Gruber . AUTOREN Rainer Gruber, Stefanie Hermann, MA, Michael Seidl, Dr. Werner Sobotka, Gerhard Bartsch . LAYOUT Zeitmassdesign, Mag. Robert Sabolovic . COVERBILD Messe Düsseldorf . DRUCK »agensketterl« Druckerei GmbH, 2540 Bad Vöslau PRINT & PUBLISHING ERSCHEINT IN DEN JEWEILIGEN LANDESSPRACHEN IN ÖSTERREICH, POLEN SOWIE UNGARN UND UNTERHÄLT MEDIENKOOPERATIONEN IN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK, SLOWAKEI, RUSSLAND UND INDIEN. INTERNATIONALE KOORDINATION EMGROUP GMBH, TESTARELLOGASSE 1/2, A-1130 WIEN, TELEFON +43(0)1/983 06 40, FAX +43(0)1/983 06 40-18, E-MAIL: OFFICE@EUROPEANMEDIAGROUP.AT
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ƒ Herausgeberbrief
14. VIENNA CONGRESS COM·SULT BENÖTIGEN WIR
MEHR ODER WENIGER EUROPA?
TEXT . Dr. Werner Sobotka
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uropa fehlt der große, verbindende Narrativ, heißt es immer wieder. Nach dem Brexit-Entscheid und vor den Wahlen in Frankreich ist unklar, wie sich Europa weiterentwickeln soll. Die Stimmungslage ist polarisiert. Gibt es einen dritten Weg zwischen den »Vereinigten Staaten von Europa« und einer europäischen Freihandelszone? Soll es ein Europa der »unterschiedlichen Geschwindigkeiten« geben? Welche Europa-Konzepte werden von Vordenkern propagiert, – und wie passen sie mit der aktuellen Stimmungslage gegenüber Europa zusammen? Bei der com.sult wurden diese Themen sehr eingehend diskutiert, und schon alleine das Podium hat dieses Thema sehr polarisierend behandelt. Europa ist ein geografischer Begriff oder das Europa der EU. Eigentlich einig darüber waren sich alle Teilnehmer, außer Vaclav Klaus, ehemaliger Staatspräsident der Tschechischen Republik. Er ist schon seit Jahren anderer Meinung und ein Relikt vergangener Tage. Europa ohne EU ist in der globalen Welt weder politisch, noch wirtschaftlich wettbewerbsfähig und vorstellbar. Doch es waren sich alle anderen einig, dass ohne EU Europa nicht wettbewerbsfähig im globalen Konzert sein wird. Man wird auch gegenüber den Briten bei den Brexit-Verhandlungen hart bleiben müssen, meinte Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling.
Geruch des Gigantismus? Die EU hat leider den Geruch des Gigantismus und der Bürokratie. Aber da waren sich auch fast alle einig, schuld ist nicht die EU, schuld ist jeder Staat selbst, weil in vielen Bereichen immer das Hemd näher ist als der
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Das Thema Europa war ein zentraler Diskussionspunkt der Veranstaltung am 17. Jänner 2017 im Haus der Industrie in Wien. Zahlreiche internationale Gäste und auch Vertreter der österreichischen Politik und Wirtschaft behandelten dieses wichtige Thema ausführlich und unter verschiedensten Aspekten. Die anschließenden Gedanken dazu stammen aus der wohl wichtigsten Podiumsdiskussion der com.sult 2017.
Rock. Besonders hart ins Gericht ging damit Gregor Gysi, Mitglied des Deutschen Bundestages und Präsident der Partei der Europäischen Linken, der einfach die Strukturen und die politischen Ansätze der EU massiv kritisierte und radikale Veränderungen einforderte: Eine EU, in der das Volk mehr zu sagen hat, als die einzelnen Regierungschefs. Auf der anderen Seite hat die EU bewirkt, dass sich Liechtenstein neben Norwegen und der Schweiz optimal mit der EU zu einer gemeinsamen Handelsstrategie durchgerungen hat. Ähnliches erwartet man sich nach dem Brexit mit Großbritannien. Besonders Martin Meyer, ehemaliger Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister des Fürstentums Liechtenstein und Vorsitzender der ITW Group, forderte dies ein. Was bis jetzt in den osteuropäischen Staaten wie Bulgarien, Rumänien, Ungarn und der Slowakei geleistet wurde, ist ohne der Europäischen Union kaum vorstellbar. Europa ist eben nicht nur ein diffuses geografisches Gebilde, wie es Vaclav Klaus sieht, sondern eine Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft ohne echte Alternative in der globalen Szene. Stefan Sofianski, ehemaliger Ministerpräsident von Bulgarien, machte deutlich, wie viel gerade die EU in diesen Regionen zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensumstände der Bevölkerung beigetragen hat und durch eine Abschottung, wie sie Großbritannien betreibt, auch die Wirtschaft in
Europa nicht so florieren hätte können. Es ist immer noch besser ein holpriges aber friedfertiges Europa mit der Chance auf doch stärkere Gemeinsamkeiten, um den Spinnereien eines Donald Trump Einhalt zu bieten, als viele einzelne Player im internationalen Staatenverbund. Einzelaktionen à la Großbritannien sind nicht sehr hilfreich. Und die Briten haben ihren Stolz und ihr sprichwörtliches Demokratieverständnis bereits am Altar des Mammon für ein dubioses Plebiszit geopfert.
Die EU als Regulator und Impulsgeber? Die Wettbewerbsvorschriften der EU sind so konzipiert, dass sie faire und gleiche Bedingungen für die Unternehmen gewährleisten und gleichzeitig ausreichend Raum schaffen sollen für Innovation, einheitliche Normen und die Entwicklung kleiner Unternehmen. Davon sollten auch die Medien und die Druckindustrie profitieren. Die EU-Vorschriften verbieten Unternehmen, Preisabsprachen zu treffen oder Märkte untereinander aufzuteilen, eine beherrschende Stellung auf einem bestimmten Markt zur Verdrängung von Wettbewerbern zu missbrauchen, zu fusionieren, wenn sich durch den Zusammenschluss eine marktbeherrschende Stellung ergäbe. In der Praxis wird mit diesen Vorschriften jedoch nur eine geringe Zahl von Unternehmenszusammenschlüsse 232 … 2017
Herausgeberbrief ƒ verhindert. Hier liegt noch viel Arbeit vor uns, betonte auch Erhard Busek, Präsident des Vienna Economic Forum und Mitglied des com.sult Advisory Board. Ist das auch ein Schutz für kleine Unternehmen wie Druckereien? Große Unternehmen dürfen ihre Verhandlungsposition nicht ausnutzen, um Bedingungen durchzusetzen, die es ihren Lieferanten oder Kunden erschweren, Geschäfte mit den Wettbewerbern des großen Unternehmens zu machen. Die Kommission ist befugt, solche Verhaltensweisen mit Geldbußen zu ahnden. Die Untersuchungen der EU zu wettbewerbswidrigen Praktiken erstrecken sich nicht nur auf Waren, sondern auch auf Berufe (Ärzte, Rechtsanwälte usw.) und auf Dienstleistungen. Die Vorschriften sollen vernünftig und flexibel gehandhabt werden. Im Vordergrund steht dabei stets die Frage, ob die Verbraucher davon profitieren. Dass die EU auch reagiert und nicht nur wartet, zeigen Fallbeispiele aus jüngster Zeit. 2014 hat die Kommission das französische Pharmaunternehmen Servier und fünf weitere Hersteller von Generika für eine Reihe von Geschäftsabschlüssen mit Geldbußen in Höhe von fast 430 Millionen Euro belegt. Die Kommission hat auch kartellrechtliche Untersuchungen auf den Märkten für Finanzderivate angestellt. Wegen ihrer
Beteiligung an Kartellen auf Märkten hat die Kommission in den letzten Jahren mehrere Beschlüsse gegen Banken wie Barclays, Deutsche Bank, RBS, Société Générale, UBS, Citigroup und JPMorgan erlassen. Die verhängten Geldbußen beliefen sich auf insgesamt 1,8 Milliarden Euro. Die weitreichenden Befugnisse der Kommission zur Untersuchung und Abstellung von Verstößen gegen das EU-Wettbewerbsrecht unterliegen einer Reihe von internen Kontrollen sowie der Kontrolle durch die Europäischen Ge-
richte. Regelmäßig fechten die betroffenen Unternehmen und EU-Länder die Kommissionsbeschlüsse mehr oder weniger erfolgreich an. Dies alles ist auch EU, jedoch von der Bevölkerung weder bewusst erlebt, noch von den Regierungen gut kommuniziert. Europa hat nur dann eine Chance, wenn es seine Leistungen entsprechend kommuniziert und endlich die kleinlichen nationalistischen Ideale für eine gemeinsame Politik ablegt. Auch in Österreich ist hierfür noch einiges zu tun … 1 V.l.n.r.: Erhard Busek, Jan Zielonka, Gregor Gysi, Hans Jörg Schelling, Václav Klaus, Stefan Sofianski und Martin Meyer. x © . com.sult 17
10 JAHRE CANON imagePRESS! Eine Dekade des fortschrittlichen Digitaldrucks. Im Jahr 2006 hat Canon mit der Einführung seines ersten Canon imagePRESS Digitaldrucksystems ein unverwechselbares Zeichen gesetzt. Seit über 10 Jahren arbeitet Caron daran den technischen Fortschritt weiter zu entwickeln und die Macht des Drucks zu entfesseln! Machen Sie sich selbst ein Bild über die unendlichen Möglichkeiten des Digitaldrucks!
#UNLEASHPRINT 232 … 2017
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ƒ People & Events
»AM GLÜCKLICHSTEN BIN ICH
AM ANFANG«
XEIKON-GRÜNDER DE SCHAMPHELAERE VERSTORBEN Lucien De Schamphelaere ist am 20. Jänner in diesem noch jungen Jahr verstorben. Er wurde 85 Jahre alt. Der Xeikon-Gründer war einer der wichtigsten Wegbereiter des Digitaldrucks und präsentierte 1993 auf der Ipex in Birmingham seine erste Digitaldruckmaschine.
L
ucien De Schamphelaere wurde am 3. April 1931 in Gijzenzele, Belgien, geboren. 1952 hat er sein Studium zum Elektronikingenieur abgeschlossen und noch im gleichen Jahr eine Arbeit im Physiklabor von N.V. Gevaert Photo-Products aufgenommen. 1958 wechselte er zur neuen Messgeräte-Abteilung. In den 70er-Jahren gelangte De Schamphelaere immer mehr zu der Überzeugung, dass die traditionelle Fotochemie unweigerlich von der elektronischen Bildgebung ersetzt werden würde. So begann er in aller Stille mit einer Gruppe enger Mitarbeiter an einer elektronischen Druckmaschine zu arbeiten. 1979 gründete er mit Unterstützung durch die ehemaligen leitenden Mitarbeiter des Unternehmens André Leysen und Etienne De Wolf eine neue Abteilung für elektronische bildgebende Systeme. Nur drei Jahre später konnte das kleine Team auf der Hannover Messe mit der P400 bereits seine erste digitale Schwarzweiß-Druckmaschine vorstellen. Seine gesamte berufliche Laufbahn war von der Suche nach neuen Herausforderungen gekennzeichnet. »Wenn ein Projekt erst einmal läuft, verliere ich bald das Interesse daran. Am glücklichsten bin ich am Anfang, wenn ich etwas entwickeln kann, was es bisher noch nicht gibt«, sagte er in einem Interview mit der flämischen Zeitung »De Tijd«. Ab 1986 hatte er als Präsident der Risikokapitalfonds von Agfa die Zeit, nach den vielversprechendsten Anwendungen in der digitalen Bildgebung Ausschau zu halten. Bis 1988 hatte er bereits einen Plan für das fertig, was später einmal »Xeikon« werden sollte.
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x © . Xeikon
Xeikon wird aus der Taufe gehoben Für dieses neue Projekt wurde im Jahr 1988 unter dem Namen »Ellith NV« eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet. Der Firmenname wurde kurz darauf in »Xeikon NV« geändert, eine Wortschöpfung aus dem griechischen Wort »xeros« für trocken und »eikon« für Bild. Agfa hielt an diesem Unternehmen eine Minderheitsbeteiligung. Das restliche Kapital wurde von sechs weiteren Investoren eingebracht. Im Sommer 1993 war dann die Zeit reif und Xeikon führte mit der DCP-1 eine digitale Farbdruckmaschine ein, die ohne Farbträger drucken konnte. Die renommierte Fachzeitschrift Seybold bezeichnete sie als »einen neuen Standard für den Farbdruckmarkt. Die Auswirkungen der DCP-1 auf den Farbdruck sind wahrscheinlich genauso groß wie die, die der LaserWriter von Apple auf den Schwarzweißdruck hatte.«
1996 wurde Xeikon als erst zweites belgisches Unternehmen an der NASDAQ-Börse gelistet. Im Alter von 67 Jahren zog sich De Schamphelaere von seiner Position als CEO zurück und gab 1998 sein Amt als Präsident von Xeikon auf. Für seine Pionierarbeit in der Druckindustrie wurde De Schamphelaere mit zahlreichen Auszeichnungen, wie dem GATFAward, dem IS&T Award und dem renommierten Cary Award (1997), geehrt. Wim Maes, CEO von Xeikon, meinte zu dem Verlust: »Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod von Lucien De Schamphelaere erfahren. Ihn zeichnete eine unglaubliche Leidenschaft für den Digitaldruck und eine unermüdliche Energie aus, die es ihm ermöglichten, in seinem Leben so viel zu erreichen. Sein Engagement und sein Pioniergeist bilden die Grundlage für das, was Xeikon heute ist.« 1
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People & Events ƒ
news
PEOPLE &EVENTS
Estermann öffnet Büro in Wien Dank der stetig wachsenden Auftragslage aus dem Osten Österreichs öffnet die Druckerei Estermann aus dem Oberösterreichischen Aurolzmünster nun ein neues Büro im 23. Wiener Gemeindebezirk. Michaela Burg (45) übernimmt die Leitung der Wiener Dependance und ist dort für die Kundenberatung zuständig. Nach Absolvierung des Hochschullehrgangs für Werbung & Verkauf war sie in zahlreichen nationalen und internationalen Werbeagenturen tätig. Sie kann auf über 20 Jahre Erfahrung, unter anderem in namhaften Agenturen wie Young & Rubicam, Grey Austria und Publicis zurückblicken. Verstärkung bekommt die Geschäftsstelle durch Martin Horvath (29). Der gebürtige Burgenländer und gelernte Offsetdrucker begann seine Karriere bei der Firma Gutenberg in Wiener Neustadt. Als Absolvent des Kollegs an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr und Versuchsanstalt in Wien mit Fachrichtung Medientechnik und Medienmanagement unterstützt er in Wien die Geschäftsleiterin in der Kundenberatung.
Michaela Burg | Martin Horvath
news HEIMTEXTIL 2017 TEXTILES HERZ SCHLÄGT IN FRANKFURT Von 10. bis 13. Jänner präsentierte sich die internationale Wohntextilindustrie auf der Heimtextil, der weltweiten Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien. Die Messe verzeichnete sowohl auf Aussteller- als auch auf Besucherseite ein deutliches Plus. Das Wachstum kam vor allem aus Brasilien, China, Großbritannien, Italien, Japan, Russland, den USA sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die insgesamt 2.963 Aussteller aus 67 Ländern (2016: 2.864) präsentierten auf 20 Hallenebenen ihre textilen Neuheiten und Designs und zeigten sich mit den Ordertätigkeiten und Geschäftskontakten zum Saisonstart zufrieden. Herz der Veranstaltung und Wegweiser für wichtige Zukunftsthemen der Branche bildete die 232 … 2017
Halle 6.0 mit dem Trendareal »Theme Park«. Dort wurden die durch ein Team aus sechs internationalen Designbüros herausgearbeiteten Trends unter dem Titel »Explorations« veranschaulicht. Die Halle war erstmals Standort für die Anbieter aus der Produktgruppe »digital print technology«. Sie zeigte mit einer neuen Sonderpräsentation, der »Digital Textile Micro Factory«, was State of the Art im Bereich Digitaldruck ist und welche Möglichkeiten diese Entwicklung für alle Bereiche der textilen Wertschöpfungskette bietet. In Partnerschaft mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung konnten Besucher live eine komplette digitale Produktionskette erleben – vom Design, über den digitalen Druck und das Finishing bis hin zum automatischen Zuschnitt und zur Konfektion. Vertreten waren unter anderem Unternehmen wie etwa Epson, Hewlett Packard, Mimaki und MS Printing aus Italien. Multi-Plot präsentierte sich als einziges deutsches Unternehmen. Die Tour startete mit den Designern, die sich aus Studenten unterschiedlichster
Herz der Veranstaltung und Wegweiser für wichtige Zukunftsthemen der Branche bildete die Halle 6.0 mit dem Trendareal »Theme Park«. x © .Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Pietro Sutera
europäischer Hochschulen zusammensetzten. An zweiter Stelle zeigte Ergosoft seine RIP Version 15 zur Bedienung der Drucksysteme. Es folgte der Druck an Mimaki-Textildrucksystemen, die TS 300P (Transferdruck) und die TX 300P (Pigmentdruck auf Baumwolle). Weiter ging die Tour mit Multi-Plot, die das Transferieren und Fixieren von Baumwolle an der HeatJet 75 max 3 – mit extra großem Walzendurchmesser – demonstrierte und über das Thema Sublifusion aufklärte. Das Textil wurde auf einem Zuschneidetisch von Zundcutter geschnitten und im Anschluss an der Juki-Nähmaschine konfektioniert. Die Endprodukte, wie Körbchen, Kissen und Taschen, wurden im Showroom präsentiert. 1
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ƒ Bestellung
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