DIGITALISIERUNG
Künstliche Intelligenz: Kontrolle nicht an Algorithmen delegieren Lucienne Rey
Fortgeschrittene Systeme künstlicher Intelligenz (KI) sind in der Lage, anspruchsvolle Tätigkeiten zu verrichten, die bis jetzt dem Menschen vorbehalten waren. Bei wichtigen Entscheidungen muss dieser indes die Kontrolle behalten.
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Big Data: Unverzichtbarer Rohstoff
eltweit wird täglich eine Datenmenge erzeugt, die die Speicher von 36 Millionen iPads füllen oder für eine Milliarde Kinofilme von 90 Minuten Länge reichen würde. Diese Zahlen berechnete die US-amerikanische Firma Merlin One, eine Anbieterin von Digital Management Software, für das Jahr 2018. Die Datenfülle wächst rasant, denn 90 Prozent aller bestehenden digitalen Daten entstanden, der gleichen Quelle zufolge, in den vergangenen zwei Jahren.
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Big Data: So nennt die Fachwelt grosse, komplexe und wenig geordnete Datenbestände. Mit traditionellen Technologien lassen sie sich weder durchsuchen noch analysieren oder in Grafiken darstellen. Doch für viele KI-Systeme stellen sie einen unverzichtbaren Rohstoff zur Verfügung: das Material, mit dem sie trainiert werden. Um nämlich mithilfe von Algorithmen aus akustischen Si-
gnalen, Bildern oder anderen Eingaben bedeutungsvolle Muster herausarbeiten zu können, müssen viele KI-Systeme an einer riesigen Menge von Daten geschult werden. Im Unterschied zum Kleinkind, das rasch einmal zu erkennen vermag, ob auf einem Foto ein Dackel oder ein Bär abgebildet ist, benötigt ein KI-System bis zu einer Million Bilder als Übungsmaterial, bevor es in der Lage ist, einen Dackel auch auf einem Bild auszumachen, das dem Computer zuvor noch nicht bekannt war. IT business 2/2020