Erscheinungsort/Verlagspostamt: 3500 Krems. P.b.b., zum ermäßigten Entgelt, GZ 02Z030834 M
NR.2/2015 • SEPTEMBER 2015 • € 2,90
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Wenn kleine
WÖLFE groß werden + Warum es in der Nacht nicht mehr ganz dunkel wird + Poster: Leben in der Steinzeit
Die lautesten Tiere
Salz und Pfeffer
Coole Natur
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Seepferdchen schauen nicht nur schön aus. Sie sind auch sehr interessante Tiere.
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uch wenn man es vielleicht nicht auf den ersten Blick sieht: Seepferdchen sind Fische. Ihr Kopf sieht ein bisschen aus wie bei einem Pferd, der Schwanz wie ein aufgewickelter Wurm. Nur die kleinen Flossen am Rücken zeigen, dass es sich um Fische handelt.
Damit können die Seepferdchen wie andere Fische schwimmen. Sie sind aber ziemlich langsam. Dafür haben sie eine Besonderheit: Sie können ihren langen Schwanz um Seegras und andere Pflanzen schlingen, sich dadurch festhalten oder weiterziehen. Nur wenn sie vor einer Gefahr flüchten, dann strecken sie sich ganz aus.
KURZE SCHNAUZE Die häufigste Seepferdchen-Art im Mittelmeer ist das Kurzschnäuzige Seepferdchen (Hippocampus hippocampus): Es hat, wie sein Name sagt, eine relativ kurze Schnauze. Es kann bis zu 60 Meter tief tauchen.
Fotos: Shutterstock (3)
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DICKER BAUCH Das größte Seepferdchen heißt Dickbauch-Seepferdchen (Hippocampus abdominalis): Es wird bis zu 35 Zentimeter groß!
EIN ZWERG Das kleinste Seepferdchen ist das Denise-Zwergseepferdchen (Hippocampus denise): Es ist nur 13 Millimeter lang.
Seepferdchen leben in fast allen Meeren der Welt – nur in den kalten Meeren um den Nord- und den Südpol herum können sie nicht überleben. Die meisten Arten von Seepferdchen gibt es in Australien und Neuseeland. Im atlantischen Ozean und im Mittelmeer fühlen sich drei Arten sehr wohl. Mit viel Glück kann man sogar beim Tauchen und Schnorcheln im Mittelmeer welche sehen! Die schönsten und farbenprächtigsten Tiere gibt es aber in Zoos zu beobachten – zum Beispiel im Tiergarten Schönbrunn oder im Haus des Meeres in Wien.
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Fotos: Shutterstock (2)
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Fische sind gar nicht stumm! Fische sind alles andere als stumm: Sie teilen ihren Artgenossen mit, wie es ihnen geht oder ob sie gerade Futter gefunden haben. Wie Forscher nun herausgefunden haben, sind Seepferdchen besonders „gesprächig“: Mit kurzen, hohen Klick-Lauten finden sich Männchen und Weibchen zur Paarung – wobei die männlichen Seepferdchen lauter klicken als die weiblichen. Noch wesentlich lautere hohe Töne geben die Tiere bei der Futtersuche von sich. Und wenn sie gefangen werden, brummen sie mit einem langen tiefen Ton. Seepferdchen haben offenbar zwei Organe, mit denen sie die Laute hervorbringen: Die hohen Klick-Laute werden von einem Gelenk im Genick erzeugt. Woher die tiefen Töne stammen, ist noch nicht geklärt.
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LANGE SCHNAUZE Das Langschnäuzige Seepferdchen (Hippocampus guttulatus) lebt im Atlantik, im Mittelmeer und auch im Schwarzen Meer. Besonders wohl fühlt es sich in flachen Küstengewässern.
Fotos: Shutterstock (2)
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Seepferdchen fressen vor allem kleine Krebstierchen. Ihr dünner und langer Mund ermöglicht es ihnen, ganz nahe an ihre Beute heranzukommen, bevor sie von den Beutetieren bemerkt werden.
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Besonders interessant ist, dass bei den Seepferdchen nicht die Weibchen, sondern die Männchen den Nachwuchs bekommen: Sie haben dazu eine Tasche am Bauch, in die die Weibchen ihre Eier legen. Nach zehn bis zwölf Tagen werden die Jungfische zur Welt gebracht.
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DUNKEL Das Dunkle Seepferdchen (Hippocampus fuscus) ist erst in den letzten Jahren in das Mittelmeer eingewandert: Es lebte ursprünglich im Roten Meer und gelangte durch den Suezkanal nach Europa.
Foto: Christian Zappel/
imageBROKER/Corbis
Seepferdchen haben in der Natur nur wenige Feinde: Sie sind durch feste Knochenplatten unter der Haut geschützt, und auch die Stacheln und ihre vielen Gräten machen sie zu keiner leichten Beute. Trotzdem zählen sie zu den gefährdeten Tierarten. Sie werden seltener, weil ihr Lebensraum, die Seegraswiesen unter Wasser und die Korallenriffe, immer mehr zerstört wird. Außerdem glauben in China viele Männer, dass getrocknete und zu Staub zermahlene Seepferchen wie eine Medizin wirken. Das stimmt zwar nicht, aber wegen dieses Aberglaubens werden trotzdem viele Seepferdchen getötet.
Seepferdchen gehören zu den langsamsten Fischen überhaupt.
Der lateinische Name von Seepferdchen heißt Hippocampus: Der erste Teil des Namens „Hippo“ bedeutet „Pferd“. Der zweite Teil „campus“ bezieht sich auf den Schwanz: Dieses Wort heißt nichts anders als „gewunden“.
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GRIECHISCHE SAGE In einer Sage im alten Griechenland heiĂ&#x;t es, dass Seepferdchen den Wagen des Gottes Poseidon ziehen. Poseidon war der Gott des Meeres, sein Reich war unter Wasser.
Foto: Shutterstock
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Gut gebrüllt! Die lautesten Tiere Mit der Stimme teilen wir unseren Mitmenschen mit, wie es uns geht und was wir gerne machen würden. Wir benutzen dafür unsere Sprache. Manchmal geht es aber auch ganz ohne Wörter: zum Beispiel, wenn wir böse knurren oder erleichtert seufzen.
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ie Stimme ist auch für Tiere wichtig: Sie haben zwar keine Sprache und keine Wörter, aber sie können dennoch viele verschiedene Laute erzeugen: Sie rufen, grunzen, bellen, miauen, heulen, schnurren, singen oder piepsen. Damit lassen die Tiere ihre Artgenossen wissen, was sie wollen oder wie es ihnen geht: ob sie Kontakt suchen, ob sie zornig sind oder ob sie sich wohl fühlen. Forscher haben zum Beispiel herausgefunden, dass Elefanten zehn verschiedene Rufe haben. Singvögel können sehr viele verschiedene Gesänge hervorbringen. Besonders kräftige Laute stoßen die meisten Säugetiere aus, wenn sie ihr Revier vor Eindringlingen verteidigen wollen: Sie brüllen. Die vertrauten Stimmen von Artgenossen dienen Tieren auch zur Orientierung: Viele Tierarten können ihre Verwandten am Klang ihrer Stimmen erkennen, auch wenn sie sich nicht sehen.
Viele Tierarten können ihre Verwandten am Klang ihrer Stimmen erkennen, auch wenn sie sich nicht sehen.
Auch wenn wir Menschen ziemlich laut schreien können, sind manche Tiere noch viel lauter. Wer jemals einen Elefanten oder einen Löwen rufen gehört hat, der weiß das! Es gibt aber noch viel lautere Tiere: nämlich kleine Krebse und große Wale. Auch Insekten können große Lautstärken erreichen – manche Heuschrecken hört man sogar einige Kilometer weit! Die Töne entstehen durch schnelle Schwingungen der Luft oder des Wassers: Je schneller die Schwingung ist, umso höher ist der Ton. Wir Menschen können nur bestimmte Tonhöhen hören. Die Laute mancher Tiere sind aber so hoch, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen können. Zum Beispiel jene der Fledermaus. Manche Laute von Tieren sind hingegen so tief, dass wir auch sie nicht mehr hören können. Etwa, wenn große Tiere wie Elefanten und Wale sehr tief rufen.
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Pistolenkrebs | 250 Dezibel Wenn Pistolenkrebse ihre Scheren ganz schnell schließen, kann dabei ein sehr lauter Knall entstehen. Die Krebse knallen, um ihre Artgenossen zu warnen oder mit ihnen zu kämpfen. Oder sie knallen, um kleine Krabben und Würmer zu betäuben und diese dann leichter fangen zu können.
Pottwal | 190 Dezibel Pottwale produzieren sehr tiefe und laute Töne. Diese breiten sich über viele Kilometer unter Wasser aus. Mit ihren Gesängen teilen die Pottwale anderen Walen mit, wo sie gerade sind. Das ist wichtig, weil es hundert Meter unter Wasser stockfinster ist und die Tiere einander nicht sehen können.
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Elefant | 117 Dezibel Elefanten kĂśnnen grollen, brĂźllen, bellen, grunzen und trompeten. Jede dieser Ton-Arten bedeutet etwas anderes. Junge Elefanten lernen das von ihren Eltern. Manche Rufe sind auch sehr tief und breiten sich nicht nur durch die Luft, sondern auch durch Schwingungen des Bodens aus.
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Löwe | 114 Dezibel Wenn ein Löwenmännchen sehr laut brüllt, zeigt es damit anderen Löwenmännchen: „Das ist mein Revier, und ich bewache mein Rudel!“ Löwen können aber auch ganz andere Laute hervorbringen, die sehr zart sind. So können sie sogar – ähnlich wie unsere Hauskatzen – schnurren.
LEXIKON Lautstärke Die Lautstärke misst man in Dezibel. Ein Mensch, der normal redet, verursacht einen Schall von ungefähr 60 Dezibel. Ein Rasenmäher ist ungefähr 80 Dezibel laut, ein vorbeifahrender Lastwagen mehr als 90 Dezibel. Ein startendes Flugzeug hat sogar mehr als 120 Dezibel.
Wölfe | 110 Dezibel Das lange, laute Jaulen von Wölfen ist bis zu 15 Kilometer weit zu hören. Damit warnt ein Wolf sein Rudel vor Gefahren. Wölfe heulen auch, um in der Paarungszeit einen Partner oder eine Partnerin zu finden. Besonders laut heulen sie, wenn ein ihnen vertrautes Tier das Rudel verlassen hat und sie traurig sind.
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Schäferhund | 108 Dezibel Das lauteste jemals gemessene Bellen kam von einem deutschen Schäferhund namens „Daz“. Hunde bellen vor allem, wenn sie vor etwas warnen. Lautes Bellen ist aber besonders für Hirtenhunde wichtig, weil sie dadurch Raubtiere vertreiben und die Herde zusammenhalten können.
Afrikanische Zikade | 107 Dezibel Das lauteste Insekt im Tierreich sind afrikanische Zikaden. So ähnlich wie unserer Heuschrecken zirpen sie, indem sie ihre Flügel an den Beinchen reiben: Dabei verhaken sich kleine Unebenheiten, wodurch ein Ton entsteht. Das Zirpen der afrikanischen Zikade ist über einige hundert Meter zu hören.
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Wenn es im Frühling von Tag zu Tag wärmer wird und die Sonne wieder länger scheint, dann erwacht auch die Natur aus ihrer Winterruhe. Einige Monate lang waren die Wiesen, Gärten und Wälder nur traurig braun und blassgrün. Nun aber wird die Natur plötzlich wieder bunt und schillert in allen Farben des Regenbogens!
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lle Lebewesen brauchen Ruhezeiten: So wie wir Menschen und die meisten Tiere regelmäßig schlafen müssen, so legen auch Pflanzen eine Pause ein. Im Herbst, wenn die Sonnenstrahlen schwächer und die Tage und Nächte kälter werden, stellen sich die Pflanzen um: Bäume und Sträucher werfen ihre Blätter ab. Mehrjährige Pflanzen lassen alle oberirdischen Teile dürr werden, und einjährige Pflanzen haben rechtzeitig Samen gebildet, bevor sie absterben.
Bunte Vielfalt Alle Farben des Regenbogens kann man auf einer bunten Blumenwiese sehen.
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In diesem Zustand können die Pflanzen den Winter überstehen, Frost und Kälte können ihnen nichts anhaben. Wenn aber die Tage wieder länger und wärmer werden, dann beginnen die Pflanzen neu zu sprießen.
Dadurch verändern sich auch die Farben der Natur. Im Winter war vor allem eine Farbe vorherrschend: braun. Die Erde ist wegen bestimmter Mineralien braun, nämlich wegen Eisen-Verbindungen. Holz und welke Blätter enthalten einen braunen Farbstoff, den die Pflanzen im Sommer gebildet haben.
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Nur Nadelbäume und Gras bleiben auch im Winter grün. Dieses Grün ist aber dunkel und blass, es ist nicht so strahlend, saftig und frisch wie das Grün nach Beginn des Frühlings – wenn die Bäume und Sträucher junge Blätter bilden, wenn die Samen auskeimen und aus unterirdischen Wurzeln wieder Stängel und Blätter austreiben. Die Pflanzen bilden den grünen Farbstoff – er heißt Chlorophyll –, weil sie ihn zum Leben brauchen: Mit seiner Hilfe können sie Energie aus der Sonnenstrahlung einfangen.
Für Pflanzen ist die Sonne die wichtigste Nahrung! So wie wir regelmäßig essen müssen, um genug Energie zum Wachsen und zum Leben zu haben, fangen die Pflanzen mit dem Chlorophyll Energie von der Sonne ein. Der grüne Farbstoff ist für Pflanzen so wertvoll, dass sie ihn im Herbst aus den Blättern in den Stamm zurückholen – dadurch verschwindet die grüne Farbe und das Laub wird gelb, rot und braun.
Fotos: Shutterstock (4)
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Vier Jahreszeiten Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: Ein Spaziergang durch den Wald ist zu allen Jahreszeiten schön!
Wenn es immer wärmer wird, dann passiert noch etwas sehr Schönes: In der saftig grünen Natur tauchen bunte Farbtupfer auf – Blüten in vielen verschiedenen Farben! Bäume bilden weiße, rosa oder rote Blütenblätter. Manche Sträucher leuchten in einem satten Gelb. Und aus dem Gras sprießen weiße, gelbe, orangefarbene, violette, blaue oder rote Blumen. Es hat einen wichtigen Grund, dass die Blüten so bunt sind: Durch die Farbe werden Insekten angelockt. Bienen, Fliegen, Mücken oder Hummeln haben gelernt, dass es in den bunten Blüten etwas Gutes zu fressen gibt. Während sie den Nektar schlürfen, bleibt an ihrem Körper auch Blütenstaub hängen. Wenn die Insekten zur nächsten Blüte fliegen, bringen sie den Blütenstaub mit und befruchten die nächste Pflanze.
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Die verschiedenen Farben der Blüten entstehen durch Farbstoffe, die von den Pflanzen gebildet werden.
Jede Pflanzenart hat ihre eigene Farbmischung – niemals ist der Farbton genau gleich wie bei der Blume nebenan. So gibt es viele verschiedene Gelbtöne oder Rottöne. Und wenn Du aufmerksam über eine Wiese gehst, kannst Du auch viele verschiedene Arten von Blau oder von Violett erkennen. Sogar bei weißen Blüten gibt es viele unterschiedliche Schattierungen: Manche Weißtöne gehen ein bisschen ins Gelbliche, andere sind leicht rosa angehaucht. Noch viel intensiver sind die Farben bei gezüchteten Blumen – zum Beispiel bei Tulpen, bei Rosen, bei Astern oder bei Orchideen. In Blumenhandlungen kann man manchmal sogar (fast) schwarze Blüten sehen: Diese gibt es in der Natur eigentlich nicht, aber manchen Blumenzüchtern ist es gelungen, das Rot so dunkel zu machen, dass es fast schwarz erscheint.
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STRAHLEND WEISS Für WEISS gibt es keinen speziellen Farbstoff: Die Farbe erscheint, wenn alle Farben des Sonnenlichtes reflektiert werden.
GELB WIE DIE SONNE Die häufigste Farbe von Blüten ist GELB: Davon werden die meisten Insekten angelockt
VIELE ARTEN VON ROT Bei keiner anderen Farbe gibt es so viele unterschiedliche Abstufungen wie bei ROT: von einem zarten Rosa über leuchtende Rottöne bis hin zu dunklem Purpur.
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FRÖHLICHES ORANGE Die ORANGE Farbe entsteht – so wie bei Deinem Malkasten – durch eine Mischung aus Gelb und Rot.
VIOLETT WIE EIN VEILCHEN VIOLETTE Blüten enthalten rote und blaue Farbstoffe. Aus der Mischung ergibt sich dann ein Violett.
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LEBENDIG GRÜN GRÜN ist die Farbe des Lebens: Der grüne Farbstoff Chlorophyll ermöglicht das Einfangen von Lichtenergie. Davon ernähren sich Pflanzen.
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BLAU WIE DER HIMMEL Insekten nehmen die Farben anders wahr als wir: Für viele Insekten erscheinen BLAUE Blüten sehr hell und strahlend!
(FAST) SCHWARZ WIE DIE NACHT Bei Pflanzen gibt es keine wirklich SCHWARZEN Farbstoffe. Wenn Rot-, Braun- oder Blautöne sehr dunkel werden, dann erscheinen sie aber fast wie Schwarz.
ERDIGES BRAUN Erde hat ihre Farbe von eisenhaltigen Mineralien. BRAUNE Blätter, Holz oder Rinde enthalten bestimmte Farbstoffe, die von der Pflanzen gebildet werden,
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