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HIERGEBLIEBEN AUSBILDUNG IN SCHLESWIG-HOLSTEIN WEST
HEIDE W K K / B I Z / RK i S H / D AW / S TA D T HE IDE / H A U S T E C HNIK T HOM S E N / M A L E R C . B U S C H / DI T H . V OL K S - U . R A IF F E I S E NB A NK w w w.m e 2b e .d e
brandpublishers GmbH
H e f t 01
M 채 r z 2015
BEWIRB DICH JETZT FÜR 2016 – WERDE NOTFALLSANITÄTER ! Bitte sende deine aussagekräftige Bewerbung bis zum 30. November 2015 bevorzugt per E-Mail an: karriere@rkish.de
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Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) gGmbH z.Hd. Frau Angela Hoyer Gehrstücken 3 | 25421 Pinneberg
Inhalt
Azubi-Portraits
Hiergeblieben 04
Hip – Hip – Heide Kleine Stadt ganz groß!
08
Mit dem Bürgermeister auf ´ne Pommes
37
Finanzwirt, BIZ Steuer Malente und Finanzamt Ostholstein
37
Die Azubis des Bürgermeister
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Geschichten aus der Heider Stadtverwaltung
12
Michael David Pate Filmenacher
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Happy mit Heide? Sieben sagen, wie sie sich fühlen
Geesche Iwersen Finanzwirtin, BIZ Steuer Malente und Finanzamt Nordfriesland
Ulf Stecher im Interview
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Johannes Piegenschke
Aileen Pluschkell Finanzwirtin, BIZ Steuer Malente und Finanzamt Ostholstein
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Dirk Czupras Finanzwirt, BIZ Steuer Malente und Finanzamt Flensburg
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Dennis Scheffler Notfallsanitäter, Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH)
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Notfallsanitäter, Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH)
Companies 16
Zur Not nach Norden! Kathies Besuch bei der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) in Heide Ihr Traumberuf: Notfallsanitäterin
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Plan B – Alternativen zur Ausbildung
Janine Lüthje ist im 1. Ausbildungsjahr zur Notfallsanitäterin
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Dein Anschreiben
Die letzte ihrer Art in Dithmarschen
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Dein Lebenslauf
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Ab die Post
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Das Vorstellungsgespräch
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Azubigehalt und Finanzspritzen
52
Impressum
Gerechtigkeit gerechnet Interview mit Alexander Kraft, Michael Herold und Erich Klinkowski vom Bildungszentrum der Steuerverwaltung in Malente
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Service 41
Da helfen auch keine Antibiotika!
In der Feinkäserei Sarzbüttel ist nicht alles Käse
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Sascha Trost
Lernen, wo andere Urlaub machen Das Bildungszentrum in Malente bereitet Steueranwärter/-innen auf ihr Berufsleben vor
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Das WKK ist dreifach gut Das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe am Westküstenklinikum wurde dreifach zertifiziert
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Meldorfer Bestseller: die FlachVerblendung Und wie Justin zu seinem Ausbildungsplatz kam
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Personaler geben Tipps Bärbel Reimers, Teamleiterin Personal und Ausbildungsleiterin im Rathaus Heide
HIERGEBLIEBEN IN HEIDE
I:
20.821
EIN W OHNER
31,89 km2
PL Z
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: 25746
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HIP – HIP – HEIDE Kleine Stadt ganz groß!
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s gibt Städte, die kriegen den Spagat zwischen Tradition und Moderne nicht hin. Dort dominiert entweder das Alte oder das Neue. Das zieht entweder die Jungen an oder die Älteren. Im Westen Schleswig-Holsteins aber, im Kreis Dithmarschen, liegt die Stadt Heide. Eine Stadt mit einer 518 Jahre alten Geschichte, die es schafft, authentisch zu bleiben. Bodenständig und modern. Mit sichtbarer Tradition und einem guten Angebot für junges, städtisches Leben.
Heide ist eine Reise wert. Warum? Weil man es in Heide länger aushält. Mit knapp über 20.000 Einwohnern hat Heide keine Chance, als Ort auf der Wetterkarte der Tagesschau zu erscheinen. Doch es gibt einige Superlative, mit denen diese kleine Westküstenperle Aufmerksamkeit erregt: Da ist zuallererst der Heider Marktplatz – mit 4,7 Hektar Deutschlands größter Marktplatz überhaupt. Wer da keinen Parkplatz findet, sitzt im Flugzeug! Jeden Sonnabend von 06.00 5
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bis 13.00 Uhr verkaufen bis zu 120 Wochenmarkthändler ihre Waren. Neben Fisch, Fleisch, Wurst, Käse, Backwaren, Eiern, Obst, Gemüse, Blumen, Imbisswaren, Kräutern und Bio erhalten die Besucher des über 500 Jahre alten Traditionswochenmarktes auch Kurzwaren, Textilien, Uhren, Salben, Socken, Mützen, Schmuck und Geschenkartikel. Samstags steppt der Bär in Heide. Natürlich finden auf dem Marktplatz auch die Großveranstaltungen statt. Die Jahrmarktsaison wird hier eröffnet, Zirkus Krone kommt im Sommer und baut ein riesiges Zirkusdorf auf, die Dithmarscher Kohltage werden jährlich gefeiert, Motorrad-Gottesdienst und Heider Abendstadtlauf. WATCH OUT: Herbert Grönemeyer live am 10. Juni 2015 auf dem Heider Marktplatz. Alle zwei Jahre wird das berühmteste 6
Stadtfest gefeiert: Der Heider Marktfrieden. Dann präsentiert sich Heide als mittelalterliches Markttreiben mit unzähligen Händlern, alter Handwerkskunst, bäuerlichem Viehmarkt, Schaustellern, Gauklern, Musikanten und Tänzern in farbenfrohen Gewändern. Ob „Groß oder Klein“, allen werden einzigartige Einblicke in das mittelalterliche Marktgeschehen an der schleswig-holsteinischen Westküste geboten, die durch Festumzüge und zahlreiche Aufführungen bereichert werden. „Im Freizeitbereich gibt es in Heide alles außer Bergsteigen!“, sagt der Bürgermeister. Okay, vielleicht ein bisschen euphorisch, aber die Grundversorgung ist allemal gesichert. Mit drei großen Sportvereinen Heider SV, Post SV und MTV ist das sportliche Angebot ziemlich gut abgedeckt. Der
Heider SV steht für Fußball und spielt mit der 1. Herrenmannschaft immerhin in der Schleswig-Holstein-Liga. Mit ca. 20 Sparten von Badminton bis Yoga ist der MTV Heide klassisch und vielseitig aufgestellt. Und Post SV trumpft mit über 30 verschiedenen Sportarten und solchen, die es werden wollen, darunter allein sechs Tanzsportarten, vier Kampfsportarten sowie Freestyle-Wrestling. Wow, Heide, what’s up? Und jetzt die Bombe: Shopping in Heide is nice! Mit etwas Fantasie könnte man Heide das Mailand Dithmarschens nennen. Der Einzelhandel spielt hier eine ganz große Rolle. Die Innenstadt, die sich wie ein Mantel um den Marktplatz gelegt hat, bietet hervorragende Shoppingmöglichkeiten – für Jung und Alt. Dass man viele junge Leute in Heide
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sieht, ist natürlich nicht nur auf die guten Shoppingmöglichkeiten zurückzuführen. Mit der Fachhochschule Westküste beheimatet Heide eine führende Hochschule des Landes, das Westküstenklinikum ist mit über 2.300 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Westküste und zieht Hunderte Auszubildende an. Junge Leute sind jedenfalls da. Und wo junge Leute sind, sind junge Leute. Und was bietet Heide nach Feierabend? Ein Spaziergang am Wasserturm mit anschließender Hochzeit. (Da drin gibt’s auch ein Standesamt!) Oder mit Freunden treffen? Das Kneipenviertel Schuhmacherort ist ein beliebter Treffpunkt, um was essen und trinken zu gehen. Zurzeit ist das Restaurant Fidelio ziemlich gefragt. Das Kino Lichtblick hat schon einen gewissen Kultstatus. Und
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wer hotten will, zieht ins L1, ins Pahlazzo oder Westcoast. Und wer nun unbedingt mal aus Heide rausmöchte … kann ja über die B 203 in 20 Minuten nach Büsum fahren und am Deich längslaufen. All dat is uppe de heyde und noch viel mehr.
TEXT Christian Dorbandt FOTOS Stadt Heide ILLUSTRATION Hursched Mudrow
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DER
BÜRGERMEISTER
ULF STECHER
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MIT DEM BÜRGERMEISTER AUF ´NE POMMES
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ch glaube, man kann nur Bürgermeister sein, wenn man seine Stadt und ihre Menschen mag und versteht. Wenn Bürgermeister Ulf Stecher (48) das sagt, wirkt das glaubhaft. Das nimmt man ihm ab. Ein Dithmarscher Jung ist er, geboren in Heide und nun schon seit 12 Jahren im Amt. Bei den Bürgerinnen und Bürgern kommt er offenbar gut an, denn sie haben ihn 2010 für acht weitere Jahre gewählt. „Wir haben einen guten Chef“, wird uns im Rathaus zugeflüstert. Für ME2BE und das Thema Ausbildung haben wir beim Bürgermeister schnell einen Termin bekommen … im Marktpirat, direkt am Heider Marktplatz. Herr Bürgermeister, essen Sie auch privat mal ´ne Pommes? Na klar. Als Vater von fünfjährigen Zwillingen kenne ich Pommes ziemlich gut! Hier gibt es übrigens leckere Süßkartoffel-Pommes. Ich darf gleich mal bestellen: Eine große Pommes-Platte mit süßen und normalen Pommes, bitte. Dazu Barbecuesoße, Mayonnaise, scharfe Chilisoße und Ketchup … Köstlich! Müssen Sie probieren. Sie lenken schon seit 12 Jahren die Stadtgeschäfte. Was ist das Schöne an Ihrem Amt? Das Schöne an meinem Amt ist die Abwechslung. Kein Tag gleicht dem anderen. Neben schwierigen Entscheidungen und teilweise anstrengenden Terminen kann es auch mal vorkommen, dass man dienstlich Pommes essen muss! Mit welchen drei Wörtern würden Sie Heide beschreiben? Bodenständig. Bunt. Lebenswert. Was ist das Besondere an dieser Stadt? Heide ist eine Mittelstadt mit großer Ausstrahlung und das Nahversorgungszentrum für ca. 100.000 Menschen in der Region. Wir haben eine ganz starke Infrastruktur, vor allem in den Bereichen Gesundheit, Einzelhandel und Bildung. Heide ist eine Stadt mit Vollversorgung. Das ist es, was uns stark macht. Wie steht Heide auf dem Arbeitsmarkt da? Gibts genügend Arbeitsplätze? Absolut. Das Westküstenklinikum ist mit rund 2.300 Beschäftigten der mit Abstand
größte Arbeitgeber in Heide. Mit der Firma Vishay haben wir einen starken Arbeitgeber im Bereich Elektronik-Bauteile, auch die Maschinenfabrik Köster und die Raffinerie Heide in Hemmingstedt sind zu nennen. Heide ist eine Einkaufsstadt, deshalb bietet der Einzelhandel viele Arbeits- und Ausbildungsplätze. Außerdem ist Heide ein Medienstandort. Neben der Dithmarscher Landeszeitung und dem NDR sind auch mehrere Werbeagenturen vertreten. Der Kreis Dithmarschen und die Stadt Heide sind die größten öffentlichen Arbeitgeber. Und es gibt viele Klein- und Mittelständische Unternehmen im Handwerk, besonders in der Bauwirtschaft. Insgesamt aber würde ich sagen: Heide ist ein Dienstleistungszentrum. Was hat Heide jungen Leuten zu bieten, die hier studieren oder ihre Ausbildung beginnen? Die jungen Leute profitieren von unserer starken Infrastruktur. Im Freizeitbereich gibt es hier alles außer Bergsteigen! Es gibt ganz viele Sport- und Freizeitmöglichkeiten, unsere Volkshochschule und weitere Einrichtungen. Und noch etwas hat Heide jungen Leuten zu bieten, nämlich … viele junge Leute: Schüler und Angestellte vom Westküstenklinikum, die vielen Studierenden und auch die jungen Soldaten von der Bundeswehr ergeben eine große Konzentration jüngerer Menschen in unserer Stadt. Erinnern Sie sich noch an Ihre Lieblingsfächer in der Schule? Ja, Wirtschaft, Politik, Deutsch. In Mathe war ich auch gut. Nur in Sport war ich während der Schulzeit eine ziemliche Niete. Das hat sich erst als Erwachsener deutlich verbessert. Was sind Ihre Pläne und Zukunftsprojekte für Heide? Spannend ist der Umbruch, in dem sich zurzeit die Innenstadt befindet. Wir wollen hier in eine neue Zukunft aufbrechen! Die Westseite des Marktplatzes wird sich radikal verändern. Hier entsteht ein neues Einkaufszentrum mit 8.000 Quadratmetern Fläche. Wir sind auch dabei, ein neues Bahnhofsumfeld zu planen. Wir möchten den öffentlichen Raum in der Innenstadt attrakti-
ver und erlebbarer gestalten. Unsere lokale Wirtschaft steht zunehmend im Wettbewerb mit dem Internet. Wenn wir möchten, dass die Menschen weniger im Internet bestellen und mehr in den Geschäften kaufen sollen, dann müssen wir ihnen in der Stadt einen Mehrwert bieten. Wir sagen: „Die Magie der Stadt muss stärker ausgeprägt werden.“ Und dafür haben wir beispielsweise einen wunderschönen Weihnachtsmarkt und auch jeden Samstag – bei Wind und Wetter – den größten Wochenmarkt der Westküste. Jeden Samstag steppt hier echt der Bär. Auf welche Highlights dürfen sich die Heider Bürger 2015 noch freuen? Da kommt noch Einiges auf uns zu. Wie jedes Jahr wird die schleswig-holsteinische Jahrmarktsaison in Heide eröffnet. Im Mai feiern wir ein großes Kinderfest. Zirkus Krone gastiert hier im Sommer und errichtet ein Zirkusdorf. Und natürlich haben wir wieder die Dithmarscher Kohltage Ende September. Ein spezieller Höhepunkt, auf den wir uns alle freuen, wird sicherlich das Konzert von Herbert Grönemeyer am 10. Juni. Dann werden bis zu 18.000 Menschen auf unserem Marktplatz ein Open-Air-Konzert erleben. So etwas hat es hier bisher in dieser Größenordnung noch nicht gegeben. Außer Pommes … was essen Sie eigentlich sonst noch gern, Herr Stecher? Ich esse gern einen schönen Hasenbraten und auch unser Nationalgericht, Dithmarscher Mehlbeutel. Die Mehlspeise mit Kirschsoße, in Kombination mit Schweinebacke … großartig. Und wie verbringen Sie Ihre Freizeit? Meine Freizeit verbringe ich gern mit meiner Familie. Entspannen kann ich auch gut bei der Beschäftigung mit meinem Oldtimer. Ich besitze einen grassgrün-metallic-farbenen Opel Commodore, Baujahr 1976, mit schwarzem Vinyldach und beigefarbenen Velours-Sitzen. Herr Bürgermeister, die Pommes waren lecker. Vielen Dank für das Gespräch.
TEXT Christian Dorbandt
FOTO Sebastian Weimar
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M a r i o M o o g - Ro h d e (21) a u s H e i d e , 2. Au s b i l d u n g s j a h r z u m Ve r wa l t u n g s f a c h a n g e s t e ll t e n Mit tlerer Schulabschluss, BBZ Heide
„Nach einem Praktikum bei der Stadtverwaltung Heide habe ich mich entschlossen, eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten zu beginnen. Genauso vielfältig wie die Aufgabenbereiche der Kommunalverwaltung insgesamt sind meine Tätigkeiten hier im Rathaus. Viele Inhalte sind neu für mich, denn die Fächer Kommunales Recht, Sozialrecht usw., hatten wir ja auf der Schule nicht. Natürlich hat man das Grundwerkzeug auf der Schule gelernt … Lesen, Schreiben, Rechnen, logisch Denken … vieles andere ist neu. Wer sich für die Ausbildung in der Verwaltung interessiert, sollte Interesse an Gesetzen, Recht und Ordnung haben. Und ganz wichtig: Interesse an Menschen haben! Ein Höhepunkt war für mich der Ausflug mit der Berufsschule in den Kieler Landtag. Das war sehr interessant. Für meine Zukunft wünsche ich mir, hier übernommen zu werden, an der Abendschule das Abitur nachzuholen und in den höheren Dienst zu wechseln, um verbeamtet zu werden. Meine Stärken sind vor allem das Rechnen und das Gebiet Finanzen. Mein Lieblingsort ist die Innenstadt. Da kann man prima einkaufen.“
„EIN HÖHEPUNK T WAR FÜR MICH DER AUSFLUG MIT DER BERUFSSCHULE IN DE N KIELER L ANDTAG.“ 10
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DIE AZUBIS K i m S ö l l i n g (19) a u s Kr e m p e l , 2. Au s b i l d u n g s j a h r z u r Ve r wa l t u n g s f a c h a n g e s t e ll t e n M i t t l e re r S c h u l a b s c h l u s s , E i d e rl a n d s c h u l e i n Lu n d e n
vom BÜRGERMEISTER
„Ich habe ein zweiwöchiges Schulpraktikum in der Verwaltung beim Amt Eider in Lunden gemacht. Das fand ich sehr gut. Deshalb habe ich mich für eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten entschieden. Die Ausbildung macht mir Spaß, ist aber auch lernintensiv. Wir lernen zum Beispiel viel über Rechtskunde, das bereite ich dann nach der Schule nach. Witzig war unser Einsatz beim Heider Marktfrieden. Da mussten wir Marktaufsicht führen, natürlich in historischen Mänteln. Nach meiner Ausbildung würde ich gern hier übernommen werden. Als Abteilung könnte ich mir die Personalabteilung vorstellen. Dort haben mir die Aufgaben gut gefallen. Ich konnte mich selbstständig mit den Jugendarbeitschutzgesetzen beschäftigen und erarbeiten, wer zu einer Nachuntersuchung muss und wer nicht. Mein Lieblingsfach ist Staatsrecht. Mein Lieblingsort ist der Wasserturm. Privat mache ich Karate.“
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MICHAEL DAVID PATE FIL ME M ACHER
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itter St. Georg steht in silberner Rüstung auf dem Leib eines auf dem Rücken liegenden Drachen und stößt seinen Speer in dessen Rachen. Blutroter Hintergrund. Was sich anhört, wie die Regieanweisung im Drehbuch eines Fantasy-Movies, ist in Wirklichkeit die Beschreibung des Heider Stadtwappens. Passt irgendwie zu dem Promi, den wir in Heide gesucht und gefunden haben: Filmemacher Michael David Pate. Geboren wurde Michael 1980 in Heide. Mit vier Jahren zog er mit seinen Eltern nach Norditalien. Acht Jahre verbrachte er in Mailand, Venedig und der Toskana, immer dort, wo sein Vater Engagements als Zauberkünstler annahm. Als die Familie 1993 nach Heide zurückkehrte, wurde Michael mit 13 Jahren im Werner-Heisenberg-Gymnasium „eingeschult“. Seitdem lebt und arbeitet der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in Heide. Wir haben kurz vor seinen Dreharbeiten zu seinem zweiten Kinofilm „Kartoffelsalat“ mit ihm gesprochen, der im Sommer 2015 in die deutschen Kinos kommen wird. Moin Michael, warum wird dein Name englisch ausgesprochen? Weil mein Vater aus New York stammt.
sen, ein Buch zu schreiben, um die Sprache zu lernen. Ein halbes Jahr später war ich Klassenbester in Deutsch.
neuen Tarantino war er auch angefragt. Miguel hat aber abgesagt und sich für meinen Film „Kartoffelsalat“ entscheiden!
Was waren deine Lieblingsfächer? Kunst an allererster Stelle, Englisch war ein Heimspiel und Deutsch natürlich.
Was gefällt dir an Heide und deiner Heimat am besten? Ganz klar … die Luft! In Los Angeles zum Beispiel ist es heiß und trocken und die Luft ist so smoggy. Hier ist die Luft einfach geil! Man schmeckt die Nordsee in der Lunge.
Wie bist du nach dem Abi zum Filmemachen gekommen? Das ging vor dem Abi los. Als Kind hab ich mit meinem Bruder begonnen, Filme nach-
zuspielen, zum Beispiel „Batman“ und „Jurassic Park“. Als ich mit 15 die JVC-Videokamera von meiner Oma bekam, war es endgültig um mich geschehen! Die Kamera hab ich heute noch. Hast du denn eine Ausbildung als Filmemacher gemacht? Nein. Ich hab mir alles selbst beigebracht. Fragt man Tarantino, welche Ausbildung er gemacht habe, erhält man die Antwort: „Ich hab Filme geguckt!“ So denke ich auch.
Echt, dann kennst du bestimmt auch die guten Süßkartoffel-Pommes aus Heide? Ja, logisch, die sind der Knaller.
Kann man als Filmemacher in Heide leben und arbeiten? Ja, das geht. Ich bin ja vierfacher Vater und habe familiäre Verpflichtungen. Ich konnte nicht so wie mein Bruder Miguel einfach losdüsen und bei Tarantino Regieassistenz machen. Deshalb habe ich aus der Not eine Tugend gemacht, hab Drehbücher geschrieben, den Verein „Projekt Kino“ und eine Firma gegründet. Ich musste Wege suchen, um meine Leidenschaft von hier aus zu leben.
Wie war das, als du mit 13 in Heide zur Schule kamst? Sprachlich war es schwierig, weil ich nur Basis-Deutsch sprach. Ich hab dann beschlos-
Dein Bruder war bei Tarantino Regieassistent? Erzähl mal. Ja, bei den vorigen beiden Filmen gehörte Miguel zu seinem engeren Stab. Für den
Wo lebst und arbeitest du im Moment? In Berlin, Rom, Los Angeles? Nee, nee, meine Firma Take25pictures GmbH sitzt in Lunden. Aber durch den Job komm ich auch rum. Und ich wohne direkt in der Heider Innenstadt, am Marktplatz.
Und was magst du an den Menschen hier? Die Heider sind unkompliziert. Und film-affin. Bei unserem ersten Film „Gefällt mir“ haben wir im „Lichtblick“ vier Premieren gefeiert. Die haben uns echt die Bude eingerannt. Alle Premierenvorstellungen waren ausverkauft. Der Film lief dann noch zehn Wochen. Völlig geil. Was ist deine Stärke? Nicht zu wissen, was nicht geht. Hast du einen Lieblingsfilm? Aktuell die Serie Breaking Bad. Dein Lebensmotto? Don‘t control my Rock ‘n‘ Roll. Wenn du einen Film über Heide machen solltest … Wie würde der heißen? „Heidewood.“ Es ist sowieso mein Plan, irgendwann hier in der Gegend eine Stelltafel mit den Buchstaben H-E-I-D-E-W-O-O-D aufzustellen. Hast du vielleicht einen Tipp für Schüler, die vor der Berufswahl stehen? Ja. „Der kürzeste Weg ist der gerade Weg.“ Wenn du ein Ziel hast, dümple nicht rum, sondern handle zielorientiert. Und wenn du Filme machen möchtest, red nicht drüber … Schnapp dir ‘ne Kamera und dreh los. TEXT Christian Dorbandt FOTO take25pictures GmbH
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HAppy mit Heide?
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Sieben sagen, wie sie sich fühlen
ach dem Schulabschluss hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man bleibt in der Heimat wohnen oder eben nicht. Viele fühlen sich wohl und genießen weiter „Hotel-Mama“. Die Anderen freuen sich, endlich auf eigenen Füßen stehen zu können. Auch die Schüler des Bildungszentrums für Berufe im Gesundheitswesen standen vor der Frage, ob sie die Schule in Heide oder eine andere wählen sollten. Wir haben sie gefragt, warum sie sich für Heide entschieden haben und was ihnen an Dithmarschen so gut gefällt?
i s A b e l l e b ü r g e r (1 8) A u s P i n n e b e r g
c h r i s T o P h e r l i n D e n A u (24) A u s g ü s T r o w
2. Ausbildungsjahr als MRTA
2. Ausbildungsjahr als MRTA
„Für mich wäre die Schule in Altona viel näher gewesen, aber auf der Krankenpflegemesse in Hamburg hat sich die Dr. Gillmeister-Schule vorgestellt. Das hat mir richtig gut gefallen und deshalb habe ich mich hier beworben. Am Beruf hat mich besonders interessiert, dass ich zwar etwas mit dem Computer machen kann, aber trotzdem auch viel mit Menschen zu tun habe. Das ist mir wichtig. Ich engagiere mich in meiner Freizeit bei der größten ehrenamtliche Benefizveranstaltung für schwerstkranke Kinder „Appen musiziert“. Ins Leben gerufen hat die Initiative die Appener Feuerwehr, in deren Spielmannszug ich spiele. Im Augenblick lerne ich gerade zu dirigieren, weil ich gerne die musikalische Leitung dort übernehmen möchte.“
„Zuerst habe ich eine Ausbildung zum Physiotherapeuten gemacht. Dann bin ich zur Bundeswehr gegangen, habe mich für 13 Jahre im Sanitätsdienst verpflichtet und mache nun hier im BBG meine Ausbildung. Ursprünglich komme ich aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern, aber hier in Heide gefällt es mir gut. Ich habe schnell Anschluss gefunden und meinen Hobbies kann ich auch in Dithmarschen nachgehen. Im MTV-Heide spiele ich Handball und in Appen im Spielmannszug Snare-Drum. Das Beste an Heide ist aber, dass ich meine tolle Freundin hier kennengelernt habe.“
M o n A j e r K e (1 9) A u s M e l D o r f 2. Ausbildungsjahr als Gesundheits- und Krankenpflegerin „Ich spiele seit Jahren Tennis. Das kann man in Heide und Meldorf sehr gut. Inzwischen habe ich durch die Ausbildung nicht mehr so viel Zeit, aber ab und zu mache ich noch mal ein Punktspiel. Abends gehen wir gerne mal auf die Heider Kneipenmeile, oder wir gehen gemeinsam zum Bowling. Ich bin durch ein Praktikum auf diesen Ausbildungsplatz gekommen. In welche Richtung ich später gehen möchte, weiß ich noch nicht; da bin ich noch unentschlossen. Zuletzt war ich auf der Gynäkologie.“
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j A n - o l A f M A g D A n z (2 1 ) A u s n i n D o r f
A n j A T i e s s e n (2 1 ) A u s D e l v e
2. Ausbildungsjahr als MRTA
2. Ausbildungsjahr als MRTA
„Ich bin ein echter Dithmarscher. Mich bringt hier so leicht nichts weg. Seit drei Jahren trainiere ich die C-Jugend des Fußballvereins. Das ist zwar manchmal ganz schön anstrengend – schwieriges Alter, aber ich wollte das gerne weiter machen, deshalb habe ich mir die Schule hier ausgesucht. Auch ein zweiwöchiges Praktikum habe ich schon hier gemacht. Dabei war ich eine Woche in der Radiologie und eine Woche hier mit im Unterricht. Ich habe sofort gemerkt, dass das etwas für mich ist. Wir verstehen uns hier alle gut und unternehmen auch außerhalb der Schule etwas miteinander.“
„Ich wusste schon als Kind, dass ich später in den medizinischen Bereich möchte. Nun werde ich erst einmal MRTA. Mein großes Ziel ist es aber, Medizin zu studieren. Für Heide habe ich mich entschieden, weil die Schule einen so guten Ruf hat und ich zu Hause wohnen kann.Seit ich fünf Jahre alt bin, spiele ich Saxophon. Erst in der Schule, dann auch in der Big Band und symphonisch. Inzwischen spiele ich in der „Union Brass Band“ gemeinsam mit 25 anderen Bläsern in Albersdorf. Es ist natürlich schön, dass ich weiter in der Band spielen kann, aber an Dithmarschen gefällt mir auch die Nähe zum Meer und dass man weit gucken kann.“
l A r s D u c h o w (1 9) A u s A l b e r s D o r f
s A r A h K o c K (2 0)
2. Ausbildungsjahr als Gesundheits- und Krankenpfleger
2. Ausbildungsjahr als Gesundheits- und Krankenpflegerin
„Ich habe mir die Pflegeschule in Heide auch ausgesucht, weil ich weiterhin zu Hause wohnen kann. Ich bin seit vier Jahren Schiedsrichter beim Fußball und das möchte ich auch gerne weiterhin machen. Da ist die Nähe zur Schule schon toll. Ich pfeife bis zur Schleswig-Holstein-Liga und verdiene mir damit ein bisschen Taschengeld. Das spare ich dann, bis ich mir einen Flug nach München leisten kann, um meiner Lieblingsmannschaft mal live zuzusehen – ich bin Bayern-München-Fan. Außerdem habe ich eine besondere Verbindung zu diesem Haus – ich wurde hier nämlich geboren. Nach einem Praktikum war für mich klar, dass ich hier meine Ausbildung machen möchte.“
„Mit 20 möchte man ja so langsam mal auf eigenen Füßen stehen, deshalb wohne ich im Wohnheim – obwohl ich auch noch zu Hause wohnen könnte. Außerdem ist man dicht dran und hat viele Freunde um sich herum. In der Wilstermarsch engagiere ich mich im Vorstand der Landjugend. Wir treffen uns alle zwei Monate und entwickeln dann die Programme für die nächste Zeit. Wir veranstalten Scheunenfeten, fahren zum Schwimmen und beteiligen uns an den gemeinnützigen 72-Stunden-Aktionen. Die Arbeit dort macht mir Spaß. Als letztes habe ich in der Klinik für Psychiatrie gearbeitet. Die unterschiedlichen Krankheitsbilder haben mich sehr interessiert.“
TEXT & FOTOS Claudia Kleimann-Balke
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zur Not Nach NordeN Kathies Besuch bei der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) in Heide Ihr Traumberuf: Notfallsanitäterin
K
athi Gansert (23) hat zwei Wünsche: Erstens: Sie möchte Notfallsanitäterin werden. Zweitens: Sie möchte nach Norddeutschland ziehen. Im Moment lebt Kathi noch in ihrer Heimatstadt Euskirchen in der Eifel. Doch sie hat eine Entscheidung getroffen: Sie möchte nach Schleswig-Holstein ziehen und Notfallsanitäterin werden. Warum? Weil sie das Meer liebt. Und die Seeluft. Und die Arbeit im Rettungsdienst. Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz fand Kathi auf ME2BE.DE einen Beitrag über die RKiSH. Das wollte sie sich gern vor Ort angucken. Wir haben sie bei ihrem spontanen Besuch der RKiSH begleitet. Vor Ort wird sie von Pressesprecher Christian Mandel begrüßt, der seit 20 Jahren in der Rettungsmedizin tätig ist. Christian Mandel: Hallo Kathie, erst einmal heiße ich dich herzlich willkommen bei der RKiSH. Heute kannst du dir anschauen, wie ein Tag in der Ausbildung zum Notfallsanitäter abläuft. Und du hast natürlich die Gelegenheit, alle möglichen Fragen zu stellen. Woher kommst du und warum möchtest du Notfallsanitäterin werden? Kathie: Vielen Dank für die Einladung. Ich heiße Kathie, komme aus Euskirchen und bin seit 7 Jahren beim Malteser Hilfsdienst tätig. Dort habe ich auch meinen Rettungs16
sanitäterschein gemacht. Jetzt möchte ich eine Ausbildung machen, und zwar in Schleswig-Holstein. Ich habe anfangs einen Ausbildungsplatz zur Rettungsassistentin gesucht, fand dann im Internet den Beitrag über die Ausbildung zur Notfallsanitäterin bei der RKiSH. Das würde ideal passen, denn ich möchte unbedingt in den Norden. Seit ich einmal auf Sylt war, habe ich mich in den Norden verliebt. Außerdem war ich schon immer eine Wasserratte. Heute möchte ich mich vor Ort mal bei der Rettungs-
dienst-Akademie umsehen. Ich freue mich, dass es mit dem Besuch geklappt hat und bin ziemlich gespannt. Auf dem Programm steht eine Unterrichtsstunde des Notfallsanitäter-Grundkurses zum Thema „Diagnose und Therapie“. In entspannter Atmosphäre präsentieren die Schüler Ergebnisse ihrer Gruppenarbeit. Anschließend bereiten sich in einem Nebenraum Rettungsassistenten auf ihre anstehende Prüfung zum Notfallsanitäter vor. An einem Simulator wird der Prüfungskandidat mit einer Notfallsituation konfrontiert. Er muss lebenswichtige Entscheidungen treffen und Maßnahmen einleiten. Dafür hat er nur ein paar Minuten Zeit. Ein Herzanfall? Welches Medikament und in welcher Dosierung verabreicht er dem Patienten? Zuletzt darf Kathie in den Trainings-RTW einsteigen. Hightech vom Feinsten! Das Equipment ist identisch mit jedem hochmodernen RTW im Einsatz. Nur die Medikamente und die vorbereiten Injektionen sind nicht echt, sondern bestehen aus Wasser. Herzstück ist der Steuerstand: Von hier aus wird der künstliche Patient gesteuert, den die Nachwuchssanitäter versorgen müssen. Mikrofone und schwenkbare Kameras ermöglichen eine genaue Videoaufzeichnung, um die Auszubildenden zu beobachten und zu analysieren. Am Ende hat Kathie einen
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guten Einblick in die Ausbildung ihres Traumberufes erhalten und hat noch einige Fragen an den Pressesprecher: Kathie: Wie viele Leute arbeiten für die RKiSH insgesamt und wie viele Ausbildungsplätze gibt es? Christian Mandel: Die RKiSH beschäftigt rund 700 hauptamtliche Rettungsassistenten auf 31 Wachen und 8 Notarztstandorten. Unser Fuhrpark besteht aus 83 Rettungswagen (RTW) und 8 Notarzteinsatzfahrzeugen. Wir stellen sicher, dass im Notfall jeder der 850.000 Bürger in unserem Einsatzgebiet innerhalb von 12 Minuten erreicht werden kann. Die RKiSH ist gleichzeitig der größte kommunale Rettungsdienst Deutschlands und versorgt die Kreise Dithmarschen, Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde und Steinburg mit Rettungsfahrten und Krankentransporten. Zurzeit haben wir 78 Auszubildende. Jedes Jahr bieten wir bis zu 32 Ausbildungsplätze an. Kathie: Wie läuft der Einstellungstest ab? Christian Mandel: Beim Einstellungstest geht es sowohl für uns als auch für die Bewerber/-innen darum, sich gegenseitig kennenzulernen. Es gibt eine allgemeine Begrüßungsrunde, einen kleinen schriftlichen Test und auch eine Gruppenarbeit mit Präsentation. An dem Tag fragen wir kein naturwissenschaftliches Fachwissen ab oder simulieren medizinische Notfallsituationen. 18
Kathie: Kostet die Ausbildung eigentlich etwas? Muss der Führerschein Klasse C1 selbst bezahlt werden? Christian Mandel: Nein, die dreijährige Ausbildung zum/-r Notfallsanitäter/-in kostet nichts und wird nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes vergütet. Lehrmaterial und Dienstkleidung werden von uns gestellt. Diese Regelung ist seit Januar 2014 im neuen Notfallsanitätergesetz bundesweit vorgeschrieben. Auch die Kosten für den Erwerb der Fahrerlaubnis Klasse C1 werden übernommen. Kathie: Wie viele Auszubildende können nach der Ausbildung von der RKiSH übernommen werden? Christian Mandel: Rund 90 Prozent der Auszubildenden bleiben und können übernommen werden. Die restlichen 10 Prozent möchten anschließend studieren oder vielleicht ins Ausland gehen. Kathie: Gibt es eigene Wohnunterkünfte für Auszubildende? Christian Mandel: Zurzeit haben wir keine eigenen Unterkünfte in Heide, sind aber behilflich bei der Suche und Vermittlung. Da die praktische Ausbildung an den jeweiligen Wachen absolviert wird, muss man im Einzelfall gucken, wo es sinnvoll ist, sich eine Unterkunft zu organisieren. Was wir manchmal tun können: Wir vermitteln günstige Unterkünfte in Ferienwohnungen oder Schwesternwohnheimen.
Kathie: Wird mir die Rettungswache zugeteilt, auf der ich praktisch ausgebildet werde, oder kann ich mir eine aussuchen? Christian Mandel: Wir versuchen, für jeden Auszubildenden eine passende Lösung zu finden, und berücksichtigen selbstverständlich auch Wünsche. Wenn jemand unbedingt nach Büsum möchte, weil er da im Sommer surfen möchte, und es gibt dort noch Platz auf der Wache Westerdeichstrich … wieso sollten wir ihm das dann verweigern? Ein interessanter Tag neigt sich dem Ende entgegen. Kathie ist begeistert. Ihre Entscheidung, sich bei der RKiSH auf einen Ausbildungsplatz zur Notfallsanitäterin zu bewerben, steht fest. Ihr Gespräch mit den Auszubildenden hat sie darin bestärkt. Sie mag die Atmosphäre in der Rettungsmedizin. Dort fühlt sie sich zu Hause. In Euskirchen und hoffentlich ab August auch in Heide.
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Notfallsanitäter/-innen arbeiten z.B. in Rettungsdiensten, bei Feuerwehren oder Katastrophenhilfswerken. Die Ausbildung dauert 3 Jahre mit 4.600 Stunden Theorie und Praxis im Wechsel, davon eine 4-monatige Probezeit. Die praktische Ausbildung wird von Lehrrettungsassistenten, Praxisanleitern und Mentoren durchgeführt. Bestandteil der Ausbildung bei der RKiSH ist der International Trauma Life Support Kurs (ITLS). Ausbildungsbeginn: 1. August und 1. Oktober.
Voraussetzungen - Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger, abgeschlossener Berufsausbildung - Führerscheinklasse B - gesundheitliche Eignung - Polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag Für die Bewerbung notwendig - Anschreiben - Tabellarischer Lebenslauf - Kopien der letzten Schul- und Ausbildungszeugnisse
Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) gGmbH Gehrstücken 3 25421 Pinneberg T: 04101 . 5555914 F: 04101 . 5555929 E-Mail: karriere@rkish.de facebook.com/rkish.de
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da helfeN auch keiNe aNtibiotika!
Janine Lüthje (22) aus Barmstedt, 1. Ausbildungsjahr zur Notfallsanitäterin (Abitur, Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium in Barmstedt) „Ich habe mich mit dem ‚Virus‘ Gesundheit, Medizin, Rettungsdienst schon in meiner Kindheit angesteckt. Meine Schwester ist Arzthelferin und mein Papa war früher ehrenamtlicher Rettungsassistent. Ich erinnere mich noch daran, dass ich als kleines Mädchen am Wochenende zu Hause saß und auf meinen Papa gewartet habe, bis er von seinen Einsätzen nach Hause kam. Nach dem Abitur war mir eigentlich noch nicht klar, in welche berufliche Richtung ich gehen sollte. Den Beruf der Hebamme fand ich interessant, doch davon riet mir meine Mutter ab. Sie meinte, das passe nicht zu mir. Erst mal ins Ausland, war dann mein Gedanke. Ich war ein Jahr lang au pair in San Antonio, Texas. Meine Gastmutter dort war Ärztin in einer Notaufnahme, so ähnlich wie bei ‚Emergency Room‘. Da habe ich sie manchmal besucht und ihr zugeschaut, wie sie täglich Leben rettet. Da war es wieder, das Thema Rettungsdienst! Zurück zu Hause habe ich dann auf meiner jetzigen Rettungswache in Wedel ein Praktikum gemacht, und danach stand mein Entschluss 20
fest: Ich möchte eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin beginnen. Diesen Virus werde ich nicht mehr los. Da helfen auch keine Antibiotika! Mein Interesse an dem Beruf ist jetzt nach einem halben Jahr Ausbildung noch weiter gestiegen. Meine Erwartungen an die Ausbildung wurden tatsächlich übertroffen. Es macht einfach riesigen Spaß, hier zu sein. Die Firma kümmert sich sehr um uns. Man hat nie das Gefühl, allein zu sein. Sowohl die Dozenten an der Akademie als auch die Ausbilder auf der Wache sind ständig ansprechbar und sehr hilfsbereit. Für die Ausbildung sollte man ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein mitbringen. So freundlich und hilfsbereit alle sind … durchsetzen muss man sich allein. Humor gehört auch dazu! Ich glaube schon, dass Notfallsanitäter und Rettungsassistenten eine gewisse Personengruppe für sich sind. Zum Beispiel haben wir alle einen ähnlichen, etwas makabren Humor. Wir dürfen
den Alltag, also beispielsweise die Geschehnisse an einer Unfallstelle, zu der wir gerufen werden, emotional nicht persönlich nehmen, nicht zu nah an uns rankommen lassen. Vielleicht muss man so etwas entwickeln, um das ständige Wechselspiel von Nähe und Distanz hinzubekommen. Auch von anderen Freunden und Bekannten höre ich immer wieder den Satz: ‚Ich könnte das nicht, was ihr macht.‘ Insofern sind wir speziell. Wir können das und wollen das machen! Es gibt gute Übernahmechancen bei der RKiSH, und die möchte ich auf jeden Fall nutzen. Ich möchte später erst mal in dem erlernten Beruf arbeiten. Vielleicht möchte man irgendwann mal raus aus dem Schichtdienst, doch ich weiß nicht, was in zehn bis fünfzehn Jahren sein wird. Mir liegt eher das Praktische. Ein Studium kommt für mich daher nicht infrage. TEXT Christian Dorbandt FOTOS Christian Dorbandt, RKiSH
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Die letzte ihrer Art in DithmArschen In der Feinkäserei Sarzbüttel ist nicht alles Käse
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Der tägliche Verkauf in dem der Meierei angeschlossenen kleinen Laden und der bundesweite Vertrieb sichern nicht nur Existenzen der 28 Angestellten sondern auch die der Landwirte. Die 33 Milchlieferanten liefern täglich 55.000 Liter Milch, woraus täglich 5.000 bis 6.000 Kilogramm Käse produziert werden. Im Jahr sind das dann 1,3 Millionen Kilogramm, die an den feinen Gaumen
Im Kellergewölbe der Feinkäserei reifen 50.000 bis 60.000 Käselaibe, die von Hand gepflegt werden müssen. Wichtig ist es der Feinkäserei, nicht nur ein wichtiger Partner als Arbeitgeber in der Region zu sein sondern ein typisch norddeutsches qualitativ hochwertiges Produkt herzustellen und somit auch dem Land als Botschafter des guten Geschmacks verpflichtet zu sein. Deshalb haben sie sich auch der schleswig-holsteinischen Käsestraße angeschlossen, die sich der Vermarktung der landestypischen Käse verpflichtet hat.
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Die seit 1888 bestehende Feinkäserei Sarzbüttel hat sich auf absolute Spezialitäten konzentriert, die nach alter traditioneller Art und Weise in Handarbeit hergestellt werden. Dadurch konnte sie sich als letzte Meierei in Dithmarschen auf dem harten Markt behaupten.Von den 560 Meiereibetrieben, die es Ende der 50-iger Jahre noch in Schleswig-Holstein gab, sind noch 14 Betriebe übrig geblieben, die sich alle spezialisiert haben. Die Sarzbütteler fertigen seit den 70-er Jahren naturgereifte Käse in 28 unterschiedlichen Sorten.
gebracht werden. Bernd Stöfer, Geschäftsführer der Feinkäserei ist stolz darauf, den angehenden Milchtechnologen eine fundierte Ausbildung bieten zu können. Alle zukünftigen Auszubildenden müssen ein einwöchiges Praktikum absolvieren: „Da sehen wir dann schon, ob jemand hier herein passt oder nicht“, so Bernd Stöfer. „Für mich ist der Werdegang nicht wichtig, sondern die Person. Wir stellen hier qualitativ hochwertige Produkte her, das müssen unsere Azubis verstehen.“ In jedem Lehrjahr gibt es einen Auszubildenden, wobei das zweite Ausbildungsjahr in der Regel in einer anderen Meierei absolviert wird, um andere Produkte und Fertigungen kennenzulernen.
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ie Kühe liefern die Milch und der Supermarkt den Käse – so einfach ist es nicht, denn dazwischen sind viele Arbeitsschritte und noch mehr Liebe zum Produkt gefragt. Damit Käse nicht gleich Käse ist, ist neben dem unterschiedlichen Fettgehalt auch noch eine unterschiedliche Fertigung notwendig.
Ausbildung zum Milchtechnologen Beginn des nächsten Ausbildungsjahres 2015. Bewerbungen jederzeit, ein einwöchiges Praktikum vorher ist unabdingbar. Gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern. Der mittlere Bildungsab- schluss ist gefordert. Bewerbungen an: Feinkäserei Sarzbüttel Bernd Stöfer Hauptstraße 43 25785 Sarzbüttel www.kaeserei-sarzbuettel.de Sponsored by
TEXT & FOTOS Elisabeth Ganseforth
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GERECHTIGKEIT GERECHNET Interview mit Alexander Kraft, Michael Herold und Erich Klinkowski vom Bildungszentrum der Steuerverwaltung in Malente
Wie sind Sie ganz persönlich zur Finanzverwaltung gekommen? KRAFT: Ich war in meinem ersten Beruf als Rechtsanwalt tätig. Dann bin ich auf die Arbeit in der Finanzverwaltung im Bildungszentrum aufmerksam geworden. Ich hatte erfahren, dass hier Teamarbeit ganz groß geschrieben wird – und das hat mich besonders angesprochen. Im Team gemeinsam konstruktiv zu arbeiten, ist für mich eine echte Bereicherung des Arbeitsalltags. Heute leite ich das BIZ Steuer in Malente und bin damit Teil eines großartigen Teams. HEROLD: Eigentlich wollte ich Lehrer werden. Ich hatte schon einen Studienplatz, aber gleichzeitig hatte ich mich beim Finanzamt beworben. Und da sagte mir der Ausbildungsleiter: „Mit etwas Glück können sie bei uns auch Lehrer werden.“ Ich habe zunächst einige Zeit im Finanzamt gearbeitet und bin dann tatsächlich Lehrer geworden. KLINKOWSKI: Die Entscheidung, zur Steuerverwaltung zu gehen, ist von meinen Eltern beeinflusst worden. Ich war damals 15 Jahre und habe eine zweijährige Ausbildung beim Finanzamt begonnen – und habe es bis heute nicht bereut. Im BIZ bin ich für die Ausbildungsorganisation zuständig.
beiten, dass unser Steuersystem ein Stück weit gerechter wird. Das ist ganz wichtig, damit die Bürger es akzeptieren können. HEROLD: Der Gedanke, für die Allgemeinheit zu arbeiten, hat mich überzeugt. Denn es ist ein Dienst an der Gesellschaft, der allen in unserem Land zugutekommt.
KLINKOWSKI: Alles, was man an juristischem Rüstzeug braucht, lernt man hier im BIZ. Das Interesse an Sprache ist wichtig, um die Inhalte der Gesetze zu erfassen. Aber wie man mit ihnen umgeht, lernen die Anwärter hier. Wichtig ist, dass ich die Texte, die ich lese, auch begreife.
Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sollte ein Bewerber heute mitbringen? KRAFT: Eine bedeutende Eigenschaft ist sprachliches Ausdrucksvermögen. Weil es darum geht, dem Steuerbürger verständlich zu erklären, wie seine Steuern erhoben werden. Außerdem ist ein gutes Einfühlungsvermögen wichtig – sowohl in die Situation des Steuerbürgers als auch gegenüber den Kollegen im Team.
Menschliche und kommunikative Fähigkeiten sollten Bewerber sicher auch mitbringen, oder? KRAFT: Grundsätzlich bringen alle Anwärter zwischenmenschliche Kompetenz mit. Darüber hinaus haben wir im BIZ Angebote zur Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten. Aber auch zu Konfliktfähigkeit. Das spielt eine wichtige Rolle, weil der Steuerpflichtige und der Finanzbeamte nicht immer einer Meinung sind. In solchen Fällen ist es wichtig, die Gesetzeslage zu erklären und unter Umständen einen Kompromiss zu finden, den der Steuerbürger nachvollziehen kann.
Warum hat Sie der Beruf angesprochen? KRAFT: Ich finde es wichtig, daran mitzuar-
Sollte ein Azubi auch juristisches Interesse oder Kenntnisse mitbringen?
Viele denken ja, die Arbeit mit Steuern hat mit komplizierten Rechenmethoden zu tun. Wie wichtig ist Mathe? KRAFT: Ein Gespür für Zahlen ist hilfreich, insbesondere, wenn man mit der Buchführung eines Unternehmens zu tun hat. Für einen Finanzwirt sind logisches Denken und ein gutes Abstraktionsvermögen außerdem wichtig, um die Steuergesetze auch tatsächlich anwenden zu können.
Wie stellt die Akademie das hohe Niveau der Ausbildung sicher? KRAFT: Im BIZ haben wir hauptamtliche Lehrkräfte beschäftigt. Vor ihrer Tätigkeit waren sie erfolgreiche Praktiker in den Finanzämtern und in bestimmten Bereichen Experten. Wir bilden die Lehrkräfte ständig fort, sodass sie auch die pädagogischen Fertigkeiten besitzen,
Alexander Kraft (li.o.), Michael Herold (re.o.), Erich Klinkowski (li.u.), ME2BE Redakteure Katharina Grzeca und Joachim Welding (re.u.)
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um die Inhalte an die Azubis zu vermitteln. Daneben verfügen wir über einen großen Stamm nebenamtlicher Lehrkräfte. Das sind Praktiker aus den Finanzämtern, die ihr Expertenwissen weitergeben. Das alles steht unter der großen Überschrift „Lernen von den Besten“. Es verändert sich ja laufend etwas im Steuerrecht. Was heißt das für die Finanzbeamten? HEROLD: Lebenslanges Lernen ist eine Einstellung, die wir den Anwärtern schon von Anfang an mitgeben. Dafür machen wir den Mitarbeitern auch nach dem Abschluss der Ausbildung Fortbildungsangebote. Aber die Bereitschaft, sich ständig auf dem Laufenden zu halten, muss da sein. Der Bürger hat Anspruch darauf, dass er im Finanzamt auf kompetente Mitarbeiter trifft.
Ist die Einstellung, sich ständig weiterzubilden, auch hilfreich, wenn ich in der Finanzverwaltung Karriere machen will? KRAFT: Wir machen Mitarbeitern in den Finanzämtern das Angebot, sich dienstlich weiterzuentwickeln. Es gibt Lehrgänge für Spezialisierungen. Sie ermöglichen beispielsweise, im Außendienst in die Unternehmen zu gehen, um dort Steuerprüfungen durchzuführen. Das erfordert besondere Qualifikationen. Haben die Finanzwirte auch die Chance, die gehobene Ausbildung zum DiplomFinanzwirt anzuschließen, also ein duales Studium? KRAFT: Ja, wir bieten besonders befähigten Kollegen an, nach einiger Zeit der Tätigkeit in der Finanzamtspraxis ein Studium an der Verwaltungsfachhochschule in Altenholz aufzunehmen und so voranzukommen. Welche Möglichkeiten stehen dem Absolventen später offen? KLINKOWSKI: Wir haben ein breites Einsatzfeld. Etwa bei der Rechtsbehelfsstelle, wir haben die Außendienste bei den betrieblichen Steuerprüfungen, aber auch bei der Steuerfahndung – das ist sozusagen die Kripo der Finanzverwaltung, die in Fällen von Steuerkriminalität im Einsatz ist. Es ist auch möglich, in den Finanzämtern Führungspositionen zu übernehmen. Der Weg dahin ist sehr vielfältig. Vom Azubi zum Chef – auch das kann eine Chance sein, einen Karriereweg zu gehen. Nicht immer muss es das Jurastudium sein, um eine Führungsposition zu bekommen. Mit welchen Argumenten würden Sie bei Jugendlichen für die Arbeit im Finanzamt werben?
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HEROLD: Wenn ihr Lust habt, etwas zu tun, was euch und die Gesellschaft weiterbringt, seid ihr in der Steuerverwaltung richtig. Denn das Berufsbild ist ja sehr vielfältig. Man kann in der klassischen Arbeit der Veranlagung, also der Arbeit mit den Steuerbescheiden für die Bürger, tätig sein, aber auch als Ausbilder für den Berufsnachwuchs in den Ämtern arbeiten. Und man kann im Außendienst tätig sein, wo man mit vielen Menschen zu tun hat. Die Verwaltung ist sehr breit aufgestellt. Warum ist es überhaupt wichtig, dass die Bürger und Unternehmen Steuern zahlen? KRAFT: Wenn jemand fragt, warum man Steuerbeamter werden soll – ich würde sagen: Weil es Sinn macht! Denn unsere Gesellschaft ist davon abhängig, dass sie Mittel zu Verfügung hat, um unser Land zu gestalten und dafür zu sorgen, dass alle Menschen gleich gute Rahmenbedingungen haben. Das beginnt mit den Straßen, die der Staat in Schuss halten muss, und den Kindergärten, die es Familien ermöglichen, Beruf und Familie zu vereinbaren. Und es geht weiter über Schulbildung für alle bis hin zur Berufsausbildung und zu den Hochschulen – das alles kann ein Staat nur anbieten, wenn er Steuern erhebt. Und jeder Steuerbeamte wirkt daran mit! Und was sagen Sie zum Klischee des drögen Finanzbeamten? HEROLD: Wir sitzen nicht im Pullunder mit Ärmelschonern in muffigen Büros – das gibt es einfach nicht mehr. In den Finanzämtern herrscht eine sehr zugewandte, kollegiale und freundliche Atmosphäre. Die Kollegen stehen alle mitten im Leben. Auch unsere Azubis spiegeln das wider: Das sind alles tolle junge Leute, die sehr neugierig und aufgeschlossen sind – Leute, die auch Dinge kritisch hinterfragen. INTERVIEW Joachim Welding und Katharina Grzeca FOTOS Michael Ruff
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LERNEN, WO ANDERE URLAUB MACHEN Das Bildungszentrum in Malente bereitet Steueranwärter/-innen auf ihr Berufsleben vor
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ie ein Grand Hotel mutet das Bildungszentrum der Finanzverwaltung (BIZ Steuer) in Malente direkt am Ufer des Kellersees an: Von den Balkonen des schuleigenen Internats weitet sich der Blick über die Holsteinische Schweiz. Hier trifft das Motto wirklich zu: „Lernen, wo andere Urlaub machen.“ An diesem idyllischen Ort bildet das Land Schleswig-Holstein Finanzwirte und Finanzwirtinnen für die 17 Finanzämter aus.
nach Malente. Sie wohnen dafür insgesamt acht Monate im Internat des Bildungszentrums, wo sie die Grundlagen des Steuerrechts lernen. Während der verbleibenden 16 Monate werden die Auszubildenden wohnortnah in den 17 schleswig-holsteinischen Finanzämtern auf die Berufspraxis vorbereitet.
Die theoretische Ausbildung im BIZ Steuer gehört zur zweijährigen dualen Ausbildung der Azubis, die intern Steueranwärter/-innen genannt werden. Neben den praxisbezogenen Ausbildungsabschnitten im Finanzamt kommen alle Nachwuchskräfte in mehreren Blöcken zur Theorie-Ausbildung
Es ist dabei kein Zufall, dass das BIZ ein wenig wie ein Hotel wirkt: 1885 wurde das Gebäude als „Hotel Holsteinische Schweiz“ errichtet. Seit 1966 beherbergt es die Landesfinanzschule, 2003 kam das Aus- und Fortbildungsreferat der damaligen Oberfinanzdirektion hinzu – die Einrichtung
Vom „Hotel Holsteinische Schweiz“ zur Landesfinanzschule
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tige Handwerkszeug und bietet ein Forum wurde zum Bildungszentrum der Steuerverzum Erfahrungsaustausch“, sagte Finanzmiwaltung weiterentwickelt. Seit 1966 sind im nisterin Monika Heinold bei einem Besuch Bildungszentrum über 5.500 Nachwuchsim BIZ. Das Land investiere durch die Mokräfte ausgebildet und über 45.000 Mitardernisierung des Bildungszentrums in die beiter der Finanzämter fortgebildet worden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bis zum 50. Jubiläum im Jahr der Finanzverwaltung. „Wir bilden 2016 wird das BIZ fit gemacht Die Finanzdie jungen Anwärterinnen und Anfür die Zukunft: Das Land verwaltung wärter aus, die wir für die Zukunft investiert in die Einrichtung dringend brauchen.“ neuer IT-Lehrsäle, einen be- braucht gut hindertengerechten Zugang, ausgebildete Wer einen mittleren Schulabschluss sollte sich die Ausbildung die Fassadensanierung und Mitarbeiter anstrebt, zum/zur Finanzwirt/Finanzwirtin den Bau weiterer Unterkünfmal näher ansehen: Die zweijährite. ge duale Ausbildung ist anspruchsAuch die rund voll. Sie erfolgt im Wechsel zwischen Pra150 angehenden Diplomxisabschnitten am Heimatfinanzamt und Finanzwirte, die ein 21-monatiges Studium Theorieblöcken am BIZ Steuer in Malente. an der Fachhochschule für Verwaltung und „Langeweile sieht anders aus! Finanzämter Dienstleistung in Altenholz absolvieren, sind heute moderne Dienstleistungsunterkommen für berufspraktische Seminare renehmen und bieten abwechslungsreiche gelmäßig ans BIZ. Außerdem organisiert das Aufgabengebiete im Innen- und Außen20-köpfige Team um BIZ-Leiter Alexander dienst“, betont BIZ-Leiter Alexander Kraft. Kraft die gesamte Fortbildung für die rund „Wer beim Finanzamt arbeitet, leistet einen 4.300 Bediensteten der Steuerverwaltung in Beitrag zur Gerechtigkeit in unserem Land. Schleswig-Holstein. Denn Finanzbeamte setzen sich tagtäglich dafür ein, dass die Steuergelder eingenom„Die Finanzverwaltung braucht gut ausgemen werden, mit denen wichtige gemeinbildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, schaftliche Aufgaben bezahlt werden köndamit die Steuergelder gleichmäßig und nen – Kindergärten und Schulen, die Polizei gerecht eingenommen werden können. Das und die Feuerwehr, Straßenbau und vieles Bildungszentrum vermittelt dafür das nö-
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andere mehr.“
Leidenschaft für Menschen und Zahlen Wer im Bewerbungsverfahren ausgewählt wird, kann mit überdurchschnittlich hohen Bezügen während der Ausbildung sowie einer großen Übernahmesicherheit nach der Abschlussprüfung rechnen. Als Beamter oder Beamtin genießen die Mitarbeiter während ihres Berufslebens eine hohe Arbeitsplatzsicherheit. In dieser Zeit müssen sich die Kollegen auf lebenslanges Lernen einstellen. Bei den Weiterbildungsseminaren gibt es häufiger mal ein Wiedersehen mit dem ehemaligen „Hotel Holsteinische Schweiz“ – dem BIZ Steuer am Kellersee in Malente. TEXT Joachim Welding FOTOS Michael Ruff, BIZ Steuer
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DAS WKK IST DREIFACH GUT Das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe am Westküstenklinikum wurde dreifach zertifiziert
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ie Qualität der Ausbildungsgänge am Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen in Heide ist durch drei Zertifikate der renommierten Hanseatischen Zertifizierungsagentur (HZA) bescheinigt worden. Das Verfahren, das zu diesem „Gütesiegel“ führt, ist jedoch kein Selbstzweck. „Nach 17 Jahren Entwicklungszeit hatten wir das Bedürfnis nach Innenrevision und umfassender Reflexion unseres Handelns im Bildungszentrum. Wir wollten ein systematisches Qualitätsmanagement zur kontinuierlichen
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Verbesserung der Prozesse einführen und damit einen Mehrwert für die Organisation schaffen“, berichtet Angelika Nicol, Pädagogische Leiterin der Bildungseinrichtung am Westküstenklinikum Heide. Dabei habe immer die Frage im Mittelpunkt gestanden: „Was machen wir gut, was können wir besser, anders oder zusätzlich machen?“ Bevor die Bescheinigungen verliehen werden konnten, wurden alle Arbeitsprozesse im Haus umfangreich dokumentiert. Das erforderte ein erhebliches Arbeitspensum, das
neben den alltäglichen Aufgaben geleistet werden musste. Doch die Aufgabe hat sich nach Ansicht von Kerstin Löbkens, Kaufmännische Leiterin des BBG, gelohnt: „Mit Hilfe dieser Dokumentation können zum Beispiel neue Mitarbeiter noch strukturierter eingearbeitet werden. Außerdem werden die Kollegen in die Lage versetzt, sich anhand der Unterlagen in ein benachbartes Arbeitsgebiet einzufinden.“ Die Zertifizierung ist jedoch nicht das Ende, sondern vielmehr der Anfang eines kontinuierlichen Prozesses. Zum einen steht
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Text WKK Foto (links) Tim Riediger
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Angelika Nicol Pädagogische Leiterin
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Weitere Informationen:
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Insgesamt werden 246 junge Menschen in der Pflegeschule oder in der Dr. Gillmeister-Schule (Medizinisch-Technischen Röntgenassistenten) ausgebildet. Hinzu kommen die Altenpflegeschule des DRK-Landesverbandes sowie die Rettungsdienst-Akademie der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein, die mit weiteren 226 Ausbildungsplätzen ebenfalls in den Räumen des BBG untergebracht sind. Zudem bietet das Bildungszentrum ein großes Fortbildungsprogramm für Fachpersonal im Gesundheitswesen und die Bevölkerung mit mehr als 800 Veranstaltungen im Jahr an. Das Bildungszentrum ist ein eigenständiger Dienstleister im Bildungswesen, profitiert aber von der engen Bindung zum Westküstenklinikum sowie anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens an der Westküste.
bereits in zwei Jahren wieder eine Rezertifizierung an, zum anderen gibt es immer wieder sogenannte Audits, also interne und externe Überprüfungen, ob sich alle an die vereinbarten Richtlinien halten. „Wir möchten das Qualitätsmanagement nicht nur als Bescheinigung vorweisen können, sondern wir wollen es leben“, erläutert Dr. Henrik Herrmann, Ärztlicher Leiter des BBG. Im Mittelpunkt des Qualitätsmanagement stehen dabei Dokumentationsprozesse, die eine ständige Verbesserung der Arbeit nach sich ziehen soll. Das beinhaltet zum Beispiel den Umgang mit Beschwerden und Vorschlägen. Auch Neuerungen können auf diese Weise sofort in das System übernommen werden. Alle Prozesse sind für die Kollegen offen einsehbar; das gewährleistet ein Höchstmaß an Transparenz und damit auch an Effizienz. Unter dem selbst gewählten Motto „Begleitung des lebenslangen individuellen Lernprozesses“ sind die Qualitätsmanagementsysteme nach DIN EN ISO-Leitlinien zertifiziert worden, darunter eine spezielle Leitlinie für Lerndienstleistungen. Das Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen ist die zweitgrößte Bildungseinrichtung für nicht-ärztliche Berufe in Schleswig-Holstein und damit eines der größten seiner Art in Norddeutschland.
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Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen Esmarchstraße 50, 25746 Heide Tel.:+49-481-785-2900 anicol@wkk-hei.de www.bildungszentrum-wkk.de
Freuen sich über die gelungene Zertifizierung (v. li.): Dr. Henrik Herrmann, Angelika Nicol und Kerstin Löbkens (Foto: BBG)
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Finde die Postkarte auf der Anzeige des WKKs, scanne den QR-Code und finde heraus, ob du das Zeug für den Job hast.
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Meldorfer Bestseller: die flach-VerBlendung Und wie Justin zu seinem Ausbildungsplatz kam
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ute Geschichten muss man suchen. Und manchmal findet man sie – hinter Büschen, auf Dächern oder unter Steinen. Wir haben eine gute Geschichte am Rande der kleinen Dithmarscher Stadt Meldorf gefunden. Dort, in der Gemeinde Nindorf, steht ein Werk der Firma DAW – europäischer Marktführer für Flachverblender. Einer der Auszubildenden heißt Justin Willert. Er stellt uns diesen Betrieb vor, denn er kennt sich gut aus. Warum? Er hatte „Flachverblenden“ schon als Schulfach! „Also hier ist mein Arbeitsplatz“, ruft Justin vom Gabelstapler herunter und schwenkt seine Arme hinüber zu den vielen Hochregalen, die bis zur Decke der Lagerhalle reichen. „Hier nehmen wir die Lieferungen von Rohstoffen entgegen und lagern sie ein.“ Justin Willert ist 17 Jahre alt und befindet sich im 2. Lehrjahr seiner Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei DAW. Er fühlt sich sichtlich wohl in seiner Rolle und beschreibt uns ausführlich seinen Aufgabenbereich: „In der Lagerlogistik hab ich schon jetzt einen eigenen Verantwortungsbereich. Ich nehme Ware an und versorge die Produktion mit den Rohstoffen. Natürlich versende ich auch Ware und pflege den Lagerbestand in der Datenbank.“ Die Freude an seiner Arbeit, die Justin vermittelt, macht die Story perfekt. Denn „mit den Zeugnisnoten seines Hauptschulabschlusses allein wären ihm wohlmöglich die Türen zu dem Ausbildungsplatz verschlossen geblieben“, sagt Matthias Schimmel, verantwortlich für Personalentwicklung bei
DAW. Doch Justin hatte das Glück, auf der Gemeinschaftsschule Meldorf einen Wahlpflichtkurs „Vom Rohstoff zum fertigen Produkt“ zu belegen. Dieses Projekt wurde von DAW ins Leben gerufen, konzipiert und in den firmeneigenen Schulungsräumen durchgeführt. Für den Unterricht wurden bis zu vier Mitarbeiter freigestellt, neben der Anwesenheit des Gemeinschaftsschullehrers. „Die Arbeit und auch die Firma DAW haben mir echt gut gefallen“, erinnert sich Justin, „und deshalb hab ich gleich nach einem Praktikumsplatz gefragt. Nach dem Praktikum war mir klar: Hier möchte ich gern eine Ausbildung machen.“ Wäre nur noch die Sache mit den Noten. „Durch unsere Kooperation mit der GMS Meldorf konnten wir diese Bewerbungssituation besser beurteilen“, erklärt der Personalentwickler. „Wir hatten Justin kennengelernt, sowohl im Unterricht als auch während des Praktikums. Er machte auf uns einen positiven Eindruck und wir waren uns alle einig, dass wir mit ihm einen Auszubildenden und Mitarbeiter gewinnen werden, der seine Ausbildung ernst nehmen wird. Da geben Schulnoten nicht immer die beste Auskunft. Und wir lagen absolut richtig. Wir erleben Justin hoch motiviert, und mit seinen Berufsschulnoten sind wir total zufrieden.“ Justin führt uns weiter durch das Werk, und wir erhalten Einblick in die Produktion der
weltbekannten Meldorfer Flachverblender. „Was bedeutet eigentlich Flachverblender?“, wollen wir wissen. Dazu werden wir in den Showroom geführt, in dem die verschiedenen Endprodukte ausgestellt sind. Sie sehen aus wie Klinker im Mauerbau, sind aber extrem flach und damit raumsparend. „Die Verarbeitung ist kostengünstiger als Steinklinker, gleichzeitig sind sie ein innovatives Beschichtungssystem zur Wärmedämmung und auch ein gestalterisches Element von Fassaden“, erklärt Matthias Schimmel. In der Produktionshalle werden jetzt die Rohstoffe von Justins Stapler in Empfang genommen. „In einem genau definierten Mischverhältnis werden nun die sogenannten „Transparentcompounds“ hergestellt, die Rohmassen für die späteren Produkte“, erfahren wir von ihm. „Die Kunden können ihre Flach- und Eckverblender in zahlreichen Farben und Formen auswählen. Für 31
Flachverblender – vom Rohstoff zum fertigen Produkt
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DAW SE (Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn) Werk Nindorf Meldorfer Flachverblender Bargenstedter Str. 5 25704 Nindorf
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Matthias Schimmel Tel. 04832 – 986-25 Matthias.schimmel@daw.de
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Mathias Schimmel, zuständig für Personalentwicklung bei DAW
jeden Auftrag bedarf es einer eigenen Rohmasse.“ Die Rohmasse wird anschließend auf großen Arbeitsflächen in Schablonen gespachtelt. Dadurch ergibt sich die Form der Flachverblender. Und dann wird per Hand die Oberfläche gestaltet, sodass es später entweder glatte oder raue Flachverblender ergibt. „Die Trocknung der bearbeiteten Rohmasse überlassen wir nun mal der Trockenkammer“, ruft Justin herüber, „das dauert 15 Stunden bei 70 Grad. Und wenn das Produkt getrocknet wurde, ziehen wir die Schablonen ab und starten den Verpackungsvorgang. Mit Maschinenunterstützung werden drei Quadratmeter Flachverblender zu einer Verkaufseinheit verpackt.“ Damit schließt sich nun der Kreis. Justin fährt vor und nimmt die Fertigware in Emp-
fang. An einem genau definierten Ort in einem der Hochregale wird die Ware gelagert und irgendwann später ausgeliefert. Eine gute Geschichte haben wir in Dithmarschen gefunden. Die Produktion der Meldorfer Flachverblender ist spannend, die Firma wirkt hell und freundlich mit ihren 35 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Und wie Justin an seine persönliche Hauptrolle, den gewünschten Ausbildungsplatz, gekommen ist, zeigt, was das regionale Engagement von Schulen und Firmen bewirken kann. TEXT Christan Dorbandt FOTOS Christan Dorbandt / DAW
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PERSON A L E R G E B E N T I P P S B채rbel Reimers, Teamleiterin Personal und Ausbildungsleiterin im Rathaus Heide, arbeitet seit fast 40 Jahren f체r die Heider Stadtverwaltung. Die Stadt Heide bildet in drei Ausbildungsberufen aus: Verwaltungsfachangestellte/-r, Bauzeichner/-in und G채rtner/-in.
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lle Bewerbungen landen auf ihrem Schreibtisch, sie führt viele Bewerbungsgespräche und betreut die Praktikanten und Auszubildenden im Haus. Ihren Entschluss, in der Verwaltung zu arbeiten, hat sie nie bereut. Im Gegenteil. „Ich liebe meinen Beruf“, sagt sie und beschreibt ihn als sehr kommunikativ und abwechslungsreich.
Für ME2BE gibt Frau Reimers Tipps für eine gute Bewerbung: 1. Vor der Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz empfehle ich, ein Praktikum zu machen. Es reicht dafür meist ein einfaches Anschreiben und ein grober Lebenslauf. In dem jungen Alter der meisten Schüler und Schülerinnen machen zusätzliche Angaben kaum Sinn. Wir versuchen, möglichst allen Praktikumswünschen nachzukommen. 2. Für die Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz muss eine schriftliche Bewerbung erfolgen, bestehend aus einem Anschreiben, einem tabellarischen Lebenslauf und dem letzten Zeugnis. Besonders wichtig ist das Anschreiben. Daraus sollte hervorgehen, warum die Person den Beruf gern erlernen möchte und weshalb sie die Ausbildung an diesem Ort machen möchte, in unserem Fall bei der Stadtverwaltung Heide. Außerdem möchten wir erkennen, dass sich der Bewerber mit dem Beruf und dem Arbeitgeber auseinandergesetzt hat. Keine Romane schreiben. Ein Anschreiben sollte knapp sein, auf keinen Fall länger als eine Seite lang. Der tabellarische Lebenslauf sollte die wichtigsten Stationen beinhalten, wichtig ist vor
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allem die Aufzählung von Praktika. Lichtbild und die Nennung von Hobbys werden von uns nicht eingefordert.
Bewerber auf Ausbildungsplätze in der öffentlichen Verwaltung die Chance für viele unterschiedliche Persönlichkeiten.
3. Das Anschreiben sollte von der Bewerberin und dem Bewerber selbst verfasst werden. Man merkt, ob eine Schülerin oder ein Schüler Sätze selbst formuliert hat oder der Text eine deutliche Handschrift der Eltern trägt. Eltern und Bezugspersonen können das Anschreiben gerne korrigieren, doch die Ausdrucksweise sollte authentisch sein.
7. Ein Fehler wäre, bei einem Bewerbungsgespräch unhöflich oder arrogant zu erscheinen. Auch ständiges Gähnen oder AufsHandy-Gucken sollte vermieden werden. Es wird schnell deutlich, ob die Ausbildung ehrlich gewünscht wird oder eine Notlösung ist.
4. Für die Arbeit in der Verwaltung sind gute Deutschkenntnisse wichtig. Deshalb achten wir auch auf eine mindestens befriedigende Schulnote im Fach Deutsch. Eine Bewerbung sollte deswegen keine auffälligen Rechtschreibfehler enthalten und eine gute Ausdrucksweise zeigen. 5. Für das Bewerbungsgespräch sollten sich Bewerber auf den Beruf und den Arbeitgeber vorbereiten. Im Internet gibt es ausreichende Informationen. Die Internetseite der Stadt Heide bietet beispielsweise ausführliche Informationen zu den Ausbildungsberufen der Stadtverwaltung. 6. Zum Bewerbungsgespräch gehört ein gepflegtes Auftreten. Kleidung und Frisuren sind gewiss nicht allein ausschlaggebend, doch es geht auch darum, sich in einer solchen Situation angemessen zu präsentieren. Jeder Bewerber und jede Bewerberin darf und soll sich authentisch zeigen und durch die Persönlichkeit und fachliche Qualität überzeugen. Da wir in einer offenen, bunten Gesellschaft leben, gibt es auch für
Wie war das damals, als Sie Ihre Ausbildung begannen, Frau Reimers? „Ich weiß noch, dass ich sehr, sehr aufgeregt war. Als ich meine Ausbildung begann, war ich 15 Jahre alt und trug an meinem ersten Tag einen lindgrünen Rock. Lange Hosen waren damals für Frauen nicht gestattet. Alles war etwas strenger, aber es hat uns nicht unbedingt geschadet. Wir haben viel von den älteren Kollegen gelernt. Auch in der heutigen Zeit wünsche ich mir manchmal, dass jüngere Leute sich den Rat älterer, erfahrener Kolleginnen und Kollegen zu Nutze machen würden. Denn eine Verwaltung oder ein Unternehmen kann meiner Meinung nach nur dann gut funktionieren, wenn Jung und Alt gut zusammenarbeiten. Beide können voneinander profitieren.“ TEXT Christian Dorbandt FOTO Sebastian Weimar Sponsored by
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Jo h a n nes Piegenschke, 21 aus Gremersdorf, 2. Ausbildungsjahr zum Finanzwirt, BIZ Steuer Malente und Finanzamt Ostholstein. „Nachdem ich im Jahr vor Ausbildungsbeginn am Schnuppertag des Finanzamtes Ostholstein teilgenommen hatte, war ich mir sicher: Dieser Beruf ist der richtige für mich. Außerdem machte die Ausbildung einen interessanten und anspruchsvollen Eindruck. Die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz als Beamter im öffentlichen Dienst ist ebenso attraktiv. Auch meine Eltern freuten sich darüber, dass ich einen zukunftssicheren Weg eingeschlagen habe. Einblick in die Tätigkeitsbereiche des Finanzamtes bekommen wir, indem die verschiedenen Dienststellen der Ämter besucht werden. Dabei umfasst die Ausbildung den Unterricht zu den einzelnen Themen bis hin zur selbstständigen Arbeit. Im Schulalltag wird die Theorie der verschiedenen Bereiche vermittelt und anhand von Praxisbeispielen angewandt. Wer Spaß am Umgang mit Gesetzestexten und deren Anwendung hat, ist in diesem Beruf gut aufgehoben. Besonders während der Anwärterzeit sollte man sich reinhängen, um den erlernten Stoff zu behalten. Die Bereitschaft, im Team mit den Kollegen zusammenzuarbeiten, gehört auch dazu.“ Foto Michael Ruff | Text Joachim Welding
Geesche Iwersen, 21 aus Hattstedtermarsch, 2. Ausbildungsjahr zur Finanzwirtin, BIZ Steuer Malente und Finanzamt Nordfriesland. „Mein Berufswunsch, Steueranwärterin zu werden, kam relativ spontan. Ich sprach mit meiner Familie darüber, und sie war begeistert. Ich hatte Lust, mich mit den Gesetzen zu befassen und etwas völlig Neues kennenzulernen. Darüber hinaus wollte ich einen sicheren Arbeitsplatz mit interessanten Aufgaben, die Spaß bringen. Um einen möglichst großen Einblick in die vielfältigen Aufgaben des Finanzamts zu bekommen, durchlaufen wir während der Ausbildungszeit die verschiedenen Dienststellen. Das erleichtert später die Wahl, in welchem Bereich man arbeiten möchte. Die schulischen Anforderungen sind teilweise sehr anspruchsvoll, wobei das Niveau bis zum Abschluss stetig wächst. In meiner Freizeit spiele ich Geige – leider habe ich während der Ausbildung wenig Zeit dazu – oder treffe mich mit Freunden und gehe joggen.“ Foto Michael Ruff | Text Joachim Welding
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aus Grömitz, 2. Ausbildungsjahr zur Finanzwirtin, BIZ Steuer Malente und Finanzamt Ostholstein. „Eigentlich entwickelte sich mein Berufswunsch erst, als ich mich beim Finanzamt beworben habe, denn ich stand vorher noch in einem anderen Arbeitsverhältnis. Ich wollte gerne eine Bürotätigkeit und mit Gesetzen umgehen, aber auch ein sicherer Job und ein gutes Gehalt spielten eine Rolle. Dabei ist es am wichtigsten, dass die Arbeit Spaß macht und man sich gut mit den Kollegen versteht. In seinem Aufgabenbereich sollte man sich natürlich auch wohlfühlen. Die Hauptaufgabe in diesem Beruf ist eigentlich das Anwenden von Steuergesetzen. Dazu durchlaufen wir während der zweijährigen Ausbildung alle Dienststellen im Finanzamt. Der theoretische Teil findet jeweils in Blockeinheiten in Malente statt. Die Anforderungen sind teilweise sehr anspruchsvoll. Man muss immer am Ball bleiben, um den Anschluss nicht zu verlieren. Es kommt schon vor, dass man bis in die Abendstunden an den Hausaufgaben sitzt. Ich kann diese Ausbildung empfehlen, weil sie sehr viel Spaß macht. In der Schule lernt man viele nette Leute kennen. Die Arbeit im Finanzamt ist sehr abwechslungsreich und spannend, es wird nie langweilig. In meiner Freizeit gehe ich gern in Musicals, spiele Badminton und habe vor Kurzem mit dem Fußball angefangen.“
Aileen Pluschkell, 23
Foto Michael Ruff | Text Joachim Welding
Dirk Czupr as, 29 aus Gremersdorf, 2. Ausbildungsjahr zum Finanzwirt, BIZ Steuer Malente und Finanzamt Flensburg. „Als Familienvater von vier Kindern war für mich besonders wichtig, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Meine berufliche Vorstellung ging da schon in Richtung Verwaltungs- oder Bürobereich. Im Vorfeld war ich bereits acht Jahre als Soldat im technischen Dienst tätig. Danach suchte ich eine neue berufliche Herausforderung. Dabei spielten Vereinbarkeit von Familie sowie Wohnortnähe eine wesentliche Rolle. So entschied ich mich für eine Ausbildung beim Finanzamt vor Ort. Die Hauptaufgabe, je nach Tätigkeit, besteht in der Bearbeitung der Steuerbescheide mit der Prüfung der dazu nötigen Gesetzesgrundlage. Im Praxisteil durchlaufen wir so ziemlich jede Dienststelle für cirka drei bis fünf Wochen, während beim fachtheoretischen Ausbildungsabschnitt in Malente die Grundlagen des Steuerrechts vermittelt werden. Sofern man im Unterricht gut mitmacht und seine Hausaufgaben vernünftig erledigt, sollte die Laufbahnprüfung zu meistern sein. Wer sich für diese anspruchsvolle Ausbildung interessiert, sollte keine Angst vor Steuergesetzen und keine Scheu im Umgang mit Menschen haben.“ Foto Michael Ruff | Text Joachim Welding
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D en nis Scheffler, 25 aus Büsum, 1. Ausbildungsjahr zum Notfallsanitäter (B.A. Betriebswirtschaft an der FH Heide). Während meines BWL-Studiums an der FH Heide habe ich ein sechsmonatiges Betriebspraktikum am Westküstenklinikum im Bereich Controlling absolviert. Das war wohl Schicksal, denn dort habe ich mein Faible für die Medizin entdeckt. Allerdings fühlte ich mich zu jung, um gleich nach dem Bachelor nur im Büro zu sitzen. Beim Beruf des Notfallsanitäters ist das anders. Schreibtischarbeit kommt nur im Nachgang vor, um Einsatzberichte oder Abrechnungen zu verfassen. Ansonsten ist man draußen beim Patienten. Man kommt morgens an und weiß nicht, was passieren wird. Das hat mich bewogen, diese Ausbildung zu machen. Ich würde nach der Ausbildung gern bei der RKiSH bleiben. Es gibt hier viele Entwicklungsmöglichkeiten, zum Beispiel in der Verwaltung, im Finanzwesen. Besonders reizvoll finde ich dabei, dass ich dann in Teilzeit weiter auf dem Rettungswagen fahren kann. So kommt man auch immer wieder weg vom Schreibtisch und raus auf die Straße. Privat schwimme und laufe ich gern. Ich komme ja aus Büsum. Da kann man auf dem Deich direkt am Wasser laufen. Ansonsten bin ich Leiter der Jugendfeuerwehr bei uns. Es macht mir riesigen Spaß, mit den Jugendlichen zu arbeiten.“ Foto & Text Christian Dorbandt
aus Norderstedt, 1. Ausbildungsjahr zum Notfallsanitäter (Mittlerer Schulabschluss, Realschule im Schulzentrum Süd Norderstedt). „Nach der Schule hab ich eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik gemacht. Der Job hat mir aber nicht wirklich Spaß gemacht. Von dem Beruf des Notfallsanitäters habe ich durch meine Kameraden bei der freiwilligen Feuerwehr erfahren. Dort engagiere ich mich seit zwei Jahren ehrenamtlich. Einige Rettungsassistenten dort haben mir viel von der Ausbildung und dem Berufsalltag berichtet. Das klang alles sehr interessant. Deshalb habe ich mich hier bei der RKiSH beworben. Die Ausbildung macht mir total viel Spaß. Die Dozenten sind im Gegensatz zu meiner ersten Ausbildung sehr motiviert. Unser Kurs an der Akademie ist echt lustig. Da wird schon sehr viel gelacht. Mit allen komme ich gut aus und auf meiner Wache in Pinneberg wurde ich von Anfang an als Kollege akzeptiert und nicht nur als kleiner Azubi. Auch der Bereich der Leitstelle interessiert mich sehr und ich könnte mir für später gut vorstellen, dort meinen Dienst zu leisten. Ich würde aber in Teilzeit gern weiter im Fahrdienst tätig sein. Dort könnte ich mir gut vorstellen, meinen Dienst zu leisten, würde aber in Teilzeit gern weiter im Fahrdienst tätig sein. In meiner Freizeit mache ich Sport und Fitness und, wenn es die Zeit erlaubt, mache ich noch gern den Fußball-Schiedsrichter. Dabei kann ich am besten den Kopf freibekommen.“ Foto & Text Christian Dorbandt
Sasch a Trost, 21
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PLAN B Was geht, wenn gar nichts geht? Was machst du, wenn du keine Ausbildung anfängst? Kein großes Ding, manchmal läuft nicht alles nach Plan. Einen Ausbildungsplatz zu finden ist auch nicht leicht. Aber es gibt immer einen Plan B. Hier ein paar Ideen...
GEH WEITER ZUR SCHULE! FA CH A BIT U R → AUSBILD U N G, FA CHST U DIU M A BIT U R → AUSBILD U N G, ST U DIU M
Mal angenommen, du findest Schule jetzt nun nicht so vollkommen doof. Und deine Noten sind so, dass du weiterführend zur Schule gehen kannst. Dann, ja dann kannst du auch gleich mal schön dein Abitur machen. Und danach studieren. Oder mit einem höheren Bildungsabschluss den Beruf erlernen, der dir vielleicht noch besser liegt als der, den du nicht gekriegt hast.
ABSCHLUSS VERGEIGT? K L A SSE W IEDER H O LEN BERUFSV O R BER EIT U N GSJA H R (B VJ) BERUFSV O R BER EITEN DE M A SSN A H M E (B V B)
Hier noch was vom Klugschatzi: Thomas Mann musste auch eine Ehrenrunde drehen und hatte seine Mittlere Reife erst im zweiten Anlauf – und ein paar Jahre später bekam er den Nobelpreis für Literatur. Solltest du aber die Nase voll haben von Schule, kannst du dich mit einem Berufsvorbereitungsjahr oder einer Berufsvorbereitenden Maßnahme auf dein ganz eigenes Berufsleben vorbereiten.
MACH WAS FREIWILLIG! FR EI W ILLIGES SOZIA LES JA H R FR EI W ILLIGES Ö KO LO GISCHES JA H R FR EI W ILLIGEN DIENST
Sich kümmern, etwas anschieben, helfen. Immer mehr junge Menschen finden Engagement viel cooler als Nichtstun. Für dich eine gute Gelegenheit, etwas Gutes zu tun und nebenbei deine Soft Skills weiterzuentwickeln. Mach ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr oder einen anderen Freiwilligendienst. Ob an Schulen, bei Umweltverbänden, in Krankenhäusern oder in Altenheimen: Du bist sehr herzlich willkommen!
WERDE MAL AUSLÄNDER! SCH ÜLER AUSTAUSCH AU PA IR W O R K & T R AV EL SPR A CH R EISE
Ein Auslandsaufenthalt ist so viel mehr als Urlaub. Wenn du länger im Ausland bist, bleibst du nicht nur am Hotelpool hängen, sondern fängst an, dich mit fremden Menschen und Kulturen zu beschäftigen. Du entdeckst viele Unterschiede und oft auch viele Ähnlichkeiten. Lernst neue Sprachen und Sichtweisen kennen, sammelst Erfahrungen und erweiterst deinen Horizont. Und dein Auslandsaufenthalt macht sich sehr gut in deinem Lebenslauf.
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DEIN ANSCHREIBEN DER BRIEFKOPF Du beginnst links oben mit dem Absender, also mit deinem vollständigen Namen und deiner Adresse. Darunter folgt der Adressat, also Name und Anschrift des Unternehmens. Hier unbedingt checken, dass alles korrekt geschrieben und die Firmierung vollständig ist (z.B. GmbH oder GbR). Ist ein zuständiger Mitarbeiter bekannt – oft ist dieser in der Stellenanzeige oder auf der Website des Unternehmens angegeben – muss auch dieser vermerkt werden. Eine Zeile unter dem Adressaten notierst du rechtsbündig den Ort und das Datum des Anschreibens. Wenige Zeilen darunter folgt linksbündig und gefettet deine Betreffzeile.
DIE BEGRÜSSUNG Ist ein konkreter Ansprechpartner bekannt, wird dieser auch direkt angesprochen. Solltest du selbst auf telefonische Nachfrage keinen Ansprechpartner herausfinden, lautet deine Begrüßung: Sehr geehrte Damen und Herren
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DIE EINLEITUNG Hier erklärst du kurz, wie du auf das Stellenangebot aufmerksam geworden bist und warum du dich entschieden hast, dich auf diese Stelle zu bewerben. Hat im Vorwege ein Telefonat stattgefunden, weil du dich nach einem Ansprechpartner erkundigen oder herausfinden wolltest, ob die angebotene Stelle bereits vergeben ist, so solltest du unbedingt einleitend darauf aufmerksam machen: z.B.: Vielen Dank für das nette Telefonat am Montag Vormittag. Wie bereits besprochen, bin ich über Ihre Internetseite auf Ihr Ausbildungsangebot aufmerksam geworden.
DIE ERKLÄRUNG
Warum gerade hier? Hier nimmst du Stellung dazu, warum genau dieses Stellenangebot UND dieses Unternehmen für dich so reizvoll sind. Warum gerade ich? Keine falsche Bescheidenheit! Denn nun gilt es zu erläutern, warum ausgerechnet du der geeignete Azubi in spe bist! Also: Wer bist du, was machst du – und was macht dich aus?
DIE VERABSCHIEDUNG Nun aber mal Butter bei die Fische! Denn schließlich möchtest du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Also weise noch vor deinem Abschiedsgruß darauf hin. Aber bitte ohne Konjunktiv – und ohne Abkürzungen! Eine Zeile darunter folgt nochmals dein Name und deine handschriftliche Signatur (die du bei einer Online-Bewerbung einscannst oder ggf. in kursiver Schreibschrift hinzufügst).
LETZTER CHECK • Alle formellen Punkte sind eingehalten • Alle inhaltlichen Punkte sind abgearbeitet • Rechtschreibung und Grammatik sind einwandfrei • Wiederholungen, Konjunktiv und Abkürzungen habe ich vermieden • Das Anschreiben ist ansprechend formatiert • Ich habe unterschrieben
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DEIN LEBENSLAUF KOPF Du beginnst oben mit der zentrierten Überschrift Lebenslauf. Linksbündig darunter folgen deine Kontaktdaten mit Name, Familienstand (z. B. ledig), Anschrift, Telefonnummer(n) und E-MailAdresse.
BEWERBUNGSFOTO Urlaubsschnappschuss? Fotoautomat? Ein No Go! Hier empfiehlt es sich unbedingt, professionelle Bewerbungsfotos von einem Fotografen erstellen zu lassen. Und der kann dir dann auch die entsprechenden Tipps geben, wie du dich auf dem Bild entsprechend präsentierst: Freundlich, aber ohne im Kreis zu Grinsen. Aufgeweckt, aber nicht überdreht. Seriös und kompetent, aber nicht eingebildet. Wähle ordentliche, nicht zu bunte aber auch nicht zu farblose Kleidung. Jetzt noch ein Frisuren- und bei den Damen ein Make-up-Check (weniger ist manchmal mehr) – und dann bitte lächeln! Das Bild fügst du entweder oben rechts auf dem Lebenslauf oder mittig auf das Titelblatt deiner Bewerbungsunterlagen hinzu, entweder mit Klebe oder mit Hilfe deines Computerprogramms.
BILDUNGSWEG Wann hast du wo die Schulbank gedrückt? Der Lebenslauf wird nicht in ganzen Sätzen ausformuliert, sondern tabellarisch aufgebaut – und zwar rückwärts in der Zeitfolge.
PRAKTISCHE ERFAHRUNGEN Solltest du bereits Erfahrungen in der Arbeitswelt gesammelt haben - prima! Falls nicht – auch kein Problem. Denn hier zählen auch andere außerschulische Aktivitäten, die in irgendeiner Weise berufsvorbereitend verpackt werden können.
KENNTNISSE UND BESONDERE FÄHIGKEITEN Muttersprache, Verhandlungssicher, Fließend, Sehr gute Kenntnisse, Gute Kenntnisse, Grundkenntnisse. So lauten die Einstufungen für Fremdsprachenkenntnisse. „Muttersprache“ ist dann relevant, solltest du dich auf eine Stelle in einem ausländischen Unternehmen bewerben. Längst nicht mehr wegzudenken ist der Umgang mit Computern. Von Vorteil ist jegliche Fähigkeit, die speziell für das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, relevant ist.
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HOBBIES UND INTERESSEN Was dich bewegt und was dich begeistert, fügt dem Ganzen eine persönliche Facette hinzu. Und das ist nicht zu unterschätzen! Mach dich interessant. Aber Achtung: Auch hier ist weniger oft mehr! Je nach angestrebtem Berufsweg ist z. B. Interesse für Medien (ins Kino gehen) oder für fremde Kulturen (mehrere Reisen in spanischsprachige Länder) eine gute Möglichkeit, etwas über sich zu verraten. Grundsätzlich positiv wirkt das Thema Sport, denn es zeugt von Teamfähigkeit und Lebensfreude, Ehrgeiz und Ausdauer.
LETZTER CHECK • Alle formellen Punkte sind eingehalten • Alle inhaltlichen Punkte sind abgearbeitet • Rechtschreibung und Grammatik sind einwandfrei • Wiederholungen, Konjunktiv und Abkürzungen habe ich vermieden • Ich habe den Lebenslauf mit Ort und Datum versehen und unterschrieben
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AB DIE POST! BRIEFMARKE ODER DOPPELKLICK? Er so: „An einer schön gestalteten Bewerbungsmappe erkennt man, wie viel Mühe sich der Jobanwärter gibt und wie wichtig ihm eine erfolgreiche Bewerbung ist. Außerdem gerät eine Mappe mit Bild und Unterlagen nicht so schnell aus dem Blickfeld des Empfängers.“ Sie so: „Eine Online-Bewerbung ist aus ökonomischer und ökologischer Sicht besser und somit zeitgemäß. Unternehmen werden dadurch nicht mehr mit platzraubenden Mappen oder Rücksendekosten belastet.“ Wer hat denn nun Recht? Die Antwort: beide! Aber keine Panik. Du machst nichts falsch, wenn du dich an folgende Faustregeln hältst: A) Wenn eine Stellenanzeige oder die Internetseite des Unternehmens die gewünschte Form der Bewerbung angibt, dann halte dich daran. B) Wenn es sich um eine Online-Bewerbung handelt, freu dich darüber, dass du Papier, Druckkosten und Porto sparst, aber geize keinesfalls bei Inhalt, Gestaltung und Einhaltung der korrekten Form.
DEINE BEWERBUNG AUF DEM HERKÖMMLICHEN POSTWEG Bei der Auswahl der passenden Bewerbungsmappe bist du im Fachhandel richtig beraten. Ein einfacher Schnellhefter macht hier keinen guten Eindruck. Wähle etwas, das zu dir und vor allem zum Unternehmen passt und das gut zu handhaben ist. Lässt sich gut darin blättern, lassen sich die Dokumente leicht herausnehmen und wieder einheften? Passt die Mappe gut in standardisierte Umschläge und Büroablagen? So wie bei den einen Branchen eine schlichtere Form gefragt ist, so punktet man bei anderen Branchen mit Individualität. Wer sich beispielsweise bei einer Werbeagentur auf eine Ausbildungsstelle als Grafiker bewirbt, sollte ein bisschen Fantasie ins Spiel bringen, z.B. auf dem Deckblatt. Und nicht vergessen deine Zeugnisse (Schule, Praktika, Fortbildungen etc.) mit einzuheften!
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DEINE BEWERBUNG PER ONLINE-FORMULAR Wenn ein Unternehmen diese Form der Bewerbung vorgesehen hat, stellt es das entsprechende Formular auf der Firmenwebsite bereit. Nachdem du dich auf der Seite registriert hast, füllst du das Formular Schritt für Schritt aus. Halte also alle wichtigen Daten z. B. aus deinem Lebenslauf parat. Auch hier ist sehr wichtig, dass du Tippfehler vermeidest. Um sicher zu gehen, kannst du die Texte zunächst in ein Word-Dokument mit automatischer Rechtschreibkorrektur tippen und dann in das Online-Formular kopieren. Und so oder so sollte vorher jemand anderes noch einmal drübergucken, bevor du auf Senden klickst – sicher ist sicher.
HIERGEBLIEBEN
C O M PA N I E S
A Z U B I P O RT R A I T S
SE RV I C E
DEINE BEWERBUNG PER E-MAIL Inhaltlich sind Bewerbungen per Post und per E-Mail identisch. Nur formell gibt es kleine Unterschiede. Die Unterschrift auf deinem Anschreiben scannst du ein oder du wählst eine passende Schrift-art im Schreibschriftstil und setzt sie kursiv. Dein Foto verschickst du als einzelnen Anhang oder du setzt das Bild in das Dokument „Lebenslauf“. Damit Text- und Bildinhalte beim Öffnen nicht falsch dargestellt werden, wandelst du Word-Dokumente in das Format PDF. Das Limit für alle Anhänge (Anschreiben, Foto, Lebenslauf und Zeugnisse) liegt bei 3 MB – damit die Firmen-Mailbox nicht platzt. In die E-Mail selbst schreibst du dein Anliegen in knappen aber höflichen Worten, z. B. ...........
Merke: timoscholz@mail.com statt partyanimal33@chaos. com verwenden – landet sonst nur im Spamordner.
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DAS VORSTELLUNGSGESPRÄCH S
chon beim Thema „Anschreiben“ haben wir festgehalten, dass es für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt. Da ist es wirklich nicht besonders fair, dass man sich dieser Situation ein zweites Mal aussetzen muss. Wenn nämlich der erste (schriftliche) Eindruck positiv ausgefallen ist und man die erhoffte Einladung zum Vorstellungsgespräch erhält, dann geht es ein weiteres Mal um die Wurst. Und die hat bekanntlich zwei Enden: Ich mache auch live und in Farbe einen guten Eindruck und habe beste Chancen auf den Ausbildungsplatz. Oder mein Auftreten entspricht nicht den Erwartungen und ich muss mich nach weiteren Stellenangeboten umsehen. Ist man schlecht vorbereitet, braucht man mehr Glück als Verstand. Ist man zu nervös, hilft auch das bestgemeinte „einfach locker bleiben“ leider nicht. Denk immer daran: Da mussten und müssen Millionen andere auch durch – selbst derjenige, dem du nun Rede und Antwort stehen musst! Also, warum solltest ausgerechnet du das nicht packen?!
DRESS TO SUCCESS Wenn das so einfach wäre... Den gängigen Dresscode, wie z. B. Anzug und Krawatte in einer Bank, muss man zwar unbedingt einhalten, dennoch sollte man ein Outfit wählen, das nicht nur sauber und ordentlich aussieht, sondern in dem man sich auch weitgehend wohlfühlt. Schnösel, Hippies, graue Mäuse? Entscheide dich lieber für etwas Seriöses mit individueller Note. Eine ordentliche Frisur heißt nicht, dass du zwei Pfund Pomade verwenden oder der Hochsteckfrisur einer Braut Konkurrenz machen sollst. Ein gepflegtes Auftreten heißt nicht, dass du in einer Wolke aus Chanel No. 5 verschwin-
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dest. Vielleicht auch besser am Vorabend beim Griechen auf Zaziki verzichten oder nicht direkt vor dem Vorstellungsgespräch mit bloßen Händen den Garten umgraben.
„5 MINU TEN VOR DER ZEIT IST DIE RECHTE PÜNK TLICHKEIT“ Klingt doof, ist aber so. Zu spät kommen geht nicht! Ob du schuld bist oder nicht. Kalkuliere alle Eventualitäten mit ein. Druck dir einen Routenplaner aus, falls das Navi schlapp macht. Nimm dir Taxigeld mit, falls der Busfahrer sich verfährt. Plane zur Sicherheit eine Viertelstunde mehr ein und geh noch weitere 10 Minuten eher los! Und lade dein Handy auf, damit du wenigstens im Unternehmen Bescheid geben kannst, sollte dich eine höhere Macht doch davon abhalten, pünktlich zu erscheinen. Aber das passiert ja eigentlich nur in Filmen...
NIE INS KALTE WASSER SPRINGEN Das gibt höchstwahrscheinlich einen Bauchklatscher. Denn du solltest dich auf jeden Fall gründlich schlau machen über das Unternehmen, in dem du dich vorstellst. Dieser Schritt sollte bestenfalls unternommen werden, bevor du deine Bewerbung formulierst!
MACH VORHER STRESSTESTS Es gibt Fragen, die in Vorstellungsgesprächen immer wieder auftauchen. Diese kannst du mit Eltern oder Freunden ruhig ein paar Mal durchgehen. Wenn es soweit ist, musst du dann nicht erst lange grübeln oder vorschnell etwas antworten, was dir selbst im Nachhinein gar nicht schmeckt.
„ERZÄHLEN SIE MAL EIN BISSCHEN ÜBER SICH!“ Klar kannst und sollst du hier an Punkte anknüpfen, die in deinem Lebenslauf vermerkt sind. Aber es geht ganz bestimmt nicht darum, zu wiederholen, was dein Gegenüber ohnehin gelesen hat, bevor du deine Einladung bekommen hast. Beginne am besten damit, was deine Ziele und Interessen sind, wie du darauf gekommen bist, diesen beruflichen Weg anzusteuern und was für tolle Chancen gerade dieses Unternehmen für dich bietet. Der Ruf als gutes Ausbildungsunternehmen, der informative und ansprechende Internetauftritt etc. – diese Aspekte kannst du gerne lobend erwähnen. Nach den ersten Minuten kannst du vielleicht auch schon besser einschätzen, ob dein Gesprächspartner den förmlichen oder den eher lockeren Ton anschneidet und bevorzugt.
„SIE SIND MIT UNSEREM UNTERNEHMEN VERTRAUT?“ Nun kommt es darauf an, zu zeigen, dass man sich gründlich vorbereitet hat. Du solltest in Worte fassen können, was das Unternehmen auszeichnet und von der Konkurrenz unterscheidet. Von Vorteil ist, wenn du über die Karrierechancen, die sich hier bieten, im Bilde bist. Es kann nicht schaden, wenn du sogar über die Ausbildung hinaus berufliche Ziele feststeckst – wie z. B. ein Studium anzuknüpfen!
„AUS IHREM LEBENSLAUF GEHT NICHTS ÜBER BERUFSPRAKTIKA HERVOR. WARUM NICHT?“ Sollte es sich während der Schulzeit für dich nicht ergeben haben, praktische Erfahrungen zu sammeln, ist ein ehrliches Wort mit Sicherheit besser als irgendwelche Ausreden. Es ist in Ordnung, wenn man sich als junger Mensch nicht sofort sicher ist, was man später machen möchte. Es ist auch in Ordnung, wenn man sich als Schüler in der Freizeit viel mit Sport beschäftigt hat, anstatt beispielsweise in den Ferien zu jobben. Dafür braucht man sich nicht zu schämen: Man sollte es nur in entsprechende Worte verpacken. Ursprünglich habe ich meine berufliche Zukunft irgendwo in der Musik gesehen, bis ich dann gemerkt habe, dass mich das Medizinische doch noch mehr reizt. Oder: Ich bin seit meinem zehnten Lebensjahr Leistungsschwimmer und habe einen Großteil meiner Freizeit im Wasser verbracht. Die Wettkämpfe waren mir immer sehr wichtig.
„WO LIEGEN IHRE STÄRKEN?“ Die positiven Eigenschaften, auf die es hier ankommt, sollten gerade für das Berufsbild von Vorteil sein. Bewirbst du dich in einem Krankenhaus, dann erwähne, dass du gut auf andere Menschen eingehen kannst. Bewirbst du dich für einen kaufmännischen Beruf, erwähne, dass du gut organisiert zu Werke gehst und dass es dir z. B. Freude macht, dich in Computerprogramme einzuarbeiten.
„WAS SIND IHRE SCHWÄCHEN?“ Achtung, jetzt wird’s knifflig. Denn an dieser Stelle kommt es darauf an, eigentliche Stärken als Schwächen darzustellen. Zum Beispiel: Hilfsbereitschaft. Diese verpackst du geschickt als Schwäche, indem du zugibst, nicht nein sagen zu können. Oder: Ehrgeiz. Es macht dich nicht unsympathisch, wenn du sagst, dass du Perfektionist bist, den Drang hast, Dinge zu Ende zu bringen und dabei hin und wieder mit deiner Ungeduld zu kämpfen hast.
„GIBT ES NOCH FRAGEN IHRERSEITS?“ Mit dieser Frage enden viele Vorstellungsgespräche. Und die Antwort sollte immer „Ja“ lauten. Du kannst dich danach erkundigen, mit welchem Aufgabenfeld deine Ausbildung beginnt. Wie viele Kollegen dir in den einzelnen Abteilungen zur Seite stehen. Nicht aber, wann du das erste Mal Urlaub einreichen darfst oder nach wie vielen Tagen bereits eine Krankmeldung vorliegen muss...
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AZUBIGEHALT UND FINANZSPRITZEN AM ENDE DES GELDES IST IMMER NOCH SO VIEL MONAT ÜBRIG... Endlich eigene Kohle verdienen. Yes! Plötzlich aber auch eigene Rechnungen bezahlen müssen. Upps... Vielen wird erst in diesem Moment bewusst, welchen Komfort man eigentlich im „Hotel Mama“ genossen hat, wenn man von zu Hause auszieht. Dennoch ist es schön, eigenständig zu sein, seine eigene Bude zu haben und selbst verdientes Gehalt zu bekommen, auch wenn man erst einmal lernen muss, damit hauszuhalten.
DEIN AUSBILDUNGSGEHALT: BRUTTO IST NICHT NETTO Schon mal im Großmarkt eingekauft und dich an der Kasse gewundert, wie sehr du dich verrechnet hast? Dann bist du entweder tatsächlich kein Mathegenie oder du bist auf die Nettopreise hereingefallen. In manchen Großmärkten ist nämlich der Nettopreis groß ausgezeichnet und darunter – in kleinerer Schrift – liest du das, was du am Ende bezahlen musst: den Bruttopreis. Auch bei deinem Gehalt darfst du nicht enttäuscht sein, wenn du auf deinem Kontoauszug weniger findest, als dein Bruttogehalt dir „versprochen“ hat.
BRUTTO IST DEIN GESAMTGEHALT ... NETTO IST DEIN GEHALT ABZÜGLICH STEUERN UND SOZIALVERSICHERUNGSBEITRÄGE Verstehe es nicht so, dass dir jemand etwas wegnimmt. Sieh es eher so, dass dir dein Arbeitgeber netterweise noch etwas draufpackt, das eben deine anfallenden Steuern und Sozialabgaben mit abdeckt. Und diese Abgaben sind außerdem dein doppelter Boden.
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Solltest du dich später einmal arbeitssuchend melden müssen, kannst du aufgrund dieser Abgaben Arbeitslosengeld beziehen. Weil eben alle in einen Topf einzahlen und denen helfen, die finanzielle Probleme haben. Außerdem investierst du dadurch in deine gesetzliche Altersvorsorge. Für die allermeisten von uns ist es von Vorteil, dass diese Sozialabgaben automatisch abgezogen werden. Denn es erfordert sehr viel Disziplin, von sich aus die notwendigen Beträge für später beiseite zu legen! Und da es dennoch weiterhin schwer fällt, das Ganze positiv zu betrachten, bietet sich folgende Eselsbrücke an, um Brutto von Netto zu unterscheiden. „Netto“ klingt ein bisschen wie „Nichts“. Und das ist, was nach allen Abzügen übrig bleibt. Zugegeben, ein wenig überspitzt ausgedrückt...
HIERGEBLIEBEN
FINANZSPRITZEN Der Staat investiert in die Zukunft, indem er in dich investiert. Das gilt für künftige Studenten ebenso wie für Anwärter auf einen Ausbildungsplatz. Die verschiedenen Fördergelder sind an Bedingungen geknüpft. Jedoch wird niemand, der auf Unterstützung angewiesen ist, auf der Strecke bleiben.
BAB: DIE BERUFSBILDUNGSBEIHILFE Die BAB ist für die gesamte Dauer deiner ersten Ausbildung vorgesehen. Voraussetzung dafür ist ein abgeschlossener Vertrag für einen Ausbildungsplatz in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Solltest du während deiner Ausbildung noch bei deinen Eltern wohnen, steht dir dieses Fördergeld allerdings nicht zu. Wie viel finanzielle Unterstützung dir letztendlich zugesprochen wird, muss zunächst eingehend geprüft werden. Das bedeutet eine ganze Menge Papierkram – beispielsweise durch Einkommensnachweise deiner Eltern, Nachweise deines Azubigehalts, der anstehenden Fahrt- und Lebenshaltungskosten etc. Die gute Nachricht: Die BAB muss nicht zurückgezahlt werden.
BAFÖG: BUNDESAUSBILDUNGSFÖRDERUNGSGESETZ Wer das zehn Mal ganz schnell hintereinander sagen kann, ohne einen Knoten in die Zunge zu bekommen, der kriegt das Geld? So einfach ist das leider nicht... Die Abkürzung ist ein wenig irreführend. Denn das Bundesausbildungsförderungsgesetz setzt fest, wer Anspruch auf finanzielle Hilfe während einer schulischen Ausbildung oder eines Studiums hat (denn in beiden Fällen gibt es erstens kein Gehalt und zweitens fallen fast immer Studiengebühren an).
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Wenn wir BAföG sagen, meinen wir aber meistens nicht dieses Gesetz, sondern das Geld. Bei diesem Geld handelt es sich um ein gezieltes Darlehen für deinen Weg ins Berufsleben. Du beziehst also monatliche finanzielle Unterstützung vom Staat und musst den Betrag, sobald deine Ausbildung abgeschlossen ist und du berufstätig bist, wieder abstottern – zumindest einen gewissen Teil davon. BAföG ist unter Studenten sehr gefragt. Für eine betriebliche Ausbildung ist kein BAföG vorgesehen – und für duale Studiengänge nur teilweise. Auch hier wird zunächst eingehend geprüft, ob dir bei deinem familiären Hintergrund überhaupt eine staatliche Unterstützung zusteht. Die gute Nachricht: BAföG kannst du auch beziehen, wenn du noch nicht von zu Hause ausgezogen bist.
KINDERGELD: BONUS FÜR DEN NACHWUCHS Deutschland gilt als familienfreundliches Land und als Spitzenreiter, wenn es um die Höhe des Kindergeldes geht. Der aktuelle Satz für das erste und zweite Kind beträgt 184 Euro monatlich (Stand 2014). Bedenkt man, was im Alltag für Kosten anfallen – Miete, Strom, Heizung, Kleidung, Schulmaterial, medizinische Versorgung, Taschengeld, Freizeit und Hobbies und, und, und – wirkt diese Summe plötzlich gar nicht mehr so groß. Vom ersten Lebensmonat bis zur Volljährigkeit ist jedem das Kindergeld sicher. Befindet man sich darüber hinaus noch in der Ausbildung für einen Beruf, kann die Kindergeldzahlung sogar bis zum 25. Lebensjahr fortgezahlt werden. Damit ist allerdings nicht nur eine klassische Ausbildung gemeint, sondern z. B. auch ein Studium. Hauptsache, der Ausbildungsweg hat einen bestimmten Beruf als Ziel. Das schließt somit auch betriebliche oder andere weiterführende Ausbildungen mit ein. Grundsätzlich aber endet die Kindergeldzahlung, wenn das Ergebnis der Abschlussprüfung deiner Ausbildung schwarz auf weiß vorliegt.
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Komm zu uns an Bord!
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nicht vergessen:
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