SPECIAL
CAMPUS S T UDIUM IN S CHL E S W IG - HOL S T E IN UND HA MBURG
ÜBERFORDERT VON DER STUDIENWAHL? Don’t panic! Wir haben den rettenden Strohhalm für dich.
w w w. m e 2b e . d e
H e f t 02
W i n t e r 2017
€ 2,9 0
ED I TO R I A L
Schade, schön. Schade, es ist uns leider nicht gelungen, alle 60.000 Studierenden in Schleswig-Holstein und 100.000 Studierenden in Hamburg einzeln zu fotografieren und zu befragen, warum, wer, wo, was studiert! Aber wir waren dicht dran! Schön, dass wir euch deshalb in dieser ME2BE Campus-Ausgabe viele interessante Storys präsentieren können: über Wirtschaftsstudiengänge an der FH Westküste, Europastudiengänge an der Europa-Universität Flensburg, kreative Studiengänge an der Hochschule Flensburg, FH Kiel, CAU Kiel, Uni Lübeck, Muthesius Kunsthochschule, FH Lübeck, Brand Academy und der HafenCity Universität Hamburg. Was wir von den Profs und Studis im Norden erfahren haben, war so spannend und informativ – wir haben vergessen zu essen, zu schlafen und in den Spiegel zu schauen. Egal, jetzt sehen wir verdammt wild aus, aber wir lieben, was wir tun. So, wie ihr liebt, was ihr studiert! Denn unsere Recherchen ergaben Folgendes: Drei große Themen haben die meisten Schulabgängerinnen und -abgänger an die Hochschulen gelockt: Europa, Wirtschaft und Kreativität. Genau um diese Studiengänge dreht sich diese Campus Ausgabe. Anregungen für mehr als 70 Studiengänge haben wir gesammelt. Warum? Damit ihr euch endlich entscheiden könnt, welcher Studiengang zu euch passt! Jede Wette … nach dieser Campus-Ausgabe könnt ihr‘s. (Und falls nicht … dann wisst ihr wenigstens, wieso Sebastian Fotograf wurde, Ole Schauspieler, Nadine Schneckenschutzanstricherfinderin oder was ihr studieren müsst, um zu begreifen, warum wir in 200 Euro teuren Hotelzimmern die Badeseife klauen.) Eure ME2BE‘s www.me2be.de
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Problemlöser
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LERNEN, TECHNIK KREATIV ZU GESTALTEN.
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„KREATIVITÄT IST WIE EIN MUSKEL“
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KREATIVE PROBLEMLÖSER
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AUSGEZEICHNETES DESIGN! „HAFENCITY HAMBURG HELLO! HCH!“
Kreative Studiengänge im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik an der Fachhochschule Kiel
DESIGN FACTORY International – Ideen aus der China-Connection
Die Fachhochschule Lübeck setzt in den Studiengängen Maschinenbau und Elektrotechnik auf kreative Köpfe
Masterstudent Jia Cheng von der Brand Academy Hamburg gewinnt German Design Award 2018
CAMPUS 06
NACHGEFRAGT
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STUDIS ON AIR
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Warum Studieren im Norden glücklich macht
STUDIUM ODER AUSBILDUNG?
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NEUE IDEEN IN DER ALTEN MU
In den ehemaligen Gebäuden der Muthesius Kunsthochschule wächst ein Kreativzentrum für Kiel heran
FH WESTKÜSTE – TOPSPOT FÜR WIRTSCHAFTSSTUDIS
Über die jüngste und modernste Fachhochschule Schleswig-Holsteins
HOCHSCHULE FLENSBURG: NEUES MEKKA FÜR MAKER!
Interessante Einblicke in die Bachelorstudiengänge Maschinenbau (B.Eng.) und Energiewissenschaften (B.Sc.) an der Hochschule Flensburg (HSFL)
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EUF: WELCOME TO EUROPE!
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MIT ERASMUS VON KIEL NACH EUROPA
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EUROPA FÜR DIE TRAUMKARRIERE
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AUS LIEBE ZU – ISLAND!
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IM KREISSSAAL UND HÖRSAAL
Welcher Typ bist du?
STUDIUM 36
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KROATIEN BY BIKE!
Auf alten Motorrädern quer durch Europa
DIE ZUKUNFT VON METROPOLEN MITGESTALTEN Studieren an der HafenCity Universität Hamburg
Student Eric Denin (20) befragt die Bildungsministerin Karin Prien
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Über die internationale Ausrichtung der Europa-Universität Flensburg
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bietet jährlich über 600 Austauschplätze an europäischen Partner-Hochschulen an
Anglistik-Studentin Sabrina Meyn (28) meistert zwei Abschlüsse gleichzeitig und peilt nun ihre Doktorarbeit in Rumänien an
Skandinavistin Franziska Vollmann (28) blickt im Interview über den kulturellen Tellerrand zu unseren Nachbarn im Norden
Start des neuen Studiengangs Hebammenwissenschaft an der Universität zu Lübeck
Die Zukunft von Metropolen mitgestalten
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„WIR SUCHEN LEUTE MIT HUNGER AUF ZUKUNFT!“
Arne Zerbst, Präsident der Muthesius Kunsthochschule in Kiel über Kunst, Kreativität und Offenheit.
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DIE „AUSEINANDERSETZER“
Gedanken, Gespräche und Beobachtungen über das Studieren an der Muthesius Kunsthochschule Kiel.
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EDITORIAL
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IMPRESSUM
I N H A LT
PORTRAITS 82
ELEKTROTECHNIK – KOMMUNIKATIONSSYSTEME, MASCHINENBAU Fachhochschule Lübeck
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HEBAMMENWISSENSCHAFT Universität zu Lübeck
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KULTUR – SPRACHE – MEDIEN, BILDUNGSWISSENSCHAFTEN DÄNISCH / LEHRAMT, ERZIEHUNGSWISSENSCHAFT: BILDUNG IN EUROPA, EUROPEAN STUDIES EUF
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BWL, IMMOBILIENWIRTSCHAFT, INTERNATIONAL TOURISM MANAGEMENT, WIRTSCHAFTSPSYCHOLOGIE
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FH Westküste
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MECHATRONIK FH Kiel
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MASCHINENBAU Hochschule Flensburg
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Wir bräuchten das Schulfach Ästhetik
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Im Gespräch mit dem Kieler Industriedesigner Jochen Müller.
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Keinist wie Tag
Traumberuf Fotograf Interview mit dem Kieler Fotografen Sebastian Weimar.
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Nadines Weg zu Schnexagon Was als günstiger Zufall begann, ist heute der ganze Stolz von Nadine Sydow. Im Interview erzählt sie uns, wie sie es geschafft hat. Von der Biologin zur Start-up Gründerin.
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Kein Tag ist wie der Andere Vom Hobby zum Traumberuf. Der Schauspieler Ole Fischer im Interview.
der
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Andere
Begeisterung für Grafik und Design
Interview mit der Kommunikationsdesignerin Christina Föllmer.
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Nachgefragt
Text Christian Dorbandt Foto Frank Peter, Merle Jurzig
ERIC: Hallo Frau Ministerin. Meine erste Frage lautet: Was sind Ihre wichtigsten Ziele, Projekte oder Vorhaben – während Ihrer Amtszeit – im Bereich Hochschule und Wissenschaft? Karin Prien: Unsere Hochschulen haben sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, eigene wissenschaftliche Profile herausgebildet und gerade im Zuge der Hochschulpakte in den vergangenen Jahren ihr Studienangebot sinnvoll ausgebaut. Ziel unserer Arbeit in den nächsten Jahren wird es sein, diesen Profilierungsprozess weiter durch gute finanzielle und rechtliche Rahmenbedingungen zu unterstützen. Was die Forschung anbelangt, so verfügen wir im Land mit den Meereswissenschaften 6
und den Lebenswissenschaften, aber auch in den Geisteswissenschaften über Forschungsverbünde, die sich Hoffnungen machen können, im nächsten Jahr zu den knapp 50 bundesweit ausgezeichneten und damit in den nächsten Jahren finanziell von Bund und Ländern sehr gut ausgestatteten sogenannten Exzellenzclustern zu gehören. Angehende Forscherinnen und Forscher in diesen Themengebieten können dann also in Schleswig-Holstein Teil international sichtbarer Forschungsteams werden. Auf Ebene des Bundes und durch Abstimmung mit den anderen Bundesländern werden wir uns bei den anstehenden Verhandlungen zu den Neuauflagen wichtiger Bund-LänderProgramme in der Wissenschaft wie den
Nachfolgeprogrammen des derzeit laufenden Hochschulpakts 3 und des Paktes für Forschung und Innovation für eine angemessene finanzielle Beteiligung des Bundes einsetzen. Viele Studierende verlassen nach dem Studium ihre Studienstädte oder sogar das Land SH. Was können Sie tun, um zukünftig mehr Absolventen zum Hierbleiben zu bewegen? Wenn es uns gelingt, die Vernetzung unserer Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit der schleswig-holsteinischen Wirtschaft - zum Beispiel durch gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte - zu steigern und auch die Gründungsaktivitäten aus den Hochschulen heraus auszubauen, sehe ich immer bessere Bleibeperspektiven
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In der Reihe ME2BE-Reihe „Nachgefragt“ können Schülerinnen und Schüler, Azubis und Studierende verantwortliche Politikerinnen und Politiker aus Schleswig-Holstein und Hamburg direkt befragen. Eric Dennin (20) studiert im 1. Semester Informatik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seine Fragen richtet er an die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU). für Studierende nach ihrem Studium. Dies ist für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Bundeslandes eine große, vielleicht sogar die zentrale Frage. Außerhalb dieser rein berufsbezogenen Standortfaktoren hat Schleswig-Holstein ja zum Glück sehr viel zu bieten - hier leben ja auch die im Bundesvergleich glücklichsten Menschen. Junge, kreative Menschen suchen kreative Studiengänge. Ist SH diesbezüglich gut genug aufgestellt? Wo können Sie weitere Anreize schaffen? Gemessen an der Größe des Landes und seines Hochschulsystems sind wir nicht so schlecht aufgestellt: Unsere beiden künstlerischen Hochschulen - die Musikhochschule Lübeck und die Muthesius Kunsthochschule
Kiel - genießen einen sehr guten Ruf und auch der Fachbereich Medien der Fachhochschule Kiel bietet weitere kreative Studiengänge an. Unsere Hochschulen bieten zum Teil deutschlandweit einzigartige moderne Lehrangebote. Zudem hat fast jede Hochschule Informatikstudiengänge sowie mit der Informatik und anderen Fachrichtungen verknüpfte Studiengänge im Angebot. Und in puncto moderne Lehr- und Lernformen sind die Online-Angebote der Oncampus GmbH der FH Lübeck mit führend im Bundesgebiet. Die Abiturientenzahlen steigen. Gibt es ausreichend Studienplätze im Land oder benötigen wir weitere Hochschulen in SH? Neue Hochschulen im Land brauchen wir nicht, aber natürlich werden wir im Rahmen
der weiteren Gespräche und Zielvereinbarungsverhandlungen mit den Hochschulen ausloten, inwiefern eine quantitative und/ oder qualitative Erweiterung des Studienangebots sinnvoll und möglich ist. Da ist aber auch bereits in den vergangenen zehn Jahren viel an neuen Kapazitäten und Angeboten entstanden. Grundsätzlich müssen neue Studienangebote auf den wissenschaftlichen Profilen der Hochschulen aufgebaut sein. Dies gilt sowohl für Universitäten, die einen starken Bezug zu den Forschungsschwerpunkten aufweisen als auch für Fachhochschulen, die besonders an den Bedarfen der mehrheitlich privaten Arbeitgeber ausgerichtet sind.
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STUDIS ON AIR Warum Studieren im Norden glücklich macht Text Christian Dorbandt, Katharina Grzeca Fotos Eric Genzken, Frieder Dillmann
Hannes Wolf 22 Jahre, aus Büsum, studiert im 3. Semester Immobilienwirtschaft an der FH Westküste in Heide.
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„Hallo, ich bin Hannes. Ich studiere im 3. Semester Immobilienwirtschaft an der FHW und finde das Studium richtig spannend! Nach dem Abi am Nordsee-Gymnasium in Büsum wusste ich allerdings überhaupt nicht, was ich eigentlich machen möchte. Ich hab dann erst mal angefangen, in Kiel Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren, hab aber schon nach einem Monat gemerkt, dass mir das gar nicht liegt. Dass ich jetzt in Heide studiere, liegt an einem Zufall, denn ursprünglich wollte ich auf keinen Fall heimatnah studieren. Irgendwann stolperte ich über einen Zeitungsartikel, in dem über den neuen Studiengang ‚Immobilienwirtschaft‘ an der FHW berichtet wurde. Und das hat mich sofort gepackt! Das Thema Immobilien fand ich schon immer interessant. Mit Immobilien, ob zur Miete oder als Eigentum, haben wir ein Leben lang zu tun! Wir wohnen in Immobilien, träumen von ihnen, richten sie uns ein, bauen sie aus, mieten, kaufen oder verkaufen sie! Nach dem Grundlagenstudium beginnt es jetzt, im 3. Semester, erst richtig spannend zu werden. Da unsere Professoren und Dozenten alle aus der Wirtschaft kommen, können sie uns den Lehrstoff anschaulich vermitteln, sodass die Veranstaltungen und Vorlesungen nicht eintönig oder monologartig ablaufen. Im Gegenteil. Es kommt ständig zu interessanten Diskussionsrunden. Überhaupt ist die Studienatmosphäre familiär und persönlich. Wir sind ca. 40 Studierende im Semester. Da lernt man sich schnell kennen und es entsteht so eine Art Klassengemeinschaft. Nach dem Studium könnte ich mir vorstellen, im Immobilienmanagement als Projektentwickler zu arbeiten. Mal schauen. Es gibt wirklich viele Optionen, da wir nach dem Studium sehr breit aufgestellt sein werden. Als Ausgleich zum Studium fahre ich gern Skateboard, mache Taekwondo oder spiele Fußball beim SV Hemdingen. Nebenbei jobbe ich noch an einer Tankstelle. Ich komme ja gebürtig aus Büsum und genieße dort natürlich die Nähe zum Meer. Aber auch Heide ist eine schöne Stadt, in der man abends einiges erleben kann, zum Beispiel am Marktplatz oder im Schuhmacherort.“
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Christopher Kuhlen 24 Jahre, aus Oeversee, studiert Maschinenbau (B.Eng.) im 5. Semester an der Hochschule Flensburg.
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„Ich habe nach der Schulzeit auf der IGS Flensburg eine Ausbildung zum KfzMechatroniker absolviert. Im dritten Lehrjahr habe ich allerdings gemerkt, dass mir die Ausbildung allein nicht reichen wird. Außerdem sind die Verdienstmöglichkeiten in der Industrie besser als im Handwerk. Deshalb bin ich noch ein Jahr zur Fachoberschule gegangen, habe meine Hochschulberechtigung erworben und mich an der Hochschule Flensburg für den Studiengang Maschinenbau eingeschrieben. Ich finde Metallkonstruktionen und große Maschinen faszinierend! Am liebsten würde ich nach dem Studium im Bereich Konstruktion arbeiten und Schiffe, Flugzeuge oder Panzer bauen. Doch zunächst muss ich mich hier durchbeißen. Momentan erlebe ich die anspruchsvollste Zeit meines Lebens! Studieren fällt mir nicht leicht, macht aber auch total Spaß! Und ich weiß, wofür ich das mache! Ich sag mir: Ich muss vier oder vielleicht fünf Jahre studieren und hab anschließend 40 Jahre lang einen interessanten Job! Was mir am Studium an der HSFL besonders gut gefällt, ist die familiäre Atmosphäre. Aus den Lerngruppen haben sich richtige Freundschaften entwickelt und die Dozenten nehmen sich viel Zeit für uns. Das schweißt uns irgendwie zusammen! Traumarbeitgeber? Ich würde gern als Maschinenbauingenieur in Flensburg bleiben und beispielsweise bei der Flensburger Schiffbaugesellschaft arbeiten.“
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Christian Selmke 24 Jahre, studiert im 9. Semester Elektrotechnik mit Schwerpunkt Technische Informatik (B.Eng.) an der FH Kiel.
„Moin, ich heiße Christian und studiere Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Technische Informatik an der Fachhochschule Kiel. Ursprünglich komme ich aus Lindau an der Schlei. Meinen Mittleren Schulabschluss habe ich an der Gemeinschaftsschule Süderbrarup gemacht, das Abitur anschließend direkt nebenan, in der Außenstelle des BBZ Schleswig. Mir war eigentlich schon früh klar, dass ich studieren möchte und zwar an einer Fachhochschule mit einem starken Praxisbezug. Für die FH Kiel habe ich mich entschieden, weil mir die Stadt am besten gefallen hat. Das Studium macht mir echt großen Spaß. Anfangs habe ich mich zwar etwas schwer getan, doch mit jedem Semester wird es interessanter. An meinem Schwerpunkt Informatik gefällt mir, dass ich schnell Ergebnisse erhalte, wenn ich etwas programmiert habe. Ich sehe dann sofort, ob etwas funktioniert. Zurzeit arbeite ich mit einigen anderen Studenten an Entwicklung und Management von Softwareprojekten, kurz EMS. Unsere Projektidee ist eine WLAN-Türklingel, die mir eine Benachrichtigung aufs Handy schickt, sobald jemand an der Tür klingelt. Nach dem Bachelorstudium möchte ich erst einmal arbeiten, Geld verdienen und mein Wissen praktisch anwenden. Einen Mastertitel kann ich später noch nachholen. Sorgen um meine Zukunft mache ich mir keine. Dazu sind die Berufsaussichten im Bereich Elektrotechnik und Informatik zu gut. Auch in Kiel und Umgebung gibt es viele Firmen, die Fachkräfte suchen. Mit einigen können wir uns hier an der FH regelmäßig an den Firmenkontakttagen vernetzen. Was sollte man für das Studium mitbringen? Auf jeden Fall technisches Interesse. Es ist nicht erforderlich, Informatik in der Schule gehabt zu haben oder eine Programmiersprache zu beherrschen. Mathekenntnisse sind von Vorteil. Gamer profitieren davon, dass sie sich in der Regel mit Computern gut auskennen. Wenn ich Zeit habe, spiele ich auch ganz gern, momentan am liebsten ‚Space Engineers‘.“ 11
Katharina Schmitt-Raiser 23 Jahre, aus Eckernförde, studiert im 1. Semester Hebammenwissenschaft (B.Sc.) an der Universität zu Lübeck.
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„Auf der nordjob habe ich am Stand der UKSH-Akademie vom neuen Studiengang Hebammenwissenschaft an der Universität zu Lübeck erfahren. Zu der Zeit studierte ich noch Jura in Kiel und war damit nicht wirklich glücklich. Das Studium war mir viel zu theoretisch und das Fach interessierte mich nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Auch wollte ich mehr mit Menschen arbeiten. Vom Messebesuch erhoffte ich mir eine neue berufliche Perspektive – und die habe ich mit dem neuen Studiengang auf jeden Fall gefunden! Der Studiengang ist dual organisiert und die Universität bietet ihn in Kooperation mit der UKSH-Akademie an. Voraussetzung ist neben der Allgemeinen Hochschulreife daher auch ein Ausbildungsvertrag mit der Akademie. Jeder Bewerber muss zudem ein vierwöchiges Praktikum im geburtshilflichen Bereich absolvieren. Nach meinen Praktika – ich nahm mir die Zeit und habe mehrere gemacht – wusste ich genau: diesen Job möchte ich machen. Hebammen bringen neues Leben zur Welt. Sie betreuen die werdenden Mütter vor und nach der Entbindung und sind über einen langen Zeitraum ein wichtiger Ansprechpartner für die ganze Familie. Den Studiengang Hebammenwissenschaft gibt es erst seit diesem Wintersemester. Zuvor konnte man den Beruf in SchleswigHolstein nur an der Michaelis-Hebammenschule in Kiel erlernen. Es ist spannend, die Akademisierung der Gesundheitsberufe mitzuerleben. Durch den Bachelor of Science werden uns viele Türen geöffnet. Der Abschluss ist international anerkannt und wir können ohne Probleme in ganz Europa arbeiten.“
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„… ETWAS MIT WIRTSCHAFT!“
Was fängt mit B an und ist absoluter Rekordsieger? Nicht Bayern München … BWL! Seit zig Jahren erfreut sich dieser Klassiker größter Beliebtheit bei Studienanfängern. Mit 238.105 Studierenden im Wintersemester 2016/17 führt das Fach die Liste der stärksten Studiengänge sowohl bei Männern als auch bei Frauen souverän an! In den bundesweiten Top 15 befinden sich noch weitere Fächer mit Wirtschaftsanteilen: Auf Platz 6 stehen die Wirtschaftswissenschaften (91.386 Studierende), auf Platz 10 folgt das Wirtschaftsingenieurwesen (67.998)
und auf Platz 13 die Wirtschaftsinformatik (56.783). Wie ist dieses Interesse zu erklären? Drei Gründe stehen im Vordergrund: 1.) Lohnniveau und Zukunftssicherheit. Die Generation Z (Jahrgang 1995 und jünger) studiert hauptsächlich in Fächern, die nach dem Abschluss höhere Gehälter und Zukunftssicherheit versprechen. 2.) Nachfrage. 70 Prozent aller deutschen Unternehmen haben Bedarf an studierten Wirtschaftswissenschaftler/-innen. 3.) Fachliches Interesse. Das Interesse an Wirtschaftsthemen ist groß, ebenso die Beteiligung junger
Leute an digitalen Wirtschaftshandlungen. Gleichzeitig punkten viele Studienangebote durch ihre inhaltliche Struktur. Spezialwissen wird kaum vorausgesetzt, sondern während des Studiums durch gezielte Schwerpunktsetzung aufgebaut (z.B. Marketing, Controlling, Personalwesen oder Logistik). Fazit: Die deutsche Wirtschaft präsentiert seit Jahren gute Zahlen, die Wirtschaftsstudiengänge im Norden ebenfalls. Wer in Hamburg und Schleswig-Holstein „etwas mit Wirtschaft“ studieren möchte, hat die die Wahl zwischen rund 200 Studiengängen!
Text Christian Dorbandt Fotos Sebastian Weimar & Eric Genzken
FH Westküste – Topspot für Wirtschaftsstudis Über die jüngste und modernste Fachhochschule Schleswig-Holsteins Sie ist erst 24, ziemlich hip und sieht gut aus … die FH Westküste in Heide! Noch ist sie mit rund 1.900 Studierenden und den beiden Fachbereichen Wirtschaft und Technik die kleinste Fachhochschule Schleswig-Holsteins, doch mit allein neun Wirtschaftsstudiengängen (6 Bachelor- und 3 Masterstudiengänge) hat sie landesweit das mit Abstand größte wirtschaftswissenschaftliche Hochschulangebot! Kein Wunder also, dass wirtschaftsinteressierte Schülerinnen und Schüler immer öfter die Zugverbindungen nach Heide googeln. ME2BE CAMPUS ist diesem Trend gefolgt, hat sich ins Schnupperstudium begeben und auf dem Campus und in den Veranstaltungen gut gelaunte Profs, Studis, wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennengelernt … 16
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Wenn aus allen Bundesländern Menschen nach Heide kommen, dann findet entweder das mittelalterliche Stadtfest, der Heider Marktfrieden, statt oder es ist Semesterbeginn an der FH Westküste. Längst hat es sich auch außerhalb Schleswig-Holsteins Grenzen herumgesprochen, dass diese Fachhochschule ein ganz besonderer Studienort ist. Besonders familiär, besonders praktisch, besonders modern und mit einem besonders großen Korb wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge ausgestattet. Wer sich für ein praxisorientiertes Wirtschaftsstudium interessiert und ein intensives Studentenleben mit Profs, Dozenten und Kommilitonen genießen möchte, der kommt an Heide nicht vorbei. Wir haben uns die Bachelorstudiengänge genauer angeschaut und liefern euch auf den kommenden Seiten wichtige Tipps und Infos dazu. 17
Betriebswirtschaft (B.A.) „Ich wollte in Norddeutschland bleiben und BWL studieren“, erzählt Malin Knöpler aus Moorrege. „Auf einer Berufsorientierungsmesse habe ich das große Studienangebot der FHW zum ersten Mal wahrgenommen. Daraufhin habe ich hier mit einer Freundin zusammen sofort ein zweitägiges Schnupperstudium absolviert. Und diese Atmosphäre hat mir so gut gefallen, dass meine Entscheidung feststand, an der FHW studieren zu wollen.“ Die Betriebswirtschaftslehre ist nach wie vor der beliebteste Studiengang Deutschlands, sowohl bei Männern als bei Frauen. Im Wintersemester 2015/16 studierten laut Statistischem Bundesamt 113.611 Frauen und 121.104 Männer dieses Fach an deutschen Hochschulen. Das BWL-Studium vermittelt betriebswirtschaftliche Grundlagenkenntnisse und allgemeine Managementfähigkeiten sowie Mathe- und Fremdsprachenkenntnisse. Rund drei Viertel aller BWL-Absolventinnen und -Absolventen steigen nach dem Studium direkt in die Wirtschaft ein.
Controlling in Excel und philosophieren nicht mehrere Wochen darüber, was Controlling eigentlich bedeutet. Learning by doing ist angesagt! Ein weiterer Punkt: Große Teile unserer Lehre finden interdisziplinär statt. Dadurch bieten sich multidisziplinäre Perspektiven auf Wirtschaft, Recht und Technik. Das ist nur möglich, weil wir nicht so riesig sind. Größere Unis könnten aufgrund höherer Studierendenzahlen so etwas gar nicht integrieren. Wenn unsere Absolventinnen und Absolventen später im Controlling oder Personalmanagement eines Unternehmens arbeiten, werden sie von genau dieser Praxisnähe profitieren. Diese Rückmeldung erhalte ich immer wieder von ehemaligen Studierenden. Viele unserer Alumni (‚Ehemalige‘ , Anm. d. Red.) haben heute tolle Jobs in der Wirtschaft, zum Beispiel als Wirtschaftsprüfer bei der KPMG, als Bezirksleiter bei LIDL oder in der kaufmännischen Leitung eines Krankenhauses.“
Praxisorientierte Veranstaltungen, kleine Seminargruppen, Gastvorlesungen und Planspiele – genau das gefällt auch Malin, die Gute Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt gerade ihr Praxissemester im Personalmarhaben auch die BWL-Studis aus Heide, wie uns keting der Stadtreinigung Hamburg absolder Prodekan des Fachbereichs Wirtschaft und viert hat. „Die kleinen Gruppen von 5 bis Studiengangleiter Prof. Dr. Hanno Drews ver12 Personen sind total sichert: „Die akademische angenehm zum Studieren. Ausbildung an unserer Unsere Dozenten kennen Fachhochschule ist pra- Unsere Dozenten uns und kommen zu uns xisorientiert ausgelegt. kennen uns und den Tisch, um Fragen Und das erwarten unsere kommen zu uns an an zu klären. Die Atmosphäre Studierenden auch. Sie ist sehr offen, locker und möchten Wirtschaftswis- den Tisch, um beinahe familiär. Besonders senschaften nicht nur Fragen zu klären. gut gefällt mir auch, dass theoretisch, sondern auch man nach dem Grundlahandwerklich erlernen. genstudium im dritten Semester viele WahlDie meisten von ihnen möchten später im möglichkeiten hat, um eigene Schwerpunkte Management eines Unternehmens arbeiten festzulegen. Das bieten andere Hochschulen und nicht in der Wissenschaft bleiben. Daher in diesem Ausmaß nicht an.“ üben wir beispielsweise ziemlich schnell das 18
Das Studienfach BWL zieht nach wie vor Studieninteressierte an die Hochschulen. Die FH Westküste hat mit ihrem BWL-Angebot ein sehr attraktives Bachelorstudium im Portfolio. Zitat Prof. Dr. Drews: „Unsere Absolventinnen und Absolventen sind ‚Macher‘ und wissen später, was eine Werbekampagne bewirkt, wie das Rechnungswesen eines Unternehmens funktioniert oder wie das Controlling organisiert werden kann!“
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Oben links: Prodekan des Fachbereichs Wirtschaft, Prof. Dr. Hanno Drews. Oben rechts: BWL-Studentin Malin Knöpler.
BWL an der FH Westküste – das heißt: Lernen, theoretisches Wissen praktisch anzuwenden!
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Wirtschaftspsychologie (B.A.) Dass die Wirtschaftspsychologie eine wichtige Disziplin darstellt, zeigt die diesjährige Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises an den US-Amerikaner Richard Thaler. Der Verhaltensökonom hatte sich viele Jahre mit der Frage beschäftigt, wie Psychologie das wirtschaftliche Verhalten jedes einzelnen beeinflusst. Im Gespräch mit Studiengangleiter Prof. Dr. Thomas Jendrosch wollten wir erfahren, was das Studium an der FH Westküste interessant macht und welche Perspektiven sich den Absolventinnen und Absolventen bieten. Herr Professor Jendrosch, was ist für Sie das Spannende an Wirtschaft und Wirtschaftspsychologie? Ich versuche Wirtschaft ganzheitlich zu begreifen. Mir ist wichtig, Menschen ein positives Wirtschaftsbild zu vermitteln. Es geht nicht nur um Manipulation und die Beschäftigung von Arbeitskräften. Es geht auch um Ideen und Unternehmensgründungen, Projekte und Innovationen. Besonders spannend finde ich wirtschaftliche Randthemen, wie Kaufsucht, Messies, Kleptomanie oder Ladendiebstahl. Warum klauen Hotelgäste die Badeseife in einem 200 Euro teuren Hotelzimmer? Mich interessieren Motive, Sehnsüchte und Abwegigkeiten menschlichen Handelns, also das, was oft im Verborgenen liegt. Der Tag beginnt mit Radiowerbung und endet mit ‚La-La-Musik‘ im Supermarkt. Ist die Wirtschaftspsychologie für Manipulation zuständig? Verhaltenssteuerung trifft es besser. Mir wird das manipulative Moment oft zu einseitig und negativ dargestellt. Dekoration, Warenanordnungen und Musik im Supermarkt sind ein uralter Hut. Das lernt jedes Kind in der neunten Klasse. Eine Filialleitung achtet darauf, dass seine Kunden sich beim Einkauf wohlfühlen, damit sie länger bleiben und mehr kaufen. Aber wenn ich mir Gäste nach Hause einlade, dekoriere ich auch den Tisch, 20
lege schöne Musik auf und sorge für angenehmes Licht. Als Konsumenten und Produzenten unterliegen wir ähnlichen psychologischen Prozessen. Sie waren 2011 an der Einführung dieses Studiengangs an der FHW beteiligt. Worum geht es in dem Studium? Im Gegensatz zur klassischen Betriebswirtschaftslehre, die sich an harten Fakten orientiert, beschäftigen wir uns mit der Frage: Welche weichen Faktoren sind, neben Planung, Effizienz oder Controlling, für einen Unternehmenserfolg ausschlaggebend? Wie können Konsumenten angesprochen werden? Um diese Fragen zu beantworten müssen wir mehr über unbewusste Wahrnehmungen und Prozesse erfahren. Dahinter steckt ein ganzheitlicher und menschengerechter Ansatz. Der Studiengang wird sehr gut angenommen. Was macht den Studiengang so besonders? Ich denke, die intensive Studienatmosphäre und der hohe Praxisbezug sind zwei hervor-
zuhebende Faktoren. Zwischen den Lehrenden und den rund 40 Studierenden gibt es ein sehr gutes Klima. Unsere Seminare sind auf 15 Leute begrenzt. Das bedeutet: ideales Arbeiten! Auch die räumliche und apparative Ausstattung ist hervorragend. Mit dem Eye-Tracking-System haben unsere Studierenden neuerdings Zugriff auf modernste Technologie zur Analyse von verhaltensökonomischen Aspekten. Und ein Wesenskern unserer Ausrichtung als Fachhochschule ist natürlich der hohe Praxisanteil im Studium. Das kommt bei unseren Studierenden gut an. Haben Sie dafür Beispiele? Jede Menge. Wir sprechen zum Beispiel nicht nur über Supermärkte, sondern besuchen sie. In der Praxis kann ich Bedürfnisse am besten erkennen und verstehen. Deshalb tauschen wir uns z. B. regelmäßig mit dem Edeka Center ‚Frauen‘ in Heide aus, Deutschlands bestem Supermarkt 2012. Im Bereich Musikmarketing untersuchen wir, welche Faktoren für einen Werbehit wichtig sind. Studierende betreiben dazu praktische Grundlagenforschung und
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Erforscht mit seinen Studierenden wirtschaftliche Prozesse aus der psychologischen Perspektive: Studiengangleiter Prof. Dr. Thomas Jendrosch.
recherchieren auf YouTube und bei GfK Media Control alle relevanten Parameter. Zusätzlich laden wir regelmäßig interessante Gäste ein. YouTube-Star Freshtorge war schon zu Gast. Vor Kurzem war die Sängerin und Songwriterin Kerstin Ott bei uns und berichtete darüber, wie der Erfolg ihre Persönlichkeit verändert hat. Auch die Satire-Redaktion von NDR Extra Drei kam schon vorbei und hat uns nun ebenfalls zu sich ins Studio eingeladen. Das muss ich noch organisieren. Was erwarten Sie von Studierenden? Ich erwarte, dass sich Studierende informieren und engagieren. Akademische Bildung erfordert, dass ich mich auch selbst um eine breite Bildung kümmere und mich nicht nur von sozialen Medien berieseln lassen. Welche Perspektiven haben studierte Wirtschaftspsychologen/-innen? Die beruflichen Perspektiven sind sehr gut. Wirtschaftspsychologen arbeiten in der Personalplanung und -entwicklung, aber auch in vielen Medienbereichen, im Bereich Marketing, Coaching oder im Produktmanagement. In Kürze erwarten wir einen Referenten aus dem Personalmanagement der Firma Otto. Er war einer unserer ersten WiPsy-Absolventen an der FHW und wird uns aus seiner Praxis berichten.
Warum klauen Hotelgäste die Badeseife in einem 200 Euro teuren Hotelzimmer?
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Immobilienwirtschaft (B.A.) „Immobilien bestimmen unser Leben. Wir leben in ihnen, arbeiten in und an ihnen. Die bewohnbare Oberfläche unseres Planeten ist nicht beliebig vermehrbar. Immobilien sind wertvoll.“ Schon die ersten Sätze über den Studiengang Immobilienwirtschaft auf der Hochschulwebseite fh-westkueste.de beschreiben die Relevanz dieses noch jungen Bachelorstudiums. Zum Wintersemester 2016/2017 wurde der Studiengang erstmalig in Heide angeboten und wurde vom akademischen Nachwuchs sofort angenommen. Diplom-Pädagoge Bernhard von Felbert, Studiengangkoordinator und Mitbegründer des Fachs an der FHW, ist überzeugt von dieser akademischen Spezialisierung. „Der Immobiliensektor hat sich über die Jahre professionalisiert und diversifiziert. Dieser Wandel verlangt Expertenwissen. Früher haben die Menschen ihre Immobilien selbst erworben, verwaltet, vermietet oder verkauft. Das ist heute in dieser Form kaum noch möglich. Umweltschutz, Verbraucherschutz, Energiebestimmungen – die gesetzlichen Auflagen sind so hoch geworden, dass sie Spezialwissen erfordern. Unsere Studierenden werden später in diesem Sektor arbeiten, zum Beispiel als Wohnungsver22
walter/-innen, Immobilienmakler/-innen, als Projektbewerter/-innen oder bei Banken und Sparkassen oder in der Bauplanung für private oder öffentliche Arbeitgeber.“ Amir, Hannes und Margaretha studieren im dritten Semester Immobilienwirtschaft und sind drei von insgesamt rund 200 Studierenden dieses Fachs. Was hat sie bewogen, sich einzuschreiben? Und wie ist die Studienatmosphäre? „Ich hatte mich für mehrere Studiengänge interessiert“, berichtet Amir aus Hamburg, „doch Immobilienwirtschaft an der FHW war für mich die beste Wahl. Das habe ich übrigens gemeinsam mit meinen Eltern entschieden. Die sahen das genauso. Mit dem Bachelorabschluss habe ich später tolle berufliche Perspektiven, zum Beispiel in den Bereichen Facility, Property, Asset- und Portfoliomanagement.“ Margaretha kommt aus Kappeln und ist auf einem großen Bauernhof aufgewachsen. „Mich haben Stadt- und Raumplanung schon immer interessiert“, sagt die 21-Jährige. „Ich könnte mir daher gut vorstellen, später im kommunalen oder privatwirtschaftlichen Bereich als
Projektentwicklerin zu arbeiten, doch es gibt auch viele andere Optionen. Was mir hier an der FHW besonders gut gefällt, sind die Atmosphäre und der Aufbau des Studiums. Wir studieren, ähnlich wie in der Schule, in Klassenstärke. So lernt man sich schnell kennen und fühlt sich nicht so fremd. Das Studium selbst beginnt mit der Vermittlung von Grundlagen, z.B. VWL und BWL sowie Mathematik, Statistik und Rechtsgrundlagen. Daneben erhalten wir aber auch Einblicke in praktische Themen, wie Bautechnik. Ab dem dritten Semester beginnt dann das persönliche Studium mit eigenen Schwerpunkten.“ Auch der Büsumer Hannes ist fasziniert vom Thema Immobilien und mit seiner Studienwahl zufrieden. „Mit Immobilien, ob zur Miete oder als Eigentum, haben alle Menschen ein Leben zu tun! Deshalb fand ich dieses Studium so interessant. Und es wird extrem spannend vermittelt, weil unsere Dozenten aus der Wirtschaft kommen und aus der Praxis berichten können. So kommen häufig interessante Diskussionsrunden zustande. Bei uns geht es eben deutlich persönlicher und familiärer zu als an größeren Hochschulen.“
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Drei aus der ersten Kohorte des Studiengangs „Immobilienwirtschaft“: die Studis Amir, Hannes und Margarteha (linke Seite, im Uhrzeigersinn) Rechte Seite: Studiengangkoordinator Dipl.Päd. Bernhard v. Felbert.
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Teuer, trendy und top-modern: Mit Hightech-Software, Computerarbeitsplätzen, Profi-Rechner und Video-Labs verfügt die FH Westküste über eine top-moderne Grundausstattung. Mithilfe der Eye-TrackingTechnologie erforschen angehende Wirtschaftswissenschaftler/-innen die Blickbewegungen von Konsumenten.
Lehrkraft Frank Simoneit: „Die Qualität der Lehre stimmt!“
Lag mit ihrer Studienwahl genau richtig: ITM-Studentin Tanja Hartmann aus Osnabrück.
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International Tourism Management (B.A.) Der Studiengang „ITM – International Tourism Management“ am Fachbereich Wirtschaft der FH Westküste liegt voll im Trend und wird von Studieninteressierten aus allen Bundesländern sehr gut angenommen. Warum? Die Tourismusbranche boomt, auch in Schleswig-Holstein. Zum fünften Mal hintereinander überstiegen die diesjährigen Sommer-Übernachtungszahlen die Vorjahreswerte. SH-Rekord! Reisen, menschliche Begegnungen, Event-Kultur, Kommunikation … kaum ein anderer Bereich liegt näher am Image junger Generationen, wie die Tourismuswirtschaft. Kein Wunder, dass ITM-Studienplätze heiß begehrt sind. Zumal das Studium in dieser Form nur an wenigen Hochschulen bundesweit angeboten wird und in Heide besonders attraktiv aufgestellt ist. Sowohl die technische Ausstattung, mit modernen Seminar- und DV-Räumen mit ausreichenden Computerarbeitsplätzen, Videolabs mit Ultra-HD-Flatscreens und moderner Eye-Tracking-Technologie beeindruckt, als auch die Nähe zum starken Tourismus-Gebiet „Schleswig-Holsteinische Westküste“ – beides absolute Pluspunkte des FHW-Studiengangs. Tanja Hartmann studiert im 5. Semester ITM. Vor dem Studium hatte die Osnabrückerin eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau absolviert. „Ich wollte anschließend unbedingt studieren, aber auch in diesem Bereich bleiben“, sagt die 23-Jährige. „Ehrlich gesagt, kannte ich Heide vorher gar nicht, doch meine
ding, und greifen deren reale Bedürfnisse Studienentscheidung war genau richtig. Das auf. Unsere Studierenden sind dann auch Studium ist richtig toll. Wir haben großartige direkt vor Ort und müssen schon mal ihre Wahlmöglichkeiten in den Modulen und es gibt Ergebnisse vor einem viele interessante VeranMit der Firma ICS, Stadtrat referieren. Mit der staltungen und ExkursiFirma ICS, die das weltweit onen mit touristischem die das weltweit größte Heavy-Metal-FesHintergrund, zum Beispiel größte Heavy-Metal- tival in Wacken veranstalnach St. Peter-Ording tet, haben wir seit Jahren oder Glückstadt. Mein Festival in Wacken festen KooperatiPraxissemester habe ich veranstaltet, haben einen onspartner. Das ist schon in Österreich bei der Full wir seit Jahren lange ein touristischer Metal Mountain GmbH Hotspot und Anziehungsabsolviert. Das war total einen festen punkt für Studierende. spannend, obwohl ich Kooperationspartner. Dort führen wir Befragunprivat eher andere Musik gen durch, können auf höre! Aber das hat mich echte Festivaldaten zugreifen, beschäftigen insgesamt noch einmal in meiner Entscheiuns mit der Planung eines Wacken-Museums dung bestärkt, später im Bereich Eventmaoder wenden vor Ort das Eye-Tracking an, nagement arbeiten zu wollen.“ um Blickbewegungen von Festivalbesuchern bei der Suche nach Notausgängen zu unterFrank Simoneit kam aus der klassischen suchen. Dieser extrem hohe Praxisanteil, Unternehmensberatung an die Fachhochkombiniert mit dem Pflicht-Auslandssemesschule Westküste und entschied sich vor ter und den nachweispflichtigen Sprachknapp 10 Jahren für eine Lehrtätigkeit am veranstaltungen in Englisch und Spanisch, Fachbereich Wirtschaft der FHW. Er hebt den zeichnet das Studium International Tourism hohen Praxisbezug hervor. „Warum wird das Management an der FHW besonders aus!“ Studium so gut angenommen? Weil die Qualität stimmt! Wir sind eine moderne HochWer Lust hat, persönliche Einblicke in das schule mit hohem Praxisbezug und können Lebensgefühl von ITM-Studis der FHW zu mit kleineren Studierendengruppen Lehrinbekommen, kann sich ja mal auf dem Youhalte sehr gut anpassen. Wir arbeiten mit Tube-Kanal der FH Westküste das Video regionalen Unternehmen und Kommunen „Abschlussjahrgang ITM 2015“ anschauen. zusammen, z.B. mit Büsum und St. Peter-Or-
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Dreimal „Triales Modell“ (von links nach rechts): Studiengangkoordinatorin Kerstin Tetens, Alumni Matthias Meyer und Studentin Leonie Schueler.
Triales Modell Betriebswirtschaft (B.A.) Wenn BWL der Klassiker deutschsprachiger Wirtschaftsstudiengänge ist, dann ist das „Triale Modell“ ein Klassiker der Fachhochschule Westküste. Seit 1996 bietet die FHW dieses Studienkonstrukt an. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Im Gegensatz zum dualen Studium (Kombination von betrieblicher Ausbildung und Studium) bildet das „Triale Modell“ eine Allianz zwischen drei Kooperationspartnern: Ausbildungsbetrieb, Hochschule und Berufsschule. Es beginnt mit einer auf zwei Jahre verkürzten Berufsausbildung bei Banken, Steuerberatungsunternehmen oder in einem Industriebetrieb, gefolgt von einem ebenfalls auf zwei Jahre verkürzten Fachhochschulstudium der Betriebswirtschaft an der FH Westküste. An wen richtet sich das Studium? Das Triale Modell richtet sich an besonders engagierte und qualifizierte Abiturientinnen und Abiturienten, die einen Berufsabschluss und den Bachelor in Betriebswirtschaft in nur vier Jahren erwerben möchten. Hierbei können über den Ausbildungsvertrag hinaus individuelle Vereinbarungen zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden getroffen werden, die eine Bindung an den Betrieb auch während des Studiums und danach ermöglichen (z.B. Praxissemester, Bachelor-Arbeit, 26
Teilzeitbeschäftigung, finanzielle Förderung). Diplomkauffrau und Studiengangkoordinatorin Kerstin Tetens kann mit jährlich bis zu 40 Studienplätzen disponieren und hat selbst das Triale Modell in Heide absolviert. „Unsere Studierenden bringen gute schulische Noten mit“, beschreibt die Dithmarscherin das Anforderungsprofil, „und zeigen auch den Willen, dieses anspruchsvolle Studienmodell erfolgreich zu beenden. Die mit Abstand meisten Studienplätze, rund 75 Prozent, werden aus dem Steuerbereich besetzt, gefolgt vom Finanzbereich und neuerdings auch für Industriekaufleute aus Industrieunternehmen. Größter Benefit sind natürlich die zwei Abschlüsse – die gewerbliche Berufsausbildung mit IHK-Abschluss und der akademische Bachelorgrad von der FHW – sowie die Zeitersparnis von zwei Jahren. Und Absolventinnen und Absolventen des Trialen Modells bieten sich auf dem Arbeitsmarkt hervorragende Karrierechancen, denn durch den Abschluss haben sie ihre hohe Leistungsbereitschaft nachgewiesen!“ Ein ehemaliger Trialer der FHW ist Matthias Meyer aus Albersdorf. Nach der Mittleren Reife absolvierte er das Abitur am BBZ Heide und entschied sich für die Kombination aus Bankausbildung und BWL-Studium in Heide. Mit 32 Jahren ist er heute Bereichsleiter
für das gesamte Privatkundengeschäft der VR Bank Westküste eG und steht bereits in jungen Jahren vor der Verleihung der Prokura. Eine außergewöhnliche Karriere, die durch das Triale Modell der FHW beschleunigt wurde. Eine aktuelle Trialerin ist die Hamburgerin Leonie Schueler. Sie hat ihre Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Elmshorner Firma Peter Kölln GmbH & Co. KGaA absolviert und steigt nun quer in das 3. Semester des BWL-Studiums mit den Schwerpunkten Controlling und Personalmanagement ein. Sie freut sich auf die studentische Zeit. „Die Inhalte und Grundlagen der ersten beiden Studiensemester habe ich bereits während der Ausbildung am rbz Steinburg in Itzehoe vorbereiten und durch Klausuren nachweisen müssen. Das war schon eine Mehrfachbelastung. Dafür kann ich mich nun aber auf das Studium konzentrieren und auch das Studentenleben genießen und muss nicht nebenbei jobben. Momentan kommt mir das Studium zeitlich richtig entspannt vor! Und auch was Heide betrifft, war ich etwas voreilig. Klar, hier gibt‘s nicht so viele Clubs wie in Hamburg, aber dafür kann ich hier alles mit dem Fahrrad erledigen und treffe überall in der Stadt meine Leute wieder. Das fühlt sich gerade alles sehr gut an!“
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Schätzt die lockere Atmosphäre in den Veranstaltungen: Student Simon Schubert.
Wirtschaftsrecht (LL.B.) Wirtschaft und Recht … das ist so eng verbunden, wie Sport und Regeln. Undenkbar voneinander zu trennen. Entsprechend groß ist der Bedarf an Rechtsexpertinnen und -experten seitens der Wirtschaftsunternehmen. Sie benötigen akademisch gebildete Fachkräfte, die sich in beiden Bereichen gut auskennen.
Sieht gute Perspektiven für Wirtschaftsrechtler/-innen: Lehrkraft Martina Haack.
Martina Haack ist Lehrkraft für besondere Aufgaben an der FH Westküste und lehrt Privat- und Arbeitsrecht im Fachbereich Wirtschaft. Sie umreißt das Studiengangprofil und die beruflichen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt: „Die Kenntnisse und Fähigkeiten, die Studierende in unserem Studiengang erwerben, sind für viele Firmen interessant, die oft schmerzhaft erfahren müssen, dass vielen Volljuristen die wirtschaftlichen Zusammenhänge fehlen. Auf der anderen Seite berichten BWL-Absolventinnen und Absolventen immer wieder, dass ihnen an vielen Stellen juristische Kenntnisse fehlen. Wir versuchen diese beiden Bereiche zu vereinen und konzentrieren uns auf wirtschaftsrechtlich
relevante Inhalte. Verwaltungs- und Strafrecht werden beispielsweise nur dort behandelt werden, wo ein konkreter, praktischer Bezug zur Wirtschaft besteht. Der Studiengang, der von uns übrigens auch in Teilzeit angeboten wird, richtet sich deshalb speziell an Personen, die im Anschluss an das Studium nicht in Kanzleien, sondern in Wirtschaftsunternehmen tätig sein wollen und beinhaltet deshalb viele praktische Module, von denen sie später profitieren werden.“ Marike und Simon studieren Wirtschaftsrecht und empfinden das Studium als besonders abwechslungsreich. „Ich wollte zwar nach der Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten im juristischen Bereich bleiben“, erzählt die Flensburgerin, „mich aber durch ein Studium noch weiterqualifizieren. Die Veranstaltungen und Vorlesungen an der FHW empfinde ich als sehr abwechslungsreich. Und ich fühle mich insgesamt als Studentin hier wunderbar eingebunden, was auch an der geringen Anzahl der Studierenden liegt. Wir pflegen ein tolles Verhältnis zu den Dozenten und auch untereinander.“ Das meint auch Simon: „Unsere Profs und Dozenten sind nicht so stereotyp und haben alle einen gewissen Charme und Humor. Das lockert die Veranstaltungen immer wieder auf!“ 27
Unter dem Titel „Legal Clinic“ steht ein praktisches Hochschulprojekt unmittelbar vor der Einführung, wie Studiengangkoordinatorin Anja Rathjen erläutert: „Mit Legal Clinic wollen wir ab dem Sommersemester 2018 eine kostenlose Rechtsberatung für Studierende durch Studierende einrichten. Unsere Fachstudierenden werden auf diesem Weg in einem geschützten Rahmen mit realen Beratungssituationen kon-
Fühlt sich als Studentin wunderbar eingebunden: Studentin Marike Kneller. Freut sich auf das Projekt „Legal Clinic“: Studiengangkoordinatorin Anja Rathjen.
FH Westküste – mehr als ein Geheimtipp Wirtschaftsstudiengänge sind generell beliebt, weil sich zu Beginn des Studiums noch niemand vorschnell auf eine spezielle Branche festlegen muss. Zeit gewinnen ergibt Sinn, denn erst im Laufe eines Studiums entwickeln Studierende ihre fachlichen Interessen und Schwerpunkte. Ein Aspekt, auf den die Fachhochschule Westküste sowohl mit ihrem Studienangebot als auch mit der Ausstattung und der Ausrichtung hervorragend reagiert. Praxisorientiertes Arbeiten mit Einbeziehung regionaler Partner, modernste Hochschulausstattung, intensive Studienbetreuung, interessante Forschungsprojekte, interdisziplinäre Ausrichtung der Lehre … und das alles in einer entspannten, familiären Atmosphäre auf einem Campus! Unser Fazit nach dem Schnupperstudium: Heide ist eine kleine, süße Stadt, mit einem großen, historischen Marktplatz und einer jungen, modernen, gut aussehenden, angesagten Fachhochschule, die Studieren in mehrfacher Hinsicht zu einem unvergessenen Erlebnis macht! 28
frontiert, denen sie auch in der Berufspraxis ausgesetzt sein werden. So können sie sowohl die Gesprächsführung als auch Recherche und Konfliktmanagement üben. Für alle ratsuchenden Studierenden ergibt sich daraus der Vorteil einer unverbindlichen und kostenlosen Beratung, zum Beispiel über Optionen, vorzeitig aus einem Handyvertrag herauszukommen oder Mietstreitigkeiten zu klären.
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Alle zusammen auf einem Campus: Mitglieder des ASTA (links) und die Studienberaterinnen der FHW.
Die Fachhochschule Westküste FHW Die Fachhochschule Westküste (FHW) wurde 1993 eröffnet und ist die jüngste und modernste öffentliche Hochschule Schleswig-Holsteins. Innerhalb kürzester Zeit hat sie sich als feste Größe in der schleswigholsteinischen Hochschullandschaft etabliert. Das Studienangebot umfasst insgesamt 9 Bachelor- und 6 Masterstudiengänge. Fachbereich Wirtschaft • Betriebswirtschaft (B.A.) • Triales Modell Betriebswirtschaft (B.A.) • Immobilienwirtschaft (B.A.) • Wirtschaftspsychologie (B.A.) • International Tourism Management (B.A.) • International Tourism Management (M.A.) • Wirtschaftsrecht (LL.B.) • Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) • Wirtschaft, Medien und Psychologie (M.A. Online-Studiengang ab SoSe 2018)
Studiengangwechsel etc. oder vermittelt an zuständige Stellen, wie z.B. das Akademische Auslandsamt, das Studentenwerk SH u.a.
Fachbereich Technik • Management und Technik (B.A.) • Elektrotechnik / Informationstechnik (B.A.) • Umweltgerechte Gebäudesystemtechnik (B.Eng.) • Automatisierungstechnik (M.Sc.) • Mikroelektronische Systeme (M.Sc.) • Green Energy (M.Sc.)
Schnupperstudium „Allen Studieninteressierten, die noch keine Hochschulerfahrung haben und sich für ein Studium interessieren, empfehlen wir, sich für ein Schnupperstudium bei uns anzumelden“, wirbt Studienberaterin Sandra Klatte. Dieses findet jährlich während der Schul-Osterferien statt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten von uns einen Studienplan und können anschließend in Vorlesungen und Veranstaltungen aus dem 2. und 6. Semester mitstudieren. Auf diesem Weg lernen sie sowohl Studierende als auch den studentischen Alltag kennen – erfahrungsgemäß eine gute Entscheidungshilfe bei der Studienwahl!“ Nächste Termine: 03. bis 05. April 2018 / 10. bis 12. April 2018
Studienberatung Die Studienberatung auf dem Campus der FH Westküste ist die erste Anlaufstelle für Studieninteressierte und Studierende. Das Team von Sandra Klatte und Janin Damms bietet persönliche und telefonische Beratung bezüglich Studienangebot, Zulassung, Einschreibung,
Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) besteht aus gewählten Studentinnen und Studenten und vertritt die Interessen aller Studierenden der FHW nach innen und außen. Das AStABüro befindet sich direkt auf dem Campus der FHW, im BWL-Tower. AStA-Angebote sind u.a.:
• Ausgabestelle internationaler Studierendenausweise • Organisation und Durchführung von Veranstaltungen (Ausflüge, Partys, Konzerte) • Organisation des kostenlosen Hochschulsports (Fußball, Badminton, Handball, Kraftzirkel, Schwimmen, Yoga, Tanzen (Jazz/HipHop), Tennis, Basketball • Herausgeber der Studierenden-Zeitung • Betreiber der AStA-Webseite • Anlaufstelle für ausländische Studierende • Vertrieb von Merchandising-Produkten • Betreiber diverser Hochschulsport-Facebookseiten
Fachhochschule Westküste FHW Fritz-Thiedemann-Ring 20 25746 Heide T: 0481/8555-141 / -133 E. beratung@fh-westkueste.de W: www.fh-westkueste.de F: facebook.com/FachhochschuleWestkueste
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Kroatien by bike! Auf alten Motorrädern quer durch Europa „Hey, ich bin Henning und studiere Wirtschaftsinformatik (M.Sc.) an der Universität Hamburg. In meiner Freizeit bastle ich mit meinen Kumpels an alten Motorrädern herum und im Sommer cruisen wir dann für einige Tage durch Europa. Wir waren schon in Prag, Wien, Amsterdam, Paris und beim Wheels & Waves-Festival in Biarritz. 2017 wagten Fynn, Willy und ich erstmals den Weg über die Alpen. Ziel: Dubrovink in Kroatien. Unsere Bikes: Fynn fuhr eine BMW K 100, Willy eine Yamaha XT 500 und ich selbst eine Honda CB 500. Ganz ernsthaft … die Tour war der pure Wahnsinn und ein echtes Abenteuergemisch aus Benzin und Luft! Zehn Tage auf Achse. Wenig Gepäck. Auf 40 Jahre alten Motorrädern, angetrieben von 500er Kubikmotoren.“
Links: Henning Krohn (29) aus Hamburg. Studium: Wirtschaftsinformatik (B.Sc.) an der HAW. Wirtschaftsinformatik (M.Sc.) an der Uni Hamburg. Berufswunsch: Unternehmensberater. Rechts: Get your motor runnin‘. Head out on the highway. Lookin‘ for adventure …
Text Christian Dorbandt Fotos Eric Genzken
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Links: Panne kurz vorm Ziel. Vier Stunden Fehlersuche und Reparatur. Die kroatische Hitze hatte den Zündkondensator von Willys XT 500 lahm gelegt. Zum Glück hatten wir das passende Ersatzteil dabei!
Unten: Verpflegungspause am Straßenrand. Obst und Gemüse direkt von den slowenischen Feldern.
Traumhaft schönes Europa „Absolute Highlights auf der Tour waren die Naturerlebnisse. In den Alpen fuhren wir auf 2.600 Metern Höhe, direkt durch eine Wolkendecke! Ein paar Stunden später genossen wir die strahlende Sonne im norditalienischen Grado an der Adriaküste. Unsere Tour führte uns insgesamt durch Österreich, Italien, Slowenien, Bosnien und Kroatien. Besonders beeindruckt waren wir von der Schönheit Sloweniens! Übernachtet haben wir übrigens in Wohnungen und Zimmern, die wir uns mittags über Airbnb gebucht haben. Von den Einheimischen wurden wir überall herzlich empfangen. Drei Typen aus Hamburg auf so alten Motorrädern – das war schon ziemlich auffällig. Andere Biker, die wir trafen, haben uns für völlig verrückt erklärt! Egal, die Tour war klasse und nächstes Jahr geht‘s über die alten Schmuggelwege, über die Schweizer Alpen bis nach Marrakesch!“
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ICH WILL KREATIV STUDIEREN !
Wie heißt es so schön: „Das wahre Genie ist kreativ und systematisch zugleich!“ Kreative Berufe haben eine magische Wirkung auf junge Menschen. Jungsein heißt, offen für Neues sein. Ausprobieren statt auswendig lernen. Stell dir vor, du könntest kreativ arbeiten, als Schauspielerin, Videoblogger, Modedesignerin, Fotograf, Malerin oder Hair&Make-up-Artist? Ganz ehrlich, wer hat noch
nie davon geträumt? Doch in welchen Studiengängen kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen? Während Kunsthochschulen nach wie vor als ‚Mütter‘ aller kreativen Studiengänge fungieren, erweitern auch viele andere staatliche und private Hochschulen den Anteil kreativer Übungen und Forschungsprojekte. Fest steht: Die Generation Z träumt nicht
nur von einem kreativen Dasein nach der Uni. Schon während des Studiums soll es möglichst gestalterisch zugehen. Dafür entwickeln Hochschulen zunehmend Kurse und Module mit Raum für das Ausprobieren. „Make almost everything!“, lautet das Motto der Maker-Szene. In der Tat gibt es diese neue Lust am Selbstmachen. Neben der klassischen akademischen Anforderung, selbst zu denken.
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„Niemand hinterfragt mehr, welche Funktion ein kaputtes Bauteil hatte und ob man es vielleicht selbst austauschen kann. Wir schon.“ (Prof. Dr. Torsten Steffen)
Hochschule Flensburg: Neues Mekka für Maker! Interessante Einblicke in die Bachelorstudiengänge Maschinenbau (B.Eng.) und Energiewissenschaften (B.Sc.) an der Hochschule Flensburg (HSFL) Angenommen, es gäbe eine Zeitmaschine. Wohin würden die Menschen reisen? Ins antike Rom, ins mittelalterliche Haithabu oder in das Flensburg der Zukunft? Keine Ahnung. Vermutlich wird‘s Zeitmaschinen nie geben. Aber wenn doch, werden Maschinenbauer/-innen sie konstruieren und Energiewissenschaftler/-innen ihre Antriebsenergie planen und überwachen. Und sicherlich hätten beide vorher an der Hochschule Flensburg studiert. Dort genießen Studierende beider Studiengänge hervorragende Möglichkeiten, u.a. in einem FabLab namens ‚IDEENREICH‘! 37
Text Christian Dorbandt Fotos Frieder Dillmann & Ecic Genzken
Maschinenbau (Bachelor of Engineering) Der Maschinenbau gehört zu den größten Industriezweigen in Deutschland. Werkzeugmaschinen, Antriebstechnik, Fördermittel, Kälte- und Lufttechnik – deutsche Maschinen und entsprechendes Know-how gelten weltweit in vielen Industriebereichen als ‚State of the Art‘. Bundesweit arbeiten rund 1 Million Beschäftigte in ca. 6.700 Maschinenbauunternehmen und erwirtschafteten 2016 einen Umsatz von über 220 Milliarden Euro. Gute Gründe, um ein Maschinenbaustudium zu absolvieren, zum Beispiel an der Hochschule Flensburg. Ihre Spezialität: Praxisorientierte Team- und Projektarbeit in angenehmer Atmosphäre!
Maschinenbau – das Studium für Technikbegeisterte Professor Dr. Torsten Steffen lehrt seit 2015 Maschinenbau an der Hochschule Flensburg und verkörpert das, wofür die Hochschule steht: Team- und Projektarbeit, Praxisbezug und Leidenschaft für die Sache sowie persönliche Nähe zu Professoren! Doch was ist das Besondere an Deutschlands nördlichstem Maschinenbaustudium? „Wir bieten durch viele Studien- und Projektarbeiten einen sehr großen Anteil an Praxis“, betont der ehemalige Entwicklungsingenieur für innovative Bremssysteme, der nach seiner Industrietätigkeit 14 Jahre lang als Professor an der Hochschule Emden-Leer tätig war. „Eine derart praktische Ausrichtung haben nicht viele andere Maschinenbaustudiengänge, denn durch die Reduzierung von 8 auf 7 Semester im Übergang von Diplom zu Bachelorabschluss gingen andernorts große 38
Praxisanteile verloren. Doch gerade Praxiserfahrungen sind heutzutage ein hohes Gut. Wenn ich mich an meine Jugend erinnere, haben wir vieles selbst repariert – erst das eigene Fahrrad und später den Mixer von Mutti, bei dem ein Lager kaputt gegangen war. Das praktische Prinzip: ‚Problem erkennen, Problem lösen‘ findet heute kaum noch statt. An defekte Maschinen werden elektronische Diagnosegeräte angeschlossen. Niemand hinterfragt mehr, welche Funktion ein kaputtes Bauteil hatte und ob man es vielleicht selbst austauschen kann. Wir schon. Das Potenzial ist bei vielen jungen Leuten da! Unsere Motivation ist es, Grundlagen zu schaffen und durch den hohen Praxisbezug die Fähigkeit herauszubilden, gute Lösungen hervorzubringen.“
Das FabLab – eine fabelhafte Idee Die Hochschule Flensburg hat einen neuen Hotspot – das FabLab. Es trägt den schönen Namen ‚Ideenreich‘ und wurde in einem komfortablen Container-Pavillon am Parkplatz des H-Gebäudes neu errichtet. Es steht allen Studierenden, außerhalb der Veranstaltungen, an jedem Mittwoch- und Donnerstagnachmittag, offen. Dann können Equipment, Rechner und 3D-Drucker frei genutzt werden, auch für private Zwecke. Klar, dass das gut ankommt! „Das FabLab ist richtig genial!“, findet Student Christopher Koop. „Dadurch erhöht sich noch einmal der Praxisbezug und man hat noch mehr Möglichkeiten. Es bedarf nur einer Einweisung in die Anwendung von CAD-Programmen und dann kann man loslegen … ohne eigene Programmierung oder Fertigung! Ich bin davon total begeistert!“
Mithilfe der 3D-Druck-Technologie können im FabLab der Hochschule Flensburg Dinge in additiver Fertigung hergestellt werden – ein Mega-Trend und gleichzeitig eine Technologie, die noch in den Kinderschuhen steckt! Die „Maker-Szene“, jene bastelaffine Subkultur, die sich dem Do-it-yourself-Prinzip verschrieben hat, findet weltweit in Hackerspaces, Makerspaces und FabLabs statt. Mehr als ein Hauch dieser Szene weht nun auch auf dem Flensburger Sandberg-Campus. Zitat Professor Steffen: „Manchmal sehe ich hier noch Studierende um 22 Uhr, die an Drohnen basteln oder Ersatzteile für zerbrochene Gegenstände konstruieren.“ Klingt praktisch. Ist es auch.
Sehr gute Perspektiven nach dem Studium „Nach dem Bachelor ist vor dem Master!“ Das gilt auch für Maschinenbauabsolventen, die mit Wind Engineering und Systemtechnik zwei weiterführende Masterstudiengänge an der HSFL wählen können. Doch auch der Bachelor allein ist berufsqualifizierend und führt in viele verschiedene Bereiche: Entwicklung, Konstruktion, Simulation, Berechnung und Fertigung sowie Vertrieb und Service bis hin zu Tätigkeiten als Werkstoff- oder Recyclingexperten. Fest steht: Absolventinnen und Absolventen sind nach dem Studium extrem breit aufgestellt und erhalten nicht selten erste Arbeitsangebote der Industriepartner im Praxissemester. „Ein großer Vorteil des Fachhochschulstudiums!“, wie Professor Steffen betont. Industrieunternehmen und Studierende lernen sich sechs Monate lang kennen und wissen anschließend, welche Qualität sie verpflichten.
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Oben: Hat mit der Einführung des FabLabs ins Schwarze getroffen: Prof. Dr. Torsten Steffen. Unten: In der riesigen Maschinenhalle auf dem Campus arbeiten Studis der Studiengänge Maschinenbau und Energiewissenschaften an Antriebsund Strömungsanlagen sowie vielen anderen Maschinen.
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Energiewissenschaften (Bachelor of Science) Wer „Energie“ studieren will, muss zunächst Energie in die eigene Studienentscheidung investieren! Bundesweit haben Schülerinnen und Schüler, die sich für „Umwelt und Energie“ interessieren, die Wahl zwischen 102 unterschiedlichen Bachelor- und Masterstudiengängen! Attraktiv präsentiert sich der Bachelorstudiengang „Energiewissenschaften“ der Hochschule Flensburg. Warum? Das erklärt Prof. Dr.-Ing. Ilja Tuschy, Professor am Fachbereich Energie und Biotechnologie der Hochschule Flensburg im Gespräch mit ME2BE CAMPUS … ME2BE: Herr Professor Tuschy, die Energiewende gilt als die zentrale politische Aufgabe der Zukunft. Die Themen Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Elektro-Mobilität werden uns in den kommenden Jahren stark beschäftigen. Das Studienangebot ist groß, Fachkräfte werden gesucht. Was bietet der Studiengang Energiewissenschaften an der Hochschule Flensburg? Prof. Tuschy: Unser Studiengang bildet eine gute Grundlage für die vielfältigen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt! In den ersten drei Semestern erarbeiten sich Studierende die fachlichen Grundlagen. Dabei stehen mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer ebenso auf dem Lehrplan, wie breit angelegte Grundlagen der Ingenieurwissenschaften und eine Einführung in die Wirtschaftswissenschaften. Hinzu kommen Fächer wie Projektmanagement und Englisch, die Studierende im Beruf später genauso brauchen. Ab der zweiten Hälfte des dritten Semesters spezialisieren sie sich auf eine der drei Studienrichtungen: Elektrische Energiesystemtechnik (EES), Energie- und Umweltmanagement (EUM) oder Regenerative Energietechnik (RET). Wie sonst keine andere Hochschule, vermitteln wir einen mehrdimensionalen, interdisziplinären Blick auf Energie und Umwelt, damit unsere Ingenieurinnen und Ingenieure in ihrem Berufsleben zu guten Lösungen kommen. 40
Wie beurteilen Sie Qualität und Ausstattung des Studiengangs? Unser Curriculum und der hohe Anteil an Wahlmöglichkeiten ermöglicht Studierenden ein individuelles Studium. Durch unsere Forschungsumgebung wird zusätzliche Qualität generiert. Sowohl das Wind Energy Technology Institute (WETI) als auch das Zentrum für nachhaltige Energiesysteme (ZNES) bringen Bewegung in die Forschung, rund um das Thema Erneuerbare Energien. Unsere Studierenden sind an zahlreichen Forschungsprojekten direkt oder indirekt beteiligt. Lehre und Forschung – beides ist uns wichtig! Wir bieten kleine StudiengrupAn der Hochschule pen und pflegen einen sehr persönlichen Kontakt zu den Flensburg lernen sich Studierenden. Wer eine Frage schon im Studium hat, braucht nur anzuklopfen und muss sich nicht durch vier diejenigen kennen, die Vorzimmer kämpfen, um eine später in der Praxis Audienz beim Professor zu in Umwelt- und erhalten. Und ein besonderes Zugpferd Energieprojekten ist natürlich die außergezusammenarbeiten wöhnliche Ausstattung unseres Fachbereichs. Mit eigener werden. Windenergieanlage auf dem Campus, Photovoltaikanlagen, Solarkollektoren, Brennstoffzellen, Erdwärmepumpen, Gasturbinen, Motoren und Laboren bietet die
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Praktische Anschauung auf dem Dach des D-Gebäudes: Prof. Dr. Ilja Tuschy vor den hochschuleigenen Solarpanels und Röhrenkollektoren.
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Hervorragend ausgestattet: Energiewissenschaften an der Hochschule Flensburg.
Hochschule Flensburg in diesem Sektor exzellente Studienbedingungen! Wie bewerten Sie generell die Zukunftsperspektiven in der Umwelt- und Energiebranche? Die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sind gut. In Industrie und Wirtschaft werden in den kommenden Jahren viele Fachkräfte benötigt. Trotz jüngerer Stellenverluste im produzierenden Gewerbe, hauptsächlich im Bereich Photovoltaik, übertreffen die echten Arbeitsmarktzahlen nach wie vor die optimistischsten Prognosen. Die Energiebranche hat sich hervorragend entwickelt und bietet gerade für Schleswig-Holstein tolle Zukunftschancen. Welche konkreten Berufsaussichten gibt es nach dem Bachelorabschluss? In welchen Bereichen werden Energiewissenschaftler später arbeiten? Zunächst können Absolventen nach dem Bachelorabschluss ihre akademische Ausbildung bei uns auf dem Campus fortsetzen, z.B. in unseren Masterstudiengängen ‚Systemtechnik‘ und ‚Wind Engineering‘ oder in ‚Energie- und Umweltmanagement‘ an der Europa-Universität Flensburg. Das kann sogar bis zum Doktortitel führen. Doch auch der Bachelor qualifiziert bereits für den Facharbeitsmarkt: Absolvent/-innen mit Schwerpunkt Energie- und Umweltmanagement arbeiten später oft als Projektmanager und bewerten beispielsweise Energieprojekte. Der Schwerpunkt Regenerative Energietechnik qualifiziert zum Beispiel für die Planung ganzer Anlagen, während Ingenieure aus dem Bereich Elektrische Energietechnik sich eher mit anderen Komponenten 42
beschäftigen, etwa mit der Regelungstechnik einer Windenergieanlage. Wenn sie sich im Berufsleben wiedertreffen, profitieren unsere Absolventen von dem breit angelegten Studium mit den drei Fachrichtungen. Vorteil für alle zukünftigen Kaufleute, Managerinnen und Manager, Ingenieurinnen und Ingenieure und Projektleiterinnen und Projektleiter: An der Hochschule Flensburg lernen sich schon im Studium diejenigen kennen, die später in der Praxis in Umwelt- und Energieprojekten zusammenarbeiten werden. Es geht darum, Gemeinsamkeiten zu schaffen und sich nicht voneinander abzugrenzen. Je besser man weiß, welche Anforderungen in anderen Arbeitsbereichen gestellt werden, desto erflogreicher gestaltet sich die Zusammenarbeit!
Erhalten Sie eigentlich Feedback von Absolventen, und wenn ja, welches? Ja, absolut. Wir halten Kontakt. Mittlerweile arbeiten viele ehemalige Studenten und Studentinnen in Unternehmen, Ministerien und Betrieben, mit denen wir zusammenarbeiten. Vor Kurzem haben wir das 20-jährige Jubiläum unseres Studiengangs gefeiert, offen für alle Studierende und Ehemaligen. Daran kann man übrigens auch sehen, wie lange wir an der Hochschule Flensburg das Thema Energie und Umwelt auf dem Studienplan haben! An diesem Tag war ich zufällig am Flensburger Bahnhof und erlebte, wie ein Zug einlief, aus dem überall unsere Ehemaligen ausstiegen. Da ist mir echt das Herz aufgegangen!
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Die Hochschule Flensburg Die Hochschule Flensburg ist die nördlichste Fachhochschule Deutschlands und eine der renommiertesten Einrichtungen der regionalen Fachkräfteausbildung. Zurzeit studieren hier rund 4.000 Studierende, der Anteil weiblicher Studenten liegt bei rund 25 Prozent. Das Studienangebot umfasst 10 Bachelor- und 8 Masterstudiengänge: Bachelor • Angewandte Informatik • Betriebswirtschaft • Biotechnologie-Verfahrenstechnik • Energiewissenschaften • Internationale Fachkommunikation • Maschinenbau • Medieninformatik • Schiffstechnik • Seeverkehr, Nautik und Logistik • Wirtschaftsinformatik
ein Studium? Wie kann ich BAföG beantragen? Und was soll ich eigentlich studieren?
Master • Angewandte Informatik • Biotechnology and Process Engineering • Business Management • eHealth • Intermedia & Marketing • Internationale Fachkommunikation • Systemtechnik • Wind Engineering • Automatisierungstechnik (in Kooperation mit der FH Westküste)
• Studierendensekretariat (beantwortet alle Fragen rund um das Studium) • Info Point (offene Anlaufstelle, InfoMaterial, Abgabe von Unterlagen) • Studienberatung (termingebundene und offene Studienberatung für Schüler/-innen, Studierende und Studieninteressierte) • Psychosoziale Studienberatung (unterstützt bei Ängsten und Problemen) • Stipendienberatung (informiert und berät zu Stipendien) • CampusCareer (informiert über Praktika, Jobangebote und den Berufseinstieg)
Was sind Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium an der Hochschule Flensburg? Was ist ein Probestudium? Wie viel Credit Points brauche ich pro Semester? Wie wechsle ich
Wer sich mit dem Thema Studium beschäftigt, hat besonders am Anfang viele Fragen und benötigt dringend Antworten. Um alle Fragen von Studieninteressierten und Studierenden schnell und kompetent beantworten zu können, hat sich der Studierendenservice der Hochschule Flensburg besonders serviceorientiert aufgestellt:
Bereich Studierendenservice, „sind mit allen Abteilungen gut verzahnt und kommunizieren offen und serviceorientiert. Wir bieten Studierenden und Studieninteressierten eine ausführliche Studierendenberatung und haben mit dem Info Point auf dem Campus eine offene und schnelle Empfangs- und Anlaufstelle. Und wir präsentieren das Hochschulangebot auf Bildungsmessen, in Schulen und beraten auch telefonisch. Zu Beginn des Studiums bieten unsere Mentoring-Programme Orientierung und Unterstützung." Hochschule Flensburg Kanzleistraße 91-93 24943 Flensburg Telefon: +49(0)461 805 - 01 Telefax: +49(0)461 805 - 1300 E-Mail: studierendensekretariat@hs-flensburg.de, studienberatung@hs-flensburg.de, infopoint@hs-flensburg.de Web: www.hs-flensburg.de Facebook: www.facebook.com/hsflensburg/
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„Wir sind dicht an den Studierenden", sagt Sylvia Rußbüldt, Abteilungsleiterin für den 43
Text Christian Dorbandt Foto Eric Genzken
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„Wir suchen Leute mit Hunger auf Zukunft!“ Im Gespräch mit dem Präsidenten der Muthesius Kunsthochschule in Kiel über Kunst, Kreativität und Offenheit. In Wäldern gibt es Bäume. An Kunsthochschulen gibt es kreative Studiengänge. Keine Frage. Das ist logisch. Doch an wen richtet sich das Studienangebot? Und welche Perspektiven ergeben sich daraus? ME2BE: Hallo, Herr Dr. Zerbst. Vielen Dank für die Einladung. Ein aktuelles Thema von ME2BE CAMPUS lautet „Kreative Studiengänge“. Klar, dass wir bei Ihnen fündig werden, denn ‚Kreativität‘ ist in der DNA von Kunsthochschulen verankert. Wie verwenden Sie diesen Begriff? Dr. Arne Zerbst: Ich bemühe das Wort ‚Kreativität‘ ungern. Kreativ sind alle und kreative Studiengänge gibt es viele. Auch der Alttestamentler braucht Kreativität bei einer Hebräisch-Übersetzung. Natürlich besitzen wir als Kunsthochschule eine gewisse Kernkompetenz in Sachen Kreativität. Ich denke, dass wird uns auch von außen zugestanden. Persönlich verwende ich lieber die Formulierung „anders denken“ oder „neu denken“. Was bedeutet das zum Beispiel für Schülerinnen und Schüler, die sich für ein Studium an der Muthesius Kunsthochschule interessieren? An wen richten sich Ihre Angebote? Wir suchen junge Menschen, die anders denken. Unser Angebot richtet sich an Personen, die anders sind, neugierig und daran interessiert, die Zukunft mitzugestalten und zu verändern. Etwas Neues schaffen, bedeutet auch gleichzeitig immer, etwas Bestehendes zu verändern. Wir suchen Leute mit Hunger auf Zukunft! Sie selbst haben nach der Schulzeit Philosophie, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Braunschweig studiert. Warum haben Sie sich dafür entschieden? Ich bin meinen eigenen Interessen gefolgt. Zu studieren, wofür man sich brennend inter-
essiert – das werde ich auch meinen Kindern empfehlen, falls sie später studieren möchten. Für die Philosophie habe ich mich entschieden, weil ich mich von vielen Wissenschaften angezogen gefühlt habe! Ich habe stets Verbindungen und Zusammenhänge gesucht, um den historischen Horizont der Ideen besser erkennen zu können. Und auch das ‚Freie‘ hat mich an der Philospohie immer interessiert.
mittelständische Unternehmen in ihrer Stellenbesetzung zukünftig mutiger werden und Muthesius-Absolventen in ihre Teams holen.
Für welche männlichen oder weiblichen Philosophen, Schriftsteller oder bildenden Künstler interessieren Sie sich besonders? Ach, das ist so ein weites Feld! Aber okay, ich versuche mal eine spontane Auswahl zu treffen: Aktuell lese ich gern die philosophischen Texte von Slavoj Žižek. Das ist ein unglaublich Welche Bedeutung hat eine Kunsthochschulorigineller Kopf und tendenziell ‚Verrückter‘, ausbildung? Welche beruflichen Perspektiden ich in Berlin und München persönlich ven bieten sich Muthesius-Absolventen? getroffen habe. Ja, und Schelling ist natürlich Kunsthochschulen haben eine starke geselleine alte Liebe von mir. schaftliche Relevanz. Sie sind LaboratoIn der Literatur nenne ich zunächst mal die rien für Zukunft und Offenheit. Studierende Autorinnen und Autoren, die wir aktuell in können bei uns genau das einüben, was die unserer Reihe Sprachkunst an der MutheGesellschaft braucht: Offen sein und sich einsius Kunsthochschule begrüßen: Ijoma Manbringen! Sie bewegen sich dabei permanent gold, Mariana Leky und in dem Bereich zwischen Sasha Marianna Salzmann. Machen und Denken. Wir Studierende können Besonders geprägt haben geben ihnen den Raum bei uns genau das mich in der Literatur die und die Freiheit, sich zu einüben, was die Werke von Hölderlin und künstlerischen PersönKafka. lichkeiten zu entwickeln, Gesellschaft braucht: Und im Bereich der Bildie eine produktive Offen sein und denden Kunst erinnere ich Wucht entfalten können. mich an eine prägende Gerade deshalb fördern sich einbringen! Begegnung mit den Werken Francis Bacons. wir unsere Absolventinnen und Absolventen, In einer Ausstellung in Washington D.C. um in vielen unterschiedlichen Arbeits- und befand ich mich plötzlich „inmitten“ eines Lebensbereichen Beschäftigung zu finden. Selbstbildnisses. Durch konzeptionelle VerSie sind es, die unsere Zukunft maßgeblich spiegelungstechnik begegnete ich mir selbst prägen werden. Man braucht sich nur an die – diese existenzielle Wucht hat mich voll eigene Schulzeit zurückzuerinnern. erwischt! Welche Lehrer bleiben in Erinnerung? Nicht selten doch die Kunstlehrerinnen und -lehrer. Warum? Weil sie an Kunsthochschulen studiert haben! Ich würde mir wünschen, dass 45
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Die „Auseinandersetzer“ Gedanken, Gespräche und Beobachtungen über das Studieren an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Die Muthesius Kunsthochschule Kiel ist die einzige Kunsthochschule in Schleswig-Holstein. Zurzeit sind dort rund 660 Studierende eingeschrieben. Das Studienangebot umfasst fünf Studiengänge: Kunst (Lehramt), Freie Kunst, Industriedesign, Kommunikationsdesign und Raumstrategien. Auf ihrer Startseite heißt es: „Das übergeordnete Ziel der Muthesius Kunsthochschule ist es, durch künstlerisch-gestalterische Entwicklungs- und Forschungsvorhaben als Kristallisationspunkt für Arbeiten und geistige Auseinandersetzungen auf den Gebieten der Kunst, der Raumkonzeption und des Design zu wirken.“ Was heißt das? Und wie wird das praktisch umgesetzt? ME2BE Campus hat Studierende auf dem Campus in der Legienstraße getroffen und deren Semesterarbeiten bestaunt. Wer schon mal eine besucht hat, der kennt sie … diese typische Atmosphäre in Kunsthochschulen! Lange Flure, viele Räume, hohe Decken, große Flächen, – es hallt, wenn man spricht. Jede Kunsthochschule ist ein eigener Kosmos und diese „freie“ Atmosphäre, diese Mischung aus Leere und Fülle, trist und magisch zugleich, bestimmt oft den ersten Eindruck. Die Chance auf einen zweiten Eindruck bietet die Muthesius Kunsthochschule Kiel am Ende jedes Sommersemesters. Dann öffnet sie ihre Atelier- und Werkstatttüren und lässt die Studis ihre Arbeitsergebnisse präsentieren. In einem Raum voller iMacs und Flatscreens treffen wir Jonas Fischer. Er studiert im 3. Semester Kommunikationsdesign und präsentiert seine Arbeit unter dem Projekttitel ‚Das Gestalter-Portrait‘. „Aufgabe war es“, berichtet der 21-Jährige, „sich mit der Arbeit eines männlichen oder weiblichen Designers, Filmregisseurs, Schriftstellers oder sonstigen ‚Gestalters‘ auseinanderzusetzen. Dabei sollten wir versuchen, deren Stil in einer eigenen Arbeit zu adaptieren. Ich habe mich der Arbeit von Susan Kare gewidmet, die Mitte der 1980er Jahre als Creative Director bei Apple das Design der ersten Mac-Nutzerober-
flächen entwickelt hat. Meine Überlegung war, diese ersten Mac-Icons in der typischen Pixel-Optik auf die Oberfläche eines iPhones zu übertragen.“
Kunststudent auf Lehramt. „Ich komme aus Mönkloh. Das ist ein kleiner Ort, in der Nähe von Bad Segeberg. In meiner Arbeit setze ich mich mit selbst gesammelten Motiven aus meinem Umfeld auseinander, die ich beobachte, fotografiere und skizziere. Anschließend füge ich die einzelnen Teile auf der Leinwand in einem neuen Kontext zusammen. So entsteht eine neue Bildwelt.“
In einem Raum voller Zeichnungen, Bilder und Fotocollagen treffen wir Tami und Johann. Tami Santarossa studiert Freie Kunst und präsentiert eine Fotocollage mit einhundert Fotos. „Ich habe eine Aufgabe gewählt, Studieren an der Muthesius Kunsthochschule die ich über einen längeren Zeitraum bearin Kiel – das ist etwas Besonderes und hat beiten konnte, nämlich über ein ganzes Jahr permanent etwas mit ‚Auseinandersetzung‘ lang. Die Arbeit heißt ‚100 Tage Ich‘. Nach zu tun: mit allen dem Tagebuchprinzip habe Ich hab mich erdenklichen Themen, ich jeden Abend ein Foto mit dem Leben, dem von mir selbst gemacht. Das mit mir selbst Ergebnis ist ein Sammelsuauseinandergesetzt, Tod, mit anderen und sich selbst. Dr. Arne rium meiner Stimmungen Zerbst, Präsident der und Empfindungen während um mir bewusst Muthesius Kunsthochdes 2. Semesters. Dieses zu machen, wie schule, nennt diese Zweite ist für uns deshalb so es mir geht! Auseinandersetzung intensiv, weil danach grundden ‚Prozess zwischen Machen und Denken‘. sätzlich entschieden wird, ob wir das Stu„Unser Tun ist immer im Werden!“, sagt der dium fortführen können oder nicht. Ich hab promovierte Philosoph, „und wird daher nie mich mit mir selbst auseinandergesetzt, um fertig!“ mir bewusst zu machen, wie es mir geht!“ Johann Haberlah hat sich mit einem Thema aus der Malerei auseinandergesetzt. „Ich bin sehr ländlich aufgewachsen“, erzählt der 47
Lernen, Technik kreativ zu gestalten. Kreative Studiengänge im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik an der Fachhochschule Kiel
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Text Christian Dorbandt Fotos Frieder Dillmann
Mit rund 7.100 Studierenden ist die FH Kiel die größte staatliche Fachhochschule Schleswig-Holsteins. Allein im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik studieren aktuell 1.328 Studierende in vier Bachelor- und zwei Masterstudiengängen. Das Angebot richtet sich grundsätzlich an studieninteressierte MINT-Fans (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Gute Mathe- und Computerkenntnisse sind hier klassischerweise von Vorteil. Hilfreich sind aber auch weichere Skills: zum Beispiel das Interesse an kreativer Gestaltung von Technik sowie der Spaß am praxisorientierten Lernen und Ausprobieren!
Prof. Dr. Robert Manzke.
FH Kiel, Grenzstraße 5, Kiel-Dietrichsdorf, Gebäude 12 und 13 – Einblicke in den Fachbereich Informatik und Elektrotechnik. Im Labor für Robotik tüfteln drei Studierende an einem Prototypen und bestücken eine Platine mit Dioden und Schaltern. Nebenan im Mind Lab steckt eine Gruppe Studierender ihre Köpfe zusammen und brainstormt an einem mobilen Stehtisch-Würfel, mit Zugriff auf freischwingende Stromquellen und interaktive Whiteboards. Umgeben von E-Gitarren und E-Drums trifft sich die AG ‚Creative Technologies‘ im Soundlabor. Hier werden Schaltungen in einem Audioboard installiert und Sound Engineering betrieben. Währenddessen nutzen die Studis des Wahlpflichtkurses ‚Makertechnologien‘ die 3D-Drucker im Maker Lab. Wo man auch hinblickt: Überall selbständig und kreativ denkende Studis in Action! Ihre Studiengänge: Elektrotechnik (B.Eng.), Informationstechnologie (B.Sc.), Mechatronik (B.Eng.) und Technologiemanagement und -marketing (B.Eng.). Studiengangkoordinator Prof. Dr. Robert Manzke lehrt Informatik und ist Leiter der
AG ‚Creative Technologies‘. Er selbst studierte nach dem Abi an der FH Kiel. „Zum Studium bin ich über die Musik gekommen“, berichtet der promovierte Informatiker. „Ich bin ein Elektro-Fan. Angefangen hat das wahrscheinlich mit den Vangelis-Platten meines Bruders. Diese elektronischen Klänge haben mich fasziniert. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass mich die klangerzeugende Technik noch stärker interessiert als die Musik selbst. Deshalb habe ich Elektrotechnik studiert – um herauszufinden, wie ich diese Töne selbst produzieren kann. Eigenmotivation, Spaß am kreativen Umgang mit Technik und die Offenheit für andere technische Richtungen … auf diesen Säulen steht auch das Studienangebot der FH Kiel. Unsere Elektrotechnik- und Informatikstudierenden genießen hier eine breit ausgerichtete Kombination aus praxisorientiertem Studieren, intensiver Betreuung, Top-Ausstattung und einem hohen Anteil an fachübergreifender Lehre und Forschung. Das versetzt sie dazu in die Lage, später über den Tellerrand ihrer Studiengänge hinwegzuschauen und in kreativen Teams in den unterschiedlichsten Branchen zu arbeiten. Es geht immer um die Fragen: ‚Was steckt hinter dieser Technologie? Wie kann ich Software und Hardware kreativ gestalten und zu guten Ingenieurlösungen kommen? Um die enge Verzahnung zwischen unserem Fachbereich und dem Fachbereich Medien zu ergänzen, werden wir in Kürze zusätzlich den Bachelorstudiengang ‚Medieningenieur/-in‘ anbieten.“
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Es gibt einen hohen Anteil an Projektarbeiten und selbständigem Lernen.
Lasse Hochfeldt studiert den Masterstudiengang Mechatronik. Christian Selmke ist Student im Bachelorstudiengang Elektrotechnik mit Schwerpunkt Technische Informatik. Beide sind von der Studienatmosphäre und dem Praxisbezug an der FH Kiel begeistert. „Es gibt einen hohen Anteil an Projektarbeiten und selbständigem Lernen“, meint der 25-jährige Lasse aus Altenholz-Stift. „Auf diese Weise lernt man, meiner Meinung nach, viel mehr als in Vorlesungen“. Auch Christian (24) fühlt sich in seinem Studium wohl: „Mir macht das Elektrotechnik-Studium an der FH Kiel echt Spaß. Vor allem der Schwerpunkt Technische Informatik gefällt mir richtig gut. Sorgen um meine Zukunft mache ich mir keine. Dazu sind die Berufsaussichten zu gut.“ Dies unterstrich zuletzt auch Ansgar Hinz, CEO des Technologieverbandes Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE): „Absolventen können sich ihr Wunsch-Unternehmen nahezu aussuchen, nicht umgekehrt. Die Zeiten waren damit für Ingenieure noch nie so gut wie jetzt und dank der Digitalisierung ist kein Ende der Vollbeschäftigung in Sicht!“
FB INFORMATIK UND ELEKTROTECHNIK Elektrotechnik (B.Eng.) Informationstechnologie und Internet (B.Sc.) Mechatronik (B.Eng.) Technologiemanagement u. –marketing (B.Eng.) Elektronische Technologien (M.Eng.) Information Engineering (M.Sc.) Fachhochschule Kiel Sokratesplatz 2 24149 Kiel T.: 0431-210-1338 / -1339 studieninformation@fh-kiel.de www.fh-kiel.de
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Studieren im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik an der FH Kiel: Praxisorientierte Projektarbeit, die Spaß macht! Oben: Student Christian Selmke, Mitte: Student Lasse Hochfeldt.
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„Kreativität ist wie ein Muskel“ Ideen aus der China-Connection Grafikdesign: Warum Neugierde und Allgemeinwissen so wichtig sind und was wir von China lernen können, erklärt Michael Eisermann, Dozent an der „DESIGN FACTORY International“ in Hamburg. Ein indiskrete Frage zu Beginn: Was hat den jungen Abiturienten Michael Eisermann begeistert, welche Leidenschaften beflügelten Sie? Tatsächlich ist es grenzenlose Neugier gewesen. In der Schulzeit habe ich mich für alles Mögliche interessiert. Ich hätte Meeresbiologe werden wollen, Landschaftsarchitekt, Journalist, Programmierer oder, oder, oder. Vieles habe ich ausgeschlossen, weil ich glaubte, es sei brotlose Kunst. Als freier Künstler braucht man nicht nur Talent, sondern auch viel Glück und Kontakte. Eines wusste ich aber genau: Auf weiteres Lernen hatte ich erst mal keine Lust. So habe ich mich in diese und jene Praktika gestürzt, habe für eine Event-Promotion-Agentur gearbeitet, war bei der Bild-Zeitung und bin dann eher zufällig in eine Ausbildung als Mediengestalter gerutscht.
die Technik am Computer. Das finale Produkt wird in der Regel von Profis umgesetzt: Fotografen, Illustratoren oder CGI-Animatoren helfen, meine Ideen zum Leben zu erwecken.
Grafikdesign klingt für viele Schüler reizvoll. Aber wie sieht der Arbeitsalltag aus? Der Alltag sieht ganz anders aus, als man es sich eigentlich vorstellt. Nach zwei eigenen Agenturen bin ich wieder als freiberuflicher Art Director unterwegs. Warum? Weil ich mich weniger mit administrativen Aufgaben und Kunden rumschlagen möchte. Und weil ich in der Tat kein guter Kaufmann bin, sondern lieber gestalte und mir Dinge ausdenke. Meine Aufgaben sind sehr vielfältig: die Produktfindung für eine Bank, Wahlwerbung, die Konzeption einer App für einen Autohersteller sowie die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle der Zukunft für verschiedenste Kunden.
Kreativität ist ja in der Werbebranche ein vielbenutztes Zauberwort. Kann man kreatives Arbeiten lernen? Kreativität ist weniger ein Zauberwort, sondern inzwischen eher ein Schimpfwort für etwas, das entzaubert worden ist. Heute hat jeder Ideen und jeder ist irgendwie kreativ. In der Regel gibt es eine konkrete Aufgabenstellung, ein Problem muss gelöst werden – da hört es bei fast allen auf, wenn Ideen kommen müssen, die ein Produkt verkaufen sollen, etwas schön machen oder ein Geschäftsmodell der Zukunft darstellen sollen. Aber man kann es lernen. Es gibt viele Kreativtechniken, darunter auch Design Thinking, was ich unterrichte. Es hilft, im richtigen Moment zu jeder Zeit auf gute Ideen zu kommen. Allerdings geht nichts über ein großes Interesse und eine breite Allgemeinbildung sowie über Kenntnisse des aktuellen Weltgeschehens. Kreativität ist wie ein Muskel: Man muss ihn trainieren und pflegen, bevor man ihn richtig einsetzen kann.
Welche Begabungen und Fähigkeiten sollten Interessenten mitbringen? Reicht künstlerisches Talent aus? Künstlerisches Talent braucht man – meiner Meinung nach – nicht für ein Design-Studium. Neugier und der Wille zu lernen sind da viel entscheidender. Es wird zwar immer noch das Malen per Hand, das Skizzieren von Ideen als Ideal angesehen. Aber wir leben im Jahr 2017, heute geht alles digital. Erst kommt die Idee – möglichst neu und ungesehen – dann
Als Dozent überschreiten Sie auch kulturelle Grenzen. Wie kam es zur “Connection Hamburg-Zhuhai”? Seit knapp 14 Jahren bin ich in China unterwegs: leite Kreativ-Workshops für Werbeagenturen und halte Vorlesungen auf Kongressen, zum Beispiel in Shanghai und Peking. Seit knapp neun Jahren bin ich Gast-Professor in Zhuhai. Diesen Titel hat mir der chinesische Werbeverband wohl auch dank der rund 140 Designerpreise verliehen, die ich gewonnen
habe. In einem Gespräch konnte ich mich für einen Studentenaustausch Hamburg-Peking begeistern, zwei Wochen später saß ich im Flieger. Wie profitieren Ihre Studierenden an der Design Factory vom Blick über den Tellerrand? Der Tellerrand ist ein schönes Bild. Ich fordere meine Studenten immer wieder dazu auf, neu zu denken, anders zu sein, mich zu überraschen. Alles zu hinterfragen, zu verwerfen. Was nicht einfach ist. Sie sollen zu gestalterischen Persönlichkeiten reifen, die einen Standpunkt einnehmen und zu diesem stehen. Sie sollen unternehmerische Persönlichkeiten werden, jetzt Ideen entwickeln und an Dingen arbeiten, die sich Jahre später erst realisieren lassen. Das hat eigentlich immer gut funktioniert. Durch den Austausch mit chinesischen Studenten wird einem die dauernde Veränderung und damit die Notwendigkeit, lebenslang zu lernen, klarer vor Augen geführt. Ruhe zu bewahren, eine sehr wichtige Tugend in der Hektik des Berufsalltags, habe ich auch erst in China gelernt. Es muss nicht immer alles sofort perfekt sein, wir haben ein Leben lang Zeit, immer besser zu werden.
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Kochbuch-Designer, Woodcarver, DJs oder Start-up Gründer: Das machen die ehemaligen Studenten von Michael Eisermann und Absolventen der „DESIGN FACTORY International“ in Hamburg.
Huanhan Wus Kochbuch verbindet Kulturen Was hat Essen mit Design zu tun? Die 25-jährige Austauschstudentin Huanhan Wu wurde für ihre Abschlussarbeit an der „DESIGN FACTORY - International“ kreativ und verband beides miteinander. „Esskultur gehört zum Leben, sie ist vielfältig und tiefgründig. Jede Region in China besitzt eigene Koch- und Esstraditionen. Um Deutschen dieses Wissen nahezubringen und gleichzeitig Chinesen in Deutschland die westliche Küche, hat Huanhan Wu ein Kochbuch mit einen besonderen Design kreiert. Das Außergewöhnliche an ihrem Kochbuch: Sie hat norddeutsche Klassiker wie Labskaus oder Erbstensuppe auf chinesische Art interpretiert. Alle Rezepte wurden von der Studentin selbst entwickelt, gekocht und fotografiert. „Ich denke, wenn wir uns integrieren wollen, dann sollten wir uns mit der deutschen Kultur beschäftigen. Also müsste es Spaß machen, wenn Chinesen westliche Kultur durch westliches Essen verstehen lernen. Und Deutsche könnten Lust haben, die chinesische Küche kennenzulernen. So entstand die Idee für mein Kochbuch.“ Während ihres dreijährigen Studienaufenthaltes hat die Austauschstudentin viel Überraschendes erlebt, eine Menge Fachwissen erworben und zahlreiche interessante Projekte kennengelernt. „Mit der Zeit habe ich mich mehr und mehr in die Arbeit des Designers verliebt.“ Durch die Ermutigung ihres Mentors Michael Eisermann habe sie viel experimentiert und verschiedene Wege ausprobiert. „Als ich anfing, mich mit Gestaltung zu beschäftigen, merkte ich schnell, dass mir das gefällt. Seitdem ist es mein Traum, Designerin zu werden“, schwärmt Huanhan Wu. Am liebsten entwerfe sie Lebensmittelverpackungsdesigns und neue Marken (Branding). Huanhan Wus Fazit: „Das Leben in Deutschland hat mir ein neues Berufsverständnis vermittelt, und ich habe viel über dieses Land gelernt. Aber China bleibt meine Heimat.“
Text Joachim Welding Fotos Privat
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Die Adana Twins und der Party-Groove Kommunikationsdesign kann sogar helfen, wenn es mit der Musikkarriere ernst werden sollte. Diese Erfahrung haben die beiden Absolventen Benjamin Busse (34) und Jan Friso Traas (35) gemacht. Als Adana Twins haben sie schon während der Studienzeit angefangen, Partys zu organisieren und erste Kontakte in der Clubszene zu sammeln. Danach kamen kontinuierlich weitere Bookings als DJs hinzu. Aber was hat Design eigentlich mit Musik zu tun? „Musik und Design sind zwei Disziplinen, die sich super ergänzen. Bis vor zwei Jahren haben wir alles komplett gestaltet, was es zu gestalten gab – zum Beispiel Plakate oder Flyer“, erzählt Benjamin Busse. Auch heute noch hilft beiden ihre berufliche Agenturerfahrung, etwa bei Werbe- und Gestaltungsprozessen. „Wir haben ganz normal begonnen, in Werbe- bzw. Designagenturen zu arbeiten. Je erfolgreicher wir wurden, desto mehr Zeit wollten wir für unser Musikprojekt aufbringen. Doch dadurch war es unmöglich, weiter im ursprünglichen Arbeitsumfeld tätig zu sein“, berichtet Jan Friso Traas und fügt vielsagend hinzu: „Wie bei allem hat es viel damit zu tun, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.“
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Xie Fan kreiert eine neue Skateboard-Marke Sie kommt aus der chinesischen Provinz Guangdong und studiert an der Elbe das, wofür sie sich am meisten begeistert: Die 23-jährighe Xie Fan hat ihr Studium an der „DESIGN FACTORY - International“ in diesem Jahr abgeschlossen – mit einem spannenden Projekt: Wood Carving und Branding – also Markenbildung – für eine neue Skateboard-Marke. „„Wood Carving ist ein chinesisches Handwerk der Holzbearbeitung mit einer über 1000 Jahre alten Tradition. Damit kann man sehr schön Produkte verzieren. Bisher gab es so etwas noch nicht im Zusammenhang mit einer Sportmarke. Das habe ich nun angepackt.“ Mit ihren verzierten Holz-Skateboards kombiniert Xie Fan das traditionelle Handwerk der Schnitzkunst und modernen Sport auf perfekte Weise. „Dazu kommt, dass meine Skateboards alle Hand gefertigt werden. Die Marke heißt Monkey King – das ist eine Figur aus der klassischen chinesischen Literatur. Monkey King beweist bei seinen Abenteuern großen Mut und überrascht mit Weisheit. Er besitzt übernatürliche Fähigkeiten und kann zum Beispiel in den Himmel fliegen. Viele Tricks beim Skateboarding gleichen seinen Bewegungen“, erklärt die Studentin, die von Michael Eisermann betreut wird. Das Studium in Deutschland ermöglicht eine vielseitigere Perspektive. Elemente aus unterschiedlichen Kulturen würden sich ergänzen, meint Xie Fan. „Das ist sehr hilfreich für meine Designarbeit, denn so kann ich mit einer größeren Bandbreite an Informationen und Erfahrungen kreativ arbeiten. Deutschland bietet immer noch die besten Möglichkeiten, Markengestaltung zu studieren. Hier kann ich meine Kenntnisse und meinen Horizont erweitern. Und wenn alles klappt, will ich eine erfolgreiche, professionelle Markengestalterin werden.“ 54
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„Im Start-up eigene Ideen verwirklichen“ Der Hamburger Kommunikationsdesigner Karol Domagalski (34) hat sich mit einer Idee selbstständig gemacht: dem Ernährungscoach für die Hosentasche
Erklären Sie bitte Ihr Start-up-Projekt. Wie sind Sie auf die Idee gekommen? Wie funktioniert es? Upfit ist der persönliche Ernährungscoach für die Hosentasche. Der Trend zur Selbstoptimierung und einem gesünderen Lifestyle wächst stetig, und die Menschen versuchen in kürzester Zeit, das Optimum aus sich herauszuholen. Viele wissen jedoch nicht, dass die Ernährung zu 75 Prozent unsere körperlichen Prozesse steuert, und wundern sich, dass sie trotz drei oder vier Sporteinheiten pro Woche keine wirklichen Resultate erzielen und geben irgendwann auf. Mit www.upfit.de haben wir das Knowhow des professionellen Ernährungsberaters in einen smarten Algorithmus gegossen und können mittlerweile auf nahezu alle persönlichen Bedürfnisse wie Ernährungsweisen, Allergien, Kochzeiten und Budget eingehen sowie aus einer Rezeptdatenbank von über 10.000 leckeren und schnellen Kochrezepten schöpfen. Neben weiteren smarten Funktionen erstellen wir so binnen kürzester Zeit zu hundert Prozent maßgeschneiderte Ernährungspläne für das persönliche Ziel des Kunden. Was hat Ihnen das Design-Studium gebracht? Zu Studienbeginn lag der Fokus hauptsächlich auf den Designgrundlagen. Dann haben wir immer mehr experimentiert und geschaut, was uns besonders fasziniert. Meiner Meinung nach ist es sinnvoll, erstmal die Grundlagen zu beherrschen, um daraus dann eine eigene
Handschrift zu entwickeln. Deswegen war mein Plan, während des Studiums möglichst viele Kurse zu belegen und zu schauen, was mich wirklich begeistert. Letztendlich muss ein guter Designer sowohl eine Verpackung gestalten als auch die gleiche Markengeschichte auf einem Smartphone inszenieren können. Alle Medien verschmelzen immer mehr miteinander und eine Marke muss heutzutage nicht nur gut aussehen, sondern auch medienübergreifend anwendbar sein und performen. Wie haben sich Deine beruflichen Pläne ergeben? Während des Studiums habe ich mit einem Kommilitonen angefangen, für kleine und mittelständische Kunden zu arbeiten. Nach meinem Abschluss in England war ich dann in mehreren Agenturen tätig, in denen ich vor allem die verschiedenen Arbeitsprozesse und die Arbeit in großen Teams sowie für große Kunden kennengelernt habe. Irgendwann wollte ich eigene Ideen verwirklichen, Probleme lösen und mich persönlich weiterentwickeln. Nach weiteren Stationen in deutschen und amerikanischen Startu-ps war es dann
soweit: Das eigene Start-up zusammen mit zwei guten Freunden. Wie unterscheidet sich der Beruf vom Leben als Student? Man kann sich den Luxus leisten, erst mal viele Dinge auszuprobieren. Im Vergleich zur normalen Berufswelt hat man weniger Verantwortung, mehr Freizeit und man genießt nahezu überall ‚Welpenschutz‘. Viele haben diese Freiheiten falsch genutzt und wissen bis heute leider nicht, wie ihr beruflicher Weg verlaufen soll. Für mich jedoch war es eine extrem wichtige Zeit, in der ich viel gelernt habe. Ich denke anders, sehe Dinge anders und versuche durch meine Ideen das Leben vieler Menschen zu vereinfachen. Ganz nebenbei habe ich das Glück, in meinem Unternehmen zu arbeiten und eine eigene Firmenkultur aufbauen zu können. Und wer weiß: Vielleicht motiviere ich auch andere, eines Tages ihr Upfit zu gründen und den persönlichen Traum zu verwirklichen. Weitere Informationen zum Studium Kommunikationsdesign www.design-factory.de
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Text Katharina Grzeca Fotos Frieder Dillmann
Kreative Problemlöser Die Fachhochschule Lübeck setzt in den Studiengängen Maschinenbau und Elektrotechnik auf kreative Köpfe Ingenieure gelten als technikverliebt und kommunikationsschwach. Dabei gehört das Klischee vom einsamen Tüftler längst der Vergangenheit an. Ingenieure sind Zukunftsdenker. Sie suchen nach innovativen und effektiven Lösungen für technische Probleme und entwickeln innovative Zukunftstechnologien. Gefragt sind außer technischem Verständnis also auch Kreativität und Ideenreichtum. So lernen die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure an der Fachhochschule Lübeck, wie sie mit ihren Ideen die Welt von morgen gestalten können. „Natürlich brauchen angehende Ingenieure gute Kenntnisse in den naturwissenschaft lichen Fächern und eine Affinität zu Technik. Mathematische Formeln oder physikalische Gesetze sind sozusagen das Werkzeug eines jeden Ingenieurs. Die wichtigste Vorausset zung ist jedoch, dass die Studierenden neu gierig sind“, erklärt Prof. Dr.Ing. Jochen Abke, Prodekan und Studiengangsleiter des Fachbereichs Elektrotechnik. „Sie müssen wissen wollen, wie die Dinge funktionieren. Erst dann haben sie auch die Fähigkeit, kre ative Lösungen zu entwickeln“, erläutert der Professor. Ob Handy, Auto oder Computer – in jedem Strom betriebenen Gerät laufen komplexe elektrotechnische Prozesse ab. „Wir haben in den letzten Jahren immense technische Fort schritte gemacht. Und die Entwicklung geht rasant weiter: Im Jahr 2020 werden voraus sichtlich über 20 Millionen Geräte miteinan der vernetzt sein. Wir brauchen also kreative Köpfe mit einer großen Portion Neugier und Experimentierfreude!“
in ständiger Wandlung. Die Dozenten im Fach bereich Maschinenbau und Wirtschaft fordern mit kreativen Aufgaben regelmäßig ihre Stu dentinnen und Studenten dazu auf, ‚um die Ecke zu denken‘. „Im dritten Studiensemester bekommen die Studierenden in der Lehrver anstaltung ‚Product Development’ die Auf gabe, in Gruppen eine von mir vorgegebene Maschine zu entwerfen und ein physisches Modell von ihr anzufertigen. Innerhalb der letzten Jahre sind so viele Projekte entstan den: zum Beispiel eine ErdbeerPulMaschine, eine FahrradReinigungsMaschine oder ein HaarschneideRoboter. Die Studierenden brauchen zuerst ein Thema. Dann müssen sie die Aufgaben als Gruppe bearbeiten und sich überlegen, wie sich eine Lösung finden und eine Idee technisch umsetzen lässt. Im Anschluss entstehen erste Entwürfe und Pro duktzeichnungen. Bis zur fertigen Maschine ist es dann ein langer, aber spannender Weg. Auf diese Weise bekommen die Studierenden einen Überblick, wie sie als Entwicklungsin genieure arbeiten werden“, erzählt Prof. Dr. Ing. Jürgen Blechschmidt.
Kreativität und Erfindergeist benötigen auch die Studierenden von Prof. Dr.Ing. Jürgen Blechschmidt und Prof. Dr.Ing. SungWon Choi, denn auch ihr Fachbereich befindet sich
„Unser Ziel ist, dass unsere Studierenden ler nen, Probleme zu erkennen, zu analysieren, technische Lösungen zu entwickeln und diese Lösungen in Produkte zu verwandeln, die
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innovativ sind und auf den internationalen Märkten erfolgreich bestehen. Neue Ideen führen zu Fortschritt und wir zeigen unseren Studierenden, wie sie eigene Ideen in ein gutes Produkt verwandeln“, fügt Prof. Dr. Ing. SungWon Choi hinzu. Nach dem Abschluss arbeiten sie als Ingeni eure in den unterschiedlichsten Branchen: in der Automobil, Luft und Raumfahrtindust rie sowie im Bereich der Medizintechnik. Ihr Aufgabengebiet ist also sehr vielfältig. „Die Jobaussichten für unsere Absolventen sind hervorragend“, verrät der Dozent. ‚Um die Ecke denken‘, experimentieren, Neues schaffen – das entspricht so gar nicht dem Klischee eines Ingenieurstudiums. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, ist jederzeit an der FH Lübeck willkommen. Fachhochschule Lübeck Mönkhofer Weg 239 23562 Lübeck Telefon: 0451 300 6 kontakt@fhluebeck.de www.fhluebeck.de Sponsored by
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Oben links: Prof. Dr.Ing. Jochen Abke. Oben rechts: Bachelorstudent im 3. Semester EKS Manuel Campana. Mitte links: EKSStudierende Dennis Michalik und Vanessa Kühl. Mitte rechts: Prof. Dr.Ing. Jürgen Blechschmidt. Unten links: Prof. Dr.Ing. SungWon Choi. Unten rechts: StudiLeStudent Maschinenbau Dolganovs Dmitrijs.
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Text Christian Dorbandt Foto Brand Academy
Ausgezeichnetes Design! „HafenCity Hamburg Hello! HCH!“ Masterstudent Jia Cheng von der Brand Academy Hamburg gewinnt German Design Award 2018 Mit dem ‚German Design Award‘ zeichnet der ‚Rat für Formgebung‘ jedes Jahr innovative Produkte und Projekte aus sowie Hersteller und Gestalter, die in der deutschen und internationalen Designlandschaft wegweisende Arbeiten kreieren. Ziel ist es, die designorientierte Wirtschaft mit konsequentem Markenmehrwert zu unterstützen. Einer der renommiertesten Awards wird im Februar 2018 an den Studenten Jia Cheng von der Brand Academy Hamburg verliehen. Der chinesische Masterstudent erhält die Auszeichnung für eine Markenentwicklung der HafenCity Hamburg. „Hallo, ich heiße Jia Cheng, bin 25 Jahre alt und komme aus China. Dort habe ich an der Zhejiang Sic-Tech Universität Kommunikationsdesign studiert und meinen B.A. gemacht. Parallel habe ich bei Weibo gearbeitet, das ist quasi Chinas ‚Twitter‘. Dort bin ich mit Marketing in Berührung gekommen. Ich fand die Idee spannend, Design und Marketing zu verbinden und eine eigene Marke aufzubauen. Die Entscheidung, in Deutschland zu studieren, fiel mir nicht schwer. Deutschland hat in China einen sehr guten Ruf. In Hamburg findet man exzellente Werbeagenturen. Außerdem gibt es hier die Brand Academy. Ich hatte gelesen, dass sie weltweit die erste Hochschule war, die sich auf Marken konzentriert und deswegen viele erfahrene Dozenten hat. So habe ich mich am Ende für den Studiengang „International Brand Communication (M.A.)“ entschieden. Die Brand Acadamy legt Wert auf einen starken Praxisbezug. Das gibt es in China in dieser Form nicht. Wir haben hier oft Gelegenheit, für Firmen und Agenturen zu arbeiten. Sie sagen uns, was sie erreichen wollen und wir erarbeiten Ideen, die wir präsentieren. Das Feedback setzen wir um und präsentieren dann unsere Kommunikationslösungen, mit denen die Kunden hoffentlich zufrieden sind. Aus dem Kreislauf von Ideen und Feedback und dem damit verbundenen Austausch lernt man eine Menge. Man kann sich beweisen und knüpft nützliche Kontakte. Unsere Dozenten legen Wert auf offene Kommunikation und helfen uns, Ideen intensiv zu 58
durchleuchten. Ich bin vor allem Professor Michael Jonas dankbar. Mein Projekt „HafenCity Hamburg – Hello! HCH!“ ist in seinem Seminar „Open Innovation and Digital Thinking“ entstanden. Er hat mich angeregt, auf ganz neue Art zu denken. Die HafenCity ist in meinen Augen typisch für das, was in Hamburg oft als modisch gilt, nämlich eine Verbindung von Alt und Neu. Die Elbphilharmonie ist dabei nicht nur ein ikonisches Gebäude, sondern auch ein Aushängeschild. Musik ignoriert ethnische Unterschiede und Ländergrenzen, sie bereitet allen Menschen Freude. Daher war die Musik die Inspiration für mein Konzept.
Einreichung. Ich habe gezögert, weiter im Rennen zu bleiben, aber Freunde und Familie haben mir den Rücken gestärkt. Schließlich kam der offizielle Brief vom Rat für Formgebung. Ich hatte tatsächlich einen Preis für exzellentes Kommunikationsdesign gewonnen! Das war großartig!
„Hello! HCH!“ verwendet Musik, um die Menschen mit der HafenCity zu verbinden. Die neue Marke HafenCity, wie ich sie mir vorstelle, besteht aus 3 Teilen: Der erste ist die visuelle Identität. Das von mir entworfene dynamische Logo beinhaltet eine Schallwelle. Sie lässt das Logo lebendiger wirken und verbindet es mit dem Kernkonzept Musik. Der zweite Teil ist die App. Mit ihr sollen die User die HafenCity durch Musik fühlen und aus den Geräuschen der HafenCity Musik kreieren können. Hierdurch entsteht ein ganz neues Erlebnis. Der letzte Teil meines Konzeptes ist ein Musikfestival.
Unter den Designern bewundere ich vor allem die Deutschen Gunter Rambow und Dieter Rams, aber auch den Japaner Kenya Hara. Rambows visueller Ausdruck, Rams klassische zehn Designprinzipien und Haras Grundsatz ‚Weniger ist mehr‘ beeinflussen mich sehr. Außerdem inspirieren mich die unterschiedlichsten Designplattformen in den sozialen Medien.“
Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, den German Design Award 2018 zu gewinnen. Die Teilnahme entstand zufällig. Ein Freund hatte mir vom Award erzählt. Die Nominierung für die nächste Runde kam überraschenderweise innerhalb weniger Tage nach meiner
Seit meinem Abschluss arbeite ich als Designer und Markenberater bei einer Hamburger Markenagentur. Hier kann ich Erfahrungen sammeln und Gelerntes umsetzen. Ein Zukunftsprojekt ist der Aufbau einer Marke für das ‚Zuhause‘, denn es ist der wärmste und sicherste Ort für uns Menschen!
BRAND ACADEMY HAMBURG Rainvilleterrasse 4 22765 HAMBURG Telefon +49 (0)40 380 893 560 info@brand-acad.de www.brand-acad.de
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Die Zukunft von Metropolen mitgestalten Studieren an der HafenCity Universität Hamburg Nur wenige Meter entfernt von der Elbphilharmonie, steht in der Hamburger HafenCity das wohl spektakulärste Uni-Gebäude der Hansestadt: Schon von weitem ist die HafenCity Universität Hamburg (HCU) mit ihren beiden spitz zulaufenden Gebäudeflügeln ein Hingucker. Gebäude-Architektur und Quartier passen perfekt, denn die HCU Hamburg fokussiert in Forschung und Lehre die drängenden Herausforderungen von Städten im 21. Jahrhundert. Alle Aspekte des Bauens und der Stadtentwicklung in Gestaltung und Entwurf, Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Geistesund Sozialwissenschaften werden hier unter einem Dach vereint. Dies macht die HCU Hamburg international einzigartig, da die verschiedenen Disziplinen so eng und interdisziplinär zusammenarbeiten, wie sonst an keiner anderen Hochschule. Die HafenCity als das größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt Europas bietet den rund 2.300 HCU-Studierenden dabei ein spannendes „Stadtlabor“ vor der eigenen Haustür. Themen der Zukunft: Klimawandel, Integration, Nachhaltigkeit Die Studierenden und Forschenden setzen sich an der HCU Hamburg mit einer großen Vielfalt an Themen auseinander: von der Planung für Wohnraum in Flughafennähe, über partizipative Wohnprojekte mit Geflüchteten und Anwohnern, Entwürfe für den Erhalt von bedrohten Baudenkmälern bis hin zu innovativen Ernährungsweisen in der Großstadt. Unter den Dozentinnen und Dozenten der einzelnen Studienprogramme finden sich neben Architekt/-innen und Bauingenieur/-innen auch Physiker/-innen, Ökonom/-innen, Maschinenbauer/-innen, Geistes- und Sozialwissenschaftler/-innen sowie Künstler/-innen. Diese Vielfalt bietet zusammen mit dem breiten Fächerspektrum der Universität viele Gelegenheiten zur fächerübergreifenden Zusammenarbeit. Man merkt schnell: Die HCU ist eine moderne Universität für die Metropolen der Zukunft. 60
Pauline Timper hat im Sommer ihren Bachelor in Stadtplanung an der HCU Hamburg abgeschlossen.
Text & Fotos HCU
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HCU-Bachelor-Absolvent Jonas Janke.
Pauline Timper und Jonas Janke haben an der HCU Hamburg Stadtplanung und Architektur studiert und in praktischen Studienprojekten über den Tellerrand der eigenen Disziplin geschaut.
Stadtplanung: Stadt und Raum gestalten Pauline Timper hat im Sommer ihren Bachelor im Studienprogramm Stadtplanung an der HCU Hamburg absolviert: „Die Entwicklung von Städten zu analysieren ist sehr spannend und hoch aktuell, denn in wenigen Jahren wird die Mehrheit der Menschheit in Städten leben.“ Sie fügt hinzu: „Wer Stadtplanung studieren möchte, sollte eine gewisse Affinität zu den Themen Stadt und Raum haben, und ein Bewusstsein dafür entwickeln, welchen Einfluss urbaner Raum auf seine Bewohner hat. Das kommt am Standort der HCU ganz besonders gut zur Geltung.“ Bachelor-Studierende der Stadtplanung erlernen an der HCU Hamburg in sechs Semestern fachliches und methodisches Wissen, um sich mit stadtplanerischen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten wenden sie in Studienprojekten und im städtebaulichen Entwurf praktisch an. Auch rechtliche Grundlagen und Anforderungen sowie die urbane Kulturgeschichte spielen im Studium eine Rolle. Absolvierende arbeiten später in Verwaltungen von Kommunen und Städten, in Planungsbüros und Stadtentwicklungsgesellschaften. Auch in der Verkehrs- und Energieversorgungsbranche, in der Immobilienwirtschaft, in Umwelt- und Naturschutzver62
bänden sowie in internationalen NGOs sind Stadtplanerinnen und Stadtplaner tätig.
Architektur studieren: Stadtbilder entwerfen Auch Jonas Janke ist frischgebackener Bachelor-Absolvent der HCU Hamburg: „Die HCU Hamburg ist übersichtlich und familiär, im Gegensatz zu vielen ‘Massen-Unis‘. Ich habe das immer als sehr intensiv und positiv empfunden. Ich fühle mich hier gut aufgehoben.“ Wenn man Jonas fragt, was das Besondere am Architektur-Studium ist, antwortet der 25-Jährige: „Visionen! Ideen im Kopf zu haben und diese in Projekten in der Wirklichkeit umzusetzen, das ist schon eine tolle Sache.“ Im Zentrum des sechssemestrigen Bachelorstudiums Architektur an der HCU Hamburg steht der Entwurf, seine Entwicklung und architektonische Umsetzung. Auf der Basis einer kritischen Reflexion der architektonischen Form, der architektonischen Räume sowie deren konstruktiver und funktional angemessener Umsetzung erlernen die Studierenden, dauerhaft, sinnvoll und wirtschaftlich zu konstruieren. Das Besondere am Studiengang Architektur ist die Kombination aus künstlerischer Kreativität und handfestem Ingenieurwissen. Wer Architektur studiert, kann mit seinen eigenen Ideen nicht nur Gebäude, sondern ganze Stadtbilder mitgestalten. Nach dem Abschluss locken vielfältige Berufsfelder in der Praxis: Der Bachelor-Abschluss befähigt seine Absolventinnen und Absolventen für Tätigkeiten
in Architektur- und Planungsbüros. Darüber hinaus öffnen sich Berufsmöglichkeiten in den Bereichen Bau- und Projektmanagement, Immobilienwirtschaft, Baudurchführung, Bauwirtschaft und in der öffentlichen Bauverwaltung.
Bachelor-Studienprogramme Architektur Bauingenieurwesen Stadtplanung Geodäsie und Geoinformatik Kultur der Metropole Master-Studienprogramme Architektur Bauingenieurwesen Stadtplanung Geodäsie und Geoinformatik Resource Efficiency in Architecture and Planning Urban Design Kontakt HafenCity Universität Hamburg Überseeallee 16 20457 Hamburg Tel. 040 42827-5354/-5355 E-Mail: infothek@hcu-hamburg.de www.hcu-hamburg.de www.facebook.com/hcuhamburg Twitter/Instagram: @hcuhamburg Mehr Informationen zum Studium an der HCU Hamburg gibt es beim nächsten Hochschulinformationstag am 21. Februar 2018.
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NEUES AUS EUROPA!
Automatisierung. Globalisierung. Digitalisierung. Unsere Gesellschaft unterliegt einem starken Wandel. Brexit. Flüchtlinge. Wutbürger. Prominente Begriffe der letzten Jahre, die nur im europäischen Kontext verstanden werden können. EU-Bürgerinnen und Bürger diskutieren über europäische Werte, trotz oder wegen zunehmender Radikalisierungstendenzen. Wie funktionieren eigentlich europäische
Entscheidungsprozesse? Und warum muss ich das verstehen? Wer das Leben im europäischen Raum und speziell innerhalb der EU konstruktiv mitgestalten möchte, benötigt Wissen über die kulturellen, sozialen, rechtlichen, sprachlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Mit dem Blick auf Europa und die EU verbindet die Welt große Hoffnungen. Kann sie
sich zu einem Muster für funktionierende Staatengemeinschaften entwickeln? Wer sich aktuell für europäische Sprach-, Kultur- und Sozialwissenschaften interessiert, stößt an den Hochschulen Schleswig-Holsteins und Hamburgs auf ein umfangreiches Studienangebot. ME2BE Campus hat sich umgeschaut …
EUF: Welcome to Europe! Über die internationale Ausrichtung der Europa-Universität Flensburg Ganz oben in Schleswig-Holstein, 3,8 Kilometer entfernt von der Grenze zum EU-Nachbarn Dänemark, lernen und forschen rund 5.700 Studierende an der nördlichsten Uni Deutschlands, der Europa-Universität Flensburg (EUF). Mit der Ausrufung zur „Europa-Universität“ im Jahr 2014 wurde neben den bildungswissenschaftlichen Studiengängen zur Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern ein weiterer Schwerpunkt definiert: International und interdisziplinär ausgerichtete Studiengänge mit dem Anspruch, eine Generation auszubilden, die Europa versteht, lebt und aktiv fortentwickelt. Volltreffer! Studieren im Kontext europäischer Werte und Kultur – das trifft das Lebensgefühl junger Menschen aus dem In- und Ausland! 66
Text Christian Dorbandt Fotos Eric Genzken
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Komplexe EU-Bürokratie, wachsende EU-Skepsis, aufkeimender Nationalismus – es gibt gute Gründe, akademische Ausbildung im Kontext europäischer Werte und Kultur zu betreiben. Aber was genau bedeutet das? Wie viel Europa steckt in den Studiengängen der Europa-Universität Flensburg? Und welche Perspektiven eröffnen sich? ME2BE Campus hat sich auf dem Sandberg-Campus umgeschaut, Studierende, Professorinnen, Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befragt und erstaunlich viel ‚Europa‘ entdeckt.
Interdisziplinäre Studiengänge im europäischen Kontext Professor Dr. Peter Heering leitet die Abteilung Physik und ihre Didaktik und
Geschichte an der EUF. Lässt sich Physik im europäischen Kontext vermitteln? „Selbstverständlich“, erläutert er, „unsere Absolventinnen und Absolventen sollen später Schülerinnen und Schülern kompetent vermitteln, dass physikalische Bildung auch kulturelle Bildung bedeutet und keine bloße Anordnung von Fakten. Es waren europäische Naturwissenschaftler, die den Menschen aus dem Zentrum des Universums rückten, sodass sich die heliozentrische Weltsicht durchsetzen konnte. Eine fundamentale Erkenntnis, die unsere Kultur bis heute prägt!“ Philosophie-Professorin Dr. Anne Reichold leitet den noch jungen Studiengang European Cultures and Society, der sich bereits großer Beliebtheit erfreut. „Freie Grenzen, Bewegungsspielräume, internationaler Austausch – diese Aspekte prägen die Umwelt junger Leute. Momentan erleben wir eine wachsende Sensibilität dafür, was europäische Werte sind, zum Beispiel Solidarität und
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Gleichheit. Die aktuellen europäischen Entwicklungen werfen viele Fragen auf, die von kompetenten Europafachleuten beantwortet werden müssen. Unser Studiengang bietet eine fokussierte Methodenausbildung, entweder in kulturwissenschaftlichen oder sozialwissenschaftlichen Methoden, mit den Schwerpunkten Journalism, Art and Scenography, Entrepreneurship und Research.“ Dem Thema Erziehungswissenschaft widmet sich der Masterstudiengang Erziehungswissenschaft: Bildung in Europa – Education in Europe unter der Leitung von Prof. Dr. Beatrix Niemeyer. „Von der Volkshochschulbildung bis zur Jugendverbandsarbeit – wir beschäftigen uns mit außerschulischen Bildungsprozessen in internationalen Dimensionen und üben den kritischen Blick auf soziale Verhältnisse. Wie entsteht europäische Bildungspolitik? Auf welche Art und Weise sind regionale Bildungssettings von Europa beeinflusst? Mit dem Studiengang haben wir wissenschaftliches Neuland betreten, das auf ein wachsendes Interesse stößt.“
Forschen und lehren im europäischen Kontext: Prof. Dr. Betarix Niemeyer (o.l.), Prof. Dr. Anne Reichold (o.r.), Prof. Dr. Peter Heering.
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„Im International Center kümmern wir uns intensiv um unsere Incomings und Outgoings, also um alle Studierenden, die aus dem Ausland zu uns kommen oder von hier aus ein Semester im Ausland absolvieren möchten.“ (Lucila Morales de Mittag)
Campus-Uni mit ausgeprägter Willkommenskultur Die Europa-Universität Flensburg ist eine kleine Universität mit großer Ausstrahlung! Wer den Campus betritt, wird schnell die besondere Willkommenskultur erleben und sich herzlich eingeladen fühlen, zu bleiben und mitzustudieren. Keine Scharen Studierender, deren Gesichter sich niemand merken kann. Niemand muss Nummern ziehen. Anonymität ist ein Fremdwort. In Flensburg kennt man sich. Vom ersten Tag an gibt es eine intensive Betreuung, zum Beispiel durch die Campusengel und das International Center. Dort kümmert sich das Team von Lucila Morales de Mittag, Koordinatorin für Austauschstudierende (Incomings) und internationale Studierende, rund um die Uhr um die studentischen Belange. Internationale Erfahrung bringt die gebürtige Venezuelanerin aus ihrer Studienzeit an den Universitäten von Boston, Miami und Hawaii mit. „Im International Center kümmern wir uns intensiv um unsere Incomings und Outgoings“, berichtet sie, „also um alle Studierenden, die aus dem Ausland zu uns kommen oder von hier aus ein Semester im Ausland absolvieren möchten. Momentan betreuen wir Studierende 68
sowohl aus Europa als auch aus vielen anderen Ländern, wie z.B. Südkorea, Kolumbien, USA oder Mexiko. Wir holen sie bei Bedarf vom Flughafen Hamburg ab, vermitteln ihnen Unterkünfte, bieten Orientierungsveranstaltungen an, führen Ausflüge durch und stehen ihnen bei der Erledigung von Formalitäten zur Seite. Am Infopoint beantworten wir die Fragen von allen Studierenden. Einen besonderen Service bieten unsere studentischen Campusengel, die sich von Ende August bis Anfang November intensiv um die Erstsemester-Studierenden kümmern. Dieses Team von deutschen und internationalen Studierenden spricht fließend Englisch und zahlreiche andere Fremdsprachen und gibt Auskunft zur Immatrikulation und zum Campus, zu Veranstaltungsräumen, Einstufungstests, Sprachkursen, Wohnraum, Krankenversicherung, Kinderbetreuung und Freizeitangeboten.“ Wie gut es sich anfühlt, willkommen zu sein, erzählen uns Gustavo aus Kolumbien und Vladyslava aus der Ukraine. „I got excellent support from the International Center and Lucilla’s team“, meint der 30-jährige Gustavo aus Cali. „We communicated in English right from the start, and as a Spanish speaker I was happy to notice that that language is also spoken here. I really like Europa-Universität
Flensburg and the international, open minded atmosphere on campus. I’m learning so much from the teachers and the other students. I feel that my courses in the European Studies program are giving me a better understanding of the world, and inspiring me to help shape it!“ Vladyslava ist gebürtige Ukrainerin, studiert Media Culture im polnischen Breslau und absolviert ein Auslandssemester an der EUF. „Originally I come from central Ukraine, where most people want to develop closer ties to Europe and the EU. That’s definitely true for me. My motivation in coming here was to immerse myself in European culture and get a better understanding of the EU.... that, and the desire to meet new people and learn German. It turns out that EUF is a great place for this! It’s been very easy to make new friends here, and my English and German skills are improving every day. Plus, the International Center here is organized perfectly. It’s really amazing – everthing has gone through so quickly. By comparison, some friends of mine who applied to other universities to study abroad are still waiting for an answer. I think experiences like the ones I’ve had here during my semester abroad help to crush stereotypes. In my opinion, regular international exchange is really important!”
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Begeistert von der professionellen Organisation im International Center: Johanna, Gustavo und Vladyslava (von links nach rechts).
Von Studenten fĂźr Studenten: Campusengel Ole Krafft am Infopoint der EUF.
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Weltoffene Studierende, die Europa als Chance begreifen Im Helsinki-Gebäude treffen wir auf Lasse und Tuuli aus dem dritten Semester des englischsprachigen Bachelor-Studiengangs European Cultures and Society. „Excuse me, could you please tell us something about you and your studies here at EUF? „Yes, sure. Come in, please. My name is Tuuli Heimonen. I‘m 20 years old and I come from Tampere in Finland. After finishing high school I asked myself: if you’re interested in international cultures and society, wouldn’t it be good to study abroad? Looking into the available options quickly led me to EUF’s European Cultures and Society program. It sounded interesting, was offered in English, and there are no tuition fees. It turned out to be a great decision. I really like the teachers and topics, for example in European economics, something I’m learning a lot about. It’s amazing how many social, political and cultural processes are connected to each other. Later on, I could imagine working for an international institution – maybe at an embassy or trading organisation.“ „Hey, my name is Lasse Funck from Lüneburg. After high school I went to Romania and worked for a social project. After that I was pretty interested in learning more about Europe and decided to apply to the EUF. Honestly, my expectations have been totally met here! We’re learning so much about the structures and dynamics of European society, and we try to discuss all topics from an interdisciplinary perspective. And having so many interesting and international people around me helps me to understand the value of our cultural differences and similarities.“
Ortswechsel. Universitätsgebäude ‚Dublin‘. 300 Meter westlich auf dem Campusgelände. Hier studiert Gerhard Sells den englischsprachigen Masterstudiengang European Studies. Seinen Bachelorgrad erwarb der gebürtige US-Amerikaner aus Alaska an der University of Alaska Anchorage (UAA) im Studiengang ‚International Relations‘. Auf unsere Fragen antwortet der 24-jährige in akzentfreiem Deutsch: „Ich komme aus Alaska und habe eine deutschstämmige Mutter. Für Europa habe ich mich deshalb schon immer interessiert. Das Studium an der Europa-Universität Flensburg war die perfekte Wahl, denn es ist breit aufgestellt und bietet eine gute Kombination aus law, politics, economy and sociology. Vor allem: In meinem Semester sind Studierende aus aller Welt. Mit vielen bin ich mittlerweile befreundet. In unseren Diskussionen werden ständig unterschiedliche Perspektiven sichtbar und daraus resultiert ein großer Lerneffekt. Sehr spannend! Mit der EU verbinde ich (persönlich) die Hoffnung, dass Staaten lernen zusammenzuarbeiten, um die Welt menschlicher zu gestalten. Wir können nach diesem Studium unseren Teil dazu beitragen!“
benannt. Keine bemühte Symbolik, sondern ein Statement! In den Begegnungen mit den Menschen, die hier lernen, lehren, arbeiten und forschen, erleben wir spannende, europäische Momente. Wir lernen Menschen kennen, die Europa als Chance begreifen. Sie alle wollen aktiv sein, wissen, verstehen und vermitteln. An der EUF sind sie willkommen.
EUROPA-UNIVERSITÄT FLENSBURG Bildungswissenschaften (B.A.) European Cultures and Society (B.A.) Bildung in Europa (M.A.) European Studies (M.A.) Kultur-Sprache-Medien (M.A.) Europa-Universität Flensburg Auf dem Campus 1 24943 Flensburg Tel.: +49 461 805 02 www.uni-flensburg.de
Europa und Flensburg. Sprachen, Minderheitenschutz, Austausch, Pluralität … In der Hafenstadt Flensburg ist Europa permanent spürbar! Ebenso an der EUF. Dort auf dem Campus weht die Europaflagge. Die Universitätsgebäude sind nach europäischen Hauptstädten
Motiviert, weltoffen und an Europa interessiert: Tuuli (links), Gerhard (oben) und Lasse (unten).
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ERASMUS+ IST DAS PROGRAMM FÜR BILDUNG, JUGEND UND SPORT DER EUROPÄISCHEN UNION.
Hallo halló Alo hello
IN ERASMUS+ WERDEN DIE BISHERIGEN EU-PROGRAMME FÜR LEBENSLANGES LERNEN, JUGEND UND SPORT SOWIE DIE EUROPÄISCHEN KOOPERATIONSPROGRAMME IM HOCHSCHULBEREICH ZUSAMMENGEFASST.
ERASMUS+ IST MIT EINEM BUDGET IN HÖHE VON RUND 14,8 MILLIARDEN EURO AUSGESTATTET.
MEHR ALS VIER MILLIONEN MENSCHEN WERDEN BIS 2020 VON DEN EUMITTELN PROFITIEREN.
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Text Sabrina Meyn Fotos Eric Genzken
Mit Erasmus von Kiel nach Europa Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bietet jährlich über 600 Austauschplätze an europäischen Partner-Hochschulen an ERASMUS+ heißt das EU-Hochschulprogramm 2014-2020, das mit einem Budget von 14,8 Milliarden Euro ausgestattet ist. Dabei sollen bis 2020 rund zwei Millionen Studierende von Erasmus+ profitieren, darunter über eine Viertelmillion junge Menschen aus Deutschland. Finanziell gefördert werden Studienaufenthalte und Praktika im Ausland. Derzeit stehen den Studierenden an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) über 600 Austauschplätze an über 200 europäischen Partnerhochschulen zur Verfügung. Von einer Sonderförderung profitieren Teilnehmer mit Behinderung und Studierende mit Kind. Wer teilnehmen will, muss unter anderem Online-Sprachtests bestehen. Über das Erfolgsmodell sprachen wir mit dem Erasmus-Beauftragten Dr. Lars Blöhdorn vom Englischen Seminar der Kieler Uni. ME2BE: Was genau ist Erasmus und was ist der Gedanke dahinter? Lars Blöhdorn: Zuallererst einmal ist Erasmus eine riesige Erfolgsgeschichte. Seit 30 Jahren fördert die Europäische Union die grenzüberschreitende Mobilität von Studenten, Hochschuldozenten und –personal. So können Studienaufenthalte gefördert werden, aber auch die Internationalisierung von europäischen Hochschulen vorangetrieben sowie Partnerschaften, Wissensallianzen und Netzwerke geschaffen werden. Der Gedanke dahinter ist, dass wir Wissen, Erfahrungen und Kulturen miteinander teilen. Dafür ist Erasmus+
in die Strategie der EU eingebettet, bis 2020 Wachstum, Jobs und soziale Gerechtigkeit zu schaffen. Welchen Mehrwert haben die Studentinnen und Studenten durch das Erasmus+ Programm? Bis 2020 steht viel Geld bereit, um Bildung, Weiterbildung, Jugend und Sport zu fördern. Mit Erasmus+ erhalten Studierende Zugang zu Universitäten in ganz Europa, um ihr Wissen zu erweitern, andere Bildungssysteme kennenzulernen und Freundschaften fürs Leben zu schließen.
Wie kam es dazu, dass Sie zum Erasmus Beauftragten wurden? Ich habe die Funktion des Erasmus-Koordinators vor einigen Jahren von einem Kollegen übernommen, der in Rente ging. Ich habe es keine Sekunde bereut. Wie bewerten Sie das Programm? Warum sollten Studierende am Programm teilnehmen? Ich kann jedem nur empfehlen, sich für einen Erasmus-Austausch zu bewerben, um in einem anderen Land zu studieren, sich mit der Kultur und den Menschen dort vertraut zu machen. 73
Ein Aufenthalt im Ausland ist nicht nur für Studierende von Sprachen sinnvoll – sondern für Studierende aller Fächer. Der Netzwerkgedanke hinter Erasmus sorgt dafür, dass alle in Europa ein wenig enger zusammenrücken, dass der europäische Gedanke und die Toleranz anderen gegenüber gefördert werden. Wie beliebt ist Erasmus? Sehr! Und das zu Recht! Mein Rat ist allerdings, sich nicht nur für die Länder zu bewerben, in denen die meisten gern studieren wollen. Gerade für Anglistik-Studenten ist das mitunter schwierig. Zum einen existieren nur wenige Partnerschaften mit britischen Universitäten – es ist ja ein Austausch, und kaum ein britischer Student kommt nach Deutschland um Englisch zu studieren. Zum anderen werden die Erasmus-Verträge mit Großbritannien aufgrund des Brexit gerade nicht verlängert. Daher ist es auf jeden Fall sinnvoll und gewinnbringend, sich auch für ein anderes Land zu bewerben. Wir haben zum Beispiel Partnerschaften mit Universitäten in Rumänien und im nächsten Jahr werde ich erste Sondierungsgespräche mit einer Universität in Israel führen. Vor- und Nachteile? Ich denke, dass ich hier ohne Zweifel eigentlich nur von Vorteilen sprechen kann. Die im Ausland erbrachten Studienleistungen werden an der Heimatuniversität anerkannt. Darauf
Anglistik Bachelorstudiengang an der Christian-AlbrechtsUniversität zu Kiel, Philosophische Fakultät Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.) Studienbeginn: nur zum Wintersemester Einschreibung: zulassungsfrei Besondere Zugangsvoraussetzungen: Sprachkenntnisse Regelstudienzeit: 6 Fachsemester Studienberatung: Leibnizstraße 10, Raum 233, Sprechstunde Do, 13-15 Uhr Tel.: 0431 880-3338 und 0431 880-2680 studienberatung@anglistik.uni-kiel.de www.studium.uni-kiel.de/de/studienangebot/ studienfaecher/anglistik-nordamerikanistik-balehramt
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einigt man sich im Vorwege in einem sogenannten Learning Agreement, das von der Partneruni, der Heimatuni und den Studierenden unterzeichnet wird. Der ErasmusAufenthalt wird finanziell gefördert, Studiengebühren fallen nicht an und auch der Lebensunterhalt wird unterstützt. Da liegt es an jedem einzelnen, das Meiste aus einem solchen Aufenthalt herauszuholen. Ich kann nur sagen: Go out there! Make the most of it!
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Europa für die Traumkarriere Anglistik-Studentin Sabrina Meyn (28) meistert zwei Abschlüsse gleichzeitig und peilt nun ihre Doktorarbeit in Rumänien an Text Joachim Welding Fotos Sebastian Weimar
Viele Englisch-Studierende wollen auf jeden Fall Lehrer werden. Bei dir ist es anders gekommen. Wie das? Im zweiten Mastersemester des Lehramt-Studiums an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist mir während des Praktikums an der Schule bewusst geworden, dass eine Lehramtslaufbahn doch nicht das Richtige für mich wäre. Im Studium hat mir besonders das wissenschaftliche Arbeiten in und auf Englisch gefallen. Meine Liebe zur englischen Sprache wurde übrigens während meines „Gap Years“ – das Lückenjahr zwischen Schule und Studium – als Au Pair in den USA geweckt. Im Englischunterricht in der Schule war ich eher schüchtern. Aber in den USA blieb mir ja nichts anderes übrig, als mich auf Englisch zu verständigen. So habe ich die Sprache schnell lieben gelernt. Als Au Pair habe ich auf drei Kinder aufgepasst, die damals 4, 7 und 8 Jahre alt waren. Eine ganz schön große Verantwortung! Aber ich habe mich wirklich gut mit „meinen“ Kindern, aber auch meinen Gasteltern verstanden. In meiner Freizeit war ich oft mit anderen Au Pairs aus aller Welt unterwegs. In dem Jahr bin ich auch besonders gern durch das Land gereist, war in Großstädten und habe einige der vielen Nationalparks besucht, wie zum Beispiel den Grand Canyon Nationalpark. Und wie kam es, dass du nun zwei Abschlüsse auf einmal machst – Master of Arts und Master of Education? Während viele meiner Kommilitonen sich über das Schreiben von Hausarbeiten beschwerten, hatte ich meistens Spaß daran, vor allem, wenn es um eigene Forschung ging. Deswegen habe ich mich dafür entschieden, einen weiteren englischsprachigen Masterstudiengang, der nicht auf Lehramt ausgelegt ist, zu studieren. Da sich nur einige Kurse überschneiden, ist es für mich aber kein Problem, beide Studiengänge zu beenden und mir somit alle Türen offen zu halten. Weißt du schon, wo deine berufliche Reise hingehen könnte? Mein Wunsch ist es, eine wissenschaftliche
Karriere zu verfolgen. Nach den Masterstudiengängen möchte ich meinen Doktor in Anglistik machen! Mit diesem Ziel im Blick habe ich bereits an einigen wissenschaftlichen Konferenzen teilgenommen. Dort habe ich Vorträge über Forschungsprojekte aus meinen Kursen gehalten, die dann anschließend diskutiert wurden. Sowas ist immer ganz schön aufregend – im Beisein von Doktoranden und namhaften Professoren. Europa ist dabei wichtig für dich. Welche Erfahrungen willst du sammeln? Um meinen Doktortitel zu bekommen, wollte ich die Erasmus Partnerschaft der CAU zu der „Alexandru Ioan Cuza“ Universität in Iasi (Rumänien) nutzen. Dr. Lars Blöhdorn, Dozent am Englischen Seminar der CAU im Fachbereich Linguistik und gleichzeitig Ansprechpartner für das Erasmus Programm, half mir ohne Zögern: Er stellte den Kontakt her, so dass wir an einer internationalen Konferenz in Iasi zum Thema „Förderung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt durch Englisch“ teilnehmen konnten. Unterstützt wurde ich dabei zusätzlich vom International Center der CAU in Kiel, das einen Teil meiner Kosten übernahm. Für eine Woche ging es dann nach Rumänien. An den ersten drei Tagen fand die Konferenz statt. Über 100 Teilnehmer, darunter Doktoranden und Professoren aus aller Welt, waren angereist. Mein Vortrag über „Die verantwortungsvolle Nutzung von Medien im Englischunterricht“ war für den dritten Tag geplant. Was war ich aufgeregt! Aber es lief alles glatt. Die anschließenden Fragen konnte ich alle beantworten, und es entstand eine lebhafte Diskussion. Wie entstand eigentlich der Kontakt zu deiner Doktormutter? Die restliche Woche nahm ich an LinguistikKursen teil, um einen Eindruck vom Unialltag in einem anderen europäischen Land zu bekommen. Und natürlich, um herauszufin-
den, wie ich meinen Doktortitel erwerben könnte. Mit Erfolg! Eine Professorin erklärte mir das dreijährige Doktoren-Programm und sicherte mir bereits zu, meine Doktorarbeit zu betreuen. Sollte ich die Eingangsprüfung bestehen und angenommen werden, könnte ich von Kiel aus meine Doktorarbeit schreiben. Einmal im Jahr würde ich dann nach Iasi reisen, um meinen Fortschritt zu präsentieren, und nach drei Jahren müsste ich die Doktorarbeit vor einem Komitee verteidigen. Jetzt heißt es für mich aber erstmal, die beiden Masterstudiengänge erfolgreich zu absolvieren! Inwiefern hilft dir Europa bei deiner Karriere? Europa ermöglicht mir meine Wunschkarriere zu verfolgen. Die Beziehungen der CAU zu anderen europäischen Hochschulen haben mir eine Perspektive eröffnet, an die ich zu Beginn meines Studiums nicht geglaubt hätte.
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Text Joachim Welding Fotos Privat
Aus Liebe zu – Island! Skandinavistin Franziska Vollmann (28) blickt im Interview über den kulturellen Tellerrand zu unseren Nachbarn im Norden
Wie ist deine Liebe zu Skandinavien entstanden? Da ich nach meinem Abi für längere Zeit auf Island gelebt und gearbeitet habe, war für mich das Studium der Skandinavistik eine Herzensangelegenheit. Auch während des Studiums war ich in den Semesterferien immer wieder auf der Insel. Als Pferdetrainerin und Tourismusführerin auf dem Pferderücken habe ich in dem wunderschönen Land viele interessante Menschen kennengelernt. Was begeistert dich am meisten? Ich bin dieser Insel verfallen – die einmalige Natur und insbesondere die Leute dort haben mich in den Bann gezogen. Viele sind naturverbunden, sehr musikalisch und etliche glauben noch an Elfen, die angeblich in Steinen wohnen. Auch das finde ich richtig liebenswert! Natürlich konnte ich in dieser Zeit meine Sprachkenntnisse wesentlich verbessern. Was ist das eigentlich genau – Skandinavistik? Das Skandinavistik-Studium verbindet Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft und Länderkunde. Mein Bachelorstudium habe ich an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) abgeschlossen. Und die Entscheidung für dieses Studium war goldrichtig. Das Studium in Kiel ist sehr vielseitig und besonders spannend für Menschen, die sich für die Sprache und Kultur der skandinavischen Länder interessieren. Schon bevor das Studium richtig beginnt, erlebt man Skandinavien live: Die Erstsemesterfahrt startete in Richtung Dänemark. Wir Studis haben uns schnell kennengelernt und zunächst häufig noch Deutsch gesprochen. Der Spracherwerb spielt im Studium jedoch eine Schlüsselrolle. Prima ist deshalb, dass die Dozenten fast alle Muttersprachler sind. Sie können nicht nur die Sprache vermitteln, sondern die Studierenden auch für Land, Leute und Kultur begeistern. 76
Wie verläuft das Studium? Im ersten Semester entscheidet man sich für seine erste Fremdsprache. Dänisch, Schwedisch, Norwegisch oder Isländisch stehen zur Auswahl. Im 5. Semester kommt eine weitere hinzu. Die Wahl der ersten Sprache sollte gut überlegt sein, denn der Spracherwerb ist sehr intensiv und erfordert viel Fleiß und Einsatz. Am Ende jedes Semesters muss man mit Referaten, Hausarbeiten sowie in Klausuren sein Wissen unter Beweis stellen. Sich intensiv mit dem Sprachwandel in den verschiedenen Ländern sowie mit der modernen skandinavischen Literatur zu beschäftigen, finde ich wirklich spannend. Und wann kann man endlich nach Skandinavien ausschwärmen? Wenn man sein Studium für ein oder auch zwei Semester ins Ausland verlegen möchte, ist das kein Problem. Über ein Erasmus-Programm kommt man nach Dänemark oder
Island; man kann sogar in Finnland studieren. Außerdem bietet das Institut für Skandinavistik in den Semesterferien Studienreisen an. Die Kooperation der CAU mit den skandinavischen Universitäten bietet ausgezeichnete Möglichkeiten einige Semester im Ausland zu studieren. Okay, das Studium ist klasse. Aber wie sieht es mit den Jobchancen aus? Der Grundstein für einen Job in Skandinavien ist mit diesem Studium zwar gelegt; allerdings sollte man sich überlegen, was man wirklich machen möchte. Ein klassischer Berufsweg, wie ihn die Eltern sich vielleicht wünschen, wird es wohl nicht. Du kannst später als Journalist arbeiten oder in Museen oder als Reiseveranstalter. Mit der entsprechenden beruflichen Aus- oder Weiterbildung sind die Absolventen auch als Übersetzer für Literatur oder Dolmetscher gefragt. Solche Berufsmöglichkeiten sind in Deutschland natürlich rar.
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ME2BE CAMPUS SPECIAL ist ein Produkt der BRANDPUBLISHERS COMMUNICATION GmbH Von-Kurtzrock-Ring 16 22391 Hamburg Telefon 040 - 43 27 19 33 Geschäftsführer Axel von Kortzfleisch Büro Hamburg Tegetthoffstr. 7 20259 Hamburg Telefon 040 - 43 27 19 33 Büro Sehestedt Feldscheide 2 24814 Sehestedt Telefon 04357 - 99 600 81 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Christian Dorbandt, Vanessa Strehlow presse@me2be.de Schul- und Messebetreuung Nadja Linke, Mirja Wilde schule@me2be.de Chefredaktion (V.i.S.d.P.) Katharina Grzeca katharina.grzeca@me2be.de Chefin vom Dienst Katharina Grzeca Textredaktion Christian Dorbandt, Joachim Welding, Katharina Grzeca, Sabrina Meyn, Vanessa Strehlow, Mirja Wilde, Christina Föllmer
Viele wollen deshalb gerne nach Skandinavien übersiedeln.
Sich intensiv mit dem Sprachwandel in den verschiedenen Ländern sowie mit der modernen skandinavischen Literatur zu beschäftigen, finde ich wirklich spannend.
Ziehst du es auch in Betracht, nach Skandinavien auszuwandern? Natürlich würde es mich jederzeit wieder nach Island oder auch nach Norwegen ziehen. Aber vor kurzem habe ich geheiratet. Wo unsere kleine Familie künftig leben wird, ist noch völlig offen!
Skandinavistik Bachelorstudiengang an der Christian-AlbrechtsUniversität zu Kiel, Philosophische Fakultät Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.) Studienbeginn: nur zum Wintersemester Einschreibung: zulassungsfrei Regelstudienzeit: 6 Fachsemester Studienberatung: Leibnizstraße 8, Raum 220, Sprechstunde Do, 14-15 Uhr Tel. 0431 880-3247 m.jacobsen@isfas.uni-kiel.de www.isfas.uni-kiel.de/de/skandinavistik Unterstützt durch
Onlineredaktion Jana Limbers, Sabrina Meyn, Nadja Linke hello@me2be.de Social Media Merle Jurzig, Vanessa Strehlow, Jana Limbers hello@me2be.de Art Direction Katharina Grzeca, Merle Jurzig Foto Sebastian Weimar, Eric Genzken, Frieder Dillmann, Frank Peter, Merle Jurzig, Christian Dorbandt, Brand Academy, HCU, Thomas Berg, Gunnar Dethlefsen, Christina Föllmer, Studio Toto Berlin, Cocofilms, Yvonne Kratze, Bo Mißfeld, Charlotte Wilckens, Shutterstock, Nadine Sydow, VOX / Frank Hempel, Franziska Vollmann Illustration Ibou Gueye Coverfoto Shutterstock 2. Auflage www.me2be.de www.facebook.com/me2bemag Druck VDD GmbH 09603 Großschirma ME2BE Bestellservice Preis je Heft 2,90 EURO zzgl. Versandkosten hello@me2be.de © 2017 für alle Beiträge der BRANDPUBLISHERS COMMUNICATION GMBH ME2BE CAMPUS SPECIAL wird kostenlos an Schulen verteilt. Nachdruck, Aufnahme in Onlinediensten und Internet und Vervielfältigung auf Datenträgern jeglicher Art – auch auszugsweise – nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung des Verlages. Der Verlag haftet nicht für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Videos, und übernimmt keinerlei Haftung für die Richtigkeit der jeweiligen Anbieter. Anzeigenpreise auf Anfrage.
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Text Katharina Grzeca Fotos Frieder Dillmann, Thomas Berg
Studentinnen Lina Mittelstedt (oben links) und Katharina Schmitt-Raiser (unten links). Prof. Dr. Achim Rody (oben rechts) und Studiengangskoordinatorin Nele Stejskal (unten rechts).
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Im Kreißsaal und Hörsaal Start des neuen Studiengangs Hebammenwissenschaft an der Universität zu Lübeck Mit dem dualen Studiengang Bachelor of Science in Hebammenwissenschaft hat die Universität zu Lübeck ein innovatives und in Deutschland einzigartiges Studienprogramm entwickelt. Im Oktober haben nun die ersten 20 Studentinnen den bundesweit ersten universitären Studiengang Hebammenwissenschaft begonnen. In Zusammenarbeit mit der UKSH Akademie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein erlernen sie das Beste aus berufspraktischer Ausbildung und wissenschaftlichem Studium. Katharina Schmitt-Raiser und Lina Mittelstedt haben es geschafft. Beide haben sich erfolgreich um einen Studienplatz beworben und gehören nun zu den ersten, die in Deutschland den Beruf der Hebamme an einer Universität erlernen werden. Das Interesse an dem akademisierten Gesundheitsberuf in Lübeck ist groß. Für die 20 Studienlätze gab es mehr als 100 Bewerber. „Auf der nordjob habe ich am Messestand der UKSH-Akademie von dem neuen Studiengang Hebammenwissenschaft erfahren und war gleich begeistert. Den Gedanken, Hebamme zu werden, hatte ich schon früher. Es ist ein faszinierender Beruf. Eigentlich wollte ich nach dem Abitur studieren und mehr als eine Ausbildung machen. Das neue Studienangebot der Universität zu Lübeck ermöglicht mir nun beides: die Ausbildung zur Hebamme und einen akademischen Abschluss“, erzählt die 23-jährige Katharina.
Ein Studium – zwei Abschlüsse Das Studium Hebammenwissenschaft ist dual organisiert. Nach sechs Semestern legen die Studierenden ihr Staatsexamen ab und erlangen wie bei einer klassischen Ausbildung die
Berufszulassung zur Hebamme oder zum Entbindungspfleger. Während dieser Zeit erhalten sie auch eine Ausbildungsvergütung. Nach weiteren zwei Semestern erlangen die Studentinnen und Studenten den Bachelor of Science in Hebammenwissenschaft. Der Doppelabschluss nach acht Semestern Regelstudienzeit machte das Studium auch für Lina interessant. „Vor meiner Bewerbung habe ich Deutsch und allgemeine Sprachwissenschaften in Kiel studiert. Leider war ich damit wenig glücklich. Das Studium war mir viel zu theoretisch. Nun wechseln sich die theoretischen Phasen an der Universität mit den Praxiseinsätzen in der Klinik ab. Für mich ist das die perfekte Verbindung von Theorie und Praxis, und das auf einem hohen Niveau“, berichtet die 23-Jährige. Organisation und Koordination von Theorie- und Praxiseinheiten, Kommunikation mit den Praxispartnern und die Betreuung der angehenden Hebammen – das gehört zu den Aufgaben von Nele Stejskal. Seit April ist sie die Studiengangskoordinatorin für den Studiengang Hebammenwissenschaft an der Universität und befürwortet die Akademisierung des Gesundheitsfachberufes. „Deutschland
ist eines von wenigen Ländern in Europa, das seine Hebammen und Entbindungspfleger noch an Fachschulen ausbildet. Die meisten europäischen Länder haben die Ausbildung bereits akademisiert. Um im Vergleich zum europäischen Ausland mithalten zu können, müssen wir unsere Ausbildung auf ein akademisches Niveau bringen“, so Stejskal. Die Ausbildung an Hebammenschulen, wie wir sie kennen, wird es in Deutschland nur noch bis zum Jahr 2020 geben. Dann, so lautet eine für alle EU-Länder gültige Richtlinie, soll die Hebammen-Ausbildung voll akademisiert sein.
Wissenschaftliches Arbeiten und praktische Anleitung Den Studierenden in Lübeck werden ab dem ersten Semester wissenschaftliche Grundlagen vermittelt, sie beschäftigen sich mit evidenzbasierter Hebammenarbeit und verfassen Hausarbeiten. „Für die praktischen Anteile haben wir ein sogenanntes ‚Skills-Lab’. Dort können die Studierenden die praktischen Handgriffe und Abläufe an speziellen Puppen simulieren, bevor sie diese in der Klinik anwenden“, berichtet die Studiengangskoordinatorin. Ein weiterer Vorteil des Studiums 79
Zusammenhänge und sie können ihr Handeln besser reflektieren. Ein weiteres zentrales Merkmal ist das interprofessionelle Lernen, das wir an der Universität zu Lübeck sehr wichtig nehmen. „Das Tätigkeitsspektrum sowie die AnfordeDie angehenden Hebammen rungen an den Beruf der Hebamme haben besuchen gemeinsame Veranstaltungen mit sich erheblich verändert und sind komplexer Studierenden der Humanmedizin, Pflege, Phygeworden“, erzählt Prof. Dr. Achim Rody, siotherapie, Logopädie und Ergotherapie. Sie kommissarischer Leiter des neuen Studienlernen bereits im Studium die Arbeitsweisen gangs und Direktor der Klinik für Frauenheilund Anforderungen der andekunde und Geburtshilfe ren Gesundheitsfachberufe des Universitätsklinikums Wir benötigen kennen, mit denen sie später Schleswig-Holstein. „Wir das Studium, um zusammenarbeiten werden. benötigen das Studium, um Nicht zuletzt findet durch die die bestmögliche Qualität die bestmögliche Akademisierung eine Aufin der Hebammenkunde zu Qualität in der wertung des Berufs statt“, sichern. Hebammen und Hebammenkunde berichtet Rody. Entbindungspfleger brauDen studierten Hebammen chen heute ein umfang- zu sichern. öffnen sich auch neue berufreicheres Fachwissen und liche Möglichkeiten. Sie können in die Lehre fachspezifische Kompetenzen. Die Hebamoder Forschung gehen, Führungspositionen menverordnung, die die Ausbildung gesetzeinnehmen und sind besser vertraut mit Thelich regelt, stammt noch aus den 80er Jahmen der Betriebsführung, Familienfürsorge ren. Viele Aspekte, die den Hebammen bei und Beratung. Der Bachelor ermöglicht ihnen der Arbeit begegnen, sind da natürlich nicht zudem einen gesundheitswissenschaftlichen erfasst. So werden zum Beispiel die SchwanMasterstudiengang anzuschließen. geren immer älter oder leiden immer häufiger an Bluthochdruck oder Diabetes. Diese Die Bewerbungsphase für das nächste StudiFaktoren können während der Geburt zum enjahr hat bereits begonnen. Bewerben könRisiko für die Mutter und das Kind werden. nen sich alle, die eine Allgemeine HochschulWir bereiten unsere Studierenden darauf vor, reife besitzen und ein vierwöchiges Praktikum diese Risiken schnellstmöglich zu erkennen in der Entbindungspflege absolviert haben. und entsprechend zu handeln. Durch das StuStudiengangskoordinatorin Nele Stejskal dium erschließen sich ihnen weiterreichende ist die Beschränkung auf 20 Plätze pro Hochschuljahr. Das ermöglicht eine individuelle Betreuung und einen intensiven Austausch mit den Lehrenden.
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erwartet wieder zahlreiche Bewerbungen. „Ich freue mich, dass unser Studienangebot so gut angenommen wird.“
Universität zu Lübeck Ratzeburger Allee 160 23562 Lübeck www.uni-luebeck.de Studiengangskoordination Nele Stejskal, Hebamme B.Sc. studium.hewi@uni-luebeck.de Tel. 0451 3101 1853 www.hewi.uni-luebeck.de UKSH Akademie Campus Kiel Hebammenschule Schlossplatz 1 24103 Kiel Schulleitung Hebammenschule Jenny Seipel M.A. jenny.seipel@uksh.de Tel. 0431 500 92080
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STUDENTEN-PORTRAITS
STUDENTENPORTRAITS Dennis Michalik
„IN WELCHE RICHTUNG ICH BERUFLICH EINMAL GEHEN WÜRDE, ZEIGTE SICH SCHON IN DER ACHTEN KLASSE.“
Dennis Michalik, 28 aus Süsel, dualer Student im 7. Semester Elektrotechnik – Kommunikationssysteme (B.Sc.) an der Fachhochschule Lübeck.
STUDENTEN-PORTRAITS
„UNSER STUDIUM IST SEHR ANWENDUNGSORIENTIERT. DAS GEFÄLLT MIR.“ Vanessa Kühl, 20 aus Eutin, duale Studentin im 1. Semester Elektrotechnik – Kommunikationssysteme (B.Sc.) an der Fachhochschule Lübeck.
„Vor dem Studium Elektrotechnik habe ich verschiedene Berufe ausprobiert. Koch zum Beispiel. Aber es stellte sich schnell heraus, dass dieser Beruf überhaupt nicht zu mir passt. So beschloss ich, weiter zur Schule zu gehen und informierte mich über das Schulangebot der Kreisberufsschule in Eutin. Dort kann man sein Abitur in drei Richtungen machen: Ernährung, BWL oder Elektrotechnik. Die Fachrichtung Ernährung konnte ich gleich ausschließen. Ein BWL-Studium kam ebenfalls nicht in Frage. Also entschied ich mich für Elektrotechnik und diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut. Elektrotechnik ist ein unglaublich interessantes Fach. In Handys, Fernsehern oder Computern, überall steckt Elektrotechnik. Und ich finde es wirklich spannend herauszufinden, wie diese Geräte funktionieren. Unser Studium ist sehr anwendungsorientiert. Das gefällt mir. Vergangenes Semester haben wir zum Beispiel ganz frei an einem komplexen Projekt gearbeitet. Wir bekamen nur die Aufgabenstellung und konnten selbst bestimmen, wie wir vorgehen, um die Aufgabe am besten zu lösen. Genau das erwartet uns später im Berufsleben auch.“
„In welche Richtung ich beruflich einmal gehen würde, zeigte sich schon in der achten Klasse. Im Rahmen der Berufsorientierung besuchte ich den ‚Tag der offenen Werkstatt’ bei der Firma Dräger. Gleich am Eingang war ein Schaltkasten aufgebaut, an dem man sein technisches Geschick auf die Probe stellen konnte. Ohne viel nachzudenken, löste ich die Aufgabe fehlerfrei. Nach einem weiteren Besuch der Dräger-Berufsmesse und einem zweiwöchigen Praktikum bei den Elektroingenieuren bei der Firma Dräger hat sich mein Berufswunsch gefestigt. Nach der zehnten Klasse besuchte ich die Kreisberufsschule in Eutin und machte mein Abitur im Fachbereich Elektrotechnik. Für die duale Studierform habe ich mich entschlossen, um mehr Zeit zum Lernen zu haben und nicht auf einen Nebenjob während des Studiums angewiesen zu sein. Egal, ob wir im Betrieb sind oder an der Fachhochschule – wir erhalten regelmäßig eine Ausbildungsvergütung. Außerdem war es mir wichtig, das theoretisch Erlernte auch praktisch einzusetzen. Elektrotechnik ist lernintensiv und man darf den Anschluss nicht verlieren. Deshalb haben wir uns in Lerngruppen zusammengetan und gehen den Stoff nun gemeinsam durch. Das ist nicht nur effektiv, es macht auch mehr Spaß!“
Text Katharina Grzeca | Foto Frieder Dillmann
Text Katharina Grzeca | Foto Frieder Dillmann
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STUDENTEN-PORTRAITS
„DIE PROFESSOREN NEHMEN SICH ZEIT FÜR UNS – DAS FINDE ICH EINFACH KLASSE.“
Dolganovs Dmitrijs, 24 aus Oldenburg, dualer Student im 5. Semester Maschinenbau (B.Sc.) an der Fachhochschule Lübeck.
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„WIR SIND KREATIVE PROBLEMLÖSER! “
Manuel Campana, 25 aus Lübeck, im 3. Semester Elektrotechnik – Kommunikationssysteme (B.Sc.) an der Fachhochschule Lübeck.
„Vor sechs Jahren bin ich mit meiner Familie von Lettland nach Oldenburg in Holstein gezogen. Deutsch habe ich an der Schule in Lettland gelernt; daher konnte ich ohne Probleme mein Abitur in Deutschland machen. Maschinenbau war schon immer mein Wunschstudiengang. Mir war es außerdem wichtig, eine duale Studierform zu absolvieren. An der FH Lübeck nehme ich am sogenannten `StudiLe’-Programm teil. Es kombiniert das Studium an einer Hochschule mit der Ausbildung in einem Betrieb. Nach 4,5 Jahren habe ich den Bachelor in Maschinenbau und eine abgeschlossene Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker. Das beste am dualen Studieren ist der Bezug zur Praxis. Durch die Vergütung bin ich auch finanziell unabhängiger und mir bleibt mehr Zeit zum Lernen. Das erste Jahr war ich nur in meinem Betrieb und habe gelernt, worauf es bei der Zerspanungstechnik ankommt. Seither besuche ich gemeinsam mit den anderen Maschinenbaustudierenden Vorlesungen und Seminare. Auch die FH Lübeck legt großen Wert auf ein praxisorientiertes Studium. Die Professoren nehmen sich Zeit für uns – das finde ich einfach klasse. Nach dem Bachelor möchte ich für ein oder zwei Jahre arbeiten und dann zurück an die FH und den Master machen.“
„Schon als Kind habe ich mich sehr für Technik interessiert. Ich spielte gerne mit Lego und mit einem Baukasten habe ich die ersten elektrischen Anlagen montiert. Nach dem Realschulabschluss machte ich eine Ausbildung bei der Firma Dräger zum Elektroniker für Geräte und Systeme. Die Ausbildung war klasse. Ich durfte an vielen spannenden Projekten mitarbeiten und habe dabei sehr viel gelernt. Nach der Ausbildung wurde ich übernommen und habe als Laborassistent gearbeitet. Bei Dräger habe ich zum ersten Mal miterlebt, was Elektroingenieure genau machen. Von da an stand für mich fest: Das ist auch mein Wunsch. Also machte ich berufsbegleitend meinen Techniker, der die Fachhochschulreife einschließt, und bewarb mich um einen Studienplatz an der FH Lübeck. Das Studium an der FH Lübeck ist sehr praxisorientiert, das war mir wichtig. Unsere Dozenten können auf jahrelange Berufserfahrung zurückgreifen und bereiten uns auf die Anforderungen im Arbeitsleben vor. Außerdem stehen ihre Türen für uns Studierende immer offen. Egal, ob wir Fragen zu einem Projekt haben oder bei einer Gruppenarbeit nicht weiterkommen. Wer sich für Elektrotechnik interessiert, sollte vor allen Dingen neugierig sein und den Willen haben, etwas Neues zu erschaffen. Das macht unser Studium aus. Wir sind kreative Problemlöser!“
Text Katharina Grzeca | Foto Frieder Dillmann
Text Katharina Grzeca | Foto Frieder Dillmann
„NACH DEM STUDIUM SIND WIR IN DER LAGE, EINE FRAU VON DER
„IT WAS VERY EASY
SCHWANGERSCHAFT BIS
TO MAKE NEW
ZUM ENDE DER STILLZEIT ZU
FRIENDS HERE!“
BETREUEN.“
STUDENTEN-PORTRAITS
Vladyslava Tsytsyurska, 22
Lina Mittilstedt, 23 aus Schleswig, im 1. Semester des dualen Studiums Hebammenwissenschaft (B.Sc.) an der Universität zu Lübeck.
aus der Ukraine, absolviert ein Auslandssemester an der EUF im Masterstudiengang Kultur – Sprache – Medien (M.A.).
„Vor meinem Studium habe ich Praktika in der Entbindungspflege gemacht und mehrere Wochen in einem Kreißsaal gearbeitet. Diese Erfahrung hat mich nicht nur für den Beruf der Hebamme begeistert, sie war auch eine gute Vorbereitung auf das duale Studium. Wir haben einen hohen Praxisanteil und werden in den Bereichen Wochenbett, Gynäkologie oder Kreißsaal eingesetzt. Aber auch die Theorie kommt nicht zu kurz. Unterrichtet werden wir beispielsweise in Gesundheitswissenschaft, Physiologie der Geburtshilfe, Schwangerenbetreuung, Mutter-Kind-Gesundheit und Frauenheilkunde. Nach dem Studium sind wir in der Lage, eine Frau von der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit zu betreuen. Ich freue mich, dass ich Frauen helfen kann, neues Leben zur Welt zu bringen und sie in dieser besonderen Lebensphase zu begleiten.“
„Originally I come from central Ukraine, where most people want to develop closer ties to Europe and the EU. That’s definitely true for me. My motivation in coming here was to immerse myself in European culture and get a better understanding of the EU.... that, and the desire to meet new people and learn German. It turns out that EUF is a great place for this! It’s been very easy to make new friends here, and my English and German skills are improving every day. Plus, the International Center here is organized perfectly. It’s really amazing – everthing has gone through so quickly. By comparison, some friends of mine who applied to other universities to study abroad are still waiting for an answer. I think experiences like the ones I’ve had here during my semester abroad help to crush stereotypes. In my opinion, regular international exchange is really important!”
Text Katharina Grzeca | Foto Frieder Dillmann
Text Christian Dorbandt | Foto Eric Genzken
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„WIR KÖNNEN SEHR OFFEN DISKUTIEREN UND PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN EINBRINGEN.“
STUDENTEN-PORTRAITS
„I REALLY APPRECIATE HAVING HAD THE CHANCE TO STUDY ABROAD!“
Johanna Bidfeld, 25
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aus Ratzeburg, studiert Bildungswissenschaften (B.A.) an der EUF mit der Fächerkombination Biologie und Deutsch auf Lehramt für Sekundarschulen II.
Lukas Dehmel, 25
“My name is Johanna and I want to become a secondary school teacher. I am majoring in biology and German. This year I decided to spend a semester in Sweden at the University of Christianstad in order to improve my English skills, so I contacted the EUF International Center (IC). First I had to apply to the university and wait for them to offer me a place. After that I was able to enroll and register. Throughout this process, the IC supported me with the formalities, for example by helping me get into the courses I wanted. Even after I returned to Flensburg, the IC helped me to get my credit points recognized. The semester in Sweden was great. The study system there is completely different to ours. In Germany we take several courses per semester, whereas Swedish students concentrate on only one course at at time and do a lot more self-study than we do here. I really appreciate having had the chance to study abroad. Next year I will do another semester abroad in Greece!”
„Hallo, ich bin Lukas. Nach dem Abi am Ludwig-Meyn-Gymnasium habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Hamburger Obdachlosenhilfe absolviert, dann an der EUF meinen Bachelor in Bildungswissenschaften in der Fächerkombination Wirtschaft/Politik und Sonderpädagogik erworben. Letzten Endes habe ich mich nun doch für den Bereich Erwachsenenbildung entschieden und studiere momentan Erziehungswissenschaft - Bildung in Europa auf Master. Beruflich möchte ich später unbedingt im sozialen Bereich arbeiten. Das Studium bietet eine interessante Kombination aus erziehungsund europawissenschaftlichen Inhalten. Es geht um Bildungspolitik, Erziehungs- und Bildungsprozesse. Pflichtbestandteil ist auch ein zehnwöchiges Auslandspraktikum. Die Atmosphäre im Studiengang ist familiär. Wir können sehr offen diskutieren und persönliche Erfahrungen einbringen. Durch die kleinen Gruppen pflegen wir ein fast persönliches Verhältnis zu den Dozenten.“
Text Christian Dorbandt | Foto Eric Genzken
Text Christian Dorbandt | Foto Eric Genzken
aus Uetersen, studiert den Masterstudiengang Erziehungswissenschaft: Bildung in Europa an der EUF.
ICH HABE MICH WEGEN „WIR STUDIEREN IN EINER FAMILIÄREN ATMOSPHÄRE AUF EINEM
DER GRENZNAHEN LAGE FÜR FLENSBURG ENTSCHIEDEN.
SEHR SCHÖNEN, GRÜNEN CAMPUS!“ STUDENTEN-PORTRAITS
Ole Krafft, 26 aus Münster, studiert im 4. Semester European Studies an der EUF. „Hallo, ich bin Ole, 26 Jahre alt und studiere European Studies an der EUF. Für dieses Studium habe ich mich entschieden, weil ich von der euopäischen Idee begeistert bin und mich die Vielfalt der Themen aus den Bereichen Jura, Wirtschaft, Politik und Soziologie im Studiengang fasziniert. Interessant wird es auch dadurch, dass Studierende aus vielen unterschiedlichen Nationen teilnehmen, zum Beispiel aus Aserbaidschan, Spanien, Kamerun und Bangladesch. Und die deutsch-dänische Grenzregion bietet ein gutes Umfeld für Europawissenschaften. Neben meinem Studium arbeite ich ehrenamtlich als Campusengel. Dabei stehe ich von September bis November den neuen Studierenden wöchentlich an zwei Tagen als Ansprechpartner zur Verfügung und bin ihnen bei vielen Dingen behilflich. Beispielsweise fahre ich zum Hamburger Flughafen, hole ausländische Studierende ab und begleite sie bei dem Einzug ins Youth Hostel. Mit Studium und Studienort bin ich sehr zufrieden. Wir studieren in einer familiären Atmosphäre auf einem sehr schönen, grünen Campus!“ Text Christian Dorbandt | Foto Eric Genzken
Bjarne R. Raab, 22 aus Husum, studiert im 3. Semester Bildungswissenschaften (B.A.) an der EUF mit der Fächerkombination Dänisch und Mathe auf Lehramt für Sekundarschulen II. „Hallo, ich heiße Bjarne und studiere Dänisch und Mathe auf Lehramt an der EUF. Bis zur 10. Klasse habe ich die Dänische Schule in Husum besucht und anschließend mein Abitur an der A.P. Möller Skolen in Schleswig absolviert. Seit ich denken kann, möchte ich Mathe-Lehrer werden. Mathe war immer mein Lieblingsfach. Schon während der Schulzeit habe ich Nachhilfekurse gegeben und gemerkt, wie viel Spaß es mir macht. Mein zweites Fach ist Dänisch. Das kann man nur an vier deutschen Universitäten auf Lehramt studieren, in Flensburg, Kiel, Berlin und Greifswald. Ich habe mich wegen der grenznahen Lage für Flensburg entschieden. Hier ist die dänische Kultur überall präsent.“ Text Christian Dorbandt | Foto Eric Genzken
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„MEIN HIGHLIGHT IM STUDIUM? DAS ARBEITEN MIT DER EYE TRACKINGTECHNOLOGIE!“
STUDENTEN-PORTRAITS
„DAS BWL-STUDIUM AN DER FHW KANN ICH UNEINGESCHRÄNKT EMPFEHLEN!“
Leonie Rössler, 24 aus Oldenburg, hat den Bachelorabschluss BWL an der FH Westküste erworben und arbeitet zurzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin.
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Timo Niehörster, 24
„Hallo, ich bin Leonie. Ich habe mein BWL-Studium erfolgreich abgeschlossen und strebe noch einen weiteren Bachelorabschluss im Bereich Engineering an. Zurzeit arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Technik der FHW. Vor dem Erststudium hatte ich eine Berufsausbildung zur kaufmännischen Assistentin im Controlling absolviert und mir anschließend genau überlegt, dass ich mit BWL mein Wissen zunächst sinnvoll vertiefen kann, um mich anschließend noch zu spezialisieren. Langfristig kann ich mir beispielsweise auch eine Position im Management eines technischen Unternehmens vorstellen. Dann wird es für mich von großem Vorteil sein, die technischen Abläufe genau zu verstehen. Nur dann kann ich auch Prozesse im Unternehmen optimieren. Deshalb kann es auch sein, dass ich zusätzlich noch ein Masterstudium wähle, zum Beispiel Maschinenbau. Das BWL-Studium an der FHW kann ich uneingeschränkt empfehlen! Es gibt gute Wahlmöglichkeiten von Schwerpunkten und eine dreisemestrige Dauer der Vertiefung. Mein Tipp: Macht vorher Praktika in der Wirtschaft, überlegt euch, in welchem Wirtschaftsbereich ihr später arbeiten möchtet und erstellt euch einen Studienplan!“
aus Ostwestfalen, studiert im 5. Semester International Tourism Management an der FH Westküste.
Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar
Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar
„Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zum Assistenten für Tourismus und Hotelmanagement absolviert und anschließend in einem 5-Sterne-Hotel auf Gran Canaria gearbeitet. Dort habe ich irgendwann zwei Leute kennengelernt, die an der FH Westküste International Tourism Management studierten und mir von dem Studiengang vorgeschwärmt haben. Und da ich sowieso vorhatte, noch meinen Bachelor zu machen, habe ich mich dann für die FHW Heide entschieden und bin in meinen Erwartungen nicht enttäuscht worden. Manche Themen und Inhalte kenne ich schon aus der Ausbildung, andere sind neu. Mir gefällt das insgesamt sehr gut. Mit den Dozenten verstehen wir uns super, sind mit vielen per Du und können sie jederzeit ansprechen, auch außerhalb der Veranstaltungen. Was ich nach dem Studium machen werde, weiß ich noch nicht zu hundert Prozent: eventuell hänge ich noch ein Masterstudium an. Mein Highlight im Studium? Das Arbeiten mit der Eye-Tracking-Technologie!“
„DAS SCHNUPPERSTUDIUM HAT MIR SEHR BEI MEINER STUDIENENTSCHEIDUNG GEHOLFEN!“
„DIE FHW IST KLEIN, SODASS MAN SCHNELL LEUTE KENNENLERNEN KANN, UND GENAU DAS IST DAS SCHÖNE!“
STUDENTEN-PORTRAITS
Amir Lakaie, 21 aus Hamburg, studiert im 3. Semester Immobilienwirtschaft an der FH Westküste.
Sandra Knorr, 27 aus Neuenkirchen, studiert im 1. Semester Wirtschaftspsychologie an der FH Westküste. „Ich bin Sandra und habe gerade mit dem Studium der Wirtschaftspsychologie an der FH Westküste begonnen. Vorher habe ich als Arzthelferin gearbeitet, wollte aber unbedingt studieren und habe nachträglich am BBZ Heide meine FH-Reife erworben. Dort hatte ich ein tolles Info-Gespräch mit Frau Klatte von der Studienberatung der FHW. Sie empfahl mir, mich zu einem ‚Schnupperstudium‘ anzumelden, um einen Einblick in das studentische Leben und die Studiengänge zu erhalten. Das war ein super Tipp! Eine Woche lang habe ich mich anschließend an der FHW umgeschaut, Veranstaltungen besucht und mit Studierenden gesprochen. Mir gefielen sofort die kleinen Seminargruppen und die Tatsache, dass die Dozenten die Studierenden namentlich kannten. Ich komme ja eher aus dem ländlichen Bereich und mag so eine familiäre Atmosphäre. Es gab auch Vorträge darüber, was man für berufliche Möglichkeiten im Anschluss an sein Studium hat. Das war unglaublich interessant und hat mir sehr bei meiner Studienentscheidung geholfen. Das Schnupperstudium an der FHW kann ich jedem empfehlen!“
„Ich heiße Amir, komme aus Hamburg und habe mein Abitur am Gymnasium Glinde absolviert. Ich war nach der Schule an unterschiedlichen Studiengängen interessiert, zum Beispiel an Jura, BWL und VWL. Am Ende fiel meine Wahl auf das Studium der Immobilienwirtschaft an der FHW. Das habe ich übrigens gemeinsam mit meinen Eltern entschieden. Die sahen das genauso. Warum? Weil ich später im Managementbereich tätig sein möchte und mich der Immobilienbereich besonders interessiert. Das passte gut. Mit dem Bachelorabschluss habe ich tolle berufliche Perspektiven, zum Beispiel in den Bereichen Facility, Property, Asset- oder Portfoliomanagement. Das Studieren an der FH Westküste ist ziemlich angenehm. Die FHW ist klein, sodass man schnell Leute kennenlernen kann, und genau das ist das Schöne! Das Studium selbst ist vielseitig und umfasst viele unterschiedliche Bereiche, zum Beispiel Mathe, Wirtschaft und Technik. Und die Stadt Heide gefällt mir auch ganz gut. Natürlich nicht vergleichbar mit Hamburg, aber schließlich bin ich ja auch zum Studieren hier. Und Partys gibt‘s hier auch … zum Beispiel dort, wo ich zurzeit wohne … direkt auf dem Campus, im Studentenwohnheim.“
Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar
Text Christian Dorbandt | Foto Sebastian Weimar
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„HIER KANN ICH VIEL PRAXISORIENTIERTER STUDIEREN … DAS LIEGT
STUDENTEN-PORTRAITS
MIR.“
„BESONDERS GENIAL IST UNSER NEUES FABLAB ‚IDEENREICH‘.“
Lasse Hochfeldt, 25 aus Altenholz-Stift, studiert im 1. Semester Mechatronik (M.Sc.) an der FH Kiel.
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Christopher Koop, 21 aus Böklund, studiert Maschinenbau (B.Eng.) im 5. Semester an der Hochschule Flensburg.
„Naturwissenschaften und Technik haben mich schon früh interessiert. Nach dem Abi war ich erst mal als Work-and-Traveller in Australien und habe anschließend ein Bachelorstudium in Elektrotechnik und Informationstechnik an der CAU Kiel absolviert. Jetzt bin ich an die Fachhochschule gewechselt, um meinen Master in Mechatronik zu machen. Vielleicht hätte ich lieber gleich an die FH Kiel gehen sollen, denn hier kann ich viel praxisorientierter studieren … und das liegt mir. Es gibt einen hohen Anteil an Projektarbeiten. Auf diese Weise lernt man, meiner Meinung nach, viel mehr als in Vorlesungen. Im Wahlmodul ‚Makertechnologien‘ haben wir zum Beispiel die Möglichkeit, Prototypen zu entwickeln und umzusetzen. Wir können die Projektideen selbst wählen, werden sehr gut betreut und verfügen in unserem Maker-Spacelab über eine hervorragende Ausstattung, mit Laser Cuttern und 3-D-Druckern. Neben dem Studium bleibt mir noch genügend Zeit für mein Hobby Segeln. Im Sommer segle ich in Kiel-Schilksee, im Winter kümmere ich mich um die Reparaturen.“
„Ich habe schon als Kind mit meinem Vater an Fahrzeugen herumgeschraubt und hatte Spaß an Technik. Deshalb war für mich nach dem Abi auf der Schleswiger Lornsenschule schnell klar, dass ein Maschinenbaustudium das Richtige für mich sein könne. Doch während viele meiner Freunde wegzogen, wollte ich im Norden bleiben. Da bot sich für mich das Studium an der Hochschule Flensburg an, auch aufgrund des starken Praxisbezugs. Jetzt bin ich im fünften Semester, habe gerade ein von der Hochschule ausgeschriebenes Stipendium erhalten und bin mit dem Studium total zufrieden. Besonders genial ist unser neues FabLab ‚Ideenreich‘. Hier haben wir viele Möglichkeiten, unser Wissen anzuwenden und können mittwochs und donnerstags die Werkstatträume, 3D-Drucker und die übrige Ausstattung nach den Veranstaltungen auch privat nutzen! Wer sich für das Studium interessiert, sollte bereit sein, sich reinzuhängen. Es wird mit jedem Semester interessanter, denn nach dem Grundlagenstudium erhöht sich der Praxisanteil! Nach dem Studium würde ich am liebsten im Fahrzeugbau arbeiten. Traumarbeitgeber? Momentan … wahrscheinlich Tesla!“
Text Christian Dorbandt | Foto Frieder Dillmann
Text Christian Dorbandt | Foto Frieder Dillmann
Neue Ideen in der Alten Mu In den Räumen der ehemaligen Muthesius Kunsthochschule hat sich eine kreative Szene etabliert: „ALTE MU – Impulswerk e.V.“ „Ein Ort geprägt von Mission, Leidenschaft und Kreativität.“ So beschreibt Dirk Mirow, Kanzler der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, das ehemalige Hochschulgelände am Lorentzendamm. Mit dem Umzug der Kunsthochschule in die Legienstraße standen die Räume der „alten Mu“ leer. Genutzt werden sie seitdem von kreativen Projekten und Start-Ups. Eines der ersten Start-Ups, das sich aus einem einzigen Raum in der der ‚alten Mu‘ zu einem Unternehmen entwickelte, war die Stadtimkerei „Kieler Honig“. Mit Honig und Stadtbienen vermittelt sie wichtige Naturthemen an die urbane Szene Kiels. Seitdem ergriffen viele Personen, Gruppen und Vereine ihre Chance, das kreative Biotop am Kieler Lorentzendamm weiter zu entwickeln. Warum? Dort finden ideenreiche Menschen (u.a. viele Kieler Hochschulabsolventinnen und -absolventen) das, wonach sie bisher vergebens suchten: Günstige Raummieten und ein lebendiges Netzwerk von kreativen Köpfen an einem Ort! 2014 wurde der gemeinnützige Verein ‚ALTE MU – Impulswerk e.V.‘ gegründet, um das Projekt dauerhaft in Kiel zu etablieren. Erklärtes Ziel ist, aus der Alten Mu einen solidarischen Ort für besondere Begegnungen zu kreieren. Kunst- und Kulturbegeisterte arbeiten gemeinschaftlich, um sich auszutauschen, gegenseitig zu unterstützen und zu inspirieren. Individuelle Potentiale sollen in Gemeinschaft genutzt werden, mit dem Ziel, eine kreative Wirtschaftsszene zu fördern und zu etablieren. Beispiel 1: Die Firma Goldeimer. Sie ist vielen Festivalbesuchern bekannt, denn ihre mobilen Komposttoiletten sind deutschlandweit auf vielen Großveranstaltungen zu finden. Unter dem Motto „Alle für Klos! Klos für Alle!“ kompostieren die Goldeimer ohne Chemie und Wasserverbrauch, dafür aber sauber, bequem und durchgehend ausgestattet mit Toilettenpapier, Lektüre und Licht. 100% der Gewinne fließen dabei in die Arbeit von ‚Viva con Agua‘ und der ‚Welthungerhilfe‘. Beispiel 2: Designstudio Nui. Dieses Start-Up hat es mit seinen Produkten aus den Fach-
räumen der Alten Mu hinaus in die weite Welt geschafft. Mit der Lampe „Mygdal“, in deren Innerem eine Pflanze mit der Hilfe von LED-Leuchten gedeiht, haben die Gründer und ehemaligen Muthesius-Studendierende Emilia Lucht und Arne Sebrantke bereits mehrere Design-Awards gewonnen. Beispiel 3: Lillebräu. Auch die Firma Lillebräu ist in der Alten Mu zuhause und gehört zu den ersten Erfolgsgeschichten des Projekts. Die Biermarke fühlt sich wohl in dem Kreativzentrum, in dem ein Gründergeist weht und gesellschaftliche Verantwortung gelebt wird. Das Craftbeer-Label ‚Lillebräu‘ ist seit knapp drei Jahren auf dem Markt und in den Kieler Bars und Restaurants mittlerweile völlig etabliert. Wir von ME2BE sind begeistert von so viel kreativem Unternehmergeist und haben uns deshalb genauer an der Alten Mu umgeschaut. Welche spannenden Projekte wir dabei noch kennengelernt haben, lest ihr auf den nächsten Seiten.
Text Vanessa Strehlow Fotos Frieder Dillmann, Gunnar Dethlefsen
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Von A-Z Wie aus der Leidenschaft zum Graffiti ein international erfolgreiches Unternehmen zur Schriftentwicklung wurde Arial, Times New Roman und Calibri sind Begriffe, mit denen jeder etwas anfangen kann. Es sind aber nur wenige, die sich der Wirkung von Schriften so bewusst sind, wie Nils Thomsen. „Buchstaben müssen so gestaltet sein, dass ein Rhythmus entsteht“, erklärt er im Gespräch. Der Muthesius-Absolvent muss es wissen: Er entwickelt professionell Schriften als Type-Designer. „Ich bin ein Tüftler mit dem Drang zu total feinen Details. Mit 14 Jahren habe ich mit Graffiti angefangen und schnell landeten die ersten Projekte an der Schule im Bereich ‚Plakat’ bei mir. Ich habe mich dann dazu entschieden, Kommunikationsdesign an der Muthesius zu studieren“, erinnert sich Nils. „Das war für mich sozusagen eine Weiterführung meines Hobbys.“ Auf das Bachelor-Studium folgte der „Type and Media Master“ in den Niederlanden. Während Nils in seinen ersten Berufsjahren sowohl im Bereich Grafikdesign als auch in der Schriftgestaltung arbeitete, wuchs seine Faszination für Buchstaben und ihre Form, so dass er sich im Jahr 2015 entschied, zusammen mit Jakob Runge das Unternehmen „TypeMates“ zu gründen. Seither verdient der Kieler sein Geld ausschließlich mit der Gestaltung von Schriften. Und sein Handwerk ist gefragt: Neben Kunden wie Red Bull und dem Lufthansa Magazin vom Verlag Gruner+Jahr, designt er für Unternehmen in Amerika, Frankreich, England und vielen anderen Ländern. Eine Schrift, so erklärt Nils Thomsen, entstehe meist aus einer Idee, die er in Skizzen mit Bleistift oder Kuli festhalte. Daraus entwickelt 92
er dann das Konzept. Kleinste Details an den einzelnen Buchstaben mündeten hierbei in einem gesamten Schriftbild. Es sei eine handwerkliche Arbeit, für die man viel Geduld, Fleiß und Begeisterung für Formen und Gestaltung aufbringen müsse. Nur so könne es gelingen, eine Nachricht auf grafischem Wege zu vermitteln. Sein Büro hat er seit 2017 in der alten Mu, wo sich für ihn persönlich ein Kreis schließt. Der Raum, in dem Nils heute als selbstständiger Unternehmer arbeitet, ist nämlich der gleiche Raum, in dem er während seines Bachelor-Studiums das erste Mal mit Schrift in Kontakt kam. Dort, wo heute moderne Büroeinrichtung zu finden ist, waren damals Druckerei und Bleisatz der Muthesius Kunsthochschule. Dass das Büro frei ist, hat Nils über private Kontakte erfahren. „Ich hatte Glück und war der erste, der sich beworben hat“, berichtet er. „Als Schriftgestalter arbeite ich oft allein; deshalb ist mir ein Ort wichtig, an dem auch andere Freiberufler sind, mit denen ich mich austauschen oder einfach zu Mittag essen kann, um mich abzulenken.“ Empfehlung für Berufseinsteiger „Sei mutig, denk am Anfang nicht zu viel nach. Man lernt
beim Handeln. Hätte ich damals gewusst, was alles auf mich zukommt, hätte ich es eventuell nicht gewagt.“ Wir sind beeindruckt von Nils Thomsens authentischem Weg in einen so außergewöhnlichen Beruf und schauen sicherlich genauer auf das Schriftbild, wenn wir in Zukunft Artikel in der Zeitung oder im Web lesen.
Nils Thomsen Alte Mu Lorentzendamm 6-8, 24113 Kiel E-Mail: nils@nilsthomsen.com www.nilsthomsen.com www.typemates.com
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Film ab, Digga!
Die Entstehungsgeschichte einer Produktionsfirma im Herzen Kiels
Enthusiasmus, eine Idee, die es noch nicht gab sowie genügend Mut und Durchhaltevermögen sie umzusetzen. Wer darüber verfügt, so glaubt Frieder Dillmann, dem steht in der Filmbranche nichts im Weg. Auch er hat den Karrieresprung geschafft und in diesem Jahr seine eigene Produktionsfirma mit dem Namen „DIGGA Productions“ gegründet, mit der er Filmprojekte von der ersten Idee bis hin zum letzten Feinschliff umsetzt. Dass er einmal in der Medienbranche landen würde, hätte Frieder vor einigen Jahren selbst noch nicht geglaubt. „Eigentlich wollte ich immer Medizin studieren“, erinnert sich der gebürtige Nortorfer. Nach zwölf Wartesemestern hatte er jedoch immer noch keine Zusage für einen Studienplatz. Da er sich in seiner Freizeit gerne mit Musik beschäftigt und bereits seit über zehn Jahren als DJ auflegt, entschied sich Frieder für das Studium „Multi-Media-Production“ an der Fachhochschule Kiel. Hier wurde seine Liebe zum Film schnell geweckt. „Man lernt verschiedene Medienbereiche kennen, wie Fotografie, Grafikdesign, Journalismus, Webseitenprogrammierung und eben auch Film. Film hat mir eindeutig am meisten Spaß gemacht!“ Noch während des Studiums half er einem befreundeten Produzenten als Assistent, Tonmann oder zweiter Kameramann. „Nach zwei Jahren kam dann der nächste Schritt. Ich wollte mehr Projekte in Eigenregie umsetzen und entschied, mich selbstständig zu machen“, berichtet Frieder. Er stellte ein Team aus fünf Mitarbeitern zusammen, von denen jeder ein eigenes Spezialgebiet bedient. Am Anfang der Produktion steht Doumorh El-Riz, die neben der 3D Visualisierung für die Konzeption zuständig ist. Stefan Horak arbeitet mit der Drohne und der 360 Grad Kamera, während Tim Neve Spezialist für After Effects – wie Animation, Titelanimation und Spezialeffekte – ist. Mit Christoph Rutsch hat sich „DIGGA Productions“ sogar einen eigenen Musikproduzenten ins Boot geholt, der auf Wunsch des Kunden maßgeschneiderte Filmmusik produziert. Frieder selbst hat den Hut für Kamera und Schnitt auf. Er war es auch, der auf den ungewöhnlichen Namen der Firma kam. Zwei ehemalige
Die Zukunft der Produktionsfirma sieht Frieder ganz klar in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, für die DIGGA Productions Produktfilme, Imagefilme, Werbeclips oder Recruitingfilme dreht. „Mein Traum ist es, irgendwann in der Werbeszene Commercials zu drehen. In 20 bis 30 Sekunden eine Lebenseinstellung, ein Gefühl oder eine Message rüber zu bringen, auf eine Weise, die den Zuschauer in den Bann zieht. Da habe ich am meisten Lust drauf!“ Verwirklicht hat er diese Vision bereits mit Filmen für das Mum & Dad, das Habitat Festival und Bernard Carré. Mit ihrer Leidenschaft, der Liebe zum Detail und einer so breitgefächerten Expertise wird DIGGA Productions in Zukunft mit Sicherheit noch viele Kunden überzeugen.
Studienkolleginnen designten nämlichen Pullis mit der Aufschrift „Nice Digga Nice“, von denen Frieder sich ein Exemplar kaufte. „Ich wurde häufig auf den Pulli angesprochen“, erinnert er sich. „Daraus entstand dann der Name „DIGGA Productions“. Das ist catchy und spricht viele Leute an.“
Digga Productions Alte Mu Lorentzendamm 6-8, 24113 Kiel E-Mail: info@diggaproductions.de www.diggaproductions.de
Einen Arbeitsplatz haben die Filmemacher nach ihrer Gründung in der Alten Mu gefunden, wo sie sich ein Büro mit der Firma 3komma3 teilen. „Ich habe für die Muthesius das ein oder andere Mal gefilmt. Hier geht man ganz anders an Projekte heran, was mich total beeindruckt!“, erklärt Frieder seinen Bezug zur Kunsthochschule. „Häufig gibt es keine konkrete Aufgabenstellung, die Studierenden müssen ihr Thema viel mehr selbst finden. Da tun sich ganz neue Wege auf, an ein Thema heranzugehen.“ 93
„Hier gibt es Kleines, Großes, Mittleres, Dünnes und Geknicktes aus Papier.“ Wie drei Muthesius-Absolventinnen zur Belebung der Kieler Kunstszene beitragen Gut ausgebildete Kommunikationsdesigner sind gewappnet für jegliche Aufgabenfelder der visuellen Kommunikation in unserer Gesellschaft. An der Muthesius Kunsthochschule bauen Studierende daher ihr Können nicht nur in Seminaren aus, sondern gehen in Form von Übungen und Projekten insbesondere auch in die gestalterische Praxis. Künstlerisch-innovatives Denken sowie handwerklich-technisches Geschick sind gefragt. Doch was passiert eigentlich mit den zahlreichen Projekt- und Abschlussarbeiten der Kommunikationsdesigner, wenn die Note vergeben und das Studium beendet ist? Damit die Werke weder im Keller verschwinden, noch an Muttis Wand verstauben, haben sich die ehemaligen Muthesius-Studentinnen Katja Reimers, Nora Grunwald und Malwe Brammsen eine Lösung überlegt. Sie haben den „Papierladen“ in der alten Mu eröffnet, in dem sie an zwei Nachmittagen in der Woche die Arbeiten von Studierenden und Absolventen der Kieler Kunstszene verkaufen. „Es ist oftmals schwer für junge Künstler, einen Verlag zu finden. Wir gehen niedrigschwelliger an die Sache heran“, erklärt Katja Reimers die Idee. „Wir wollen Künstlern und Gestaltern die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und etwas Geld zu verdienen, womit sie sich dann später vielleicht einmal selbstständig machen können.“
Künstlern gesammelt, von denen viele ebenfalls an der Muthesius studiert haben oder noch studieren. „Ich bin gespannt darauf, wer in unseren Laden kommt!“, freut Katja sich. „Wir hoffen, auch Besucher zu locken, die sonst nicht in die Alte Mu kommen, aber vielleicht auf anderem Wege von uns erfahren haben. Wir sind offen für jeden!“.
Die passenden Räumlichkeiten für den Papierladen waren schnell gefunden. Er eröffnete in dem Atelier in der Alten Mu, in dem die drei Kommunikationsdesignerinnen als selbstständige Unternehmerinnen an Projekten in den Bereichen Grafik und Illustration arbeiten und Kunstkurse für Kinder anbieten. Einer der Arbeitsräume im Atelier war bisher nämlich ungenutzt und so entschieden sich Katja, Nora und Malwe dazu, ihre Idee in die Tat umzusetzen und ihn in eine Verkaufsfläche zu verwandeln. Und was hier alles angeboten werden soll? Ganz einfach: „Hier gibt es Kleines, Großes, Mittleres, Dünnes und Geknicktes aus Papier“, bringt Nora es auf den Punkt. Vor der Eröffnungsveranstaltung haben sie bereits Werke von 32 Künstlerinnen und
Katja, Malwe und Nora möchten mit ihrem Papierladen zur Belebung der Kieler Kunstszene beitragen. „Ein absolutes Liebhaberprojekt!“, sind sich die Freundinnen einig. Auch wir sind begeistert davon, wie es für die drei Hochschulabsolventinnen zu einer Herzensangelegenheit wurde, mit ihrem Papierladen unbekannte Künstlerinnen und Künstler zu fördern.
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Aus eigener Erfahrung weiß Katja: „Wenn man Kunst oder Design studiert, muss man sich seiner Sache wirklich sicher sein. Die Arbeit ist sehr selbstbestimmt und daher braucht es eine gewisse Reife sowie das nötige Durchhaltevermögen, um die Ziele, die man sich gesteckt hat, auch zu erreichen.“
Papierladen Alte Mu Lorentzendamm 6-8, 24113 Kiel Öffnungszeiten: Dienstag & Donnerstag von 16:00 - 19:00 Uhr
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Für alle Fälle: Alle Wetter. Ein Start-up aus Kiel überzeugt mit Design und Development aus einer Hand Sich selbst bezeichnen sie als „passionierte Technik-Nerds.“ Als Jugendliche haben sich Gerrit Hoffschulte und Jannes Carstens-Behrens das Programmieren beigebracht. Sie ahnten damals nicht, dass sie sich mit dieser Leidenschaft einmal gemeinsam selbstständig machen würden. Der Grund, weswegen sie ihre Freizeit mit Algorithmen und Datenstrukturen verbracht haben? „Einfach, weil wir Bock drauf hatten!“, erinnert sich Gerrit. Er entschied sich, nach der Schule eine Ausbildung zum Mediengestalter zu machen und studierte anschließend Kommunikationsdesign an der Muthesius Kunsthochschule. Jannes ging in eine ganz andere Richtung und studierte einige Semester Umwelttechnologie und -management, was aber nicht das Richtige für ihn war. Er erinnerte sich, wie gern er programmiert hatte und fand so erneut mit Gerrit zusammen, der neben dem Studium bereits im Bereich Webseitenentwicklung arbeitete. Die zwei Freunde entschlossen sich, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen und gründeten Anfang diesen Jahres die Firma „Alle Wetter.“ Das Besondere an diesem Start-up? „Wir bieten Design und Programmierung an und sind spezialisiert auf digitale Medien“, erklärt Gerrit. Es sei die Kombination von visueller und technischer Kompetenz, die selten sei und es ermögliche, „Internetseiten von Konzept, über Gestaltung, bis hin zur Entwicklung‚ aus einem Guss’ anzubieten.“ Ansonsten entwickelt „Alle Wetter“ aber auch Design im Printbereich, sprich „Kommunikationsdesign im klassischen Sinne, mit allem was dazu gehört.“ Zwar wurde das Unternehmen erst Anfang des Jahres gegründet; „Alle Wetter“ hat aber bereits einige spannende Projekte realisiert. Unter anderem „Fischdetektive“, ein Bürgerforschungsprojekt des Geomar, für das Gerrit und Jannes eine Website und Printmaterialien erstellt haben. Mit dem Projekt lässt sich herausfinden, wo der im Supermarkt oder 96
Restaurant angebotene Fisch herkommt, ob er richtig etikettiert wurde und alt genug war, um gefangen zu werden. Hierfür konnten sich die freiwilligen Teilnehmer auf der von „Alle Wetter“ eingerichteten Website anmelden und ein Probenahme-Kit bestellen. Die eingeschickten Proben werden aktuell im Labor ausgewertet und die Ergebnisse sollen schließlich ebenfalls auf der Website präsentiert werden. Gerrit und Jannes sind sich einig: „Ein wirklich spannendes Projekt!“ Wie auch die „Fischdetektive“ liegen die meisten Aufträge von „Alle Wetter“ im Bereich der Bildung und Forschung sowie Kultur. „Und da wollen wir auch hin!“, steht für Gerrit fest. „Wir arbeiten nicht so häufig mit Kunden aus der freien Wirtschaft und das finden wir auch ganz angenehm so. Wir verbreiten lieber Informationen als Produkte.“ Was die Zukunft der Firma betrifft, haben Gerrit und Jannes klare Vorstellungen.
„Wir wollen weiter in Richtung Anwendungsentwicklung gehen. Vieles, was wir als Desktop-Software kennen, wird in Zukunft ins Netz abwandern“, erklärt Gerrit. „Es wird also mehr Softwareanwendungen auf Webtechnologiebasis geben und das finden wir sehr spannend!“ Auch wir sind gespannt darauf, welche Projekte „Alle Wetter“ in Zukunft noch umsetzen wird und werfen bestimmt einen genaueren Blick auf Design und Funktion, wenn wir das nächste Mal eine neue Website nutzen.
Alle Wetter - Studio für Design & Development Alte Mu Lorentzendamm 6-8, 24113 Kiel E-Mail: hallo@aw-studio.de www.aw-studio.de
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WINTER 2017
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Keinist wie Tag
om Hobby zum Traumberuf. Der Schauspieler Ole Fischer im Interview.
der
Andere
DAS
Schul fach
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m Gespräch mit dem Kieler Industriedesigner Jochen Müller.
m u a Tr beruf gr a f
Fo t o
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nterview mit dem Fotografen Sebastian Weimar.
s e n i Nzau d We g V
on Biologin zur Start-up Gründerin. Ein Interview mit Nadine Sydow.
Grafik &Design
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nterview mit der Kommunikationsdesignerin Christina Föllmer.
Rubrik
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THE NØRD TIMES
Im Gespräch mit dem Kieler Industriedesigner Jochen Müller.
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nnovation, Weiterentwicklung und Verbesserung – das sind die Leitmotive, mit denen die Industriedesigner Jochen Müller und Jens Romca ihre Designs entwickeln. Nach dem Industriedesign-Studium an der Muthesius Kunsthochschule gründeten die beiden Freunde 1993 ihre Firma müller/ romca industrial design und sind bis heute der Landeshauptstadt treu geblieben. Lohn ihrer fast 25-jährigen Erfolgsgeschichte: Viele Kunden schwören auf die Designs von müller/romca, u.a. Airbus, Deutsche Lufthansa AG oder Siemens Mobility. Wir haben Jochen Müller in seiner Werkstatt am Nord-Ostsee-Kanal getroffen und ihn zum Beruf des Industriedesigners befragt. Erste Frage: Was war das erste Design, an das Sie sich erinnern? Ich hatte tatsächlich ein Schlüsselerlebnis, als ich 1972 mit meinen Eltern nach Kiel zog. Überall hingen die Plakate und Flaggen für die Olympischen Sommerspiele und die Segelwettbewerbe im Olympiazentrum. Diese Grafiken, Schriften und Symbole haben mir als kleiner Junge sehr gut gefallen.
Wir bräuchten DAS
Schulfach
Gemeinsam mit Ihrem Geschäftspartner Jens Romca arbeiten Sie seit 1993 in Kiel als erfolgreiche Industriedesigner. Wie hat das damals alles angefangen? Nach dem Studium haben wir uns als Desig ner bei Industriefirmen beworben, waren uns aber gar nicht so sicher, ob wir über haupt aus Kiel wegziehen wollen. Gleich zeitig erhielten wir, auf Empfehlung einer Bekannten bei einer Werbeagentur, einen ersten lukrativen Auftrag für Kosmetikver
packungen. So hat sich das eher beiläufig ergeben, dass wir gesagt haben: So, jetzt sind wir selbständig und bleiben hier! Sie haben Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule Kiel studiert. Wie haben Sie das Studium empfunden? Das Studium hat total Spaß gemacht. Wir hatten einen Schlüssel für unsere Werkstatt räume, haben dort Abendbrot gegessen und quasi gelebt. Studiert haben wir wie in einer
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K R E AT I V Designer aus Leidenschaft: Jochen Müller (links) und Jens Romca (rechts).
kleinen Blase und konnten experimentieren, abgesondert von der wirtschaftlichen Reali tät. Da konnte man auch mal Blödsinn ver zapfen, aber diese Entwicklung und Atmo sphäre war frei. Auch wenn man mit den Semesterprojekten im Stress war – so eine Freiheit im Machen und Denken habe ich nie wieder erlebt. Das weiß man erst später rich tig wertzuschätzen! Mit welchen Aufträgen gelang Ihnen der Durchbruch und woran arbeiten Sie zurzeit? Nach einigen durchwachsenen Jahren erhiel ten wir einen der ersten großen Aufträge, über unser Netzwerk, von Airbus Deutsch land. Er betraf das Design der Bordtoiletten für den Airbus A340. Diese Geschäftsbezie hung hält schon seit fast 20 Jahren. Ganz aktuell arbeiten wir wieder am Design von Aircraft Lavatories, doch wir entwickeln auch Designs und bauen Mockups für andere Konsum und Investitionsgüter oder betreiben Modellbau. Was benötigen Industriedesigner für Kennntisse und Fähigkeiten? Es gibt unseren Beruf ja nicht als Ausbil dungsberuf, sondern nur als Studium. Ich selbst habe vor dem Studium eine Lehre als Tischler abgeschlossen. Eine Kollegin ist gelernte Bootsbauerin. In der handwerk lichen Ausbildung habe ich viel gelernt und darüber erst die Gestaltung entdeckt. Grundsätzlich benötigen Industriedesigner ein gutes handwerkliches und technisches Verständnis, ein Talent zum Zeichnen, Com puterkenntnisse sowie Gestaltungswillen. Social Media, YouTube und Selfiekultur – junge Generationen sind bild-, video- und designaffin. Empfinden Sie diese Entwicklung als positiv? Ein Selfie zur Selbstdarstellung finde ich persönlich furchtbar und das hat meist kei
„Die wenigsten wissen, warum sie ein bestimmtes Design ästhetisch finden!“ nen gestalterischen Wert. Sorge bereitet mir aber vor allem die Tatsache, dass immer weniger Jugendliche Lust haben, zu basteln, zu tüfteln und handwerklich zu arbeiten. Wir Designer müs sen dazu in der Lage sein, technisch zu denken und mit Ingenieuren zu diskutieren, wie ein Design technisch umgesetzt werden kann. Vor Kurzem plädierten Sie dafür, dass wir ein Schulfach ‚Ästhetik‘ bräuchten. Warum könnte das hilfreich sein? Es würde uns Menschen urteilsfähiger machen. Wenn wir heute ein AppleProdukt sehen, finden wir das Design cool und möch ten es kaufen. Doch die wenigsten wissen, warum sie ein bestimmtes Design ästhetisch finden! Welche Aspekte beeinflussen unsere Kaufentscheidungen am stärksten? Status denken, Material, Nachhaltigkeit oder Funk tionalität? Ein anderes Beispiel: Die meis ten Menschen kennen das Design eines VW Golfs. Aber versuchen Sie mal, das Design typische der GolfFamilie in Worte zu fas sen. Wenn wir uns intensiver mit Ästhetik
beschäftigen, lernen wir, bewusstere Kauf entscheidungen zu fällen, die zum Beipiel nachhaltiger sind. Das hätte meines Erach tens breite gesellschaftliche Auswirkungen. Das könnte sich auch positiv auf unsere Psyche auswirken. Eine hässliche Umgebung ist wie schlechtes Wetter. Das hält man auch nicht dauerhaft aus. Text Christian Dorbandt Fotos Eric Genzken
Weitere Informationen unter: www.muellerromca.de.
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THE NØRD TIMES
g o t Fo
Interview mit dem Kieler Fotografen Sebastian Weimar.
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in gutes Foto? „Keine Sorge, Digga. Ich hab ja ’n Handy!“ Dank Digitalisierung und moderner Smartphone-Technologie erlebt die Fotografie seit rund 15 Jahren einen unglaublichen Evolutionsschub. Wer sich allerdings für einen Fotografen hält, nur weil er mit ausgestrecktem Arm sich und seine Buddies in einem Selfie verewigen kann, der sollte mal dringend das Smartphone auf Lautlos stellen und aufmerksam weiterlesen. Denn dazu bedarf es handwerklichen Könnens und großer Erfahrung. Wir fassen zusammen, worum es in der professionellen Fotografie geht, woher der Beruf kommt und befragen einen echten Profi, der schon oft für ME2BE im Einsatz war! Surfen und Fotografieren – Sebastians Lifestyle Wenn Sebastian Weimar sich bei einem Fotoshooting darauf konzentriert, eine bestimmte Atmosphäre fotografisch einzufangen, überlässt er nichts dem Zufall. Alles muss perfekt sein, vor allem das Licht! In seiner Freizeit achtet der gebürtige Eckernförder eher auf den perfekten Wind und die perfekte Welle, denn neben der Fotografie sind Surfen und Kiten seine zweite Leidenschaft. Wir haben ihn im Studio besucht und ihn gefragt, worauf es in seinem Beruf ankommt.
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Moin Sebastian. Erste Frage: Welche Kameras und Objektive sind deine treuesten Begleiter? Also, mein treuester Begleiter ist mein Hund Henry. Aber meine Lieblingskamera ist die Nikon D4. Für Portraitaufnahmen brauche ich Sigma Art Serie 50mm F/1.4 und für die Lifestyle-Bilder das Nikon 24-70 F/2.8G ED. Seit 7 Jahren arbeitest du als selbständiger Fotograf in Kiel. Wie bist du auf diesen Beruf gekommen? Das hat das Schicksal so gewollt! Ich habe die Goetheschule in Kiel besucht und meinen Realschulabschluss gemacht. Ursprünglich wollte ich mal Tierarzt werden, und dann später Koch. Das hatte sich allerdings nach einem Praktikum erledigt, bei dem ich täglich 5 Eimer Zwiebeln schälen musste, ohne etwas zu lernen. Ich hab mich dann für eine schulische Ausbildung zum staatlich geprüften Fotodesigner (heute Fotoassistent/-in, Anm. d. Redaktion) an der Landesberufsschule Photo+Medien in Kiel entschieden. Das berufliche Praktikumsjahr verbrachte ich danach in der Grafikabteilung einer Werbeagentur, doch so richtig begeistert war ich davon nicht. Bis zu dem Tag, an dem ich den Kieler Fotografen ‚Bevis‘ bei einem unserer Shootings kennenlernte. Diese Begegnung hat mein Leben verändert!
tes Shooting hin, stieg wieder in seinen Bus und fuhr zurück zum Strand! Okay, dachte ich in dieser Sekunde. Genau das will ich auch machen!
keine Regeln. Nur das Ergebnis zählt! Im Umkehrschluss könnte man höchstens sagen, dass es ohne technisches Knowhow und Kreativität überhaupt nicht geht.
Und wie ging es weiter? Ich habe Bevis am nächsten Tag angerufen und ihm gesagt, dass ich ab sofort sein Praktikant sein möchte und dass er auch nichts dagegen tun könne. Er war einverstanden und so ist er zu meinem Lehrer und Mentor geworden, sowohl in der Fotografie als auch im Surfen. Mittlerweile sind wir Freunde und fahren manchmal gemeinsam zum Surfen!
Auf welche Art von Fotografie hast du dich spezialisiert? Was macht für dich ein gutes Foto aus? Ich habe mich auf Werbefotografie spezialisiert. Meine Aufgabe ist es, für ein Produkt jedes Mal die perfekte Welt zu inszenieren. Deshalb ist es wichtig, dass die Stimmung auf dem Foto clean und aufgeräumt ist, hell und fröhlich, sauber und akkurat. Dazu
"Meine Aufgabe ist es, für ein Produkt jedes Mal die perfekte Welt zu inszenieren." brauche ich u.a. optimales Licht, also natürliches Sonnenlicht und Wolken, um keine Schattenwürfe in den Gesichtern zu haben.
Wow, spannend. Inwiefern hat dich diese Begegnung verändert? Dieser Fotograf war einfach total cool und professionell. Er kam zum Set mit einem T4 angefahren, Surfboards auf dem Dach, trug Flip-Flops und bewegte sich völlig selbstbewusst inmitten der Agenturmitarbeiter und ‚Schlipsträger‘. Und dann legte er ein perfek-
Worauf kommt es in der Fotografie an? Diese Frage kann ich kaum beantworten. Es kommt auf viele Faktoren an, auf das Licht, die Technik, das Auge usw. Es gibt einen riesengroßen theoretischen Bereich, den man über Fotografie lernen kann und sollte, aber die Praxis ist noch mal was ganz anderes. Es gibt so viele Variationen und eigentlich
Es gibt viele berühmte Fotografen … Leibovitz, Lindbergh, von Unwerth. Hast du ein Vorbild in der Fotografie? Ein Vorbild habe ich nicht, aber ich schaue mir natürlich ständig Arbeiten anderer Fotografen an. Mir gefallen besonders die Aufnahmen von Gregory Crewdson. Seine Bild-Kompositionen sind echte Kunstwerke! Text Christian Dorbandt Fotos Yvonne Kratze (links), Bo Mißfeld (rechts oben), Charlotte Wilckens (rechts unten)
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Was als günstiger Zufall begann, ist heute der ganze Stolz von Nadine Sydow. Im Interview erzählt sie uns, wie sie es geschafft hat. Von der Biologin zur Start-up Gründerin.
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chnexagon ist das erste Produkt der 31-jährigen Biologin aus Kiel. Es ist eine pestizidfreie Alternative zur Schneckenbekämpfung – ein (veganer!) Anstrich, der auf eine 10 cm hohe Fläche aufgetragen wird. Schnecken können auf dieser Oberfläche mit ihrer Schleimspur nicht haften und werden somit daran gehindert die Hürde zu überwinden. Im Interview erklärt uns die Kielerin, wie sie auf diese Idee gekommen ist und was für einen Weg sie bereits vor ihrem Auftritt bei der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ hinter sich hatte. Was hat dich dazu inspiriert, dieses Produkt zu entwickeln? Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für Tiere und Umweltschutz. Die ganz normale Angst vor Jobschwierigkeiten riet mir aber dazu, etwas “Vernünftiges“ zu lernen. Ich
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THE NØRD TIMES
bin also nicht auf direktem Weg in der Biologie gelandet. Also gab es andere Berufsziele, bevor du Jungunternehmerin wurdest? Genau. Ursprünglich wollte ich zur Polizei, habe dort aber beim Einstellungstest versagt. Dann habe ich eine Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen begonnen. Doch in diesem Job war ich weder gut, noch hatte ich Freude dran. Mein Vater hat mir in dieser Down-Phase Mut gemacht und mir geraten, es mit einem Studium zu probieren. Etwas anderes als Biologie kam für mich nicht in Frage, auch wenn die Jobaussichten nicht gerade rosig waren. Das Studium habe ich gemeistert, obwohl es nicht leicht war. Doch gegen Ende meines Masters wurde mir bewusst, dass ich als Biologin entweder im Labor oder vor dem Bildschirm landen werde. Ich aber wollte raus aus dem System und etwas Nützliches für Menschen, Tiere und die Umwelt tun. Kam dann die entscheidende Idee? Ja. Die Idee entstand an einem Sommerabend,
barfuß auf einer Wiese, als ich feststellte, dass ich keinen Schritt machen konnte, ohne auf eine dicke, braune Nacktschnecke zu treten. Das Problem war seit Langem bekannt. Aber wieso bekam man es nicht in den Griff? Ich begann zu recherchieren und fand heraus, dass Nacktschnecken in der Regel mit Gift bekämpft werden, das diesen Schleimern offenbar wenig ausmachte. Also fragte ich mich, ob ein Schneckenzaun Abhilfe schaffen könne, experimentierte mit verschiedenen Haftmaterialien, wie z.B. Teflon, Lotus und Kupfer, doch nichts konnte die Schnecken abhalten. Ich wollte schon fast aufgeben, als es zufällig doch noch klappte!
„Hürden gibt es überall. Nichts was sich lohnt ist leicht.“
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Wie kam es schließlich zur Markteinführung von Schnexagon? Das war ein langer Weg. 2014 gewann ich mit meiner Idee einen Ideenwettbewerb. Von diesem Zeitpunkt an wurde ich ernst genommen und konnte ein Netzwerk entwickeln. Von Business hatte ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Ahnung. Erst der Kontakt zu dem Business-Engel, Dr. Peter Rehders, änderte alles. Er unterstütze meine Geschäftsidee und ist heute mein Geschäftspartner. So gründeten wir Solvoluta und meldeten das Patent an. Anschließend ging es für Schnexagon steil nach oben, oder? Allerdings. 2015 belegte ich Platz 44. der erfolgreichsten Start-ups Deutschland und
konnte mehr als 18.000 € beim Crowdfunding sammeln. Nach unzähligen Print- Online, Hörfunk- und Fernsehberichten wurde ich im März 2017 sogar als Schneckenexpertin ins Kinderfernsehen eingeladen. Und … Schnexagon wurde von der Baumarktbranche zum Gartenprodukt der Jahre 2016 und 2017 gewählt! Mit Schnexagon ging es dann bis in die „Höhle des Löwen“, die bekannte Fernsehshow, in der sich Investoren an guten Produktideen beteiligen. Was war euer Ziel? Wir wollten von vornherein unsere Prozente behalten. Deshalb haben wir mit der Firmenbewertung ziemlich hoch gepokert. Dass wir trotzdem drei Löwen begeistern konnten,
hat uns völlig überfordert. Wir hatten vorher im Auto rein hypothetisch besprochen, dass Ralf Dümmel der beste Partner für uns wäre, weil er viel Erfahrung im Einzelhandel und Teleshopping hat. Dementsprechend haben wir uns in der Sendung spontan für diese Partnerschaft entschieden. Leider kam sie anschließend nicht zustande, weil wir uns mit den bisherigen Partnern nicht einigen konnten. Wir versuchten es dann im Alleingang mit „Schnexagon goes Teleshopping“ auf Youtube, doch das funktionierte nicht. Schließlich rief dann doch noch mal Herr Dümmel an. Er hatte meine Bewerbung fürs Teleshopping gesehen und sagte, dass es ohne ihn nichts werden würde. Zum Glück haben wir dann mit allen Partnern eine Einigung schaffen können und so ist der Deal letztendlich doch noch zustande gekommen. Was ist dein Fazit aus den Erlebnissen um die Firmengründung? Ich habe meinen Traumjob gefunden. Ich habe ihn mir sozusagen selbst geschaffen. Hürden gibt es überall. Nichts was sich lohnt ist leicht. Man muss kleine Erfolge feiern und darf sich bei Fehlern nicht lange ärgern. Wie würdest du diesen Satz vervollständigen? Ich habe eine Vision… ...dass jedermann eines Tages SolvolutaProdukte als selbstverständliche Alternative zu Pestiziden im Haushalt hat. Text Mirja Wilde Fotos Nadine Sydow, VOX / Frank Hempel
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Vom Hobby zum Traumberuf. Der Schauspieler Ole Fischer im Interview.
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om Kapitän Grove zum Dorfpunk. Ole Fischer (30) ist von Kiel nach Berlin gezogen, um Schauspieler zu werden und hat es dort geschafft, sich ohne langjährige Schauspielausbildung einen Namen zu machen. Wie er diesen Weg gegangen ist, erzählt er im Interview. Ole, wolltest du schon immer Schauspieler werden? Schon als Kind habe ich ab und zu auf der Bühne gestanden, im Kinderchor oder in der Schule; aber es war zunächst nie ein Berufswunsch damit verbunden. War es also eher Zufall, dein Hobby zum Beruf zu machen? Nicht so ganz. Im Deutschunterricht haben wir mit verteilten Rollen die Erzählung „Das Schiff Esperanza“ gelesen. Als ich an der Reihe war und den „Kapitän Grove“ las, unterbrach mich die Lehrerin und meinte, es sei sehr eindrucksvoll, wie ich vorlesen würde. In der Schule habe ich dann tatsächlich mit viel Spaß Theater gespielt. Der Wunsch, Schauspieler zu werden, entstand wohl in dieser Zeit. Du bist aber nicht direkt auf eine Schauspielschule gegangen. Wie sah dein Weg aus? Nach der Schule habe ich zunächst den Zivildienst gemacht und bin von Kiel nach
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Hamburg gefahren, um an einem Theaterworkshop teilzunehmen. Bei diesem Workshop habe ich zum ersten Mal Menschen getroffen, die beruflich mit dem Theater zu tun hatten. Die Idee, selbst Schauspieler zu werden, schien mir da gar nicht mehr so abwegig. Zunächst habe ich aber in einem Call-Center und dann in einem kleinen Klamottenladen in Berlin gearbeitet. Hattest du in der Hauptstadt gleich Angebote als Schauspieler? Nicht sofort. Irgendwann rief mein Vater an und erzählte mir, dass in Kiel ein offenes Casting für die Kino-Verfilmung des Romans „Dorfpunks“ veranstaltet würde. Ich habe nicht lange überlegt, meine Sachen gepackt und bin in meine Heimat gefahren. Den Regisseur Lars Jessen habe ich offenbar überzeugt, denn er hat mir eine Hauptrolle in dem Film angeboten. Das war ein irrsinniges Glück! Als der Film fertig war, stellte er mich meiner heutigen Agentin Marlis Heppeler vor. Lars Jessen ist ebenfalls in der Agentur, die auch Größen wie Tom Beck vertritt. Und heute ist es dein Traumberuf? Ja! Mir macht es einfach Freude, Schauspieler zu sein, und natürlich ist es auch immer wieder schön, die Ergebnisse zu sehen! Es gibt ja viele Schauspieler, die sagen, dass sie sich selbst im Fernsehen nicht sehen oder hören wollen. Das geht mir anders; ich habe immer Spaß, mir die fertigen Filme anzusehen. Du hast ja auch schon in einigen Produktionen mitgewirkt. Angefangen mit deiner Rolle in „Dorfpunks“, dann in „Teenies bleiben nicht zum Frühstück“ sowie in etlichen anderen Rollen, zum Beispiel im Tatort: Münster. Gibt es einen typischen Arbeitsalltag? Eigentlich nicht. Kein Tag ist wie der andere.
Ich war schon als Krabbenfischer auf der Nordsee unterwegs, bin auf einem Esel durch Spanien geritten und habe am Balaton zu Musik aus den Achtzigern getanzt. Aber natürlich gibt es auch Abläufe, die an jedem Set gleich sind…Warten zum Beispiel!
„Wenn ich mich auf ein Vorbild in meiner Branche festlegen müsste, würde mir Christian Bale einfallen.“ Also muss man als Schauspieler geduldig sein? Vor allem sollte man sich nicht darauf verlassen, dass es so glücklich läuft wie bei mir. Am besten wäre es, nach der Schule eine Schauspielausbildung an einer staatlichen Schauspielschule zu machen. Das hilft auf jeden Fall enorm. Falls nicht, sollte man natürlich trotzdem nicht aufgeben. Nicht immer führt der direkte Weg ans Ziel. Welchen Weg hättest du eingeschlagen, wenn es mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte? Oh, das weiß ich nicht genau. Als Kind wollte ich immer Architekt werden und das Interesse sowie mathematische Fähigkeit dafür bestehen nach wie vor; es kann also durchaus sein, dass ich diesen Weg eingeschlagen hätte.
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Gibt es besondere Hobbies? Hm, besondere Hobbies nicht direkt; meine Arbeit deckt bereits viel ab, aber Hobbies wie Freunde treffen, feiern und kochen zählen schon dazu. Ich habe eine große Schwäche für gutes Essen und versuche in meiner Freizeit ausgezeichneten Köchen nachzueifern. Das Stichwort ‚nacheifern‘ bringt mich zur nächsten Frage: Hast du Menschen, die du als Vorbilder siehst? Wenn ich mich auf ein Vorbild in meiner Branche festlegen müsste, würde mir Christian Bale einfallen. Es gibt natürlich sehr viele gute Schauspieler, denen es lohnt nachzustreben, aber er wäre definitiv dabei. Besonders bewundere ich jene Schauspieler, die man immer wieder in komplett anderen Rollen sieht und denen man diese Rollen zu hundert Prozent abkauft! Vielen Dank für die Einblicke, Ole. Für die Zukunft wünschen wir dir viele Rollen, in denen du deine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen kannst. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich weiterhin interessante Rollen angeboten bekäme. Text Mirja Wilde Fotos Studio Toto Berlin, Cocofilms
Alles über die Agentur Heppeler findet ihr unter: www.agentur-heppeler.de Einen Bericht über den Regisseur Lars Jessen gibt es hier: www.me2be.de/lars-jessen-regisseur-aus-dithmarschen-2/
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THE NØRD TIMES
Grafik &Design Interview mit der Kommunikations Designerin Christina Föllmer.
Hatten Sie als Abiturientin bereits konkrete Berufswünsche? War es von Anfang an ein Designberuf? Bereits als Kind ist mir Kunst nahe gebracht worden, was sicher den Grundstein für meine kreative Tätigkeit gelegt hat. Vor dem Abitur war allerdings noch Mode-Design meine Präferenz, da ich mir als Teenager leidenschaftlich gern viele Kleider selbst genäht habe. Mit Kommunikationsdesign verbinden viele auch eine künstlerische Tätigkeit. Können Sie sich tatsächlich künstlerisch ausleben oder sind auch andere Talente gefragt? Künstlerisch ausleben – das können vielleicht ein paar Dutzend Kommunikations-Designer weltweit. Je nachdem, wo man studiert, weist das Studium selbst gegebenenfalls künstlerische Ansätze auf. Das heißt: Ja, es ist in gewisser Weise künstlerisches Talent, jedenfalls aber Kreativität gefragt. Prinzipiell könnte der Beruf deutlich mehr Freiraum für kreative Gestaltung bieten. Im Arbeitsalltag ist man jedoch eher Dienstleister und arbeitet innerhalb des Rahmens, den der Kunde oder Arbeitgeber absteckt. Warum haben Sie sich für dieses Studium und den Beruf entschieden? Der Beruf des Kommunikations-Designers ist kreativ; man entwickelt und gestaltet Dinge. Man kommuniziert aber nicht nur, sondern stellt Kommunikation im Grunde sogar her - was eine sehr schöne Aufgabe ist. Zudem hat mich die Vielfalt der Visuellen Kommunikation sehr gereizt.
Christina Föllmer als „oneminutesculpture“ von Erwin Wurm im Österreichischen Pavillon auf der Biennale in Venedig.
Gab es während des Studiums wichtige Aha-Erlebnisse? Ich habe tatsächlich eine Mischung aus Kunst und Design studiert – das war das ideale Studienkonzept für mich. Der Schwerpunkt lag nicht auf einer berufsnahen Ausbildung, sondern auf Entwicklung einer Gestalter-Persönlichkeit und eines „Anders-Denkens“. Das war gepaart mit viel kreativer Freiheit. Vom Studium ‚verwöhnt‘ war ein wichtiges Aha-Erlebnis sicherlich, dass eine solche Freiheit im Berufsleben eher selten ist. Kommunikationsdesign klingt für junge Leute oft abstrakt. Sie fragen sich: Wie und wo könnte ich arbeiten? Das ist tatsächlich ein faszinierender Aspekt meines Berufs: Es gibt sehr viele Optionen, wo man später tätig sein kann: in Werbeagenturen, Verlagen, Grafik-Büros, als Inhouse-Grafiker oder auch als Dozent; man kann als kreativer Kopf arbeiten oder als ausführende Hand… Es ist ein weites Feld, so dass wirklich jeder seinen Bereich, seine Nische finden kann. Bei welchen Projekten entwickeln Sie die größte Leidenschaft? Ich brauche auf alle Fälle Abwechslung. Bücher und Magazine sind an sich schon tolle Produkte. Sonst sind es Projekte, in denen ich mich inhaltlich auseinandersetzen kann und konzeptionell die richtige
Form oder maßgeschneiderte Lösung für ein Thema finden muss. Wie verändern die Sozialen Medien und das Internet derzeit das Design? Die Branche hat sich erweitert und der Schwerpunkt verlagert sich immer mehr vom Print ins Digitale. Das ist schade, da ich ein haptischer Mensch bin und am Ende am liebsten ein fertiges Produkt in den Händen halte. Aber in der „digitalen Welt“ verschieben sich lediglich die Parameter. Es sind ganz andere Dinge möglich, man kann teilweise vielschichtiger arbeiten – und mittlerweile „diktiert“ auch der technische Aspekt nicht mehr die gestalterischen Möglichkeiten. Was raten Sie jungen Leuten, die sich für diesen Beruf interessieren? Es ist immer gut, ein Praktikum zu absolvieren. Dabei sollte die Werbeagentur, der Verlag oder das Grafik-Büro, gut gewählt sein. Wichtig ist, dass die Arbeit einen anspricht und auch wirklich interessiert. Im Vorfeld sollte man sich viel anschauen und vergleichen, sich aber auch über die Arbeitsweise informieren, denn in Verlagen wird anders gearbeitet als in Werbeagenturen. Es ist ein Beruf, dessen Leistung mit dem Spaß an der Arbeit steht und fällt, darum sollte man schon ein gewisses Maß an Begeisterung mitbringen. Text Christina Föllmer Foto Privat
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