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Lauri Vasar

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Jeanine De Bique

Jeanine De Bique

Aus welcher Welt kommst du gerade? Ich habe im April bei den Festtagen der Berliner Staatsoper als Donner und Gunther in Richard Wagners Ring des Nibelungen auf der Bühne gestanden.

Du bist König Edward II. in der Oper Lessons in Love and Violence. Was heisst es, die Hauptrolle in einer zeitgenössischen Oper zu übernehmen? Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit! Ich habe mich zuhause in einer Zelle eingesperrt und Wochen darin verbracht. Raus durfte ich nur, um auf die Toilette zu gehen oder wenn der Hunger zu gross wurde.

Du kannst den Komponisten der Oper, George Benjamin, treffen. Was sagst du ihm?

Ich würde mich bei ihm für das unglaublich tolle Werk bedanken. Die Partitur ist einfach genial! Aber ein paar Fragen zu meiner Figur habe ich auch.

Welche Erinnerungen verbindest du mit Zürich?

Vor 12 Jahren habe ich am Opernhaus Zürich mit der Hauptrolle von Dmitri Schostakowitschs Die Nase debütiert. Eine legendäre Inszenierung von Peter Stein. Das war eine wunderschöne und sehr intensive Zeit! Die Zusammenarbeit mit dem Altmeister werde ich nie vergessen!

Woran merkt man, dass du in Estland geboren bist?

Wahrscheinlich an meinem charmanten estnisch­österreichischen Akzent auf britisch.

Welches Bildungserlebnis hat dich besonders geprägt?

Ehrlich gesagt, hat meine Bildung schon mit meiner Geburt begonnen, denn ich bin in einer Theater­ und Musikerfamilie zur Welt gekommen. Ich habe meine ganze Kindheit an der estnischen Nationaloper verbracht, hab Geige studiert, getanzt, Kinderlieder aufgenommen, Filme gedreht und bin schon mit sechs Jahren auf der Bühne gestanden. Das alles hat mich sehr geprägt und war quasi wie eine kontinuierliche Vorbereitung für meinen späteren Weg als Opernsänger.

Welchen überflüssigen Gegenstand in deiner Wohnung liebst du am meisten?

Bei mir findet man keine überflüssigen Gegenstände. Ich bin Sternzeichen Waage mit Aszendent Jungfrau.

Welches künstlerische Projekt, das dir viel bedeutet, bereitest du gerade vor? Die nächste Rolle, an der ich gerade arbeite: Es ist der Jochanaan in Salome von Richard Strauss.

Welches Buch würdest du niemals aus der Hand geben? Ganz eindeutig mag ich mich da nicht festlegen. Zurzeit bin ich total von Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens gefesselt.

Was muss passieren, damit die Welt in hundert Jahren noch existiert? Die Menschen müssen endlich aufhören so egozentrisch zu sein. Und sie müssen alle an einem Strang ziehen. Nur so können wir unseren wunderschönen Planeten retten!

Lauri Vasar singt den König in George Benjamins Oper «Lessons in Love and Violence». Der perfekt deutsch sprechende Bariton war in Linz, Hannover und an der Staatsoper in Hamburg im Festengagement und tritt in den grossen Partien seines Fachs von Wagner über Richard Strauss bis zu Aribert Reimanns «Lear» an den ersten Opernhäusern in Europa auf.

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