The Red Bulletin April 2014 - CH

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April 2014  CHF 3,80

Abseits des Alltäglichen

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F CH 0 8 , 3 Formel-1Vorschau

Inside Infiniti Red Bull Racing

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April 2014

Queen

Skicross-Star Fanny Smith über Fouls, Freiheit und rote Fingernägel


Testen Sie den neuen GLA. An den GLA Exhibitions vom 27. M채rz bis 24. Mai 2014 in einer Stadt in Ihrer N채he.

Eine Marke der Daimler AG

Der neue GLA nimmt Sie mit auf eine unvergessliche Reise. An den GLA Exhibitions erleben Sie den Kompakt-SUV des Jahres und tauchen ein in eine andere Welt. Testen Sie den neuen GLA bei einer erlebnisreichen Probefahrt und lassen Sie sich von den Werken des Fotografen Florian Kalotay inspirieren. Jetzt anmelden und Ihren Platz am Steuer sichern. www.mercedes-benz.ch/gla-exhibitions



Die Welt von Red Bull

50

Laut und Gefährlich

Vollgas bei Tag, Vollgas bei Nacht: beim Rolex 24-StundenRennen von Daytona.

Willkommen!

Wir gestehen es leichten Herzens: Das unsere gehört jenen, die Erfolg haben, weil sie Regeln brechen, weil sie ihren eigenen Weg gehen, weil sie ihren Prinzipien treu bleiben. Eric Bana ist so einer. Der australische Hollywood-Star ohne Hollywood-Allüren traf sich in Melbourne mit The Red Bulletin zu einem ausführlichen Gespräch. Er verriet uns nicht nur, was man tun muss, um am Ende Natalie Portman und Scarlett Johansson zu bekommen, nämlich und, sondern erzählte auch von seinem Faible für militärische Sondereinheiten und den Aufs und Abs der ­Beziehung zu seinem wundervollen Ford XB Falcon. „Ich dachte nur: ‚Gott sei Dank, wir treffen den Baum frontal!‘“, sagte Eric irgendwann im Lauf des Gesprächs, irgendwie passend. Viel Vergnügen mit dieser Ausgabe! 4

Eric Bana, Seite 34

„ Mein Auto kann Menschen verzaubern.“

the red bulletin


april 2014

Auf einen Blick Bullevard 0 8 GAMING-special Warum Computerspiele die neuen Blockbuster sind. Und welche Games Sie 2014 zocken sollten.

24

Features

Der Wassermann

24 Philosoph der Tiefe

Apnoetaucher Guillaume Néry über die Ästhetik der Tiefe und seinen Werdegang zum Freediver.

Apnoetaucher Guillaume Néry interpretiert seinen Sport als Kunst.

34 Banas Biest

Hollywood-Schauspieler Eric Banas Liebe zu seinem Ford XB Falcon

75

64

42 Der High-Speed-Rapper Samy Deluxe über sein neues Album

44 Interview: Fanny Smith dom daher (cover), Marcelo Maragni, ian derry, Benedict Redgrove/Red Bull Content Pool, Luis Vidales/Red Bull Content Pool, dom daher, simonne jones

36 rasante Fragen an die Schweizer Skicross-Weltmeisterin

50 Im Rausch der Runden Unmittelbar an der Rennstrecke bei den „Rolex 24 Hours of Daytona“

Alles neu in der Formel 1

Infiniti Red Bull Racing-Designer Adrian Newey erklärt uns, warum die Formel 1 2014 so innovativ sein wird wie noch nie.

Trainieren wie die Profis

Workout zum Nachmachen: wie Daniel Ricciardo, Sebastian Vettels neuer Teamkollege, seinen Körper fürs Cockpit stählt.

44

Interview mit Fanny smith

the red bulletin

Das Multitalent Simonne Jones

64 Formel 1: was neu wird Eine Audienz bei Infiniti Red Bull ­Racing-Chefdesigner Adrian Newey

Action!

58 Die Schweizer Skicross-Weltmeisterin im Antwort-Slalom: über Power-Starts, Ellbogentechnik und George Clooney.

58 Genie mit Stromgitarre

Die Talentierte Miss Jones

Wie die Wissenschaftlerin Simonne Jones neben ihrer Erfinder-Karriere als Musikerin durchstarten will.

74 75 76 77 78 80 81 82 84 87 98

Reisen  Klettern über Rios Favelas training  Daniel Ricciardos Workout Club  Feiern im „O1NE“ in Abu Dhabi city-Guide  Miami für Insider wings for life  Tipps zum World Run Musik  Bombay Bicycle Clubs Playlist UHREN Anatomie der Swatch Sistem51 save the date  Events zum Merken TV-Highlights  Red Bulls TV-Fenster Active style guide  Hightech-Sport Magic Moment

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Contributors Mit an Bord im APRIL

THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Herausgeber und Verleger Red Bull Media House GmbH General Manager Wolfgang Winter Verlagsleitung Franz Renkin Chefredaktion Alexander Macheck, Robert Sperl Creative Director Erik Turek Art Director Kasimir Reimann Fotodirektion Fritz Schuster

Dom Daher

Graham Shearer Aufgrund dessen, was er bis dato mit Hollywood-Schauspielern erlebt hatte, rechnete der Fotograf aus Perth beim Shooting mit Eric Bana (ab Seite 34) im günstigsten Fall mit einem straffen Zeitplan. Im schlechtesten Fall mit einem auf anstrengende Art gestressten Star. Umso größer war Shearers Überraschung, dass er am Set in Melbourne einen völlig entspannten Eric Bana traf. „Er sagte: Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst.“ Das Ergebnis: „Großartige Bilder von Eric im Ford XB Falcon.“

„Unkompliziert, energiegeladen, keinerlei Starallüren“: Fotograf Dom Daher konnte nach dem Covershooting mit dem Schweizer Skicross-Star Fanny Smith nur Gutes über sein Model berichten. Was Daher noch beeindruckte, war Fannys Ehrgeiz vor der Kamera. „Sie ist eine Perfektionistin. Zigmal schnallte sie auf der Piste die Ski ab, sprintete abermals den Hang hinauf und fuhr wieder auf die Kamera zu – bis ein Shoot sie endlich überzeugte.“ – „Mein Kopf kann Siege programmieren“, ab Seite 44.

Drei FreitauchWeltrekorde hat der fran­ zösische Apnoetaucher Guillaume Néry einst aufgestellt. Heute ist der 31-Jährige weniger der Tiefe als der puren Ästhetik des Free­ divens zugetan. Der Pariser Red Bulletin-Gastautor Frédéric Pelatan traf seinen Landsmann zu einem bemerkenswerten Gespräch über die Philosophie des Tauchens, Tiefenrausch und BASE-Jumps unter Wasser: „Der Wettbewerb ist Oberfläche, was zählt, ist die Ästhetik.“ Pelatans Porträt lesen Sie ab Seite 24.

6

Managing Editor Daniel Kudernatsch Redaktion Werner Jessner (Leitender Redakteur), Lisa Blazek, Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Mitarbeit Stefan Wagner Bullevard Georg Eckelsberger, Sophie Haslinger, Holger Potye, Clemens Stachel, Manon Steiner, Boro Petric und das Konsorten-Kollektiv (Raffael Fritz, Marianne Minar, ­Martina Powell, Mara Simperler, Lukas Wagner) Lektorat Hans Fleißner Grafik Miles English (Ltg.), Martina de Carvalho-Hutter, S ­ ilvia Druml, Kevin Goll, Carita Najewitz, Esther Straganz

Fotoredaktion Susie Forman (Creative Photo Director), Rudi Übelhör (Deputy Photo Director), Marion Batty, Eva Kerschbaum Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba; Christian Graf-Simpson (App) Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Finanzen Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing & Country Management Stefan Ebner (Ltg.), Elisabeth Salcher, Lukas Scharmbacher, Sara Varming Country Management Schweiz Antonio Gasser, Melissa Burkart Marketing-Grafik Julia Schweikhardt, Peter Knehtl

detlef schneider Frédéric Pelatan

Chefin vom Dienst Marion Wildmann

Prämiert mit Preisen des Art Directors Club in New York und als ehemaliger Filmemacher ein Spezialist für Lichtsettings, konnten wir keinen besseren Fotografen für unser Active-Style-Special engagieren als den in München aufgewachsenen Wahl-New-Yorker. Schneider sollte seine Erfahrung brauchen: Für die Strecke foto­ grafierte er unter anderem ein Model im Anti-Hai-Anzug und Hightech-Kleidung in der Kletterwand. „Active Style“, ab Seite 87.

„ Eric Bana kam ans Set und sagte: Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst.“ Graham Shearer

Abo und Vertrieb The Red Bulletin Leseservice, Luzern Hotline: 041 329 22 00 Abopreis 39 CHF, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@ch.redbulletin.com Anzeigenverkauf Mediabox AG, Zürich Zentrale, 044 205 50 20 contact@mediabox.ch Anzeigendisposition Sabrina Schneider O∞ce Management Kristina Krizmanic IT Michael Thaler Firmensitz Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise The Red Bulletin erscheint monatlich in folgenden Ländern: in Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Kuwait, Mexiko, Neuseeland, Österreich, der Schweiz, Südafrika und den USA. Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin.com

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BARDENAS REALES - SPAIN


Lass uns spielen

H a pp y B i r t h d a y , V i d e o g a m e s !

Ellen Page, Virtuell

Bye-bye, Hollywood

Videogames sind die neuen Blockbuster, Schauspieler die neuen Spielfiguren. Ist das bloß ein kleiner Ausflug? Oder schon ein Trip in die Zukunft der Schauspielerei? „Inception“Star Ellen Page hat für das PlayStation-Spiel „Beyond: Two Souls“ Hollywood den Rücken gekehrt und der Protagonistin Jodie ­Körper, Mimik und Emotionen ­geliehen. An ihrer Seite: Willem Dafoe. Gemeinsam sind sie in dem packenden Thriller-Spiel dem Rätsel des Lebens nach dem Tod auf der Spur. Die Handlung des Games ist genauso hollywood­ reif wie seine Skandalbegleitung: In einer Duschszene können die Spieler Ellens virtuellen Körper nackt sehen – was der echten ­Ellen gar nicht recht ist.

Ellen Page mit ­Pixelgesicht: Beim „Motion Captu­ ring“ werden Kopf und Gesicht ein­ gescannt, Mimiken erfasst und so ­virtuelle Schau­ spieler-Kopien ­erzeugt, die man natürlich auch ausziehen kann.

8


Nintendo, Playstation & Co

Alles Gute, Konsole! Spiele-Nostalgiker haben 2014 gute Gründe zum Feiern. Wohin des Daddlers Auge blickt: Jubiläen!

NES 1984 wurde dieser graue Kasten in Japan zum Hit: Das Nintendo Entertainment System brachte Videospiele in die Wohnzimmer dieser Welt. Und den Zapper.

SEGA MEGA DRIVE 25 Jahre ist es her, dass uns Sega mit der ersten Konsole mit ­(damals) sagenhaften 16 Bit begeisterte – und dem schnellsten blauen Igel der Welt: Sonic.

Producer(13), The Kobal Collection

johannes lang

PLAYSTATION Aus dem Match Ninten­ do gegen Sega wurde 1994 ein Dreikampf: Sony veröffentlichte die erste Version der PlayStation und zog der Konkurrenz davon.

Millas fünf „Resident Evil“Filme machten eine Milliarde Dollar. Not bad at all!

Vielen Dank, Zombies … … für Milla Jovovich. Alle zwei Jahre kommen sie wieder, die vireninfizierten Kreaturen aus „Resident Evil“. Wir freuen uns jedes Mal – niemand jagt Zombies so schön wie Milla. Ist es Zufall, dass die erfolgreichste Film-Actionheldin der Gegenwart aus einem Videospiel entlehnt wurde? Kaum. Denn wie das Bild beweist: Sie benutzt sogar noch ihren NES-Zapper! Ihr sechster „RE“-Streich soll noch dieses Jahr in die Kinos kommen.

GAME BOY Schwacher Prozessor, Schwarzweißdisplay, keine Hintergrund­ beleuchtung – und trotzdem ein Welterfolg. 1989 schenkte uns Nin­ tendo den Game Boy.

SIM CITY Vor 25 Jahren zeigte Maxis zum ersten Mal, wie viel Spaß es ma­ chen kann, eine virtuelle Stadt zu verwalten – und sie von Monstern zerstören zu lassen.

FIFA Der erste Teil kam noch ohne Jahreszahl daher: FIFA International ­Soccer begründete vor 20 Jahren eine der erfolgreichsten Spiele­ serien überhaupt.

Tetris Am 6. Juni 1984 voll­ endete Alexej Pažitnov im kommunistischen Moskau die Mutter aller Spiele (170 Mio. Mal ver­ kauft). Reich wurde der Genosse davon nicht.

niNtendo DS „Sieht aus wie ein Trico­ tronic aus den Acht­ zigern“, dachten 2004 viele. Der NDS wurde trotzdem zur belieb­ testen tragbaren Spiel­ konsole. Oder deshalb?

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BULLEVARD

Entscheidungshilfe

Was soll ich spielen?

So viele Spiele, so wenig Zeit. Finde das richtige! Bist du der ­Mittelpunkt ­deiner Welt? Spielst du am liebsten aus der Ich-Perspektiv­e?

Schießt du gerne auf Menschen?

N

N

J

N Oder bist du eher ein Baumeister, der sein eigenes Reich erschaffen und verwalten möchte?

Portal 2, the Stanley Parable

Möchtest du dein­e Gegner mit möglichst ­realistischen Waffen treffen?

N

J Bist du über achtzehn und kannst verliere­n, ohne die Mutter deiner Gegner zu beleidige­n?

Team Fortress 2

J

Bist du ein strategischer Denker und Teamspieler, der sich gern mit anderen misst?

Call of Duty

J Counter Strike GO, Battlefield

N

Nervt es dich, wenn dann ein Gegenspieler kommt und dein schönes Reich kaputtschießt?

J

N

10

J

FIFA 14, NHL 14, NBA 2k14

J N

Awesome­n auts, Strife

Interessierst du dich für Sport – aber so richtig zu rennen ist dann doch etwas zu anstrengend?

Möchtest du dein restliches Leben aufgeben und Tag und Nacht am Computer verbringen?

N

Starcraft 2, Supreme Commander

Rollercoaster Tycoon 3, Sim City 4

The Elder scrolls: Skyrim

N Erkundest du liebe­r riesige Spiele­welten, um stets neue Ding­e zu ent­decke­n?

J N

Hast du’s Mal mit Rausgehen versucht?

J DOTA 2, League of Legends

Missing Links

Wie ein Kunstprofessor und Hacker-Papa Lego, Fischertechnik und Co kompatibel machte.

Interoperabilität. So heißt es, wenn Geräte verschiedener Hersteller miteinander funktionieren. Das IT-Schlagwort ist jetzt im Kinderzimmer angekommen – dank Golan Levin, Universitätsprofessor aus Pennsylvania. Zusammen mit seinem Kollegen Shawn Sims hat Levin das Free Universal Construction Kit (bitte nicht abkürzen!) entwickelt – ein Arsenal an Verbindungsteilen aus dem 3-D-Drucker für zehn verschiedene Spielzeugbausätze. „Als mein Sohn vier Jahre alt war, hat er vergeblich versucht, ein Auto aus K’Nex und Tinkertoy zu basteln. Das hat mich auf die Idee gebracht“, erzählt Levin. Dann habe nur noch ein Name für das Projekt gefehlt – „und um auf den zu kommen, war ein ganzer Pitcher Bier nötig“. Die Pläne für alle Verbindungsteile hat er frei verfügbar gemacht. „Es gibt Print-onDemand-Services, wo man sie bestellen kann. Aber es macht mehr Spaß, selbst mit dem 3D-Drucker herumzuspielen, und dein Kind wird das auch mögen.“ Auf zum nächsten Hackerspace! thingiverse.com/uck/

Courtesy F.A.T. Lab and Sy-Lab

J

Spielzeug ohne Grenzen


Das „Free Universal Construction Kit“ aus dem 3-D-Drucker.


BULLE VAR D

F r e d : 0

VS.

fred | Schach |

Mensch gegen Maschine. Wer spielt besser? Das Brettspiel-Duell. 3¶-Ø: 1

1996 gewann Deep Blue gegen Garri Kasparow: der erste Sieg eines Computers gegen einen Schachweltmeister. Heute gibt es schon HandyApps, gegen die Deep Blue chancenlos wäre. Schachmatt, Mensch!

F r e d : 1

| dame |

3¶-Ø: 2

2007 hat ein kanadischer Wissenschaftler das Dame-Spiel mathematisch geknackt. Heißt: Jeder noch so langsame Computer holt immer zumindes­t ein Unentschieden heraus – egal wie gut der Mensch spielt.

F r e d : 1

3¶-Ø | go |

3¶-Ø ist der best­e Freund von Fred. Bei den Mathe-Aufgaben hilft er ihm trotzdem nie.

3¶-Ø: 1

Das asiatische „Spiel der Götter“ bietet mehr Zug-Möglichkeiten, als es Atome im Universum gibt. Ein menschlicher Go-Meister überlistet selbst das weltbeste Computerprogramm. In your face, ihr Schaltkreise!

F r e d : 2

|arimaa |

3¶-Ø: 2

Arimaa wurde 2002 vom Informatiker Omar Syed entwickelt, um die Ehre der Menschheit zu retten: Es ist so einfach, dass es jedes Kind kapiert – und so komplex, dass jeder Rechner kapituliert. Noch eine Partie?

Game over!

12

tom mackinger

Fred ist der best­e Freund von 3¶-Ø . Um ihn zu ärgern, isst er gerne vor ihm Kuchen.


Navy SEAL Colormark Series No. 3051.BO: 44mm, protected crown, carbon reinforced polycarbonate case and case back, unidirectional ratcheting bezel, tempered scratch resistant mineral crystal, water resistant to 200 meters, signature PU strap, and Luminox self-powered illumination. Swiss Made. Preferred timepiece of Elite Special Forces Worldwide.

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B U L L E VA R D

Ewiger Trend

Spiel dich in die Zukunft

Ubisoft/RedLynx

Sport und Science-Fiction – wenn diese beiden Genres verschmelzen, hebst du ab. Ganz neu: „Trials Fusion“.

14


Nächste Kurve: Luft. „Trials Fusion“ ist der neue Ableger der besten Moto­cross-Spieleserie der Welt und überwältigt mit seiner Visual Art. Der Testflug ist ein Muss.


B U L L E VA R D

„ W h a t ’ s w r o n g with you, drama queen?“ r i ha n n a i n „ B attlesh i p “

Filme Shooten

Transformers

Wenn Games zu Movies werden

Hollywood kämpft um sein Publikum. Doch das sitzt an den Konsolen. Vier dieser fünf Filme gibt es wirklich. Einen würden wir gern drehen.

Nicolas Cage Erleben sie Hollywoods enigmatischen Helden in einer Rolle, die all seine bisherigen in den Schatten stellt: Er wurde von allen im Stich gelassen. Doch einen Mann wie ihn zu unterschätzen könnte Ihr letzter Fehler sein.

wie k am es dazu?

wa s wa r d e r P l a n ?

wa r d a s i h r e r n s t ?

wa n n wa r d a s ?

gab’s den schon?

Der Spielehersteller Hasbro hatte schon seine Trans­ formers-Puppen erfolgreich auf die Leinwand gebracht. Warum also nicht auch „Schiff­e versenken“?

Einer der erfolgreichsten Ego-Shooter muss doch auch als Film funktionieren. Genauso mitreißend kam der dann auch rüber: wie ein Spiel, das man nicht spielen kann.

42 Millionen Dollar Budget sagen: Ja.

1995 kam der erste von zwei Teilen in die Kinos: Durchaus im Geiste des Spiels umgesetzt, stieß das Aliens-gegenErdlinge-Gepose bei den Fans auf Zuspruch. Vor allem wege­n der Kampfszenen.

Kambodscha, 1970. Ein zurück­gelassener US-Soldat muss im Alleingang ein ­Minenfeld entschärfen. Seine einzige Hilfe: eine kryptische Landkarte voller Zahlencodes.

A b e r d a s i s t d o c h  . . .

die Handlung?

w i e i s t da s pa s s i e r t ?

danke, 90er jahre!

... Rihanna, genau. Kann gut singen.

Regisseur Andrzej Bartkowiak fand den Game-Plot – Dämone­n in der Hölle killen – zu unrealistisch. Seine Idee für die Filmhandlung: Monste­r auf dem Mars killen.

die handlung?

Bester Darsteller?

w e r s p i e lt e b o w s e r ?

wer führte regie?

The Rock

Dennis Hopper in seiner absurdesten Rolle: als böser blonder Echsenmann.

Pa u l W.   S . A n d e r s o n – er schenkte uns später immerhin die „Resident Evil“Verfilmungen.

ko n s eq u e n z e n ?

ko m m t T e i l 3 ?

u n d wa s j e t z t ?

Andere HasbroS p i e l e : F u r b y, M y L i t t l e P o n y, Play-Doh.

16

Ga b es e i n S eq u e l?

„Doom 2“ wäre geplant gewesen. So wie der Erfolg von „Doom“.

„Mario“ Bob Hoskins wurde danach auffällig oft für filmische Unpässlichkeiten wie „Spice World“ oder „Garfield 2“ engagier­t. Aber Tom Hanks freute sich: Er hatte sich auch als Mario beworben.

O n l y. One. More. Tr y.

Vielleicht noch dieses Jahr!

Cast & Crew Regie: Michael Bay Drehbuch: Charlie Kaufman Der Soldat: Nicolas Cage Sein Captain: Tyrese Gibson Seine Frau: Gemma Arterton Sein Buddy: Peter Stormare P l o t-T w i s t Bei der allerletzten Mine ­versagen dem Helden die Nerven. Grelles Weiß, ein Knall, Nic Cage schreckt hoch. Sein Gesicht – um 40 Jahre gealtert. Er war im Büro eingeschlafen.

the red bulletin

Corbis, picturedesk.com (2), The Kobal Collection(2), Süddeutsche Zeitung Photo

Die Menschheit steht vor der Vernichtung. Technologisch überlegene Aliens. Null Chanc­e auf Überleben. Wie das wohl ausgeht?

Neun verschiedene Drehbuchautoren und ein völlig unbekanntes Regie-Duo machten aus dem beliebtesten Videospiel der achtziger Jahre das größte Kino­Desaster der Neunziger.

Ta g l i n e


B U L L E VA R D

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DIETMAR KAINRATH

WILLST DU MIT MIR PAC-CAN SPIELEN?

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BU L L EVARD

1995

R ayman

1993

Need for Speed

1994

Doom

1991

Mortal Kombat

1992

Lemmings

1989

The Secret of Monkey Island

1990

Prince of Persia

1987

Zak McKr acken and the Alien Mindbenders

1988

megaman

1985

The Legend of Zelda

1986

super mario bros.

1983

Tetris

1984

Bomberman

1981

Donkey Kong

space invaders

PONG

1978

1982 ms. pac-man

1980 pac-man

1972

Space Invader Acht mal acht Pixel: Kult.

Link Wird seit 1986 irrtümlich Zelda genannt.

Der Held ohne Namen Erst wird er Prinz, 2010 Filmheld. Bomberman PacMan plus Terror. War 198 3 noch o. k. Pong Der erste Computerheld: ein Punkt.

Guybrush Threepwood Desorientier t und trotzdem ein Vorbild.

18

tom mackinger

Donkey Kong Groß, gemein, der König der Fässer.

Super Mario It’s-a me! Hier bin i’.


BULLEVA R D

2011

Dishonored

2012 2013

Last of Us

Minecr aft

2009

Red Dead Redemption

BioShock

2007

2010

League of Legends

Guild Wars

2008

portal

2005

World of Warcr aft

2003

2006 Gears of War

2004

call of duty

2001

Battlefield 1942

2002

Halo: Combat Evolved

1999

the sims

2000

Silent Hill

1997

Half-Life

1998

Dungeon Keeper

Tomb R aider

1996

Lara Croft Weibliche Ikone wie Karikatur. Chell Revolution채r: Diese Frau sieht realistisch aus. Master Chief Das gesichtslose Gesicht der Serie.

Steve Zur체ck zum Star t: wieder ein echter Pixelheld.

Gordon Freeman Halb Physiker, halb Schweiger, ganz gut.

evolution der Pixel

Im Anfang war der Punkt

Und es war Leben in ihm.

Neues Leben


B U L L E VA R D

t o p s   +   f l o p s Ein Blick auf den Gadget-Friedhof verrät uns: Jedes ausgestorbene Relikt hat mal als große Idee angefangen. Nicht lachen!

bingoo0! bingoo0!

TV-Spiel

Dein FUSSBALL-BINGO

Wann immer der TV-Kommentator eine dieser Phrasen drischt, streich sie durch. Ist eine Reihe oder Spalte voll, schrei: „Ausschalten!“ – und du hast gewonnen. Das verspricht ein spannendes Spiel zu werde­n.

Das Stadion ist sehr gut besucht, aber nicht aus­ verkauft.

Bisher eine tadellose Leistung des Schieds­ richters.

Keine großen Überraschungen in den Aufstellungen beider Teams.

Anpfi≠! Ho≠e­n wir auf ein faires Spiel.

Und schon die erste Chance!

Der Schuss ging nur um Zentimeter am Tor vorbei.

Vorsichtiges Abtasten der beiden Mannschaften zu Beginn.

Kein Team will sich ein frühes Gegen­ tor einfange­n.

Ein Tor zum jetzigen Zeitpunkt wäre schon die ­halbe Miete.

Die beiden Mannschaften kennen einander gut.

… das wird ihne­n der Trainer sicher gesagt haben.

Kaum Chance­n auf beiden Seite­n.

Gute Chancen auf beiden Seiten.

Aber noch imme­r kein Tor.

Was war das?

Das hätte der Schiedsrichter eigent­ lich sehe­n können.

Schauen wir uns das noch mal in der Wiederholung an.

Da helfen alle Proteste nichts, es gibt keinen Elf­ meter.

Ein Tor würde dem Spiel jetzt gut tun.

Und nun ist der Ball im Netz!

Jetzt läuft ihne­n schön langsam die Zeit davon.

Der Schiedsrichter blickt bereits auf die Uhr.

Die ersten ­Zuschauer verlassen mittlerweile das Stadion.

Jetzt ist die Sensation perfekt!

superpower? Power glove Auch schon 25 Jahre her: Die angebliche Zukunft der Spielsteuerung entpuppte sich als kräftiger Griff ins Klo.

oH, BOY!

Virtual Boy Eine dreidimensionale virtuelle Welt versprach Nintendo 1995. Und dann kam das: flimmernde rote Leuchtdioden, die Kopfweh auslösten.

yeah! nice! OCULUS Rift Diesmal aber wirklich: Die von KickstarterUsern finanzierte 3-D-Brille soll das alte Versprechen endlich einlösen. Kommt sie 2014?

„Sie dürfen mich nicht schlagen, ich bin eine Dame!“

A p p s

f ü r

z w i s c he n dur c h

TOP ELEVEN Das Manager-Spiel mit über zwölf Millionen Fans. Profi-Tipp: Guter Nachwuchs macht dich reich. Top!

20

angry birds Go! Die Vögel geben Gas. Geile Optik, schnelle Steuerung. Tipp: Investiere stets in neue Karts!

producer(5)

dietmar kainrath

Z w e i


Made in Switzerland

SEAFORCE 01.0643.103


B U L L E VA R D

2013 Sony Playstation 4 prozessor: acht 64-BitProzessoren mit je 1,6 GHz arbeitsspeicher: 8 GB farben: über eine Milliarde erfolgreichstes spiel: Killzone: Shadow Fall

Na, Super!

Tot!

× 16

2005 Xbox 360 prozessor: 64-Bit-TricoreProzessor mit 3,2 GHz arbeitsspeicher: 512 MB farben: 16,7 Mio erfolgreichstes spiel: Kinect Adventures

Zahlen-Spiele

× 16

Mehr Arbeit!

Mit jeder Generation stieg die Leistung der Konsolen. In 40 Jahren von 64 Byte auf über 8.000.000.000.

2000 sony Playstation 2 prozessor: 64 Bit mit 294,9 MHz arbeitsspeicher: 32 MB farben: 16,7 Mio. erfolgreichstes spiel: GTA: San Andreas

×8 1997 Nintendo 64 prozessor: 64 Bit mit 93,75 MHz arbeitsspeicher: 4 MB farben: 16,7 Mio. erfolgreichstes spiel: Super Mario 64

× 57 1990 Sega Mega Drive prozessor: 16 Bit mit 7,61 MHz arbeitsspeicher: 72 kB farben: 512 erfolgreichstes spiel: Sonic the Hedgehog

× 36

1984 Nintendo Entertainment System prozessor: 8 Bit mit 1,66 MHz arbeitsspeicher: 2 kB farben: 48 erfolgreichstes spiel: Super Mario Bros.

× 32

Magnavox Odyssey prozessor: keiner (40 Transistoren) arbeitsspeicher: keiner (später 64 Byte) farben: schwarzweiß erfolgreichstes spiel: Table Tennis

22

Anstieg des Arbeitsspeichers

the red bulletin

sascha bierl

1972


BULL E VARD

Super Mario Art

Game Over

Was passiert, wenn Marios Leben alle aufgebraucht sind? Das hat sich der Künstler Kordian Lewandowski gefragt.

Empfehlung von oben

Totalbiscuit

Was begeistert YouTubes obersten Game-Tester? Wir haben gefragt. Na, Super!

Tot!

BROTHERS: A TALE OF TWO SONS. „Hier steuert man zwei Brüder gleichzeitig mit den Analog-Sticks am Controller – und fühlt sich richtig verbunden mit ihnen. Selten hat mich ein Spiel emotional so berührt.“

Kordian Lewandowski, producer(6)

BASTION. „Dieses Spiel ist eine Art Mischung aus ,Diabl­o‘ und ,Zelda‘. Aber mit extrem farbenfrohen Level­s in einer postapokalyptischen Welt – und mit einem ganz eigenen, trockenen Humor.“

„Pieta Game Over“ (2008), 200 × 160 × 140 cm, hand­ gemachtes Styropor statt Marmo­r: Das Vorbild war die Pietà von Michelangelo.

JOURNEY. „Eines der unvergesslichsten Spielerleb­ nisse, die ich je hatte – und das, obwohl ,Journey‘ sich in nur 90 Minuten durchspielen lässt. Hier dreht sich alle­s um die Freude am Erkunden und Entdecken.“

M o b i l e G a m e s | | | f ü r d i c h g ete s tet | | | a m s t i l l e n o r t Paper train Verhindere, dass die Züge zusammenkrachen. Klingt einfach – lässt einen aber schnell mal eine halbe Stunde am Klo verzweifeln.

the red bulletin

BADLAND Unser Favorit fürs ­stille Örtchen: simpel, spannend und mit zwei Minuten pro Leve­l auch fürs kleine Geschäft ideal.

device 6 Wenn’s mal wieder länger dauert: ein ­surrealer Thriller, der Text und Bild zu einem Roman-Spiel-Kunst­ werk‑Hybrid verbindet.

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Die Pracht

der Tiefe Guillaume Néry ist der Philosoph unter den besten Apnoe-Tauchern der Welt. Der Franzose sucht nicht allein die extreme Tiefe, sondern strebt vor allem nach vollendeter Ästhetik. Text: Frédéric Pelatan, Bilder: Ian Derry

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„Der magischste Augenblick ist jener, in dem ich der Schwerkraft entfliehe. Es ist eine Befreiung, ein Sich-Lösen.“


„ Unser Sport ist körperlich enorm anspruchsvoll. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass er gefährlich ist.“ 26


Guillaume Néry, der Apnoe-Philosoph: „Meine einzige Angst ist die Angst selbst: Hat sie sich erst eingenistet, sind jene Ruhe und Gelassenheit verloren, die wir beim Kampf um jeden Meter in die Tiefe brauchen.“


Als Kind träumte Guillaume NÊry davon, Astronaut zu werden. Nun entflieht er der Schwerkraft in die entgegengesetzte Richtung.


„Ästhetik ist eine Bestätigung, denn eine tolle Leistung sieht immer gut aus.“

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I

n den Gängen des Pariser Flughafens Charles de Gaulle ist Guillaume Néry am Schieben und Schleppen. Auf seinem Gepäckwagen türmen sich gut ­dreißig Kilo Taschen und Koffer. An seinem Rücken hängt Töchterchen Maï-Lou wie ein kleines Klammer­ äffchen. Neben ihm seine Freundin, Vertraute, Freitauchpartnerin, Regisseurin und Kamerafrau Julie Gautier. Familie Néry ist auf der Flucht vor dem französischen Winter, sie wird die nächsten vier ­Monate in Französisch-Polynesien verbringen. Eigentlich hätte der Mann mit den charakteristisch zerzausten Haaren allen Grund, unbeschwert zu sein: In zwei Stunden hebt der Flieger in Richtung Papeete ab. 25 Stunden wird der Flug dauern, und am Ende wartet das Paradies. Maï-Lou ist inzwischen groß genug, um ihre Eltern nachts ruhig schlafen zu lassen, und auch sportlich lief es zuletzt gut. Bei den Weltmeisterschaften in Kalamata, Griechenland, verbesserte der frühere Weltrekordhalter Néry den französischen Rekord im Freitauchen mit konstantem Gewicht auf 125 Meter. Doch Néry ist schon seit einiger Zeit grüblerisch und wortkarg. Der Grund dafür liegt wenige Wochen zurück: Zum ersten Mal kam ein Apnoetaucher bei einem vom internationalen Freitaucher-Verband AIDA (Association Internationale pour le Développement de l’Apnée) organisierten Wettbewerb ums Leben, ­Nicholas Mevoli, ein Videoproducer aus New York und ein routinierter Athlet. Im Mai 2013 hatte Mevoli als erster amerikanischer Apnoetaucher die 100-Meter30

„ Narcose“ heißt der neueste Kurzfilm des Paars: Julie filmt Guillaume im Rausch der Tiefe.


Guillaume Néry liebt es, die Möglichkeiten seiner Sportart spie­ lerisch auszuloten. Zum Beispiel bei einem Apnoe-BASE-Jump, zu sehen auf YouTube.


Ein einziger Atemzug genĂźgt Guillaume NĂŠry, um bis zu 125 Meter tief zu tauchen.


Grenze in der Disziplin Konstantes Gewicht über­ wunden. Im September hatte er hinter dem Franzosen Morgan Bourc’his die Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften in dieser Disziplin gewonnen. Mevolis Unfall passierte am 17. November auf den Bahamas, beim Versuch, den amerikanischen Rekord zu verbessern. 72 Meter hatte er sich in der Disziplin Konstantes Gewicht ohne Flossen vorgenommen. Er hatte die Tiefe auch geschafft, war plangemäß wieder aufgetaucht. Dann jedoch verschlechterte sich sein Zustand schlagartig, während er das verpflichtende Oberflächenprotokoll absolvierte. „Die ganze Community steht unter Schock. Immer noch. Es war das erste Mal, dass so etwas passiert ist“, sagt Néry. „Unser Sport ist körperlich enorm anspruchsvoll. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass er gefährlich ist, weil wir ja all diese Sicherheitsprotokolle einhalten müssen. Oder soll ich sagen: Ich hatte nie das Gefühl? Natürlich stelle ich mir jetzt die Frage, was ich nun tun soll. Ist es gescheit, weiterzumachen und den Tod wieder und wieder herauszufordern?“

„ Ich bin ganz ruhig, alles um mich herum fließt ineinander.“

Kennt auch einer der weltbesten Apnoetaucher Angst vor der Tiefe? „Meine einzige Angst ist die Angst selbst. Sobald sie sich eingenistet hat, sind jene Ruhe und Gelassenheit verloren, die wir beim Kampf um jeden Meter in die Tiefe brauchen. Sosehr wir auch um jeden Meter kämpfen, wir dürfen dabei ­niemals verkrampfen. Das ist die Herausforderung, die Kunst und die Faszination.“ Vor einigen Jahren hat auch Néry einen bösen Schrecken bekommen. „Es war auf den Bahamas. Ich war mit Brustschwimmstößen auf 80 Meter getaucht. Zurück an der Wasseroberfläche, war ich außer Atem, mein ganzer Körper war angespannt, und ich spuckte Blut. Es dauerte mindestens fünf Minuten, bis ich wieder normal atmen konnte.“ Anders als etwa der immer noch unter den Folgen eines schweren Unfalls 2012 leidende Herbert Nitsch oder der im Training 2007 tödlich verunglückte Loïc Leferme hat Guillaume dem Lockruf der Königsdisziplin No Limits bisher widerstanden. Auch wenn die Versuchung groß war. Es war Julie, die ihn davon ­abgebracht hat. „Sie war da ziemlich unmissverständlich. Sie sagte: ‚Es ist okay, wenn du das machen möchtest. Aber dann sollst du wissen, dass du es ohne mich machen musst.‘“ Guillaume fiel die Entscheidung nicht schwer: „Der Wettbewerb ist faszinierend, aber er ist nur Oberfläche. Was beim Apnoetauchen wirklich zählt, ist die Ästhetik. Sie ist eine Bestätigung, denn eine tolle Leistung sieht immer gut aus.“ Als Kind träumte Néry davon, Forscher zu werden: „Eines Tages sah ich dann einen Dokumentarfilm über die Freedive-Legende Umberto Pelizzari. Das war die erste Begegnung mit einer völlig anderen Welt.“ Im Schulbus forderten er und ein Freund einander heraus: Wer als Erster wieder atmete, hatte verloren. Abends in seinem Zimmer legte Guillaume die Arme an den Körper und hielt fünf Minuten die Luft an. Er war damals vierzehn, träumte davon, Astronaut zu werden und ferne Galaxien zu entdecken. Aber schließlich entzog er sich der Schwerkraft in die entgegengesetzte Richtung, nach unten. Seit dem im Web sehr erfolgreichen Kurzfilm „Free Fall“, den er gemeinsam mit seiner Freundin Julie gedreht hat, nutzt Guillaume die modernen Mittel der Telekommunikation, um jene Augenblicke zu teilen, welche für ihn die Faszination des Apnoetauchens ausmachen. „Der magischste Augenblick ist jener, in dem ich der Schwerkraft entfliehe. Es ist eine Befreiung, ein Sich-Lösen. Ich fliege dann mit ­offenen Armen. In diesem Moment bin ich ganz ­ruhig, alles um mich herum fließt ineinander, ich werde Teil des Ganzen.“ „Narcose“ heißt der neueste gemeinsame Kurzfilm des Paars. Im Frühjahr 2014 wird er auf Festivals in ganz Europa zu sehen sein. Julie führt darin die Kamera, sie folgt Guillaume in die Tiefe und filmt. Es hätte keinen Sinn, den Strom seiner Gedanken wiederzugeben, wenn der Tiefenrausch einsetzt: Die Bilder jagen ihm blitzschnell durch den Kopf. Also haben Julie und Guillaume beschlossen, die eindringlichsten von ihnen umzusetzen, darunter auch die phantastische Vision einer Hochzeit unter Wasser, ganz ohne Sauerstoffgerät. www.guillaumenery.fr

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Am eigenen Weg

Der Hollywood-Star, der auf Paparazzi-All체ren pfeift: Eric Bana ist die coolste Antithese zu allen Erfolgsregeln des Filmbusiness. Demn채chst fliegt er mit einem Navy-SEALs-Helikopter in die Kinos. T e x t: R o bert T i g he , B i lder : Graha m S hearer

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E Banas Leidenschaft für seinen Ford XB Falcon war ­Thema seiner 2009 ­erschienenen Doku „Love the Beast“.

ric Banas Büro ist in einer ehemaligen Schokoladenfabrik untergebracht, neben dem einer internationalen Skate-Marke, einem Friseurladen und jener Art von Café, in dem Modeleute oder Fixed-GearFanatiker abhängen. Wir befinden uns in Australiens entspannter Hipster-Metropole Melbourne, über vier Millionen Einwohner – und ­Banas Heimatstadt. Eric wuchs am Stadtrand auf, nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt. Als er Anfang zwanzig war, schlug sich Bana zunächst mit ­diversen Hilfsarbeiten durch, dann folgte der Einstieg ins Showbusiness mit ersten Geh­ versuchen als Stand-up-Comedian. Mit überraschendem Erfolg: In den 1990ern bekam Bana als Mittzwanziger seine ­eigene Sketch-Show im Fernsehen und feierte sein Leinwanddebüt im australischen Low-Budget-Streifen „The Castle“.

Schon die nächste Rolle veränderte sein Leben: Im Jahr 2000 verkörperte Bana den berühmt-berüchtigten Chopper Read, eine australische Verbrecherlegende, in „Chopper“ dermaßen fulminant, dass Ridley Scott ihn für „Black Hawk Down“ ­castete. Damit begann die Weltkarriere des mittlerweile 45-jährigen zweifachen Vaters, ein schöner Mix aus Blockbustern wie „Troja“, „Hulk“ oder „Star Trek“ und anspruchsvollen Streifen wie „München“, „Die Frau des Zeitreisenden“ oder „Wer ist Hanna?“. Eric Bana ist trotz des Aufstiegs in die oberste Hollywood-Liga ein waschechter Aussie geblieben – „und stolz darauf“, wie er lachend sagt –, mit zwei lebenslangen Leidenschaften neben seiner Familie: dem örtlichen Football-Team (Australian R ­ ules, wohlgemerkt!) der St Kilda Saints und dem 1974er-Ford-XB-Falcon-Coupé, das er sich als Fünfzehnjähriger zugelegt hatte und dem er 2009 die Doku „Love the Beast“ widmete. Wenn er gerade keinen Film dreht, verbringt Bana vier Tage pro Woche in seinem Büro und kümmert sich um seine Produktionsfirma Pick Up Truck Pictures, einen Zwei-Mann-Betrieb, bestehend aus ihm und seinem persönlichen Assistenten. Einen Tag pro Woche zieht es ihn raus in die Hügel. „Erfolg bedeutet für mich Zeit“, sagt Eric Bana. „Ich setz mich aufs Motorrad oder in eines meiner Autos und fahr raus aufs Land, um den Kopf freizukriegen. Ich weiß, dass ich Glück habe, das tun zu können. Nichts von dem, was ich erreicht habe, halte ich für selbst­ verständlich, nicht eine Sekunde lang.“ the red bulletin: In einer Kritik zu „Wer ist Hanna?“ fanden wir einen netten Gedanken : „Bana wird ständig für Rollen gecastet, wo er am Ende nicht das Mädchen kriegt, nicht als Held gefeiert wird, nicht den Planeten rettet. Und üblicherweise liegt er unter der Erde, wenn der Nachspann läuft.“ Ist Ihr Leben wirklich so hart? eric bana: Hahaha, ganz so schlimm ist es nicht. Checken wir’s mal nach: Ich starb in „Troja“, ich starb in „Star Trek“, ich starb in „Hanna“, und ich starb in „Cold Blood – Kein Ausweg. Keine Gnade“, okay. Ich überlebte in „Die Frau des Zeitreisenden“, nun ja, zumindest einiger­ maßen, ich starb und kam zurück. Ich starb nicht in „The Castle“, ich starb nicht in „Chopper“, ich starb nicht in „Black Hawk Down“, ich starb nicht in „Unter der Sonne Australiens“, ich starb nicht in „Wie das Leben so spielt“. Ich starb auch nicht in „Die Schwester der Königin“, wo ich außerdem nicht nur das Mädchen


„ Erfolg bedeutet für mich, dass ich mich jederzeit auf ein Motorrad oder in ein Auto setzen und raus aufs Land fahren kann, um den Kopf freizukriegen.“

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­ ekam, sondern gleich deren zwei: b ­Natalie Portman und Scarlett Johansson. Ich kenne niemanden, der das schlecht fände. Diesen Monat startet „Lone Survivor“, Ihr neuer Film. Erzählt wird eine wahre Geschichte von einer fehlgeschlagenen Navy-SEALs-Operation zur Ergreifung eines Taliban-Führers in Afghanistan. Was hat Sie an der Rolle gereizt? Seit „Black Hawk Down“ habe ich ein ­Faible für Sondereinsatzkräfte. Kein Witz. Ich spiele nur eine kleine Nebenrolle, doch als mich Regisseur Peter Berg anrief, dauerte das Gespräch nicht lange. Er: ­„Interessiert?“ Ich: „Na klar!“ Das war’s. Kriegsfilme haben in den vergangenen Jahren für einigen Wirbel gesorgt, wir erinnern uns an die Diskussionen rund um „Zero Dark Thirty“ oder „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“. Wird „Lone Survivor“ ähnliche Reaktionen hervorrufen? Ich mag es gar nicht, wenn Leute einen Film dafür benutzen, ihre persönliche Meinung zu irgendeinem Thema rauszuposaunen. Als „Black Hawk Down“ Ende 2001 rauskam, fragten mich Leute nach meiner Meinung zu 9/11 und George W. Bush. Mannomannomann … die Leute sollten sich auf den Film und die Story konzentrieren, statt sich selbst und ihre politischen Ansichten in den Mittelpunkt zu rücken. Für mich ist „Lone Survivor“ ­zunächst mal eine absolut unglaubliche Überlebensgeschichte. Es ist unmöglich, das Buch zu lesen, ohne davon inspiriert zu werden. Die wichtigste Botschaft ist: Wir alle sind zu so viel mehr fähig, als wir uns selbst zutrauen. – Das ist es, was die Zuschauer aus dem Film mitnehmen sollen. Und keine Diskussion, ob die SEALs den Ziegenhirten hätten töten sollen. In ersten Reaktionen zu „Lone ­Survivor“ wurde die Authentizität des Buches in Frage gestellt. Das müssen sich die Leute mit Marcus Luttrell ausmachen. Er hat das Buch

„ Als der Unfall passierte, dachte ich nur: ‚Gott sei Dank, wir treffen den Baum frontal.‘ So wie die Sache ausgegangen ist, hatten wir Glück.“ 38

­ eschrieben. Wir hatten ihn am Set, wir g ­hatten Navy SEALs am Set, und ich weiß, dass mit viel Aufwand darauf geachtet wurde, dass die Details stimmen. Wie wichtig ist „Lone Survivor“ für Sie persönlich? Etwa im Vergleich zu „Star Trek“, Ihrem letzten großen Blockbuster aus dem Jahr 2009? Große Filme haben meines Erachtens nicht so viel Bedeutung, wie Sie vielleicht denken. Ich halte es ­sogar für gefährlich, diesen ­Filmen hinterherzujagen. Aber in Hollywood wird doch beinahe Krieg geführt um die großen Rollen in den großen Filmen … da halten Sie sich raus? Ja. Ich lehne Rollen ab, für die andere ­töten würden. Ich versuche Rollen zu kriegen, in denen ich zeigen kann, was ich draufhabe. Dass ich meine Arbeit gut ­mache, ist es, was mir auch künftig Jobs sichert. Sich in einen großen Film zu drängen, ohne dass man für die Rolle perfekt geeignet wäre … nein, das ist mehr oder weniger eine Garantie für einen ­fetten Karriereknick, früher oder später.

Der Racer: Eric Bana startete beim Bathurst 12 Hour, bei der TargaTasmania-Rallye (die mit einem Unfall endete) und bei der aus­tralischen PorscheGT-Meisterschaft.


„The Castle“, 1997 Ihr erster Film, war eine Komödie. Seither haben Sie kaum Komödien gemacht. Warum? Anfangs, weil ich das so wollte. Wobei das nicht schwierig war: In Hollywood hatte ja keiner eine Ahnung von meinem Background als Stand-up-Comedian. Mittlerweile hat sich das geändert, zumindest von meiner Seite. Wenn die richtige Rolle daherkommt, wäre Komödie eine tolle Abwechslung. Aber die Leute scheinen mich nur in ernsten Parts zu sehen. Wie in „Deliver Us from Evil“, den Sie gerade in New York abgedreht haben? Er wird erst Ende 2014, Anfang 2015 ­erscheinen, aber ich bin jetzt schon auf­ geregt deswegen. Regie führte Scott Derrickson, der schon „Der Exorzismus von Emily Rose“ und „Sinister“ gedreht hat, und ich sage das, weil „Deliver Us from Evil“ ein bisschen ein Mix daraus ist: ein Streifen in Horror-Manier, aber characterdriven. Es ist kein Slasher-Film. Ich spiele einen Polizisten, der in Fällen rund um dämonische Besessenheit und Exorzismus ermittelt. Eine unglaubliche Rolle! Wird es schwieriger, gute Rollen und Filme zu finden? In den letzten fünf Jahren wurde alles ­immer größer: größere Ideen, größere Budgets, größere Filme. Dadurch werden die Zeiten härter für die intelligenteren, interessanteren Streifen. Meine letzten Filmen waren halt solche, für welche die Zuschauer nicht die Kinokassen stürmen. Klar macht man sich auch einen Kopf, stellt sich selbst in Frage, wenn man die Zahlen mit den ganz großen Blockbustern vergleicht. Aber eigentlich darf man das nicht. Größer heißt nicht immer besser. Beunruhigt es Sie, dass das Niveau in der Filmindustrie sinkt? Nicht grundsätzlich. Aber dann doch ­wegen der ­konkreten Auswirkungen, dass so viele kleine Geschichten, die es wert wären, erzählt zu werden, einfach nicht mehr erzählt werden. Nun, da könnten Sie ja wieder mal als Regisseur aktiv werden. Würde ich gerne wieder mal! Aber ich mache mir keinen Druck, die passende Geschichte zu finden. Irgendwann wird es sich ergeben. Ihr Regie-Erstling war „Love the Beast“, ein Film über Ihren Ford Falcon Coupé. Hat sich das Verhältnis zu Ihrem ­Wagen über die Jahre verändert? Das will ich doch hoffen! (Lacht.) Ich habe den Wagen gekauft, als ich fünfzehn war. Hätte ich mich seither nicht weiterentwickelt, was wäre ich für eine tragische Figur. Es gibt Zeiten, da schlummert der Falcon ein ganzes Jahr unter der Plane, und dann wieder fahre ich ihn jeden Tag.

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Bana, der den ­Falcon als Fünfzehnjähriger kaufte, schraubt bis zum heutigen Tag daran herum.


Es gab auch Zeiten, da war er in sämtliche Einzelteile zerlegt, was habe ich ihn da oft verflucht. Aber er bereitet mir einfach ­riesiges Vergnügen. Ich will nicht wie ein bescheuerter Autofetischist klingen, aber dieser Wagen hat die Fähigkeit, M ­ enschen zu verzaubern. Fahren Sie mal eine Runde damit, Sie werden niemanden sehen, der nicht lächelt. Haben Sie noch irgendwelche Erinnerungen an den Unfall bei der Targa-­ Rallye in Tasmanien, der in „Love the Beast“ zu sehen ist? Ich erinnere mich, dass ich mir beim ­Aufprall gegen den Baum dachte: „Gott sei Dank, wir treffen ihn frontal.“ Das Schlimmste in so einer Situation wäre ein seitlicher Aufprall: Da wickelt sich der Wagen um den Baum. Wir hatten Glück, wie die Sache ausgegangen ist. Das Coupé brauchte dennoch eine Total­ restaurierung, wie geht’s ihm jetzt? Es war wie ein echter Promi eine Zeitlang in der Reha. Jetzt ist es besser in Form als je zuvor. Rennen fahre ich aber keine mehr mit ihm, dafür habe ich zu viel ­Arbeit reingesteckt. Was steht noch in Ihrer Garage rum? Eine Motocross-Yamaha 450 für den aus­ tralischen Busch, eine BMW 1200 GS, eine Ducati 851 SP3, eine alte Ducati Monster. Und eine Ducati 748 RS für die Rennstrecke. Außerdem habe ich einen 1955er-Porsche Pre-A Speedster – der ein­ zige meiner Wagen, der zur Wertanlage taugt: Ich habe ihn vor elf Jahren gekauft, seitdem hat sich sein Wert verdoppelt. Was ermöglicht Ihnen Ihr Erfolg, ­abgesehen davon, dass Sie Ihre Motorsportleidenschaft ausleben können? Er gibt mir die Möglichkeit, dem Hams­ terrad zu entfliehen, wann immer ich will. Diese Freiheit ist der größte Luxus. Klar, ich könnte nonstop arbeiten, aber das wäre nicht mein Ding. Hat der Erfolg Sie verändert? Mit 22 stieg ich ins Filmgeschäft ein, jetzt bin ich 45 – natürlich habe ich mich ver­ ändert. Aber ich bin im Kern ein völlig normaler Kerl. Das Wichtigste ist, deiner Arbeit nicht zu viel Bedeutung beizu­ messen und Interessen abseits des Jobs zu haben. Das hilft, die Balance zu halten. Ich bin glücklich mit dem Leben, das ich heute führe. Aber ich war auch nicht ­unglücklich, als ich vor zwanzig Jahren noch Supermarktregale eingeschlichtet und Stand-up-Comedy gemacht habe. Steven Spielberg hat über Sie gesagt: „Er hat seine Prioritäten klar gesetzt … falls er sein restliches Leben keinen einzigen Tag mehr schauspielern ­würde, wäre er trotzdem ein sehr glücklicher Mensch.“ Hat er recht? the red bulletin

Ein nettes Kompliment, aber ich fürchte, ich kann nicht ganz zustimmen. Ich liebe es, in Melbourne zu leben, Vater zu sein und mir Zeit für die Dinge zu nehmen, die ich gerne tue. Was steht als Nächstes auf dem Plan? Im Moment lese ich Drehbücher. Aber ich habe noch keine Idee, was ich als Nächs­ tes mache. Und ich genieße das. Es kommt ­selten vor, dass ich während der Dreh­ arbeiten zu einem Film bereits weiß, was mein nächster sein wird. Ich will nicht an das nächste Projekt denken, während

„ Ich könnte natürlich mehr Filme drehen, aber das würde bedeuten, dass ich auch welche machen müsste, die ich nicht wirklich mag.“

ich noch mitten in einem anderen bin. Ist es wahr, dass Sie eine Regel haben, nie zwei Filme gleichzeitig zu drehen? Ich könnte mehr Filme drehen, aber dann wären auch welche dabei, die ich nicht mag. Die Wahrheit ist, dass es wirklich schwierig ist, einen guten Film zu finden. Wie viele gute gibt es schon jedes Jahr? Nicht viele – und man braucht großes Glück, um in einem von ihnen zu landen. Wenn man es schafft, alle fünf Jahre in ­einem halbwegs vernünftigen Streifen mitzuspielen, ist man schon gut dabei. Mussten Sie schon Rollen ablehnen, weil Sie in Melbourne leben? Dass ich in Melbourne lebe, hat für meine Karriere keinen Unterschied gemacht. Der einzige Unterschied ist, dass ich mich hier leichter verstecken kann. Keine Paparazzi-Anekdoten? Die haben ebenso wenig Interesse an mir wie ich an ihnen. Sie treiben sich üblicher­ weise nicht an denselben Orten herum wie ich. Paparazzi stehen selbst auf das schöne Glitzer-und-Glamour-Leben – hält man sich also von den coolen Plätzen fern, halten sich die Paparazzi fern von einem. So einfach ist das.  twitter.com/EricBana67

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Samy Deluxe

Die Suche nach dem Y-Chromosom Highspeed-Rapper und Flow-König Samy Deluxe über seine Definition von Männlichkeit, 50.000-Euro-Schrott und Kinderlieder.

Samy, 36, Hamburger, hat in seiner ­ ittlerweile 18-jährigen Karriere über eine m Million Platten verkauft. Der schnellste MC Deutschlands („Ich versuche immer, eine Silbe mehr einzubauen, als es alle anderen Rapper je könnten“) meldet sich drei Jahre nach seinem Nummer-1-Album „SchwarzWeiss“ mit seinem sechsten Longplayer wieder zu Wort. the red bulletin: Am 21. März ­erscheint „Männlich“. Warum gerade dieser Albumtitel? samy deluxe: Weil es um die Männerrolle in unserer Gesellschaft geht. Wofür soll man einstehen? Ist angeben und Scheiße reden genauso männlich wie Dinge tiefgründig reflektieren? Muss man viel Geld haben, um ein guter Mann zu sein? Und so weiter. Das Themenspektrum der verschiedenen Männlichkeiten ist superbreit. Im Song „Der letzte König von Schrottland“ wetterst du gegen Konsumgier. Wann hast du dir zuletzt etwas Teures gekauft und es später bereut? Früher war mir Schmuck unglaublich wichtig, das alte Rapper-Klischee, Hauptsache Bling-Bling. Ich hatte eine 20.000 Euro teure Kette in meinem Schrank hängen, mit meinem Logo aus Diamanten. Die du aber jetzt nicht mehr trägst. Ich habe sie 2010 verkauft, als es mit meinem Label Deluxe Records abwärtsging und ich es auflöste. Eines Tages merkte ich: Hey fuck, du kannst die Schulgebühren für deinen Sohn nicht mehr bezahlen. Ich verkaufte dann meine 50.000-EuroSchmucksammlung. Es ging mir finanziell zwar schnell wieder viel besser, weil meine Plattenverkäufe besser wurden, aber über das Schmuck-Ding war ich drüber. Du trägst gar keinen Schmuck mehr? Nur noch das weiße Armband aus einem buddhistischen Tempel in Thailand. Das 42

bedeutet mir viel mehr, als all die Ketten es je gekonnt hätten. Aber ein Rapper ohne Statussymbole? Am Anfang, wenn man Erfolg hat und ­alles gut ist, hält man das alles für nötig. Du fährst ein teures Auto, hängst mit Promis ab, alle Frauen wollen dich bumsen, alles super. Aber dann kommen Zeiten ohne fette Autos, Promis und Bumsereien. Da zeigt sich schnell, dass das ganze ­materielle Zeug nicht glücklich macht. Was macht dich glücklich? Die Musik. Und wenn ich bei meinem Sohn in den Staaten bin oder bei meiner

„Ich bin sehr für Competition – aber nur als Rapper, nicht als Mensch.“ Freundin in Belgien. Oder neulich: Da war ich auf Jamaika, aber nicht in so einem Touri-Hotel, sondern bei einem alten Rastamann. Ich habe nichts getan, außer mit ihm und seinen Freunden zu chillen. Vor vier Jahren hast du gesagt, DeutschRap sei identitätslos und kopiere bloß Trends aus Amerika, England oder Frankreich. Hat sich das gebessert? Auf jeden Fall. Alles ist viel offener ­geworden. Man muss nicht mehr reiner Untergrund-Backpack-Rapper oder Gangsta-Rapper sein, auch poppiger, instru­mentaler Hip-Hop wird gefeiert. ­Sachen verkaufen sich, weil sie deutsch sind – nicht obwohl sie deutsch sind! Hörst du die neuen Stars wie Casper? Selten, auch wenn seine Sachen supergut

gemacht sind. Aber ich höre generell ­wenig deutschen Rap. Wieso? Weil es anstrengend wurde, mich ständig damit zu befassen, was MC Blablabla oder wer auch immer gerade macht. Oder zu erfahren, welcher Kollege mich gerade lobt oder disst (lacht). Apropos Lob: Cro zählt dich zu seinen großen Einflüssen und widmete dir, Max Herre und Jan Delay im Song „Meine Zeit“ eine Textzeile. Das ist aber nett, wusst ich gar nicht! Im Deutsch-Rap ist es selten, dass jemand ­etwas Gutes sagt. Ich find’s schon wichtig, dass Newcomer klarstellen: Hey, ich habe das Rad nicht erfunden, sondern bin von anderen Leuten inspiriert worden. Ich habe auch immer versucht, allen Respekt zu zollen, und bin noch heute cool mit Leuten wie Afrob, Torch oder Max Herre. Du hast in deinen Texten aber immer darauf hingewiesen, dass du besser als die anderen bist. Ja, weil ich sehr für Competition bin, aber nur als Rapper und nicht als Mensch. Da mache ich den ganzen Wettbewerbsdruck nicht mit. Das raubt dir viel von deiner Seele. Wie oft bekommst du eigentlich Feature-Anfragen? Oft. Gestern kam zum Beispiel eine Anfrage für „Giraffenaffen“. Das sind so CDs mit Kinderliedern drauf. Hast du abgelehnt? Nein, weil ich Kinderlieder total geil finde. Bei meiner Vorgeschichte als Battle-­ Rapper, der sagt, er kifft und findet alle anderen scheiße, empfinde ich es irgendwie als Ehre, bei so was mitmachen zu dürfen. Ich hab jetzt sechs Monate Zeit, da fällt mir bestimmt etwas ein (lacht). www.samy-deluxe.de the red bulletin

vitali gelwich

Interview: Manuel Kurzmann


Bürgerlicher Name Samy Sorge Geburtstag/-ort 19. Dezember 1977, Hamburg Diskografie „Samy Deluxe“ (2001), „Wer hätte das gedacht?“ (2003), „Verdammtnochma!“ (2004), „Dis wo ich herkomm“ (’09), „SchwarzWeiss“ (2011) Abgedreht Samy Deluxe ist Hauptfigur der sechsteiligen DokuSerie „Männlich Deluxe“ (ab 15. März wieder auf DMAX), in der er mit seinen besten Freunden auf Abenteuerjagd geht. „Das Fall­schirmspringen war die krasseste Erfahrung!“


„M ei n Ko pf kann


p r o g r a m m i e r e n“

Die Waadtländerin Fan ny Sm ith ist amtierende Weltmeisterin und Weltcupsiegerin im Skicross. Doch wie tickt die Einundzwanzigjährige eigentlich? Eine Charakterstudie in 36 Fragen. Text : A re k P i ate k , Bi l d e r: D o m Dahe r

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S k i c r o ss Was Sie über die härteste Freestyle-Disziplin wissen sollten.

Modus Vier Skifahrer stürzen sich gleich­ zeitig einen technisch anspruchs­ vollen Ski-Parcours hinunter. Wer als Erster im Ziel ist, hat gewonnen.

Kurs Die mindestens 30 Meter breite und im Schnitt 1000 Meter lange Ski­ cross-Strecke besteht aus Sprüngen, Wellen, Steilwandkurven und Highspeed-Passagen.

Faszination Zweikämpfe und Überholmanöver bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h und bis zu fünf Meter hohe Jumps. Ver­ boten: absichtlicher Körperkontakt.

Ausprobieren? Wer sich in der Schweiz an einer Ski­ cross-Strecke versuchen will, kann dies hier tun: First (Grindelwald), Laax, Davos, Arosa sowie die FannySmith-Skicross-Strecke in Villars.

„ S ki c r o ss kan n ver dam mt u n g er ec ht s ei n .“

Speed, Sprünge, Gerangel: Seit 2010 zählt Skicross zu den olympischen Disziplinen.

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the red bulletin

Gian Paul Lozza/Samsung, gepa-pictures.com

as ist besser? Gut fahren und verlieren oder schlecht fahren und gewinnen? fanny smith: Schlecht fahren und ­gewinnen gibt’s im Skicross nicht. Du kannst aber gut fahren und verlieren. Etwa wenn jemand stürzt und dich mitreisst. Skicross kann verdammt ungerecht sein. Was kannst du gar nicht? Stillsitzen. Auf einer Couch zu sitzen macht mich nervös. Dein erstes Paar Ski: Welche Marke war das? Hej, da war ich erst zwei! Keine Ahnung mehr. Aber sie waren sicher von meinem älteren Bruder. Wie vieles andere, was ich bekam, weil es ihm nicht mehr passte. Dein Sternzeichen ist Stier … Ich glaube an Sternzeichen. Ich habe auch einen sehr starken Stier-Willen. Versuch mal, mich umzustimmen, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe. Das letzte Mal, dass du zu schnell Auto gefahren bist? Noch nie! Hast du gerade gelogen? Ja. Was tust du ständig, obwohl du es dir abgewöhnen solltest? Schokolade essen. Mein Trainer sagt, ich sollte es mir abgewöhnen. Ich denke aber nicht daran.

Dass Skicross an und für sich ungerecht­ ist, wissen wir schon. Geht es wenigstens fair zu, wenn da diese vier gegeneinander fahren? Nicht immer. Es gibt Fahrer, die mit schmutzigen Tricks arbeiten. Einer ­solchen unfairen Attacke verdankte ich 2011 mein gerissenes Kreuzband und eine zehnmonatige Pause. Kann man ohne schmutzige Tricks überhaupt gewinnen? Im Gegenteil. Die unfairen Fahrer sind meistens langsam. Wer schnell ist, braucht keine Ellbogentaktik. Was macht einen Skicross-Weltmeister aus? Talent oder Wille? Wenn eines davon fehlt, kommst du nicht mal in die Nähe einer WM. Das musst du voraussetzen. Was mich vielleicht schneller macht als andere, sind die ­Leidenschaft und der bedingungslose Spass an dem Sport. Immer nur Spass? Skicross ist doch dein Job. Und sicher manchmal auch harte Arbeit. Für mich war Skicross noch nie Arbeit. Das letzte Konzert, auf dem du warst?


Stationen einer Karriere: Nach ihrem Kreuzbandriss 2011 krรถnt sich Fanny Smith 2013 zur SkicrossWeltmeisterin.


Jack Johnson. Lausanne. Freunde hatten mich mitgenommen. Es war das einzige Konzert, auf dem ich bisher war. Diesmal ehrlich! Dein ungewöhnlichstes Interview? Vor zwei Jahren mit einer Journalistin ­eines waadtländischen Lokalblattes. Sie war motiviert, sympathisch und wirkte sehr interessiert. Doch beim InterviewGegenlesen traute ich meinen Augen nicht. Da war alles falsch, was nur falsch sein konnte. Die ganze Nacht sass ich mit meiner Mutter an den Korrekturen. Am Ende war das Interview für mich fünfmal so viel Arbeit wie für die Journalistin. Dein Rennstil? Flüssig. Gute Technik. Zumindest sagen das die anderen. Und was sagst du? Am Start muss ich feilen. Reaktionszeit und Abstoss-Dynamik verbessern. Dein letzter Kinofilm? Das war vor ein paar Tagen und ein Reinfall. Ich wollte nicht daheim sitzen und erwischte die französische Liebesschnulze „Jamais le premier soir“ … ziemlich doof. Deine härteste Konkurrentin? Ophélie David. Sie ist furchtbar schnell. Aber zugleich wirklich nett. Ich würde sie gern nicht mögen, aber das geht nicht. Wie reagierst du auf unfaire Attacken im Rennen? Konsequent. Gleich im Ziel die Meinung sagen. Und zwar heftig. Weisst du, wir haben unter den Fahrern Fairnessregeln aufgestellt, um uns zu schützen. Wenn ein junger Fahrer dazukommt, kennt er die vielleicht noch nicht. Was macht dir Angst? Was ich selbst nicht beeinflussen kann. Ich habe Panik davor, dass mir beim Para­ gleiten der Schirm zusammenfällt oder mir beim Klettern das Seil reisst. Du gehst, vermute ich, trotzdem para­ gleiten und klettern. Klar. Der Adrenalin-Kick ist zu geil. Lara Gut? Top-Sportlerin. Extrem fokussiert. Und

„ An gst? N u r vo r D i n g en , d i e i ch n ic ht b eei n flussen kan n .“ 48

Speedexpertin ­Fanny: „Bin ständig auf der Suche nach allem, was mich schneller macht.“

sympathisch. Manchmal vergleicht man uns, weil ich wie sie einen Privatcoach (Guillaume Nantermod, BoardercrossWeltmeister 2001; Anm.) habe und nicht nur mit dem Swiss-Ski-Team trainiere. George Clooney oder Justin Bieber? Clooney. Bei Bieber muss ich lachen. Was geht in den Sekunden vor dem Start durch deinen Kopf? Ich stelle mir vor, wie ich das Rennen ­gewinne. Es hilft. Mein Unterbewusstsein kann Siege programmieren. Wie schaltest du während der Renn­ saison ab, wenn du unterwegs bist? Kommt aufs Hotel an, in dem ich bin. Wenn möglich mit Sauna oder Massage. Und wenn das nicht geht, einfach eine eiskalte Dusche. Eiskalt? Eis-eiskalt. Hinterher fühlst du dich herrlich. Man härtet auch schnell ab. Du bist allein und hast eine Autopanne. Was tust du? Hoffen, dass es eine Reifenpanne ist. ­Reifen wechseln kann ich nämlich. Sommerurlaub? Wasser, Sonne, Wildnis … Costa Rica!

Winterurlaub? Haben Skicross-Profis nicht. Von eins bis zehn: Wie ehrgeizig bist du? Zehn. Und wie äussert sich das? Ich tüftle ständig. Und an allem. Zum ­Beispiel fahre ich meine Rennen mit Handschuhen aus der National Football League. Sehr dünn, wärmen nicht. Aber der Grip ist unvergleichlich. Oder mein Training. Ich trainiere in der Kraftkammer mit speziellen Brillen, die einen Mechanismus eingebaut haben, der sie alle paar Sekunden undurchsichtig macht. Das wechselt ständig. Coole Konzentrationsübung also, wenn du etwa einen Ball ­fangen musst. Ich glaube, das macht ­niemand ausser mir. Wie oft streitest du mit deinem Coach? Besser gar nicht. Zumindest nicht mit ihm. Wir sind ja beide starke Charaktere. Das ginge schlimm aus. Also höre ich ­geduldig zu, wenn er laut wird … … und tust hinterher, was er sagt? (Grinst.) Wie lange brauchst du, um dich abends ausgehfertig zu machen? the red bulletin


„ M ei n Ti c k vo r m R en n en : N äg el r ot l ac k i er en . R ot h at Po w er .“

Zwischen 15 Minuten und zwei Stunden. Entweder ich weiss auf Anhieb, was ich anziehe, oder ich werde unsicherer und unsicherer … bis ich Freunde bitte, zu kommen und mich zu beraten. Irgendwelche Rituale, die du täglich befolgst? Hab ich versucht – hat nicht geklappt. Guillaume wollte, dass ich durch Rituale mehr Struktur in meinen Alltag bringe. Scheiterte, weil ich so schusselig bin. Wann warst du das letzte Mal richtig sauer auf jemanden? Erst kürzlich beim Weltcuprennen am Kreischberg (in der Steiermark, Österreich; Anm.). Auf mich selbst. Im Finale lag ich knapp vor dem Ziel in Führung und verlor dennoch gegen Ophélie. Fotofinish. Ein Tick von dir? Vor jedem Rennen lackiere ich meine ­Fingernägel rot. Rot hat Power. Was wäre aus dir geworden, hätte man Skicross nicht erfunden? Freeriderin. Ich habe meine Freeride-Ski immer mit im Auto. Egal wo ich bin … Freeriden ist unbeschreiblich, dieses ­Gefühl, beinahe zu fliegen, mit der Natur eins zu werden – eine schier grenzenlose Freiheit. Was macht Fanny Smith in 20 Minuten? Gewichte stemmen in Lausanne. Und was macht Fanny in 20 Jahren? Schokolade essen. So viel ist sicher. ­Abgesehen davon … keine Ahnung. www.fanny-smith.com

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Atemlos hetzen sie in die Nacht, und das Riesenrad strahlt dazu: Die Stunden vor Mitternacht sind die schรถnsten des 24-StundenRennens von Daytona.

dayto T e x t: W e r n e r J e s s n e r , B i l d e r : J u l i e G l a s s b e r g , M a r c e l o M a r a g n i


Credit:

na

Schnell, gefährlich, spektakulär, legendär und auch ein bisschen rustikal: Mit dem Rolex 24 in Daytona Beach, Florida, beginnt die Motorsport-Saison richtig laut. 51


Die Stahltrib端nen erzittern, als das Feld in die erste Runde geht.

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the red bulletin


Z Das Leben der ­ echaniker oszilliert M zwischen kurzen Phasen heftiger Intensität und scheinbar immer länger werdenden Spannen endlosen Wartens.

um Start fehlt Linda Vaughn. In frühen Jahren gab es in ganz Amerika kaum eine Garage, kaum ein Jugendzimmer, das ohne ein Plakat mit den gewaltigen optischen Vorzügen von „Miss Hurst Golden Shifter“ ausgekommen wäre. Seit mittlerweile fast einem halben Jahrhundert war die Blondine gern gesehener und nicht wegzudenkender Gast im Fahrerlager der Rolex 24 Hours of Daytona, jenes legendären Rennens in Florida, mit dem für die Motorsportwelt traditionell die Saison beginnt. Diesmal eben ohne Linda. Ehemalige Formel-1-Fahrer, Sport­ wagen-Größen, Gentlemen-Driver und Showstars bilden ein buntes Fahrerfeld, das es einen Tag und eine Nacht lang im Oval des Superspeedway wissen will. Um hie und da auch der Rechtskurve zu ihrem Recht zu verhelfen, biegt man nach Start/ Ziel ins Infield ab, zum East und zum West Horseshoe, bevor es wieder raus ins Oval mit seinen stark überhöhten Kurven geht, das Tempo jenseits der 300 km/h. Ein Paul Newman war bis zu seinem ­siebzigsten Geburtstag hier am Start, die ­Andrettis haben in Daytona gewonnen, die

Bescheidene Selbst­ beschreibung des Daytona International Speedway: „The World Center of Racing“

Unsers, Hurley Haywood und Chris Amon. Die Karriere von Red Bull Racing-Genie ­Adrian Newey ist in Daytona so richtig ins Fliegen gekommen, als der Jungdesigner im Jahr 1983 einen March-Sportwagen innerhalb kürzester Zeit von einer abgeschriebenen Fehlkonstruktion zum Überraschungs-Führenden umgebaut hatte. Nur Motorprobleme in der 23. Stunde verhinderten, dass sich Neweys Piloten abends eine Uhr aufs Nachtkästchen legen konnten – die Sieger in Daytona werden nämlich traditionell mit einer Rolex ­gleichen Namens ausgezeichnet. 2014 markiert bei aller Historie den Aufbruch in eine neue Zukunft der USLangstreckenrennen: Endlich haben sich die zwei lange Jahre einander spinnefeind gewesenen Rennserien Grand-Am und die American Le Mans Series auf ein gemeinsames Reglement geeinigt. In Daytona wurde das erste Rennen unter einem Dach gefahren: United Sportscar Series heißt das Baby, und 68 Autos, unterteilt in vier Klassen, stehen am Start. In der Königsklasse („Prototypes“) ­haben die Vertreter der ehemaligen GrandAm leichtes Spiel mit den offenen Sportwagen der American Le Mans Series. Die Daytona Prototypes (DPs) machen sich die ­Spitze untereinander aus. „Man sagt zwar, dass bei Langstreckenrennen ­Konstanz über schieren Speed siegt, aber hier geht es von der ersten Runde an voll zur Sache“, sagt der dreifache Daytona-Sieger Guillermo „Memo“ Rojas. „24-Stunden-Rennen sind Langzeit-Sprints geworden.“ Die Zehntausende an Zuschauern verlieren sich fast auf den Grandstands des Daytona International Speedway, derart gigantisch ist die Anlage. Die mächtigen Stahltribünen erzittern, als das Feld in die 53


Die Feuerwehr bezieht sicherheitshalber einmal Stellung.

Im Nord-Lager an der Strecke sind die jungen Fans daheim, die lauten. Das passt sehr schÜn zu den Autos, die an dieser Stelle mit 300 km/h vorbeidonnern.


Reifen, Sprit, Scheiben putzen, Kühler säubern, fertig. Das ist der Idealfall. Tritt leider nur selten ein.

erste Runde geht. Nach einer knappen Viertelstunde stehen bereits die ersten Überrundungen an, so groß sind die Leistungsunterschiede, auch wenn man die ärgsten Rübenbomber, diese selbstgebastelten Familienprojekte mit viel Herzblut, doch (zu) wenig Substanz, schon bei der Anmeldung aus dem Feld eliminiert hat. Es ist auch so gefährlich genug. Um 16:58 Uhr, nach einer Fahrzeit von zwei Stunden und 47 Minuten, schert der zu diesem Zeitpunkt führende Memo Gidley aus dem Windschatten eines Langsamen aus, um ihn zu überrunden – und the red bulletin

knallt mit gewaltigem Geschwindigkeitsüberschuss in die Nummer 62, den Ferrari von Matteo Malucelli, der wegen eines gebrochenen Antriebsstrangs nur über die Strecke kriecht. Der Einschlag der Corvette DP im Ferrari-Heck ist so gewaltig, dass man das Schlimmste befürchten muss. An dieser Stelle fahren die Autos in die tiefstehende Sonne, „einen Moment lang sieht man überhaupt nichts“, beschreibt ein geschockter Fahrer die Verhältnisse. Das Rennen wird gestoppt, Memo Gidley muss aus dem Wrack geschnitten werden. Längst wird wieder gefahren, als endlich

Entwarnung kommt: Beide Fahrer sind ansprechbar. Unfälle gehören in Daytona dazu, sie sind genauso Teil der Legende dieses Rennens wie Linda Vaughn, das Absingen der amerikanischen Hymne vor dem Rennstart, die Messe im Mediacenter am Sonntagvormittag oder das Campen im Infield, streng unterteilt in wilden Norden, reichen Osten und konservativen Süden. Im Norden, zwischen Turn 3 und 4, hat sich das gemeine Fußvolk breit­ gemacht, die Jugend, Neigungsgruppe Exzess. Es regieren Wurfzelt und Bier­ 55


In der letzten Viertelstunde schiebt sich alles noch einmal dramatisch zusammen.

dose, angereist ist man in Pick-up, SUV und ähnlich agrarisch angehauchtem ­Gerät. Logisch, man braucht die Kapazität zum Transport von genügend Holz für die Lagerfeuer, die hier im Norden gern ein wenig höher ausfallen. Die Feuerwehr ­bezieht sicherheitshalber einmal Stellung. Noch vor Mitternacht stolpern die ersten über Zeltleinen, es gilt das gegrölte Wort. Im Inneren einiger Zelte kommen sich Pärchen offensichtlich nahe. Keine Rede davon im Süden, Heimplatz der RVs, der recreational vehicles für die richtig Verwöhnten. Hier reisen Zimmer, Küche, Kabinett, das tote Tier wird statt am offenen Feuer am Gasgrill verkohlt. Sowohl die Fleischstücke als auch die Bäuche 56


Dieses Jahr glücklos: das erfolgsverwöhnte Ganassi-Team rund um den dreifachen Daytona-Sieger Memo Rojas (unten links)

Die offenen Sportwagen aus der American Le Mans Series waren gegen die ­geschlossenen Autos der Grand-Am reglement­ bedingt chancenlos.

der Grillenden sind im Süden tendenziell voluminöser als im Norden. Lauter routinierte Camper hier. Kaum einer, der auf einen Flatscreen verzichtet, elegant in die Karosserie des Wohnmobils eingearbeitet. Die Reviere sind fein säuberlich abgesteckt, Passanten wird der Blick auf die Rennstrecke durch massive Vorzelt-Konstruk­ tionen verwehrt. Eine SchrebergartenIdylle mit röhrenden Achtzylindermotoren als Kulisse. Das ganz große Geld ist aber trotzdem im Osten daheim. Hier gibt es zwar keine Menschen, die sind vermutlich dort, wo das Essen serviert wird. Sie haben nur ihre befüllten Parkplätze zurückgelassen, ­gewissenhaft nach Marken unterteilt. Der the red bulletin

größte ist der Porsche-Parkplatz: Seinen Traum-911er kann man sich hier nach Farbe und Modell aussuchen, jede denkbare Kombination ist vorrätig. Besonders geschmackssichere Menschen sind gar mit ihrem 928 oder einem frühen 1600 Super angereist. Schön auch: Die plumpen Panameras und Cayennes, Schmuddelkinder in den Augen echter Racer, müssen getrennt parken. Freilich gibt es auch massenhaft Corvettes, Camaros und Mustangs, wenngleich ihnen hier im amerikanischen Motorsport-Kernland etwas Banales anhaftet. Die Rolex 24 sind von jeher ein ­europäisch angehauchtes Rennen. Das spiegelt sich auch in den Steckenpferden der Besucher wider. Halb fünf Uhr in der Früh ist eine gute Zeit zum Angriff. Wenn Mechaniker in ­orthopädisch bedenklichen Positionen einschlafen, Fahrer mit der Zahnbürste im Mund selbstverloren durchs Fahrerlager schlurfen und die letzten Hartnäckigen draußen auf den Campingplätzen vom Vortag in die Knie gezwungen werden, ist es Zeit, Attacken zu reiten. Die großen Teams haben die Routiniers, die das Auto mit Doppelstints durch die Nacht getragen haben, gegen die Supersprinter getauscht. Selbst wenn die Streckentemperatur absolute Rekordzeiten verhindert: Zu dieser Zeit werden keine Gefangenen gemacht. Der erst 22 Jahre alte Porsche-Junior Klaus Bachler klettert nach einer makel­ losen Fahrt aus seinem Porsche 911. Sein Team schickt ihn aber nicht ins Bett, sondern holt ihn gleich zum Debriefing an die Kommandobrücke. Für Jungs wie ihn gibt es noch viel zu lernen. Es sind Nächte wie diese, die aus hoffnungsvollen Youngsters gestandene Rennfahrer machen.

K urz vor Schluss wird es noch einmal dramatisch. Das Pace Car, in den USA gern eingesetzte Maßnahme zur Spannungssteigerung, kommt nach einem relativ ­banalen Crash raus und schiebt das Feld zusammen. In drei der vier Klassen muss die Entscheidung in der letzten von 96 Viertelstunden eines 24-Stunden-Rennens fallen. Auch das TV schaltet sich live zu. Zuschauer beißen Nägel, es wird gefightet bis zur vorletzten Kurve, in der kleinsten GTD-Klasse gibt sogar noch Blechkontakt beim Rangeln um den Klassensieg. Nach dem Fallen der schwarzweiß karierten Flagge brechen schließlich die Dämme, Fanmassen umringen Fahrer, betatschen Autos. Konfetti, Musik, Tränen, Uhren für die Sieger. Sébastien Bourdais, einst mit Toro ­Rosso in der Formel 1 aktiv und 2014 in Daytona siegreich, zeigt bei der Presse­ konferenz glücklich seine brandneue Rolex Daytona vor: „Das ist eines jener Rennen, die man einmal im Leben gewinnen will. Der Blick ans Handgelenk wird mich täglich an diesen Sieg erinnern.“ Linda Vaughn ist dieses Jahr übrigens nicht mehr aufgetaucht. www.imsa.com

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rin, e d n i f r E , ftlerin a auch h n c u s n n e d n ss U i . ist W kerin s i e s n u er o M n J , i e n i n e r n e o t l e i m i i S g m ausp h n c S u , n n i g r e ege B K端nstl . e. n i d d l r e e h i r e g p Comic-Su r i n de r N eu den w Woffin r: Andre Meiste bkircher,

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W enn Simonne Jones den Raum betritt, ist es einen Moment still. Das liegt zum einen relativ profan daran, dass Simonne Jones Erfahrung als Model hat und dass man ihr das einen Meter neunzig lang ansieht. ­Lockiges schwarzes Haar über großen braunen Augen. Lange, sehr lange Beine. Das liegt zum anderen am unglaublichen Talent der 26-jährigen Kalifornierin, Menschen zu bezaubern. Ob im Handstand mit High Heels an den Füßen oder beim Zertrümmern einer Gitarre: Egal was sie tut, es sieht elegant aus. Wenn sie erklärt, dass die Kritzelei auf ihrem Handrücken die Strukturformel von Serotonin ist – „meinem Lieblings-Neurotransmitter, hab ich mir heut Morgen aufgemalt“ –, hörst du ihr zu. Wenn sie Lust hat, über den Ersten Hauptsatz der Thermodynamik klugzuschnacken, hörst du ebenfalls zu. Simonne Jones hat Spaß beim Red Bulletin-Termin in London, sie hat eine selbstgebastelte Gitarre mitgebracht und erklärt in den Fotopausen, wie man analoge Synthesizer verkabelt, 15 Stunden am Stück meditiert oder Bakterien klont. Derzeit nimmt die Red Bull Music Academy-Absolventin ihr Debütalbum auf („klingt so, als hätten Depeche Mode ein uneheliches Kind mit PJ Harvey, das im Hinterhof der Einstürzenden Neubauten aufwächst“), pendelt zwischen London, Toronto, Los Angeles und ihrer Wahlheimat Berlin, wo sie 2013 eine große Ausstellung hatte. Überhaupt 2013: In Salzburg war sie bei den Festspielen der Tod. Und sie spielte Konzerte mit Björk und Peaches, „meinen Heldinnen“.

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the red bulletin: Was macht ausgerechnet die Electro-Punk-Ikone Peaches zu deiner Heldin? simonne Jones: Ich war auf einem ihrer Konzerte, als ich fünfzehn war. Eine durchgeknallte Zirkusshow mit Riesen­ dildos und Transvestiten auf der Bühne. Ab diesem Abend war nichts mehr wie vorher. Nach dem Konzert lernte ich sie kennen, heute ist sie meine Mentorin. Was kann man denn von ihr lernen? Auf der Bühne zum Tier zu werden, auch wenn man privat schüchtern ist. Dank Peaches traue ich mich, auf Boxentürme zu klettern und in die Menge zu springen. Tipps, wie man Bühnenangst ablegt? Bei mir funktioniert dieser Trick: Ich versuche, mich live in meine SongwritingStimmung zu versetzen. Frei und unbeobachtet, so wie man in Unterwäsche durch seine Wohnung tanzt, wenn man allein ist. Das ist die beste Bühnenstimmung. Wie alt warst du, als du mit dem Klavierspielen angefangen hast? Ich war drei. Und zehn, als ich mein ­erstes Pianostück komponierte. In der Die-ganze-Welt-hasst-mich-Phase mit vierzehn griff ich zur E-Gitarre. Dann zum Bass. Dann zum Schlagzeug. Und dann zur Sitar. Ich lernte jedes Instrument, das ich in die Finger kriegen konnte. Mit drei Jahren lernen die meisten Kinder zählen – du Klavier spielen. Wie kam das? Aus Trotz. Meine Mutter gab meiner ­älteren Schwester Pianostunden. Ich sei noch zu jung, sagte sie. Total unfair! Ich belauschte sie also beim Unterricht mit meiner Schwester, setzte mich danach selbst ans Klavier und versuchte, die Lieder aus der Erinnerung nachzuspielen. Stücke wie Beethovens „Für Elise“. Als Fünfjährige hatte ich den Dreh raus. Haha, du hättest den Blick meiner Mutter sehen sollen. Heute bastelst du deine Instrumente selbst. Woher kommt die Idee? Du meinst meine Gitarre? Ihr Körper ­besteht aus einer Holzkiste und einem ­Besenstiel. Zwei Gitarren-, eine Basssaite. Ähnlich den Gitarren afrikanischer Sklaven, die sie sich auf den Baumwollplantagen bauten. Weil ich aber eine leidenschaftliche Elektronikbastlerin bin, hab ich zusätzlich zwei Tonabnehmer und Buchsen eingebaut. Dadurch kannst du die Gitarre durch zwei Verstärker gleichzeitig spielen – und kriegst einen fetten Bass-Sound, der dir im Magen grummelt. Was treibt dich an? Neugier. Wenn es etwas gibt, was sich nicht erklären lässt, will ich es erforschen. Deshalb studierte ich Biomedizin und arbeitete in Genetiklabors, wo ich Bakterien klonte und das HIV-Genom erforschte.


„ M i t zeh n kom p on i er t e ich m ein er s t e s S t ück a m P i a no. In der D ieg a n ze-W elt- h a s s tm ich - P h a se m i t vierzehn griff ich da n n z u r E- G i ta r r e .“

Musik trifft Wissenschaft: Jones ermittelt die Frequenz von Sternen, verwandelt diese in Klangwellen – und baut sie als Sounds in ihre Songs ein.


„V e r s t e h e n t ö t e t die Neugier. Meine Kunst soll Neugier in anderen wecken, sie sollen ihre Um w e lt, da s Universum h i n t e rf r ag e n .“


STYLIST: Julia Brenard, STYLIST ASSISTANT: Felix Bischof, HAIR: Claire Rothstein Clothing credit: Model‘s own

Ihre Instrumente baut sich Jones selbst. Aus einer ComputerFestplatte bastelt sie einen Bass-Synthesizer, aus einer Holzkiste eine Gitarre.

Sind Wissenschaft und Kunst nicht sehr gegensätzlich? Gar nicht. Harmonielehre ist im Grunde sehr mathematisch. Eine Harmonie entsteht, wenn du Schwingungen proportional teilst. Warte, ich zeige es dir. (Jones kramt ein schwarzes Notizbuch aus ihrer Tasche und schlägt es auf. Die Seiten sind bis zum Rand vollgekritzelt mit Songtexten, Skizzen und Formeln. Darunter eine, die den Aufbau von Akkorden aufschlüsselt. Im Eck derselben Seite: die Kritzelei einer völlig demontierten Computer-Festplatte.) Ich habe übrigens entdeckt, wie man mit der Spule einer Festplatte ein Bass-Instrument bauen kann. Das Tollste für dich ist, Dinge zu ent­ decken und zu verstehen? Nicht zu verstehen, zu erforschen. Ver­ stehen tötet die Neugier. Meine Kunst soll Neugier in anderen wecken – sie sollen ihre Umwelt, das Universum hinterfragen. Wie meinst du das? Mein Lieblingswissenschaftler Nikola Tesla sagte einmal: „Ich glaube, nichts kommt jenem Nervenkitzel gleich, den ein Erfinder verspürt, wenn er feststellt, mit einer großen Idee recht gehabt zu haben. Dieses Gefühl lässt dich alles andere vergessen. Schlaf, Freunde, Essen, sogar Liebe.“ Unglaublich treffend, nicht? the red bulletin

Aber Wissenschaft und Kunst sind doch Gegensätze? Keineswegs. Für meine Ausstellung in Berlin habe ich sechs computergesteuerte Gemälde mit LED-Lichtern gestaltet. Die Bilder reagieren auf die Bewegungen der Besucher. Wenn du ihnen näher kommst, werden die Lichter heller. Wenn du deine Arme bewegst, verändern sich die Farben. Was war das Thema der Ausstellung? Die Geheimnisse des Universums. Dafür erforschte ich physikalische Phänomene, die auf ähnlichen Mustern beruhen. Ich wählte sechs Motive, vom Urknall bis zum Tod des Universums. Tod ist ein gutes Stichwort. Den spiel­ test du bei einer speziellen „Jeder­ mann“-Aufführung bei den Salzburger Festspielen letzten Sommer. Es war eine moderne Inszenierung, wir waren zu zweit auf der Bühne. Ich komponierte die Musik für das Stück und performte sie live als One-Woman-Orchester. Mein Partner spielte alle Rollen. Bis auf eine: den Tod. Der Tod war ich. Meine Lieblingszeile war: „Hast deinen Schöpfer ganz vergessen?“ (Simonne spricht den ­ merikanischem deutschen Satz in breitem a Akzent; Anm.), wenn ich Jedermann sage, dass er nur mehr eine Stunde zu leben hat. Und dann legst du ihn um. Yessss! (Lacht.) Ein Universalgenie muss man nach seiner Meinung zu Leonardo da Vinci fragen, nicht? Ich liebe ihn. Ein Genie. Was die wenigsten wissen: Er war auch Musiker! Er spielte die Laute und erfand sogar Instrumente. Da Vinci ist der vorweggenommene Mensch unserer Zeit. Wir sind alle kleine Universalgenies. Wir müssen viel mehr wissen als unsere Vorfahren. Allein um zu verstehen, wie ein Computer funktioniert. Wir müssen aber nicht alle wissen, wie man Bakterien klont und Theatermusik komponiert. Du weißt das. Klingt nach Superwoman. Ach, ich bin einfach interessiert. Was ich mache, kann theoretisch jeder tun. Aber es ist lustig, dass du es erwähnst. Weil dieser

Tage ein Comic erscheint, dessen Heldin mir nachempfunden ist. Vor ein paar Jahren traf ich Peter Steigerwald von Aspen Comics. Wir plauderten ein wenig. Und ­einige Monate später erzählte er mir, dass er mir sein nächstes Werk widmen wird. Wer ist diese Heldin? Sie reist durch die Galaxie und beschützt bedrohte Alien-Arten. Sie hat einen AlienHund, ist Musikerin und Wissenschaftlerin. Ich hab den Comic noch nicht gesehen, aber angeblich sieht sie aus wie ich. Du bist ja eigentlich Solomusikerin, doch letzten Sommer bist du mit einem Orchester aufgetreten. Andere Welt? Ich spielte vier Konzerte mit dem Rock Symphony Orchestra. Der Dirigent war im Internet auf meine Musik gestoßen und hatte mich gefragt, ob ich sie mit ­seinem Orchester aufführen will. Also arrangierten wir meine Songs für ein 350-köpfiges ­Orchester. 150 Sänger, 200 Instrumentalisten. Krasse Erfahrung! Ich hatte keinen Schimmer, wie laut ein Orchester ist. Wenn die Percussion-Sektion einsetzt, bebt die ganze Bühne. Eine Rock-Show ist ein Witz dagegen. Wie ist es, ein Orchester zu leiten? Ein erfüllter Jugendtraum! Wenn ich als Kind gefragt wurde, was ich werden will, sagte ich: Wissenschaftlerin, Erfindern, Konzertpianistin, Künstlerin, Tänzerin und Ärztin. Am besten alles gleichzeitig. Mit 26 hast du schon fast alles erreicht. Bis auf Ärztin. Vor ein paar Jahren bewarb ich mich an einer Medizin-Uni und wurde sogar aufgenommen. Aber derzeit hat die Musik Vorrang. Simonne Jones’ Debütalbum erscheint demnächst bei Universal Music; www.simonnejones.org

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RB8 ·20 12

RB7 · 20 11  Was bringt die neue Formel 1, die so innovativ, kompliziert und energiesparend ist wie noch nie? Wie konstruiert man ein Auto mit so vielen Unbekannten? Und wie zum Teufel schafft man es, die Energie der letzten Jahre aufs neue Reglement zu transferieren? Text: Werner Jessner

Full-Speed

PUZZLE


Neweys Kids

Designer-Genie Adrian Newey ist der Vater der erfolgreichen Rennwagen von Infiniti Red Bull Racing. Erstmals blickt er auf seine ­siegreichen Kreationen zurück – und erklärt, warum 2014 eine ganz neue Baustelle ist.

RB6 ·2010

Thomas Butler

RB9 ·2013

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M ilton Keynes, England, Anfang 2012. Eine kleine Arbeitsgruppe, bestehend aus Inge­ nieuren von Red Bull Racing und Renault Sport, trifft sich hinter verschlossenen ­Türen, um das Packaging des RB10 für 2014 (welcher Bauteil wird wie groß und muss an welchen Platz) zu besprechen. Zu diesem Zeitpunkt war für die Öffentlich­ keit sogar der RB8, mit dem der frisch­ gebackene Doppelweltmeister Sebastian Vettel in ­seine vierte Saison mit Red Bull Racing gehen sollte, noch streng geheim. 66

Die Arbeitsgruppe um Adrian Newey, den obersten Techniker von Red Bull ­Racing, kannte die Parameter des künfti­ gen Reglements, das einen V6-Turbomotor mit doppelter Energierückgewinnung – sowohl thermisch als auch kinetisch – be­ inhalten sollte, erst in Umrissen. Motoren­ partner Renault brauchte die üppige Vorlaufzeit, um ein konkurrenzfähiges Aggregat auf die Beine zu stellen. Zu Beginn der Saison 2013 – Vettel ­genoss gerade einen kurzen Winterurlaub

RB10 · 20 14

als Dreifach-Weltmeister – konstituierte sich eine Aerodynamik-Arbeitsgruppe, die das mittlerweile festgeschriebene Regle­ ment präzise studierte. Im Frühling 2013 – Vettel hatte soeben die WM-Führung übernommen – wuchs das Team für den RB10 abermals nennenswert. Und vor der traditionellen August-Pause musste in Milton Keynes schließlich eine Grundsatz­ entscheidung getroffen werden: Angesichts eines bärenstarken Fernando Alonso im Ferrari und des nicht zu unterschätzenden the red bulletin


RB History Das Fundament: RB5 (2009) Konstrukteure: Platz 2 (Sieger: Brawn) Fahrer: Platz 2 (Vettel) und 4 (Webber). Weltmeister: Jenson Button

Benedict Redgrove/Red Bull Content Pool(2), Getty Images/Red Bull Content Pool(2)

Adrian Newey: „2009 trat ein ­völlig neues Aerodynamik-Reglement in Kraft, und wir haben 2008 dazu ­genutzt, die Bedingungen dafür genau zu analysieren und ein ­solides Fundament zu schaffen. Die größte aerodynamische Änderung war der viel breitere Frontflügel: Plötzlich mussten wir die Luft außen an den Vorderrädern vorbeileiten. Das hat uns dazu gebracht, den Frontspoiler um die Endplatten herum zu kons­ truieren. Unsere erste Nase war durchschnittlich, ab Silverstone hatten wir diesen breiteren, höheren

Lewis Hamilton im Mercedes entschloss man sich, die Evolution des RB9 bis zum Schluss mit voller Kraft zu betreiben und den Großteil der Mannschaft nicht bereits im Sommer auf den RB10 anzusetzen. ­Adrian Newey: „Im Nachhinein betrachtet, wäre es klüger gewesen, sich früher mit voller Power aufs neue Auto zu konzen­ trieren. Dass wir mit dem RB9 gegen ­Saisonende dermaßen überlegen sein würden, konnte man im August allerdings noch nicht ahnen.“ Das neue Reglement für die Saison 2014 bedingte eine radikal neue Herangehens­ weise: Die Mitte des Autos mit Chassis, Motor, Kühler, Seitenkästen, ­Getriebe und Energierückgewinnungssystem ist auf maximale Motorperformance und Kühl­ effizienz ausgelegt und soll der Aero­ dynamik möglichst nicht in die Quere kommen. Front und Heck hingegen sind eindeutig aerodynamisch gesteuert. Wobei sich just die Frontpartie als Problemfall herausstellen sollte. Adrian Newey: „Der Frontflügel muss 2014 genau auf halber the red bulletin

‚Entenschnabel‘. Erst der hat den gesamten Frontflügel besser zum Arbeiten gebracht. Der zweite Clou an diesem Auto war ein längeres ­Getriebegehäuse. Damit haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe ­geschlagen: Der Motor kam weiter nach vorn, um eine bessere Gewichtsverteilung zu erzielen, und wir konnten hinten eine Pullrod-Aufhängung verwenden, die technisch eleganter ist, allerdings ein bisschen mehr Platz braucht. Dritter Punkt war ein ansteigender Heck-Diffusor mit Stufe. Die Gegner hatten inzwischen leider ein Schlupfloch im Reglement gefunden – und den berühmten Doppeldiffusor gebracht. Es war eine politische Entscheidung, ihn für legal zu erklären, und so mussten wir nachziehen und selbst einen an unser Auto basteln, das eigentlich nicht dafür ausgelegt war. In Summe hat der RB5 zwar keinen WM-Titel gewonnen, aber er war das Muster für alle späteren siegreichen Wagen. Die ersten Siege und der zweite Platz in der Konstrukteurs-WM haben dem Team jenes Selbstvertrauen ­gegeben, das man im Kampf um die WM-Krone braucht.“

Downforce-König: RB6 (2010) Konstrukteure: Weltmeister Fahrer: Weltmeister (Vettel) und Platz 3 (Webber) Adrian Newey: „Dieses Auto wurde komplett um den Doppeldiffusor ­herum konstruiert. Wir haben das Getriebegehäuse nochmal verlängert, um jeden Millimeter Diffusorlänge auszunutzen – er hat praktisch unter dem Motor begonnen! Außerdem haben wir den Auspuff ganz nach unten gelegt und einen Teil der Gase in einen vertikalen Spalt in den Diffusor eingeblasen, um Abtrieb zu generieren. Den Rest der Auspuffgase haben wir rund um die Hinterräder geleitet, um die Luft, die hier stark verwirbelt wird, zu beruhigen. Das war ein sehr schnelles Auto, selbst wenn es den von McLaren entwickelten F-Duct, der die Strömung am Heckflügel

­abreißen lässt, ­ursprünglich nicht hatte. Dieses System stammt aus dem Kalten Krieg. Die Amerikaner haben es erfunden, damit ihre Kampfflugzeuge auch im Falle von durch Feindeinwirkung gestörter Elektronik noch funktionierten. Als wir im Kampf um die WM-Krone aber jedes Zehntel brauchten, haben das System nachträglich eingebaut. Allerdings durften wir das Chassis nicht mehr verändern und verwendeten die ­Löcher für den Kabelbaum, um Luft durchs Cockpit strömen zu lassen. Glücklicherweise ­waren sie groß genug! Doch erst als wir es schafften, den Luftstrom am Hauptblatt des Heckflügels abreißen zu lassen, hatten wir gewonnen.“

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Der Dauerbläser: RB7 (2011) Konstrukteure: Weltmeister Fahrer: Weltmeister (Vettel) und Platz 3 (Webber) Adrian Newey: „Der Doppeldiffusor war für diese Saison verboten worden. Der RB6 war wahrscheinlich ­jenes Auto in der Geschichte der F1 mit der höchsten Down­ force – mehr noch als die legendären Schürzenautos der 1980er. Wir maßen bis zu 5,5g an Querbeschleuni­ gung. Die Copse-Kurve in Silverstone ging voll, ebenso der Knick auf der Gegengerade in Barcelona. So etwas hatte es noch nie gegeben. Wir mussten uns nun aber aufs Neue auf die Suche nach Abtrieb machen. Und zwar versuchten wir das über den Auspuff, indem wir ihn noch weiter nach außen legten, direkt an die Hinter­ räder. Er blies jetzt in den Spalt zwischen Hinterrädern und Unterboden und saugte das Auto nach unten. Das funktioniert natürlich nur, solange Gas aus dem Auspuff strömt. Jetzt mussten wir ein Motormapping finden, das auch dann noch Gase produziert, wenn der Fahrer nicht mehr am Gas steht. Das Ergebnis war auf der Uhr fast so gut wie der RB6 mit Doppeldiffusor! Anfangs sind uns die Auspuffe wegen ihrer ungewöhnlichen Form reihenweise gebrochen, aber durch mehr Material und geänderte Materialbehandlung bekamen wir das Problem in den Griff. Meine Autos neigen generell dazu, nach dem ersten Outing Gewicht zuzunehmen.“

Virtuelle Flasche: RB8 (2012) Konstrukteure: Weltmeister Fahrer: Weltmeister (Vettel) und Platz 6 (Webber) Adrian Newey: „Für diese Saison hatte das Reglement die Auspuffposition und die Möglichkeiten des An­ blasens im Schleppbetrieb, wenn also der Fahrer nicht Gas gibt, stark eingeschränkt. Dieses Verbot hat uns wirklich geschmerzt. Wir hatten diese Technologie über zwei Jahre hinweg perfektioniert, wir wussten ja nicht einmal mehr, wie man ein Auto ohne Wirkung der Auspuffgase konstruiert! McLaren kam dann mit diesem ‚Coanda‘-Auspuff, wobei man die Gase über ­einen Spalt hinwegbläst und darauf hofft, dass sie dort hingeleitet werden, wo sie einen Effekt haben. Mir hat das nicht gefallen, und ich habe den Strom unten an die Reifen gelenkt. Wenn man es falsch macht, kriegt man ein wirklich schlechtes Auto, weil man die aerodynamisch so wichtige Flaschenhalsform des Hecks verliert. Es gab aber ein winziges Schlupfloch im Reglement: 100 mm über der Null-Linie des Autos verlieren diverse Einschränkungen für Bodywork ihre Gültigkeit. Und genau in diese Zone ha­ ben wir einen Luftschacht gelegt, der den Effekt eines Flaschenhalses hatte. Nun war das Auto wieder stabil und gut fahrbar. “

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Letzte Perfektion: RB9 (2013) Konstrukteure: Weltmeister Fahrer: Weltmeister (Vettel) und Platz 3 (Webber) Adrian Newey: „Selbst wenn kaum ein Teil des RB8 1:1 an den RB9 ­gepasst hätte, handelte es sich hier doch eher um einen RB8B als um ­einen ‚echten‘ RB9. Größte Heraus­ forderung in diesem Jahr waren die Reifen, die sehr schnell kaputt­ gingen. In den Jahren davor hatten wir Autos gebaut, die den Großteil ihrer Rundenzeit in schnellen Kur­ ven holten, also genau dort, wo der ‚Stress‘ für die Reifen am höchsten ist. Wir mussten also die Belastung minimieren: sowohl technisch als auch über den individuellen Fahrstil. Erst nach einiger Zeit verstanden wir, wie man die Reifen im idealen Temperaturbereich hält. Dabei gab es keinen Geniestreich, bloß einen Schritt nach dem anderen, auf­ bauend auf einer Basis, die wir seit dem RB5 sehr gut zu ver­stehen ge­ lernt hatten. Selbst wenn Sebastian Vettel mit dem Auto in Summe bes­ ser zurechtkam als Mark Webber, war der RB9 keineswegs auf ihn ­zugeschnitten. Marks Stärke war das Gefühl für die Aerodynamik eines Autos, Sebs das für die Reifen. Für uns als Team war die Kombination der beiden Talente perfekt. Mit weni­ ger empfindlichen Reifen als den 2013er-Pirellis wäre der Unterschied zwischen den beiden Fahrern sehr viel geringer ausgefallen. 2014 stehen wir vor ähnlich drama­ tischen Reglementänderungen wie 2009 – der RB10 wird der Stamm­ halter einer neuen Generation von Rennwagen, wie es vor fünf Jahren der RB5 war.“

Reifenhöhe enden. Aus Sicht eines Aerodynamikers ist das die denkbar ungünstigste Position. Zweites Problemfeld ist die Nase: Hier wurden – vermeintlich aus Sicherheitsgründen – zwei Ebenen für Cockpit und Nasenspitze definiert, ohne die Verbindung dazwischen zu berücksichtigen. So kam es zu diesen ästhetisch fragwürdigen Lösungen.“ Mit der niedrigeren Nase soll verhindert werden, dass Autos bei Unfällen aufsteigen, wie es etwa Mark Webber 2010 in Valencia passiert ist. Nun aber könnte das Gegenteil passieren, nämlich dass sich bei einem Unfall das hinterherfahrende Auto unter das vorausfahrende schiebt („submarining“). In diesem Fall wäre der Helm des Fahrers erster Kontaktpunkt. Dennoch wird die Formel 1 2014 mit diesen Nasen, die bei den Team-Präsentationen noch heftiger Kritikpunkt waren, leben müssen. Eine Änderung wäre nämlich nur aus Sicherheitsgründen möglich (was ­einen oder mehrere Unfälle infolge Submarining bedingen würde) oder aber dann, wenn sich alle Teams auf eine Änderung verständigten (unwahrscheinlich). Die großen Probleme stecken ohnehin anderswo: im neuen Antriebsstrang. Das Packaging der bisher verwendeten V8-Saugmotoren war so ausgereift, dass jedes Team wusste, was zu tun ist. 2014 ist man weit davon entfernt, außerdem gibt es eine weitere Herausforderung: Die neu dazugekommenen Elektronikbauteile wollen es besonders kühl haben. Während Öl und Wasser locker 100 Grad und mehr verdauen, erträgt die Elektronik maximal 60 Grad. Vor allem bei Hitzerennen wie in Bahrain, wo bereits die Umgebungstemperatur schon mal 50 Grad erreichen kann, eine Denksportaufgabe für die Ingenieure. Sie begegnen ihr mit größeren Kühlern, die aber unter aerodynamischen Gesichtspunkten Gift sind. Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich aus der fix vorgegebenen Position der ­Batterien unter dem Tank (bisher konnte man sie auch am Getriebe unterbringen). Die Techniker haben nun nicht nur mit ­einem höheren Schwerpunkt zu kämpfen, sondern auch mit einer extrem feind­ lichen Umgebung für die Batterien. Es gibt ­besonders für die ersten Rennen ­Sicherheits- und Haltbarkeitsbedenken. In Technikerkreisen kursiert gar das Schreckgespenst des n ­ agelneuen Boeing Dream­ liner, der trotz der immensen Power eines der größten Technikkonzerne der Welt wegen Problemen mit den Batterien monatelang nicht aufsteigen konnte. Einer der wenigen großen Bauteile, mit denen die Techniker im Packaging spielen können, ist die Kontrolleinheit des Energiethe red bulletin

David Clerihew/Red Bull Content Pool(3), Thomas Butler

RB History


„Der RB10 wird Stammhalter einer neuen  Generation, wie es vor fünf Jahren der RB5 war.“


So funktioniert die neue, effizientere Antriebseinheit der Formel 1 Klingt kompliziert, ist es auch: Verbrennungsmotor, Kontrollsystem, Turbo-Einheit, Einspritzsystem, die Motor Gene­ rator Unit MGU-H zur Rückgewinnung thermischer Energie (H = Heat), die MGUK (K = Kinetic) zur Rückgewinnung kinetischer Energie (zusammen: ERS/Energy Recovery System) und Stromspeicher müssen miteinander kommunizieren, um das Maximum aus der vorhandenen chemischen Energie zu holen. Allerdings wird diese einerseits durch die verfügbare Menge von 100 kg Benzin fürs gesamte Rennen begrenzt, andererseits durch eine maximal erlaubte Durchflussmenge von 100 kg pro Stunde. Zusätzlich ist die maximale Drehzahl auf 15.000 Umdrehungen pro Minute begrenzt. Wenn der Fahrer Gas gibt, muss das System erkennen, wie viel Kraft im Vergleich zum Fahrerwunsch abrufbar ist. Wenn der 1600-cm³-V6-Verbrennungsmotor das allein stemmen kann – fein. Dazu muss dieser allerdings erstens innerhalb der erlaubten Benzin-Durchflussmenge operieren und zweitens genügend Luft für die Verbrennung haben. Erster Schritt zu mehr Leistung ist also, den extragroß dimensionierten Turbo über die gespeicherte elektrische Energie zusätzlich ­anzutreiben, um noch mehr Luft in die Brennräume zu schaufeln. Reicht das nicht, kommt zusätzlich Vortrieb durch MGU-K ins Spiel. Das ist eine Evolution des bisherigen KERS, quasi ein zuschaltbarer Hybridantrieb über Elektromotoren. MGU-K darf nun pro Runde 120 kW (163 PS) für 33,3 Sekunden liefern. Insgesamt leistet eine komplette Antriebseinheit (Turbomotor, ERS) gut 800 PS, was etwa dem Wert der bisherigen V8Saugmotoren entspricht. Um maximale Energierückgewinnung ohne störenden Einfluss auf das Fahr­ verhalten zu erreichen, werden die Hinterbremsen nicht hydraulisch, sondern elektronisch bedient (brake-by-wire).

Zusammenspiel der ­ ysteme, etwa hier beim S Überholen: In diesem Fall fließt sämtliche verfügbare Energie in den Antrieb.

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In Summe wird das Gesamtsystem aus V6‑Turbomotor und Energierückgewinnung etwa so stark sein wie die alten V8-Sauger.

Mindestgewicht der Antriebseinheit: 145 kg, Batterien dürfen 20 bis 25 kg wiegen.

rückgewinnungssystems. Positioniert man sie über den Batterien und rückt den Tank noch weiter in die Höhe – oder doch lieber in die Seitenkästen und erkauft sich damit diverse andere Nachteile? Bringen die Hinterachse, die gleichzeitig als Flügel ausgebildet wird, wie das McLaren vor­ gezeigt hat, oder die Mercedes-Nase so viel, dass man sein Aerodynamik-Konzept diesbezüglich überdenken müsste? Besonders zu Saisonstart ist damit zu rechnen, dass die Aerodynamik ein wenig in den Hintergrund treten wird. Zuerst wird es vordringlich darum gehen, das Motormanagement zu verstehen und die Rennstrategie auf die verfügbare Benzin­ menge (rund 135 Liter pro Rennen) aus­ zurichten: Schnell starten und später nachlassen? Oder langsam ins Rennen ­gehen und gegen Ende pushen? Wird es ein Safety Car geben, das Sprit sparen hilft? Sobald die Teams dieses Problem­ feld verstanden haben, wird Aerodynamik wieder eine ähnlich große Rolle spielen wie in den letzten Saisonen. Antriebseinheiten müssen 2014 rund 5000 Kilometer halten – das Doppelte des bisherigen Wertes. Außerdem übertrifft der tatsächliche Bedarf an Kühlern den errechneten. Nicht zuletzt deshalb liegen derzeit fast alle Autos über dem Mindest­ gewicht von 695 Kilo inklusive Fahrer. „Mit Seb und Daniel werden wir das Limit mit Ach und Krach erreichen“, schätzt Adrian Newey den Vorteil seiner Leicht­ gewichte. „Mark Webber hätte in dieser Saison einen echten Nachteil.“­ Das erste Saisonrennen in Melbourne ist also nicht nur für die Zuschauer span­ nend. Auch hinter den Kulissen, bei den Teams, den Ingenieuren, den Zulieferern und Fahrern, gibt es Fragezeichen, die erst auf der Strecke endgültig geklärt werden können. Stellvertretend für sie die Einschätzung von Rob White, Leiter der F1-Motorenabteilung bei Renault Sport: „Das vorrangige Ziel ist, dass alle Renault-Autos in Melbourne und den ­folgenden Rennen problemlos das Ziel ­erreichen. Was aber nicht notwendiger­ weise heißt, dass wir die ersten Rennen konservativ angehen – schon deshalb nicht, weil wir keinen ‚Konservativ-Knopf‘ im Auto haben. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass Teams die ersten Rennen taktisch vorsichtiger anlegen, um das Ziel zu erreichen.“ Eines der wenigen Dinge, die sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert ­haben: Punkte gibt es grundsätzlich nur für jene, die das Ziel erreichen. Bloß die möglichen Ursachen für ein Ausscheiden haben sich potenziert. www.infiniti-redbullracing.com the red bulletin

Renault Sport F1

Kraftpaket


11. – 12. April 2014, Thun

11. APRIL , G A IT E R F erparty t f A & le t Teambat unkers (IT) rp mit Cybe

www.rocketair.ch Silver Sponsors

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Riffs auf Reisen: Die Gitarre der Zukunft rockt Ihren Rucksack, Seite 80

Dein Programm im April

ac t i o n ! R E i s e n / E q u i p m e n t / P a r t y / W o r k O u t / c i t y g u i d e / MUSI k / E v e n t s / TV Favela da Rocinha: vom Problemviertel zum Kletterparadies

Rios raue Wand

Marcelo Maragni

Sportklettern 端ber den Favelas der MillionenMetropole: Was Sie 端ber Brasiliens urbanen Trendsport wissen m端ssen. REISEN, Seite 74

the red bulletin

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Action!

travel

Wenn Zeit Blei bt Trio in Rio

Eingetaucht Die besten Wellen Rios gibt’s bei Prainha – rund 30 Kilometer westlich der „Zona Sul“. Das Gebiet ist ein toller Surfspot, aber auch ein ­malerischer Naturpark, dessen Erkundung auf jeden Fall lohnt. prainhario.com.br

Rio rockt!

Seit 2008 bekämpfen die Behörden in Rio die Armut, drängen das organisierte Verbrechen in den Slums ­zurück und bekommen sogar einige verlorene Stadt­ gebiete wieder unter Kontrolle, darunter Rocinha, eine der größten Favelas in Südamerika, an einem steilen Berghang gelegen. Dadurch wird Rio plötzlich zu einem einmaligen Kletterspot. In unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums, in der „Zona Sul“ im Süden Rios, entstand eines der größten urbanen Kletter­ gebiete der Welt. Die vielen Routen in allen Schwierig­ keitsgraden sind nicht nur leicht und schnell erreich­ bar, sondern verfügen auch über ein konkurrenzloses Plus: den Ausblick über die Olympiastadt 2016. Rios Ruf als Neo-Klettermetropole hat sich über die Grenzen hinaus herumgesprochen. „Klettern in Rio ist eine eigene Erfahrung“, schwärmt etwa die US-Sport­ kletterin Colette McInerney. „Die Stadt ist perfekt für sämtliche Trendsportarten“, ergänzt der einheimische Kletterer Lucas Marques, der McInerney bei der Tour auf den 533 Meter hohen, größeren der „Dois Irmãos“ (Berg der zwei Brüder) begleitete. „Das Tollste an Rio? Man kann hier zur Schule oder Arbeit gehen und am gleichen Tag noch klettern.“ Beim letzten gemein­ samen Ausflug bewältigten Marques Kletterschulen und McInerney die 1970 eröffnete organisieren Felsroute „Patrick White“ in vier Touren in und Stunden gleich zweimal … nicht nur rund um Rio ein sportliches Erlebnis. Über den (ab ca. 47 CHF) Baracken Rocinhas schweift der companhiada escalada.com.br Blick über Stadt, Berge und Meer. 74

Felsklettern hoch über Rios Favela da Rocinha

Ausgeruht

Insidertipp Im Mai geht’s los

Vor der Bar „Urca“ sitzen, im Blick die in die Baía de Guanabara brechenden Wellen, in der Hand ein eiskaltes Bier und eine Empanada ­(gefüllte Teig­ tasche, köstlich!): ein perfekter Nachmittag. barurca.com.br

Die besten Kletterbedingungen in Rio de Janeiro herrschen zwischen Mai und September. In dieser Zeit sind die Temperaturen angenehm und Regenschauer selten.

Soziale Aufsteiger

Selbst bei den Favela-Bewohnern wird Klettern immer populärer. „Es ist ein physisch, aber auch psychisch fordernder Sport“, so Andrew Lenz, Gründer einer Kletterschule in der Favela von Rocinha. „Für die hier lebenden Menschen ist es unterhaltsam, eine wertvolle Erfahrung und eine gute Vorbereitung auf andere Herausforderungen in ihrem Leben.“ escaladaurbana.com

Abgehoben Klettern ist zu anstrengend? Auch per Hängegleiterflug verschafft man sich einen phantastischen Blick auf Rio. rioasadelta.com.br

the red bulletin

Marcelo Maragni(2), Corbis

U RBAN CLIMBING  Bisher wäre kaum wer auf die Idee gekommen, die Favelas der brasilianischen Metropole als Paradies zu bezeichnen. Das ­ä ndert sich gerade. Zumindest für Kletterer.


Action!

workout

Daniel Ricciardo, 24, ­Neo-Stallkollege und NeoStallrivale von F1-Cham­ pion Sebastian Vettel

Fit für F1?

David Robinson/Red Bull Content Pool, nico bustos, Shutterstock

Tony Thomas

hery irawan

Formel 1  Was Rennfahrer unbedingt brauchen? Schnelle Reaktionen, gute Ausdauer, einen dicken Hals und einen festen Hintern. „Als Formel-1-Pilot benötigst du absolute Fitness“, sagt Daniel Ricciardo, ab dieser Saison neuer Teamkollege von Formel‑1Weltmeister Sebastian Vettel bei Infiniti Red Bull Racing, „konkret: ausgeprägtes Reaktionsvermögen für rasche Entscheidungen und schnelle Moves. Dazu gute Kondition, weil F1-Rennen nun mal sehr lang sind … und Kraft. Die du oft einsetzen kannst. Etwa beim Bremsen. Allein ­dafür drücke ich in der Beinpresse regelmäßig 100 Kilo – rund 500 Mal: Denn so oft trittst du im Rennen auf die Bremse … Was noch wichtig ist? Gezieltes Nacken­ training, um den gewaltigen Fliehkräften in den Kurven standzuhalten, und Stabilisationsübungen zur Stärkung der Gesäßmuskeln: Denn bei 200 km/h und mehr fühlt deine Sitzposition sich an wie ein einziger ewiger Sit-up. Und ja, nach jedem F1-Rennen spürst du einen Körperteil ganz besonders intensiv: deinen Hintern.“

Fo r m e l-1 - B a lls p i e l

Stabiles Becken für schnelle Runden. F1-Workout à la Daniel Ricciardo

Zur Nachahmung em pfohlen „Gesäßmuskulatur-Übungen sind enorm wichtig für Formel-1-Piloten“, sagt Ricciardos australischer Trainer Stuart Smith, „weil beim Rennen viele Kräfte aufs Becken wirken.“ Dieses Workout zielt auf den Gluteus-Medius-Muskel ab.

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Anheben des Beckens. Nur mehr der Unterarm und der Fuß berühren den Boden.

Seitstütz, Becken am Boden. Der (untere) Unterarm bleibt abgewinkelt und stützt den Körper.

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Tennis im Fahrerlager

Hör und schnapp zu!

„Reaktionstraining steht bei mir oft am Programm. Beispiel: Ich stehe mit dem Gesicht zur Wand. Mein Trainer wirft mir einen Ball zu. Sobald er auf dem Boden aufkommt, drehe ich mich um und versuche ihn zu fangen. Schwierig, aber super für die Hand-Auge-Koordination.“

the red bulletin

Langsames Anheben des oberen Beins: Langfristig wird so die Beckenstabilität verbessert.

Langsames Absenken des oberen Beins, danach des Beckens. Rückkehr in die Ausgangsposition.

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Action!

Feierabend

Und sonst so? Drei Dinge, die man so nur in Abu Dhabi ­erleben kann

Gold abheben Im Emirates Palace Hotel gibt’s einen Bankomaten, der Gold ausspuckt. Je nach aktuellem Kurs kann man 1, 5 oder 10 Gramm abheben. Der Automat ist gold­ beschichtet.

A BU DHABI  Ein Club-Raumschiff landet in der Wüstenstadt: Im O1ne werden Spraydosen und Champagnerflaschen geschüttelt. Schon am Eröffnungswochenende letzten Oktober sicherte sich das O1ne einen ­Eintrag im Guinness-Buch der ­Rekorde: 18 internationale Künstler hatten die 17 Meter hohe Fassade des Betonbaus mittels 5500 Spraydosen in die größte private Graffiti-Wand der Welt verwandelt. Um die Innenwände des Clubs kümmern sich VJs, dafür stehen 350 Quadratmeter Projektionsfläche zur Verfügung, ebenfalls rekordverdächtig. Jede Menge Models, Champagnerflaschen in Magnum (und größer) und ein beleuchteter Laufsteg mitten durch den Club, auf dem schon USStars wie Ludacris und Lil’ Kim rappten. Der Eindruck auf der Tanzfläche: Modeschau in einem Raumschiff. Die Gretchenfrage: Wie komm ich rein? „Entweder du reservierst einen VIP-Tisch“, sagt Betreiber Chafic el Khazen. „Oder du versuchst dein Glück an der Tür. Im feinen Zwirn und im Verhältnis zwei Frauen, ein Mann.“ O1NE Yas Island Leisure Drive, Gate 8, Yas Island Abu Dhabi, Vereinigte Arabische ­Emirate, www.o1neyasisland.com

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GröSSer, älter, teurer Die Club-Rekorde im Guinness-Buch

Privilege, Ibiza Sieben Stockwerke, 25 Meter hohe Räume, Indoor-Riesenpool, 10.000 Tänzer pro Nacht. Beim Eintritt wird ein Gebäudeplan mitgegeben: unerlässlich, um sich im größten Club der Welt zurechtzufinden. Moulin Rouge, Paris Der älteste noch aktive Club der Welt wurde 1889 eröffnet – im selben Jahr wie der Eiffelturm. Innovativ ist er aber noch immer: Im angeschlossenen Tochterclub „La Machine “ spielen die coolsten Techno-DJs der Stunde. Club 23, Melbourne Der teuerste Cocktail der Welt heißt „The Winston“, kostet 9230 Euro und wird im Club 23 serviert. Für den Preis sorgt der Luxus-Cognac „Cuvée ­Léonie“. Extrem rar und einst Liebling von Winston Churchill (daher der Name).

Roboter-­ Jockeys Seit im Jahr 2002 der Einsatz von Kinderjockeys bei den Kamelrennen auf der Al-WathbaRennstrecke verboten wurde, ­sitzen drei Kilo schwere Elektro­ roboter im Sattel.

Fast freier Fall Im vertikalen Windtunnel des Abu Dhabi Country Club treiben 875 PS die Luft nach oben. Ein Gefühl wie im freien Fall, obwohl man nur ­einen Meter überm Boden schwebt.

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sky-management.net(2), Getty Images, skyventure.com

Tausendund­ e1ne Party

So also sieht eine Modeschau in einem Raumschiff aus.


Action!

City Guide

Hollywood North Beach Park

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H o l ly w o o d

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Extension of Florida’s Turnpike

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David „LEBO“ Le Batard: Kunst im Herzen Miamis

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Miami  Das Pastellsakko-MotorbootDrogenboss-Miami der Officers Crockett und Tubbs ist Museum. Street Artist LEBO zeigt uns die coole Realität. S

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G o W i ld Tamiami Trail: Die Everglades per Triathlon entdecken

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2 Panther Coffee 2390 Northwest 2nd Avenue „Den Wynwood Art District – diesen großartigen Treffpunkt für die exzentrischen und ­kreativen Köpfe Miamis – gibt es erst seit 2003. 70 Galerien und Museen. Und in der Mitte ­dieses gemütliche Café.“

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5 Montgomery Botanical Center

Meine Miami-Tipps

1 South Pointe Park 1 Washington Avenue „Später wird der South Beach dann ein wenig, hm, selbst­ verliebt. Aber hier, am Beginn, kriegst du das typische Neben­ einander von Skatern bis zu Rentnern auf eine sehr ange­ nehme, entspannte Art mit.“

Bay Harbor Islands

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Oleta River State Park

I-95 Express (Tollroad)

Opa-Iocka Executive Airport

David „LEBO“ Le Batards Kunst ist ein farbenfroher Mix der Disziplinen – Popkultur, Wandmalereien, ­Installationen. Man könnte sagen: ein Spiegelbild der pulsierenden Vielfalt Miamis. Wenn er nicht ­grad in seiner Galerie im Wynwood Art ­District von Miami beschäftigt ist, taucht Le Batard gern in die Straßenkultur seiner Heimatstadt ein. „Es gibt hier Millionen Wandmalereien. Am besten geht man einfach raus und bummelt durch die Stadt“, emp­ fiehlt er … Oder man nutzt das öffentliche Fahr­ radverleihsystem am South Beach, um die durch­ weg spannenden Lokale der Gegend zu erkunden. „Am meisten interessieren mich Plätze, an denen möglichst unterschiedliche Leute zusammen­ kommen“, sagt LEBO.  www.lebostudios.com

Jason Koerner, Corbis(3), Getty Images, shutterstock

Collins Ave

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3 Le Tub 1100 North Ocean Drive „Unter den vielen Shops und Restaurants an der drei Kilo­ meter langen Promenade des Hollywood Beach ist Le Tub der Klassiker: tolles Essen, keine Kreditkarten, Badewan­ nen und Toiletten als Deko.“

4 Los Ranchos 401 Biscayne Boulevard „Ich wuchs in Little Havana auf. Früher lebten hier fast nur Kubaner, heute Menschen aus ganz Lateinamerika und der Karibik. Dieses Steak­ house mögen alle – man fühlt sich wie in Spanien.“

5 Bill Baggs Park 1200 Crandon Boulevard „Ganz an der Südspitze von Key Biscayne gelegen, ein perfekter Platz fürs Stand-upPaddling. Wobei ganz Florida ein perfekter Platz fürs Standup-Paddling ist – wir haben ja keine Wellen.“

Per Rad

Zu FuSS

Per Kayak

Wer die 24-km-Schleife vor Sonnenaufgang startet, wird mit einem atemberaubenden Naturerlebnis belohnt.

Der 5-km-Trail beginnt beim Oasis Visitor Center und führt durch Sumpfgebiet mit bis zu 75 cm tiefem Wasser.

Beendet wird der Trip mit einer 5,6-km-Runde per Kayak. Insektenspray nicht vergessen!

www.nps.gov/ever/planyourvisit/tamiami-trail-triathlon.htm

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Action!

world run

J ET Z

T

ANME L DEN i t­ u n d me n ! h mac

Kameraden

Der Weltlauf   W ings for Life World Run  Ein Startschuss für sechs Kontinente: Am 4. M ai 2014 steigt der erste globale Laufbewerb der Sport­ geschichte. Die Zielgruppe: alle, die sich mit der ganzen Welt messen wollen. Wie’s funktioniert? Hier die Fakten: 1. Der Modus

4. Die Wertung

Am 4. Mai 2014 starten um 10 Uhr UTC (koordinierte Weltzeit) gleichzeitig bis zu 35 Läufe in bis zu 33 Ländern. Nach 30 Minuten beginnen „Catcher Cars“ die Teilnehmerfelder von hinten aufzurollen. Wer weltweit als Letzter überholt wird, gewinnt.

Der letzte Mann und die letzte Frau weltweit werden zu globalen Champions gekürt und gewinnen eine ganz spezielle Weltreise. In jedem Land werden nationale Sieger ermittelt. Jede Läuferin, jeder Läufer kann ­online vergleichen: Wer hat global mehr Strecke geschafft als ich?

2. Die Jäger Die Catcher Cars erhöhen anhand global festgelegter Intervalle sukzessive ihre Geschwindigkeit. Wird ein Läufer überholt, scheidet er in dem Moment aus. Dabei wird automatisch seine erreichte Laufdistanz ermittelt.

5. Die Teilnehmer

3. Die Strecken

6. Die Mission

Es gibt fünf globale Strecken­ kategorien: Küsten-, Fluss-, Stadt-, Natur- und Aussichtsläufe. Aktuelle Wetterinformationen, detaillierte Streckeninfos sowie den Weg-ZeitKalkulator – mit dem man die ­angestrebte Laufgeschwindigkeit im Rennen berechnen kann – bietet die Event-Website.

Der Wings for Life World Run steht unter dem Motto „Running for those who can’t“. Sämtliche Einnahmen kommen der Wings for Life-Stiftung für Rückenmarksforschung zugute, die weltweit wissenschaftliche Projekte zur Heilung von ­Querschnittslähmung unterstützt.

Von Anfängern bis zu Top-Athleten und Promis (wie David Coulthard): Ziel ist, so viel Strecke wie möglich zu schaffen, um Querschnitts­ lähmung heilbar zu machen. Jeder Läufer hilft!

Fordern Sie die Welt beim Wings for Life World Run! OnlineAnmeldung bis 20. April 2014 unter: www.wingsforlifeworldrun.com

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kauftipps  Extremläufer Christian Schiester über Lauf-Equipment.

1

Laufschuhe

Schuhe im Fachhandel kaufen. Beraten lassen, Laufanalysen und Fußabdrucktests durchführen. Wer viel auf der Straße läuft, sollte unbedingt zu einem Modell mit guter Dämpfung greifen.

2

Bekleidung

3

Technische Begleiter

Läuferweisheit: Wenn du vor die Türe gehst und dir ist ein wenig kalt, dann bist du perfekt bekleidet. Textilien sollen atmungsaktiv und reflektierend sein. Auf Reizstellen bei langen Einheiten achten!

Vorrangig ist die Bewegung, nicht die Technik. Dennoch: Daten wie Pulsbereiche oder Distanzen am PC zu analysieren ist gerade für Laufeinsteiger eine tolle Motivationshilfe.

+

speZialtipP

Kompressionsstrümpfe

Meine anfängliche Skepsis ist lang überwunden: Die Kompression der Wadenmuskulatur wirkt klar leistungsfördernd und ermöglicht eine bis zu 20 Prozent schnellere Regeneration.

„An erster Stelle steht für mich die ­Bewegung.“ Wings for Life World Run-Botschafter Christian Schiester

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RuN Drei Nützliche Begleiter auf dem Laufweg

Lichtgestalt Reflektoren an Schultern, Rücken und Ärmeln machen den Läufer zum leuchtenden Vorbild.

Leitmedium Eine 3-LagenMembran hält Feuchtigkeit vom Körper fern. Die äußerste Kunstfaserschicht ist wind- und wasser­ abweisend.

CamelBak Dart

Kraftwerk Ein kleiner, via USB-Anschluss aufladbarer Akku versorgt die LEDs mit Energie. Die Powerbox befindet sich in der Jackentasche.

Alles parat für lange Laufeinheiten: Der 270 g leichte Trinkrucksack ­bietet Platz für ­eine Regenjacke, Smartphone und 1,5 l Flüssigkeit. www.camelbak.com

Jürgen Skarwan/Red Bull Content Pool, Philip Platzer, kurt keinrath

X-Bionic Effektor Die partielle Kompression durch die Strümpfe fördert die Durchblutung, transportiert Laktat ab und Nährstoffe heran. www.x-bionic.com

Nachtaktiv

Strahler 60 Der 60-GradStreuwinkel der beiden LEDLampen bringt Licht ins Dunkel.

Tao Illuminator Jacket  Abendliches ­T RAINING Ohne Stirnlampe? Kein Problem. Meine Jacke beleuchtet die laufstrecke.

Garmin Tactix

Sehen und gesehen werden ist für Läufer keine Frage der Egopflege, sondern eine der Sicherheit. Während bislang gern grelle Farben zur passiven Sicherheit ein­ gesetzt wurden, ist die mit dem „Plus X“-Innovations­ preis ausgezeichnete Jacke in schlichtem Schwarz ­gehalten. Dafür sorgen zwei eingebaute LED-Lampen für breite Ausleuchtung finsterer Pfade. www.tao.info

Wasser- und stoßfeste Pulsuhr mit Kompass, GPS-­ Positionsfindung, nachtsichttaug­ lichem Display und genauer Track­ aufzeichnung. www.garmin.com

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Action!

laden & Lauschen

Pi lgerstät te n Bombay Bicycle Club kommen nicht aus Indien, ­sondern aus London. Und es war kein Fahrradverein, den Sänger Jack Steadman und Gitarrist Jamie MacColl 2005 gründeten, sondern eine Band. Genauer: ein Quartett, das bereits mit seinem zweiten Album „Flaws“ zur großen Indie-Pop-Hoffnung der Insel avancierte. Das feingliedrige FolkMeisterwerk schoss 2010 in die Top Ten der britischen Charts, das Magazin „NME“ kürte die Band zum Newcomer des Jahres. Auf dem neuen Album „So Long, See You Tomorrow“ vermählen BBC nun verspielte Elektronik mit euphorischen Pop-Melodien. Welche Songs ihn beim Schreiben inspirierten, ­erzählt uns MacColl hier.

Playlist  Der Bombay-Bicycle-ClubGitarrist über Musik, die ihn zu tränen rührt, und den Song, der auf seinem Begräbnis laufen soll.

Hörproben: bombaybicycleclubmusic.com

1 MacColl & Seeger 2 Arthur Russell

3 Glen Campbell

Bei diesem Song bin ich klarerweise befangen, weil er aus der ­Feder meines Opas stammt. Meine Eltern erzählten mir, er habe das Stück 1958 für meine Großmutter geschrieben und ihn ihr übers Telefon vorgesungen, sobald er ihn fertig hatte. Ist das nicht irre romantisch? Für mich ist „The First Time Ever …“ einer der besten Liebessongs aller Zeiten.

Unser Sänger Jack Steadman stieß während der Arbeit an unserem zweiten Album auf den Song. Er wurde schnell das Lieblingsstück der ganzen Band. Wie es klingt? Hm, Russell erforschte in den 1980ern viele Stile, ich würde sagen: Disco-Folk. Oder: der Song, der sowohl auf meiner Hochzeit als auch auf meinem Begräbnis gespielt werden kann.

Das Bemerkenswerteste an diesem Song ist seine Schlichtheit. Es gibt nur eine Strophe und den Re­ frain. Der ist so atemberaubend schön, dass ich nicht genug davon kriegen kann. Und dann erst der Text! „And I need you more than want you, and I want you for all time“, das ist einer der besten Reime der modernen Musikgeschichte.

4 Fryars

5 LCD Soundsystem

Mein Lieblingssong des letzten Jahres. Ich bin sicher, in ein paar Jahren wird Fryars als einer der größten Songschreiber unserer Generation gelten. Denn der junge Londoner versteht es wie kaum ein anderer, in seinen Texten Traurigkeit auszudrücken. Zeilen wie „On your own, feeling like you don’t belong“ klingen echt – keinesfalls übertrieben sentimental.

Das Beste, was man mit einem Song erreichen kann: die Menschen zum Tanzen zu bringen – oder zum Weinen. Mit dieser Hymne schaffen LCD Soundsystem beides. Ich hab es selbst bei Konzerten der New Yorker erlebt: Da waren gestandene Männer im Publikum zu sehen, die Tränen in den Augen hatten und dabei vor Euphorie zappelten.

„The First Time Ever I Saw Your Face“

„On Your Own“

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„Love Is Overtaking Me“

„All My Friends“

Elvis Presley Graceland, Memphis 600.000 Pilger jährlich. Die Tour führt auch in den Jungle Room, ein herrlich kitschiges Urwald-Tonstudio, in dem Presley seine letzten zwei Alben aufnahm.

„Wichita Lineman“

Jimi Hendrix 23 Brook Street, London Hendrix nannte die kleine Dach­ geschosswohnung, kurioserweise neben Georg Friedrich Händels Sterbehaus, sein einzig wahres Zuhause. Wird 2015 als Museum eröffnet!

c o o le klam pfe gadget des Monats

Beethoven

JamStik Echte Saiten, echte Bünde, lässt sich spielen wie eine echte Gitarre – und passt mit 38 cm Länge in jeden Rucksack: Jamstik, die Gitarre der Zukunft. Sensoren lesen die Fingerpositionen ab und übertragen sie via Bluetooth ans iPad. Perfekt für reisende Musiker, die schnell ein Riff aufnehmen wollen.

Pasqualatihaus, Wien Der Komponist lebte 1804 bis 1814 in dem Haus und schrieb hier seine 5. und 6. Symphonie sowie das Klavierwerk „Für Elise“. Zu sehen gibt’s unter anderem eines seiner Pianos.

the red bulletin

florian obkircher

Tränen auf der Tanzfläche

Vom Musikerheim zum Museum: hier lässt sich ­Geschichte atmen.

bbc, corbis(2), shutterstock

Jamie MacColl, 25, Enkel der FolkLegenden Ewan MacCall und Peggy Seeger


Action!

Starke Uhren Die „Sistem51“, eidgenössische Kampfansage der smarten Art. Übrigens: Swatch bedeutet Secondwatch.

Zahlen bitte Die Sistem51 im Fact-Check

17

patente schützen das ­genial konstruierte Automatikkaliber der Sistem51.

20

meter wird die geplante Fertigungsstraße messen, auf der die Sistem51 an ­einem einzigen Ort im Schweizer Jura zusammengefügt werden wird.

Nick Hayek, 59, Sohn von Swatch-Gründer Nicolas G. Hayek

Die magische Zahl 51

André Albrecht/Ex-Press

Alexander Linz

Swatch  LIEFERT EINE TECHNISCHE ­S ENSATION: EINE AUTOMATIK-ARMBANDUHR, dIE AUS NUR 51 TEILEN BESTEHT. Rein äußerlich war diese Revolution letztlich eine bunte, die wahre Sensation jedoch verbarg sich im Inneren: Die Ur-Swatch war aus lediglich 51 Teilen zusammen­ gesetzt statt dem bei Quarzuhren üblichen Minimum von 91 und konnte daher viel günstiger hergestellt werden. SwatchMastermind Nicolas G. Hayek setzte sie in den 1980ern als Abwehrwaffe gegen die Uhrenflut aus Fernost ein, rettete die Schweizer Uhrenindustrie und wird von den Eidgenossen seither (inzwischen posthum) als Heiliger verehrt. Gute 500 Millionen verkaufte Swatches später lieferte nun Hayeks Sohn Nick abermals eine technische Sensation: eine mechanische, also deutlich aufwendigere Automatikuhr, die in Verbeugung vor ihrer Quarz-Ahnin ebenfalls mit nur 51 Teilen auskommt. Die „Sistem51“ unterbietet jegliche mechanische Konkurrenz um mindestens 70 Bauteile, wird vollauto­ matisch in hohen Stückzahlen hergestellt, kostet nur 150 Franken und ist damit, wie ihre Vorgängerin auch, eine eidgenössische Kampfansage der smarten Art. www.swatch.com

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Millimeter misst das Plastikgehäuse einer Sistem51. Es ist hermetisch versiegelt und hält so Staub und Feuchtigkeit vom Uhrwerk fern, das daher auch nicht repariert werden kann.

a n at o m i e e i n e s uhrwerks Die fünf Baugruppen der Sistem51. Die Uhr wird zur Gänze in der Schweiz hergestellt – aus nur 51 Bauteilen. Das sind um mindestens 70 Teile weniger als bei der Konkurrenz.

AUFZUGSROTOR Wird durch Armbewegungen in Drehung gebracht.

UHRWERKS­ HEMMUNG mit Anker, Ankerrad, Unruh und Spirale.

HAUPTPLATINE mit Federhaus, Räderwerk und Datumsscheibe.

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EINZIGE SCHRAUBE der Sistem51. ­Alles andere ist gesteckt, geklebt oder verschweißt.

einzige Schraube ist in der Sistem51 verbaut. Diese wird am Ende des Fertigungsprozesses eingedreht.

AUFZUG Wird vom Aufzugsrotor bewegt. Die Uhr wird so automatisch aufgezogen.

AUFZIEHEN Datum und ­Zeiger ­stellen.

Die Nummer 1 Die allererste Swatch kam 1983 auf den Markt. Sie war schwarz und kostete damals 50 Franken.

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Action!

Events

22. 3., Verbier, Bec des Rosses

Xtreme Verbier Showdown bei der Swatch Freeride World Tour 2014. Im Finale der bedeutendsten Freeskiund Snowboard-Tour der Welt kämpfen zwölf Freeskier und fünf Snowboarder um den Free­ ride-WM-Titel. Der zu bewältigende, äußerst anspruchsvolle Kurs am Bec des Rosses führt über 500 Höhenmeter, ist felsig und gut 50 Grad steil. 2013 errangen Drew Tabke und Nadine Wallner (Ski) sowie Ralph Backstrom und Elodie Mouthon (Snowboard) die WM-Krone.

4. 5., Olten

Marathon Zürich

20. 4., Verbier, Closing Party

Le Rouge Verbiers Party-Hotspot lädt zur Winter Closing Party: einmal noch auf den Sonnendecks ­Après-Ski-Flair geniessen und abends im Club zu Deep House abshaken. Extra: Gleitschirm­ show. Info: lerouge-verbier.com

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2013 gewann der in Genf wohnhafte Eritreer Tadesse Abraham (Bild) den Zürich-Marathon in 2:07:44 Stunden – die schnellste je in der Schweiz gelaufene Marathon-Zeit. Abrahams Ziel 2014: „Die Bestzeit unterbieten.“ Wer sich nicht die vollen 42,195 Kilometer antun will, kann die Parallel-Events Cityrun (10 km) oder Teamrun ­(Marathonstaffel) anpeilen. Anmeldeschluss ist der 23. März. zuerichmarathon.ch

11. und 12. 4., Eishalle Thun

Swatch Rocket Air Beim Swatch Rocket Air, dem grössten Schweizer Mountainbike-SlopestyleEvent, matchen sich die weltbesten ­Rider um ein Preisgeld von 10.000 CHF. Das Programm: Teambattle und Afterparty mit den Cyberpunkers (ITA) am Freitag, am Samstag dann ParkourShow, Nipper- und Pumptrack-Race sowie das ­Slopestyle-Final. 2013 bestaunten 8500 Fans Sam Pilgrims Siegesrun i­nklusive Riesen-Superflip am Big Air, einem 540er am Step-up sowie einem 720er am Corner.  www.rocketair.ch

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picturedesk.com(2),JeF Briguet, Severin Jakob, Etap Sàrl - Jacques Rattaz, Jörg Mitter/Red Bull Content Pool, CHR GLAUS

Xtreme Verbier 2013: Der Franzose Kévin Guri meistert felsige Passagen am Bec   des Rosses.


12./13. 4., Maag Halle, Zürich

22.–27. 7., Nyon

Sneakerness

Paléo Festival

Der europaweit grösste Event zum Thema Sneakers. Auf 1450 Quadratmetern können „Turn­ schuh“-Liebhaber nach Herzens­ lust feilschen, kaufen, tauschen und Sammlerstücke von Privat­ verkäufern oder allerneueste Produkte der angesagten Her­ steller begutachten. Rahmen­ programm: Live Music und Sneakerkunst-Exhibitions (Bild). sneakerness.com

Sechs Tage und sechs Nächte rockt das grösste und wichtigste Schweizer Open Air, das 2013 mit ins­ gesamt 230.000 Festivalbesuchern, 210 Konzerten und 104 Acts aufwarten konnte: darunter auch Hochkaräter wie Nick Cave, Blur, Neil Young und Phoenix. Der Kartenvorverkauf für die 2014er-­ Edition des Paléo Festivals startet am 9. April.

Save the Date Erfreuliche Pflichttermine in naher Zukunft

paleo.ch

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27. 3.–24. 5., sieben Städte

Mercedes-Benz: GLA Exhibitions

Caprices Festival Das Musikfestival in den Schweizer Alpen lockte 2013 60.000 Besucher an. Im diesjähri­ gen Line-up: IAM, George Clinton, Ziggy Marley, Sven Väth u. v. a.

Mehr als nur eine Probefahrt: In sieben Schweizer Städten kann man ab Ende März den neuen Mercedes-Benz GLA kostenlos auf unterschiedlichen Terrains ­testen, sich vom Personal bera­ ten oder von einer MercedesBenz-GLA-Fotoausstellung ­inspirieren lassen. Städte, ­Termine und Anmeldung zur Probefahrt auf: mercedes-benz. ch/gla-exhibitions

11.–19. April, Crans-Montana

2.–4. 5., Zürich

ZÜRICH TANZT „zürich tanzt“ ist stadtumspannendes Tanzfest und zugleich Interaktion zwischen Protagonisten und Zusehern an Zürichs öffentlichen Plätzen – mit Danceshows am Hauptbahnhof, auf Stadtbühnen oder hinter Schaufenstern sowie rund 100 Tanz-Crashkursen an unerwarteten Orten: „Wir lancieren Angebote für jedes Alter und Inter­ esse und wollen die Menschen aktiv am Tanz teilnehmen lassen“, so Tanzfest-Leiterin Catja Loepfe. zuerichtanzt.ch

27

donnerstag

Kinostart: „Cerro Torre“ Eindrucksvoller Kinofilm über den Versuch des Tiro­ lers David Lama, als Erster den Cerro Torre in Pa­ tagonien in frei­ em Kletterstil zu bezwingen. Kinostart/Deutsch­ schweiz: 27. März

21 28./29. 3., St. Jakobshalle, Basel

Night of the Jumps Die Freestyle-Motocross-WM gastiert in Basel und hat gleich drei spektakuläre Disziplinen im Angebot: den FMX-Contest mit 15-Meter-Jumps, Backflipvariationen und technisch anspruchsvollen Tricks; dazu Race and Style, Rennduelle mit Trickelementen; und Highest Air, den Kampf um die grösste Sprunghöhe per Bike. Mit am Start: Libor Podmol, Dany Torres und Lokalmatador Mat ­Rebeaud. Zuschauerbonus: Für über die offizielle Homepage gekaufte Tickets gibt’s einen Paddock-Pass fürs Fahrerlager dazu.  www.nightofthejumps.com the red bulletin

Freitag

Fashion days Basel Keine Designer wie in Zürich, sondern ausge­ wählte Spitzen­ boutiquen aus Basel und Um­ gebung stellen ­einen Abend lang exquisite Mode zur Schau. 21. März, Theater ­Basel, ­Basel

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Action!

TV-Highlights

M ust See

Volles Programm

Helden auf ihrem Bildschirm

das red bull tv-fenster bei servus-tv

Freeride World Tour

Where the trail ends

In Mexiko-Stadt ­beginnt für World Champion Thomas Pagès die Mission Titelverteidigung.

Darren Berrecloth sucht mit vier weiteren Freeridern nach unbefahrenen Trails. 22. 3., 9.15 Uhr

Samstag, 22. 3., 12.00 Uhr

Red Bull X-Fighters – Mexiko Nach zweijähriger Pause gastieren die weltbesten Freestyle-Motocrosser ­erneut in Mexico City, wo sie in der Plaza de Toros vor 40.000 begeisterten Zusehern die neue Saison eröffnen. In der legendären Stierkampfarena geht der Franzose Tom Pagès als Titelverteidiger in den Bewerb, und auch heuer muss er sich wieder besonders vor dem Spanier Dany Torres in Acht nehmen. Der Vorjahreszweite hat für 2014 nämlich nur ein Ziel: den Weltmeistertitel.

Shock and Awe, Teil 2

Sonntag, 23. 3., 16.30 Uhr

Red Bull Crashed Ice – Québec Mittwoch, 26. 3., 22.20 Uhr

Mittwoch, 2. 4., 21.15 Uhr

Speedgang – die 3. Staffel

The Planet Hunters

Sie sind zurück! David Coulthard und die übrigen Mitglieder der Speedgang machen den Red Bull Ring in Spielberg unsicher.

Ein Team von Wissenschaftlern begibt sich auf Spurensuche im Weltall, um die Frage aller Fragen zu klären: Sind wir wirklich allein?

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Mittwoch, 9. 4., 21.15 Uhr

Defeating Oceans Seven Der ehemalige Rugby-Profi Stephen Redmond stellt sich der ultimativen Herausforderung für Schwimmer – dem Oceans Seven.

Das Finale der Red Bull Crashed Ice World Series 2014 ist zugleich auch das Highlight der Saison. Im kanadischen Québec, dem Mekka des Ice Cross Downhill, entscheidet sich, welcher Athlet den steilen Eiskanal, der mitten durch die malerische ­Altstadt führt, als neuer Weltmeister verlassen wird.

Den Geheimnissen des Stroms auf der Spur – Teil 2 der Dokumenta­ tion mit Physiker Jim Al-Khalili. 19. 3., 21.15 Uhr

Sie finden ServusTV mit dem Red Bull TV-Fenster nicht auf Ihrem Fernsehgerät? Rat und Hilfe zum Nulltarif unter

0800 100 30 70 the red bulletin

Jörg Mitter/Red Bull Content Pool, Philip Platzer/Red Bull Content Pool, LIGHTSHIP ENTERTAINMENT, Chris Baldwin, Andreas Langreiter/Red Bull Crashed Ice, Cameron Baird/Red Bull Content Pool, Damiano Levati/Red Bull Content Pool, bbc

Markus Eder und die besten Free­ rider der Welt ­machen Station in Fieberbrunn. 15. 3., 9.30 Uhr


LIVE-Streams der WTA-Asse:

Fashion und Smashen auf LAOLA1! www.laola1.tv

A pp jet z t laden!

Die W TA Tennisturniere als kostenfreie LIVEStreams im Internet!

Bei LAOLA1.tv gibt´s zudem LIVE-Streams und sämtliche Highlight-Videos zu: - Copa del Rey Finale - Kontinental Hockey League - Handball

- Beachvolleyball - FIA World Rally Championship - u.v.m.


© Philip Platzer

! O R P R U O Y H T I W O G DEIN TRAINING MIT DAVID COULTHARD Tipps, Tricks und exklusive Einblicke vom Meister höchstpersönlich. Erlebe ein unvergessliches Training mit David Coulthard oder anderen Motorsportlegenden am Red Bull Ring. Streng limitierte Teilnehmerzahl – am besten sofort Platz sichern! Informationen und Anmeldung unter www.amspielberg.com, fahrerlebnisse@amspielberg.com oder T: +�� ���� ���������


The Red bulletin

Active Style

CLimbing // Kletterjacke · MEN’S GORE Foehn Jacket   The North Face  480 CHF // Stirnband · Tendril Mammut  30 CHF // Aperture Chalk Bag Arc’teryx  35 CHF // Klettergurt · I-340 a Arc’teryx  229 CHF // Kletterhose ·   Sloper Salewa 119 CHF // Kletterseil · 10.0 Sensor Mammut 60 m, 4,15 kg.  300 CHF // Kletterschuh ·   Matador Lace   Red Chili  199 CHF

Sport-Equipment der Zukunft vereint High-Tech, Funktion und Fashion. Wir haben die besten Produkte für Sie ausgesucht – vom Anti-Haifisch-Anzug bis zum beleuchteten Kanu. Bilder: Detlef Schneider c/o Kathrin Hohberg, Styling: Dennis Blys c/o Kathrin Hohberg, Redaktion: Joachim Schirrmacher

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City-BIKing EDITOR’S PICK // Fahrrad · LUDWIG XVIII Schindelhauer Herzstück des Spitzenmodells von Schindelhauer ist die neue ­Pinion-Schaltung mit 18 gleichmäßig abgestuften Gängen, entwickelt von früheren Porsche-Ingenieuren. An der Sattelstütze leuchten fünf Hochleistungs-LEDs. Gewicht: 13,2 kg; ca. 6100 CHF // Jeans Rapha Im Biker-Schnitt: Der Bund sitzt vorn niedrig und hinten höher. 250 CHF // Polohemd Strellson Aus Baumwolle mit Elasthan.  79,90 CHF // Schuhe · Bounce S3 Leather Porsche Design Sport  560 CHF // Pulsuhr · Mio Alpha Medisana Misst ohne ein­ engenden Brustgurt.  249,95 CHF // Commuter Modular Parka Levi’s 100 % Polyester. 579,90 CHF // Pure Hooded Lightweight Jacket Puma Windschutz dank Ripstop-Nylon. 90 CHF


EDITOR’S PICK 1// Jeans · Revolution Rokker Smart: Die integrierte „c_change“-Membran reagiert auf Temperaturwechsel. Wird es warm, öffnet sie sich wie ein Tannenzapfen und lässt Wärme nach außen. Wird es kühler, komprimiert sie sich und verhindert Frösteln und Auskühlen. 649 CHF

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5// Schuh · Earthkeepers Harbor­ side 3-Eye Oxford Timberland Mit neuem Federungssystem.  169,90 CHF

8// Uhr · GW-A1100 Casio Multitalent mit Digitalkompass, Weltzeit, Stoppuhr und Alarm. 898 CHF

6// Rucksack · Fram Napapijri Mit wasserdichtem Reißverschluss.  95 CHF

9// Kopfhörer · CitiScape Philips Integriertes Mikrofon für Telefongespräche. 119 CHF

7// Sport- und Sonnen­ brille · evil eye ­halfrim Adidas Die Beschichtung lässt Wasser und Schmutz abperlen. Auch mit optischen Gläsern.  315 CHF

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2// Jacke Stone Island Aus Performance Rip­ stop. Atmungsaktiv, wind- und wasserabweisend.  659 CHF

10// Sneaker · Yard G-Star  160 CHF 11// Stadtführer für Radfahrer Rapha Schuber mit acht ­Heften, u. a. Amsterdam, Barcelona und Kopenhagen.  40 CHF

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3// T-Shirt · Urban Run Gore Running Wear Aus Merinowolle, mit Tasche für MP3-Player etc.  129,90 CHF 4// T-Shirt QS by s.Oliver 29,90 CHF

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EnduranceRunning EDITOR’S PICK // Laufschuh   Cloudrunner On Intelligente Sohle: Röhren aus hoch­ flexiblem Gummi   reduzieren die Kräfte beim Aufsetzen. Beim Abstoß verzahnen sie sich zu einer harten Unterlage. 270 g.  270 CHF // Trägerhemd   Adidas by Stella McCartney 100 CHF // ¾ lange Hose   Adidas by Stella McCartney 100 CHF // GPS-Laufcomputer · Forerunner 620 Garmin Mit Intervalltrainings­ funktion.  549 CHF (mit Brustgurt)

// Running Athletic Hoody Falke Mit wärmenden Luft­ polstern an definier­ ten Zonen.  89 CHF // Running Tights Ashmei  Eng anliegend, die leichte Kompression soll die Ausdauer erhöhen.  150 CHF // Laufschuh   Flyknit Lunar2 Nike Nahtlos gestrickt: fest, wo es Halt braucht, leicht, wo   Flexibilität gefragt   ist. Trägt sich wie eine Socke. 255 g.  190 CHF

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1// Laufjacke · So Gore Running Wear Für wettkampforientierte Trailläufer. Enge Passform, optimale Ventilation. Neon-Details für bessere Sichtbarkeit.  229,90 CHF

2// Baumwoll-Hoodie Aeronautica Militare Für Frauen. Auch nach dem Sport gut zu   tragen.  210 CHF 3// Jacke Geox mit dem einzigartigen Geox-Atmungssystem; ca. 210 CHF

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4// Sonnenbrille · Franz Mykita/ Bernhard Willhelm Robust dank bruchund kratzfesten „Azure Flash“-Gläsern. Auf der Rückseite entspiegelt, um vor Lichtreflexionen zu schützen.   399 CHF

6// Wettkampfschuh · Cloudracer On Mit über 40 Siegen und 30 Podien einer der erfolgreichsten Wettkampfschuhe auf dem Markt. Für gut trainierte Läufer, die rund 4 min/km laufen. 230 g.  250 CHF

5// Trailrunning-Schuh Speed Liner Jack Wolfskin Die Vibram-EclipseSohle sorgt für Grip und Festigkeit im Gelände. 680 g.  159 CHF

7// Aktivitätsarmband Flex Fitbit Zeichnet tagsüber die verbrannten Kalorien auf, misst nachts den Schlafrhythmus.  ca. 125 CHF

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WASSERSPORT EDITOR’S PICK // Neoprenanzug · Mens Elude Dark Radiator Ein Anzug, der vor ­Haiangriffen schützt? Das von Shark Attack Mitigation Systems entwickelte Design soll genau das bewirken. Je nach Tiefe, Ent­fernung, Licht- und Wasserverhältnissen kommen verschiedene Muster zum Einsatz. Diese ähneln der Zeichnung von Fischen, die mit Haien in Symbiose leben. Der Anzugträger soll dadurch für die Raub­ fische so gut wie unsichtbar werden. Allerdings wird damit nur ein Risikofaktor ausgeschaltet: Haie können auch gut ­riechen und elektromagnetische Wellen eines Menschen wahrnehmen. 495 AUD (ca. 400 CHF) // Robuste Schnorchel­ flosse · Rondinella Cressi  26,90 CHF

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EDITOR’S PICK 1// Sea Shell Áetem   „Seatrekking“ heißt das tagelange Erkunden von Unterwasserwelten, für die man Proviant, Tauch- und Outdoorausrüstung   im Gepäck braucht. Der Münchner Sea­ trekking-Erfinder Bernhard Wache hat dafür die „Sea Shell“ entwickelt, die man wie ein kleines Boot an einer Leine hinter sich herzieht. Die Carbon-Hartschale bietet in zwei wasserdichten Kammern 65 Liter ­Volumen. An Land wird sie zum Rucksackoder Trolly.   Prototyp. Derzeit nur als Einzelstück lieferbar.  Ab 4800 ¤   (ca. 5850 CHF)

4// Tauchermaske · Bandit Omer Aus sehr weichem Silikon.  ca. 29 CHF 5// Apnoeflossen · Stingray –   Carbon 25 Omer Mit Fußtaschen aus Thermo-Gummi. ca. 540 CHF

6// Schnorchel · Zoom Pro Black Soft Omer  ca. 28 CHF 8// Espadrilles   Pepe Jeans  79,95 CHF 7// Achselhemd   Tommy Hilfiger 100 % Baumwolle. 48,75 CHF 9// Halbarmhemd Replay 100 % Baumwolle. 129 CHF 10// Stand-up-Paddel · Kaholo Paddle 8.0 Vario RDS Naish Leicht, stabil und verstellbar.  ca. 450 CHF

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2// Short · Houdini Patagonia  Aus 100 % recyceltem Polyester. Mit Sonnenschutzfaktor 50+ und Imprägnierung.  119 CHF

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3// Short · AG47   Quiksilver  159 CHF

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OUTDOORABENTEUER EDITOR’S PICK 1// Faltkajak Oru Kayak   Faltbare Kanus werden seit mehr als 100 Jahren in Serie gefertigt. Der US-Designer Anton Willis hat die Technik 2012 neu interpretiert. Sein Kajak besteht aus einem nahtlosen Bogen doppellagigen recyclebaren Kunststoffs. Das patentierte Faltmuster ist von der japanischen Faltkunst Origami inspiriert. In fünf Minuten wird aus einem kompakten Koffer das 3,66 Meter große Kajak entfaltet, das neben seinem ­cleveren Design auch mit guten Fahreigenschaften besticht.    1095 US$ (ca. 975 CHF)

2// Stirnleuchte · Seca 2000 Light & Motion Erleuchtet das Kajak mit einer Stärke von 2000 Lumen. Vorsicht, wird heiß!  549 CHF 3// Hose ·   Realization Pant Mammut Erste Hose mit voll ­integriertem Klettergurt (nach EN 12277 zertifiziert). Für Frauen und Männer, auch als Short.  250 CHF 4// Expressschlinge · Crag Indicator Wire Express Set Mammut 10-cm-Schlinge.  19 CHF

5// Kocher · OmniLite Ti Primus Brennt mit allen Energiearten, selbst mit verschmutztem Diesel. 310 CHF (mit Flasche) 6// Topf · EtaPot   Primus Integrierter Wärmetauscher, der 33 Prozent Brennstoff spart. 69 CHF (1,8 Liter) 7// Alpinrucksack ·   Alpha FL 45 Arc’teryx Wasserdicht, mit Befestigung für Steig­ eisen oder Ski. Wiegt bei 45 l Volumen nur 680 Gramm.  249 CHF

8// Hemd · Rock ’n’ Wool Cool Ortovox Merinowolle bietet jene Eigenschaften, welche Synthetik zu imitieren sucht: leicht, geruchsneutral, schnell trocknend und atmungsaktiv.  169 CHF

10// Brennstoffzelle · Hydrogen Reactor Brunton Lädt Smartphone, Stirnlampe oder GPSGerät unabhängig von Stromnetz, Sonnenlicht oder zusätzlichen Akku-Packs.  219 CHF 12// Kletterhelm ·   El Cap Mammut In Basecap-Optik   100 CHF

9// Dreilagenjacke · MalpaIs Trinity GoLite Ultra-Leichtgewicht mit 195 g.  179,90 CHF 11// Jacke · Alpha SV Arc’teryx Gilt seit 1998 als Referenz für durchdachte Details, anatomische Schnittführung und Wetterschutz. Durch den neuen Oberstoff „N80p-X“ ist sie weicher, leichter, aber genauso robust.  869 CHF

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Fitness & Workout EDITOR’S PICK // Yoga-Jacke Adidas by Stella McCartney Aus recyceltem Polyester. Stella McCartney kombiniert mit ihrer Kollektion für Adidas Funktion und Fashion.  170 CHF // Pilates-Schuh · Cicinnurus Adidas by Stella McCartney 160 CHF // Red Stripe Black Leggings Leblon Sports  ca. 96 CHF // Sport-BH Kristina Mora Prototyp der Designerin kristinamora.com

Models: Celine, Georg Paul, c/o Modelwerk, Julius c/o Elace Models; Hair/Make-up: Norbert Cheminel c/o Kathrin Hohberg; Assistenz: Gabriele Pascher, Nathalie Okpu; Fotoassistenten: Jann Averwerser, Thomas Gothier, Felix Nürmberger; Studio: Sax Studio/ Martin Hippius; Setbau: Gidon Vogt; Produktion: Monika Rothlauf, propsandpeople; Christopher Schönefeld, Made in Germany

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p ro m ot i o n

Must-haves! 1

N ew Balance – M996PG (grey/green) Dieser Retro-Runner ist Teil der limitierten «National Parks»-Edition aus der Frühjahrs­ kollektion von New Balance und zudem auch noch «Made in USA». Diese Serie ist jeweils stark geprägt von den Farben des nordamerikanischen Kontinents und wird in diesem Fall mit hochwertigen Wildleder/ Mesh-Materialkombinationen verarbeitet. Verkaufspreis: CHF 259.– 1

www.urbanpeople.com 2 CLASSIC STYLE FOR MEN Ein Allround-Produkt für alle, die es in ­puncto Frisur ganz stylisch mögen: «Le ­Styling Gel» aus der Pflegeserie Méthode Pour Homme von LA BIOSTHÉTIQUE. Riecht gut und gibt dem Haar perfekten Halt. Erhältlich in ausgesuchten Coiffeursalons. Richtpreis/100 ml: CHF 20.–

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www.labiosthetique.com

Undiscovered Soul – Neue EP «Purple» Nachdem «Tandem» direkt auf Platz 3 der iTunes Alternative Charts Schweiz gelandet war, ­erscheint nun die neue EP «Purple» von ­Undiscovered Soul, die zweite einer EP-Trilogie! Mit Aufnahmen in den Red Bull Studios in London, wo bereits Bastille oder Disclosure gastierten, sind insgesamt vier Song-Perlen auf „Purple“ zu hören – ein vielseitiges, ­internationales musikalisches Glanzstück. Jetzt auf iTunes erhältlich. Verkaufspreis: CHF 5.– 3

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www.undiscoveredsoul.ch

Nike – WMNS Air Max Thea (black/wolf grey/anthrct/ white) Das Modell Air Max Thea, eine der neuesten Entwicklungen aus dem Hause Nike und ­bisher leider nur als WMNS-Release ­erschienen, mausert sich zu einer richtig ­starken Silhouette und strotzt nur so vor ­Zeitgeist. Schlank, schnittig und leicht: Diese Farbgebung ist die bisher männlichste und deshalb auch bis Grösse EUR 44,5 erhältlich. Unter den Jungs gilt sie bereits als ­absoluter Geheimtipp. Verkaufspreis: CHF 165.– 4

www.urbanpeople.com


Magic Moment

Aigle, Schweiz, 28. August 2013 Sein neues Lieblings-Obstacle entdeckte Skater Patrick ­Wider auf einer Baustelle im Kanton Waadt. „Eine geniale Halfpipe“, nennt er die Tunnel-Elemente, doch tricky zu skaten: Obwohl aus massivem Stahl, bebten sie bei der kleinsten Bewegung.

„ Als ich mein Board auf der Kante aufsetzte, zitterten unter mir zehn Tonnen Stahl.“

Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 8. April 2014. 98

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Octave Zangs

Patrick Wider, Skateboarder


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RANGE ROVER EVOQUE

NEU MIT 9-STUFEN-AUTOMATIK EFFIZIENZ UND KOMFORT AUF JEDEM TERRAIN Schaltzeiten unterhalb der Wahrnehmungsgrenze, adaptives Schaltprogramm, tieferer Kraftstoffverbrauch: Das sind nur drei der Neuerungen, die den Range Rover Evoque auszeichnen. Weiter aufzuzählen gäbe es das Black DesignPaket, die verschiedenen sicherheitsoptimierenden Assistenzsysteme und nicht zuletzt die Active Driveline, ein vollkommen neu entwickeltes Antriebssystem, das sich automatisch dem Untergrund und Ihrem Fahrstil anpasst – wo und wie auch immer Sie unterwegs sind. Starten Sie mit einer Probefahrt – jetzt bei Ihrem Land Rover-Fachmann. landrover.ch

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Zur Website

facebook.com/LandRoverSchweiz Range Rover Evoque 2.2 eD4 Dynamic, 5-Türer, man., 2WD, 150 PS/110 kW, Gesamtverbrauch 5.0 l/100 km (Benzinäquivalent 5.6 l/100 km), Ø CO2-Emissionen 133 g/km, Energieeffizienz-Kategorie B. Ø CO2-Emissionen aller in der Schweiz angebotenen Fahrzeuge 148 g/km.


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