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»Volvo Days 2022«: Zwischen Elektrifizierung und
Jessy von Berg Unter dem Motto »Change starts here« starteten Ende Mai die »Volvo Days« in der schwedischen Stadt Eskilstuna. Auf heimischem Boden präsentierte Volvo CE vier Wochen lang seine Produkte und Services, darunter eine Vielzahl an elektrischen Baumaschinen, den neuen Radlader L200H High Lift sowie den überarbeiteten Radlader L350H, der mit einer hohen Stabilität und Langlebigkeit punkten soll. Ebenfalls stellte Volvo die »Electric Machine Management Application« (EMMA) zur Fernüberwachung vor. Die bauMAGAZINRedaktion war vor Ort und hat die vorgestellten Produkte und Lösungen genauer unter die Lupe genommen.
Melker Jernberg, Head of Volvo CE
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Für 10% schnellere Arbeitszyklen und höhere Produktivität soll beim überarbeiteten Radlader L350H einreaktionsschnelleres Hydrauliksystem mit neuen Hub- und Kippzylindern sowie einem höheren hydraulischen Arbeitsdruck sorgen.
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eränderung beginnt durch Handeln, davon ist man bei Volvo fest überzeugt. »Als ein weltweit führender Hersteller von Lösungen für die Bauindustrie liegt es in unserer Macht, für Veränderung zu sorgen. Und diese Veränderung beginnt bei uns«, so Melker Jernberg, Head of Volvo CE. »Wir wollen den Wandel in Richtung Netto-Null-Emissionen nicht nur in unserer eigenen Branche vorantreiben, sondern auch unsere Kunden bei der Dekarbonisierung ihres Betriebs oder Unternehmens unterstützen.«
EMobilität im Mittelpunkt In diesem Zusammenhang zeigte Volvo auf dem Demogelände eine Vielzahl an elektrischen Baumaschinen, die ihren Beitrag zu einer nachhaltigeDer EC230 Electric in der 22-t-Klasse wird derzeit in Norwegen als Pilotmaschine getestet.
Aufgrund seiner kompakten Bauweise lässt sich der elektrische ECR18 vielseitig auf Baustellen einsetzen.
JESSY VON BERG (7) Mit seinen beiden im Vorjahr vorgestellten 50-t-Baggern EC530E (Bild) und EC550E setzt Volvo CE auf Grab- und Tragkräfte, die üblicherweise im 60-t-Segment zu finden sind.
Adriano Merigli, Head of Sales Region International
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Der L200H High Lift will im Vergleich zum L180H High Lift mit einer um 27% höheren Hubkraft und Greifern mit größerer Kapazität überzeugen.
ren Bauindustrie leisten sollen: Präsentiert wurden den Besuchern der »Volvo Days« u. a. der elektrische 1,8-t-Kompaktbagger ECR18 Electric (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 11/21, Seite58) sowie der EC230 Electric in der 22-t-Klasse, der derzeit in Norwegen als Pilotmaschine getestet wird. Darüber hinaus zeigte das Unternehmen den kompakten Radlader L25 Electric, der, so Volvo, die Plattform des kompakten Radladers mit einem Batterieantrieb kombiniert, der ohne Auspuffemissionen und geringer Lärmbelastung die benötigte Leistung liefern soll. »Wir leben in einer Welt, in der die Nachhaltigkeitsanforderungen im Minutentakt steigen. Als lösungsorientiertes Unternehmen nehmen wir diese Herausforderung ernst und haben mit einer Kombination aus Produkten und Services, die nicht nur heute für wahre Veränderungen, sondern gleichzeitig auch für eine bessere künftige Welt sorgen können, unser bislang bestes Angebot für eine nachhaltigere Arbeitsweise vorgelegt«, resümiert Adriano Merigli, Head of Sales Region International.
Flaggschiff der RadladerPalette Aber nicht nur im Bereich der elektrischen Baumaschinen konnte Volvo mit Neuheiten aufwarten: Das Unternehmen hat den Radlader L350H überarbeitet und nach eigenen Angaben mit zahlreichen Verbesserungen ausgestattet, um im Vergleich zu seinem Vorgänger eine noch höhere Produktivität und Kraftstoffeffizienz bei geringeren Servicekosten zu ermöglichen. Auf dem Erfolg der Vorgänger aufbauend habe man den L350H mit einigen Verbesserungen ausgestattet: Für 10 % schnellere Arbeitszyklen und höhere Produktivität soll ein reaktionsschnelleres Hydrauliksystem mit neuen Hub- und Kippzylindern sowie einem höheren hydraulischen Arbeitsdruck sorgen. Zudem sei er bereits ab Werk für schwere Einsätze bestens gerüstet: Dafür soll die bewährte Z-Kinematik mit doppelter Abdichtung an jedem der Bolzen und der starken Rahmenstruktur sorgen, die durch ein verstärktes oberes Knickgelenklager und neue VolvoAchsen ergänzt wird.
Durch einen serienmäßigen Achsölkühler mit Filtration werden, so Volvo, verdoppelte Wartungsintervalle von rund 1000 Stunden für den Motor und 4000 Stunden für den Ölwechsel an den Achsen ermöglicht. Daher könne man mit dem L350H länger arbeiten und gleichzeitig die Kosten senken. Auch Komponenten wie die hochbelastbaren Achsen mit schwimmend gelagerten Antriebswellen, Planetenradnabenuntersetzung und einer wartungsfreien Hinterachslagerung sollen die Stillstandzeit der Maschine minimieren. Mit TelematikKonnektivität und Funktionen wie »Load Assist« können die Effizienz sowie die Betriebszeit weiter verbessert werden: So sei beispielsweise die Überwachung des Reifendrucks und der -temperatur von der Kabine aus überprüfbar, was die Lebensdauer der Reifen verlängere und gleichzeitig Kraftstoff spare.
Das volle Potenzial ausschöpfen Um den L350H möglichst effizient nutzbar zu machen, bietet Volvo verschiedene Apps an: Mit »On-Board-Weighing« sollen Über- und Unterladung sowie Wartezeiten der Vergangenheit angehören, da die App Echtzeiteinblicke in die Beladung der Schaufel und die Nutzlast des Lastaufnehmers bietet. Informationen und Anleitungen, die dem Fahrer helfen sollen, so zu arbeiten, dass er eine optimale Produktivität und Kraftstoffeffizienz sowie einen geringeren Maschinenverschleiß erzielt, liefert die »Operator Coaching Advanced«-
Der neue Radlader L200H High Lift verfügt über eine um 27 % höhere Hubkraft und größere Greifer als der L180H High Lift.
Für Aufsehen sorgte auch der weiterentwickelte Radlader L350H: Ein reaktionsschnelleres Hydrauliksystem mit neuen Hub- und Kippzylindern sowie ein höherer hydraulischer Arbeitsdruck sollen die Effizienz steigern.
App. Darüber hinaus bietet Volvo nach eigenen Angaben ein Portfolio ergänzender Dienste, darunter den »Productivity Report«, »Eco Operator«-Schulungen und »Active Care«. So erhalte man wertvolle Einblicke in die Möglichkeiten zur Senkung der Kosten pro Tonne und zu wirksamen Änderungen an der Art, wie die Maschine betrieben wird.
Darüber hinaus kombiniert der L350H Bedienerfreundlichkeit mit hohem Komfort und Sicherheit, sodass optimale Ergebnisse erzielt werden können: Neben der serienmäßigen ferngesteuerten Türöffnung verfügt die Maschine optional über elektrisch verstellbare Rückspiegel, eine Rückfahrkamera und ein Radarerkennungssystem.
Update für Radlader Ein weiteres Highlight der »Volvo Days« zeigte sich mit dem neuen Radlader L200H High Lift. Mit diesem hat das Unternehmen sein Modell L180H High Lift vollständig überarbeitet und präsentiert nun eine Maschine, die mit einer um 27 % höheren Hubkraft und Greifern mit größerer Kapazität überzeugen soll. In Verbindung mit einer stärkeren Basiseinheit könne man so mehr Kubikmeter Holz pro Stunde umschlagen und so sowohl die Produktivität steigern, als auch die Betriebskosten senken.
Mit der neuen Ladeeinheit mit verstärktem Hubarmsystem, einem Querträger sowie einer neuen Rotatoreneinheit werde zusätzliche Power erreicht, mit der die maximale Hubkapazität von 8,8 t des L180H High Lift beim neuen Modell auf 11,2 t ansteige. Auch die Greifergrößen seien entsprechend gewachsen. Ebenso für diese Maschine sind die Apps »On-Board Weighing« und »Operator Coaching Advanced« verfügbar. Darüber hinaus sei der L200H High Lift die erste High-Lift-Variante, die mit dem Assistenzsystem »Load Assist« kompatibel ist.
Im Zuge der »Volvo Days« hatte das Team des bauMAGAZIN die Gelegenheit, den L200H High Lift« sowie den L350H während der Fahrzeug-Show und bei einer kurzen Demonstration in Aktion zu sehen.
»EMMA« für Effizienzsteigerung Mit der »Electric Machine Management Application« (EMMA) soll es Betreibern und Flotten-Managern ermöglicht werden, sicherzustellen, dass ihre Volvo-Elektromaschinen immer einsatzbereit sind. So könne nicht nur der Ladevorgang effizienter gestaltet, sondern auch die Betriebszeit maximiert werden. Aus der Ferne könne man so den Ladezustand oder den verbleibenden Batteriestand abfragen, den Standort der Maschinen überprüfen und Warnmeldungen erhalten. »Emma« ist auf Smartphones, Tablets und Notebooks der Kunden verfügbar. j Mit der »Electric Machine Management Application« (EMMA) soll es Betreibern und Flotten-Managern ermöglicht werden, sicherzustellen, dass ihre VolvoE-Maschinen immer einsatzbereit sind.