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«Die Menschen hier sind wie Gott für mich» Dilani aus Sri Lanka und ihre 18-jährige Tochter Sanju sind glücklich über die grosse Menschlichkeit, die ihnen hier begegnet. Aus der Hauptstadt Colombo (Sri Lanka) via Italien, Bern und Boltigen kamen Dilani Ellawala Liyanage (47 Jahre) und ihre 18-jährige Tochter Sanju Nirasha Waththuhewa im April 2017 im beschaulichen Spiez an. Die beiden mussten aus ihrer Heimat fliehen und liessen alles zurück. Die ersten Monate waren für beide sehr schwierig. Sie mussten zunächst in diesem für sie völlig neuen Land ankommen und sich orientieren. Sie hatten keine Ahnung über Sitten, Gebräuche und die Sprache und mussten sich im Übergangs-Zuhause der Kollektivunterkunft Freyberg erst einmal zurechtfinden. Anfänglich sei das Zusammenleben in der Unterkunft sehr ungewohnt gewesen, aber inzwischen schätzen sie die Tatsache, dass so viele Nationen ohne Rassendiskriminierung friedlich unter einem Dach leben. Schon nach kurzer Zeit in der Integrationsklasse Nach wenigen Monaten begriff die Tochter, dass dieses Land ihre Chance ist und sie hier ihre Zukunft aufbauen kann. Dementsprechend lernte sie eifrig Deutsch und schaffte im Sommer bereits den Einstieg in die Integrationsklasse des IDM, in welcher sie nun täglich zur Schule geht. Die Mutter geht jeden Morgen zum Deutschunterricht, kümmert sich ums Essen und hilft im Haus mit. Ziele für die Zukunft Auf die Frage welche Ziele sie für die Zukunft hätte, antwortet die Mutter: «Ich möchte meine Tochter beschützen.» Über weitere Ziele mag sie noch nicht nachdenken, denn zu unsicher ist ihre weitere Zukunft momentan. Die Tatsache, dass sie noch nicht weiss, ob sie bleiben dürfen, macht ihr sichtbar zu schaffen. Die Tochter kann da schon deutlich konkreter werden. Sie möchte zunächst Verkäuferin lernen und wenn sie genügend Geld zusammen hat, noch studieren. Das Bankfach hat es ihr angetan.
N R . 11 | 20 17
Dilani und ihre Tochter Sanju
Bewunderung für die Natur Beide betonen immer wieder, wie sie die intakte Natur hier lieben. Gerade der Tochter gefallen vor allem die Berge sehr. Sie bewundern, dass die Natur hier bewahrt wird und die Menschen sie achten und schützen. Nein, sie vermissen die Grossstadt nicht, denn hier können sie frische Luft atmen und sich draussen als Frauen allein und sicher bewegen. Sie bewundern den respektvollen Umgang untereinander, das Akzeptieren von Regeln und das Sicherheitsgefühl, das dadurch bei ihnen entsteht. Alles in allem haben sie die Schweiz und die hiesige Bevölkerung bereits in ihr Herz geschlossen und sind sehr dankbar für den Schutz, den sie hier bekommen. Abteilung Soziales Integrationsausschuss 11