SPEZIAL OUTDOOR WOHNEN IM GARTEN – DIE TRENDS 2025

SPEZIAL OUTDOOR WOHNEN IM GARTEN – DIE TRENDS 2025
DIE GRENZEN ZWISCHEN INNEN- UND AUSSENRAUM VERSCHMELZEN – DREI
WOHNTRÄUME MIT GRÜNEN AUSSICHTEN
F E I E R N S I E J E D E N T A G
W I E E I N E N N E U B E G I N N
Bis zu meinem zehnten Lebensjahr habe ich statt Schrebergarten konsequent Strebergarten gesagt. Ganz unabsichtlich, vielmehr aus voller Überzeugung, das sei das richtige Wort, weil alle Menschen, die ich kannte und die einen solchen Garten pflegten, doch eine sehr genaue, unverrückbare, ja beinahe schon zwanghafte Vorstellung von diesem Stück Grün und dessen optimaler Nutzung hatten. Streber halt – für meinen kindlichen Geist absolut logisch. Wir hatten keinen Schrebergarten und erst recht keinen Strebergarten, dafür hatten wir aber «hinge use» (hintenraus): die absolute Freiheit hinterm Haus. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und wenn wir wagemutig die grosse Scheune durchquert hatten, klebrige Spinnennetze im Gesicht und die Hälfte unserer Sandförmchen an die Dunkelheit verloren – wenn wir schliesslich mit aller Kraft das schwere Scheunentor zurückstemmten, dann hatten wir Wiesen und Felder bis zum Horizont. Zwar war die Idylle hinterm Haus auch von harter Arbeit in der Sandkuchenbäckerei geprägt, aber wenn die grosszügige Auslage (ein Brett auf zwei Holzkisten) erst einmal reichlich gefüllt war, konnten wir uns auf einer Decke im Gras ausruhen und hinter geschlossenen Augen den tanzenden Lichtpunkten der Sonnenstrahlen folgen.
Das klingt jetzt alles ein wenig verklärt, obwohl zu 100 Prozent wahr, ich schwöre bei meinem erstklassigen Sandgugelhupf mit aparter Blütenverzierung. Denn wo, wenn nicht im Garten, kann sich die Idylle noch ungezwungen ausleben? Ein Blick in unser grosses Garten-Extra liefert einen ersten Beweis (und ausserdem jede Menge Inspiration: ab Seite 78), und wem das nicht reicht, den überzeuge ich gerne mit selbst gemachtem Backwerk aus feinstem Sand.
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KATRIN MONTIEGEL Stv. Chefredakteurin katrin.montiegel@archithema.ch
EINZIGARTIG
Seite 70
Dem Bauhaus verpflichtet: Beim räumlich vielfältigen Rückzugsort eines kreativen Ehepaars in Kapstadt verbinden sich Architektur und üppige Gartenpracht auf eindrückliche Weise. (Titel: Greg Cox / Bureaux)
14 Mein Ideales Heim –— Robine Reolon von Raum Reolon hat ihren perfekten Rückzugsort gefunden.
16 Auslese –— Ein vielfältiger Strauss an Architektur- und Designgeschichten.
22 New York Minute –— The Future Perfect – wohnliche Wunderkammer.
24 Agenda –— Ausstellungen und Events im April und darüber hinaus.
26 Design –— Der Palazzo Molteni vereint Vergangenheit und Zukunft.
28 Jubiläum –— Gio Pontis «Dezza»Armchair feiert seinen Sechzigsten.
30 Hotel –— Das «Muchele» ist ein Zuhause auf Zeit voller Leichtigkeit.
Seite 46
32 Interview –— Pauline Junglas erzählt von ihrem neuen Sofa «Manyara».
34 Architektur –— Die Domino Sugar Factory lebt erhaben wieder auf.
38 Immobilien verstehen –— Was beim Hausverkauf wirklich zählt.
40 Reisen –— Auf Kihavah, Malediven, sind Natur und Mensch in Einklang.
44 Buchtipp –— best architects 25 – ein Buch weiss zu leuchten.
46 Atelier –— Zu Besuch beim musischen Designer Frank Rettenbacher.
52 Südafrika –— Mutter und Tochter haben ein Bauhaus-Juwel in ein stilvolles Zuhause verwandelt, üppiger Traumgarten inklusive.
64 Portugal –— Ein auf das Wesentliche reduzierte Ferienhaus fügt sich unaufgeregt und doch selbstbewusst in die karge Natur des Alentejo.
70 Tessin –— Das Architektenteam hat es verstanden, die Landschaft zu lesen, und hat so ein Gebäude geschaffen, das den Bewohner:innen einzigartige Blicke über Bellinzona verschafft.
Seite 82
78 Paola Lenti –— Die italienische Outdoormöbel-Manufaktur steht seit ihrer Geburt für eine klare Vision und dem Mut für farbige Möbelmomente. Mit der neuen Kollektion «Alma» überrascht Paolo Lenti einmal mehr.
82 Lounge –— Wir präsentieren eine edle Auswahl an Möbeln, die den Sommer im eigenen Garten perfekt machen.
88 Hunn –— Gartenmöbel, die das Leben draussen einzigartig machen.
90 Outdoorküchen –— Was gibt es Schöneres, als mit Freunden draussen an der grossen Tafel zu dinieren – und dies unter freiem Himmel.
96 Stobag –— Der Schweizer Spezialist für Beschattungslösungen feiert sein 60-jähriges Bestehen.
98 Am Wasser –— Bald ist es wieder genügend warm, damit wir uns endlich in und am Pool vergnügen können – kleine Inspirationen.
Paola Lenti INNOVATIV
Seite 78
Leipzig ENTSPANNT Seite 104
104 Leipzig –— Nach der Wende zog es Künstler:innen und Kreative in die entspannte ostdeutsche Metropole: cool wie Chelsea, bunt wie Soho und lässig dazu.
3 Editorial
12 Impressum
114 Prämien
117 Wettbewerb
130 Vorschau Mai
116 Service: Neues auf einen Blick
120 Profis
126 Designhotels
127 Die Experten
128 Adressen
Die Bauhaus-Architektur besticht durch klare Formensprache, weisse Fassaden und grosse Fensterfronten, die Licht und Weite schaffen.
Laureen und Renée Rossouw haben ein Bauhaus-Juwel in Kapstadt in ein stilvolles Zuhause verwandelt, das Vergangenheit und Moderne harmonisch vereint.
Text: Stefanie Solèr, Fotos: Greg Cox / Bureaux
Die kraftvolle und auf das Wesentliche reduzierte Architektur, die sich voller Respekt in die raue Landschaft fügt, stammt von Gonçalo Bonniz.
Das Haus «Fonte das Perdizes» liegt einsam inmitten der Landschaft von Comporta, Portugal. Es zeigt einen radikalen architektonischen Ansatz, der auf Kunstgriffe verzichtet und sich durch natürliche Erhabenheit in die Umgebung fügt.
Text: Alina Tanács, Fotos: Karel Balas / Vega Mg
Eine Stunde ausserhalb von Lissabon, nach einer zehnminütigen Fahrt auf einer staubigen Strasse, erblickt man es plötzlich: das Haus «Fonte das Perdizes». Umgeben von Wiesen und Korkeichen, integriert es sich ganz natürlich in die hügelige Landschaft des Alentejo. «Die Farben hier sind lebendig, die Palette ändert sich von einer Jahreszeit zur nächsten in einer ständigen Bewegung», so die schweizerischfranzösische Architektin Emma Pucci und die italienische Designerin Valentina Pilia, die zwei Gründerinnen des in Lissabon ansässigen Textildesignstudios Flores. Dieses Projekt gab dem Duo die Möglichkeit, zu zeigen, wie sie lokale Materialien meisterhaft neu interpretieren. Das Haus verfolgt einen radikalen architektonischen Ansatz, der auf Kunstgriffe
Unter der mächtigen Auskragung lässt es sich herrlich dinieren und den Blick über die Natur geniessen.
Der moderne Bau der Tessiner Architekten Riccarda Guidotti, Giacomo Guidotti und Andrea Frapolli fügt sich in die Tessiner Landschaft. Die vier loftartigen Wohneinheiten liegen unweit vom Bahnhof Bellinzona.
Text: Susanna Koeberle, Fotos: Rita Palanikumar
Industriell angehauchte Materialien prägen das Innere des Hauses und dieser Wohnung (im Hintergrund: Faltvorhang von Thut als Raumtrenner).