Dz d 023

Page 1

S TA DT N AC H R I C H T E N F Ăœ R D I E T Z E N BAC H U N D H E U S E N S TA M M Mittwoch, 7. Juni 2017

Nr. 23 D

Auflage 20.850

Gesamtauflage 218.420

Anzeigen: 06106-2839000 / www.dreieich-zeitung.de

„Noch lange nicht der letzte Akt“ GĂśpfert-Haus bleibt Gesprächsthema – Freude und Fragezeichen Kickers: Wiedersehen mit VĂślklingen RĂśchling kehrt nach langer Abstinenz in die Regionalliga zurĂźck >> Seite 2

Kita-Neubau im Norden der Stadt In Dietzenbach-Steinberg wird fĂźr den Nachwuchs investiert >> Seite 5

DIETZENBACH (kĂś) – Das Reinhard-GĂśpfert-Haus ist in der vorigen Woche als Begegnungsstätte fĂźr verschiedene Nutzergruppen (ChĂśre, Bridge-Club, VdK, Seniorenhilfe etc.) wiedererĂśffnet worden. Fortan wird sich zeigen, ob unter der Regie des Vereins „Freundeskreis GĂśpfertHaus“ eine tragfähige Organisationsstruktur zustande kommt. Die Vorgeschichte ist hinlänglich bekannt, sie hat seit 2015 wiederholt fĂźr Schlagzeilen gesorgt. Das GĂśpfert-Haus wurde ein Jahr lang als Unterkunft fĂźr minderjährige FlĂźchtlinge in Beschlag genommen. Die Stadt kooperierte mit dem Kreis Offenbach und ermĂśglichte die Sonderregelung. Beschwerden

BEILAGENHINWEIS Einem Teil unserer Auflage liegen Prospekte der folgenden Firmen bei:

Die besagten Nutzergruppen mussten Ăźbergangsweise ausziehen, sie wurden von der Stadtverwaltung mit Ersatzdomizilen versorgt. Es gab wiederholt Beschwerden Ăźber die Ausweichquartiere und die häufig erfolgenden Ortswechsel. „Wie auf einem Verschiebebahnhof“, so die aufgeflammte Kritik, habe man sich in der Phase des Provisoriums gefĂźhlt. Als die Jugendlichen schlieĂ&#x;lich im Herbst 2016 in eine Herberge in Heusenstamm verlegt wurden und das GĂśpfert-Haus wieder seiner ursprĂźnglichen Bestimmung hätte zugefĂźhrt werden kĂśnnen, eskalierte der Streit zwischen den „Ausgesperrten“ und der kommunalen Verwaltungsspitze. Mehrere Kommunalpolitiker, allen voran BĂźrgermeister JĂźrgen Rogg, fĂźhlten sich plĂśtzlich

Im Thesa: SpaĂ&#x; und Lerneffekt

„Das Haus mit Leben fĂźllen“

DIETZENBACH (kĂś) – In ein Sommerferien-BĂźhnencamp verwandelt sich das Theater „SchĂśne Aussichten“ (Thesa) in der unterrichtsfreien Zeit. FĂźr 8- bis 16-Jährige, die ihr Talent auf der BĂźhne am Harmonieplatz in der Dietzenbacher Altstadt testen mĂśchten, offeriert der Leiter des Hauses, Reiner Wagner, zweierlei Dinge. Zum einen ein auf Tanz und Gesang ausgerichtetes Wochenprogramm (10. bis 14. Juli), zum anderen ein um die Begriffe Theater, Comedy und Kabarett kreisendes Training (17. bis 21. Juli).

DIETZENBACH (kĂś) – „Unser Ziel ist es jetzt, mĂśglichst viele Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen, um das Haus mit Leben zu fĂźllen und die monatlichen Mietkosten erwirtschaften zu kĂśnnen.“ Mit dieser Anmerkung, die er in die Zeremonie „SchlĂźsselĂźbergabe, WiedererĂśffnung des Reinhard-GĂśpfert-Hauses“ einflieĂ&#x;en lieĂ&#x;, hat der Freundeskreis-Vorsitzende Friedrich JĂźde ein zentrales Anliegen der Nutzergemeinschaft unterstrichen. Es geht darum, neben den „Alteingesessenen“ (ChĂśre, soziale Vereine) auch andere, zusätzliche Interessenten in die Begegnungsstätte zu locken, um die finanzielle Plattform zu verbreitern. Die Stadt bleibt EigentĂźmer des Hauses. Der Freundeskreis fungiert als Trägerverein und Pächter des Objekts. Wer sich Ăźber MĂśglichkeiten der Raumbuchung fĂźr Veranstaltungen und Feiern näher informieren mĂśchte (auch Privatleute sind willkommen), erreicht JĂźde unter der Rufnummer (06074) 814525. AuĂ&#x;erdem stehen Gisela Decker, Telefon (06074) 23295, und Carola Steitz, Rufnummer (0170) 2255250, als Ansprechpartnerinnen zur VerfĂźgung.

nicht mehr an einstige Aussagen gebunden. Vom „Intermezzo FlĂźchtlingsunterkunft“ war stets die Rede gewesen. Sobald dieser Zustand beendet sei, werde das GĂśpfert-Haus wieder als sozialer Treffpunkt zur VerfĂźgung stehen: So klang die Sprachregelung im Rathaus bis ins Jahr 2016 hinein. Abriss und Verkauf Doch siehe da: Die FlĂźchtlinge zogen aus – und die TĂźren blieben verschlossen. Ein kommunalpolitischer Poker begann. Rogg sowie fĂźhrende KĂśpfe der CDU und der Wählergemeinschaft WIR/BfD liebäugelten mehr oder weniger offen mit der Variante „Abriss des Gebäudes und Verkauf des Geländes an einen Bau-Investor“. Auf einen ErlĂśs von rund 500.000 Euro wurde spekuliert. Erst die Bildung des Freundeskreises und dessen rĂźhrige Ă–ffentlichkeitsarbeit inklusive geharnischter Protestschreiben lieĂ&#x;en die Front der Abriss-BefĂźrworter brĂśckeln. Als sich das Lobby-Gremium der Nutzer schlieĂ&#x;lich bereit erklärte, einen Trägerverein zu bilden und der Stadt (die EigentĂźmerin der 41 Jahre alten Immobilie bleibt) beim Thema „Unterhaltskosten“ den jährlich anfallenden Finanzaufwand von rund 20.000 Euro abzunehmen, konnte ein Durchbruch erzielt werden. SchlĂźsselĂźbergabe Nun hieĂ&#x; es in der vergangenen Woche also: SchlĂźsselĂźbergabe nach erfolgter Wiedereinrichtung als Domizil fĂźr Sänger und soziale Gruppen. Der Erste Stadtrat Dr. Dieter Lang (SPD) war beim Fototermin vor dem

zum Zankapfel mutierten Objekt mit von der Partie. Zur Erinnerung: Zu Jahresbeginn hatte der Vize-BĂźrgermeister noch kräftig auf die Bremse getreten. Das GĂśpfert-Haus sei weiterhin eine Option fĂźr Notfälle. Vor dem Hintergrund der Stichworte „Familien-ZusammenfĂźhrungen“ und „mĂśglicherweise wieder ansteigende FlĂźchtlingszahlen“ sei die Stadt gut beraten, das Gebäude als Reservepuffer zu betrachten, hatte Lang in der Stadtverordneten-Versammlung erklärt. Jetzt, wenige Monate später, zeigte er sich erfreut Ăźber den Erfolg des Freundeskreis-Engagements. „Ich bin sehr froh, dass in Dietzenbach couragierte und engagierte Menschen leben, die fĂźr ihre Stadt eine aktive Verantwortung Ăźbernehmen“, lieĂ&#x; Lang verlauten. Der Freundeskreis-Vorsitzende Friedrich JĂźde wählte die Worte „Ende gut, alles gut“. Doch in einer Presseerklärung, die anlässlich der WiedererĂśffnung zu

Papier gebracht wurde, finden sich darĂźber hinaus keine substanziellen Angaben zur Vereinbarung, die die Stadt und der Trägerverein im Hinblick auf Begriffe wie „KostenĂźbernahme“ und „Haftungsrisiken“ ausgehandelt haben. Eine Verlautbarung, die man in der Woche nach den Pfingstfeiertagen zu verĂśffentlichen gedenke, werde Informationen liefern. Vorab wolle er keine Erläuterungen dazu abgeben, erklärte JĂźde auf Nachfrage der Dreieich-Zeitung.

Weniger reserviert zeigt sich Werner JĂźnger. Der ehemalige Stadtverordneten-Vorsteher, der als Sänger im TGS-Chor aktiv ist und sich Ăźber die Wiederkehr des altvertrauten Szenarios freut (Ăœbungsstunden im GĂśpfert-Haus), hat sich aus dem Vorstand des Freundeskreises zurĂźckgezogen. Skeptische Haltung „Ich konnte das Papier, das uns von der Stadt vorgelegt wurde, in dieser Form nicht unterschreiben“, unterstreicht JĂźnger seine skeptische Haltung. Viele Details sind seiner Meinung nach unzureichend und nicht zufriedenstellend geregelt. Dies gelte beispielsweise in Anbetracht der Frage, welche finanzielle Absicherung bei einem grĂśĂ&#x;eren Schadensfall (Dach, Wasser) zum Tragen komme. Unklar sei auch, wie mittelfristig anfallende Investitionen (Stichwort: sanitäre Anlagen) zu stemmen seien. Man habe sich auf eine Vereinbarung eingelassen, ohne derlei Sachverhalte mit einer fundierten juristischen ĂœberprĂźfung abzugleichen, moniert JĂźnger. Sein Kommentar: „Manche Leute behaupten, es sei nun endlich der letzte Akt in einem langen Prozess zustande gekommen. Ich behaupte: Das war noch lange nicht der letzte Akt.“ „Restlaufzeit“ Soll heiĂ&#x;en: Das dicke Buch mit der Aufschrift „GĂśpfert-Haus“ wird noch einige Kapitel mit Ăœberraschungs-Vorzeichen bescheren. KĂźrzlich hatte ein von der Stadt beauftragter Gutachter der Immobilie eine absehbare „Restlaufzeit“ von rund zehn Jahren bescheinigt.

Musiktheater: In Reichweins Welt HEUSENSTAMM (kĂś) – Das Jubiläum „50 Jahre Adolf-ReichweinGymnasium in Heusenstamm“ wurde und wird 2017 in vielfältiger Form gefeiert: Sei es mit Empfängen, Festansprachen, Partys oder Kultur-Veranstaltungen. Letzteres, die AuffĂźhrung eines MusiktheaterstĂźcks zu Ehren des Namensgebers der Schule, haben Jungen und Mädchen der Musiktheater-AG vorbereitet. Am 9., 10. und 11. Juni beleuchtet die Inszenierung mit dem Titel „Einfach frei sein?!“ schlaglichtartig das Leben und Werk von Adolf Reichwein (18981944), der als naturverbundener „Wandervogel“, engagierter Reformpädagoge und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime porträtiert wird. Die Vorstellungen in der TSV-Halle an der JahnstraĂ&#x;e beginnen am Freitag und Samstag jeweils um 19 Uhr. Am Sonntag wird bereits ab 11.30 Uhr gespielt. Eintrittskarten zu Preisen von 8 Euro fĂźr Erwachsene und vier Euro fĂźr Kinder sind im Vorverkauf im Fachgeschäft „Das Buch“, Frankfurter StraĂ&#x;e 30, und – so lange der Vorrat reicht – an der Tageskasse am Eingang der Halle erhältlich. Foto: Adolf-Reichwein-Gymnasium

GrĂźne: Applaus fĂźr Chmelik HEUSENSTAMM (kĂś) – Eine „Altgediente“ der Heusenstammer GrĂźnen hat sich nach jahrzehntelanger Arbeit in ehrenamtlicher Funktion in die zweite Reihe verabschiedet: Ursula Chmelik, die sowohl der Stadtverordneten-Fraktion als auch dem Vorstand des GrĂźnen-Ortsverbandes angehĂśrte, verzichtete in der jĂźngsten Mitgliederversammlung auf eine erneute Kandidatur fĂźr die FĂźhrungsriege. Mit

Dank und Applaus wurde ihr Engagement gewßrdigt. Als Impulsgeber der Sonnenblumenpartei in der Schlossstadt betätigen sich nach der Vorstandsneuwahl fortan (bis 2019) Johannes Gnegel, Hans Driedger, Ekaterini Kokkineli, Heiner Wilke-Zimmermann und Jens-Carsten Horch, der neu in das Gremium aufrßckte und nunmehr als Kassierer fßr dessen Finanzen verantwortlich zeichnet.

„Arbeit fĂźrs Leben“ „Die Teilnehmer lernen die Arbeit auf der BĂźhne kennen, die ja bekanntlich Arbeit fĂźrs Leben bedeutet. Sprache, Mimik, KĂśrperspannung, Hemmungen abbauen, Präsentation vor anderen...“ So beschreibt Wagner die Mischung aus Unterhaltung und Lerneffekt, die er fĂźr den Nachwuchs vorbereiten wird. Täglich von 9 bis 17 Uhr sind Kurzweil und Betreuung garantiert. Eltern und interessierte Youngster, die sich näher informieren mĂśchten, erreichen den Theatermacher unter der Rufnummer (06074) 29107.

Sommer-Gutschein

o ĂŠ ÂĽĂŠ²ĂŠ²Ă•ç¼Ă‰

$ '- # ) # & - )# )&$ *# # $& ) " )$ # & + #$ # ) $! & #, && ) ) #& # &&" )$ $ ) # ) & # # )& $" * & $ $ " ĢĹ‹Ä° Ĺ&#x;Ä– (- %" && , )$$ )" & # # ) !# ) $& )# )&$ * &

+HUPHVVWU 1HX ,VHQEXUJ 7HO

Auf ßber 140 Ständen Stoffe und NähzubehÜr aus aller Welt!

Alles zum Selbernähen!

FRANKFURT am Main Das Reinhard-GĂśpfert-Haus erlebt eine Renaissance als Begegnungsstätte in der Dietzenbacher Westend-Siedlung. Der Erste Stadtrat Dr. Dieter Lang (links), der Kreisbeigeordnete Carsten MĂźller (rechts) und Mitglieder des Freundeskreises, angefĂźhrt vom Vorsitzenden Friedrich JĂźde, präsentierten sich während der SchlĂźsselĂźbergabe gut gelaunt. Doch jetzt bleibt abzuwarten, ob die Verantwortlichen den Härtetest meistern. Sprich: Ob der Trägerverein tatsächlich in der Lage ist, die Organisation zu stemmen, das nĂśtige Geld aufzubringen und einen aus Sicht der Kommune „kostenneutralen“ Betrieb zu gewährleisten – denn auf just diese Vorgabe, frei nach dem Motto „Die Stadt hat dafĂźr kein Geld (mehr)“, hat das KomFoto: Kreisstadt Dietzenbach munalparlament per Beschluss ausdrĂźcklich gepocht.

Sonntag, 11. Juni 2017

60314 Osthafen LindleystraĂ&#x;e 11:00 - 17:00 Uhr www.stoffmarktholland.de


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.