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S TA DT N AC H R I C H T E N F Ü R RÖ D E R M A R K U N D RO D GAU Mittwoch, 19. Juli 2017

Nr. 29 E

Auflage 30.570

Gesamtauflage 218.420

Anzeigen: 06106-2839000 / www.dreieich-zeitung.de

FDP beklagt „Murks“ Hainchesbuckel: Kritik an schwarz-grünen Plänen Neue Stürmer im Fokus Der Kickerstag lockt am Sonntag (23.) nach Offenbach >> Seite 2

Burgfestspiele in Dreieichenhain Kulturprogramm geht in die nächste Runde >> Seite 10

BEILAGENHINWEIS Einem Teil unserer Auflage liegen Prospekte der folgenden Firmen bei:

Wolfgang Jung führt die Lions RODGAU/RÖDERMARK (kö) – Der Lions Club setzt seine Wohltätigkeitsarbeit in den Nachbarstädten unter neuer Präsidentschaft fort. Zur Jahresmitte hat Wolfgang Jung das Sprecheramt von seinem Vorgänger Norbert Wolf übernommen. Jung, Jahrgang 1952, Diplom-Ingenieur, Bau-Spezialist und Wirtschafsfachmann in Personalunion, unterstreicht mit dem Motto seiner einjährigen Zeit als Nr. 1 der Lions in Rodgau und Rödermark, dass er auch in deren Reihen als Impulsgeber wirken möchte. „Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht“: Getreu dieser Devise sollen die Spendensammlungen für soziale Einrichtungen und Projekte auch in Zukunft gute Erträge erbringen. Apropos „Weg“... Oder besser: „neuer Weg“... Diesen beschreiten die Lions, indem sie Frauen fortan als Mitglieder in ihren Reihen willkommen heißen. Bislang war der Club de facto als „Herrenrunde“ definiert. Frauen engagierten sich als Helferinnen bei Wohltätigkeitsaktionen. Ab sofort ist auch eine formale Mitgliedschaft möglich. Als ein vermeintlicher Höhepunkt in Jungs Präsidentenjahr ist die Ball-Veranstaltung „Nacht der Löwen“ im Terminkalender vorgemerkt. Am 25. November 2017 soll in der Rödermärker Kulturhalle ein Unterhaltungsprogramm unter Benefizvorzeichen aufgezogen werden. Auf Live-Musik und Tanz dürfen sich die Besucher freuen.

RÖDERMARK (kö) – Der Antrag, den die CDU/AL-Koalition im Stadtparlament zum Thema „Erweiterung des Gewerbegebietes in Urberach“ vorgelegt habe, sei „schwarzgrüner Murks“. Er stifte letztendlich nur Unfrieden und trage nicht zu einer vorteilhaften Lösung für alle Beteiligten bei. Mit dieser Einschätzung hat sich die Rödermärker FDP zu Wort gemeldet.

das Thema im Herbst im Stadtparlament zur Debatte und Abstimmung aufgerufen wird, werden die Freidemokraten einen Vorschlag aus eigener Feder präsentieren. Nach einem Gespräch, dass man mit Rügemer geführt habe, sei die Erkenntnis gereift, „dass eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten problemlos möglich ist“, ließ der örtliche Fraktionsvorsitzende der Blau-Gelben, Tobias Kruger, verlauten.

Es scheint, als habe das Bündnis von Christdemokraten und AL/Grünen, das seit 2011 den kommunalpolitischen Ton angibt, mit seiner Ankündigung, eine städtebauliche Offensive einleiten zu wollen (die Dreieich-Zeitung berichtete), in ein Wespennest gestochen. Die Materie entzündet Diskussionen. Sie provoziert kontroverse Ansichten, sie polarisiert und setzt Emotionen frei. Der Unternehmer Jörg Rügemer, der mit seinem Recycling-Betrieb am Hainchesbuckel und somit am Rande der potenziellen Gewebe-Erweiterungszone ansässig ist, hat bereits in einer öffentlichen Verlautbarung kundgetan, was er von den Plänen der Koalition hält: wenig bis nichts. Die Idee, eine neue Erschließungsstraße quer durch das Gebiet zu ziehen, sei nicht vorteilhaft – weder für seine Firma noch für mögliche Nachbarn, die sich dort ansiedeln wollten. Eine gute Abschirmung von „lautem Gewerbe“, wie es beim Recycling mit Sortierbetrieb und Erdaufschüttungen anzutreffen sei, und „leisen“ Unternehmen, die im administrativ-repräsentativen Sektor beheimatet seien, halte er auf der Basis der schwarz-grünen Konzeption kaum für möglich, hatte Rügemer kritisiert.

„Frontaler Angriff“

Heiße Nadel? So drängt sich, kaum dass die Bündnispläne öffentlich vorgestellt wurden, die Frage auf: Ist schon Sand im Getriebe, ehe der Zug richtig ins Rollen kommt? Wurde der Vorstoß mit heißer Nadel gestrickt? Gab es keine klärenden Vorab-Gespräche? Die FDP befeuert all diese Fragen, indem sie eine eigene Antrags-Initiative in Sachen „Hainchesbuckel“ ankündigt. Wenn

Grundschulen: Neue Köpfe RÖDERMARK (kö) – „Führungswechsel“ heißt es unter dem Dach der Grundschulen in Rödermark. Pünktlich zum Beginn des Unterrichtsjahres 2017/2018 am 14. August steht Stefan Wesselmann als neuer Leiter der Trinkbornschule in den Startlöchern. Vor seinem beruflichen Wechsel nach Ober-Roden war er 14 Jahre lang führender Kopf der Käthe-Paulus-Schule in Mainhausen. Die Schule an den Linden wird künftig von Andrea Schöps geleitet. Sie wechselt von Ober-Roden nach Urberach und „beerbt“ dort Ruth Anderson, die zwei Jahre lang als kommissarische Leiterin fungiert hatte.

Zunächst aber, so sein Einwand, müsse mit dem vorgelegten Gedankenkonstrukt der Koalition abgerechnet werden. Kruger moniert: „Der schwarzgrüne Antrag ist ein äußerst fragwürdiger, frontaler Angriff auf ein Rödermärker Traditionsunternehmen, das 2017 sein 50-jähriges Bestehen feiert und rund 40 Menschen gute und sichere Arbeit gibt.“ Hans Gensert, der Pressesprecher des FDP-Stadtverbandes, fügt hinzu: „Statt mit dem Unternehmen zu reden, um eine praktikable Lösung zu finden, wird hier eine Straße mitten durch ein bestehendes Unternehmen, mitten durch Privatgelände, vorgeschlagen. Diese Quasi-Enteignung ist mit uns nicht machbar“, unterstreicht

Gensert im Namen seiner Partei. Dass im Antrag der Koalition von „illegalen Zuständen“ die Rede sei, die man im Zuge der Erweiterung und Neuordnung des Gewerbegebietes beseitigen wolle: Auch dieser Passus erzeuge Befremden in den Reihen der FDP, betont Krugers Fraktionskollege Dr. Rüdiger Werner. „Nach unserem Kenntnisstand besitzt die Firma Rügemer für ihr Unternehmen unbefristete Betriebsgenehmigungen. Wenn hier tatsächlich irgendetwas illegal sein sollte, stellt sich die Frage, warum die Stadt nicht längst reagiert hat. Beziehungsweise: Warum das, was die Koalition jetzt als ‚illegal‘ bezeichnet, über Jahrzehnte geduldet wurde“, haken Kruger und Werner nach.

Sie schlussfolgern: „Es drängt sich der Verdacht auf, dass im schwarz-grünen Antrag bei der Wortwahl schäbig taktiert wurde, um ein schlechtes Bild zu zeichnen und negative Emotionen zu Lasten des anliegenden Unternehmens zu generieren.“ Wie eine konsensfähige Lösung

aussehen könnte – zumindest für all jene, die den Satz „Rödermark erhält dringend benötigte zusätzliche Gewerbeflächen“ als Vision für die nahe Zukunft gutheißen –, skizziert die FDPFraktion mit ihrem Gestaltungsvorschlag.

Abschiedsfeier im Kreise langjähriger Mitstreiter: Mit Frithjof Decker (Mitte, vorne) ist ein prägnanter Kopf aus dem regionalen Kirchendienst der Protestanten ausgeschieden. Die Pfarrerinnen Kathrin Brozio (links neben Decker) und Sabine Beyer (rechts neben ihm) treten seine Nachfolge an. Foto: Evangelisches Dekanat Rodgau

„Reifen sauberfahren“

Pfarrer Frithjof Decker wurde verabschiedet

Die wichtigsten Punkte des Antrags fassen Kruger, Werner und Gensert wie folgt zusammen: • „Das neue Gewerbegebiet wird über die bestehende Straße (ausgebaut) entlang der jetzigen Bebauungsgrenze erschlossen.“ • „Die Firma Rügemer baut auf eigene Kosten eine Werksausfahrt, die auf die Messenhäuser Straße mündet. Dies hat die Vorteile, dass zum einen die Erschließungsstraße entlastet wird und zum anderen die LKW auf der Fahrt bis zur Werksausfahrt ihre Reifen sauberfahren können. So wird die Verschmutzung der Messenhäuser Straße minimiert.“ • „Die Firma Rügemer baut in westlicher Richtung eine neue Halle, die als Lärm- und Staubfang dient, sodass der bestehende Recyclingbetrieb die neu anzusiedelnden Gewerbebetriebe nicht stört.“ • „Der biotopartige Grüngürtel, der das Recyclingunternehmen nach Messenhausen hin abgrenzt und die Emissionen minimiert, bleibt erhalten und wird in westlicher Richtung als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme erweitert.“

KREIS OFFENBACH (kö) – Über knapp vier Jahrzehnte hinweg war Frithjof Decker eine prägnante Figur der Protestanten in der hiesigen Region. Viele Menschen, auch solche, die nicht der evangelischen Kirche angehören, kennen den Pfarrer, denn Decker hat sich weit über den konfessionellen Horizont hinaus engagiert und ins soziale Leben eingebracht. Jetzt ist er in den Ruhestand verabschiedet worden. Sein Augenmerk galt neben der individuellen Seelsorge den kollektiven Sorgen und Nöten der Gesellschaft. Soziale Schieflagen, Menschen in Krisensituationen, Flüchtlinge... All diese Themen hatte Decker gewissenhaft auf dem Schirm – beruflich und privat, als Christ in offizieller Mission und als „einfacher“ Gläubiger. Mit seinem Eintritt in den Dienst der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der 1980 unter dem Dach der Johannesgemeinde in Neu-Isenburg erfolgte, begann Deckers Laufbahn, die als zentrale und prägende Station eine Pfarrstelle in Rödermark bescherte. Lange Zeit war er Impulsgeber und bekanntes Gesicht der Petrusgemeinde in Urberach.

Mehr zum Thema: Siehe Planskizzen auf Seite 3.

„An der Schwelle“: Zuspruch In den vergangenen neun Jahren widmete sich Decker dann noch einmal einer neuen Herausforderung: Als Notfallseelsorger und als Pfarrer, der alten und pflegebedürftigen Menschen im Evangelischen Dekanat Rodgau zur Seite stand, wirkte er an der „Schwelle des Lebens“. Festgottesdienst Diese Formulierung wählte Pröpstin Gabriele Scherle gleich mehrfach, als es kürzlich in den Räumen der Emmausgemeinde in Rodgau-Jügesheim galt, Adieu zu sagen. Nach 38 Jahren im kirchlichen Dienst wurde Decker im Rahmen eines Festgottesdienstes ins „dritte Lebensalter“ verabschiedet. Scherle betonte mit Blick auf ihren scheidenden Kollegen: „Sie haben Ihr Augenmerk im Dienst immer auf das Leben an der Schwelle gerichtet – und damit auf die, die ‚draußen vor‘

sind, was die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft anbelangt. Von Flüchtlingen über Menschen ohne Obdach sowie Einsame, Hochbetagte und Pflegebedürftige bis hin zu Menschen, die ein schwerer Verlust aus dem alltäglichen Leben gerissen hat, spannte sich der Bogen.“ Scherle lobte Deckers Ansatz: „Sie wollten immer ‚dem Gott der kleinen Leute‘ auf der Spur bleiben und das Evangelium allen gleichermaßen verständlich machen. Sie haben dabei gerade in der Urberacher Petrusgemeinde vieles ausprobiert, ihre Gemeinde in die Gesellschaft geführt und spirituell aufgebaut.“ Deckers Nachfolge treten die Pfarrerinnen Kathrin Brozio (Hainburg) und Sabine Beyer (Jügesheim) an. Brozio wird sich fortan um die Alten-, Kranken- und Hospiz-Seelsorge kümmern. Beyer ist für den Bereich der Notfallseelsorge zuständig.


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