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S TA DT N AC H R I C H T E N F Ăœ R L A N G E N , E G E L S BAC H U N D E R Z H AU S E N Mittwoch, 14. Juni 2017

Nr. 24 A

Auflage 24.470

Gesamtauflage 218.420

Anzeigen: 06106-2839000 / www.dreieich-zeitung.de

Erfolgsgeschichte in der Nische „Delta Pronatura“ steht wirtschaftlich solide da und startet Investitionsphase Von Harald Sapper

Vorzeige-Projekt zur Integration CFEE: Neue Bleibe fĂźr FlĂźchtlinge offiziell eingeweiht >> Seite 2

Kita-Anbau bei „Luthers“ erĂśffnet Einrichtung verfĂźgt nunmehr Ăźber 80 Ganztagsplätze >> Seite 3

EGELSBACH – „Jeder mĂśchte eine weiĂ&#x;e Weste haben.“ Als Heiner Beckmann diesen Satz am vergangenen Mittwoch sagte, waren ihm die Lacher sicher. Denn obwohl der geschäftsfĂźhrende Gesellschafter von „Delta Pronatura“ diese Aussage bei der Grundsteinlegung fĂźr ein neues Hochregallager des seit 2001 in der Tränkbachgemeinde ansässigen inhabergefĂźhrten Familienunternehmens mutmaĂ&#x;lich ohne jeden Hintergedanken tätigte, war den Anwesenden deren Doppeldeutigkeit sehr wohl bewusst. Dabei begrĂźndete Beckmann mit diesem Bonmot und dem nachgeschobenen Hinweis, dass es Flecken nun mal Ăźberall gebe, nur sehr einleuchtend, warum der konzernunabhängige Mittelständler mit der globalen Ausrichtung erneut expandiert. Mit der nun eingeleiteten Errichtung des Hochregallagers, das 30 Meter hoch und 100 Meter lang sein und auf 15 Ebenen sowie rund 4.500 Quadratmetern Flä-

„Delta Pronatura“: Stetige Expansion als Merkmal che Platz fĂźr 10.000 Paletten bieten wird, ist der Startschuss fĂźr ein umfangreiches Ausbauprogramm gefallen, bei dem der Hersteller so bekannter Marken wie „Dr. Beckmann“, „Bullrich“ oder „Blistex“ bis zum Jahr 2019 mehr als zehn Millionen Euro investieren wird. „Das ist eine klare Entscheidung fĂźr den Standort Egelsbach“, betonte Beckmann und wies gleichzeitig darauf hin, dass es nicht nur um mehr Lagerplatz gehe. „Wir wollen auch unsere Produktion hier in Egelsbach, wo all unsere flĂźssigen Produkte hergestellt werden, erheblich ausweiten“, sagte der „Delta Pronatura“-Boss. Ziel sei die Verdoppelung der 2016 erreichten Kapazität von 35 Millionen Flaschen auf 70 Millionen innerhalb von sieben Jahren. Nur so kĂśnne man die „ständig steigende Nachfrage im In- und Ausland decken“, erklärte Beckmann, der das Unternehmen, das seinen Umsatz von 136,2 Millionen Euro in 2015 um elf Prozent auf 151,6 Millionen im vorigen Jahr steigern konnte, zusammen mit seinem Cousin Gerhard KrauĂ&#x; leitet. Ebenfalls zur FĂźhrungsriege zählt Heiner Beckmanns Sohn Nils, mit dem mittlerweile die

„HAMMERING MEN“: Egelsbachs BĂźrgermeister JĂźrgen Sieling, Landrat Oliver Quilling, die GeschäftsfĂźhrer Heiner Beckmann, Gerhard KrauĂ&#x; und Nils Beckmann, Ministerpräsident Volker Bouffier sowie Produktionsleiter Dr. Alfred KĂźrzinger (von links) schwangen bei der Grundsteinlegung fĂźr das neue Hochregallager von „Delta Pronatura“ gut gelaunt die Hämmer. Foto: Szypula

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Berliner Apotheke als Keimzelle der „Saga“

vierte Generation der Familie an der Erfolgsgeschichte mitschreibt. Dies sei ebenso auĂ&#x;ergewĂśhnlich wie die Spezies von Menschen, „die nicht nur verwalten, was sie haben, sondern auch bereit sind, ein Risiko einzugehen“, lobte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, der bei der Grundsteinlegung ein Hohelied auf den Mittelstand sang: „Ihm verdanken wir in erster Linie unseren Wohlstand, und es sind gerade solche Unternehmen wie ,Delta Pronatura’, die am meisten Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen.“ Zudem wertete der CDU-Politiker, der den Verantwortungsträgern „in Anerkennung der unternehmerischen Leistung Ăźber Jahrzehnte hinweg“ eine Ehrentafel des Landes aus HĂśchster Porzellan Ăźberreichte, die Entscheidung zur Expansion als „klares Bekenntnis zum Standort Hessen“. Auch Egelsbachs BĂźrgermeister JĂźrgen Sieling zeigte sich sehr erfreut darĂźber, dass die Firma, die vor Ort rund 200 und weltweit Ăźber 350 Mitarbeiter beschäftigt, auch kĂźnftig im frĂźheren Klammernschnitzerdorf fest verankert ist: „Wir haben nicht so viele Produkte, die in Egelsbach hergestellt werden, und sind deshalb umso stolzer, dass gerade die Fleckenteufel von Dr. Beckmann, die fast auf der ganzen Welt erhältlich sind, untrennbar mit unserer Gemeinde verbunden sind.“ Ein gutes Stichwort: „Delta Pronatura“, dessen Expansionsdevise „Mit Herz in Hessen – international unterwegs“ lautet und das sich nach Angaben von Heiner Beckmann schon sehr frĂźh dafĂźr entschieden hatte, „mit Spezialprodukten Nischen zu besetzen, die fĂźr die groĂ&#x;en Unternehmen zu klein sind“, ist mittlerweile in allen europäischen Staaten und weltweit in 80 Ländern präsent. Mit einem Export-Anteil von mehr als 60 Prozent des Umsatzes ist der Egelsbacher Mittelständler eine Ausnahme auf dem deutschen KonsumgĂźtermarkt. Im Ausland ist GroĂ&#x;britannien der umsatzstärkste Exportpartner. „Hier haben wir im vergangenen Jahr gegenĂźber 2015 um 15 Prozent auf 26 Millionen Euro zugelegt“, gab Co-GeschäftsfĂźhrer Gerhard KrauĂ&#x; bekannt. Aber auch in den USA wurde

2016 die 10-Millionen-Dollar-Umsatzmarke geknackt, und in China konnten mehr als eine Million Produkte von „Dr. Beckmann“ abgesetzt werden. Vor allem in Asien, Lateinamerika und im Nahen Osten habe „Made in Germany“ noch einen guten Ruf, sagte KrauĂ&#x; – „und das trotz des Diesel-Skandals“, wie er augenzwinkernd hinzufĂźgte. „Gerade in den Schwellenländern wachsen die AnsprĂźche der BevĂślkerung mit dem Lebensstandard.“ Und dort vertrauten die Verbraucher, wenn es um Reinigung, Flecken und Sauberkeit gehe, dem in seinem Portfolio auch Gesundheits- und Kosmetikmarken aufweisenden MarktfĂźhrer in den Segmenten Waschzusätze, Farbschutz sowie Fleckenteufel. Allerdings mĂźsse man sich auch auf die jeweiligen, ganz speziellen Gegebenheiten einstellen. „In China wird kalt gewaschen, und in den USA dauert ein Waschgang im Schnitt nur 17 Minuten“, wusste Heiner Beckmann zu berichten. Dementsprechend mĂźsse das Unternehmen, das auch Ăźber Standorte in Mexiko, Polen, Ă–sterreich, der Schweiz und Frankreich verfĂźgt, getreu der Devise „Andere Länder, andere Sitten“ fĂźr viele Staaten maĂ&#x;geschneiderte Produkte entwickeln. Genau dafĂźr benĂśtigt „Delta Pronatura“, dem eine Unternehmensberatung in Anbetracht der Tatsache, dass es stets auf breiter Front zugelegt hat und bis heute nicht von Einzelerfolgen abhängig gewesen ist, attestierte, optimistisch in die Zukunft blicken zu kĂśnnen, kompetente Fachkräfte. Die aber sind schwer zu bekommen. „Wir konkurrieren mit den groĂ&#x;en Unternehmen und kĂśnnen nicht immer mit deren Offerten mithalten“, gab Junior-Chef Nils Beckmann zu. Daher habe man gemeinsam mit der Berufsakademie in Mannheim eigene duale Studiengänge entwickelt, um junge Arbeitskräfte zu gewinnen. Mit deren Hilfe verfolgt das Egelsbacher Unternehmen ein ehrgeiziges Ziel: „Wir wollen wie in den vergangenen sieben Jahren auch in den kommenden sieben unseren Umsatz erneut verdoppeln.“ Und – das sei hinzugefĂźgt – natĂźrlich dafĂźr sorgen, dass mĂśglichst viele Westen weiĂ&#x; bleiben.

EGELSBACH (hsa) – Die Wiege der Firma „Delta Pronatura“ stand in Berlin. Dort hatte UnternehmensgrĂźnder Gerhard KrauĂ&#x; im Jahr 1934 eine Apotheke inklusive der Produktionslizenz fĂźr ein im dazugehĂśrigen Laboratorium hergestelltes Hautpflegemittel „mit ungewĂśhnlich breitem Anwendungsspektrum“ erworben. Dies wurde sogar während des Zweiten Weltkriegs als „kriegswichtiges Produkt“ eingestuft und konnte deshalb weiter fabriziert werden. In der Nachkriegszeit verschärften sich die VertriebsmĂśglichkeiten durch den Besatzungsstatus Berlins dramatisch (auĂ&#x;erhalb der Stadtgrenzen ging gar nichts), und so wurde nach einem neuen Standort in Westdeutschland gesucht – und dieser schlieĂ&#x;lich in einem Offenbacher Bunker gefunden. Der aber taugte aufgrund der beschränkten räumlichen Kapazitäten nur als ĂœbergangslĂśsung, und so erfolgte 1951 der Umzug nach Frankfurt-Sachsenhausen. Die rĂźhrige Unternehmerfamilie hob dann nicht nur sieben Jahre später den „Delta-Vertrieb“ aus der Taufe, sondern erweiterte im Laufe der Zeit auch ihr Spezialitätenprogramm immer mehr, wobei das Portfolio vom Gesichtswasser Ăźber Erkältungsprodukte, Kosmetika und AbfĂźhrmittel bis hin zu Tierarzneimitteln reichte. Kein Wunder also, dass auch das Firmendomizil in der Mainmetropole bald aus allen Nähten platzte und daher 1963 geeignete Räumlichkeiten in Neu-Isenburg bezogen werden mussten.

Acht Jahre später bot sich dem „Delta-Vertrieb“ die Chance, mit dem Erwerb des Offenbacher Unternehmens „Baumbach-Chemie“, deren bekannteste Produkte die „Fleckenteufel“ waren, in den Markt der Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel einzusteigen. Ab 1973 fungierten die Neu-Isenburger als Deutschlandvertrieb der US-amerikanischen Lippenpflegemarke „Blistex“, und 1981 Ăźbernahmen sie mit „Bullrich-Salz“ nicht nur einen der ältesten deutschen Markenartikel, sondern auch einen mit groĂ&#x;artigen WerbesprĂźchen. „So nĂśtig wie die Braut zur Trauung ist BullrichSalz fĂźr die Verdauung“, lautete einer, ein anderer: „Ja, schon der Jäger aus Kurpfalz nahm oft und gerne Bullrich-Salz“. Nur ein Jahr später schlug die Geburtsstunde von „Dr. Beck-

mann Fleckensalz“, das zwar nicht mit derartigen Kracherslogans, wohl aber mit Qualität punkten kann. Das daraus resultierende permanente Wachstum fĂźhrte schlieĂ&#x;lich 2001 zu einem abermaligen Umzug (diesmal nach Egelsbach), und hier schreitet die Entwicklung seither ebenfalls rasant voran.

Familienfest der „BlaurĂścke“ ERZHAUSEN (hsa) – Das beliebte Feuerwehrfest der Ăśrtlichen FloriansjĂźnger geht auch in diesem Jahr wieder in Form einer Doppel-Sause Ăźber die BĂźhne: Zunächst wird am Mittwoch (14.) ab 19 Uhr die Coverband „rediostix“ vor dem Domizil der BrandschĂźtzer, RodenseestraĂ&#x;e 3, dem Vernehmen nach „einen bunten Mix aus älteren und topaktuellen Liedern“ zu GehĂśr bringen. Der Eintritt ist frei. Am Donnerstag (15./Fronleichnam) folgt dann

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ab 11 Uhr an gleicher Stelle das traditionelle Familienfest, bei dem die Erzhäuser „BlaurĂścke“ unter anderem Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto offerieren. Zudem steht erstmals eine begehbare Feuerwehr-HĂźpfburg mit Rutsche bereit, und es werden den kleinen Gästen diverse weitere Aktivitäten (darunter Schminken, „FeuerlĂśschen“ und ein Quiz) offeriert. Und fĂźr Speis und Trank ist an beiden Tagen natĂźrlich ebenfalls gesorgt.

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BEILAGENHINWEIS Einem Teil unserer Auflage liegen Prospekte der folgenden Firmen bei: 0|EHOSURÀV VHLW 0|EHO +HLGHQUHLFK *PE+ 6XGHWHQVWUDVVH *UR‰ *HUDX

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