PACKAGING Austria 03/2015

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Verlagspostamt: 1120 Wien, P.b.b., 11Z038924 M

ISSN: 1563-3926 Folge 87 - 16. Jahrgang

Nr 3/15



EDITORIAL

Produktionsbetriebe öffneten ihre Türen… Eine wirklich gute Idee: Am 11. Juni 2015 fand in der DACH-Region zum ersten Mal der Tag der Verpackung statt. Die vom Deutschen Verpackungsinstitut (dvi) gestartete Initiative hatte zum Ziel der breiten Öffentlichkeit die Bedeutung der Verpackung für unser tägliches Leben zu vermitteln. Neben Werkführungen und Exkursion boten die teilnehmenden Unternehmen, Institute und Verbände auch Workshops und Fachveranstaltungen an. Die Initiative Lebensmitteldose etwa lud gemeinsam mit ThyssenKrupp Rasselstein zu einem Fachkolloquium zum Thema „Die Lebensmitteldose aus Stahl – innovativ, stabil, nachhaltig!“ ein. Verpackungsstahl bildet eine undurchdringliche Barriere gegen Licht, Sauerstoff, Verunreinigungen sowie Schläge und Stöße. Auch Nährstoffe und Vitamine bleiben erhalten. Eine Nährwertuntersuchung des SGS Instituts Fresenius zeigte kürzlich sogar auf, dass Gemüse aus der Dose einen vergleichbar hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt aufweist, wie nach haushaltsüblichen Methoden gegartes, frisches Gemüse. Konservierungsstoffe sind dazu nicht nötig; die Kombination aus Wärmebehandlung, Weißblech und luftdichtem Verschluss ist für die Haltbarkeitsmachung ausreichend. Einen Schwerpunkt des 1. Tags der Verpackung stellte das Thema Fachkräfte und Berufsausbildung dar. Viele der teilnehmenden Unternehmen laden Schüler und Studierende zu exklusiven Werkführungen und Exkursionen. Unter diesem Gesichtspunkt teilgenommen hat auch Constantia Flexible, die die drei größten Werke in Deutschland und Österreich für eingeladene Schulklassen aus den jeweiligen Regionen öffneten. Der Fokus lag unter anderem auf Nachhaltigkeitsthemen und der Vermittlung von Sensibilität für das Thema „Verpackung“ bei der jüngeren Generation. Constantia Teich lud rund 220 SchülerInnen von verschiedenen Schulen des Pielachtals ein. Experten und Vertreter der Wellpappeverbände aus Österreich, Deutschland und der Schweiz diskutierten kürzlich darüber, was eine moderne Verpackungslösung auszeichnet. Die klare Aussage dazu: Die Verpackung von heute funktioniert wie ein Maßanzug. Sie ist hochwertig bedruckbar, umweltfreundlich, kosteneffizient und zu 100 Prozent recyclingfähig. Mit seinem Impulsvortrag verwies Jörg Sommer, Deutsche Umweltstiftung darauf, dass Kreislaufverpackungen in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen werden. Als zellstoffbasierte Verpackung weise die Wellpappe eindeutig die beste Öko-Bilanz auf und hat wohl das Zeug dazu, eines Tages die CO2-neutralste Verpackung zu sein. Das war die noch gute Nachricht. Der gelernte Sozialwissenschaftler, Journalist und international erfolgreicher Jugendbuchautor widmet sich seit 25 Jahren den Themen Nachhaltigkeit und Umwelt und gab in seiner Präsentation einen Überblick darüber, wie sehr der Mensch den Planeten schon verändert hat und wie massiv die Zerstörungen der Lebensgrundlagen vorangehen. So sind 77 Prozent der Landmasse nicht mehr im Naturzustand, die Meere sind zu 80 Prozent überfischt und 50 Prozent des Süßwassers werde verbraucht. Ebenso ortet er im explodierenden Energieverbrauch ein massives Problem für die Umwelt als auch die Gesellschaft. Seit 1960 hat der Energieverbrauch weltweit um 1.600 Prozent zugenommen. „Wir kratzen die letzten noch vorhandenen Reste aus der Erde und überlegen nicht, was danach kommt“, so der mahnende Forscher. Last but not least haben wir in dieser Ausgabe einen kleinen Design-Schwerpunkt für Sie gestaltet und dazu die Meinungen einiger Designerinnen und Designer eingeholt. Herzlichst Michael SEIDL m.seidl@europeanmediagroup.at

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INHALT

BUSINESS

Seite 16

Multi Packaging Solutions: Kreative Verpackungslösungen.......................... 18

ÅR übernimmt MWV Tabak-FaltschachtelSparte.................................................................... 5 Mayr-Melnhof schließt Standort Gunskirchen... 5 Forum Ökologisch Verpacken: Verpackungen reduzieren Lebensmittelabfälle.......................... 6

ÖKOLOGIE ARA zieht Bilanz für 2014..................................20 Plastiksackerl vor dem Aus? Des einen Leid, des anderen Freud‘.................. 21

Der Trend zu nachhaltigem Konsum hält an. Und damit steigt auch die Nachfrage nach papierbasierten Verpackungslösungen. „Ökologisch Handeln – Verpacken und Transportieren“ lautete der Titel des Medienseminars am 7. Mai in Salzburg, zu dem das Forum Ökologisch Verpacken Medienvertreter aus Österreich, Deutschland und der Schweiz eingeladen hatte.

Rekordumsatz 2014: B&R auf Expansionsund Wachstumskurs............................................. 7 Verpackungsglasindustrie: Positiver Einfluss auf europäische Wirtschaft................... 8 MesseNürnberg: Eigene Niederlassung in Österreich gegründet....................................... 9 Greiner Packaging: Mehrheitsbeteiligung an türkischem Erfolgsunternehmen................... 9

DESIGN UND MARKETING

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EVENTS 15. Golden Pixel Award: Einreichphase angelaufen.................................. 10 Zum 15. Mal findet heuer der Golden Pixel Award statt und möchte einmal mehr seiner Verpflichtung gerecht werden, den Stellenwert von Print herauszuarbeiten. Bis 30. September können hervorragende, witzige, verspielte, ausgeklügelte und faszinierende Druckprojekte von der österreichischen Druck- und Kommunikationsbranche sowie deren Auftraggebern und Designern eingereicht werden.

1.Grazer Umweltzirkus: Play Christo................ 11 Forum Wellpappe Austria: Die perfekte Welle..............................................12 DFTA würdigt erneut Preprint-Leistung von Panther Print...............................................12 Carini erhält zwei Finat-Awards........................ 13 1. Tag der Verpackung: Produktionsbetriebe öffneten ihre Türen........ 14

KARTON

Seite 29

Seite 32

PACKAGING Austria Umfrage: Was Designer bewegt..........................................24 Premiere in Polen: Sulimar in der Integrated Straw Solution Limited Edition...... 27 Das Must-have im Sommer 2015: Der Sommerfalter erfrischt nachhaltig............ 27 Modulverpackung lässt sich beliebig verlängern............................................. 27 Inspirierte Verpackung für marmoriertes Speiseeis...............................28 Zielgruppenorientiert: Strongbow....................28 Süßes Merchandise: Wiener Sängerknaben Kugeln...........................28 Mauboussin Pour Lui verspricht großartiges Auspackerlebnis........... 29 Andy Warhol kehrt zurück: Absolut Vodka Limited Edition.........................30 Sengl gestaltet Etiketten für Vestibül-Weine...... 30

Packmittelproduktion Kartondosen vor Ort herstellen, befüllen und verschließen................................. 31 Fälschungssichere Blister von Romaco Noack.... 31 Xeikon auf der Labelexpo: Aus Cheetah wird CX3........................................ 32 Amcor Flexibles Gent und QuadTech-Lösungen: Produktivitätssteigerung durch Qualitätskontrolle.............................................. 36

MASCHINEN

MESSEN

Erste Abfüllanlage mit Elektronenstrahltechnik.............................40 EU-Compliance bei Pharmakennzeichnung....40

FachPack 2015: Kennzeichnen und Etikettieren........................ 15 Ein Kunstobjekt als Event-Arena? Das „Packaging Art House“ macht’s möglich... 16

AUSBILDUNG

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Praxisbezug im Designstudium......................... 41

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BUSINESS

zTransaktion abgeschlossen

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ie MeadWestvaco Corporation (MWV) meldete bereits im Jänner die Unterzeichnung einer endgültigen Vereinbarung zum Verkauf seiner europäischen Tabak-Faltschachtel-Sparte an die schwedische ÅR Packaging Group AB. Ende April wurde die Transak tion nun endgültig abge schlossen. Seit 01. Mai 2015 ist der Geschäf tsbereich „Tobacoo and General Packaging“, der einen Jahresumsatz von rund 190 Millionen Euro erwirtschaftet, nunmehr Teil von ÅR. Die Geschäftssparte umfasst Werke in Graz, Krakau und Moskau und beschäftigt derzeit 680 Mitarbeiter. Das europäische Tabak-Faltschachtel-Geschäft von MWV ist auf die Herstellung und Bedruckung von Scharnierdeckeldosen, Display-Kartons und stabilen Zigarettenpackungen sowie Faltschachteln für Pralinen und Gebrauchsgüter spezialisiert. Das Verkaufspaket umfasst zudem das Faltschachtelge schäft für Tabak und Pralinen, das derzeit durch das MWV-Werk in Svitavy (Tschechische Republik) bedient wird. Das Werk

selbst bleibt auch nach der Übergangszeit Bestandteil von MWV. Betroffen sind jedoch bestimmte Teile der Kartonproduktion sowie einzelne Maschinen des Werkes. Die Neuakquisitionen werden unter dem Namen A&R Carton geführt. „Mit der Übernahme werden wir unsere Position als einer der Führer im Tabaksegment stärken und unsere Rolle im Bereich Pralinenfaltschachteln und Gebrauchsgüter weiter ausbauen. Durch die Akquisition sind wir jetzt einer der drei größten Hersteller im europäischen Faltschachtelmarkt mit einem Jahresumsatz von ca. 550 Millionen Euro“, erklärt Harald Schulz, CEO ÅR Packaging. Für den Standort Graz wird das verbleibende Jahr geprägt sein von Anpassungen an und Eingliederungsprozessen in die neuen Eigentümerstrukturen. „Es werden sicherlich zahlreiche Veränderungen auf uns zu kommen, denen wir aber sehr positiv gegenüber stehen; auch weil der neue Eigentümer uns auf Augenhöhe begegnet und uns als erfahrenen Partner, der viel Know-how einbringt, anerkennt.

Foto: ÅR

ÅR übernimmt MWV Tabak-Faltschachtel-Sparte

Wir haben für den Standort und das Business gute Zukunftsaussichten“, so Ing. Peter Szabó, Geschäftsführung A&R Carton Graz. Über die Details zur Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

zWerkschließung

Mayr-Melnhof schließt Standort Gunskirchen

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Foto: Mayr-Melnhof Karton AG

M Packaging Austria mit zwei Standorten, Wien und Gunskirchen, wird die Produktion auf Jahresende auf den größeren in Wien konzentrieren. Noch Ende März hatte man beim börsennotierten Unternehmen gute Nachrichten zu vermelden: Bekanntgegeben wurden ein Rekordergebnis und Umsatzzuwächse. Ankündigt wurde zudem bis zu 100 Millionen Euro zu investieren. Umso überraschender kam die ad hoc Meldung am 22. Mai, dass man plane den Stand-

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ort Gunskirchen zu schließen. Derzeit sind dort 135 Mitarbeiter beschäftigt. Einer Aussendung des Unternehmens zufolge werde einem Viertel der Wechsel zum Wiener Standort angeboten, an dem sich die Faltschachtelproduktion künftig konzentrieren werde. Ein Sozialplan werde ausgearbeitet, die Konzentration auf den größeren Standort in Wien ermögliche dessen Absicherung als Hochleistungsstandort. Bis Ende des Jahres sollen sämtliche Maschinen von Gunskirchen nach Wien transferiert sein.

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