PRINT & PUBLISHING 219

Page 1

MAGAZIN FÜR DIGIT@LE UND GEDRUCKTE KOMMUNIKATION

p.b.b. VERLAGSORT: 1120 WIEN, 12Z039233 M

Mai 2015 Folge 219 25. Jahrgang Euro 5,– issn 1018 8054

Österreichische Papierindustrie: Weiterhin Benachteiligung beim Ökostromgesetz Monotype Haas Unica: Neues Leben für den Schriftklassiker Adobe Document Cloud: Die PDF-Manufaktur für überall


BESUCHEN SIE UNS HALLE 8 STAND F3


Termine ƒ Mai 2015 bis Jänner 2016

Island

Finnland

Norwegen Schw eden

Estland

Lettland Dänema rk

Irland

Litauen

Niederlande

W eißrussland

Polen

Belgien

Ukraine

Tschechien

Frankreich Ungarn

Rumämien

Slowenien Kroatien

Po rt ug

al

Bosnien u. Herzegowina

M oldawien

Georgien

Aser

Serbien u. Mo ntenegro

Armenien

Bulga rien Albanien

Mazedonien

Griechenland

www.fespa.com www.grafitalia.biz www.co-reach.de

219 … 2015

18.05. – 22.05. Fespa 2015 KÖLN, DEUTSCHLAND

19.05. – 23.05. Grafitalia MAILAND, ITALIEN

24.06. – 25.06. CO-REACH NÜRNBERG, DEUTSCHLAND

www.wan-ifra.org www.printfair.at

05.10. – 07.10. World Publishing Expo

14.10. – 18.10. Frankfurter Buchmesse FRANKFURT, DEUTSCHLAND

HAMBURG, DEUTSCHLAND

www.buchmesse.de

07.10. – 10.10. Druck + Form SINSHEIM, DEUTSCHLAND

04.11. – 06.11. viscom DÜSSELDORF, DEUTSCHLAND www.viscom-messe.com

www.inprintive.com

10.11. – 12.11. InPrint 2015 MÜNCHEN, DEUTSCHLAND

31.01. – 02.02. Paperworld FRANKFURT, DEUTSCHLAND

www.paperworld.de

03


ƒ

Inhalt

219 12

CONTENT

EDITORIAL 07 _ Kooperieren und konkurrenzieren – warum nicht?

HERAUSGEBERBRIEF 08 _ Visueller Analphabetismus in der Medienwelt: Ein stärker werdendes Phänomen

10

BUSINESS &MARKT

PEOPLE &EVENTS

PEOPLE & EVENTS

BUSINESS & MARKT

10 _ Xeikon Café: Das Innovationspotenzial bei Faltschachteln 11 _ Ausstellungseröffnung im Jüdischen Museum: Lessing zeigt Lessing

12 _ Trends in der Druckbranche 2015: Druckereien müssen neue Märkte bespielen 13 _ Neschen AG meldet Insolvenz in Eigenverantwortung an 13 _ Onlineprinters.at: Neues Premiumprogramm für Kunden gestartet 14 _ Österreichische Papierindustrie: Weiterhin benachteiligt beim Ökostromgesetz 16 _ Manufaktur oder Druckfabrik? 20 _ Forum Wellpappe zieht Bilanz: Wachsender E-Commerce Markt gut für Wellpappe 21 _ Zurück zur Normalität: Ende der Kurzarbeit für Manroland Sheetfed 21 _ Esko Kongsberg: 50 Jahre Innovation 22 _ Piëch und die Folgen: Von weißen Hengsten und Black Beautys 25 _ KBA im Jahr 2014: Umsatz nach Plan und Konzernergebnis positiv

Die nächsten Ausgaben und deren Schwerpunkte

PRINT & PUBLISHING 220

PRINT & PUBLISHING 221

Special: Online Services verändern die Druckwelt Messen: Fespa und Grafitalia Nachlese

Die PRINT & PUBLISHING Sommerausgabe

Erscheinungstermin: 22. JUNI 2015 Redaktions- und Anzeigenschluss: 08. JUNI 2015

Erscheinungstermin: 31. JULI 2015 Redaktions- und Anzeigenschluss: 17. JULI 2015

04

219 … 2015


Inhalt ƒ

ZEITREISE 34 _ 25 Jahre PRINT & PUBLISHING: Ifabo 91: Avanti Dilettanti

26

MEDIEN KOMMUNIKATION DESIGN 29

30

PRODUKTION &TECHNOLOGIE

MEDIEN . KOMMUNIKATION . DESIGN

PRODUKTION & TECHNOLOGIE

26 _ Minister Dr. Josef Ostermayer im Gespräch: Bücher sind für mich ein Grundnahrungsmittel 26 _ Ich, Conchita: We are unstoppable 27 _ Universitätslehrgang »Buchgestaltung«: New Design University erweitert Lehrprogramm 28 _ Monotype Haas Unica: Neues Leben für den Schriftklassiker 29 _ Focus Research: Die Print Promotoren 2014

30 _ Adobe Document Cloud: Die PDF-Manufaktur für überall 32 _ Druckerei Ueberreuter: 100 Millionen gute Gründe 33 _ Canon Europe und Tecnau: Zero Speed Splicers für Océ ColorStream 3000 Serie 33 _ Kodak Prinergy Workflow 7: Weiterentwicklungen sorgen für mehr Effizienz

Impressum EMGroup GmbH . Testarellogasse 1/2, A-1130 Wien . Telefon +43(0)1/983 06 40 . Fax +43(0)1/983 06 40-18 . INTERNET www.printernet.at ADMINISTRATION E-MAIL office@europeanmediagroup.at . REDAKTION E-MAIL edit@europeanmediagroup.at . HERAUSGEBER (e.h.) Prof. Dr. Werner Sobotka CHEFREDAKTEUR | GESCHÄFTS-/VERLAGSLEITUNG Michael Seidl . VERLAGSASSISTENZ/PRODUKTION Rainer Gruber . AUTOREN Rainer Gruber, Stefanie Hermann B.A., Michael Seidl, Dr. Werner Sobotka, Judith M. Novak . LAYOUT Zeitmassdesign, Mag. Robert Sabolovic . DRUCK »agensketterl« Druckerei GmbH, 3001 Mauerbach . COVERFOTO Fotolia PRINT & PUBLISHING ERSCHEINT IN DEN JEWEILIGEN LANDESSPRACHEN IN ÖSTERREICH, POLEN SOWIE UNGARN UND UNTERHÄLT MEDIENKOOPERATIONEN IN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK, SLOWAKEI, RUSSLAND UND INDIEN. INTERNATIONALE KOORDINATION EMGROUP GMBH, TESTARELLOGASSE 1/2, A-1130 WIEN, TELEFON +43(0)1/983 06 40, FAX +43(0)1/983 06 40-18, E-MAIL: OFFICE@EUROPEANMEDIAGROUP.AT

219 … 2015

05


FLYER, DIE EINDRUCK MACHEN.

DAUERTIEFPREISE! ZUM BEISPIEL:

FLYER DIN A6 1.000 STÜCK NUR 16,90 € INKL. MWST UND STANDARDVERSAND 135 g/m2 Bilderdruckpapier / beidseitig vierfarbig bedruckt (4/4) liche Berat ön

06

DRUCKSACHEN EINFACH ONLINE BESTELLEN!

1 2 67 5 3 6

6

+

43

g: un

Pe rs

Jetzt bestellen auf onlineprinters.at

.at

219 … 2015


Editorial ƒ

219

EDITORIAL

Kooperieren und konkurrenzieren – warum nicht?

219 … 2015

mehr als 3.200 Produkte und Dienstleistungen von 370 Produktionsbetrieben (darunter über 100 Druckereien), 300 Tourismusbetrieben, mehr als 120 Schulen und Bildungseinrichtungen sowie 60 Green Meetings-Lizenznehmer die strengen Kriterien des Umweltzeichens. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, schonen Ressourcen und tragen zur Bewusstseinsbildung bei. Unternehmen, UMWEL die mit dem Österreichischen Umweltzeichen Z EICHENT zertifizierte Produkte haben, sind gut aufgestellt und erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwa 824 Millionen Euro. Eine Idee wurde Wirklichkeit. Dem Begriff »Umweltfreundlichkeit« wurde eine Norm gewidmet, womit das Österreichische Umweltzeichen geboren war. Das offizielle »Gesicht« dazu kam von Avantgardemaler Friedensreich Hundertwasser. PaperNet GmbH ist Teil des PaperlinXKonzerns, und der ist in gewaltige wirtschaftliche Turbulenzen geraten. Diese haben dazu geführt, dass nun auch die österreichische Unternehmung einen Antrag auf die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung stellen musste. Durch die massiven Schwierigkeiten der Holdingmutter seien wesentliche Konzernfunktionen, wie insbesondere die Beschaffung und Finanzierung nahezu paralysiert, heißt es dazu in einer Aussendung. Das geordnete, zügig abgewickelte Insolvenzverfahren soll dazu dienen, das Unternehmen wieder kapitalkräftig aufzustellen. Während des Sanierungsverfahrens werde das Unternehmen in jeder Hinsicht handlungsfähig bleiben und den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortführen.

l

l

l

l

l

2 5 Jahre l

l

l

Robert Keane, Gründer und CEO von Cimpress, verdeutlichte bei seiner Keynote beim Online Print Symposium in München die Effekte beim Online-Verkauf von Drucksachen in Marktsegmenten, die offline operierende Druckbetriebe kaum adressieren können. Außerdem legte er dar, wie wichtig für sein Unternehmen (auch internationale) Partnerschaften sind. Vermeintliche Konkurrenz ist durchaus Teil dieser Strategie. Begrifflich bezog er sich dabei auf das Wortspiel »Co-opetition«, wonach sich Kooperation (Cooperation) und Wettbewerb (Competition) nicht ausschließen. Der Cimpress CEO beschreitet hier einen Weg, der mittlerweile auch von vielen und um einiges größeren Unternehmen gegangen wird. Ein gutes Beispiel dafür ist Microsoft. Der IT Gigant, der »obwohl die super goldenen Zeiten« für das Unternehmen derzeit vorbei sind, noch wie zuletzt 22 Milliarden Dollar verdiente, beschreitet unter dem neuen CEO Satya Nadella neue Wege. Während sein Vorgänger Steven Ballmer mit seinem NBA Basketballclub LA Clippers in den Playoff Games zittert, sucht Satya Nadella neue Wege für das Unternehmen und setzt auf Kooperationen. Zum einen möchte das Unternehmen wieder mit Innovationen punkten, aber auch mit einer anderen Sichtweise, wie man das Geschäft neu gestalten möchte. So setzt Microsoft voll auf eine Multiplattform-Strategie. Apps für iOS oder Android sollen deutlich einfacher für Windows konvertiert werden. Früher undenkbar bei Microsoft. »Man habe von Apple gelernt«, so Nadella und möchte den Abstand zu Google, Facebook oder Apple verringern. So kommt es auch nicht von ungefähr, dass Microsoft wie kürzlich bekannt gegeben, nun auch mit Adobe kooperiert. Hier soll es in erster Linie um die Verknüpfung von Adobes Marketing Cloud mit der CRM Lösung Dynamics von Microsoft gehen. Die geballte Kraft von Daten soll Kunden noch mehr Möglichkeiten geben, ihre Märkte noch besser und vor allem spezifischer zu betreuen. Adobe und Microsoft arbeiten zusammen, das war bislang nicht denkbar und lässt hoffen, dass der Gedanke – was Kooperationen betrifft – auch auf die Druckindustrie umschlägt. Runder Geburtstag: Vor genau 25 Jahren wurde das Österreichische Umweltzeichen vom Umweltministerium ins Leben gerufen. Was damals als vielversprechende Idee begann, ist heute eine Erfolgsgeschichte. Aktuell erfüllen

Herzlichst Michael Seidl m.seidl@europeanmediagroup.at

07


ƒ Herausgeberbrief

VISUELLER ANALPHABETISMUS IN DER MEDIENWELT

EIN STÄRKER WERDENDES PHÄNOMEN TEXT . Dr. Werner Sobotka

M

an nimmt Gegenstände in ihrer räumlichen Beziehung in einem klaren Bild zueinander wahr. Bestimmte Bereiche der visuellen Wahrnehmung beeinflussen unser Leben und führen zu Wahrnehmungsstörungen und werden durch die visuelle Überflutung besonders gefördert, wobei diese Störungen im täglichen Leben kaum beachtet werden, jedoch für die Werbung und die visuelle Kommunikation unserer modernen Mediengesellschaft besonders wichtig sind. Menschen sind nicht mehr in der Lage Informationen richtig aufzunehmen und zu verarbeiten. Folgende Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle: Figur-Grund-Differenzierung: Das ist die Fähigkeit ein Element aus seiner Umgebung herauszulösen und Details wieder zu geben. Probleme in diesem Bereich äußern sich durch unaufmerksames, unorganisiertes Verhalten und verändern vor allem die Medienwahrnehmung junger Menschen. Wahrnehmungskonstanz: Das ist die Fähigkeit eine bestimmte Eigenschaft eines Gegenstandes (Form, Farbe, Lage, Schriften in verschiedenen Formen) trotz unterschiedlicher Netzhautbilder unverändert wahrzunehmen. Diese Störung führt zur Beeinträchtigung der Wahrnehmungen in der täglichen Medienüberflutung und ist ein immer stärker zunehmendes Phänomen auch bei normal wahrnehmenden Personen.

Wahrnehmung räumlicher Beziehun-

gen: 
Das ist die Fähigkeit, die Lage von zwei

oder mehreren Gegenständen in Bezug zuei-

08

Als visuelle Wahrnehmung bezeichnet man in der Physiologie die Aufnahme und Verarbeitung von visuellen Reizen, bei der über Auge und Gehirn eine Extraktion relevanter Informationen, Erkennung von Elementen und deren Interpretation durch Abgleich mit Erinnerungen stattfindet. Somit geht die visuelle Wahrnehmung weit über das reine Aufnehmen von Information hinaus. Visuelle Wahrnehmung ist die Fähigkeit visuelle Reize zu erkennen, zu unterscheiden und sie durch Assoziation mit früheren Erfahrungen zu interpretieren. Visuell bedeutet nicht nur die Fähigkeit gut zu sehen. Die Interpretation eines visuellen Reizes erfolgt im Gehirn, nicht nur durch die Augen.

nander wahrzunehmen. Beide Gegenstände müssen die gleiche Aufmerksamkeit erhalten. Wichtig sind weiters: – Visuelle Konzentration, Farb- und Formenunterscheidung – Visuelle Gliederung: ein Ganzes muss in Relation zu seinen Teilen gesehen werden (wichtig für das Wiedererkennen ) – Visuelle Serialität: Reihenfolgen richtig wiedergeben – Bildgeschichte, Muster erkennen und fortsetzen – Visuelles Gedächtnis: Merken von Farben, Formen, Bildern, Mustern, Buchstaben, Gegenständen Bevor Objekte erkannt und interpretiert werden können, muss erst aus den Informationen extrahiert werden, wo sich Objekte befinden und welche der erkannten Linien zu einem Objekt gehören. Diese Gestaltheuristiken (auch Gestaltprinzipien; der historische Begriff Gestaltgesetze sollte allerdings vermieden werden) funktionieren alle nach dem Prinzip eine möglichst prägnante Lösung zu finden (Gestaltpsychologie): • Prägnanz: Eine Figur wird so wahrgenommen, dass sie einer möglichst einfachen Struktur entspricht • Nähe: Bildelemente werden als zusammengehörig empfunden, wenn diese nahe beieinanderliegen • Ähnlichkeit: Bildteile gleicher Form oder Farbe werden als Ganzes gesehen

Symmetrie: symmetrische Strukturen werden dem gleichen Objekt zugeordnet • Gemeinsame Bewegung (Common fate): Gleiche Bewegungen und gleichzeitiges Erscheinen oder Verschwinden von Bildelementen erzeugt eine Zusammengehörigkeit • Kontinuität: Bildelemente, die eine Fortsetzung vorangehender oder unterbrochener Elemente zu sein scheinen, werden als zusammengehörig angesehen • Geschlossenheit: Linien, die eine Fläche umschließen, werden unter sonst gleichen Umständen leichter als eine Einheit aufgefasst als diejenigen, die sich nicht zu sammenschließen • Gemeinsame Region: Elemente in abgegrenzten Gebieten werden als zusammengehörig empfunden • Verbundene Elemente: Verbunde- ne Elemente werden als ein Objekt wahrgenommen Als weiter wichtige Punkte der visuellen Wahrnehmung gelten: Objekterkennung: In der Objekterkennung werden die extrahierten Objekte interpretiert und können mit Erinnerungen abgeglichen werden. Abgleich an Merkmalen: Ein Objekt kann mit einer bestehenden Erinnerung durch eine Merkmalanalyse abgeglichen werden. Zudem entspricht der Merkmalsabgleich der Enco219 … 2015


Herausgeberbrief ƒ dierung durch die Ganglienzellen. Erkennung komplexer Objekte: Das komplexe Objekt wird in einfachere (dreidimensionale) Komponenten gegliedert, und jede Komponente einem »Geon« (von: »Geometrical Icon«) zugeordnet. Bei der Zuordnung findet das eigentliche Erkennen statt. Das Objekt wird eingeordnet und repräsentiert dann ein Objekt einer Kategorie (wie z. B. Zuordnung als »Hund« oder »Telefon«). Gesichtswahrnehmung: Das Erkennen von Gesichtern zählt zu den wichtigsten sozialen Wahrnehmungsleistungen des Menschen. Wie bereits aus der Gehirnforschung bekannt ist, ist bei Verletzung oder Schädigung bestimmter Kortexareale die Identifikation von bekannten Gesichtern nicht mehr möglich (Prosopagnosie). Dies legt die Theorie nahe, dass die Wahrnehmung von Gesichtern wohl durch spezialisierte Kortexfelder unterstützt wird.

Die wichtigen Sekunden Die ersten zwei Sekunden bei der Betrachtung eines Bildes sind die wichtigsten für die Wahrnehmung, und nur dann ist visuelles Verständnis gegeben, das dadurch Beachtung erhält, weil es eine Identifikation oder eine Beurteilung einer zwischenmenschlichen Situation gestattet. Dazu sei noch hinzuge-

fügt: Die menschliche Wahrnehmung ist heuristisch und nicht linear, d.h. es werden diejenigen Teile eines Bildes betrachtet, die zusätzliche Informationen enthalten, während subjektiv unwichtige oder bereits gut bekannte Bildelemente nicht fixiert werden (Blickbewegungsregistrierung).

Ausbildung in Schulen vorantreiben Hat man in der Vergangenheit vor allem in den Schulen den Schwerpunkt auf das Lesen und die Interpretation des Wortes gelegt, so wird noch immer viel zu wenig Wert auf die visuelle Kommunikation und Interpretation von Bildern und vor allem von bewegten Bildern gelegt. Sehen ist scheinbar eine Funktion, die keiner Schulung bedarf und deswegen gibt es zwar Analphabeten beim Lesen aber keine beim Sehen und Wahrnehmen von Bildern und bewegten Bildern. Wie schon detaillierter beschrieben, kann die Medienindustrie durch das Beachten der wichtigsten Gesetze der Wahrnehmung vor allem bei Jugendlichen erfolgreich sein, doch fehlt gerade in diesem sensiblen Bereich der modernen menschlichen Kommunikation wirkliche Aufklärungsarbeit und auch jene Schulung durch Fachleute, die unbedingt notwendig ist. So gibt es noch immer keine

Ausbildung in Österreich, die diesen Themenbereich abdeckt. Die richtige Reflexion des Gesehenen und von Bildern wird jungen Menschen daher kaum in entsprechender Form nahe gebracht, geschweige in den Regelunterricht eingebaut. Kommunikation kann beispielsweise in Europa an der Jonköping University, an der Newcastle University und dem London College of Contemporary Arts studiert werden, in den USA etwa an der Columbia University im Bereich Strategic Communication. In Österreich gibt es zwar eine Postgraduate Ausbildung an der Donau Universität, jedoch leider keine universitäre Ausbildung.

Welche Defizite es geben kann Vor allem beim Fernsehen werden Nachrichten nicht mehr aufgenommen, da sie zum Beispiel immer wieder über dieselben Probleme wie Erdbeben, Attentate usw. berichten. Logos werden durch schlechtes Design nicht mehr richtig wahrgenommen oder Nachrichten und Bilder enthalten zu viele Details. Plakate sind entweder zu groß oder zu klein, wichtige Informationen sind nach den Gestaltungsgesetzen falsch angeordnet bzw. werden Farben für die Wahrnehmung falsch gewählt und sind oft auch nicht richtig angeordnet. 1

Canon imagePRESS C600i – ein innovatives Vollfarbdrucksystem für Ihr Büro, das neue Standards bei Qualität, Vielseitigkeit und Produktivität setzt. 219 … 2015

www.canon.at

09


ƒ Bestellung

DIE KOMPLETTE E-AUSGABE VON

KÖNNEN SIE ZUM PREIS VON 5 EURO UNTER OFFICE@PRINTERNET.AT BESTELLEN. 010

219 … 2015


Abonnement ƒ

ABO BESTELLUNG

Nähere Informationen zur Bestellung Ihres persönlichen PRINT & PUBLISHING Abonnements finden Sie unter:

www.printernet.at 219 … 2015

035


Dr.-Ing. Colin Sailer

SCHADENSFÄLLE AUS DER DRUCKINDUSTRIE 2 •Rollen-/Bogenoffsetdruck • Zeitungsdruck • Flexo-/Siebdruck • Digitaldruck • Druckweiterverarbeitung • Farbe und Chemie • Bedruckstoffe • Finanzierung, Versicherung • Wertermittlung, Recht

tige r e w Nutz ällen. . n e lass achterf en. n e meid uen Gut Laufend r e v ltag n 40 ne uf dem l a i e r i a ucke den Sie mer r m D i Sie e im gen fin d m n e i l s b n de . h Pro mpfehlu ONLINE u c i a s nb e , wie s und E e n i i S n ch T ip p s Lese a m

A t e n r e t

: tt i uftr

n I d r n e u u Ne print . www


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.