PRINT & PUBLISHING 230

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November 2016 Folge 230 26. Jahrgang Euro 5,– issn 1018 8054

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28.01. – 31.01. Paperworld FRANKFURT, DEUTSCHLAND

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05.04. – 06.04. DMM Dialog Marketing-Messe ZÜRICH, SCHWEIZ www.dialog-marketing-messe.ch www.fespa2017.com

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ƒ

Inhalt

EDITORIAL 07 _ Wahlzeiten …

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CONTENT

HERAUSGEBERBRIEF 08 _ Medientage 2016 München: Die multifunktionale Medienwelt

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BUSINESS &MARKT

PEOPLE &EVENTS

PEOPLE & EVENTS

BUSINESS & MARKT

10 _ 12. Hunkeler Innovationdays 2017: Hochleistungstechnik für Digitaldruck und Finishing 11 _ speedprint.wien: Österreichs schnellster Druck-Shop 12 _ Datafest im Oktober: Magnet für die Mailingbranche 13 _ photokina 2016: Österreicher ausgezeichnet

14 _ Heidelberg und KBA veröffentlichen aktuelle Zahlen: drupa macht sich positiv bemerkbar 16 _ Eyecatcher auf der print fair: Andruck auf historischen Pressen 17 _ 22. Druck+Form in Sinsheim: Mit hoher Kontaktqualität punkten

Die nächsten Ausgaben und deren Schwerpunkte

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PRINT & PUBLISHING 232

Special: Medienvielfalt, Weiterverarbeitung

Inkjet as it’s best Thema: Inkjet-Systeme, Inkjet-Papiere, Inkjet-Anwendungen Messen: Hunkeler Innovationdays 2017 – Luzern Erscheinungstermin: 13. FEBRUAR 2017 Redaktions- und Anzeigenschluss: 23. JÄNNER 2017

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Inhalt ƒ

DER UMSCHLAG DIESER AUSGABE WURDE GEDRUCKT AUF Carta Elega 230 g/m2

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ZEITREISE 34 _ 25 Jahre Print & Publishing: Freiheit für das grafische Gewerbe

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MEDIEN KOMMUNIKATION DESIGN

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PRODUKTION &TECHNOLOGIE

MEDIEN . KOMMUNIKATION . DESIGN

PRODUKTION & TECHNOLOGIE

18 _ Papier goes Design: Schönes Engagement auf der Vienna Design Week 20 _ Joseph Binder Awards 2016: Ausgezeichnetes Design

22 _ UWS Roadshow von Kodak: Mit Automatisierung auf die Überholspur 24 _ Push-to-Stop: Autonome Print-Produktion bewährt sich in der Praxis 26 _ Digitaler Verpackungsdruck von HP: Immer mehr Anwender setzen auf Flexibilität 29 _ Arziro denkt Sicherheitsdruck weiter: Grafikdesign bietet Fälschungsschutz 30 _ Papier- und Fasereigenschaften im Inkjet: TU Graz forscht für das Drucken der Zukunft 33 _ UPM Paper in Europa: Kapazitätsreduzierung bei grafischen Papieren um 305.000 Tonnen

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Impressum EMGroup GmbH . Testarellogasse 1/2, A-1130 Wien . Telefon +43(0)1/983 06 40 . Fax +43(0)1/983 06 40-18 . INTERNET www.printernet.at ADMINISTRATION E-MAIL office@europeanmediagroup.at . REDAKTION E-MAIL edit@europeanmediagroup.at . HERAUSGEBER (e.h.) Prof. Dr. Werner Sobotka CHEFREDAKTEUR | GESCHÄFTS-/VERLAGSLEITUNG Michael Seidl . VERLAGSASSISTENZ/PRODUKTION Rainer Gruber . AUTOREN Rainer Gruber, Stefanie Hermann, MA, Michael Seidl, Dr. Werner Sobotka, Gerhard Bartsch . LAYOUT Zeitmassdesign, Mag. Robert Sabolovic . DRUCK »agensketterl« Druckerei GmbH, 2540 Bad Vöslau . COVERFOTO Europapier PRINT & PUBLISHING ERSCHEINT IN DEN JEWEILIGEN LANDESSPRACHEN IN ÖSTERREICH, POLEN SOWIE UNGARN UND UNTERHÄLT MEDIENKOOPERATIONEN IN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK, SLOWAKEI, RUSSLAND UND INDIEN. INTERNATIONALE KOORDINATION EMGROUP GMBH, TESTARELLOGASSE 1/2, A-1130 WIEN, TELEFON +43(0)1/983 06 40, FAX +43(0)1/983 06 40-18, E-MAIL: OFFICE@EUROPEANMEDIAGROUP.AT

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Editorial ƒ

Wahlzeiten …

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EDITORIAL

Die Wahlen in den USA sind geschlagen. Verunsicherung ob des Ergebnisses ist eingetreten. Und die Frage ist durchaus legitim beim Betrachten beider Kandidaten, welche vordergründigen und hintergründigen Interessen in Wirklichkeit vertreten werden. Donald Trump hat also gewonnen, das enttäuschte Volk hat ihn gewählt und nicht Hillary Clinton, als Repräsentantin des Establishments und der Hochfinanz.

Gewählt wird auch in Österreich am 4. Dezember mit Anzeichen ähnlicher Verformungen. Verunsicherung und Politverdrossenheit führt auch hierzulande zum Hochkommen populistischer Geister. Es wird wichtig sein, trotz aller Verunsicherung ob der Kandidaten, seine Stimme abzugeben. Denn Politverdrossenheit hat nichts mit Wahlverdrossenheit zu tun. Wählen zu gehen ist eine demokratische Errungenschaft … Gewählt haben auch die Briten, und zwar für den »Brexit«. Bezeichnend, welche Gedanken daraus resultieren. Denn Christian Keuschnigg, Professor für Nationalökonomie an der Universität St. Gallen und Leiter des Wirtschaftspolitischen Zentrums in Wien, hat eine Studie zum Thema »Öxit« verfasst. Grund dafür ist Norbert Hofer, der als Kandidat für das Amt des Österreichischen Bundespräsidenten im Falle seiner Wahl über den »Öxit«, also den Austritt Österreichs aus der Europäischen Union, abstimmen lassen möchte. Österreich zählt ganz klar zu den Profiteuren des EU-Beitritts. Besonders in den Grenzgebieten im Norden und Osten wurden über die Jahre hinweg viele Projekte von der EU gefördert. Der langfristige Einkommensgewinn aus dem EU-Beitritt wird auf sieben Prozent geschätzt. Dem stehen Nettobeitragszahlungen von lediglich knapp 0,4 Prozent des BIP gegenüber. Österreich könnte auch nach einem »Öxit« ein reiches Land bleiben, hält Keuschnigg fest. Doch der Gegenwind wäre stärker und vieles wäre schwieriger. Die Stellung der Konsumenten würde schwächer werden, die Investitionen der Unternehmen hätten weniger Potenzial und die Regierung könnte bei großen öffentlichen Investitionen wie in Grundlagenforschung und grenzüberschreitender Infrastruktur nicht mehr auf den Hebel

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der EU setzen. Der Gewinn an Autonomie wäre dagegen zum Teil nur scheinbar und die Einsparungen im Budget begrenzt. Gerade für die vielen österreichischen, teilweise hochspezialisierten KMUs, die oft mehr als 80 Prozent Exportanteil haben, wäre ein Austritt fatal. Lassen Sie mich nun einen kleinen Schwenk zu Wahlen ganz andere Art machen. Es ist ja Award-Zeit und viele Auszeichnungen werden derzeit vergeben, da Projekte von Juroren zu Siegern gewählt wurden. In dieser Ausgabe bringen wir Ihnen die Sieger des diesjährigen Joseph Binder Awards näher. Gleichermaßen freuen wir uns als Veranstalter des Golden Pixel Awards über einen neuen Einreichrekord und die Ehrung der Sieger in 16 Kategorien am 23. November im Haus der Industrie. Die Ergebnisse finden sie dann unter www.golden-pixel.eu und natürlich in der nächsten Ausgabe von PRINT & PUBLISHING. Herzlichst Ihr Michael Seidl m.seidl@europeanmediagroup.at

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ƒ Herausgeberbrief

MEDIENTAGE 2016 MÜNCHEN

DIE MULTIFUNKTIONALE MEDIENWELT Aus den würdigen alten Tycoons werden junge, die Welt verändernde Medienplayer. Die Bedeutung des Mediengipfels war bei der Eröffnungsveranstaltung deutlich erkennbar. Die Grundsatzrede wurde von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel gehalten.

TEXT . Dr. Werner Sobotka

E

in Auszug aus Angela Merkels Eröffnungsrede: »Es sind Kräfte der Disruption, wie man heute sagt, und der Innovation, die unsere Zukunft mit allen Chancen und Risiken prägen werden, wobei Chancen und Risiken dicht beieinander liegen werden. Ich finde auch sehr bemerkenswert, was Klaus Schwab, der Chef des Weltwirtschaftsforums in Davos, sagt. Entscheidungsträger in dieser Gesellschaft seien oft traditionellen, linearen und gerade nichtdisruptiven Denkmustern verhaftet. Daher stellt sich auch die Frage, ob wir in der Lage sind und den ausreichenden strategischen Weitblick besitzen, diese Dinge noch schnell genug einordnen zu können. Dazu gehört natürlich, dass wir auch Medienkompetenz in Zeiten solchen Wandels viel stärker vermitteln müssen, gerade auch jungen Menschen. Denn das Zurechtfinden in der Vielzahl der Angebote, das Erlernen des Einordnens und gerade des Gewichtens ist eine sehr wesentliche Fähigkeit. Die Stärkung der Medienkompetenz im Allgemeinen und die Vorbereitung auf die digitale Arbeitswelt im Besonderen – beide sind gleichermaßen Aufgaben eines Bildungssystems. Für uns in Europa wird es wichtig sein, dass wir einheitliche Standards für einen digitalen Binnenmarkt schaffen. Digitalisierung kennt keine Grenzen. Um uns möglichst viele Chancen zu erschließen, brauchen wir europäische Lösungen, um im weltweiten Wettbewerb überhaupt eine Chance zu haben. Falls neben dem Betrachten des eigenen mobilen Gerätes, das man immer zur Hand hat, noch Zeit für das persönliche Gespräch zwischen Individuen bleibt und nicht nur Selfies gemacht werden, sondern auch neue Gedanken aufgenommen werden können, dann sind Medientage ein voller Erfolg.«

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Erfolgsformel für die Zukunft Automatisierung, Technologisierung und Individualisierung gelten als die neuen Erfolgsformeln der Kommunikationsbranche. Wie sind die klassischen Mediengattungen in Bezug auf diese prägenden Entwicklungen aufgestellt? Wo liegen im intermedialen Wettbewerb ihre jeweiligen Stärken und Schwächen? Und wie beurteilen die Mediaagenturen die Leistungsfähigkeit der Gattungen? »Mobile, mobile, mobile – und zwar in Bezug auf die Suche, auf Bewegtbild und in Bezug auf Programmatik«, so beschrieb Petri Kokko, Director Agency von Google Germany das Erfolgsrezept der Zukunft. Die unaufhaltsame Entwicklung in Richtung Mobile Media und die damit verbundenen »Revolutionen« würden in erster Linie vom Nutzer ausgehen. Vermarkter, Mediaagenturen und Werbungtreibende würden dieser rasanten Entwicklung hinterherhinken. Eun-Kyung Park, Geschäftsführerin von SevenOne Adfactory, sieht die Zukunft im Medium Bewegtbild: »Bewegtbild emotionalisiert – ob im klassischen TV oder digital.« Doch spielt sich die Zukunft der Werbung und Vermarktung tatsächlich nur noch digital und mobil ab? Zwar sei mobiles Bewegtbild aktuell einfacher zu vermarkten als manch andere Gattung, dennoch hätten auch klassische Werbeträger Zukunft, sagte Dr. Andrea Malgara. »Print ist in Deutschland nach wie vor ein extrem vitales und unverzichtbares Medium, auch wenn manche Verleger den Gürtel etwas enger schnallen müssen«, beschrieb der Geschäftsführer von Mediaplus die Situation der Verlage. »Die regionalen Tageszeitungen sind aufgrund ihrer intensiven Nutzung und ihrer jahrzehntelang gewachsenen, tiefen Verwur-

zelung vor Ort alternativlos«, erklärte Heiko Genzlinger, Geschäftsführer der Score Media Group. »Regionalität und Lokalität bieten Riesenchancen und enorme Potenziale für eine Gattung und schützen darüber hinaus ungemein vor großen, internationalen Playern«, unterstrich auch Florian Ruckert, Vorsitzender der Geschäftsführung des nationalen Hörfunk Vermarkters Radio Marketing Services (RMS). Wer am Ende des Tages den Kampf um die Werbeeuros gewinnen wird, blieb offen, nicht jedoch was die Aufgabe der Vermarkter ist. »Wir wollen alle dasselbe: die Marketingziele der Werbekunden erreichen«, betonten sowohl Park als auch Genzlinger. Das Fazit von Agenturmanager Malgara: »Unser Job als Mediaagentur ist es, für unsere Kunden die effizienteste Brücke zu den Werbeträgern zu bauen.«

Rolle der Journalisten ändert sich »Das Konzept ›Content‹ ist ein Begriff aus der Gutenberg-Ära. Als Journalisten sollten wir uns heute nicht als Geschichtenerzähler verstehen, sondern als Dienstleister.« Auf scharfsinnig-provokante Weise eröffnete Prof. Jeff Jarvis, Director Tow-Knight Center for Entrepreneurial Journalism der New York’s Graduate School of Journalism seine Keynote beim Publishing-Gipfel. Als Experte für den strukturellen Wandel der Medienhäuser hatte Jarvis seinen Vortrag über gesellschaftliche Details und wirtschaftliche Herausforderungen unter die Überschrift »Building a New House when your Home is on Fire« gestellt. Jarvis zufolge brennt die Zeitungs- und Zeitschriftenbranche in ihrer alten Form lichterloh. Um die Brandfläche einzugrenzen und gleichzeitig das Fundament einer neuen Heimat zu legen, empfahl 230 … 2016


Herausgeberbrief ƒ der Autor und Blogger einige Perspektivenwechsel. So verstehe sich Journalismus in seiner alten Form über die Verbreitung von Massenmedien als »One-size-fits-all«-Prinzip. Jarvis zufolge bestimmen nicht mehr Auflage und Reichweite, sondern Relevanz und Wert in der Beziehung zum individuellen Konsumenten und seiner Community die Zukunft.

Dialog statt automatisierter Präsentation Dabei bestehe die journalistische Schlüsselqualifikation im »Listening«, der empathischen Begegnung mit der Zielgruppe. In keinem Bereich mache es mehr Sinn, von linear ausgerichteten »Medien« zu sprechen und den Fokus auf ihren Output zu legen – zu tun habe man es mit »Kommunikationsund Verbindungssystemen«. Die Ära einer Haltung des Besserwissens, des verborgenen Vorbereitens und linear ausgerichteter Präsentation sei abgeklungen. Die Zukunft des Journalismus liege in der Optimierung des Dienstleistungsgedankens und müsse um sorgfältig bestimmte Communitys – seien sie geografisch, interessens- oder generationenspezifisch definiert – gebaut werden. »Es bringt nichts, nur für den Zugang zu Inhalten Geld zu verlangen«, betonte Jarvis. »Das Medium selbst und sein Potenzial für die

Gemeinschaft bestimmt den Wert.« Um dies zu erreichen, müssten kleine, crossfunktionale Teams aus Journalisten, Daten- und Technikspezialisten in die Communitys »ausschwärmen« und dort der Devise »Shut up and listen« folgen. Hieraus könne eine neue Beziehung zur Öffentlichkeit entstehen, deren bisheriges Fehlen aktuell im amerikanischen Wahlkampf zu beobachten war: Dass es Donald Trump bis zur Präsidentschaftskandidatur geschafft habe, zeige, dass sich dessen Hauptzielgruppe – von Jarvis als »angry white men« bezeichnet – in der Berichterstattung nicht ernst genommen und bedient gefühlt habe. Jarvis sprach sich dafür aus, Nutzerdaten zu sammeln. Daraus würden wirtschaftliche Erlösmöglichkeiten resultieren, um Communitys zielgerecht zu bedienen. »Content« habe heute weniger Wert per se, sondern diene als »soziales Erkennungszeichen« und Vehikel der Kommunikation. Seine Nutzer genau zu kennen, sei unverzichtbar. Seinen diesbezüglichen Optimismus und sein Interesse daran, den Kern und die Essenz des hochwertigen Journalismus auch in dieses System zu tragen, machte Jarvis in der anschließenden Diskussion mit der Journalistin und Beraterin Juliane Leopold sowie mit Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur Digitale Medien der Frankfurter Allgemeinen

Zeitung (FAZ) deutlich. Blumencron sagte, der von Jarvis beschworene Service-Gedanke würde der Ausrichtung der traditionellen Lokalzeitung ähneln. Die Fähigkeit, im Leben der Leser eine unverzichtbare Rolle zu spielen, sei im Laufe der Jahre verloren gegangen. Blumencrons Ansicht nach ist es heute nicht die Aufgabe, Bisheriges zu bewahren und lediglich ein Preisschild an die Produkte zu hängen, sondern eine Werte gebende Rolle in den Kommunikationsströmen zu spielen. Deshalb sei die FAZ auch Mitglied in Googles Digital News Initiative.

Fazit Wir bewegen uns in Richtung einer völlig neuen Medienwelt, in der nicht mehr die alten Strukturen maßgeblich sind. Junge Mediengestalter und Medienkonsumenten haben bereits ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten geschaffen. Es ist keine Welt, in der Print, Fernsehen, Radio, Internet, Social Media, Video oder Virtual Reality dominieren werden. Es ist ein Mix aus alledem und wird von einer Mediengeneration so benützt, wie es gerade am besten, einfachsten und effektivsten ist. »Listening to the Crowd« heißt das neue Schlagwort einer multifunktionalen Medienwelt. 1

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