MAGAZIN FÜR DIGIT@LE UND GEDRUCKTE KOMMUNIKATION
ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 12Z039233 M
Juni 2017 Folge 234 27. Jahrgang Euro 5,– issn 1018 8054
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ENTDECKEN. INSPIRIEREN. VERBESSERN. VORBEIKOMMEN!
Wo auch immer Ihr Weg hinführt, ist Canon der Partner, der Sie begleitet. Canon Business Forum 2017 28. - 29. Juni im Allianz Stadion des SK Rapid Wien canon.at/businessforum
Herkunft & Zukunft Danke für 200 Jahre Erfolgsgeschichte! Das Vertrauen unserer Kunden bestärkt uns seit unserer Gründung darin, immer wieder neue Wege zu gehen und durch mutige Ideen die Branche wegweisend mitzugestalten. Gemeinsam mit zuverlässigen Geschäftspartnern, kompetenten Führungskräften und hochmotivierten Mitarbeitern entwickeln wir seit 200 Jahren Printlösungen, die Geschichte schreiben und diese manchmal auch verändern. Dafür gilt Ihnen allen unser Dank. Nun ist es an der Zeit, dass wir unserer Geschichte ein neues Kapitel hinzufügen. Bleiben Sie gespannt!
Koenig & Bauer AG Friedrich-Koenig-Straße 4, 97080 Würzburg, Germany T. +49 (0) 931 909 - 0, M. info@kba.com, www.kba.com
KBA-Mödling GmbH Tel. 02236 8090-0, md-verkauf@kba.com
ƒ Termine
Termine ƒ
Juni 2017 bis November 2017
Island
Finnland
Norwegen Schw eden
Estland
Lettland Dänema rk Litauen
Niederlande
W r
Polen
Belgien
Ukraine
Tschechien
Frankreich Ungarn
Rumämien
Slowenien Kroatien
Po rt ug
al
Bosnien u. Herzegowina
M oldawien
Georgien Serbien u. Mo ntenegro
Armenien
Bulga rien Albanien
Mazedonien
Griechen-
www.co-reach.de
21.06. – 22.06. CO-REACH NÜRNBERG, DEUTSCHLAND
25.09. – 28.09. Labelexpo Europe 2017 BRÜSSEL, BELGIEN
www.labelexpo-europe.com www.printsign.ro
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26.09. – 29.09. Print & Sign BUKAREST, RUMÄNIEN
www.wan-ifra.org
09.10. – 11.10. IFRA World Publishing Expo
www.buchmesse.de
18.10. – 19.10. print fair 17 WIEN, ÖSTERREICH
BERLIN, DEUTSCHLAND
www.printfair.at
11.10. – 14.10. Druck+Form SINSHEIM, DEUTSCHLAND www.druckform-messe.de
11.10. – 15.10. Frankfurter Buchmesse FRANKFURT, DEUTSCHLAND
18.10. – 20.10. viscom DÜSSELDORF, DEUTSCHLAND
www.viscom-messe.com www.inprintlive.com
14.11. – 16.11. InPrint MÜNCHEN, DEUTSCHLAND
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Inhalt
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CONTENT
EDITORIAL 07 _ 200 Jahre Druckgeschichte …
HERAUSGEBERBRIEF 06 _ qualityaustria Forum 2017: Zukunft im Fokus – Leading the Future
PEOPLE &EVENTS
BUSINESS &MARKT
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PEOPLE & EVENTS
BUSINESS & MARKT
10 _ Paper & Biorefinery Conference 2017: Kanzler Kern: Teure Ökostromförderungen ersetzen 11 _ 24. GC Führungssymposium – Schlanke Prozesse – dicke Gewinne 12 _ Druck- & Medienkongress in Linz: Die Zukunft gehört dem »Real-Digitalen«
14 _ Veredeln vor verbrennen: Papierindustrie fordert vehement Ökostromnovelle 15 _ Mail Boxes ETC: Masterlizenz für Österreich wieder in heimischer Hand 16 _ 200 Jahre Koenig & Bauer: Kloster Oberzell als Wiege des deutschen Druckmaschinenbaus 20 _ Fespa 2017: Nach Hamburg geht es nach Berlin 22 _ Agfa Graphics: Mit LED-Version des Jeti Tauro 24 _ HP bringt neue Lösungen: Anwendungen sind das Um auf Auf 26 _ EFI: Neuer Textildrucker für breite Kundenbasis 27 _ Canon UV-Gel Technologie: Mehrfach ausgezeichnet 28 _ Mimaki mit großem Auftritt: 3D-Druck kommt zum Jahresende 29 _ Zünd: Polyestertextilien schneiden und versiegeln 30 _ Heidelberg stellt neue Wachstumsstrategie vor: Drei Milliarden Euro Umsatz angepeilt
Die nächsten Ausgaben und deren Schwerpunkte
PRINT & PUBLISHING 235 | DIE PRINT & PUBLISHING SOMMERAUSGABE
PRINT & PUBLISHING 236 | VERPACKUNGSDRUCK & VEREDELUNG
Thema: Smarte Menschen, smarte Industrie, smarte Unternehmen, smarte Lösungen
Thema: Touch me – Lasst die Sinne sprechen
Erscheinungstermin: 17. JULI 2017 Redaktions- und Anzeigenschluss: 03. JULI 2017
Erscheinungstermin: 15. SEPTEMBER 2017 Redaktions- und Anzeigenschluss: 01. SEPTEMBER 2017
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Inhalt ƒ
ZEITREISE 50 _ 25 Jahre Print & Publishing: PRINT & PUBLISHING Ifabo und die Suche nach den echten Profis
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MEDIEN KOMMUNIKATION DESIGN 34
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PRODUKTION &TECHNOLOGIE 40
MEDIEN . KOMMUNIKATION . DESIGN
PRODUKTION & TECHNOLOGIE
32 _ Stiegl-Biere im neuen Outfit: Alles neu zum Jubiläum 33 _ Gmund: Weltweit erstes Papier mit echter Ledernarbung 34 _ Design made in Austria. Sold worldwide
36 _ Xeikon PX3000 – Einstieg in den Inkjet Markt 40 _ PlotFactory AG: Außergewöhnliche Produkte mit außergewöhnlichen Menschen realisieren 46 _ Aus der Praxis eines Gutachters: Bogendruckmaschine dubliert nicht reproduzierbar 48 _ Sensory Printing von Duplo: Mit den Sinnen spielen 49 _ The Navigator Company reagiert auf Wachstum: Erweiterung der Digitaldruckproduktpalette
Impressum EMGroup GmbH . Testarellogasse 1/2, A-1130 Wien . Telefon +43(0)1/983 06 40 . Fax +43(0)1/983 06 40-18 . INTERNET www.printernet.at ADMINISTRATION E-MAIL office@europeanmediagroup.at . REDAKTION E-MAIL edit@europeanmediagroup.at . HERAUSGEBER (e.h.) Prof. Dr. Werner Sobotka CHEFREDAKTEUR | GESCHÄFTS-/VERLAGSLEITUNG Michael Seidl . VERLAGSASSISTENZ/PRODUKTION Rainer Gruber . AUTOREN Rainer Gruber, Stefanie Hermann, MA, Michael Seidl, Dr. Werner Sobotka, Stephan Jaeggi, Dr. Colin Sailer, Klaus Schmidt . LAYOUT Zeitmassdesign, Mag. Robert Sabolovic . DRUCK »agensketterl« Druckerei GmbH, 2540 Bad Vöslau PRINT & PUBLISHING ERSCHEINT IN DEN JEWEILIGEN LANDESSPRACHEN IN ÖSTERREICH, POLEN SOWIE UNGARN UND UNTERHÄLT MEDIENKOOPERATIONEN IN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK, SLOWAKEI, RUSSLAND UND INDIEN. INTERNATIONALE KOORDINATION EMGROUP GMBH, TESTARELLOGASSE 1/2, A-1130 WIEN, TELEFON +43(0)1/983 06 40, FAX +43(0)1/983 06 40-18, E-MAIL: OFFICE@EUROPEANMEDIAGROUP.AT
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Editorial ƒ
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200 Jahre Druckgeschichte …
EDITORIAL
Im August 2017 wird der Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer 200 Jahre alt. Angesichts der massiven Veränderungen in der Druck- und Medienindustrie in den letzten Jahrzehnten und vor allem in den Jahren seit der Jahrtausendwende ein Jubiläum, dem man Respekt und Hochachtung entgegenbringen muss. In dieser Ausgabe finden über vier Seiten einen Abriss zur Entwicklung des Unternehmens. Was beim Durchgehen des Textes auffällt: schon in den 50er Jahren des 19. Jahrhundert hatte man wohl schon keine Freude daran, dass findige Mitarbeiter die Unternehmen verließen um sich selbständig zu machen. Nicht umsonst gilt Koenig & Bauer und die Fertigung im Kloster Oberzell als die Wiege des deutschen Druckmaschinenbaus. Und es fällt auf, wie sich Unternehmen ständig an die verändernden Rahmenbedingungen anpassen müssen. So auch KBA, der Druckmaschinenkonzern hat sich gewandelt und spielt seine Stärken durch Diversifizierung aus. Das Unternehmen ist heute in vielen Teilbereichen der Druck- und Verpackungsindustrie mit entsprechenden Angeboten vertreten. Das habe dem Unternehmen geholfen, so meint man bei KBA, den Strukturwandel besser zu bewältigen als andere Druckmaschinenhersteller. Zur Jahrtausendwende wurden noch über 60 Prozent des Neumaschinenumsatzes in von den OnlineMedien bedrängten Märkten erzielt. Heute entfallen 90 Prozent auf die Wachstumsmärkte Digital- und Verpackungsdruck sowie den Sicherheitsdruck. So werden mit analogen und digitalen Technologien Banknoten, Blechdosen, Bücher, Broschüren, Displays, Dekore, Etiketten, Glas- und Kunststoffbehälter, Karton- und Folienverpackungen, Kataloge, Laminate, Magazine, Reifen, Kabel, Smart Cards, Werbeflyer, Zeitungen und einiges mehr bedruckt, veredelt und teilweise weiterverarbeitet. Dabei kommen fast alle gängigen Verfahren zum Einsatz. Diese Breite schafft ein einzigartiges Spektrum für Innovationen, neue Anwendungen und neue Partnerschaften. Verändern und Anpassen musste sich in den letzten Jahren auch Heidelberg und durchlief ein geharnischtes Restrukturierungsprogramm. CEO Rainer Hundsdörfer hat nun anlässlich der Bilanzpressekonferenz zum digitalen Halali geblasen und präsentierte ein Maßnahmenpaket mit dem Titel »Heidelberg goes Digital!«. Damit soll der Fokus für die kommenden Jahre in punkto Technologie-
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führerschaft, digitale Transformation und operative Exzellenz gelegt werden. Und man möchte wieder wachsen: 3 Milliarden Euro soll der Umsatz im Jahre 2022 betragen. Man wolle wieder wachsender und profitabler Leuchtturm für die Branche sein, meinte Hundsdörfer und möchte dies mit digitalen Prozessen erreichen. Nach der Präsentation des Programms wurde in Deutschland Heidelberg mit Tesla verglichen, was wohl doch etwas gewagt erscheint. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass das Unternehmen massiv versucht, den zukünftigen Ansprüchen gerecht zu werden. Mit vielen Maßnahmen wolle man sich darüber hinaus zu einem agilen Unternehmen entwickeln. Agil und digital… der Leuchtturm passt da nicht ganz dazu. Aber wie wäre es damit? »Wachsende und profitable Superdrohne für die Branche?« Last but not least ist das Bundeseinigungsamt der Argumentation des Verband Druck & Medientechnik gefolgt, der mit der erforderlichen qualifizierten Stimmenmehrheit im September 2016 seine Aufgabe als KollektivvertragsVerhandlungspartner zurückgelegt und dies in seinen Statuten festgehalten hat. Mit dem Bescheid des Bundeseinigungsamt ist dieser Schritt nun rechtskräftig. Der Kollektivvertrag für das grafische Gewerbe geht damit in dieser Form unter. Viel Vergnügen mit dieser Ausgabe wünscht Herzlichst Ihr Michael Seidl m.seidl@europeanmediagroup.at
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ƒ Herausgeberbrief
QUALITYAUSTRIA FORUM 2017 ZUKUNFT
IM FOKUS – LEADING THE FUTURE TEXT . Dr. Werner Sobotka
A
ktuell ist der kluge Umgang mit dem Ungewissen gefragt. Doch welche erfolgreichen Strategien für die Zukunft unterstützen uns dabei? Das Erfolgsprinzip der Zukunft lautet Pioniergeist! Führung wird neu gedacht, und hier gilt: Agilität vor Stabilität, um Veränderungen und die steigende Komplexität gekonnt zu meistern. Die Zukunft ergibt sich nicht – sie wird von Visionären gestaltet. Während sich bestehende Arbeitsstrukturen auflösen und sich die Schlüsselqualifikationen moderner Arbeitgeber beziehungsweise -nehmer wandeln, gewinnen Kreativität, Integrität, globales Denken, Nachhaltigkeit und Innovationskraft immer mehr an Bedeutung. Gesellschaftliche Herausforderungen, neue Technologien wie Industrie 4.0 und innovative Geschäftsmodelle verändern die Welt. Doch was bedeutet der Begriff »4.0« eigentlich? Ein Vorschlag von Experten lautet: Eine neue Stufe der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette über den Lebenszyklus von Produkten. Dieser Zyklus orientiert sich an den zunehmend individualisierten Kundenwünschen und erstreckt sich von der Idee, dem Auftrag über die Entwicklung und Fertigung, die Auslieferung eines Produkts an den Endkunden bis hin zum Recycling, einschließlich der damit verbundenen Dienstleistungen. Notwendig dazu ist die Verfügbarkeit aller relevanten Informationen in Echtzeit durch Vernetzung aller an der Wertschöpfung beteiligten Instanzen und die Fähigkeit aus Daten den zu jedem Zeitpunkt optimalen Wertschöpfungsfluss abzuleiten. Viele Fragen beschäftigen uns: Was wird wirklich anders? Wo tun sich neue Wege auf? Welche Entwicklungen führen in Sackgassen? Gibt es eine Zauberformel für das Management der Zukunft? Welchen Stellenwert nimmt das Integrierte Managementsystem dabei ein? Wie können wir diesen vielfältigen Anforderungen der Zukunft entsprechen?
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Das 23. qualityaustria Forum am 15. März 2017 im Salzburger Congress stand unter dem Titel »Zukunft im Fokus – Leading the future«. Führende Experten zeigten den 750 Besuchern vielseitige Ansätze zum Management einer unsicheren Zukunft auf, um den Herausforderungen in einem volatilen Wirtschaftsumfeld zu begegnen.
Smartness und künstliche Intelligenz George T. Roos, Gründer des privatfinanzierten Zukunftsforschungsinstitutes der European Futurists Conference in Luzern, war der Stargast in Salzburg. Sein Einstieg begann damit, dass er meinte, die Zukunft scheint heute ungewisser denn je. Die zunehmende Globalisierung, die Telekommunikation und zuletzt das Internet haben die Zeiterfahrung nochmals verändert. Statt einer Abfolge von Schritten erleben wir das Neue immer mehr als plötzlichen Einbruch, alles auf einmal, durch nichts angekündigt, das nicht erkannt und oftmals überhaupt nicht gekannt war. Philosophen sprechen von einer pointilistischen Zeiterfahrung mit ungewisser Zukunft. Laut Donald Rumsfeld gibt es Dinge, von denen wir nicht einmal wissen, dass wir sie nicht wissen. Das sind zweifelsohne die gefährlichsten Zukunftsaussichten, auf die es sich schwierig vorzubereiten sein wird. Was sind nun Szenarien, die als »Disruptives« (Störungen, Veränderungen) unsere Medienwelt beeinflussen. Eine der wichtigsten Faktoren sind »Smartness« und »künstliche Intelligenz«. Nichts hat die Welt mehr verändert als das Internet: Die Verknüpfung von Rechnern rund um den Globus mit nur einem Protokoll, das Texte, Bilder und Filme auf jedem Computer lesbar macht, hat die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, nachhaltig verändert. Nirgends ist der technische Fortschritt so rasant, mit einer exponentiellen Steigerung der technischen Leistung und zu allem noch begleitet von einem fast ebenso schnellen Sinken der Preise erfolgt. Die nächsten
zwanzig Jahre der informations- und Kommunikationsindustrie werden ebenso disruptive Wirkungen haben wie die vergangenen Veränderungen der Medienwelt. Das Internet wird heute laufend in die realen Gegenstände verlängert. Immer mehr Dinge der realen Welt, wie zum Beispiel die Klimatechnik, das Auto, die Druckmaschine, ja selbst der Blumentopf sind im Internet selbst repräsentiert. Damit können sie über Internet ferngesteuert werden von jedem denkbaren Eingabegerät: Vom Computer, vom Smartphone oder dem Tablet. Die realen Gegenstände werden mittels Sensoren dazu in die Lage versetzt, ihre Umwelt wahrzunehmen, sie können Temperatur, Bewegungen, Bewegungsänderungen, Berührung, Schadstoffe in der Luft, visuelle Veränderungen – um nur einiges aufzuzeigen – verarbeiten. Gibt es entsprechende Algorithmen, können diese interpretiert und sie einem Nutzer zur Kenntnis gebracht werden, damit dieser angezeigte Aktionen übernimmt. Die Dinge können aber bereits eigenständig aufgrund von veränderten Ergebnissen reagieren. Das Schlagwort heißt »Big Data und künstliche Intelligenz«. Die wachsende Zahl von Sensoren, aber auch die Navigationsgeräte in Handys und anderen Gadgets tragen dazu bei, dass das weltweit vorhandene Datenvolumen immer weiter wächst. Bereits 2013 gab es zwei Zettabytes an gespeicherten Daten. Ein Zettabyte ist eine Trilliarde Bytes oder eine Trillion mal mehr Daten als die mehrbändige Encyclopedia Britannica umfasst. Und jeden Tag kommen fünfzig Petabytes dazu, das ist eine Zahl mit 234 … 2017
Herausgeberbrief ƒ 15 Nullen (das Zettabyte hat 21 Nullen). Das Problem mit diesen Daten besteht darin, dass sie für sich genommen kaum etwas wert sind. Sie existieren zwar, ergeben aber keinen Sinn. Die meisten Daten, die neu hinzukommen, sind nicht strukturiert, stellen also keine Zahlen dar, sondern sind Sensordaten, Filmdaten, Bilder, Sprachdaten. Sie sind vage und unsicher und nicht ohne weiteres zu deuten. Abhilfe schaffen kann hier die künstliche Intelligenz. Das ist eine Sprache, die eigene Hypothesen selbständig lernen kann. Watson ist der erste Computer mit dieser Intelligenz, benannt nach dem Gründer von IBM, Thomas I. Watson. Es war der revolutionäre Fortschritt. Dieser Computer bildet selbst Hypothesen und überprüft, welche Belege und Evidenzen er findet, die seine Hypothesen stützen, und er lernt dazu. Ohne Daten speziell aufbereiten zu müssen oder diese in Grafikprogramme zu übertragen, können diese mittels Sprachbefehl angefordert werden. Dies ist ein wichtiger Schritt aus Big Data verwertbare Ergebnisse zu erkennen. IBM wird dies als Cloud Programm herstellen, und es wird davon bald eine Smartphone-App geben. Das heißt, das Ende des Textes – das neue Wissen. Verbindung von Spielelementen wie rasches Feedback, Belohnung oder Wettbewerb mit der Absicht, wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen, Verhalten zu verändern, soziale Verbesserungen zu erreichen oder einfach zu lernen. Die Verschmelzung von Training und Spielen führt zudem die Videogame-Industrie und die Wissenschaft zusammen. Die Digitalisierung hat dem Spielen wieder Auftrieb gegeben. Das Spiel als Lerntool, das ist keineswegs der einzige und schon gar nicht der wichtigste Effekt der Digitalisierung. Viel wichtiger ist die Veränderung des Pools von Wissen. Sammeln von Wissen in Form von Texten wird immer öfter durch Bilder,
George T. Roos, Gründer des privatfinanzierten Zukunftsforschungsinstitutes der European Futurists Conference in Luzern, war der Stargast in Salzburg. Filme und Grafiken ersetzt, worin Wissen gespeichert ist. Wissen ist aus den Buchdeckeln herausgebrochen und nun im weltweiten Netz für alle zugänglich: »Der Text ist tot, es lebe das Wissen.« Die Medien haben in ihren Büchern, Magazinen und Zeitungen ihr Wissensmonopol verloren und sind zum Entertainment geworden. Waren es früher Publikationen, die das Wissen erst öffentlich gemacht haben, erübrigt sich das heute. Das Problem ist die Sicherung eines fluiden sich sehr schnell verändernden Wissens. Weil das Wissen und die Eigenart seiner Fixierung sich fundamental verändert haben, verändert sich auch das Lernen. Klaus Ceynowa, stellvertretender Direktor der Bayerischen Landesbibliothek, glaubt, dass der Zeile für Zeile lesende Leser ade ist, an seiner Stelle kommt die Figur des sich in vernetzten Wissensräumen agil bewegenden Entdeckers.
Die neuen Anforderungen Was bedeutet dies nun in »Realitas« für den modernen, erfolgreichen Unternehmer unserer Tage? Einführung von Projektmanagement 4.0, fraktale Organisationen, digitale Nomaden züchten, neue Qualität des Stils, Einführung von Systemmanagement 4.0 mit
regelmäßigen Revisionen, endlich Selbstbestimmung und die Sicherung der Qualität von Netzwerken als Grundvoraussetzung für echte Innovation. Aber dafür müssen erst bewusst neue Lernkonzepte geschaffen werden, die den Einsatz von Social Software möglich machen und dadurch den Erfolg sicherstellen. Berufliches und Privates wächst zusammen und kann kaum mehr getrennt werden, der Beruf endet nicht mehr vor der Firmentür. Dafür muss man erfolgskritisches Wissen schaffen und durch unmittelbaren Transfer Nachhaltigkeit sichern. Besonders ist es wichtig Eigenverantwortung für Lernprozesse zu propagieren, denn erst durch das Lernen jedes Einzelnen und die Einführung und das Schaffen einer völlig neuen Lernkultur wird 4.0 zu einem echten Erfolg für den Betrieb werden. Unternehmen mit hoher Unternehmensqualität sind als Arbeitgeber attraktiver und erhalten höhere Leistungsstärke der Menschen auch in einer völlig neuen Arbeitswelt. Aus alten sogenannten wegrationalisierten Jobs werden neue, die vor allem von den Mitarbeitern mehr Selbständigkeit, Einbindung, Beteiligung und Engagement fordern, um in der Welt von 4.0 überleben zu können. 1
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