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Zurück zu den Wurzeln: Feuer, Rauch und Buchenholz Wann haben sie zum letzten Mal im Wald nach Holz gesucht? Ein Feuer entfacht und den Brotteig um einen Ast geschlungen? Das Kochen auf offenem Feuer findet seit langem nicht mehr ausschliesslich in der Natur, sondern auch in der Gastronomie statt - neu interpretiert. Ich bin auf dem Weg ins Ampersand Grillrestaurant in Luzern. Das Neustadtquartier, wo sich mein heutiges Ziel befindet, ist ungewöhnlich still. Im Sommer säumen Hunderte Stühle den Helvetiaplatz, begleitet von aufgewecktem Stimmengewirr, wie das stetige Summen eines Bienenschwarms. Im Vögeligärtli rotieren die Schachfiguren, die Menschen flanieren durch die Strassen. Nun ist Herbstzeit, die Stühle warten in den Kellern der Cafés, die Bienen sind verstummt, das Leben findet drinnen statt. Ich steige beim Viktoriaplatz aus dem Bus, wo mich gepflegte Architektur und ein Hauch Nostalgie erwarten. 1868 infizierte der Besuch der Queen
Viktoria ganz Luzern mit britischem Flair und trug den Ruf der Stadt als Tourismusdestination in die Welt hinaus. Damals erhielt das Vögeligärtli kurzerhand den Namen «Englischer Garten». Der ehemalige Nidwaldnerhof, welcher heute mein Ziel ist, schmückte sich mit dem Beinamen «Britannia». Und das Hotel Viktoria wurde mit dem Zusatz «Englischer Hof» versehen. Nach dem Ersten Weltkrieg, als die britischen Gäste wegblieben, begannen auch die glamourösen Hotels ihre Türen zu schliessen. So ergatterte ein Restaurant in der Maihofstrasse das Tavernenrecht des Englischen Hofs. Nun heisst es «Asia Village Victoria»: Luzerner Tourismus im Jahr 2020.
Ampersand Grillrestaurant Habsburgerstrasse 16 6003 Luzern +41 41 210 10 07 info@ampersand-luzern.ch www.ampersand-luzern.ch