I.P.
46. Jahrgang · Bozen, Oktober 2011 · Nr. 9
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HGV ist gegen geplante Erleichterungen Regelung für Urlaub auf dem Bauernhof soll weiter aufgeweicht werden Die Rahmenbedingungen für die Ausübung der Tätigkeit Urlaub auf dem Bauernhof sind bereits äußerst günstig. Eine weitere Lockerung wird der HGV nicht mittragen.
Spedizione in a.p. - 45 % - art. 2 comma 20/b legge 662/96 - Filiale di Bolzano
Die Zweite Gesetzgebungskommission des Landtages hat Mitte September einen Gesetzesartikel genehmigt, wonach die Bestimmungen für Urlaub auf dem Bauernhof ein weiteres Mal deutlich gelockert werden sollen. Über diesen Artikel muss nun der Landtag befinden. Konkret ist vorgesehen, dass bei den Urlaubauf-dem-Bauernhof-Betrieben die Anzahl der Wohnungen von vier auf fünf und die Anzahl der Zimmer von sechs auf acht erhöht werden kann. Das bedeutet, dass unter Umständen in diesen Betrieben künftig um die 20 Betten vermietet werden dürften. Zudem soll es den Buschenschänken erlaubt werden, das ganze Jahr über offen zu halten. Bislang durften sie maximal 180 Tage im Jahr geöffnet sein.
Direkte Konkurrenz zum Gastgewerbe »Die geplanten Erleichterungen würden auf rund 2.000 gewerbliche Ein- und Zwei-Sterne-Betriebe direkte Auswirkungen haben,
weil diese durchschnittlich nur über knapp 20 Betten verfügen und bereits bisher mit erheblichen Rentabilitätsproblemen konfrontiert sind«, betont HGV-Präsident Walter Meister. Mit der geplanten Regelung für Buschenschänke (ganzjährig geöffnet) würde es zudem tausende Speiseund Schankbetriebe und dabei insbesondere Dorfgasthäuser treffen, weil diese, im Gegensatz zu den Buschenschänken, Mindestöffnungszeiten einhalten müssen. »Gewerbliche Speiseund Schankbetriebe müs-
sen an fünf Tagen in der Woche mindestens zehn Stunden offen halten. Buschenschänke hingegen können nach Belieben öffnen und schließen. Hinzu kommen noch wesentliche Erleichterungen in steuerlicher und arbeitsrechtlicher Hinsicht«, fügt HGV-Direktor Thomas Gruber hinzu. Der HGV hat unverzüglich die politische Überzeugungsarbeit gestartet und zunächst dem Landeshauptmann und den Mitgliedern der Landesregierung ein ausführliches Promemoria zu den geplanten Erleichte-
rungen bei den Bestimmungen für Urlaub auf dem Bauernhof und Buschenschank zukommen lassen. In der Folge wurden dann alle Landtagsabgeordneten schriftlich und zum Teil persönlich über die Haltung des HGV informiert.
Umfrage und Unterschriftenaktion Zur Unterstützung der politischen Überzeugungsarbeit wurden bei den HGVMitgliedern eine Umfrage und eine Unterschriftenaktion gestartet. 74 Prozent
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Willkommen zur Fachmesse »Hotel« Die diesjährige internationale Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie »Hotel 2011« findet auf dem Bozner Messegelände vom Montag 17. Oktober bis Donnerstag, 20. Oktober statt. Mehrere hundert Messeaussteller aus dem In- und Ausland zeigen neue Produkte und Dienst-
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Seiten 22–27
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der Mitglieder, die an der Umfrage teilgenommen haben, haben sich gegen die Erhöhung der Wohneinheiten bzw. Zimmer in den Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Betrieben ausgesprochen. 57 Prozent der Befragten sind gegen die ganzjährige Öffnung der Buschenschänke. An der Unterschriftenaktion gegen die geplanten Erleichterungen haben bis Redaktionsschluss dieser »HGV-Zeitung« mehr als 1.000 Mitglieder teilgenommen. »Ein deutliches Votum. Viele Mitglieder kritisieren dabei insbesondere die ungleichen gesetzlichen Voraussetzungen zwischen Urlaub-auf-dem-BauernhofBetrieben und gewerblichen Gastbetrieben«, berichtet HGV-Direktor Thomas Gruber. Der HGV hat in den letzten Tagen seine politische Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen fortgesetzt und auch Landesrat Hans Berger ersucht, hinter den Anliegen der HGV-Mitglieder zu stehen. »Bei allem Verständnis für die Notwendigkeiten des bäuerlichen Nebenerwerbs sind wir der Meinung, dass die Rahmenbedingungen für die Ausübung der Tätigkeit Urlaub auf dem Bauernhof bereits heute äußerst günstig sind. Wir ersuchen daher eindringlich, die vorgeschlagenen Erleichterungen nicht zu genehmigen«, appelliert HGV-Präsident Walter Meister an die Politik. st