INTERVIEW
«Motivieren können ist das tĂ€gliche Brot des Leiters fĂŒr jede musikalische AktivitĂ€t.» Musik ist die grosse Leidenschaft von Dr. phil. Helmut Freitag. Als vielseitiger ÂDirigent und Organist pendelt er zwischen der Schweiz und Deutschland hin und her. Und er versteht es ausgezeichnet, die vielen Pflichten unter einen Hut zu bringen. Helmut Freitag, Sie reisen fast  öchentlich zwischen SaarbrĂŒcken w in Deutschland und dem Berner Oberland hin und her. An beiden Orten erfĂŒllen Sie anspruchsvolle Pflichten. Wie kommt es zu dieser rĂ€umlichen Distanz zwischen Ihren Arbeitsorten? Das ist eine lange Geschichte. Ich war wĂ€hrend meiner Ausbildung oft in der Schweiz. Meine Orgellehrer in Genf und Lausanne sind Schweizer. Ich hatte also eine lange und intensive musikalische Bindung zur Schweiz. Dazu kommt, dass wir als Familie seit gut 25 Jahren immer ins Berner Ober land kamen. Es war unser Traum, ein mal hier eine kleine HĂŒtte besitzen und zeitweise da Âleben zu können.
Sie haben in Deutschland an spruchsvolle Aufgaben in einem Umfeld mit hohem Niveau und ge niessen eine gewisse Bekanntheit. Was bringt Sie nun dazu, einen Teil ihrer TĂ€tigkeit ins Berner Oberland â sprich in die Provinz â zu verlegen? Als ich 2002 meine Arbeit an der Uni versitĂ€t aufnahm, merkte ich recht schnell, dass mir das Orgelspiel sehr fehlte. Und ich suchte eine Möglich keit, wieder vermehrt den Orgeldienst auszuĂŒben. Ich war ĂŒberrascht, sass ich doch am Sonntagvormittag da und drehte DĂ€umchen anstatt in einem Gottesdienst zu musizieren. Da war es ein GlĂŒck fĂŒr mich, diese Stelle zu be kommen und dort die e rwĂ€hnte HĂŒtte zu finden. Bödeliâ/âBrienzInfoâ70
Und warum ausgerechnet Interlaken? Wir kennen und lieben die wunder schöne Gegend schon von vielen Fe rienaufenthalten. Es ist auch nicht weit bis Reichenbach, wo unser HĂ€us chen steht. âŠâund die Distanz stört Sie nicht? Viele Schweizer haben zu grossen ÂRespekt vor Distanzen. Musiker sind und bleiben ein «fahrendes Volk». Wenn ich von SaarbrĂŒcken aus auf Helgoland spiele, ist das viel weiter als der Weg ins Berner Oberland. Dazu kommt, dass die Verbindungen nach Interlaken auf Schiene und Strasse gut sind.