2015_03

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natürlich

DRAUSSEN WOHNEN

Ratgeber für den Gartenmöbelkauf 26

KRÄUTERHITPARADE

Das sind die zehn besten Heilpfl anzen 42

Fokus Garten

Die Freude am eigenen Paradies 10

SÜSSE WOHLTAT

Lakritze tut dem Magen gut 46

Damit sie in der Dritten Welt nicht nur Hunger ernten.

Biolandbau besiegt den Hunger: swissaid.ch/bio

Spenden Sie jetzt 10 Franken: SMS «give food» an 488

Liebe Leserin, lieber Leser

Alles neu macht für einmal nicht der Mai, sondern in unserem Fall schon der März –«natürlich» hat sich, Sie werden es schon beim ersten Durchblättern feststellen, optisch verändert. Wir sind – und ich bin sicher, Sie sind mit mir einverstanden – schöner und moderner geworden. Unserem kreativen Layout ­ Team sei dafür ein Kränzchen gewunden, aber auch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, denn viele der äusseren und auch der inhaltlichen Veränderungen kamen auf Ihre Anregungen hin zustande.

So zum Beispiel die Neuerung, dass sich ab jetzt jedes «natürlich» zu einem grossen Teil einem ganz bestimmten Schwerpunkt widmet. Im vorliegenden Fall dem Fokus «Garten», und – das als kleine Vorschau – im nächsten Magazin dem Fokus «Reisen». Das bedeutet, dass Sie nun Heft für Heft mehr und vertiefte Informationen zu einem ausgewählten «natürlich» ­ Thema erhalten. Für uns heisst das, unsere bewährten Tugenden wie zum Beispiel den auf Nachhaltigkeit ausgerichteten, wohlwollend kritischen und unabhängigen Journalismus weiter zuzuspitzen.

Ich freue mich auf Ihre Reaktionen und wünsche Ihnen neben viel Lesespass erste Frühlingsgefühle.

Frühling übers Jahr

Das Beet, schon lockert

Sich’s in die Höh’, Da wanken Glöckchen

So weiss wie Schnee; Safran entfaltet Gewalt’ge Glut, Smaragden keimt es Und keimt wie Blut. Primeln stolzieren So naseweis, Schalkhafte Veilchen, Versteckt mit Fleiss; Was auch noch alles Da regt und webt, Genug, der Frühling, er wirkt und lebt.

Doch was im Garten

Am reichsten blüht, Das ist des Liebchens Lieblich Gemüt. Da glühen Blicke Mir immerfort, Erregend Liedchen, Erheiternd Wort; Ein immer offen, Ein Blütenherz, Im Ernste freundlich Und rein im Scherz. Wenn Ros‘ und Lilie Der Sommer bringt, Er doch vergebens Mit Liebchen ringt.

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Garten

Toptopf I

Ein Erdbeer- und Kräutertopf sieht hübsch aus, bietet Platz für viele Pflänzchen und lässt sich auch gut als «Mischkultur» bepflanzen. Hängeerdbeerpflanze und Pfefferminze passen perfekt zusammen und geben später als Dessert oder in einer Bowle ein ebenso gutes Duett.

Toptopf II

Einen hängenden Garten kann man sich auch selbst basteln. Es braucht: Petflaschen, eine Ahle um Löcher zu machen, eine Schere, Schnur – und natürlich Erde. Eine kleine Portion handwerkliches Geschick und etwas Geduld. Fertig ist der ReyclingGarten. tha

Neuer Lehrgang: «Mein Gemüse»

Wer genau wissen will, was bei ihm auf dem Teller liegt, pflanzt entweder sein eigenes Gemüse an oder er sucht den Kontakt zu lokalen (unabhängigen) Landwirtschaftsbetrieben. Dieses Konzept nennt sich «Community Supported Agriculture», CSA. Schon seit mehr als 35 Jahren wird diese Idee von der Kooperative «Les Jardins de Cocagne» in Genf gelebt. Inzwischen gibt es etliche Betriebe wie beispielsweise Ortoloco, Pflanzplatz Dunkelhölzli oder der Verein Gmüesabo Thalheim, wo Produzenten und Konsumenten näher zusammenkommen. Um dieses Konzept von lokaler und nachhaltiger Landwirtschaft zusätzlich zu beflügeln, startete dieses Jahr der erste CSA­Lehrgang. Er richtet sich sowohl an Landwirte und Menschen mit Erfahrung im Gemüseanbau als auch an Konsumenten, die selbst einen solchen Betrieb aufbauen möchten.

+ www.loconomie.ch

Dschungelreise

Die kürzlich wiedereröffnete Stadtgärtnerei in Zürich ist eine prima Ferienoase: Auf kleinen Pfaden wandelt man vorbei an exotischen Pflanzen, entdeckt Schildkröten, Fische und Vögel und auf der kleinen Aussichtsplattform im Tropenhaus kann man davon träumen, wie es im richtigen Dschungel vielleicht so wäre.

+ Täglich geöffnet und rollstuhlgängig. Sackzelg 27, Zürich. Tel. 044 492 14 23, www.stadt-zuerich.ch

Gesprächig

Was der Grünfink der Kohlmeise wohl mitteilen will? Es sieht nach Schelte aus. Vielleicht ist die Kohlmeise zu spät aus den Federn geschlüpft und machte dem Grünfink seinen Platz im allmorgendlichen Vogelkonzert strittig. Laut Vogeluhr beginnt die Meise mit ihrem Gesang im Mittelland rund fünf Minuten vor Sonnenaufgang. Der Grünfink hat erst 35 Minuten später Tagwacht und ist somit der Langschläfer unter den Singvögeln.

Den Auftakt des Morgenkonzerts im Garten macht der Hausrotschwanz mit seinem eher etwas eintönigen, aber durchaus frischen Gesang. tha

Rückkehr ins Paradies

Vor hunderten, gar tausenden von Jahren wurde er bereits angelegt und bis heute ist er für die Menschen wichtig: der Garten. Was gibt er uns? Auf der Suche nach Antworten.

Text: CHRISTINE FÜRST

Flackernder Lampenschein.

Ein Schatten ist zu sehen. Er schleicht sich zur Tür herein, stürzt sich auf Sir Henry und bringt ihn um. Und wer war der fiese Mörder? «Der Mörder ist immer der Gärtner», so lautet der Titel eines berühmten Songs des deutschen Musikers Reinhard Mey. Und trotzdem fühlen sich die Menschen im richtigen Leben kaum je vom Gärtner, geschweige denn vom Garten bedroht. Im Gegenteil. Hier suchen sie Ruhe, tanken Kraft und Energie und fühlen sich ein bisschen wie im Paradies. Warum das so ist –davon handelt dieser Text.

Trotzdem fühlen sich die Menschen vom Garten angezogen. Bewegen sich in ihm, arbeiten in ihm, ziehen sich in ihm zurück, tanken Kraft und Energie. Was macht diesen Ort so magisch? Woher kommt unsere Lust auf Garten? Davon handelt dieser Text.

Frühling – die e rde Er beginnt im Frühling, dann, wenn die ersten Schneeglöckchen durch die Erde drücken, dann, wenn das Gras langsam wieder grün wird, dann, wenn der Gärtner bereits ein Kribbeln in den Fingern verspürt und er am liebsten schon in den ersten warmen Tagen die Gurken und Zucchetti pflanzen würde. Er freut sich darauf, dass er schon bald seine Finger in die feucht-nasse Erde graben und Setzlinge pflanzen kann. Er freut sich darauf, bald im

blühenden Garten sitzen und den Moment geniessen zu können.

Die Geschichte über die Entstehung der Gärten geht Jahrtausende zurück. Bereits in der Bibel taucht der Garten Eden auf, heute wird er oft als Sinnbild für einen paradiesischen, wunderschönen Garten genutzt. «Der Garten ist eine sehr alte kulturelle Errungenschaft, die sich nicht anhand eines einzigen Ereignisses oder Zeitabschnittes festmachen lässt», sagt Clemens Bornhauser. Er ist Landschaftsarchitekt, leitet die «Fachstelle Bio- und Naturgarten» von Bioterra und ist im Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Gartenkultur.

Für die Entstehung der Gärten gibt es verschiedene Anschauungen und Theorien, wobei Sesshaftigkeit und Wohlstand eine Rolle gespielt haben. Der Garten ist laut Bornhauser ein Ausdruck von Naturverständnis oder manchmal auch von der Suche nach der Natur (respektive der Schöpfung). Schon die frühesten Gärten können als eine sinnliche Auseinandersetzung mit der Natur und der Stellung der Menschen darin interpretiert werden. «Die Menschen verorten sich im Garten, indem sie sich ein Stück Erde aneignen», sagt er. Gärten seien immer in einen gesellschaftlichen Kontext eingebettet. «Eine Konstante, die sich über all die Jahrtausende gehalten hat, ist, dass der Garten nicht nur im Zusammenhang mit der Natur, sondern auch mit der Kultur

zu verstehen ist.» Räumlich gesehen definiere sich ein Garten über seine Abgrenzung. Der mittelalterliche Garten werde deshalb auch als «hortus conclusus» (geschlossener Garten) bezeichnet. Auch dies ist laut Bornhauser eine Konstante in der Geschichte des Gartens. Meistens waren diese Gärten nur einer kleinen Gesellschaftsschicht oder Gemeinschaft zugänglich, wie beispielsweise Lustgärten oder Klostergärten.

Erst seit rund 150 Jahren sind Gärten und Parks zunehmend auch öffentliche Orte geworden. Im Zuge der Industrialisierung wurde den Arbeitern Gartenparzellen zur Verfügung gestellt, mit dem Ziel, dass sie sich selbst ernähren konnten, später kamen die Arbeiter- und Schrebergärten auf. Heute ist der Garten ein grosses Trendthema, wie es Bornhauser bezeichnet. Der Garten sei Ausdruck von Individualität und beinhalte das Spektrum von reiner Zierde oder Erweiterung des eigenen Wohnzimmers bis hin zu einem Stück Lebensinhalt. Die jüngere und städtische Generation versuche sich immer mehr auch im Urban Gardening. Städter pflanzen Tomaten, Kohl und Salat in Töpfen auf dem Balkon und holen sich so ein Stück Ländlichkeit in die Stadt.

Gemüse ziehen in Säcken oder Kisten ist beliebt. Bornhauser sieht dieses Gärtnern in der Stadt zum grössten Teil als einen gemeinschaftlichen und begegnungsorientierten Akt, in dem es wichtig ist,

«Der Garten ist ein Freiraum, den man selbst gestalten kann –ein Atelier unter freiem Himmel.»

sich gesund und bewusst zu ernähren –und auch ein Stück selbst verwirklichen zu können. Er ist aber der Meinung, dass die Nähe zur Natur beim Urban Gardening, entgegen häufiger Aussagen, nicht so sehr im Vordergrund steht.

Sommer – das Wohlbefinden

Der Kopfsalat wächst, die Zucchetti werden grösser und grösser, die Tomaten nehmen langsam die rote Farbe an und die Pfefferminzsträucher sind schon von Weitem zu riechen – egal ob auf dem Balkon mitten in der Stadt oder auf dem Lande. Im Sommer blühen die Hibiskussträucher in Weiss, Rosa und Violett, die Bienen können sich kaum satt essen. In dieser Umgebung fühlt sich der Mensch wohl, hier tankt er Energie und Sonne. Genau diese Eigenschaften macht sich auch die Garten-

therapie zunutze. Sie ist ein Prozess «in welchem Pflanzen und Gartenaktivitäten dazu verwendet werden, das soziale, psychische und körperliche Wohlbefinden von Menschen zu stärken.» Das sagt Thomas Pfister, Psychologe, ausgebildeter Gartentherapeut und Präsident der Schweizerischen Gesellschaft Gartentherapie. «Quellen verweisen darauf, dass bereits alt-ägyptische Ärzte ihren Patientinnen und Patienten zur Heilung von Krankheiten Gartenspaziergänge verschrieben haben.» Die Gartentherapie könne beispielsweise Patienten nach einem Schlaganfall helfen oder auch alten Menschen. «Die Teilnehmenden kommen raus an die frische Luft, bewegen sich und tanken Sonne», sagt Pfister. Bei Gartentherapien in Gruppen werde ausserdem das Soziale betont, man komme miteinander in Kontakt, vereinsame nicht und auch bei Menschen mit psychischen Erkrankungen könne sich die Arbeit im Garten positiv auswirken

«Der Mensch war schon immer im Garten tätig, denn dieser lieferte ihm Nahrungsmittel und war gut fürs Gemüt. Noch heute braucht der Mensch deshalb ein Stück Natur, oft findet er dieses im Garten», sagt Pfister. Er verweist auf amerikanische Studien, die belegen, dass ein Patient in einem Spitalzimmer mit Aussicht auf einen Garten weniger Schmerzmittel braucht oder dass die Farbe Grün beruhigend wirkt und guttut. Auch Thomas Pfister selbst hat einen Garten, er nennt ihn «Mein kleines Paradies».

h erb S t – die a rbeit Es ist soweit: Gemüse, Beeren, Früchte und Kräuter können geerntet werden. Die Ernte wird eingekocht, Desserts werden kreiert und Kräuter gedörrt. Der Gärtner arbeitet im Einklang mit der Natur, er konsumiert, was ihm der Garten bietet –ganz nach dem Motto saisongerechte Kü-

Veranstaltungstipps

11.– 15. März : Giardina –Gartenmesse, Messe Zürich. www.giardina.ch

20. März: Kräuter im Kloster Eröffnung (18 Uhr) der neu gestalteten Mönchsklause. Kartause Ittigen. www.kartause.ch

21. März: Luzerner Tulpenschau, Ebikon. Täglich ab 21. März. www.tulpenschau.ch

25.– 29. März: Fest der Kamelien, Castello Visconteo, Locarno. www.camellia.ch

22. a pril : Bärner Wildpflanzen-Märit, Bundesplatz Bern. www.wildpflanzenmärit.ch

13./14. Juni: Nationaler Tag der offenen Gärten. Rund 75 Privatgärten können an diesem Wochenende bestaunt werden. Wer seinen eigenen Garten zeigen will, kann sich online anmelden. Einige Gärten können während der ganzen Gartensaison besucht werden. www.offenergarten.ch

12.– 28. Juni: Wahl der Rosenkönigin 2015. Insel Mainau, Bodensee. www.mainau.de

13.– 21. Juni: Botanica 15 Botanische Gärten in der ganzen Schweiz bieten Spezialveranstaltungen unter dem Thema «Pflanzen und Farben». www.botanica-week.org

«Die Menschen verorten sich im Garten, indem sie sich ein Stück Erde aneignen.»

zusammenzuarbeiten und ihnen zu zeigen, von wo ihr Gemüse kommt.»

che. Genauso macht es auch Peter Lippus, Gärtnermeister und Fachlehrer Gartenbau an der Bäuerinnenschule im Kanton St. Gallen. Früchte, Gemüse und Kräuter kommen bei ihm aus dem hauseigenen Garten. «Im Garten bin ich mein eigener Chef, das gefällt mir», sagt er. «Wenn man regelmässig im Garten ist und ihn bearbeitet, hat man keine Probleme mit dem Unkraut und die Erde ist locker, das macht automatisch Freude.»

Er sieht viele Gründe, welche die Menschen dazu veranlassen, in den Garten zu gehen und sich die Hände schmutzig zu machen. Er glaubt, dass die Menschen wieder mehr in die Natur gehen wollen und der Garten ideal ist, um Stress abzubauen. «Die Menschen arbeiten je länger je mehr den ganzen Tag und am Abend haben sie zu Hause im Garten ihre Ruhe und bekommen Freude», sagt er und ergänzt, «Studien belegen, dass man im Garten mehr Muskeln braucht als im Fitnessstudio.» Zudem könne man im Hausgarten viel mehr Sorten anbauen, als im Lebensmittelgeschäft erhältlich sind. Immer mehr merke er auch, dass sich Familien mit Kindern Gärten anlegen, weil man dort etwas mit den Kindern machen kann und sie erst noch etwas dabei lernen würden. Auch Peter Lippus ist manchmal in den Schulen unterwegs. «Es ist schön, mit den Schülern

Der Garten sei auch ein Ort des Experimentierens, aber auch ein Ort, wo man mit Verlusten umgehen müsse. «Wenn ich zehn Franken für Samen ausgebe und nur ein wenig ernten kann, ist schon gut», sagt er. Nur die Arbeitszeit dürfe man nicht einrechnen. «Man muss Freude haben an dem, was man erntet und nicht das, was kaputt geht, bedauern.» Und sollten Sellerie oder Rotkohl einmal nicht wachsen, wie sie sollten, dann müsse man der Frage nachgehen, warum das so ist. Denn nur dann könne man es beim nächsten Mal besser machen.

Winter – die e rinnerung

Langsam bricht der Winter herein, es wird kalt, im Garten tut sich nichts. Er ist öde, fast ein wenig langweilig. Hier kommt die Kunst ins Spiel. Denn der Garten, Blumen und die Natur sind ein viel verwendetes, zeitloses Motiv in der Kunst. Gärten aus dem Pinsel von Vincent van Gogh oder die Bilder von Claude Monet, der sich von seinem Garten im französischen Dorf Giverny inspirieren liess, machen die lange Winterzeit farbiger. Auch das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen hat Anfang dieses Jahres das Thema Garten in der Ausstellung «Gartenträume – Traumgärten» aufgenommen. «Der Garten ist ein Freiraum, ein Raum, wo man selbst gestalten und sich mit der Natur auseinandersetzen kann», sagt Stefanie Hoch, die Kuratorin der Ausstellung. Ein Raum, wo sich der Mensch inspirieren liesse.

Der Garten wird in der bildenden Kunst gerne als friedliche Idylle dargestellt, als ein positiver, freundlicher Ort. «Er ist der Inbegriff für Idylle, den Garten Eden und das Paradies», sagt sie. Der Garten als Ort, wo Feste gefeiert werden, wo biblische und mythologische Themen aufgenommen werden und märchenhaftes geschieht. In der Gegenwartskunst werde dieses Bild brüchig: Der Garten wird auch als verwunschener Ort dargestellt, wo die Natur ausser Kontrolle gerät oder die Realität die Idylle bedroht. So zum Beispiel bei der Schweizer Künstlerin Judit Villiger und beim Winterthurer Fotografen Marcel Gähler, die beide an der Ausstellung zu sehen sind. Dennoch überwiegen die schönen Darstellungen: «Der Garten wird oft als Projektion für das Positive verwendet.» Stefanie Hoch bezeichnet den Garten als Atelier ohne Grenzen – unter freiem Himmel. Mit der Kunst bleibe der ewige Sommer bestehen; nicht draussen, aber im Wohnzimmer oder im Museum.

«Das Leben beginnt an dem Tag, an dem man einen Garten anlegt», besagt ein chinesisches Sprichwort. Ein schöner, schwärmerischer Gedanke. Nicht allen ist es vergönnt, ein Stücklein Erde zu bepflanzen. Doch Gartenlust- und Gartenfreude gibt es zum Glück auch in fremden Gärten, bei Freunden, in Parks und in Museen (siehe Box Seite 13). Und klar ist auch: Im Garten liegt selten eine Leiche und wenn doch, ist nicht immer der Gärtner der Mörder. Auch der Musiker Reinhard Mey hat das gewusst: Am Schluss war der Butler der Mörder. u

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Eine Auswahl aus unserem Kursprogramm 2015

22.3. – 29.3. Fastenreinigungswoche

30.4. – 4.5. Yoga & Vedische Astrologie

13.5 – 17.5.Yoga Tage an Auf fahrt

17.5. – 22.5. Yoga und Ferien

22.5. – 28.5. Yoga an Pfingsten

31.5 – 6.6. Frühlingsyoga im Tessin

6.6. – 7.6. Wildkräuterkurs

10.6. – 14.6. Yoga und Rolfing Movement

17.6. – 21.6. Qi Gong

12.7. – 20.8. Diverse Yoga-Ferienwochen Individualgäste sind immer willkommen!

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Körperzentrierte/r Psychologische/r Berater/in IKP Psychosoziale Beratungskompetenz kombiniert mit Körperarbeit (Erleben und Erfahren über den Körper), Entspannungsübungen, Sinnfindung und Ressourcenstärkung Ernährungs-Psychologische/r Berater/in IKP Humanistische Psychologie: Sie lernen, Menschen mit Ernährungsproblemen ganzheitlich in ihrer aktuellen Lebenssituation zu beraten und eignen sich fundiertes Ernährungsfachwissen an.

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«KLEIN ANFANGEN»

Weniger ist mehr: Lassen Sie es als Garten-Neuling langsam angehen. Was Sie wissen müssen, damit der Einstieg klappt.
Text: ANDREAS KREBS

GÄRTNERN IST IN. Mit gutem Grund. Salate säen, Kohlrabi pflanzen, Buschbohnen beim Wachsen und Tomaten beim Reifen zuschauen, ernten und frisch geniessen – das macht glücklich. Und gesund. Nicht nur wegen der Arbeit draussen an der frischen Luft. Auch weil Gemüse mehr Mineralien und Vitamine enthält, wenn es frisch ist. Und frischer als vom Garten oder Balkon geht nicht.

«Besonders bei Grünzeug ist die Frische entscheidend. Wurzelgemüse hingegen verliert nicht so schnell an wertvollen Inhaltsstoffen», sagt Gärtnerin und Bäuerin Susanne Schütz. Schütz gibt Kurse im EM-Tagungszentrum Vorder Birnbaum in Zollbrück. Garten-Neulingen rät sie, klein anzufangen. «Die Gartenarbeit soll Freude machen und nicht zur Belastung werden.» Anfänger sollten sich deshalb auf wenige Sorten beschränken, so Schütz. Und noch etwas: Man lernt beim Gärtnern sehr viel durch Beobachten. In einem Gartentagebuch können gärtnerische Erfolge und Misserfolge eingetragen werden – eine wertvolle Hilfe für die kommenden Jahre. Und so gehts:

DER BODEN – IM BEET ODER IM TOPF: Wer einen Garten übernimmt und nicht weiss, was vorher darauf angebaut wurde, sollte laut Schütz erst einmal Kartoffeln setzen. «Sie neutralisieren den Boden und bereiten ihn vor fürs nächste Jahr.» Wer Rasen in ein Gemüsebeet verwandeln will, sticht mit dem Spaten etwa

25 Zentimeter grosse Rasenziegel ab. Die Tiefe ist abhängig von der Durchwurzelung – alle Wurzeln müssen weg, jedoch soll möglichst viel Erde am Ort bleiben. Die Rasenziegel legt man an geeigneter Stelle verkehrt auf einen Haufen und lässt sie vor Regen geschützt verrotten. Den Humus kann man dann vor der nächsten Gartensaison auf das Beet ausbringen. 1,3 Meter ist eine gute Breite für ein Beet. Schütz rät zu minimaler Bodenbearbeitung: «Mit der Grabgabel etwas lockern reicht. Dann kann direkt eingesät respektive eingepflanzt werden.» Wer auf dem Balkon gärtnert, hat es noch einfacher. Je nach Platz und Geschmack grosse Töpfe, Kisten, Eimer und/oder Pflanzsäcke besorgen, biologische Pflanzerde kaufen und los geht es.

DIE AUSSAAT – SAMEN ODER

SETZLINGE: Salate oder Radieschen kann man selber säen, in lockerem, gleichmässigem Abstand (Details siehe unten «Die Sorten»). Ein keimender Samen darf nie austrocknen. Er darf aber auch nicht zu lange im Wasser stehen. «Anderes Gemüse kauft man besser als Setzlinge», rät Schütz. Wie die Samen dürfen auch die Setzlinge nicht zu nahe stehen. «Jedes Gemüse will seinen Platz an der Sonne haben. Sonst kommt es zu Konkurrenzkämpfen.» Fast alle Gemüse brauchen ausreichend Platz, viel Sonne und genügend Nährstoffe. Im Halbschatten gedeihen sie nicht und «hungernde» Gemüse sind anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Bei Saatgut

und Setzlingen sparen, lohnt sich nicht. Bio-Setzlinge seien vorzuziehen, da diese auf natürlichen Substraten gewachsen und dadurch robuster seien, erklärt Biobäuerin Schütz. «Verwöhnte Nährstoffbabys, die an der Infusion hingen, überstehen das Auspflanzen oft nicht.» Auch sei darauf zu achten, dass die Jungpflanzen nicht überständig sind – ein langer, dünner Stängel und bleiche Blätter deuten darauf hin. Achten Sie beim Einkauf von Samen oder Pflanzen auf tolerante oder resistente Züchtungen. Eine gute Auswahl und hohe Qualität bieten beispielsweise Wyss Samen, Samen Mauser, Zollinger Samen und Sativa Rheinau.

DIE SORTEN – FÜR GARTEN UND BALKON: Für Anfänger gut geeignete Arten sind vor allem Kurzkulturen wie Schnittsalat, Rucola, Spinat, Kohlrabi und Radieschen. Aber auch Buschbohnen, Fenchel, Gurken und Zucchetti gelingen meist ohne grossen Aufwand. Ebenso Kräuter wie Schnittlauch, Peterli und Majoran, die es nicht allzu sonnig mögen. Sie bevorzugen einen halbschattigen Platz. Pflück- oder Schnittsalat bringt drei bis viermal so viel Ertrag wie Kopfsalat und kann über lange Zeit stetig geerntet werden. Man pflückt immer nur die äusseren Blätter; die inneren wachsen schnell nach – ein wichtiges Kriterium, wenn wenig Platz zur Verfügung steht. Auch Lattich, Rucola, Nüsslisalat und Spinat sind einfach zu ziehen. Heikler ist Kopfsalat, der bei Sommerhitze leicht auswächst. Pflücksalat (und auch die anderen Sorten) braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Die Aussaat in lockere, humose Erde erfolgt von März bis August. Gleichmässig und dünn säen in Reihen von zirka 30 Zentimeter Abstand. Auch wenn dieser Abstand riesig wirkt – der Salat wird es mit grosszügigem Wachstum danken. Stehen die Salate zu dicht, müssen sie pikiert werden: Zu dicht stehende, schwache Pflänzchen zieht man heraus und lässt nur die kräftigsten im richtigem Abstand stehen. Statt Samen können auch Setzlinge gepflanzt werden.

Klassische Anfängerfehler

Kein Plan. Ob klein oder gross: Planen und gestalten Sie den Garten auf Papier, möglichst massstabsgetreu. Zeichnen Sie auf, wo was hinkommen soll.

Zu G ross, Z u viel. Fangen Sie auf wenig Platz mit wenigen Gemüsesorten an, damit die Planung einfach bleibt. Am besten wählen Sie Gemüse, das der Familie schmeckt und auch für Einsteiger unproblematisch ist. Dazu zählen neben den oben vorgestellten Arten Kürbis, Gurken und Zucchetti. Auch Tomaten gelingen meist, wenn sie vor Regen geschützt sind und man sie bei Taufeuchtigkeit nicht anlangt.

Zu früh, seltener auch Z u s Pät. Gartenneulinge sind oft ungeduldig und lassen sich durch die ersten

❞ Frischer als vom Garten oder Balkon geht nicht. ❞

Sonnenstrahlen im Frühjahr zu einem häufigen Anfängerfehler verleiten: zu früh säen und pflanzen. Pflanzen benötigen aber unbedingt ausreichend Licht, damit sie sich optimal entwickeln können. Kommen die Samen zu früh in die Erde, gibt das lange und dünne schwache Pflänzchen, die oft eingehen oder von Schnecken gefressen werden.

Zu dicht G esät oder G e P flan Z t.

Ebenfalls ein klassischer Anfängerfehler. Beachten Sie beim Säen und Setzen unbedingt die Pflanzabstände. Wurde zu dicht gesät, müssen die Jungpflanzen pikiert werden. Viele Arten lassen sich auch später noch umpflanzen.

Zu viel oder Z u weni G w asser und d ün G er. Viele Einsteiger meinen es zu gut und begehen den häufigsten Anfängerfehler: Sie wässern und düngen zu viel. Auch das Gegenteil setzt dem Gemüse zu.

Zu früh den Garten G emulcht. Eine Mulchschicht von zwei bis fünf Zentimeter Dicke sollte in keinem Garten fehlen; sie hält den Boden feucht, ist Nahrung für Bodenlebewesen und fördert die Humusbildung. Allerdings lockt sie auch Schnecken an. Geeignet sind fast alle organischen Materialien. Holzhäcksel und Rindenmulch sind für Gemüsekulturen nicht geeignet. Sie wirken auf empfindliche Kulturen wachstumshemmend und versauern den Boden. Im Frühjahr sollte erst gemulcht werden, wenn sich der Boden genügend erwärmt hat, etwa ab Ende April. Denn Mulch verhindert auch die Sonneneinstrahlung.

Kohlrabi hat eine Vegetationszeit von acht bis zehn Wochen. Pflanzt man die Setzlinge gestaffelt, kann der Platz gut genutzt und regelmässig geerntet werden, und zwar wenn die Knolle faustgross ist. Wenn Schadstellen sichtbar sind, früher ernten, um Fäulnis vorzubeugen. Die Setzlinge können von Mai bis August gesetzt, die ersten Knollen ab Juli geerntet werden.

Fenchel braucht viel Platz, also einen grossen Topf verwenden. Die Vegetationszeit beträgt je nach Witterung etwa zehn bis zwölf Wochen. Die Setzlinge können von April bis Juni gesetzt, die ersten Knollen ab Juli geerntet werden.

Auch Buschbohnen haben eine Vegetationszeit von rund drei Monaten. Die Aussaat erfolgt von Mitte Mai bis Anfang Juli in drei bis fünf Zentimeter tiefe Rillen im Abstand von acht bis zehn Zentimeter. Jeweils zwei Samen in ein Loch geben. Der Abstand von Reihe zu Reihe sollte mindestens 30 Zentimeter betragen. Wird das Buschwerk zu dicht, sammeln sich gerne Läuse darin. Buschbohnen können ab etwa Juli über Wochen geerntet werden und bringen bei geringem Einsatz einen guten Ertrag. Regelmässig Erde um den Stiel herum anhäufeln (siehe Seite 22 «Garten-Glossar»).

DIE PFLEGE – WASSER, DÜNGUNG UND SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNG: Nicht jede Pflanze hat die gleichen Bedürfnisse. Als Grundregel kann man sich auf die Fingerprobe verlassen: Zeigfinger fünf Zentimeter in die Erde drücken, bleibt er trocken wird gewässert. Wichtig sind regelmässige Düngergaben beispielsweise mit organischem Langzeitoder Flüssigdünger. Mit Kompostgaben allein sind zumindest Kohlarten unterversorgt. «Gemüse und Kräuter kann man gut mit Blumen kombinieren», sagt Schütz. Geeignet seien etwa Ringelblumen oder Tagetes. Diese «Gartendoktoren» seien nicht nur hübsch anzuschauen, sie vertreiben auch Fadenwürmer, sogenannte Nematoden oder Bodenälchen, und locken Schwebfliegen, Käfer und andere Nützlinge an. Wie beim Saatgut sollte man auch beim Werkzeug nicht knausern. Denn hochwertiges Werkzeug, das gut in der Hand liegt, erleichtert die Arbeit enorm. u

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Mein wundervoller Naschbalkon

Nicht allen ist es vergönnt, einen Garten zu haben. Das Buch von Natalie Fassmann zeigt, wie man auch auf dem Balkon in Töpfen eigenes Gemüse und Beeren anpflanzen kann. Es ist in vier Kapitel gegliedert und beginnt mit den klassischen Einsteigerpflanzen, den Kräutern. Welche setzt man zusammen in Kistchen? Wie werden sie gepflegt? Wie eingemacht? Weiter gehts mit Balkongemüsen, wie Tomaten, Salaten und Bohnen. Der etwas geübtere Gärtner versucht sich mit Kiwis oder Äpfeln am Spalier. Dazu gibt es auch ein Verzeichnis mit geeigneten Sorten von sogenanntem «Zwergobst».

+ Fr. 29.90, Ulmer Verlag

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Apps

Gartenreiseführer Schweiz

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Ein Garten für Tiere

Ein Garten macht gleich doppelt so viel Freude, wenn Schmetterlinge über die Beete flattern und ein Igel durch lautes Rascheln auf sich aufmerksam macht. Das Buch zeigt, wie man einen Garten so gestaltet, dass sich auch Tiere darin wohlfühlen, welche Blumen und Pflanzen, welche Tiere besonders schätzen, wie man eine Trockenmauer für Echsen anlegt und welche Art von Nistplätzen Vögel und Insekten besonders mögen. Mit dem Smartphone lassen sich zusätzlich über QR-Codes Anleitungen sowie Fotoserien zum Thema abrufen.

+ Fr. 13.90, Kosmos Verlag

Mein Garten

Gartenneulinge bekommen mit dieser App praktische Hilfe «vor Ort». Videos informieren über P anzenp ege, Schädlingsbekämpfung und andere Themen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen erklären die wichtigten Gärtnerarbeiten und Monatstipps sorgen dafür, dass im Gartenjahr nichts vergessen geht. Zudem lässt sich die App mit dem persönlichen Outlook-Kalender verknüpfen.

+ Fr. 4.–, im iTunes App Store

Film

Wem gehört der Garten?

Das «Netz-Natur»-Team vom Schweizer Fernsehen machte sich zusammen mit dem Jung lmer Jonas Frei auf die Suche nach all den kleinen und kleinsten Gartenbewohnern. Entstanden ist ein spannendes Porträt des Mikrokosmos des Naturgartens der Familie Frei, wo selbst die Raupe eines Buchsbaumzünslers nicht einfach als Schädling gebrandmarkt wird. + Fr. 29.90, Webshop www.srf.ch

Link-Liste

www.garten-bio.de

Dieser Link beantwortet fast alle Fragen rund ums Thema biologisches Gärtnern, von der Schädlingsbekämpfung über den Bau eines Mini-Gewächshauses bis zu Tipps rund ums Gärtnern nach dem Mondkalender.

www.em-biogarten.ch

Gartenkurse mit Susanne Schütz (siehe Artikel «Klein anfangen» auf Seite 16) zu verschiedenen Themen wie Gärtnern mit EM (Effektiven Mikroorganismen), Kräutergarten und Grundkurse Biogartenbau.

www.sativa-rheinau.ch

Biodynamisches Saat- und Pflanzgut von der Insel Rheinau. Praktischer Aussaatkalender auf der Website.

www.urbanagriculturebasel.ch

Die Seite versammelt verschiedenste Projekte und Gruppen im Bereich Urban Gardening, Selbstversorgung und Biogartenbau. Sie ist zugleich Netzwerk, mit dem Ziel lokale, soziale und ökologische Nachhaltigkeit aktiv zu fördern.

www.prospecierara.ch

Die Website des Vereins zur Förderung alter und vergessener Sorten bietet eine Raritäten-Datenbank, Rezepte sowie eine Übersicht über verschiedene Samen- und Setzlingsmärkte in der Schweiz. Gewisse Funktionen sind nur als Gönner-Mitglied verfügbar.

www.obi-baumarkt.ch

Die Website des Baumarkts bietet unter der Rubrik «Ideenwelt» viele praktische Tipps und Bauanleitungen rund ums Thema Gärtnern und Garten.

Garten-Glossar

Pflanzen wollen umsorgt sein.
Das Garten-Glossar verrät Tipps und Tricks, damit Tomaten & Co. prächtig gedeihen.

Anhäufeln

Junge Pflänzchen brauchen einen sicheren Stand: Dazu türmt man Erde zu einem kleinen Haufen um den Stiel. So soll die Pflanze mehr Wurzeln bilden; sie wird dadurch standfester und kann sich auch besser mit Nährstoffen versorgen. Tomaten, Erbsen, Peperoni und Lauch sollten angehäufelt werden. Aber erst, wenn die Pflanze gut angewachsen ist.

Drainage

Staunässe mag keine Pflanze. Damit das Wasser aus Töpfen gut abfliessen kann, bei grösseren Töpfen zuunterst eine Schicht Blähton einfüllen, ein Pflanzvlies darüberlegen und dann mit Erde auffüllen.

Morgensonne

Wer die Wahl hat, sollte – so eine alte Gartenregel –sein Gemüse der Morgensonne aussetzen.

Nachbarn

Gewisse Kräuter und Gemüse schätzen Nähe, andere weniger. Einerseits können sich bestimmte Sorten mit den gleichen Krankheiten anstecken, andererseits unterstützen sich einige im gemeinsamen Kampf gegen Schädlinge. Zwei Beispiele: Basilikum mag Tomaten, Gurken und Kohl, aber keinen Dill. Dill wiederum mag Bohnen, Gurken, Kohl und Pflücksalat, aber weder Petersilie noch Sellerie.

Kompost

Auf dem Kompost wird nicht nur Garten- und Küchenabfall bequem entsorgt, er liefert vor allem auch wertvolle Erde und ist Winterquartier zahlreicher Nützlinge. Wer Zeit und Platz hat, sollte einen Komposthaufen anlegen. Anleitungen gibt es in Gartenbüchern und im Internet.

Mulchen

Durch Mulchen trocknet der Boden weniger schnell aus und Unkraut kann sich weniger gut vermehren. Man bedeckt den Boden dabei mit einer Schicht aus verschiedenen Materialien. Wer Rasen hat, kann angetrockneten Rasenschnitt auf Obst- und Gemüsebeete legen, Mulch aus Rinden gibt es im Fachhandel zu kaufen, auch Holzhäcksel oder Stroh (aufs Erdbeerbeet) sind geeignet. Auf Balkonen ist auch Kies eine Option, weil er nicht weggewindet werden kann.

Partner

Wie bei «Nachbarn» und «Mulchen» erwähnt, ergänzen sich bestimmte Pflanzen ideal. Basilikum schützt beispielsweise Tomaten und Gurken vor Mehltau oder verzögert ihn zumindest. Ebenso ist im Topf mit dem Tomatenstrauch gepflanzter Basilikum ein guter Bodenschutz.

Giessen

Hat man die Möglichkeit Regenwasser aufzufangen, sollte dieses verwendet werden, weil es weicher ist als Leitungswasser. Giesskannen immer für das nächste Giessen mit Wasser füllen. Besonders junge und zarte Pflanzen schätzen es, wenn sie nicht mit kaltem Wasser begossen werden.

Töpfe

Die Grundregel lautet: Je grösser das Gefäss, desto besser. Die Wurzeln haben genügend Platz, die Erde trocknet weniger schnell aus. Welches Material die Gefässe haben, hängt vom persönlichen Geschmack und vom Budget ab. Wichtig ist einzig, dass das Material durchlässig ist und es am Boden Löcher hat, damit das Wasser abfliessen kann (siehe «Drainage»).

Ausgeizen

Bei Tomaten muss man regelmässig die Achseltriebe (Trieb der zwischen Stamm und Seitentrieb in der Mitte wächst) abzwicken. Die Blätter kann man zum Schutz («Mulchen») und als «Sofortdünger» auf die Erde legen.

Pikieren

Wenn die Pflanzen zu dicht gesät wurden, muss man auslichten. Direkt im Beet zieht man die Keimlinge von Hand heraus. Aus Saatschalen kommen die Pflanzen in grössere Töpfe oder ins Beet.

Stress

Küchenkräuter in Töpfen werden oftmals für den raschen Verzehr gezüchtet. Wenn sie nach dem Umtopfen eingehen, hat das nicht unbedingt mit falscher Pflege zu tun, sondern mit der Tatsache, dass der Schnittlauch und Pfefferminze schon einiges an Stress hinter sich haben. Ebenso sind solche Töpfe oft mit vielen Sämlingen bepflanzt und haben dann in einem kleinen Topf zu wenig Nährstoffe. Deshalb lohnt es sich einerseits Kräuter und Setzlinge in Bio-Qualität oder direkt in einer Gärtnerei zu kaufen. Andererseits sollten zu dicht gesäte Pflanzen entweder getrennt werden (Wurzelballen vorsichtig von Hand auseinanderziehen) und in neue Töpfe gesetzt oder ganz in einen grösseren Topf gesetzt werden.

Werkzeug

Balkongärtner kommen mit einer kleinen Handschaufel, einer oder mehreren Giesskannen, einer Schere und einer Hacke (für grössere Kübel und Hochbeete) aus. Praktisch sind auch Gärtnerhandschuhe sowie «Kletterstangen» für Tomaten, Bohnen und andere Pflanzen, die in die Höhe schiessen und gerne klettern. Im Garten gehören ein Laubrechen und ein Schubkarren dazu.

Erde

Hier gilt: Qualität kaufen lohnt sich. Wir möchten schliesslich auch in einem guten Bett liegen. Um die Bodenstruktur zu verbessern und/oder um die Erde anzureichern, Kompost unter die Erde mischen. In vielen Gemeinden kann man Kompost bei den zuständigen Stellen kaufen.

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Gartenbank der anderen Art

Artholz ist eine kleine und feine Holz-Manufaktur. Hier entstehen leidenschaftlich produzierte und Geschichten erzählende Möbelträume wie Gartenbänke, Küchen, Schränke und Tische aus ausgesuchten Materialien wie Altholz, Eisen, Glas und Stein. Die Kundenwünsche fliessen organisch in diese Objekte hinein. Bei Artholz werden Einrichtungs- und Möbelträume wahr.

+ Mehr Infos unter www.artholz.com

Lektüre für Veranda Junkies

Experimentierfreudig und entspannt bepflanzt eine neue Generation urbaner Gärtner Dachterrassen, Balkone und Veranden oder gärtnert auf dem Parkplatz vor dem Haus. Im Buch «Veranda Junkies » von Sabine Reber verraten 15 leidenschaftliche Balkongärtner ihr Wissen und ihre Erfahrungen. Mit faszinierenden Fotos der grünen Stadtrefugien von Sebastian Magnani. Das Buch aus dem AT Verlag kostet Fr. 44.90.

+ Mehr Infos unter www.at-verlag.ch

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Weg mit lästigen Fieberbläschen

Sie sind vor allem lästig, die Fieberbläschen. Bei ersten Anzeichen wie Jucken an der Lippe ist eine Herpesinfektion im Anmarsch. Mit Zzip! Cold Sore Soother gibt es eine neue Behandlungsmöglichkeit. Das Produkt mit dem Inhaltsstoff Dimethicon bildet einen heilenden Schutzfilm über der Fieberblase und bringt schon nach dem zweiten Auftragen den Heilungsprozess in Gang. Es ist im Fachhandel und in Onlineshops erhältlich. Preis Fr. 16.80.

+ Weitere Infos unter www.zzip.ch.

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Spitzenmesser für Spitzenköche

Der Bündner Spitzenkoch Andreas Caminada hat sich einen Traum erfüllt. Sein Damastmesser ist aus einem Stück geschmiedet und besteht aus weichen und harten Stahllagen, die von Hand in einem sich mehrmals wiederholenden Schmiedeprozess, der über zwei Tage dauert, zu über 160 Lagen geschmiedet werden. Der Griff des edlen Messers ist aus 2000 Jahre altem Eibenholz aus dem Prättigau. Preis Fr. 1977.–

+ www.welt-der-messer.ch

Bio-Erde für Garten und Balkon

Dass Pflanzenfreunde problemlos torffrei gärtnern und so die Moore und die Umwelt schonen können, ist spätestens seit dem Kassensturz vom April 2013 klar. Im Vergleichstest wurde die Ricoter Blumen- und Gemüseerde Testsieger. Auch für Pflanzen mit speziellen Ansprüchen wie Aussaaten und Kräuter stehen insgesamt neun Ricoter-Artikel in Schweizer Bio-Qualität zur Verfügung.

+ Mehr Infos unter www.ricoter.ch

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«Nachwachsende» Zahnbürsten Bambus

Die umweltfreundlichen Zahnbürsten von «hydrophil» sind aus Bambus und zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Die Bambus-Zahnbürsten sind mit mittelweichen sowie extraweichen Borsten erhältlich, die aus Nylon4 sind. Durch die rundliche Form des Griffes liegt die ökologische Zahnbürste gut in der Hand. Seit Neuestem sind die Zahnbürsten in Grün, Rot sowie in einer kinderfreundlichen Grösse erhältlich.

+ Mehr Infos und Bestellmöglichkeit unter www.beyondfashion.ch

GARTENSTÜHLE / 1. Aluminium-Schaukelstuhl, hunn.ch / 2. Teak-Sessel, fischer-moebel.de / 3. Metall-Klappstuhl, interio.ch 4. Kunststoff-Sessel, vondom.com / 5. Landistuhl, vitra.com / 6. Geflecht-Sessel, hunn.ch / 7. Altorfer-Liegestuhl, embru.ch

Die

Zeit, in der das Wohnzimmer nach draussen verlegt wird und laue Abende den Feierabend versüssen, ist nicht mehr allzu fern. Wer sich bei der Wahl seiner Gartenmöbel Zeit nimmt, hat Gewähr, sich über lange Zeit darüber zu freuen.

Text: TOMMY DÄTWYLER

HOLZ, ALUMINIUM, Chromstahl, Rattanmöbel oder gar Plastik –welches ist das ideale Gartenmöbel-Material? Grundsätzlich gilt: Der Gang zum Fachhändler lohnt sich, Auswahl und Beratung zahlen sich langfristig aus.

BELIEBTE POLYRATTANMÖBEL.

Flechtmöbel aus Polyrattan haben bereits in den 90er-Jahren ihren Siegeszug angetreten und sind heute als Gartenmöbel nicht mehr wegzudenken. Mit grosszügigen Kissen ausgestattete Rattan-Möbel wirken optisch wie echte Loungemöbel, sind aber dank ausgeklügelten Materialkombinationen leichter und in der P ege unkompliziert. Sie halten Nässe und UVStrahlung aus. Nicht selten locken ganze Sitz- und Polsterlandschaften als schicke Gartenmöbel nach draussen. Dabei verschmelzen die Bereiche Entspannung und Essen immer mehr. Timon Kobel, Marketingleiter bei Hunn Gartenmöbel in Bremgarten rechnet damit, dass die neuen Gartenlounge-Konzepte mit einheitlichen Sitzhöhen von 75 Zentimetern einen weiteren Run auslösen. (Gut zu wissen: Polyrattan wird aus Erdöl hergestellt und lässt sich theoretisch recyceln. Da das Gewebe aber meist fest mit dem Gestänge verbunden ist, werden ausgediente Möbel meist der Kehrichtverbrennung zugeführt.)

HOLZ, DER KLASSIKER. Gartenmöbel aus Holz sind die GartenmöbelKlassiker schlechthin. Seit Jahren hoch im Kurs sind Sitzgruppen aus edlem und robustem Teak oder Mahagoni. Tropenhölzer gelten als unschlagbar witterungsbeständig. Allerdings sind Umweltbilanz und Produktionsbedingungen meist alles

andere als ideal (Raubbau am Tropenwald hauptsächlich in Süd- und Südostasien, lange Transportwege und schlechte Arbeitsbedingungen). Wer Teakholz aus nachhaltigem Anbau wünscht, achtet auf das Öko-Label FSC (siehe Box).

Eine Alternative ist das sogenannte Antik-Teak. Diese Hölzer stammen gemäss Timon Kobel aus Recycling-Projekten in Asien und Indonesien. Dort wird altes, aber qualitativ hochwertiges Holz aus Brücken, Booten und Häusern zurückgebaut und wiederverwertet. Ein charmanter Weg zur Nachhaltigkeit und ökologischem Bewusstsein. Wer keine Gartenmöbel aus Hölzern aus Übersee sein eigen nennen will, setzt auf Stuhl und Tisch aus heimischen Wäldern: Lärche, Fichte und Eiche stehen hier zur Wahl. Bei einheimischen Hölzern ist besonders darauf zu achten, dass die Hölzer imprägniert und mit Öl oder Lack wetterfest gemacht worden sind.

Grundsätzlich sind Holzgartenmöbel sehr robust, strapazierfähig und eine langfristige Anschaffung. Holzmöbel bieten obendrein auch einen sehr hohen Sitzkomfort. Während sich andere Materialien schnell aufheizen, kann das Holz Wärme speichern und ist daher stets angenehm temperiert. Im Gegensatz zu vergilbtem Kunststoff kann vergrautes Holz zudem immer wieder nachbehandelt oder je nach Geschmack farbig gestrichen werden. Auch kleine Reparaturen sind keine Hexerei. Als Nachteil kann angeführt werden, dass die zum Teil auch schweren Holzmöbel bei Nässe und Kälte am besten im Trockenen gelagert werden. Wer über wenig Platz verfügt, achtet darauf, dass die Stühle stapelbar sind.

Tropenholz: Auf FSC-Label achten

TROPENHOLZ ist für den Aus senbereich wegen seiner Robustheit gut geeignet. Die Umwelt organisation WWF empfiehlt, beim Kauf von Gartenmöbeln aus Tropenholz auf das FSC-Label zu achten. FSC (Forest Stewardship Council) steht für eine umweltund sozialverträgliche Waldbewirtschaftung weltweit. In FSC-zerti fizierten Wäldern werden Bäume zur Gewinnung von Holz und Papier schonend entnommen, um die Tier- und Pflanzenvielfalt möglichst wenig zu beeinträch tigen. In Tropenländern sind der illegale Holzschlag und die fortschreitende Waldzer störung nach wie vor ein grosses Problem. Gemäss Simone Stammbach vom WWF ist das FSC-Label derzeit das einzige glaubwürdige Zertifizierungssystem für Waldbewirtschaftung. Der WWF rate nicht vom Kauf von FSC-zertifizierten Tropen hölzern ab, denn ohne Nachfrage gäbe es für Produzenten keine Anreize, auf eine Waldbewirtschaftung umzustellen, die viel aufwendiger als herkömmliche Praktiken, jedoch umwelt- und sozialverträglicher ist.

Checkliste für den Gartenmöbelkauf

+ Nicht selten steht die Frage im Raum, ob ein Tisch wichtiger ist oder die Möglichkeit, sich an der Sonne breit zu machen. Wer dem Kompromiss mit Klapp möbeln aus dem Weg gehen will, misst den vorhandenen Raum aus und passt seine «Oasen-Ausstattung» den Platzverhältnissen an. Ein Platz im Freien ist nicht befreiend, wenn man sich dort kaum bewegen kann.

+ Die Auswahl von Gartenmöbeln ist primär vom Geldbeutel abhängig, sie hat aber genauso viel mit den eigenen Präferenzen zu tun. Sind Sie eher romantisch veranlagt oder mögen Sie es eher cool und modern? Wenn Sie diese Fragen schon vor dem Gang in den Fachhandel geklärt haben, wird das Shopping-Erlebnis umso entspannter.

+ Wohin mit Stuhl und Tisch im Winter? Es lohnt sich ein Gedanke an den wohlverdienten «Winterschlaf» der ganzen Garnitur. Gartenmöbel draussen bei Wind und Wetter zu überwintern, hat trotz neuen Materialien nachteilige Auswirkungen auf die Lebensdauer.

+ Qualitätskäufe lohnen sich meist. Komplette und qualitativ hochwertige Gartenmöbelsets mit Stühlen, Sonnenliegen, Tischen und Sitzbänken sind relativ teuer. Daher lohnt es sich, auf den Preis und die dazugehörende Qualität zu achten. Wetterbeständigkeit, Haltbarkeit und PflegeAufwand sind die wichtigsten Kriterien beim Kauf entscheid. Der Fachhandel geht davon aus, dass qualitativ hochstehende Gartenmöbel 10 Jahre und mehr Freude bereiten. Die Garantieversprechen aber sind unterschiedlich und erreichen maximal und nur im Aus nahmefall fünf Jahre.

LEICHTE ALUMINIUMSTÜHLE.

Wer hats erfunden? Der Schweizer Hans Coray hat für die Landesausstellung von 1939 einen «gelochten» Gartenstuhl entworfen, den sogenannten Landi-Stuhl. Ihm ist damit ein grosser Wurf gelungen: Der Schalenstuhl gilt als Schweizer Design-Klassiker und gehört zu den meistverkauften Freilandstühlen des 20. Jahrhunderts. (Der Stuhl ist seit diesem Jahr wieder erhältlich über www.vitra.com.)

Der grosse Vorteil von Aluminium liegt im geringen Gewicht und seiner Flexibilität. Das rostfreie Leichtmetall ist nicht nur gegen Hitze, Frost und Feuchtigkeit komplett unemp ndlich, sondern lässt sich auch mit anderen Materialien gut kombinieren. Als Nachteil von Aluminium-Möbeln kann angeführt werden, dass Stabilität und Sitzkomfort in der Regel mit Holz- und Edelstahlmöbeln nicht mithalten können.

Auch die im Fotoalbum des Grossvaters immer wieder anzutreffenden luftig-leichten und farbigen «SpaghettiStühle» mit den dicht gespannten «Wäscheseilen» aus Polyethylen sind DesignKlassiker. Insbesondere der Altorfer Liegestuhl aus dem Jahr 1948 verspricht wohliges Liegen in zeitlosem Design.

WIE IM TESSIN. Wer den Charme der Schweizer Sonnenstube in seinen Garten zaubern möchte und nicht vorhat, in den kommenden Jahren sein Domizil zu wechseln, setzt auf Grotto-Charme und Granit. Hart, grau und schwer kommt diese Sitzplatz-Ausstattung daher. Wer gar eine Pergola sein eigenen nennt, vermag mit Granit-Möbeln südländisches Flair in seinen Garten zu zaubern. Einmal gesetzt, lassen sich die schweren Steinkonstruktionen jedoch nicht mehr beliebig verschieben. Zudem ist der Preis für solche massiven Kombinationen eher hoch. Von der Langlebigkeit her darf man bei einem solchen Kauf aber durchaus auch an die Nachkommen denken. Kommt dazu, dass für die P ege von Möbeln aus Granit in den kommenden 20 Jahren nicht viel Zeit einzuplanen ist.

Im Gegensatz zur Granit-Gruppe gehören Gartenmöbel aus Kunststoff zur leichteren Sorte, auch fürs Portemonnaie. Sie sind funktionell und schnell zu verstellen, lassen aber manchmal einen besonderen Charme vermissen. Kunststoff kann sehr exibel in die verschiedensten Formen gegossen werden, das Angebot ist entsprechend vielfältig. Kunststoff-Möbel sind p egeleicht und können über Jahre an verschiedenen Orten genutzt werden. Der Sitzkomfort allerdings fällt materialbedingt weniger angenehm aus, weshalb Sitzkissen bei Kunststoffstühlen unentbehrlich sind. Starke Sonneneinstrahlung über Jahre lassen zudem die Erscheinung verblassen, die Ober äche stumpft ab und wird im hohen Alter spröde und bruchgefährdet. Qualitativ hochwertige Kunststoffstühle sind teuer. ◆

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Willkommen, ihr zarten Pflänzchen

Auch Erfahrung schützt vor Torheit nicht. Remo Vetter tappt im März jeweils in die Anfängerfalle: Er sät, aber zu früh.

Text: REMO VETTER

MÄRZ. Es ist Zeit für die ersten Aussaaten. Vermutlich werde ich noch mit einigen Frösten und Rückschlägen zu rechnen haben. Aber es hält mich nichts mehr zurück. Ich muss!

Ich säe, weil ich mich Jahr für Jahr wie ein Kind freue, wenn ich sehe, wie die jungen grünen Triebe durch die Erde brechen. Ich behüte und pflege die Pflänzchen wie kleine Kostbarkeiten. Ich giesse sie im Wintergarten und im Gewächshaus und staune über jedes neue Blatt, das spriesst. Gemüse zu kochen oder roh zu essen, das man selbst gezogen hat, gibt mir das Gefühl von Vollständigkeit, einer absoluten Vereinfachung der Nahrungskette, einen direkten Bezug und einen hohen Respekt vor der Natur und den Schätzen, die sie hervorbringt. Selbst angebautes Gemüse und Obst lehrt uns, unsere Nahrung besser zu verstehen, zu respektieren und zu schätzen.

NEUES WERKZEUG, neue Freude. Ich habe mir kürzlich in St. Gallen einen Satz japanische Küchenmesser und Gartenscheren für ein Heidengeld erworben. Der über 80-jährige Ladeninhaber

hat seine Geräte wie Kinder liebevoll behandelt und mir genau erklärt, wie ich mit dem Werkzeug umzugehen habe. Genauso wie ein guter Handwerker seinem Werkzeug Sorge trägt, ein Musiker sein Instrument liebevoll behandelt, gehe auch ich mit meinen neuen Scheren und Messern um. Es ist eine Wohltat und Freude, damit zu arbeiten, und es macht jede Arbeit im Garten und in der Küche noch vergnüglicher.

Beim Gärtnern und Kochen, aber vermutlich bei jeder anderen Tätigkeit auch, erlebe ich immer wieder die gleichen zwei Muster. Es gibt die «Husch-husch-Typen», alles muss schnell gehen. Zeit ist Geld und wichtig ist eigentlich nur, dass man sich den Bauch füllt und eine Arbeit möglichst schnell erledigt, meist halbherzig. Und es gibt diejenigen, die ihre Arbeit mit grosser Leidenschaft und grossem Engagement tun. Ich bin entzückt über die vielen jungen Köche und Gärtner, die ihre Arbeit zelebrieren und ihr Tun nicht bloss als Job sehen. Hacken, schaufeln, schneiden, rühren, abschmecken, würzen: Alles wird zu befriedigenden Vorgängen, statt zu Aufgaben, die eiligst erledigt werden müssen.

Passionierte Gärtner, tolle Landschaftsgärtner, überraschende Innovationen und viele enthusiastische und interessierte Menschen findet man übrigens jedes Jahr an der Giardina Gartenmesse in Zürich. Vom 11. bis zum 15. März ist es wieder so weit: Ich freue mich. u

Gartenarbeiten im März

REMO VETTER

wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heil pflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheits zentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräuter garten von A. Vogel hegt.

Gartenarbeiten im März

Ab Mitte März werden Frühkartoffeln vorgekeimt: Dazu werden die Pflanzkartoffeln nebeneinander in Kisten, Eierkartons oder Ähnliches gelegt und bei 12 bis 15 °C etwa vier Wochen lang hell vorgekeimt. Ab der zweiten Aprilwoche können sie gepflanzt werden.

Bis Mitte Mai wird das Beet mit Folie oder Vlies abgedeckt und vor Frostnächten noch zusätzlich mit einem zweiten Vlies geschützt. Sobald die Pflanzen etwa 15 Zentimeter hoch sind, wird angehäufelt.

w enn der rA sen schneefrei und der Boden ausreichend abgetrocknet ist, kann – meist gegen Ende März – mit der Rasenpflege begonnen werden. Als Erstes werden grosse Rasenunkräuter mit einem Unkrautstecher herausgestochen, als Nächstes wird der Rasen gemäht und anschliessend mit einem Vertikultiergerät vertikultiert, um auch Moos und Rasenfilz heraus ziehen. Das Moos und die herausgerissenen Unkräuter werden abgerecht. An kahle Stellen sät man gleich Rasen samen nach.

iM Gewächsh A us oder beheizten Anzuchtkasten ist Aussaatzeit für Tomaten, Paprika und Auberginen. Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 22 und 25 °C. Vorgezogen werden jetzt auch Brokkoli, Knollenfenchel, Sommerweisskohl und Sommerblumenkohl, Sellerie, Melone, und Andenbeere. Sommerblumen, die jetzt vorgezogen werden können, sind beispielsweise Leberbalsam, Fuchsschwanz, Sommeraster, Schmuckkörbchen, Dahlien, Nelken, Impatiens, Prunkwinde, Lobelien und viele andere.

d ie M eisten M ehrjähri G en Gartenpflanzen erwachen aus ihrem Winterschlaf. Damit die Pflanzen nach dem langen Winterschlaf richtig loslegen und wachsen können, benötigen sie einiges an Nährstoffen. Der Frühling bietet sich daher an, den Nährstoffgehalt des Bodens wiederaufzubauen. Idealerweise orientiert man die Düngung im Garten aufgrund einer Bodenuntersuchung, die man etwa alle drei bis fünf Jahre für jeden Nutzungsbereich wiederholt.

w er Ko M postwirtsch A ft betreibt und regelmässig Kompost ausbringt – am besten im Frühjahr maximal fünf

bis 10 Liter pro Quadratmeter, allerhöchstens eine Schichtdicke von 0,5 bis 1 Zentimeter –deckt so den Bedarf von Kulturpflanzen mit geringen Nährstoffen wie beispielsweise Radieschen, Feldsalat, Knollenfenchel, Kopfsalat und Zwiebeln völlig ab. Bei diesen Pflanzen muss nicht zusätzlich gedüngt werden. Bei Pflanzen mit höherem Bedarf wie Kohl, Zucchini, den sogenannten Starkzerrern, muss bei Kompostausbringung im Frühjahr dann im weiteren Wachstumsverlauf entsprechend weniger gedüngt werden, als es ohne Kompostgaben der Fall wäre.

Falls nicht schon im Februar getan, sollten Sie die Rosen jetzt zurückschneiden. Dazu wählen Sie am besten einen sonnigen und frostfreien Tag.

e rdbeeren benötiG en besondere Beachtung und Pflege im März. Entfernen Sie alte Blüten ­ und Fruchtreste und vertrocknete Blätter, damit die Pflanzen gestärkt in die neue Gartensaison starten können.

Ich würde ja sofort mehr Velo fahren, ABER

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Über den Gartenhag

Was hilft gegen Schnecken – und wann soll man giessen?

Renate Lorenz und Adolf Rosser von der biologisch-dynamischen Gartenbauschule Hünibach haben auf jede Gartenfrage die richtige Antwort.

FRAGEN: TERTIA HAGER

1Welches sind die häufigsten und hartnäckigsten Schädlinge im Garten?

Da gibt es natürlich viele, aber ganz oben auf der Liste der häufigsten und hartnäckigsten stehen Blattläuse, Schildläuse, die Weisse Fliege, die sich hauptsächlich auf Kohlgewächse spezialisiert hat sowie Schnecken und Spinnmilben. Dazu zählen kann man aber auch verschiedene Raupen, wie beispielsweise jene des Frostspanners. Mit Ausnahme der Schildläuse kommen die genannten Insekten vor allem im Frühling und im Sommer im Garten vor und müssen mit geeigneten Mitteln bekämpft werden. Schildläuse können leider auch im Winterlager von Kübelpflanzen auftreten. Das bedeutet, man muss auch im Winter ein Auge darauf haben.

2Welche natürlichen Mittel gibt es gegen Gartenschädlinge?

Blattläuse: Mit Seifenwasser besprühen oder natürliche Feinde wie Marienkäfer, Florfliegen, Gallmücken, Schlupfwespen und Vögel fördern.

Schnecken: Morsche Bretter oder Rhabarberblätter auslegen: Schnecken verstecken sich gerne darunter. Tiere abends einsammeln. Und dann müssen sie leider getötet werden, sonst nimmt die Schneckenplage kein Ende. Am schnellsten geht das, indem man die Schnecken mit kochendem Wasser überbrüht und sie dann auf den Kompost gibt.

Weisse Fliege: Pflanze mit Kulturschutznetzen decken oder die Pflanzen inklusive der Blattunterseiten mit einer 1:1­Mischung aus Wasser und Magermilch (oder Schotte, in der Käserei erhältlich) spritzen.

Schildläuse: Mit einem Brennsprit getränkten Wattebausch die Tiere zerdrücken – damit werden gleich auch die unter dem Schild geschützt mitgeführten Eier und Jungtiere getötet.

Spinnmilben: Sie mögen es heiss und trocken, daher solche Plätze meiden. Befallene Pflanzen ab und zu in den Regen stellen.

Ist Pflanzendünger nötig, hat der Boden nicht genügend Nährstoffe? Ja, denn alle Pflanzen brauchen Nahrung zum Wachsen. Der Boden hat einen natürlichen Vorrat an Nährstoffen, dieser muss jedoch immer wieder aufgefüllt werden, denn mit jeder Ernte werden die von den Pflanzen aufgenommenen Nährstoffe dem Gartenbeet weggenommen.

Am besten werden organische Dünger eingesetzt, dazu gehören auch Kompost und Mist. Kompost und auch Hornspäne sind besonders wertvoll, weil sie die Bodenlebewesen füttern. Diese wiederum setzen dann Nährstoffe frei, welche die Pflanzen aufnehmen können. Bei organischen Düngern besteht zudem keine Gefahr, dass die Pflanzen überdüngt werden oder gelöste Nährstoffe ins Grundwasser gelangen.

Brauchen Gemüse, Kräuter und Blumen unterschiedliche Dünger?

Eigentlich nicht. Auch wenn die einzelnen Pflanzen unterschiedliche Ansprüche an die verschiedenen Nährstoffe haben, genügt in der Regel ein guter Biodünger für alle, da darin alle wichtigen Stoffe enthalten sind. Spezialdünger machen allenfalls bei Zitrusfrüchten und Orchideen Sinn, bei den allermeisten Gemüsen, Kräutern und Blumen haben die verschiedensten, im Handel erhältlichen Dünger eher mit den Bedürfnissen des Marketings als mit dem der Pflanzen zu tun.

5Was passiert, wenn zu viel gedüngt wird?

Mineraldünger werden schnell von den Pflanzen aufgenommen, doch dabei gibt es zwei Gefahren: Erstens, dass die Pflanze zu viel davon aufnimmt und als Folge davon ein «weiches Gewebe» macht. Dieses ist dann anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Und zweitens können die Nährstoffe bei starkem Regen ins Grundwasser ausgewaschen werden. Daher besser auf mineralische Dünger verzichten und organische verwenden.

Aber auch von organischen Düngern und Hornspänen kann man langfristig zu viel geben, sodass der Boden überdüngt ist und sich zum Beispiel Phosphor anreichert, der die Aufnahme von wichtigen Spurenelementen hemmt.

Was macht Kompost als Dünger so wertvoll?

Mit dem Kompost werden unsere Küchen ­ und Gartenabfälle sinnvoll wiederverwertet. Diesen Vorgang zu erleben gleicht einem Wunder, wenn man nach dem Kompostieren der Abfälle anschliessend feine, nach Wald riechende Komposterde in der Hand hält. Zudem sind die Nährstoffe fest gebunden und müssen erst von Bodenlebewesen umgebaut und für die Pflanze verwertbar gemacht werden. Das heisst, die Nährstoffe kommen nur langsam an die Pflanze und die Düngung hält länger. Absolut wertvoll am Kompost ist sein hoher Anteil an Humus. Er macht unseren Boden luftig und erhöht die Fähigkeit Wasser und Nährstoffe zu speichern. Eine Grunddüngung mit Kompost genügt in den meisten Fällen, für mehr Stickstoff können allenfalls noch Hornspäne oder Brennnesseljauche dazugegeben werden. Wer phosphorreichen Hühnermist hat, kann für Balkonpflanzen davon etwas dem Kompost beigeben.

Ist Brennnesseljauche ein Wundermittel?

Es gibt zwei Möglichkeiten, Brennnesseljauche einzusetzen. Als Kaltwasserauszug werden frisch geschnittene Brennnesseln 24 Stunden lang in kaltes Wasser eingelegt. Dieses Wasser wird zum Beispiel gegen Läuse gespritzt. Für die eigentliche Brennnesseljauche werden die Brennnesseln im Wasser eingeweicht und über mehrere Tage hinweg vergärt. Dieser Vorgang schäumt und stinkt. Sobald die Gärung abgeschlossen ist, wird die Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt und als flüssiger Dünger verwendet. Aber Achtung: Nur an die Wurzeln giessen, denn die Jauche kann auf den Blättern Verbrennungen hervorrufen. Vorsicht ist auch bei Kohlgewächsen, Rüebli und Zwiebeln angebracht. Hier kann der Geruch der Jauche unerwünschte Schädlinge anziehen.

Wann soll man giessen? Morgens oder abends?

Giesst man am Morgen, können die Pflanzen über Tag wieder abtrocknen, das reduziert die Gefahr von Pilzkrankheiten. Bei sehr heissem und trockenem Wetter kann gut auch am Abend gegossen werden, dann hat die Pflanze über Nacht Zeit, sich mit Wasser vollzusaugen und sich zu erholen.

Pflanzen in Töpfen brauchen im Sommer in der Regel jeden Tag Wasser. Anders sieht es im Gartenbeet aus. Hier ist es wichtig, erst zu giessen, wenn es bis in den Wurzelbereich wirklich trocken ist. Dann braucht es viel Wasser und zwar bis zu 30 Liter pro Quadratmeter. Danach wieder einige Tage mit wässern warten. So sickert das Wasser bis in den Wurzelbereich und die Wurzeln dringen tiefer in den Boden ein.

Genauso wichtig wie giessen ist übrigens das anschliessende Hacken, um die Oberfläche zu lockern. Eine alte Gärtnerregel besagt: 1 Mal hacken erspart 3 Mal giessen.

Grüner Zwerg

Er ist hübsch anzus E h E n, blitzschn E ll zub E r E it E t, g E sund und kalori E narm: Pak c hoi P asst in di E z E itg E mäss E k üch E und gilt als t r E ndg E müs E . sE it E inig E n Jahr E n wird E s in d E r s chw E iz ang E baut.

Text: V era sohmer

PAK CHOI, der kleine Verwandte des Chinakohls, gart seit jeher in asiatischen Küchen. Er zählt in China, Japan, Korea und Thailand zu den beliebtesten Gemüsesorten und wird dort traditionell im grossen Stil angebaut. Kein Wunder: Das zarte Kohlgewächs ist fürs rasche Pfannenrühren im Wok oder kurzes Garen hervorragend geeignet. Und durch die rasche Zubereitung bleiben Nährstoffe erhalten. Chinesischer Senfkohl wird Pak Choi auch genannt. Sein leicht scharfer, senfartiger Geschmack ist unverwechselbar.

Pak Choi sei nicht nur aromatischer und saftiger, er sehe auch besser aus als sein Verwandter, der Chinakohl, findet Dorrit Voigt vom Hiltl-Kochatelier. Die Köchin schwärmt darüber hinaus von seiner Unkompliziertheit und Vielseitigkeit. Er sei eine gute Alternative zu Mangold oder Spinat. Man kann zudem alles von ihm verwenden, also Blätter, Blattstiele, Blattrippen. Und vieles mit ihm machen:

Tipps fürs

Einkaufen und Verarbeiten

Wie Pak Choi aussieht: Er hat dicke weisse oder hellgrüne Stiele sowie dekorative und löffelartige dunkelgrüne Blätter. Pak Choi gehört wie der Chinakohl zur Familie der Kreuzblütler.

W o R a N sie sei N e FR is C he e R ke NN e N: Er sollte saftig grün aussehen. Die Blätter sollten fest sein und keine Risse haben. Möglichst kleine Köpfe bevorzugen, sie sind aromatischer und knackiger.

Wie s ie ih N zubeR eite N : Weil er hitzeempfindlich ist, braucht er schonende Behandlung. Pak Choi kann man beispiels -

fein oder grob hacken und in Salate oder Suppen beigeben, in Frühlingsrollen, Gemüselasagnen oder Gratins packen. Oder klein gestückelt einem Wok-Gericht beigeben. Mit Reisnudeln oder Reis wird daraus eine wunderbar leichte, aber sättigende Mahlzeit. Auch ausgebacken in Tempurateig sind die Blätter und Blattrippen ein Genuss. «Sie schmecken fantastisch mit einer Sweet-Chili-Sauce zum Dippen», sagt Dorrit Voigt. In Kombination mit Koriander und Zitronengras mundet das Gemüse als fruchtig frische Beilage. Die Aromen harmonieren aufs Beste miteinander.

FRISCH GENIESSEN. Dass der kleine Kohl prima mundet, hat sich bei den Europäern herumgesprochen. Die Holländer fingen damit an, ihn in Gewächshäusern zu kultivieren; andere Länder zogen nach. Auch in der Schweiz wird Pak Choi inzwischen angepflanzt. Thomas Wyssa aus Galmiz im Kanton Freiburg zählt zu den grössten Produzenten. Rund 70 Tonnen baut er jedes Jahr an. Sind die Bedingungen gut, wächst die Pflanze rasch und kann bereits nach sechs bis acht Wochen geerntet werden. Saison ist von April bis November. Kleine Mengen gibt es mit Biolabel oder dem IP-Suisse-Gütesiegel. Pak Choi liegt im Trend, bestätigen die Grossverteiler. Obschon er dort bislang nur einen kleinen Anteil am gesamten Gemüseumsatz ausmacht.

weise wie Spinat garen. Einfach in die Pfanne geben und die Blätter kurz zusammenfallen lassen. Mit Knoblauch, Pfeffer, Muskat oder Sojasauce würzen – fertig ist das leichte Hauptgericht oder die Beilage für Tofu, Fleisch oder Fisch. Wenn Sie Pak Choi im Wok zubereiten, am besten erst in die Pfanne geben, wenn die anderen Zutaten fast gar sind. So entfaltet er seinen vollen Geschmack und hat noch Biss.

Wie s ie ih N au F be -

W ah R e N : Am besten ist es, das Kohlgemüse gleich zu verarbeiten. Es hält sich jedoch, in ein feuchtes Tuch eingeschlagen, gut ein bis zwei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks. Zum Einfrieren ist Pak Choi nicht geeignet.

Wa R um e R s C hla N k ma C ht: Wie alle Kohlgemüse hat Pak Choi bioaktive Substanzen. Diese regen den Körper an, seine überflüssigen Fettspeicher zu entleeren. Kohlverzehr soll sich zudem günstig auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Dadurch werden Hormone wie Glukagon aktiviert, die ebenfalls den Fettabbau ankurbeln. Und: Kohl hat wenig Kalorien, dafür reichlich Ballaststoffe. Diese machen satt, aber nicht dick.

Wie e R N o C h bezei C h N et W i R d: Neben Senfkohl auch Japankohl, Blätterkohl oder Chinasalat. Das Wort «Pak Choi» ist vom chinesisch-kantonesischen Dialekt abgeleitet und heisst «weisses Gemüse».

GESUNDE SENFÖLE. Dorrit Voigt empfiehlt, Pak Choi möglichst frisch zu verarbeiten (siehe Box). Lagert er zu lange, wird er «lampig». Obwohl sich aus dem Kohlgemüse auch Salate machen lassen, rät die Köchin ihn nicht roh zu verwenden, sondern kurz zu blanchieren und dann mit Eiswasser abzuschrecken. Roher Pak Choi schmeckt zwar gut, kann aber Verdauungsbeschwerden hervorrufen. Kurzes Blanchieren macht ihn bekömmlicher. Und der knackige Biss sowie das feine Aroma leiden darunter kaum.

Ob blanchiert, gedünstet oder gebraten: Pak Choi ist in jeder Zubereitungsart empfehlenswert, und das nicht nur, weil er schmackhaft ist. Das Kohlgemüse ist reich an Kalium, Kalzium und Eisen, enthält Betacarotin, B-Vitamine, Vitamin C sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Und Senföle, denen geradezu wundersame Kraft zugeschrieben wird. Laut der Ernährungsexpertin und Autorin Margot Hellmiss stecken in allen Kohlsorten Vorläufersubstanzen von Senfölen, sogenannte Senfölglykoside. Sie werden durch ein pflanzeneigenes Enzym in Senföle umgewandelt, zum Beispiel dann, wenn die Pflanze verletzt wird. Was zu deren Schutz dient und ihr Fressfeinde vom Leib hält, hat auch für Menschen einen grossen Nutzen. Senföle haben keimtötende Wirkung. Sie sollen Krankheitserreger bei Husten und Entzündungen vertreiben und die Abwehrkräfte stärken. Mehr noch: Studien besagen, dass Senföle, oder eben deren Stoffwechselprodukte, Krebszellen abtöten. Margot Hellmiss: «Wie es Computerviren mit Rechnern tun, schleusen die Gemüsestoffe eine Art Selbstmordprogramm in die befallenen Köperzellen ein.» Das Programm arbeite gerade bei Tumorzellen, die sich besonders rasch teilen, sehr wirkungsvoll, schreibt sie. u

Ein Hauch von Asien

rEzEPtE

«aNNemarIe WILDeIseNs KoCheN»

Gehacktes Schweinefl eisch mit Pak Choi

Für 4 Personen

1 EL Bratbutter

20 g Speckwürfelchen

500 g gehacktes Schweinefleisch

Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

½ TL Honig

1 dl Weisswein

1 dl Hühnerbouillon

400 g Pak Choi

½ TL Wasabipaste

½ TL Meerrettichpaste

2 EL Olivenöl

4 EL Sojasauce

1. In einer mittleren Pfanne die Bratbutter kräftig erhitzen. Die Speckwürfelchen darin knusprig braten. Das Hackfleisch beifügen und scharf anbraten, damit es möglichst kein Wasser zieht. Mit Salz, Pfeffer sowie dem Honig würzen. Weisswein und Bouillon dazugiessen. Zugedeckt 20 Minuten leise kochen lassen.

2. Inzwischen den Stielansatz des Pak Choi abschneiden und die Blätter auslösen. Die innersten Blätter für die Garnitur beiseitelegen. Restliche Blätter der Länge nach halbieren und in knapp 1 Zentimeter breite Streifen schneiden.

3. Wasabi- und Meerrettichpaste mit dem Olivenöl verrühren

4. Das Hackfleisch abdecken und die Garflüssigkeit um gut ½ einkochen lassen. Dann die Sojasauce sowie die Pak-Choi-Streifen beifügen und 3 bis 4 Minuten mitkochen (nicht länger!).

5. Inzwischen die beiseitegelegten Pak-Choi-Blätter mit der Wasabi-Meerrettich-Marinade bestreichen.

6. Das Hackfleisch auf vorgewärmten Tellern anrichten und mit den Pak-Choi-Blättern garnieren. Sofort servieren.

Als Beilage passt Basmatireis. Anstelle von Pak Choi kann auch Chinakohl oder Krautstiele verwendet werden.

Lässt man vom Metzger das Gehackte frisch schneiden, empfiehlt es sich eher grobes Hackfleisch zu wählen.

Pak Choi süss-scharf (vegetarisch)

Als Beilage für 4 Personen

4 Stück Pak Choi gross

1 Stück Ingwer klein

½ Bund Koriander frisch

8 Stück Pfefferkörner schwarz

½ Stück Zitronensaft

4 EL Chili Sweet & Sour Sauce

1 EL Sojasauce

4 EL Erdnussöl

2 Stück Knoblauchzehen

1.5 dl Gemüsebouillon

Salz

1. Den Pak Choi rüsten und die grünen Blätter wegschneiden. Das Gemüse längs halbieren.

2. Den Ingwer schälen und an der Bircherraffel reiben. Die Korianderblättchen fein hacken. Die Pfefferkörner fein zerstossen. Alles mit Zitronensaft, Sweet & Sour Sauce, Sojasauce und Öl mischen. Den Knoblauch schälen und dazupressen.

3. In einer weiten Pfanne die Bouillon aufkochen. Die Pak Choi hineingeben und die Gewürzmarinade darübergiessen. Aufkochen und zugedeckt auf kleinem Feuer während 15 Minuten weich schmoren, dabei das Gemüse ab und zu wenden. Vor dem Servieren mit Salz abschmecken.

Dazu passt: gebratener Parfümreis und grilliertes oder gebratenes Fleisch oder auch Fisch.

Zu gewinnen gibt es:

5-mal 1 SwissVitalWorld Starter-Set Vanille im Wert von je Fr. 99.–

die VitalWorld-Produkte – passend zum slimWorld-Programm

Das Set enthält: je 1-mal ProbiotikEiweiss-Drink Vanille, Basen-MetabolDrink sowie Tages-Basen-Tee und Abend-Metabol-Tee.

Das SlimWorld-Programm empfiehlt einen veganen Eiweissdrink, angereichert mit Pro- und Präbiotika. Als Ergänzung zu einer Mahlzeit ist dieser Drink wunderbar geeignet, zu einem normalen Energiestoffwechsel beizutragen. Der Basen-Metabol-Drink ist ein energiearmes Getränk (3 kcal pro 100 ml) mit Catechinen, L-Carnitin und einem tiefen glykämischen Index. Mit den Tees regulieren Sie den SäureBasen-Haushalt. Alles 100 % Natur, keine künstlichen Konservierungs- oder Süssstoffe, in Yin-Yang ausbalanciert.

Und so spielen Sie mit: Senden Sie eine Postkarte mit der Lösung und Ihrer Adresse an: freiraum Werbeagentur AG, «SwissVitalWorld»-Wettbewerb, Mühlezelgstrasse 53, 8047 Zürich. Teilnahmeschluss ist der 25. 3. 2015.

Teilnahmebedingungen: Mitarbeiter der AZ Medien Gruppe AG und Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Preise werden nicht in bar ausbezahlt. Es wird keine Korrespondenz geführt.

Lösung des Rätsels aus dem Heft 2-2015

Gesucht war: Borreliose

Gesundheit

Schlaf – steckt in den Genen

Sogenannte Kurzschläfer, die mit sechseinhalb Stunden Schlaf auskommen, sind Träger eines mutierten Gens. Die wichtige Tiefschlafphase ist jedoch gleich lang wie bei den Normalschläfern, die acht Stunden brauchen, um erholt zu sein. Bei Schlafentzug sind die Langschläfer im Nachteil: Ihre kognitiven Leistungen sind nach fehlendem Schlaf tendenziell schlechter. Quelle: www.dasschlafmagazin.de

Buchtipp

SCHMERZ

Der Arzt und Medizinjournalist

Harro Albrecht ist selbst Herzpatient und kennt höllische Schmerzen nach einer Operation aus eigener Erfahrung. Dennoch war ihm die Komplexität des Phänomens Schmerz lange nicht wirklich bewusst. Schmerz war ein Symptom, das man (im besten Fall) bekämpfen konnte. Schmerz ist aber auch die häufigste Ursache, weshalb Menschen zum Arzt gehen. Grund genug, ihm ein ganzes Buch zu widmen. Er spricht mit Medizinern, mit Naturwissenschaftlern ebenso wie mit Geisteswissenschaftlern, mit Leidenden, mit Hoffnungsvollen, mit lustvollen Schmerzgeniessern und mit Verzweifelten. Sein Resümee: Schmerz ist weit mehr als eine körperliche Empfindung. Linderung ist möglich. Aber wir müssen lernen, anders mit Schmerzen umzugehen.

+ Harro Albrecht: «Schmerz», Pattloch Verlag, 2014, Fr. 34.90

Gesünder leben

Wer schon einmal versucht hat, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben oder abzunehmen, weiss, wie schwierig das sein kann. Britische Forscher haben herausgefunden, dass solches mit der Unterstützung des Partners besser klappt. 48 Prozent der Männer schafften den Nikotinentzug mit Unterstützung ihrer Liebsten, ohne nur acht Prozent. Ähnlich sah es bei den Frauen aus. Noch grösser war der Effekt bei der körperlichen Aktivität: Mehr Bewegung schafften mit Partner 67 Prozent der Männer und 66 Prozent der Frauen (ohne nur 26 beziehungsweise 24 Prozent).

Apropos Rauchen: Nach einer kanadischen Studie an der Universität Montreal haben Frauen zu Beginn der Follikelphase (diese reicht etwa vom 5. bis zum 14. Zyklustag) stärker mit einem unkontrollierbaren Drang nach Nikotin zu kämpfen. Die Forscher glauben, dass niedrige Östrogen­ und Progesteronwerte das Problem verstärken und Nervensignale aktivieren, die im Zusammenhang mit Entzugserscheinungen stehen. Dementsprechend könnte für aufhörwillige Frauen der Ausstieg nach dem Eisprung leichter sein, wenn die Östrogenund Progesteronwerte erhöht sind. MM

Altersvorsorge

Schwimmen trainiert nicht nur Kraft und Kreislauf, sondern auch den Gleichgewichtssinn. Und ist dieser gut ausgebildet, hilft das wiederum, weniger schnell zu stürzen. Für kleine Jungs wie auf dem Bild ist Stürzen meist nicht von grosser Bedeutung. Ältere Menschen hingegen brechen sich bald einmal die Knochen.

Eine Studie der University of Western Sydney untersuchte rund 1600 ältere Männer und stellte fest, dass jene, die regelmässig schwammen, ein kleineres Sturzrisiko hatten, als jene die lediglich spazierten oder im Garten arbeiteten. Wer also in jungen Jahren schon eine kleine Wasserratte war, hatte ganz ohne Aufwand etwas für die (spätere) Gesundheit getan. tha

HITPARADE DER HEILPFLANZEN

Es gibt auf der Welt unzählige Heil pflanzen – aber zehn einheimische Kräuter genügen, damit die Naturapotheke für den Hausgebrauch für (fast) alle Fälle gerüstet ist.

Text: MARION KADEN

EINE GANZ BANALE FRAGE:

Was gehört eigentlich in eine gut ausgerüstete Hausapotheke? Die Antwort scheint auf den ersten Blick einfach – aber nur auf den ersten Blick, denn ältere Menschen haben einen anderen Bedarf als Familien mit Kindern oder Babys. Zudem spiegelt der Inhalt einer Hausapotheke die Gewohnheiten ihrer Besitzer wider. Manche Menschen greifen bei Kopfschmerzen oder bei ersten Erkältungssymptomen gerne zu einem schnellwirksamen Mittel aus der Schulmedizin. Andere setzen auf die Selbstheilungskräfte des Körpers und unterstützen diese mit naturheilkundlichen Präparaten. Eine gute Kombination von beidem, Schulmedizin und Naturheilkunde, macht aber in den meisten Fällen Sinn. Ausserdem ist die in der Regel nebenwirkungsfreie Heilkraft von P anzen unbestritten und mit vielen Studien belegt. Grund genug also, die Hausapotheke mit den wichtigsten Naturprodukten in Form von Tees, Salben und Tinkturen auszurüsten, die alesamt in

unterschiedlicher Form im Fachhandel erhältlich sind.

HEILSAME ERFAHRUNG

Wer einen Garten, einen Balkon oder ein geeignetes Fensterbrett hat, kann sich seine eigenen Heilp anzen ziehen. Sich dabei vorgängig über deren Wachstumsbedingungen zu informieren, erspart Ärger und Enttäuschungen. Das gilt auch für alle, die Heilp anzen draussen selber sammeln und trocknen möchten. Wichtig ist die eigene botanische Sicherheit, um nicht die falsche oder eine ähnliche, aber ungeniessbare P anze zu sammeln. Ebenso wichtig sind der richtige Erntezeitpunkt und die Art der Trocknung, denn beides kann den Wirkstoffgehalt mitbestimmen. Wer sich dafür interessiert, wird eine breite Palette an geeigneter Literatur nden.

Entdecken Sie auf den folgenden zwei Seiten die Top-10-Liste der Schweizer Heilpflanzen.

Arnika (Arnica montana)

Äusserlich: Zerrungen, Prellungen, Quetschungen, Blutergüsse, Muskelkater, Rückenschmerzen, Hexenschuss, rheumatische Gelenk- und Muskelbeschwerden, Entzündungen durch Insektenstiche.

Innerlich: Entzündungen der Schleimhäute im Mund- und Rachenraum oder bei Furunkeln.

Achtung: Die Arnikablüten gehören zu den gefährdeten Arten und dürfen nicht wild gepflückt werden.

6 1

5

3

2

Pfefferminze

(Mentha piperita)

Johanniskraut

(Hypericum perforatum)

Äusserlich: Schuppenflechten, Ekzeme, Hautverletzungen, Brandwunden, Sonnenbrand.

Innerlich: Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmungen, leichte oder mittelschwere Depressionen.

Birke (Betula pubescens)

Innerlich: bakterielle und entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Nierengries, Harnsteine, rheumatische Beschwerden.

Äusserlich: Spannungskopfschmerzen, Erkältungskrankheiten, verstopfte Nase.

Innerlich: Übelkeit, Brechreiz und akutes Erbrechen, Magenund Darmkrämpfe.

Achtung: Bei chronischen Magenschmerzen ist Pfefferminze wegen des hohen Mentholgehalts nicht verträglich.

4

Brennnessel

(Urtica dioica)

Innerlich: Frühjahrskuren, Prostataprobleme, rheumatische Beschwerden.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Innerlich: Verdauungsprobleme.

Melisse (Melissa officinalis)

Kamille (Chamomilla recutia)

Äusserlich: Hautreizungen (wunder Baby-Popo), Schleimhautentzündungen oder bakterielle Hauterkrankungen.

Innerlich: Schlaflosigkeit, Spannungsgefühle, leichter Stress, Magenschleimhautentzündungen (Gastritis), Blähungen, Entzündungen der Harnwege, Menstruationsbeschwerden.

Innerlich: Entzündungen des Nasen-Rachen-Raumes, vorübergehende Magen- und Darmbeschwerden.

Thymian (Thymus vulgaris)

Innerlich: verschleimte Atemwege, akute und chronische Bronchitis (auch bei Rauchern und älteren Menschen), Therapieunterstützung bei Asthma, Keuchhusten oder krampfartigem Husten, chronische Rheuma-Beschwerden (zur Entspannung), Menstruationsbeschwerden, Spannungskopfschmerzen.

Ringelblume

(Calendula officinalis)

Äusserlich (und zur Unterstützung auch innerlich als Tee): schlecht heilende Haut, eitrige Wunden, Riss- oder Brandwunden, Sonnenbrand, Akne, Ekzeme, Furunkeln, Dekubitus (Wundliegen).

Schmerzen (Prellungen, Stauchungen, Quetschungen, Rheuma, Muskelkater, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden)

Wunden (Schürfungen, Schnitte, Verbrennungen, Sonnenbrand)

Entzündungen (Schleimhäute, Magen, Harnwege, Akne, Furunkel, Insektenstiche)

Verdauung (Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Blähungen, träge Verdauung, Reizdarm)

Atemwege (Erkältungen, Bronchitis, Husten, Asthma)

Psyche (Depressionen, Verspannungen, Stress, Schlaflosigkeit, Angst)

Haut (Schuppenflechten, Ekzeme, Ausschläge, Reizungen)

Süsser Schleimer

Das Kauen von Süssholzstängeln ist nicht nur etwas für Kinder. Wer regelmässig Medikamente schluckt, kann mit Süssholz oder Lakritze den Magen nachhaltig schonen.

Text: SABINE HURNI

EBEN NOCH SCHÖN auf dem Teller angerichtet, werden Speisen beim Essen regelrecht malträtiert: im Mund zerkleinert, im Magen verätzt und im Darm kräftig durchgeknetet. Damit die Magensäure nur das Schnitzel verdaut und nicht auch noch die Magenwand angreift, ist der Magen zu seinem Schutz mit einer stabilen Schleimhaut überzogen. Alkohol, Rauchen, Rheumamittel, Schmerzmittel oder starke Stresssituationen können die Schutzschicht allerdings angreifen und akute oder chronische Entzündungen hervorrufen. Besonders vor dem Essen leiden die Betroffenen unter Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Völlegefühl oder Übelkeit. Oft werden die Beschwerden nach dem Essen kurzfristig besser, kehren jedoch wenig später mit der vorherigen Heftigkeit zurück.

MULTITALENT SÜSSHOLZSTÄNGEL.

Gute Verdauungshelfer und Magenheilmittel wie Enzian und Wermut sind normalerweise reich an Bitterstoffen. Doch es geht auch süss: Süssholzstängel oder Lakritzstangen sind hervorragende Verdauungshelfer. Süssholz, das fast vergessene Relikt aus unserer Kindheit, kann man als Stängel kauen, als Tee mit heissem Wasser überbrühen oder in Form von verdicktem Zuckersirup als Lakritzestange lutschen. Süss, aber auch holzigherb schmecken die Produkte auf Süssholzbasis. Die enthaltene Glyzyrrhizinsäure wirkt zusammen mit anderen Inhaltsstoffen entzündungshemmend, schleimlösend und antibakteriell. Von dieser Wirkung profitieren ältere Menschen, die täglich Medikamente schlucken müssen, Personen mit einer Darm- oder Magenentzündung oder mit HelicobacterPylori-Infektionen, hervorgerufen durch ein Bakterium, das im Magen vorkommt und die Schleimhautzellen angreifen kann.

Die Glyzyrrhizinsäure legt sich wie ein Schutzschild auf die Magenschleimhaut, lindert die örtlichen Entzündungen und reduziert die Magenbakterien. Deshalb ist Süssholz ein wunderbarer Entzündungshemmer und Krampflöser bei Magenentzündungen, Magengeschwüren sowie als Prophylaxe derselben.

Auch bei Kindern, die immer wieder an schleimigen Atemwegserkrankungen leiden, kann Süssholz äusserst heilsam wirken. Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie ihrem Kind aus Süssholzraspeln einen Tee zubereiten, ihm einen Süssholzstängel zum Kauen geben oder ob es Lakritzstängel lutschen darf. u

SÜSSHOLZ ALS HEILMITTEL

Sie erhalten in Drogerien oder Apotheken alle Arten von Süssholz. Den Stängel, die Raspel oder der Süssholzsaft in Stangen. Dieser eignet sich bestens zum Süssen von Tee oder als Schleckstängel. Bei weichen Lakritzezubereitungen wird der Süssholzsaft mit verschiedenen Zutaten wie Zucker oder Stärke zu einer zähen, biegsamen Masse verarbeitet. Der reine Süssholzsaft hingegen ist schwarz und sehr hart. Die Tagesdosis von Süssholz beträgt bei Atemwegserkrankungen ungefähr fünf Gramm, bei Magenentzündungen bis zu 15 Gramm. Vom getrockneten Süssholzsaft nimmt man ein Gramm bei Husten und bis zu drei Gramm täglich bei Magen- und Darmbeschwerden. Süssholz sollte nicht länger als sechs Wochen angewendet werden und ist bei Bluthochdruck oder in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Beratung

Ernährung nach Blutgruppe

Ich habe ein paar gesundheitliche Probleme und meine Schwester rät mir, die Blutgruppendiät anzuwenden. Ich habe Blutgruppe 0, müsste viel Fleisch essen, aber keine Milchprodukte. Aber wie decke ich den Kalziumbedarf ab?

Ist Ihnen die Blutgruppendiät bekannt und was meinen Sie dazu?

Ich kenne die Blutgruppendiät und wende sie immer wieder einmal bei mir selber an. Allerdings nicht streng, sondern eher als Richtungsgeber. Interessant ist der Effekt aber auf jeden Fall. Wenn Sie zum Beispiel zwei Wochen strikt nach diesem Plan leben und dann wieder eine Lasagne oder eine Pizza essen, wird Ihnen bewusst, wie schwer diese Speisen im Magen liegen, und wie stark er daran zu arbeiten hat. Deshalb mein Tipp: Locker beginnen, dann eine strikte Phase einbauen und danach wieder locker weitermachen. Zu Besuch oder im Restaurant brauchen Sie keine Sonderregelung einzuhalten und essen einfach das, was auf den Tisch kommt. Betrachten Sie das Ganze als Forschungsprojekt am eigenen Körper.

Wenn man das erste Mal einen Blick auf die Liste mit den erlaubten Lebensmitteln wirft, hat man durchaus das Gefühl, gar nichts mehr essen zu dürfen. Aber so ist es nicht. Ihre Blutgruppe, die Gruppe 0, ist die älteste Blutgruppe. Die gibt es offenbar bereits seit der Steinzeit. Das heisst, die Nuller verdauen Lebensmittel besonders gut, die es in der Steinzeit gab: Nüsse, Kernen, Beeren, Gemüse und Obst. Ab und zu Fleisch. Was es noch nicht gab, ist Ackerbau. Deshalb verzichtet die Blutgruppe 0 mehrheitlich auf Getreideund Milchprodukte. Für die heutige Zeit heisst das, dass Sie Fleisch besser verdauen können als Getreide, weil Ihr Magensaft sauer genug ist. Man muss ihm etwas zu tun geben und etwa drei Mal die Woche Fleisch essen. Dazu reicht ein kleines Stück von 80 bis 100 Gramm pro Portion vollkommen aus.

Sabine Hurni

Drogistin HF und Naturheilpraktikerin mit Fachrichtung Ayurveda und Phytotherapie beantwortet Ihre Fragen zu Gesundheit, Ernährung, Ökologie, Garten oder Natur.

Senden Sie Ihre Fragen an: sabine.hurni@azmedien.ch oder «natürlich», Leserberatung, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau www.natuerlich-online.ch

Weizen und Kuhmilch sind zu vermeiden, weil sie für die Nuller schlecht verträglich sind, die Säure im Magen erhöhen und den Stoffwechsel verlangsamen. Was hingegen geht, sind Schafsmilchprodukte, Reis und Dinkel.

Zum Frühstück können Früchte, Fruchtkompott, Nüsse oder Reiswaffeln mit Honig und Mandelmus gegessen werden. Zum Zmittag eine Gemüsepfanne mit etwas Fleisch und zum Znacht eine Pizza mit Dinkelteig und Büffelmozzarella, Gemüse mit Feta und Reis. Zum Backen verwenden Sie anstelle von Kuhmilch Reis- oder Sojamilch. Das Zentrum Ihres Speiseplanes sind Früchte und Gemüse, begleitet von etwas Fleisch oder Fisch, Schafskäse, Reis und Dinkel.

Sie brauchen auch nicht vollkommen auf die Milchprodukte zu verzichten. Zum Beispiel Feta, Mozzarella (idealerweise aus Büffelmilch) und Ricotta sind gut verträglich für die Nuller. Ab und zu ein Stück Hartkäse oder Schafsmilchkäse liegt durchaus auch drin. Weitere

Kalziumlieferanten sind Sesamsamen, Mohn, Haselnüsse, Mandeln und frische Kräuter. Da Milch für uns Erwachsene ohnehin sehr schwer verdaulich ist und den Magen übersäuert, können Sie diese getrost auf der Seite lassen. Mit einer abwechslungsreichen Ernährung, etwas Käse und vielen Nüssen decken Sie den Kalziumbedarf auch ohne die Trinkmilch.

Hagebutten bei Arthrose

Ich habe gelesen, dass Hagebuttenpulver und -kapseln gut gegen Arthrose wirken. Stimmt das? Wäre es geeignet gegen Gelenkschmerzen in den Knien und in den Daumengelenken?

U. U., Zürich

Der hohe Gehalt von Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen machen die Hagebutte wirklich zu einem guten Heilmittel bei Gelenkschmerzen. Unter den einheimischen Früchten hat die Hagebutte mit etwa 500 mg pro 100 Gramm den höchsten Ascorbinsäuregehalt. Ihr Mark enthält 20-mal mehr Vitamin C als Zitronen. Zudem sind die reifen Früchte reich an Provitamin A und B-Vitaminen. Auch Zink und Kupfer sind enthalten. All diese Wirkstoffe nähren den Knorpel, reduzieren Entzündungen, unterstützen die Durchblutung der Gelenke und erhöhen so deren Beweglichkeit. Ein Versuch würde sich auf jeden Fall lohnen. Gerade bei einer beginnenden Arthrose ist Hagebutte eine geeignete Heilpflanze. Allenfalls in Kombination mit Grünlippmuschelextrakt oder einem anderen Knorpelauf-

baupräparat. Während die Hagebutte den Knorpel mit Nährstoffen versorgt, haben die Knorpelaufbaupräparate eher eine Kissenfunktion: Sie sorgen dafür, dass mehr Wasser in die Knorpelzellen eingelagert wird. Dies funktioniert jedoch nur, wenn noch Knorpelsubstanz vorhanden ist. Sind bereits sämtliche Knorpelzellen zerstört, kann auch ein Knorpelschutzpräparat oder ein Hagebuttenpulver nichts mehr verändern. Es lohnt sich also, rechtzeitig zu reagieren. Gehen Sie zudem zur Massage und nehmen Sie immer wieder warme Bäder. Beides fördert die Blut- und Nährstoffzufuhr in die Gelenke.

Glutenfrei bei

Auto immunerkrankung

Das Buch von Datis Kharrazian «Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln» enthält viele interessante Ansätze. Leider finde ich keinen Therapeuten, der damit praktiziert. Haben Sie eine Idee, wie ich vorgehen könnte?

S.V., Zug

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Bei der Erkrankung wird das Schilddrüsengewebe durch körpereigene Abwehrzellen (T-Lymphozyten) zerstört. Auf die Dauer kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Datis Kharrazian, ein Mediziner aus den USA, stellt in seinem Buch eine Verbindung zwischen Autoimmunerkrankungen und Glutenunverträglichkeit her. Er empfiehlt eine strikte, glutenfreie Ernährung während mindestens sechs Monaten. Das heisst, es sollten nur noch Getreidesorten wie Reis, Mais, Hirse, Quinoa,

Amarant und Buchweizen gegessen werden. Stimmt diese Theorie, könnte der Verzicht auf glutenhaltiges Getreide auch bei anderen Autoimmunerkrankungen Linderung versprechen. Kharrazian betont in seinem Buch, dass nur die wirklich strikte Umsetzung erfolgreich sei. Das erfordert ein Umdenken. Viele Gerichte, die zum normalen Alltag gehörten, dürfen Sie nicht mehr essen. Hingegen tut sich mit der asiatischen, orientalischen, aber auch mit einer fantasievollen Schweizer Küche ein neues kulinarisches Feld auf. Der Wechsel fällt bedeutend einfacher, wenn Ihre Familie dahintersteht und offen ist für Neues.

Ich kenne leider keine Therapeuten, welche die Ansätze von Datis Kharrazian umsetzen. Da die Therapievorschläge des Autors offenbar hauptsächlich auf der Ernährung basieren, können Sie sich von einer ganzheitlich denkenden Ernährungsberaterin begleiten lassen. Sie kann sich ins Thema einlesen und Ihnen bei der Umsetzung im Alltag helfen.

Sind rohe

Kartoffeln giftig?

Warum dürfen Kartoffeln und Maniok nicht roh gegessen werden? Sind die Knollen giftig?

L. S., Thun

Es gibt zwei Gründe, weshalb man rohe Kartoffeln nicht essen sollte. Kartoffeln enthalten sehr viel Stärke. Diese wird mit dem Kochen verändert und die Kartoffeln können besser verdaut werden. Würde man die Kartoffel roh essen, wäre sie sehr schwer verdaubar. Rohe Kartoffeln enthalten das giftige Alkaloid Solanin. Besonders viel davon sammelt sich unter der Schale, an grünen und an keimenden Stellen an. Die Kartoffel bildet das Solanin zur Verhinderung von Fäulniserregern. Beim Kochvorgang wird das Solanin weitgehend herausgelöst. Nur unter der Schale von lange gelagerten Kartoffeln kann es

auch nach dem Kochen noch auftreten. Deshalb sollte man alte Kartoffeln schälen. Junge hingegen kann man gut mit Schale essen. Ein kleines Stück rohe, geschälte Kartoffel schadet Ihnen aber sicher nicht. Im Gegenteil: Saft aus rohen Kartoffeln und rohe Kartoffelstücke werden erfolgreich gegen Sodbrennen eingesetzt. Maniok kann man nicht roh essen. Sobald man sie aufschneidet, bilden sich ziemlich giftige Stoffe. Diese verflüchtigen sich jedoch beim Trocknen und beim Kochen. Gekocht oder als Mehl hingegen ist Maniok sehr bekömmlich.

Kniegelenk tut weh

Seit einem guten halben Jahr plagen mich Knieschmerzen. Eine intensive Phase mit Physiotherapie hat keine Linderung gebracht. Nun hat sich herausgestellt, dass ich erhebliche Knorpelschäden habe. Was kann ich tun? Könnte Spiraldynamik helfen?

Wenn noch Knorpelsubstanz vorhanden ist, können Sie ein Knorpelaufbaupräparat einnehmen. Ein Präparat mit Grünlippmuschelextrakt zum Beispiel (siehe auch «Hagebutte bei Arthrose»). Diese Produkte bauen

den noch vorhandenen Knorpel auf und helfen dabei, dass sich mehr Wasser in die Knorpelzellen einlagern kann. Dadurch wird eine Art Polster gebildet und die Entzündung nimmt ab. Dann ist es auch ganz wichtig, dass Sie die Durchblutung der Knie anregen. Heublumenbäder, Kniewickel mit Heilerde, Arnikasalbe oder Johanniskrautöl sind hierzu sehr geeignet. Nur wenn die Durchblutung angeregt wird, gelangen genügend Nährstoffe zu den noch intakten Knorpelzellen und versorgen sie mit allem, was sie brauchen. Spiraldynamik als Bewegungstherapie wäre sicher eine gute Ergänzung. Diese Methode stärkt die Fussmuskulatur und verbessert die ganze Statik des Körpers. Für den Energiefluss wäre auch Qi-Gong sehr sinnvoll. Qi-Gong ist eine sehr gute Methode, um die Energie wieder durch die Beine fliessen zu lassen. Die sanften Bewegungen aktivieren die Selbstheilungskräfte und unterstützen den Körper optimal. Sowohl Qi-Gong wie auch die Spiraldynamik sind ganzheitliche Therapieformen, die meines Erachtens oft mehr bringen, als die reine Physiotherapie, die sehr auf die Mechanik der Gelenke ausgerichtet ist.

in Balance

mit Jentschura‘s BasenKur

„Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist die Grundlage für langanhaltende Gesundheit, Vitalität und eine gute Figur.“

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Leben

Sonnenfinsternis in Europa

STERNGUCKER IM MÄRZ. Am 20. März findet ein seltenes astronomisches Ereignis statt: eine totale Sonnenfinsternis in Europa. Der Pfad der Totalität verläuft über die Färöerinseln und Spitzbergen (Bild oben). Auch bei uns ist diese Sonnenfinsternis sichtbar. In der Schweiz werden an diesem Tag um 10.33 Uhr ziemlich genau drei Viertel der Sonnenscheibe vom Neumond bedeckt werden (Bild unten).

Achtung: Es ist unbedingt notwendig, beim Blick in die Sonne die Augen zu schützen. Am besten verfolgt man das Geschehen mit einer speziellen Sonnenfinsternisbrille (in Optikergeschäften erhältlich), die das Sonnenlicht so stark filtert, dass die Augen keinen Schaden erleiden. Aus ähnlichem Material wie jenem der Sonnenfinsternisbrillen gibt es eine Folie, woraus man einen Filter herstellen kann, um ihn vor ein Kameraobjektiv zu schalten, damit man die partielle Sonnenfinsternis gefahrlos fotografieren kann. Andreas Walker

Augen zu

Man kann es als theatralische Geste abtun, doch Untersuchungen haben bestätigt, dass sich Menschen besser erinnern können, wenn sie die Augen schliessen, jedenfalls wenn es sich dabei um Zeugen eines Verbrechens oder eins Unfalls handelt (www.scinexx.de). Mit geschlossenen Augen konnten die Probanden rund 23 Prozent mehr Fragen korrekt beantworten. Das gilt sowohl für die Erinnerung an visuelle Eindrücke als auch für Geräusche. tha

Unfreundlich

Militärdienst kann Freundschaften gefährden! Eine deutsch-amerikanische Forschungsarbeit untersuchte sechs Jahre lang die Persönlichkeitsentwicklung junger Männer, die entweder Militär- oder Zivildienst leisteten. Grundsätzlich waren die Soldaten emotional zwar etwas stabiler und auch offen gegenüber neuen Erfahrungen, jedoch auch aggressiver, wenig kooperativ und weniger empathisch als die Zivildienstler, wie «Die Welt» schreibt. Möglicherweise seien diese Verhaltensweisen eine spätere (Trotz)-Reaktion auf den Drill, den man im Militärdienst erlebt. tha

Die App

Sprachen lernen

Wer Sprachen nicht regelmässig spricht und hört, kommt rasch in Verlegenheit, wenn er unverhofft auf Englisch oder Französisch antworten sollte.

Mit der App Duolingo kann man auf dem Heimweg mit dem ÖV das Smartphone einmal zu etwas wirklich Schlauem nutzen und Wörtchen lernen – französisch und englisch.

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Zurück

Auf Zugvögel ist Verlass: Die Arten haben klare Zeitpläne. Das Wetter kann den Reiseplan der Vögel zwar um einige Tage beinträchtigen, aber nicht grundlegend verändern. Die Klimaerwärmung hingegen führt dazu, dass viele Arten inzwischen ein paar Tage früher zurück in ihren Brutgebieten sind, als noch vor dreissig Jahren. Bereits ab Mitte Februar treffen die ersten Stare (Bild) und Bachstelzen als Vorboten des Frühlings ein. Bis Ende März sind alle Stare wieder da und sorgen mitunter für ziemlich viel Lärm. Im April ist dann bereits Brutzeit. Und ab September gehts wieder auf in den Süden. tha

+ www.vogelwarte.ch

Wasser bringt Leben – und Wasser tötet.
Die Geheimnisse des Rohstoffs beschäftigen die Menschheit schon seit Ewigkeiten.
Text: A ndre A s wA lker

Eigentlich müsste unser Planet nicht Erde, sondern Wasser heissen. Vom Weltraum aus betrachtet, sieht man das dominierende und charakteristische Blau-Weiss unseres Planeten; blaue Meere und weisse Wolkenbänder – «Markenzeichen» für Leben. 71 Prozent unserer Planetenoberfläche sind mit Ozeanen bedeckt. 1,3 Milliarden Kubikkilometer Wasser gibt es auf der Erde.

Weshalb auf der Erde deutlich mehr Wasser vorkommt, als auf den anderen inneren Planeten unseres Sonnensystems, ist für die Wissenschaftler bis heute ein Rätsel. Die bedeutendste und zugleich unbegreiflichste Konsequenz aus dem Vorhandensein von Wasser war die Entwicklung des Lebens. Das Leben entwickelte sich aus dem Meerwasser: In den Ozeanen der Urzeit bildeten sich aus kleinen organischen Molekülen komplexe Verbindungen, aus denen schliesslich lebende Organismen hervorgingen. In den ersten drei Milliarden Jahren der Erdgeschichte war das Leben ausschliesslich an das Wasser gebunden.

Der Kreislauf des Wassers

Aus den Weltmeeren verdunstet das Wasser in die Atmosphäre und verteilt sich

mit den verschiedenen Windsystemen in Form von Wasserdampf und Wolken über den gesamten Planeten. Als Regen oder Schnee fällt es vom Himmel, um dann über die Ozeane zur nächsten Reise aufzubrechen. In den Polargebieten und im Hochgebirge wird ein Teil der Niederschläge als Eis gespeichert. Als Schmelzwasser gelangt es schliesslich wieder in die Ozeane. Als kleiner Gebirgsbach fliesst das Wasser die Landschaft formend in die Niederungen, trifft auf grössere Flüsse und fliesst schliesslich wieder ins Meer. Ein immerwährender Kreislauf, ohne den auf der Erde kein Leben möglich wäre. Wo Wasser fehlt, herrscht Dürre oder es existiert eine Wüste. Flüsse oder Meere formen die Landmassen und Gletscher können ganze Landschaften umgestalten. Wenn Wasser in Ritzen von Steinen eindringt und gefriert, kann es die Gesteine sprengen und buchstäblich ganze Berge versetzen. Der Mensch war und ist vom Wasser abhängig, sei es durch gute Ernten dank Vorhandensein von genug Wasser, durch Dürren, welche die Ernte vernichten oder Hochwasser, das Leben und Besitz bedroht. Flüsse und Meere dienen dem Menschen als Transportwege. Mit Wasserkraft wird seit jeher Energie gewonnen.

Wasser als Quelle der Schöpfung

Wasser spielt in vielen Schöpfungsmythen eine wichtige Rolle. Ebenso bringt es die totale Vernichtung, etwa bei der Sintflut im alten Testament. In der antiken griechischen Philosophie existierten die vier Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde. Diese alten Vorstellungen zeigen, dass Wasser stets als wichtiger Stoff betrachtet wurde, der im Weltgeschehen eine zentrale Rolle spielt und dass es ein entscheidendes Element darstellte, um die Welt zu erklären und zu verstehen. Der griechische Philosoph und Mathematiker Thales von Milet (625–545 v. Chr.) stellte bereits in der Antike fest: «Das Prinzip aller Dinge ist Wasser; aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück.» Wenn in unserer modernen Zeit von Elementen die Rede ist, so sind meistens die chemischen Elemente gemeint. Ein chemisches Element ist die Sammelbezeichnung für alle Atomsorten mit derselben Protonenzahl. Nach dieser Definition ist Wasser (H2O) jedoch kein Element, sondern eine chemische Verbindung aus den Elementen Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H). Wasser ist die einzige chemische Verbindung auf der Erde, die in der Natur

162 Liter Wasser verbraucht jeder Schweizer pro Tag.

Leben Wasser

¾der Erdoberfläche besteht aus Wasser. Davon sind 97 Prozent Meerwasser.

als Flüssigkeit, als Festkörper und als Gas vorkommt. Wasser ist eine derart wichtige Substanz, dass die Temperaturskala bis in unsere moderne Zeit danach gerichtet ist.

So gibt 0 Grad Celsius den Gefrierpunkt und 100 Grad Celsius den Siedepunkt des Wassers an.

Wasser im Universum

Sobald in einer Wüste Wasser auftaucht, wird dieses Gebiet mit Leben gefüllt. Für die Wissenschaft sind Himmelskörper mit viel Wasser deshalb besonders interessant, da sie als Kandidaten für mögliches Leben infrage kommen. Der Saturnmond Enceladus mit nur 500 Kilometer Durchmesser ist von einer dicken Eisschicht bedeckt. Wahrscheinlich verbirgt sich unter seiner Oberfläche ein Ozean aus flüssigem Salzwasser. Enceladus würde mit einem Ozean die wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung von Leben besitzen. Ebenso fasziniert sind die Astronomen von den Jupitermonden Europa und Ganymed, wo sie unterirdische Ozeane vermuten, die möglicherweise Mikroorganismen beherbergen. Auf dem Nachbarplaneten Mars

gibt es viele Hinweise dafür, dass er in der Frühzeit seiner Entwicklung von offenen Wasserflächen bedeckt war.

Auch das imposante Ringsystem des Planeten Saturn enthält riesige Mengen an Wassereis aus der Frühzeit des Sonnensystems. Die Ringe bestehen aus fast reinem Wassereis von unzähligen Teilchen mit einer Grösse von unter einem Millionstel Meter bis zu mehreren Metern Durchmesser. Astronomen gehen davon aus, dass allein die Saturnringe etwa 20- bis 30-mal so viel Wasser enthalten wie die Menge, die auf der Erde vorhanden ist.

Schmutzige Schneebälle im Weltall

Eine beachtliche Menge von Wasser schwirrt als Kometen durch das Weltall. Kometen werden oft als «schmutzige Schneebälle» bezeichnet. Sie haben einen Kern von mehreren Kilometern Durchmesser, bestehend aus Wassereis, verschiedenen gefrorenen Gasen sowie mineralischen Partikeln und Kohlenstoffverbindungen. Wenn sich ein Komet der Sonne nähert, steigt die Temperatur auf

der Oberfläche des Kometenkerns, und das Eis beginnt zu verdampfen. Die entweichenden Gase reissen dabei grössere und kleinere Staubteilchen mit, wodurch sich eine Gas- und Staubwolke um den Kern bildet. Bei weiterer Annäherung an die Sonne beginnt ein Schweif aus Gas und Staub auszuströmen, der eine Länge von bis zu 100 Millionen Kilometern erreichen kann. Auf Kometenkernen konnten Aminosäuren nachgewiesen werden, die als Bausteine für die Entstehung des Lebens eine wichtige Rolle spielen. Da Kometen riesige Distanzen im Weltall zurücklegen und sich von einem Sonnensystem zum anderen bewegen können, liegt der Schluss nahe, dass Kometen die Bausteine des Lebens auf unseren Planeten gebracht haben könnten. Wie die Erdgeschichte gezeigt hat, kommt den Kometen aber auch eine zerstörerische Bedeutung zu. So könnte ein Kometeneinschlag vor 65 Millionen Jahren ein Massensterben von Lebewesen ausgelöst und unter anderem die Existenz der Dinosaurier beendet haben. u

Föhnsturm am Urnersee.

Im Durchschnitt enthält ein erwachsener Körper

43 Liter Wasser.

92 %

des menschlichen Blutes besteht aus Wasser.

Das Gehirn besteht zu 90 % aus Wasser.

Warum nur die Wasseroberfläche gefriert

Ein Stoff dehnt sich mit zunehmender Temperatur aus oder er zieht sich mit zunehmender Abkühlung zusammen. Beim Wasser ist dies in flüssiger Form am Anfang auch der Fall. Mit zunehmender Abkühlung wird die Sache jedoch komplizierter – der Physiker spricht von einer Dichteanomalie.

D E r Gr U n D für diese Anomalie liegt in der Verkettung der Wassermoleküle über Wasserstoffbrückenbindungen. Dies führt dazu, dass

Wasser im festen Zustand, also Eis, mehr Raum einnimmt, als flüssiges Wasser mit beweglichen Molekülen. Die Bildung zu Eis ist ein fortschreitender Vorgang, der bereits in flüssigem Zustand beginnt. Diese Eigenart des Wassers führt schliesslich dazu, dass bei 4 Grad ein Zustand erreicht wird, bei dem die Wassermoleküle am dichtesten gepackt sind und Wasser die grösste Dichte hat. Sinkt die Temperatur weiter, wird durch die fortschreitende Kristallisation mehr Raum benötigt.

Steigt die Temperatur, brauchen die Moleküle mehr Bewegungsfreiraum, wodurch das Volumen ebenfalls wieder grösser wird. Diese Dichteanomalie des Wassers ist extrem wichtig für das Leben in Gewässern von kalten Klimazonen. Sie führt dazu, dass trotz Eisdecke auf dem Grund eines Sees eine Temperatur von 4 Grad herrscht, was den Lebewesen darin das Überleben sichert. Gäbe es diese Anomalie nicht, würde das kälteste Wasser auf den Grund sinken und schliesslich würde jedes Gewässer bei anhaltender Kälte vom Grund auf nach oben gänzlich zufrieren.

Bruara-Fluss, Island
Oase in der Sahara

6

Good news: Unser Hirn ist formbar

Das Gehirn wird von einschlägigen Fachleuten auch gerne als «Achtsamkeitsmuskel» bezeichnet.

Im sechsten und letzten Teil der Achtsamkeitsserie zeigt Lioba Schneemann, wie wir unser Hirn mit kleinen täglichen Schritten in eine neue Richtung lenken können.

Lioba Schneemann zeigt Menschen, wie sie sich entspannen und achtsamer leben können. Sie gibt Kurse in Liestal und Umgebung. www.schneemannentspannt.ch

RUHIGER GEWORDEN. Wenn Sie die in dieser Serie vorgestellten Übungen – oder andere Meditationen – eine Weile regelmässig geübt haben, werden Sie feststellen: Da oben ist es wahrlich ruhiger geworden. Sie können sich von Herzen dazu gratulieren! Denn Sie sind einen grossen Schritt weitergekommen und – das ist das Wichtigste – Sie haben am eigenen Leib erfahren, dass sich etwas verändert hat. Diese Veränderung manifestiert sich auch in Ihrem Gehirn. Es sieht nun anders aus, neue Nervenbahnen haben sich gebildet, wenn diese auch noch so klein sind. Die Neurowissenschaft weiss: Der Strom unserer Gedanken formt unser Gehirn. Was in unserem Geist passiert, verändert die Struktur und bildet neue neuronale Schaltkreise. Und was in unserem Gehirn passiert, verändert wiederum den Geist, denn Geist und Gehirn sind ein System.

TÄGLICHE PRAXIS. Wenn Achtsamkeitslehrerinnen und -lehrer also erklären,

dass man seinen «Achtsamkeitsmuskel» stärkt, haben sie Recht. Das Gehirn eines achtsamen Menschen sieht anders aus, als das eines gestressten Managers oder einer überforderten Mutter. Neurowissenschaftler haben mit modernen bildgebenden Verfahren herausgefunden, dass sich durch Meditation einige wichtige Areale im Gehirn verändern. So haben langjährig Meditierende, um nur etwas herauszugreifen, mehr graue Substanz (Hirnzellen) im Hippocampus, an der Stelle im Hirn, die für die Emotionssteuerung zuständig ist, und in Gebieten des Hirnstamms, die mit der Regulation der Atmung und des Herz-Kreislauf-Systems beschäftigt sind.

Für viele Skeptiker kann das ein Schritt zur Motivation sein – wenn man versteht, wie man sein Gehirn positiv beein ussen kann. Und dies geht schon mit kleinen alltäglichen Schritten. Das ist eine weitere gute Nachricht. Sie müssen nicht ins Kloster gehen oder stundenlang meditieren. Der Hirnforscher Rick Han-

Text: LIOBA SCHNEEMANN

son schreibt: «Tägliche, kleine positive Massnahmen summieren sich mit der Zeit zu grossen Veränderungen, weil man Schritt für Schritt neue neuronale Strukturen aufbaut.» So wie Wasser den härtesten Stein schleift, bringen mit der Zeit kleine Achtsamkeitsaugenblicke viel. Sie werden bewusster, Sie verändern sich und erleben dadurch mehr Wohlbe nden, Leichtigkeit und Mitgefühl im Alltag und Beruf. Rick Hanson nimmt uns daher in die P icht: «Als Folge der wissenschaftlichen Kenntnisse über Geist und Gehirn haben wir heute viel mehr Möglichkeiten, im täglichen Leben glücklicher und erfolgreicher zu werden.» Was er meint, ist kein «think positiv», sondern schlicht die berechtigte Aufforderung, das ungeheure (und dennoch so minimale) Wissen um unseren Geist und unser Gehirn zu nutzen, um ein glücklicheres Leben zu führen. Ein Versuch ist es allemal wert.

DER BESTE LEHRER. Ganz praktisch kann das so gehen: In einer angespannten Besprechung sich bewusst entspannt hinsetzen und lange ausatmen (zur Aktivierung des beruhigenden Nervensystems) oder sich in einer schlimmen Situation an das gute Gefühl erinnern, mit jemandem zusammen zu sein, der einen liebt; dies wird die unangenehme Situation allmählich mit einem positiven Gefühl durchdringen. Das sagen Hirnfor-

Übung Nr. 6: Das Gute in sich aufnehmen

Schmerzhafte Erfahrungen können durch positive ersetzt werden. So kann man etwa Kindheitsgefühle von Schwachsein durch ein aktuelles Gefühl der Stärke ersetzen. Es geht nicht darum, das Gefühl zu verdrängen, sondern darum, positive Gefühle in sich hervorzurufen und diese zu stärken.

Versuchen Sie dies einmal, besser mehr- mals: Wenn Traurigkeit (oder ein anderes schlechtes Gefühl) aufkommt, versuchen Sie sich in Erinnerung zu rufen, dass Sie von anderen Menschen geliebt werden. Lassen Sie dieses positive Gefühl in sich aufkommen. Machen Sie sich das Gefühl bewusst und lassen Sie es ganz in Ihren Körper einsinken.

Sie können sich dabei beispielsweise sagen: «Ich habe das alles durchgestan- den, und ich bin hier. Andere Menschen lieben mich.» Vielleicht spüren Sie schon bald, wie die emotionale Ladung des Erlebten geringer wird.

scher wie Hanson. Ausprobieren müssen Sie es nun aber selbst. Denn das ganze Wissen im Kopf nützt wenig, wenn man es nicht selbst erfährt.

Wir selbst haben es in der Hand, uns zu verändern. Und damit auch unsere Umgebung, unsere Beziehungen und die Effektivität in der Arbeit. Aber es ist noch weit mehr, wie Rick Hanson feststellt: «Die Förderung der eigenen Entwicklung ist keine eigennützige Sache. Sie ist in Wahrheit ein grosses Geschenk, das man anderen Menschen macht.»

Mit Achtsamkeitsmeditation wird geübt, automatische Reaktionen auf Schmerz, Angst und Trauer zu unterbrechen (keineswegs zu unterdrücken). Alle körperlichen Emp ndungen werden mit einer Haltung des Gleichmuts wahrgenommen und mehr und mehr akzeptiert. Es ist, wie es ist. Dies führt dazu, dass man immer besser seine Aufmerksamkeit steuern und seine Emotionen regulieren kann. ◆

Mit ihrer dichten Behaarung schützt sich die Berg-Anemone gegen Strahlung und Verdunstung. ❞

Blüten an kahlen Hängen

Eine gemütliche Wanderung in Zeneggen über dem Rhonetal verspricht wärmenden Sonnenschein, schöne Ausblicke und erste zarte Frühlingsboten.

Text: SABINE JOST

DIE WÄRMENDE Frühlingssonne lockt nicht nur die Berg-Anemone (Pulsatilla montana), sondern natürlich auch den sonnenhungrigen Wanderer. Von Visp aus bringt einen das Postauto nach Zeneggen. Von der Postautohaltestelle «Klettergarten» geht es etwa hundertfünfzig Meter die Strasse aufwärts, dann biegt man rechts ab.

MIT SCHÖNER AUSSICHT auf die verschneiten Gipfel der Mischabelgruppe führt der Wanderweg zwischen Wald-Föhren den Hang hinauf. Viele der Wald-Föhren sind von FöhrenMisteln bewachsen. Dieser gelblich grüne Strauch kann über fünfzig Jahre alt werden und verliert seine ledrigen Blätter auch im Winter nicht. Oben auf Bäumen führt die Mistel ein spezielles Leben als Halbschmarotzerin. Da sie in den grünlichen Stängeln und Blättern Blattgrün besitzt, kann sie zwar wie die anderen grünen Pflanzen Fotosynthese betreiben und einen Teil ihrer zum Leben notwendigen Energie selber produzieren. Doch ihre Wurzeln sind nicht in Erde verankert, sondern im Holz von bestimmten Baumarten wie Wald-Föhre, Weisstanne oder verschiedenen Laubbäumen. Mit ihren Wurzeln nimmt sie Wasser und darin gelöste Nährstoffe auf. Für ihre Wirtspflanze bleibt entsprechend weniger übrig.

DER GESANG DER MISTELDROSSEL. Trotz dieser Mitesser oder eher «Mittrinker» sterben die von Misteln bewachsenen Bäume normalerweise nicht ab. Misteln würden dadurch nur ihre eigene Lebensgrundlage zerstören. Stark von Misteln bewachsene Bäume können aber unter Wassermangel leiden. Die weisslichen Beeren mit ihrem klebrig-schleimigen Fruchtfleisch werden gerne von Vögeln gefressen. Die Misteldrossel, deren melodiösen Gesang man auf dieser Wanderung hören kann, hat sogar den passenden Namen. Um den Schnabel von den klebrigen Beerenresten zu säubern, streifen ihn die Vögel an Baumzweigen ab oder die unverdaulichen Samen gelangen mit dem Kot auf die Bäume. So werden die Mistelsamen verbreitet. Sobald die Samen keimen, treiben die Keimlinge Wurzeln ins Holz und dringen zu den Leitbahnen des Wirtsbaums vor. An den Zweigenden der Misteln sitzen sich immer zwei Blätter gegenüber. Diese Blätter fallen jedes Jahr ab, wenn eine neue Verzweigung gebildet wird. Um das Alter eines Mistelzweigs herauszufinden, braucht man also nur die Verzweigungsstellen zu zählen.

IN DEN TROCKENWIESEN von Zeneggen blühen Felsenkirschen und wilde Süsskirschen. Bei den Berberitzen spriessen die ersten Blätter, und bereits gaukeln Aurorafalter und Kleiner Fuchs umher. Ab und zu liegt Hirschkot am Weg, Ansammlungen von dunklen, etwas eingedrückten oder zugespitzten Bohnen. Entlang des Wegs wachsen auch Sefisträucher und Wacholderbüsche, die bei Sonnenschein aromatisch duften. Im Gegensatz zu den thujaähnlichen, stumpfen Blättern des sehr giftigen Sefistrauchs sind die nadligen Blätter des Wacholders stachlig und auf der Oberseite von einem Wachsstreifen bereift. Am Boden sieht man die weiss behaarten, fleischigen Blätter der SpinnwebHauswurz und die kahlen der Dach-Hauswurz. Noch dauert es einige Wochen, bis bei beiden Arten ihre rötlichen, attraktiven Blüten erscheinen. Die Anordnung und Anzahl ihrer Blätter entspricht wie bei Tannzapfen oder dem Blütenboden einer Sonnenblume dem Fibonacci-Prinzip. Dieses mathematische System, das eine unendliche Folge von Zahlen darstellt, bei der die Summe zweier benachbarter Zahlen die unmittelbar folgende Zahl ergibt (1, 1, 2, 3, 5), kennt auch die Natur.

ERSTE BERG-ANEMONEN. Einige Höhenmeter weiter oben erreicht man wieder die Strasse. Nach wenigen Metern auf der Strasse biegt man rechts ab und folgt dem Schild «Tennisplatz/ Albenwald». Einem Strässchen folgt man nochmals rechts und nach wenigen Schritten links den Hang hinauf, bis ein kleiner Pfad nach rechts zum Trockenhang führt. Auf den noch braunen, vom Schmelzwasser feuchten Wiesen blühen erste Berg-Anemonen. Ihre dichte Behaarung hat nichts mit einem wärmenden Pelz zu tun, sondern schützt gegen Strahlung und Verdunstung. Grössere Blüten duften leicht süsslich und werden von Bienen und Hummeln angeflogen. In den Trockenrasen zwischen den runden Flecken der Sefisträucher wächst zusätzlich Samtiger HallerSpitzkiel mit seidig behaarten Blättern und violett-blauen Blüten. Eine der wenigen anderen blühenden Arten ist Stängelloser Tragant mit fast stängellosen gelben Blüten, die zwischen den behaarten Blättern dicht am Boden wachsen.

KELTEN BAUTEN WEIN AN. Beim Aussichtspunkt mit einer Bank hat man einen schönen Blick auf den Trockenhang, der von einem Mosaik aus Trockenrasen und den immergrünen Sefisträuchern und Wacholderbüschen bewachsen ist. Auf der gegenüberliegenden Talseite liegen Visperterminen und die Wein-

❞ Im Frühling gehören Weiden zu den ersten Nahrungsquellen für Bienen. ❞

Berg-Anemonen im Wallis

AUSGANGSPUNKT

Zug bis Visp, mit Postauto bis Zeneggen Klettergarten.

ENDPUNKT

Mit dem Postauto ab Zeneggen Kirche nach Visp.

SCHWIERIGKEIT

T1

WANDERZEIT

2 ¾ Stunden

HÖHENDIFFERENZ

330 m Aufstieg 160 m Abstieg

KARTEN

Landeskarte 1: 25 000, 1288 Raron

Wanderkarte 1: 50 000, 274 T Visp

EINKEHREN / ÜBERNACHTEN

Hotel Alpenblick in Zeneggen

Telefon 027 948 09 90 www.alpenblick zeneggen.ch

04_AT_BW_Pulsatilla_Visp.ai

VARIANTEN

Mit dem Postauto bis Zenstadlen fahren und dort die Wanderung beginnen. Zeitersparnis: 20 Minuten.

Zu Fuss von Visp bis Haltestelle Klettergarten:

550 m Aufstieg, 1¾ Stunden, T2, stellenweise steiler, etwas ausgesetzter, schmaler Pfad.

Besuch der Kapelle bei Biel ob Zeneggen:

80 m Auf- und Abstieg, 30 Minuten.

INFORMATIONEN

Zeneggen Tourismus

Telefon 027 946 89 49 www.zeneggen.ch

Visp Tourismus

Telefon 027 946 18 18 www.vispinfo.ch

berge, wo in Terrassen bis auf 1150 Meter über Meer hinauf die Trauben reifen. Die Weinberge von Visperterminen zählen damit zu den höchstgelegenen in Europa. Nur in Spanien gibt es ähnlich hoch gelegene Weinberge. In Visperterminen reifen die Trauben in dieser Höhe dank der Südlage des Hangs, dem Föhneinfluss und den grossflächigen Trockensteinmauern, die im Herbst wie eine Wärmekammer wirken. Dieses Weinanbaugebiet mitten in den Bergen ist keine touristische Idee. Archäologische Funde belegen, dass bereits die Kelten in Visperterminen Wein anbauten. Auf etwa 42 Hektaren wachsen Trauben der Sorte Savagnin, auch Traminer genannt. Aus ihnen wird der Weisswein Heida gekeltert. Dieser würzige Weisswein wird gerne als «Perle der Alpenweine» bezeichnet. Visperterminen nennt sich nach diesem berühmten Wein auch Heidadorf.

AUF EINEM KLEINEN PFAD quert man nach rechts über Ze Bifigu die locker mit Bäumen und Büschen bestandenen Weiden, auf denen die Berg-Anemonen zahlreich blühen. Im Eggwald findet man neben blauen auch weisse Leberblümchen. Um den Aussichtspunkt Tschuggen herum wachsen auf der schattigen Nordseite Weisstannen mit silbergrauen Stämmen. Vom Rhonetal herauf schallt Verkehrs- und Baulärm. Auf einem kleinen Pfad, der durch Jungwuchs und vorbei an Teppichen von immergrünen Preiselbeeren führt, durchquert man Waldabschnitte mit wechselnden Anteilen von Wald-Föhren, Lärchen und Fichten. In den Baumkronen singen und rufen Hauben-, Tannenmeisen und Gimpel. Auf den braunen Wiesen blühen Hunderte von zierlichen Berg-Anemonen, dazwischen breiten sich FrühlingsKrokusse aus mit mehrheitlich weissen und wenigen violetten Blüten. Auf einem von Wildrosen und Berberitzenbüschen gesäumten Strässchen wandert man zurück Richtung Eggwald und Alt Zeneggen.

AB UND ZU sieht man den noch blattlosen Echten Seidelbast mit dicht stehenden rosa Blüten. Seinen Duft empfindet man zuerst als angenehm, wenn man aber zu lange daran riecht, wirkt der Duft eher abstossend. An den blühenden Kätzchen der Grau-Weide summen zahlreiche Bienen. Im Frühling gehören Weiden zu den ersten Nahrungsquellen für Bienen. Auf einem Strässchen durch Weiden mit vielen Berg-Anemonen wandert man Richtung Alt Zeneggen. Man kann auf direktem Weg Zeneggen ansteuern oder bei einem blauen Wegweiser zu einem Dorfrundgang durch den kleinen Weiler Alt Zeneggen abbiegen. Rechts oben auf dem bewaldeten Chastel wurden Überreste einer Siedlung aus der Bronzezeit entdeckt. Im Wallis ist dies der einzige Fundort aus der Zeit um etwa 1250 vor Christus. Aufgrund von Knochenfunden wird vermutet, dass die Bewohner von der Viehzucht gelebt haben. Fundgegenstände wie Keramik, Dolch- und Messerklingen werden im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich aufbewahrt. u

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Wettbewerbsfrage

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03-2015

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Was ist dort oben?

Menschen beschäftigen sich seit jeher mit dem Universum. Je nach Kultur, Zeit und Religion wurde jedoch ganz Unterschiedliches in den Kosmos hineinspekuliert. Eine Ausstellung in Zürich zeigt die vielfältigen Auslegungen, Interpretationen und künstlerischen Darstellungen.

Text: HANS KELLER

MILLIARDEN VON MENSCHEN schauen seit Urzeiten zum Firmament empor und fragen sich, was dort oben eigentlich los ist. Mutmassungen, welche die einzelnen Kulturen und Rassen in den Kosmos hineinspekulieren, hängen von der geografischen Situation, der Herkunft und den sozialen Strukturen der jeweiligen Völker ab. Indogermanische Mythen unterscheiden sich von der Sicht der Chinesen oder jener des Islam deutlich. Allen Kulturen ist jedoch der Drang eigen, die Spekulationen bildlich darzustellen, was die Ausstellung «Kosmos – Rätsel der Menschheit» im Zürcher Museum Rietberg eindrücklich dokumentiert. Der indische Jainismus etwa kennt drei Welten und ein NichtUniversum. Die drei Welten werden, wie das ein farbiger «Kosmischer Mensch» zeigt, anhand eines Körpers symbolisiert: Eine Welt verkörpert der Beinbereich, eine zweite der Bauch und die dritte Schultern und Kopf. Diese Projektion auf Mensch, Tier oder Pflanzen ist ein indogermanisches Charakteristikum; es findet sich zum Beispiel eine Parallele weit weg von Indien bei den Germanen, deren Weltesche Yggdrasil den Fuss, Körper und Kopf des Universums darstellt. Sogar die Sonne, so zeigt es ein Kultobjekt, kreist um den zentralen Baum.

HIMMELSERSCHEINUNGEN ALS LEITBILDER. Ganz anders die Chinesen. Deren kosmische Vorstellungen fussten bereits um 1300 vor Christus auf genauer Himmelsbeobachtung. Himmelserscheinungen wertete man als Anweisungen für das Verhalten der Menschen. Ganze Dynastien wurden aufgrund besonderer Ereignisse am Firmament gestürzt. Eine be-

sonders schöne Darstellung zu diesem «Mandat des Himmels» zeigt in der Ausstellung einen Herrscher, der im Grossen Wagen dahinfährt. Wesentlich nüchterner ging man im Islam mit der Astronomie um. Es wurde berechnet und gemessen. Die Himmelssicht der Araber basierte auf dem Wissen der Griechen und dieses war über Indien zum Islam gekommen.

MORALISCHE INSTANZ. Der Himmel diente vielen Völkern als Sitz der Götter und als moralische Instanz. Strafgerichte wie etwa Sintfluten kennt man aus Mesopotamien, und von dort floss die Regenkatastrophe in die Bibel. Kopernikus (1473 – 1543), der erkannte, dass die Erde als Kugel um die Sonne kreist und nicht umgekehrt, krempelte dann alles um. Das Ego des Menschen schrumpfte erheblich angesichts der Tatsache, dass er plötzlich nicht mehr im Zentrum des Universums stand und es ausserhalb der Erde Millionen von Galaxien gibt. Woher der Anstoss zu all diesen Phänomenen kommt, ist und bleibt schleierhaft. u

✪ UNSER TIPP

Kosmos – Rätsel der Menschheit

Ausstellung im Museum Rietberg, Zürich Bis 31. Mai 2015. Tel. 044 415 31 31 www.rietberg.ch

Leserbriefe

Tut gut «natürlich» 02-15

a, in der Tat: Badekuren tun Körper und Geist gut. Doch das Problem ist, dass man sich das als Normalverdiener gar nicht leisten kann. Selbst wenn eine solche Kur vom Arzt als Rehabilitation verordnet wird, sitzt man auf der Rechnung durch die Unterkunft und das Essen. Der Beitrag einer allfälligen Zusatzversicherung ist bei solch meist luxuriösen Einrichtungen ein Witz. Die Aussage des Arztes, dass man zur Vorbeugung Badekuren machen soll, muss als zynisch bezeichnet werden: Eine solche Kur kann nur machen, wer über wirklich viel Geld verfügt. Nur schon die Unterkunft im günstigsten Zimmer kostet für zwei Wochen schon beinahe 5500 Franken. Gegessen hat man da noch nicht. Allfällige Therapien kommen auch noch dazu. Ein grosser Teil der «natürlich»-Leserschaft wird sich so etwas wohl nicht leisten können.

Sebastian Schmid, Renens

Briefe an «natürlich»

Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik sind willkommen. Die Leserbriefe müssen mit der vollständigen Adresse versehen sein. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. Schicken Sie Ihren Brief per E-Mail, Post oder Fax an: leserbriefe@natuerlich-online.ch oder: «natürlich», Leserbriefe, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau, Fax 058 200 56 51

Vitamin C

«natürlich» 02-15

Z um Bericht über Vitamin C und das Immunsystem von Sabine Hurni habe ich zwei Anmerkungen. Erstens fehlen für mich als Ernährungsberaterin und Wildkräuterfrau die leckeren Wildkräuter als wertvolle Vitamin-C-Quelle. Im Winter gibt es an milden Orten auch Vogelmiere, und je nach Winter und Ort findet man draussen auch andere essbare Wildkräuter.

Erica Bänziger, per Mail

Frisch verliebt

«natürlich» 02-15

Es scheint mir, dass alle Sexologen und sonstigen Therapeuten, die in den Medien zu Wort kommen, sich vor einem ganz bestimmten Tabuthema scheuen. Männer, die eine Prostataoperation hinter sich haben, sind zwar noch zu grosser Zärtlichkeit fähig, aber einen Liebesakt können sie meistens nicht mehr vollziehen. Es wird dann auch noch schlimmer, wenn die betroffenen Männer Witwer werden. Aus Angst vor unerfüllbaren Erwartungen, denen sie nach der OP häufig nicht mehr gerecht werden können, verstecken sie sich oder weichen sogar Begegnungen aus. Selbst unter Männern wird dieses Thema nicht diskutiert, um nicht als Schwächling dastehen zu müssen. Schade, dass das und das Schweigen um dieses Thema viele Männer seelisch schwer belastet, ohne dass über Auswege geredet wird. U. C., per Mail

Mythos Milch

«natürlich» 11 und 12-14

I mmer wieder lese ich gerne in Ihrer Zeitschrift und finde sie super. Mein Partner besitzt in Adelboden ein Ferienhaus, daher sind wir öfters an diesem friedlichen Ort. Vor Kurzem führte ich mit dem benachbarten Milchbauer ein Gespräch. Ich sprach ihn auf seine behornten Kühe an und teilte ihm mit, dass bei uns im Unterland diese Milch mehr koste, in Spezialgeschäften und in Bioläden erhältlich sei, und dass sie speziell gehandelt werde. «Ach ja?», war seine Antwort. Er wusste das nicht und hatte noch nie davon gehört. Ich sagte ihm, dass ich seine HornkuhHaltung befürworte und super fände! Er solle sich doch schlau machen und ich werde ihm die «natürlich»-Hefte zukommen lassen. Nun habe ich auch noch die Unterschriftenliste für die Hornkuh-Initiative bestellt. Die werde ich ihm gleich mitschicken und selber auch aktiv Unterschriften sammeln. Ich wünsche mir für alle behornten Tiere, dass sich diese Initiative durchsetzen kann.

Lisa Monica Graf, per Mail

Agenda

Seminare

Ein Kurs in Lebensmeisterung

Modul 2: Dein Körper ist ein perfektes Kraftwerk. Erkenne die Botschaften deines Körpers. 28./29. 3.

Adele Eichelberger Tel. 071 385 02 38 www.adele-eichelberger.ch

DETOX mit Yoga und Ayurveda 21. 3., Yogaschule Malters, Malters

Benny Wirz

Tel. 041 495 24 20 wirzbenny@hotmail.com www.klang-yoga.ch

Singe, was ist –Einführung ins Voicing 25. 4. in St. Gallen

StimmRäume, Bea Mantel Tel. 079 208 9 802 www.stimmraeume.ch

Erlebnisabend Jenseitskontakte

27. 3., 19.30 Uhr, Richterswil Cristina Teot Tel. 079 506 28 08 www.cristinateot.ch

BICOM Bioresonanz –Eine schnelle, genaue Diagnose und wirksame Therapien bei Allergien und chronischen Erkrankungen 27./28. 3., Stansstad 19./20. 6., Stansstad 23./24. 10., Meggen Tel. 041 854 30 90 www.regumed.ch

Hypertonie und HerzKreislaufbeschwerden Homöopathie-Seminar 21.–22. 3. in Solothurn www.artis-seminare.ch

2-Tages-Soul-Voice-Workshop Ihre ureigene Stimme im Leben finden! 14./15. 3., Zentrum der Einheit, Schweibenalp www.miriamhelle.ch

Präsenz in Zeiten der Wandlung 24.–26. 4., im Mattli, Morschach

Lilo Schwarz, dipl. Arbeitspsychologin / Coach FH Tel. 041 410 43 82 www.liloschwarz-seminare.ch

Der Weg ins Licht 6-Tages-Intensivseminar 14./15. und 26.– 29. 3. in St. Gallen Naturheilpraxis Joy of Heart

Xira Zehnder Tel. 078 785 75 06 www.xira-elements.com

Kraft der Jahreszeiten Heissen wir sie gemeinsam willkommen! Jahreskreis in der Jurte 22. 3., Egerten bei Kandern / Deutschland

yvonne.wengenroth@gmx.de www.maerchen-garten.ch

Marionetten,Tischmarionetten und Stabfiguren

Bau und Spiel 19. 4.–25. 4., 9–16 Uhr, Zürich

Tel. 079 237 85 12 e.bleisch@bluewin.ch

Erneuern Sie Ihre Gemeinde Fachkurs zur Förderung der Energiewende 7. 3., Bildungszentrum WWF, Bern

Fasten, Wandern und Kräuter

Meditative Fastenferien –ein Weg zum Neubeginn

28. 3.–4. 4., 4.–11. 4., 11.–18. 4., 25. 4.–2. 5. Wellnesshotel Höri am Bodensee, Essenz-Institut

Tel. 052 741 46 00 www.fasten.ch

Fasten – Wandern – Wellness 7.–14. 3. und 15.–22. 3., Cademario TI, Hotel & Spa Cademario 4.–11. 4. und 26. 4.–3. 5., Flüeli-Ranft OW, Hotel Paxmontana

Ida Hofstetter, Männedorf

Tel. 044 921 18 09 www.fasten-wandern-wellness.ch

Yoga- und Fastenreinigungswoche

22.–29. 3., Casa Santo Stefano, Miglieglia

Tel. 091 609 19 35 www.casa-santo-stefano.ch

Bärlauch und Kameraden Exkursion

12.4., 13.30 Uhr, Landhaus Schönau in Stein

Frühlingsgrün im Glas und auf dem Teller Kochkurs

25. 4., 13 Uhr, Grünzeug in Eiken

Sammeln+Prospekt verlangen, 056 4442222

BEA-Verlag, 5200 Brugg 056 444 22 22, bea-verlag.ch

Tel. 031 312 12 62 www.wwf.ch/gemeindeenergie

BEA-Verlag 5200 Brugg 056 444 22 22 bea-verlag.ch

Achtsamkeit

Wenn wir etwas achtsam tun, dann tun wir es gut. 14. 4., Biglen

Triple-A-Team

Tel. 031 792 14 14 www.tripelateam.ch

Mitten im Frühling, 5-Gang-Menü 17. 5., 13 Uhr, Grünzeug in Eiken

Infos und Anmeldung: Grünzeug Bianca Zogg, Eiken Tel. 079 709 51 45 www.gruenzeug.bz

Kräuter-Spaziergang Goldau

27. 4., Bahnhofkiosk Goldau 14.15–16.30 Uhr www.heilpflanzenfrau.ch

Pure Erholung im Casa Santo Stefano in Miglieglia.

Ausbildung

Beratungskompetenz bildhaft mit Tarot 27.–29. 3., Luzern

Lilo Schwarz dipl. Arbeitspsychologin/Coach FH Tel. 041 410 43 82 www.liloschwarz-seminare.ch

Infoabend Integrative Körperpsychotherapie IBP und Integratives Coaching IBP 5. 3., 19.15–21.15 Uhr, Psychotherapeutische Praxisgemeinschaft, Bern Infoabend Sexualtherapie und Sexualberatung

6. 3., 19.30–20.45 Uhr, IBP Institut, Winterthur Tel. 052 212 34 30 www.ibp-institut.ch

Diplomlehrgang «kabbalistischer Tarot» Beginn 21./22. 3., Zürich www.tarotwelt.jimdo.com

Dipl. Körperzentrierte Psychologische Beratung / Psychotherapie IKP 17. 3., Zürich 18.30–20.30 Uhr

Dipl. Ernährungs- / Psychologische Beratung IKP 14. 4., Zürich 18.30–20.30 Uhr IKO, Zürich

Tel. 044 242 29 30 www.ikp-thearpien.com

Weitere Veranstaltungen finden Sie auf

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36. Jahrgang. ISSN 2234-9103

Erscheint monatlich. Doppelnummern: Dezember/Januar und Juli/August www.natuerlich-online.ch

Leserzahlen: 138 000 (MACH Basic 2014-2)

Auflage: 22 000 Exemplare, verkaufte Auflage 18 406 Exemplare (Verlagsangaben).

Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch

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Redaktion «natürlich»

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Tertia Hager, Sabine Hurni (Leserberatung)

Autoren

Tommy Dätwyler, Christine Fürst, Susanne Hochuli, Sabine Jost, Hans Keller, Andreas Krebs, Lioba Schneemann, Vera Sohmer, Remo Vetter, Andreas Walker

Layout/Produktion

Rahel Blaser, Lina Hodel, Renata Brogioli, Fredi Frank

Copyright Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material. Die Wiedergabe von Artikeln und Bildern ist nur mit ausdrücklicher

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Verkaufsleiterin

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1-Jahres-Abonnement Fr. 84.–2-Jahres-Abonnement Fr. 148.– inkl. MwSt. Druck

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Das erwartet Sie im «natürlich» April

Vergesslichkeit

Viele Frauen haben während der Wechseljahre das Gefühl, dass ihr Hirn nicht mehr so richtig mitmacht. Was steckt dahinter? Und was hilft bei Vergesslichkeit?

Zigeuner

Die Autorin Eva Rosenfelder geht dem Urkon ikt zwischen sesshaftem und fahrendem Sein nach. Eine Geschichte über Projektionen, Sehnsucht, Ablehnung und Unverständnis.

Ferienzeit

Fokusthema «Reisen»: Wie reisen wir? Was bringen Klimakompensationen? Wo ist es in der Schweiz besonders schön? Wie bleiben wir gesund in den Ferien?

Stress

Die Taigawurzel ist so etwas wie eine p anzliche Ritterrüstung gegen Stress. Wie die P anze hilft, Müdigkeit und Erschöpfung aus dem Alltag zu vertreiben.

«natürlich» 04-2015 erscheint am 26. März 2015

Kontakt /Aboservice: Telefon 058 200 55 62 oder abo@natuerlich-online.ch, www.natuerlich-online.ch

Serien schauen

Wie heilsam das Eintauchen ins Leben anderer sein kann, hat Susanne Hochuli eben erst entdeckt –und auch, dass ihr Alltag gar nicht so schwierig ist.

Nun, ich gebe es gerne zu: Gewisse Dinge gehen bei mir einfach lang. Länger, viel länger als bei anderen Menschen. Ich musste zum Beispiel fast auf den Tag genau 49 Jahre und vier Monate alt werden, um zu merken, wie hilfreich Serien sein können. Wie sehr sie uns unterstützen, mit unserem Leben fertigzuwerden; es wenigstens ein bisschen zur Seite schieben zu können oder einmal die Perspektive zu wechseln und unser Sein von einem Standpunkt aus zu betrachten, der uns ohne diese Fernsehserien gar nie vergönnt worden wäre. Davon aber später mehr. Meine Tochter war viel schneller als ich und hat das Potenzial der Serien zu einem Zeitpunkt im Leben entdeckt, an dem man noch viel mehr Zeit hat, sich mit anderen Leben zu beschäftigen. Und dies auch tun muss, um sich selber erfinden und das eigene Leben kreativ gestalten zu können. Dank Serien wird man mit Leben konfrontiert, die sich Serien-Abstinenten nie erschliessen werden. «Gut», werden Sie mir nun sagen, «dafür gibt es auch Romane.» «Stimmt», sage ich Ihnen, «aber es ist nicht dasselbe.» Sie werden mir zustimmen, dass dieser Prozess des LebenErfindens, kurz vor dem fünfzigsten Lebensjahr, also nach dem Überschreiten der Lebensmitte, bei mir ein wenig spät kommt. Aber immerhin, er ist gekommen. Und zwar massiv, da ich infolge bisheriger Serien-Abstinenz keine Widerstandskräfte gegen diese Sucht aufbauen konnte.

Susanne Hochuli, erste grüne Regierungsrätin im Aargau, ist Mutter einer 19-jährigen Tochter und wohnt mit ihr, Hund und Pferden auf ihrem Bauernhof in Reitnau.

So versuche ich nun im neuen Jahr beim Bewirtschaften meiner vorgegebenen Termine, krampfhaft nicht nur die Schlafenszeit in die Agenda hineinzuquetschen, sondern auch eine Lücke zu finden, um in die Welt des englischen Hochadels in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts eintauchen zu können. Ich meine, am besten wäre es, es liesse sich nicht nur eine, sondern zwei oder noch besser drei Lücken pro Woche finden. Aber natürlich erst, wenn alle Akten gelesen, die Sitzungen er- und verarbeitet, die sozialen Kontakte gepflegt, die Haushaltsarbeiten erledigt sind und mich ob all dem Tun der Schlaf noch nicht überwältigt hat. Diese Lücken sind selten.

Dann aber, wenn ich mich in einer solchen Lücke wiedefinde, sauge ich auf, was im Herrschaftshaus von «Downton Abbey» zwischen Lord- und Ladyship passiert, verfolge mit Freuden, welche Fallen sich die Dienstboten stellen, beweine jene, die von der Spanischen Grippe weggerafft werden und dadurch nicht mehr im Weg stehen bei amourösen Verbandelungen, und bewundere, wie sowohl Grossmutter als auch Enkelinnen das Nichtstun mit intriganten Gedanken totzuschlagen pflegen, sofern sie von den Bediensteten nicht gerade umgekleidet oder mit einem Cocktail im Garten verwöhnt werden. Oder sich der Lust der Jagd hingeben.

Und bei all dem wird mir ganz leicht ums Herz, weil mein reales Leben gar nicht so schwierig ist, wie ich manchmal meine. Und weil ich mich nach dem Serien Schauen beim Mich-neu-Erfinden immer wieder so erfinde, wie ich schon bin. Es ist nie zu spät, etwas Neues anzufangen. Schieben Sie das Serien-Schauen also nicht vor sich her. Packen Sie es an!

FIT for LIFE – das Schweizer Magazin für Fitness, Lauf- und Ausdauersport.

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. . . weiss ich, dass es zum Laufen nicht nur die Beine braucht.

Stefan, 49, Läufer und Fitnesssportler, FIT for LIFE-Leser seit drei Jahren

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Ja, ich bestelle mit Rechnung zur portofreien Lieferung:

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Expl. Das Mixer-Kochbuch, Fr.26.90

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Pam Corbin Einmachen

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