2015_05

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Das Magazin für ganzheitliches Leben

natürlich

SAUBERE SACHE

ÖKOLOGISCHE

KLEIDERPFLEGE 20

Fokus Mode

Nachhaltigkeit ist Trumpf 10

Gesundes Haar

Naturcoiffeure sind im Trend 42

O TANNENBAUM

Gestärkt mit Föhre, Fichte und Tanne 38

Für umweltbewusstes Saubermachen.

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Liebe Leserin, lieber Leser

An Mode kommt niemand vorbei. Egal, ob wir uns für sie interessieren oder sie bewusst ignorieren – früher oder später schaut jede und jeder von uns in den Spiegel und prüft, ob das Outfit passt. Kleider sind nicht einfach nur Schutz, sie geben uns eine Identität und sie positionieren uns innerhalb der Gesellschaft. So platt es auch tönt: Kleider machen Leute … … und Leute machen Kleider, vor allem in Asien, aber auch in Südeuropa – zu oft miserablen Bedingungen. Jedes Mal, wenn wir in einer der sich weltweit breitmachenden Billigladen-Ketten einkaufen, mögen wir zwar ein Schnäppchen machen, aber wir stützen damit ein Wirtschaftssystem, das nur dank Ausbeutung funktioniert und sich um Umweltanliegen foutiert, auch wenn uns die Werbung ein anderes Märchen erzählt. Zum Glück geht es auch anders, wie Sie in diesem «natürlich» lesen können. Es gibt verantwortungsbewusste Konsumentinnen und Konsumenten. Und es gibt ebensolche Anbieter, grosse und kleine, denen Menschen und Umwelt tatsächlich wichtig sind. Das modische Einzelstück ist dort zwar deutlich teurer als in der Ramschboutique, dafür hat man aber auch viel länger Freude daran. Nachhaltiger kann man kaum modisch sein.

Fokus Mode

8 Besser einkaufen

Nachhaltige Einkaufstipps

Wissen, woher das T-Shirt kommt

9 Ausstellung

Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg beschäftigt sich mit dem Thema «Fast Fashion»

10 Wegwerfmode

Unser Kleiderverbrauch ist so gross wie nie zuvor. Jetzt braucht es einen Richtungswechsel

14 Glossar Textillabels

16 Faire Löhne

Selbst in Europa haben Textilarbeiter keinen existenzsichernden Lohn

20 Richtig gepflegt

Tipps für mehr Ökologie beim Kleiderwaschen

22 Kreativ und selbstbewusst

Zwei Schweizer Designerinnen im Porträt

28 Bücher, Apps und Links

Gesundheit

32 Wadenkrämpfe im Sommer 33 Zwiebel gegen Insektenstiche 34

Allergisch: In Textilien steckt viel Chemie 38 Erste Hilfe aus der Natur: Tannenschösslinge machen munter

40 Sabine Hurni beantwortet Leserfragen

42 Tut gut: ein Haarschnitt beim Naturcoiffeur

Leben

46

So vertritt man seine Position überzeugend

47 Auf Wohnungssuche: der Spatz 48 Wie Farben Stimmungen und die Umwelt beeinflussen

52 Farben und ihre Bedeutung

54 Remo Vetter ist entzückt, wenn alles spriesst

58 Wandern frühmorgens im Alpsteingebiet

Carte Blanche

Auf zu neuen Ufern

Bequem sieht das nicht aus. Wie lange das Fotomodel wohl in dieser anstrengenden Position ausharren musste? Was ging ihr damals vor rund 100 Jahren durch den Kopf? Ihr Blick zielt in die Ferne. Fast sehnsüchtig, wie es scheint. Oder ist es nur die Konzentration, die ihr diesen Ausdruck in die Augen zaubert? Wir wissen es nicht. Aber wir wissen: Die Badesaison steht vor der Tür und um gut auszusehen, nehmen viele – einst wie heute – durchaus etwas Pein in Kauf.

Extrem

Ein T-Shirt reist von der Produktion bis zur endgültigen Ausmusterung im Schnitt 2,5-mal um die Welt.

Quelle: WWF

Besser einkaufen

Kleider aus biologisch angebauter und fair gehandelter Baumwolle bevorzugen. Interessant sind auch Textilien aus Hanf oder Leinen.

Kleider und Accessoires aus rezykliertem Materialen kaufen.

Kleider icken (lassen) statt wegwerfen. Secondhandkleider kaufen. Diese gelten im Zeitalter der Sharing Economy längst nicht mehr als muf g, sondern als «preloved», was so viel bedeutet wie «dieses gute Stück wurde bereits von seinem vorherigen Träger geliebt».

Kleider tauschen: Auf sogenannten «Fashion swap parties» eigene Kleider gegen Stücke von anderen tauschen. krea

Als

Modedesignerin geht es nicht nur um schöne Kleider, man sollte auch eine klare Aussage haben. Es ist wichtig, etwas nachhaltiger zu denken und verantwortungsbewusster zu sein.

Die britische Modedesignerin Stella McCartney, Tochter von Ex-Beatle Paul McCartney, ist Veganerin, verwendet weder Pelz noch Leder und produziert mit fair hergestellten Stoffen.

Gar nicht schmuck

Was bei den Textilien gilt, zählt leider auch beim Schmuck: Gold- und Silberminen sind alles andere als umweltverträglich und die Arbeiter schuften unter miserabelsten Bedingungen für Hungerlöhne. Am sinnvollsten ist es deshalb, aus alten Schmuckstücken neue machen zu lassen und beim Kauf von Goldschmuck nach rezykliertem Gold und nach Zerti katen wie «Green Gold», «Fairtrade Gold» oder «Responsible Jewellery Council» zu fragen. Letztes Jahr lancierte auch Max Havelaar Fairtrade-Gold (eine Liste mit Geschäften, die Schmuck aus Fairtrade-Gold verkaufen, ndet man auf www.maxhavelaar.ch ). Schon länger bieten zwei Berner Goldschmiede fairen Schmuck an: Jörg Eggimann in Bern (www.eggimann-goldschmied.ch ) und Peter Hablützel in Interlaken (www.pierresuisse.ch ).

Die Schattenseite der Mode

Die Ausstellung «Fast Fashion» in Hamburg beleuchtet das magische Dreieck von Konsum, Ökonomie und Ökologie in der Modebranche. Sie geht Zukunftsvisionen nach, erklärt neue Technologien und Materialen, blickt hinter die Kulissen der ganzen Produktionskette – von der Fabrik in Bangladesch über die Designateliers und Laufstege in Paris bis in die Umkleidekabine des Warenhauses. Fachleute aus den verschiedensten Bereichen erläutern die ökologischen, ökonomischen, sozialen, ethischen und gestalterischen Aspekte der Modewelt. Der Schwerpunkt «Mangel & Überfluss» zeigt zum Beispiel, wie aus Altkleidern Notdecken für die indische Bevölkerung gemacht werden oder was auf den Altkleidermärkten in Afrika passiert. Und bei «Chemikalien & ökologischer Fussabdruck» hängen Kleider mit einem chemischen Steckbrief – bis zu 7000 Chemikalien werden entlang der textilen Produktionskette eingesetzt. Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Hamburg. Bis 20. September 2015. www.fastfashion-dieausstellung.de

FAST FASHION

Kaufen, tragen, wegwerfen:

Unsere Kleider haben keinen Wert mehr. Eine Suche nach Nachhaltigkeit und neuen Rohstoffen in der Textilbranche.

Text: GUNDULA MADELEINE TEGTMEYER

WENN ES DARUM GEHT, die vermeintlichen Bedürfnisse der Konsumenten zu befriedigen, hat die Textilbranche die Nase weit vorn. Immer schneller dreht sich das Modekarussell. Was heute trendy ist, ist morgen schon wieder out. Massenbekleidungsketten wie H&M und Zara bringen jährlich 12 und mehr Kollektionen auf den Markt: Heute tragen, morgen wegwerfen. Fast Fashion heisst das in der Fachwelt. Die Modetrends, die an den grossen internationalen Modeschauen in Paris, Mailand, London und New York präsentiert werden, sind bereits zwei Wochen später in den Läden von Zara & Co. zu kaufen. Die Begehrlichkeiten des Kunden werden ständig neu angekurbelt. Dass diese Massen von Textilen sich kaum mit der Nachhaltigkeits-Idee verknüpfen lassen, ist offensichtlich. Um ihren Kunden das Gefühl zu geben, nicht einfach kopflos zu konsumieren, sondern gar etwas für die Umwelt zu tun, haben sich die Werbestrategen des schwedischen Modekonzerns H&M vor einiger Zeit etwas Neues einfallen lassen: Der Moderiese nimmt getragene Kleider zurück und führt sie dem Recycling zu. Der Kunde bekommt für jeden abgegebenen Sack einen Einkaufsgutschein. «Diese vordergründig gute Absicht verfolgt ein klares Ziel, nämlich Verkaufsförderung», sagt Christa Luginbühl von der «Erklärung von Bern». «Der Konsum wird durch diese Aktion angekurbelt; globaler Überkonsum bedeutet grossen Preisdruck, den vor allem die Näherinnen zu spüren bekommen», so die Koordinatorin der Kampagne «Saubere Kleidung».

BEWUSSTER GENUSS. Als Reaktion auf die Flut schnelllebiger Massenware der Fast Fashion entstand die Bewegung Slow Fashion. In Anlehnung an die Slow Food-Bewegung steht diese für Entschleunigung in der Modebranche. Geprägt wurde der Begriff von Kate Fletcher, Forscherin am Centre for Sustai -

nable Fashion (CSF), dem Zentrum für nachhaltige Mode am Londoner Mode College. Die britische Modedesignerin formulierte 2007 in ihrem Slow Fashion-Manifest die Gebote «reduce, reuse, recycle», also reduziere, verwende wieder, verwerte wieder. Ziel des Instituts ist die Förderung der Nachhaltigkeit in der Textilbranche. CSF ist international mit Forschern und Experten auf diesem Gebiet vernetzt und bietet Regierungen, Geschäftsleuten, Modedesignern sowie Nichtregierungsorganisationen fachmännische Beratungen sowie Hilfestellungen bei der Umsetzung von nachhaltigen Produktionsabläufen an. Konsumenten versucht CSF durch Informationskampagnen zur Reflexion ihres Konsumverhaltens anzuregen und informiert über das Thema nachhaltige Mode. Slow Fashion bezeichnet keine alternative Mode, sondern ein alternatives Modesystem. Der Begriff steht nicht als Synonym für bewussten Verzicht, sondern vielmehr für bewussten Genuss. Diese feine Differenzierung gilt es dem Konsumenten zu vermitteln.

PULLOVER AUS PET-FLASCHE. Die Herstellung von Kleidung geht mit einem enormen Ressourcenverbrauch und grosser Umweltbelastung einher. Deshalb strebt Slow Fashion kurze Produktionsketten an, um den Energie- und Wasserverbrauch zu drosseln, und Textilfasern sollten möglichst aus regionalen Rohstoffen gewonnen werden. Zudem werden Alternativen zu den gängigen natürlichen und künstlichen Textilfasern gesucht. Ein Beispiel: Der Outdoor-Bekleidungshersteller Patagonia hat 1993 als erste Marke einen Teil seiner Kollektion aus Polyester-Fleece aus recycelten Plastikflaschen gefertigt. Seitdem wurden 86 Millionen Plastikflaschen zu Fleece verarbeitet.

Doch nachhaltig produzierte Mode ist weit mehr: Der Begriff der Nachhaltigkeit steht heute für den Erhalt eines ökologischen, ökonomischen sowie sozialen Systems. Das System soll nicht über seine Produktionskapazität hinaus beansprucht und nicht ausgebeutet werden. Natürliche Ressourcen sollen nur so weit ausgeschöpft werden, wie sie auch wieder nachwachsen können. Lebensräume und Artenvielfalt sollen bewahrt werden. Wohlstand soll langfristig gesichert werden können.

Nachhaltigkeit ist somit ein Handlungsprinzip: Doch die Modebranche und unser Konsumverhalten sind weit entfernt von diesem Prinzip, besonders was die Ausnutzung von natürlichen Rohstoffen betrifft, liegt der Verbrauch wesentlich höher über der Regenerationsfähigkeit der Erde. Baumwolle beispielsweise zählt zu den nachwachsenden Ressourcen, ihr

Anbau und die Produktion können aber keinesfalls als nachhaltig angesehen werden. Die Steigerung des Baumwollertrages um jährlich 2,2 Prozent bei gleich bleibender Fläche basiert primär auf einer starken Zunahme des Einsatzes von Dünger und Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie künstlicher Bewässerung.

Wesentlich nachhaltiger ist das Recycling von Textilfasern. Eine weitere Möglichkeit, um den Rohstoffbedarf einzuschränken und die Umwelt zu schonen, ist das sogenannte Upcycling. Bei diesem Konzept entstehen aus alten Produkten neue Produkte. Mit Erfolg, wie das Beispiel der Gebrüder Freitag zeigt, die seit über 20 Jahren aus Lastwagenplanen Taschen und Accessoires produzieren. Nach dieser Idee fertigt auch das Wiener Label Milch aus alten Herrenanzügen und Herrenhemden neue Damenkollektionen. Eine weitere Variante des Upcycelns ist die Verwendung von ungenutzten Materialen, wie Fabriküberschüsse, Stoffmuster und Stoffenden. Dem Upcycling haben sich auch die beiden Schweizer Designerinnen Katja Meyer und Christine Hurst (siehe Porträts auf Seite 22) verschrieben.

FASERN AUS ALGEN. Eine Reihe von Designern und Herstellern ist auch dazu übergegangen, klassische Materialien wie Baumwolle durch anspruchslosere Rohstoffe zu ersetzen, wie etwa Hanf und Bambus. Hanf gehört zu den ältesten Kulturpflanzen. Die Produktion ist umweltschonend, da die Pflanze mit wenig Wasser auskommt und keine Pflanzen- oder Insektenschutzmittel benötigt. Hanftextilien schützen zudem vor UVStrahlen, liegen allerdings etwas schwerer auf der Haut auf als Baumwolle. Bam-

busfasern sind zu kurz, um versponnen werden zu können. Daher werden sie verkocht. Aus der gelösten Zellulose werden Viskosefasern gewonnen, die eine Reihe von interessanten Eigenschaften haben: Das Material ist schnell trocknend, antibakteriell und geruchsneutral, atmungsaktiv und absorbiert den Körpergeruch. Bambus ist weicher als Baumwolle. Textilien aus Bambus regulieren die Temperatur. Im Sommer angenehm kühlend, im Winter wärmend. Zum Anbau von Bambus müssen weder Düngemittel noch Pestizide eingesetzt werden. Eine TextilInnovation ist Seacell: Der Stoff wird aus Algen gewonnen. Algen verstoffwechseln die Mineralien des Meerwassers und haben somit einen hohen Anteil an verschiedenen Spurenelementen, Kohlenhydraten, Fetten und Vitaminen. Textilien aus Algenfasern sondern diese Nährwerte beim Tragen an den Körper ab, beschleunigen den Heilungsprozess von Hautentzündungen und schützen die Haut vor freien Radikalen.

ZURÜCKVERFOLGEN. Migros führt in ihrem Sortiment Strümpfe, Socken und Unterwäsche aus Bambus. Wie nachhaltig sind diese Bambus-Textilien? Dazu die Mediensprecherin Monika Weibel: «Migros zeichnet ihre Produkte mit ‹Viskose-Bambus› aus, damit lässt sich erkennen, dass der Rohstoff im Viskose-Verfahren zuerst zu Zellstoff und danach zu einer künstlich hergestellten Faser verarbeitet wird.» Bei diesem Produktionsverfahren werden Chemikalien eingesetzt. «Die Herstellung nimmt Einfluss auf die Umwelt, das ist der Migros auch bewusst», attestiert Monika Weibel, «daher ist es uns ein besonderes Anliegen, darauf zu achten, unter welchen Bedingungen dieViskose-BambusFasern hergestellt werden und wie der gesamte Verarbeitungsprozess abläuft.» Die gesamte Verarbeitungskette sei rückverfolgbar, alle Produktionsstufen sowie Zutaten, wie Elastikbänder, Etiketten und

Nähgarn, seien mit Oeko-Tex 100 (siehe Glossar Seite 14) zertifiziert.

STANDARDS FEHLEN. Kunden, die sich für bio- oder ökozertifizierte Kleidungstücke entscheiden, wägen sich auf der «grünen» Seite. Die Siegel haben allerdings weniger Aussagekraft, als sie suggerieren, denn in der Textilbranche sind die Begriffe bio, eco oder öko bis heute nicht geschützt, da einheitliche Standards fehlen. Eine gesetzliche Regelung wie für Lebensmittel gibt es bisher nicht. Dass dies Unternehmen ausnutzen, liegt auf der Hand, sei es mit irreführenden Werbeaussagen oder mit frei erfundenen Ökolabeln. Wird versucht, durch Desinformation ein positives ökologisches Image zu erlangen, spricht man von Greenwashing. Um solcherlei Tricks zu durchschauen, braucht man als Konsument detaillierte Kenntnisse zu Inhaltsstoffen und den verschiedenen Zertifikaten. Dieter Horst, Experte für Nachhaltigkeit beim internationalen Unternehmensberater PwC, stellt in Aussicht, dass mittelfristig verschärfte Regulierungen zu Werbebotschaften bezüglich Nachhaltigkeit auf die Unternehmen zukommen werden.

Dass Projekte, die mehr Kontrolle, Sicherheit und letztlich Nachhaltigkeit zum Ziel haben, schwierig umzusetzen sind, zeigt jedoch ein Beispiel aus Deutschland. Dort arbeitet man an der Durchsetzung eines Branchenmindeststandards und am Aufbau eines Siegels, das erstmals staatlich garantierte soziale und ökologische Standards festschreibt. «H&M, Primark, Inditex/Zara sind dem Bündnis nicht beigetreten, da ihr Kerngeschäft, die Fast Fashion, zu stark davon betroffen wäre», moniert Berndt Hinzmann, Mitarbeiter bei Kampagne für «Saubere Kleidung». Entscheidend für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung sind die Kaufentscheidungen jedes Einzelnen.

Rund 10 Kilogramm Kleider konsumiert ein Schweizer pro Jahr – das entspricht ungefähr 70 T-Shirts. u

Greenwashing.

Viele Firmen geben sich ein grünes Mäntelchen, obwohl sie alles andere als umweltfreundlich wirtschaften. So durchschauen Sie die Tricks der Unternehmen.

HALBE WAHRHEIT: Das Produkt wird wegen einer einzelnen Eigenschaft als umweltfreundlich beworben, obwohl andere Produkteigenschaften umweltschädlich sind.

FEHLENDE NACHWEISE: Werbebotschaften, die nicht durch unabhängige Stellen verifiziert oder durch aussagekräftige Studien belegt werden können.

VAGE AUSSAGEN: Verwendung von unklaren Begriffen, die leicht missverstanden werden können.

FALSCHE LABELS: Es werden Labels von un seriösen Instituten oder selbst erfundene verwendet, die praktisch keinen Aussagewert haben.

Irrelevante Aussagen: Aussagen treffen, die zwar stimmen, aber keinen Aussagewert haben.

Beispiel: Ein Produkt wird als FCKW-frei beworben, obwohl dies nur gesetzliche Vorgaben umsetzt.

FALSCHE VERGLEICHE: Ein Produkt mit einem noch weniger umweltfreundlichen Produkt vergleichen, um es in besserem Licht erscheinen zu lassen.

DREISTE UNWAHRHEITEN: Faktisch unzutreffende Werbebotschaften senden. Beispiel: Es wird ein Bio-Siegel verwendet, obwohl das Produkt gar nicht für dieses Siegel zertifiziert wurde.

Quelle: PwC, PricewaterhouseCoopers

Label-Glossar

In den letzten 15 Jahren haben sich internationale, nationale und auch regionale Organisationen und Verbände um die Entwicklung von Gütesiegeln für Textilen bemüht. Damit soll eine umweltfreundlichere, nachhaltigere und sozialere Produktion vorangetrieben werden. Einheitliche Richtlinien und Standards sowie gesetzliche Regelungen fehlen bis heute. Eine Übersicht

über die verschiedenen Zertifizierungen, Labels und Verbände.

IVN

IVN steht für: Internationaler Verband der Naturtextil Wirtschaft und vereint die Qualitätszeichen: Naturtextil und Naturleder (BEST) sowie GOTS.

BEST

Minimierung von Abfall und Umweltbelastungen. Dokumentation von Transportmitteln und -wegen, Mindestsozialstandards der Vereinten Nationen. Garantie für 100 Prozent Naturfaser aus kontrolliert biologischem Anbau, synthetische Fasern dürfen nur in Ausnahmefällen bis zu 5 Prozent eingesetzt werden. BEST ist derzeit das sicherste Siegel mit höchsten Standards und Ansprüchen.

GOTS

Global Organic Textile Standard. Mindestens 70 Prozent der Fasern stammen aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft, Textilprodukte aus mindestens 90 Prozent Naturfasern und 10 Prozent aus synthetischen Fasern oder Viskose. Sportbekleidung, Socken, Leggings 25 Prozent aus synthetischen Fasern. Minimale Schadstoffbelastung durch Beschränkung auf wenige Verarbeitungssubstanzen und Färbemittel. GOTS ist ein weltweit verbreitetes Gütesiegel und gilt als eines der sichersten Zertifizierungen.

BLUESIGN

Schweizer Gütesiegel, das sich auf die Optimierung der Textil-Herstellungsprozesse hinsichtlich Gesundheit-, Umwelt- und Ressourcenbedarf bezieht. Ausserdem werden die bluesign-Partner zur UN Global Compact verpflichtet, welche Anforderungen bezüglich der Einhaltung der Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung vorgeben. Etikett «Bluesign product» schliesst sämtliche verwendeten Textilien und Accessoires wie Knöpfe ein. Etikett «Bluesign approved fabric » entsprechen mindesten 90 Prozent des Produkts den Kriterien.

ASIA FLOOR WAGE ALLIANCE

Die Asia Floor Wage Alliance ist ein internationales Netzwerk aus Gewerkschaften sowie Arbeits-, Menschen- und Frauenrechtsaktivisten. Es setzt sich ein für die Einführung eines Existenz lohnes in Kleider-, Textil- und Schuhfabriken in Asien und vertritt die Anliegen und Bedürfnisse der Arbeiterinnen. Der von der Alliance veröffentlichte Richtwert für einen Existenzlohn in Asien wird von den Mitgliedern des Netzwerks genutzt, um mit Firmen und Regierungen zu verhandeln und auf die Bezahlung eines Existenzlohnes hinzuarbeiten.

OEKO-TEX

Oeko-Tex 100: Schadstoffarmut, keine Sozialstandards oder Garantie für biologische Verarbeitung, Verbot von Azofarbstoffen und anderen gefährlichen Substanzen, Festlegung von Grenzwerten. Der Einsatz von Chlorbleiche, Schwermetallen und Pestiziden ist erlaubt, kein kontrolliert biologischer Anbau, keine Kontrolle des Herstellungspro zesses, reine Produktprüfung. Alle drei Standards sind mit Etikett entsprechend beschriftet.

Oeko-Tex Standard 1000

Ergänzung zu Oeko-Tex 100. Prüfung der Produktionsbedingungen, Einhaltung nationaler Gesetze, Richtlinien für Umweltschutz sowie für Abwasser und Abluft, Sicherheit am Arbeitsplatz sowie Verzicht auf Kinderarbeit.

Oeko-Tex 100plus

Human- und Produktionsökologie in Kombination. Voraussetzung: Produzierte Artikel sind nach Oeko-Tex Standard 1000 zertifiziert und die Produktionskette entspricht den Anforderungen des Oeko-Tex 1000. Bewertung: umweltfreundliche Produktion.

FAIR WEAR FOUNDATION

Internationale Organisation, 1999 gegründet. Die vertriebenen Textilien sind nach GOTS zertifiziert und erfüllen die IVN-Anforderungen (siehe diese Seite). Kontrolliert die ganze Liefer- und Produktionskette. Verantwortet die «Wage Ladder», ein Instrument, das anderen Organisationen, Produzenten, Fabriken helfen soll, Fortschritte in der existenzsichernden Bezahlung der Textilarbeiter zu machen.

FAIRTRADE

Das Siegel garantiert die Einhaltung sozialer Standards. Mit dem Kauf von Fairtrade-zertifizierten Produkten unterstützen Konsumenten Familienbetriebe in der Dritten Welt. Ferner: Regelungen zum nachhaltigen Anbau sowie Verbot von Agrochemikalien. Fairtrade-Produkte erfüllen höchste Sozialstandards. Wichtiger Hinweis: Fairtrade-Baumwolle stammt nicht immer aus kontrolliert biologischem Anbau.

CLEAN CLOTHES CAMPAIGN

Die Clean Clothes Campaign (CCC) ist ein internationales Netzwerk, das sich seit 1989 für bessere Arbeitsbedingungen und die Stärkung der Arbeiterinnen in der globalen Bekleidungsindustrie einsetzt. CCC hat seinen Hauptsitz in Amsterdam, ist in 16 europäischen Ländern vertreten und hat weltweit über 250 Partnerorganisationen. Die CCC Schweiz wurde 1999 von der Erklärung von Bern (EvB), Brot für alle und Fastenopfer gegründet.

«Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmassnahmen.»

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 23.3

Fair ist das nicht

Eine umweltfreundliche Produktion ist das eine, faire Löhne das andere. Zwar floriert das Geschäft mit Öko-Mode, doch in kaum einem Land erhalten die Arbeiter und Näherinnen existenzsichernde Löhne.

Text: ANDREAS KREBS

Erzählten unsere Kleider Geschichten, wollten wir nicht hinhören. Doch spätestens seit der Katastrophe von Rana Plaza in Bangladesch kann keiner mehr sagen, er habe von nichts gewusst. Am 24. April 2013 stürzte dort ein neunstöckiges Gebäude mit mehreren Textilfabriken ein; 1137 Menschen sind gestorben, rund 2400 wurden zum Teil schwer verletzt. Rana Plaza war bei Weitem nicht das erste Unglück in der Textilindustrie. Aber ein Wendepunkt. Seither wurden bei mehr als tausend Fabriken die Sicherheitsstandards erhöht, rund hundert wurden wegen gravierender Mängel geschlossen. Doch nach wie vor sind die Missstände gross: Benachteiligung von Frauen, Behinderung von Gewerkschaften, massiver Einsatz giftiger Chemikalien, Hungerlöhne, Massenentlassungen.

KONKURRENZKAMPF. Die globale Bekleidungsindustrie gehört zu den agilsten Industrien weltweit. Brutal heizt sie den Konkurrenzkampf Textil exportierender Länder an. Einer der wichtigsten Standortvorteile sind billige Arbeitskräfte. Deshalb setzen Regierungen die gesetzlichen Mindestlöhne zum Teil weit

unter dem Existenzminimum an. In Bangladesch – nach China zweitgrösster Textilexporteur weltweit – beträgt er 50 Euro, das ist ein Fünftel des geschätzten Basis­Existenzlohns. Um ihre Familien einigermassen über die Runden zu bringen, müssen die Näherinnen unzählige Überstunden leisten. «Arbeitsstellen mit einem so extrem tiefen Lohn schaffen Armut, anstatt sie zu bekämpfen», schreibt die Entwicklungsorganisation Erklärung von Bern (EvB) in ihrem «Firmencheck» vom Juni 2014. Ein fehlender Existenzlohn sei in den Produktionsländern eines der drängendsten Probleme. Das Thema werde aber krass vernachlässigt. Nur vier von 50 europäischen Mode­Labels attestiert die EvB, hinsichtlich eines existenzsichernden Lohnes «auf dem Weg» zu sein. Switcher ist das einzige Schweizer Label, das dieses Niveau erreicht. Switcher ist zudem im weltweiten Ranking der Clean Clothes Campaign (siehe Glossar Seite 14) das am besten bewertete Unternehmen in Europa.

WENIG BIO-BAUMWOLLE. Auch andere Schweizer Unternehmen und Organisationen haben Pionierarbeit für nachhaltige Mode geleistet. Die Ent­

24

Millionen Personen arbeiten in der Textilindustrie, davon sind 80 bis 90 Prozent Frauen.

175

Euro beträgt der gesetzliche Mindestlohn in China. 380 wären nötig, um die Existenz sichern zu können.

Euro beträgt der gesetzliche Mindestlohn in Bangladesch. 263 wären nötig, um die Existenz sichern zu können.

wicklungsorganisation Helvetas etwa hat 1991 das weltweit erste zertifizierte BioBaumwoll­T­Shirt auf den Markt gebracht. Heute stammen rund fünf Prozent aller Baumwoll­Textilien, die in der Schweiz verkauft werden, aus kontrolliertem Anbau; ein grosser Teil davon ist fair gehandelt. Das ist äusserst bescheiden – aber mehr als in jedem anderen Land. Lediglich ein Prozent beträgt der Anteil von BioBaumwolle weltweit.

Als Partnerin von Helvetas unterstützt Coop den Anbau von Bio­Baumwolle seit den Anfängen. 1993 hat der Grossist die Kleidermarke Naturaline eingeführt. Bis heute zählt Coop zu den weltweit grössten Anbietern von fair hergestellten BioBaumwoll­Kleidern. Über 3500 Tonnen Bio­Baumwolle von Helvetas­Projekten in Indien und Tansania hat der Detailhändler letztes Jahr verarbeitet – und mit Naturaline einen Umsatz von 49 Millionen Franken erwirtschaftet. Seit 1998 hat auch die Migros Textilien aus Bio­Baumwolle im Sortiment. Von 2001 bis 2008 förderte sie als Partnerin der Helvetas den Anbau von Bio­Baumwolle im westafrikanischen Mali. Heute bezieht die Migros das Rohprodukt mehrheitlich aus Indien und der Türkei. 2013 erzielte sie mit dem Label

SEELE VERKAUFT? Auch internationale Firmen wie der Dessous­Hersteller Victoria’s Secret oder hessnatur beziehen Bio­Fairtrade­Baumwolle von HelvetasProjekten in Afrika und Asien. Anders als andere Unternehmen hat hessnatur Nachhaltigkeit nicht nachträglich entdeckt. 1976 haben der deutsche Chemiker Heinz Hess und seine Frau Dorothea den Versandhändler gegründet, weil nirgends Babykleider aus synthetik­ und giftfreien Stoffen zu bekommen war. Seither hat sich die Firma zum Marktführer unter den Herstellern von Natur­Textilien entwickelt. 2011 war mit einem Umsatz von 73 Millionen Euro das erfolgreichste Geschäftsjahr in der Firmengeschichte. 2012 wurde das Unternehmen an den Schweizer Finanzinvestor Capvis verkauft. «Damit ist hessnatur das erste durch und durch nachhaltige Modeunternehmen, das in die Hände eines Private­Equity­Fonds gerät», schrieb damals «Die Zeit» und titelte: «Angriff auf die grüne Seele». «Vor Jahren geäusserte Befürchtungen, dass mit der Übernahme eine Absenkung der sozialen Standards oder eine Reduzierung der 50

252 Euro beträgt der gesetzliche Mindestlohn in der Türkei. 900 wären nötig, um die Existenz sichern zu können.

Migros Bio Cotton einen Umsatz von 44 Mio. Franken.

RESOURCENVERBRAUCH.

Baumwolle ist zwar ein Naturprodukt, hat aber eine schlechte Ökobilanz, insbesondere beim Wasserverbrauch.

Quelle: Andreas Bartl, TU Wien, Springer-Verlag

CO = Baumwolle

PET = Polyester

PP = Polypropylen

CLY = Lyocell

CV = Viskose

Energiebedarf, Emissionen von Treibhausgasen und Wasserbedarf bei der Herstellung verschiedener Fasern. Die negativen Werte ergeben sich aus der Annahme, dass die Fasern thermisch entsorgt werden, wobei 60 Prozent der Energie rückgewonnen werden (Patel und Shen 2008).

Mitarbeiterzahl verbunden ist, haben sich bisher nicht bestätigt», schreibt die Pressestelle auf Anfrage. «Heute beschäftigt hessnatur rund 370 Mitarbeiter und produziert nach wie vor nach den Standards wie etwa GOTS oder den Vorgaben der Fair Wear Foundation.» (Siehe Glossar Seite 14).

SOZIALE VERANTWORTUNG. Der Schweizer Textil­Experte Ernst Schütz hat für hessnatur den Vertrieb in der Schweiz und in Österreich aufgebaut und war lange Zeit für das Sortiment des Naturtextilvertriebs als auch für dessen Katalog verantwortlich. Im Jahr 2000 wechselte er zum deutschen Umweltversand Waschbär. In den folgenden Jahren vereinte Schütz unter dem Dach der TRIAZ Group GmbH mehrere nachhaltig ausgerichtete Versandhandelshäuser wie Vivanda (ehemals Panda Versand), B&W Naturpflege und PranaHaus. Als Mitglied der Fair Wear Foundation engagiert sich TRIAZ für

faire Arbeitsbedingungen in den beauftragten Nähereien. Dass Unternehmen sich auch in den Dienst der Gesellschaft stellen, sei heute zwingend, so Schütz, denn gewisse Aufgaben könnten vom Staat gar nicht mehr übernommen werden. Auch weil die Politik zunehmend die Interessen der Mächtigen statt der Bürger vertritt, hätten Unternehmen heute eine viel grössere Verantwortung als früher, sagt er. «Weil die Wirtschaft heute viel einflussreicher als die Politik ist, muss aus der Wirtschaft heraus selbst ein neues Bewusstsein kommen und die wesentlichen Veränderungsprozesse für eine andere, gerechtere Form der Wirtschaft, müssen angestossen werden.» Doch das kann dauern.

200 Millionen Menschen leben vom Einkommen als Baumwoll­Bauern, 60 Millionen Menschen arbeiten in der Schuh­ und Textil­Industrie. Indem wir fair produzierte Bio­Mode kaufen, ermöglichen wir wenigstens einigen von ihnen ein lebenswertes Leben. ◆

Nachhaltig frisch

Lüften

Einfacher, gründlicher und umweltschonender kann man seine Kleider kaum pflegen. Hängen Sie Ihren Anzug oder das Kostüm an die frische Luft. Das kann über Nacht sein, sofern der Platz vor Regen geschützt ist. Die Frischluftkur hilft gegen schlechte Gerüche und gibt den Textilfasern Elastizität zurück. Die Kleidungsstücke glätten sich so fast von selbst. Das gilt auch für alle Wolltextilen. Wolle kann sich durch ihren Faseraufbau selbst reinigen, sie verschmutzt viel weniger schnell und nimmt schlechte Gerüche kaum auf.

VIEL BRINGT VIEL? BEI DER KLEIDERPFLEGE IST DAS GEGENTEIL DER FALL. WER ES ZURÜCKHALTEND

ANGEHT, HAT LÄNGER FREUDE AN SEINEN LIEBLINGSSACHEN – UND SCHONT DIE UMWELT. TIPPS FÜRS

PFLEGEN, WASCHEN AUFBEWAHREN.

Text: VERA SOHMER

Bürsten

Unsere Mütter und Grossmütter griffen gerne zur Kleiderbürste, denn sie wussten: Es gibt keine bessere Methode, um Mäntel, Jacken oder Hosen direkt nach dem Tragen von Staub sowie trockenem Schmutz wie Schlammspritzern zu befreien. Wer sich diesen Ratschlag zu Herzen nimmt und konsequent zur Kleiderbürste greift, spart nicht nur manchen Waschgang oder die Textilreinigung, sondern auch Ressourcen und Geld. Die Anschaffung einer guten Kleiderbürste mit Holzgriff und Wildschweinborsten lohnt sich. Es gibt sie in verschiedenen Härtegraden, je nachdem wie fein das auszubürstende Gewebe ist. Als Alternative zum Fusselroller empfiehlt sich eine spezielle Bürste mit Lamellen aus Naturkautschuk. Fusseln und Haare lassen sich damit schonend entfernen. Die Fusselroller mit klebender Folie sind zwar praktisch, doch sie verkleben den Stoff.

V iele Pullover, Strickwesten oder Schals neigen dazu, Knötchen zu bilden. Fachleute sprechen von Pilling. Dies ist kein Zeichen schlechter Qualität, sondern entsteht, wenn abstehende Fasern durch Reibung an anderen Stoffen oder unter Druck miteinander verfilzen. Bei den speziellen Fusselrasierern ist Vorsicht geboten, damit das Gewebe nicht beschädigt wird. Lieber eine Kleiderbürste mit Bronzedraht verwenden.

Aufbewahren

«Besonders feine Stoffe knittern leicht und gehören unbedingt auf einen Bügel», empfiehlt Katharina Blansjaar in ihrem Buch «Ganz mein Stil». Dabei auf gut geformte Bügel achten. Sie sollten die richtige Länge haben, der natürlichen Schulterform nachempfunden sein und an den Enden breiter zulaufen. Dies ist insbesondere bei Blazern und Blusen wichtig, damit sie in Form bleiben und keine Falten werfen. Oberteile im Schrank aufeinanderzustapeln, ist unproblematisch, solange die Türme nicht zu hoch werden. Was unten liegt, bekommt schnell Pressfalten. T-Shirts oder Sweatshirts sind dafür weniger anfällig als Wollpullover oder Hemden.

W erden Kleider längere Zeit nicht getragen, sollten sie vor Staub, Sonnenstrahlen und Feuchtigkeit geschützt werden. Sie lassen sich im Kleiderschrank nach hinten oder oben räumen oder in Kleiderschutzhüllen auf dem Estrich verstauen. Ein guter Mottenschutz ist, wenn die Kleider vor der Einlagerungszeit gewaschen oder gereinigt werden. Dies beseitigt Hautpartikelchen und Schweissspuren, von denen sich Motten ernähren. Chemische Mottenmittel riechen oft ziemlich stark. Ebenso wirksam sind Lavendelsäckchen oder Zedernholz. Auch Neemextrakt gilt als geeignetes Mittel.

Fleck weg

Eingetrocknete Flecken sind schwer zu entfernen, deshalb lieber gleich dahintergehen, aber sachte. Zu starkes Rubbeln und Reiben beschädigen das Gewebe schnell. Und wenn gerubbelt wird, immer von innen nach aussen, andernfalls wird der Fleck nur vergrössert. Viele Flecken lassen sich gut mit Gallseife behandeln: Fleck mit Wasser befeuchten, Seife einreiben, einwirken lassen. Danach ganzes Kleidungsstück in konzentrierte Waschmittellauge legen. Nochmals einwirken lassen und dann wie gewohnt waschen. Delikate Stoffe, die gereinigt werden müssen, nicht selbst mit Fleckenentferner behandeln, das Kleidungsstück lieber gleich zum Profi bringen.

sinnvoll, wenn hoch ansteckende Viren im Haushalt grassieren, um diese abzutöten. Vor unerwünschten Keimen schützt ebenfalls das Sonnenlicht, deshalb die Wäsche raushängen, wenn möglich.

Umweltfreundlich waschen heisst auch, sich nicht allein aufs Ökolabel von Waschmitteln und -maschine zu verlassen. Denn selbst «grüne» Waschmittel können problematische Zusätze enthalten. So greifen beispielsweise Duftstoffe und ätherische Öle Wasserorganismen an. Folgende Regeln beachten: Maschine voll beladen und das Waschmittel nach Verschmutzungsgrad dosieren. Sich nach der Wasserhärte erkundigen; bei weichem Wasser benötigt es am wenigsten Waschmittel. Auf Weichspüler verzichten. Anfänglich vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sind Waschnüsse eine gute Möglichkeit, mit wenig Umweltbelastung zu waschen. Die Früchte des sogenannten «Seifenbaums» gibt es als lose Nüsse, in flüssiger Form oder als Pulver. Die Nüsse sind bei niedriger Waschtemperaturen mehrfach verwendbar und können auf dem Kompost entsorgt werden. Und: Nicht jedes Kleidungsstück muss in die Maschine, nur, weil man es einmal getragen hat (siehe «Bürsten» und «Lüften»).

Waschen

Ein Blick auf die Pflegeetiketten ist wichtig, denn falsche Behandlung hat schon manches Lieblingsteil ruiniert. Dabei gilt: Eine höhere Waschtemperatur empfiehlt sich nie, eine niedrigere geht immer und spart überdies Energie. Wenig verschmutzte Kleider werden in der Regel bei 30 Grad ohne Vorwäsche sauber.

Nach Angaben des WWF belastet ein Kleidungsstück die Umwelt dann am meisten, wenn es in Gebrauch ist. Ein Grund dafür ist der Energiebedarf, wenn das Wasser in der Waschmaschine aufgewärmt wird. Eine 60-Grad-Wäsche ist laut WWF nur

Trocknen

Tumbler belasten die Umwelt. Sie verursachen laut WWF einen Stromverbrauch von fast 800 Millionen Kilowattstunden pro Jahr – das ist fast genauso viel, wie für das Waschen verbraucht wird, und dies, obwohl nur ein Teil der ganzen Wäsche in der Schweiz im Tumbler getrocknet wird. Kleider an der Leine trocknen spart Energie und die Textilien werden zudem geschont, was sie langlebiger macht. u

SCHWEIZER MODE

Viel zu schade, um wegzuwerfen: Bei Katja Meyer war es ein ausgedientes

T-Shirt, bei Christine Hurst alter Matratzenstoff, der ihre Kreativität beflügelte. Zwei Schweizer Designerinnen im Porträt.

Katja Meyer

Das T-Shirt hätte eigentlich in die Kleidersammlung gehört. Viel zu schön, um wegzugeben, dachte Katja Meyer, setzte sich an die Nähmaschine und machte aus dem alten T-Shirt ihres Mannes eines für ihren Sohn Neo. Das erste MeykaVintage-for-Kids-Stück war geboren. Es sollte aber noch gut drei Jahre dauern, bis die Aargauerin ihre aus Altkleidern genähten Kindersachen unter diesem Namen übers Internet und im «Kaufhaus zum Glück» in Aarau verkaufen würde.

Als gelernte Damen- und Herren-Schneidermeisterin war es für die 37-Jährige Ehrensache, nach der Geburt ihres ersten Kindes wieder an die Nähmaschine zu sitzen. Zuvor arbeitete sie fast zehn Jahre als Designerin beim Schweizer Label Zimtstern und in der Design-Agentur Grand Studio in Zürich im Bereich Sport- und Streetwear. «Es machte Spass, Kinderkleider zu nähen», erinnert sie sich. Sie schuf individuelle Einzelstücke für ihren Sohn und später dann auch für ihre Tochter. «Meine Geduld beim Nähen ist aber nicht allzu gross», erzählt sie. Es musste und muss rasch gehen. Ihre Erfahrung in der Produktion half ihr, unkomplizierte Schnitte zu entwickeln. Sie tüftelte an einer rationellen Verarbeitung und schlichtem Design «ohne Firlefanz». «Es musste in drei Stunden genäht sein.» Mehr Zeit hatte sie nicht.

Mit dem Umzug von Zürich nach Aarau in ein eigenes Haus, wo sie sich im oberen Stock ein Atelier einrichtete, reifte langsam die Idee, ihre Kleider zu präsentieren und letztlich auch zu verkaufen. Es entstand die InternetSeite meyka-design.ch mit dem Online-Shop Vintage-for-Kids. «Ich wollte ein richtiges kleines Kinderlabel aufziehen», erzählt Katja Meyer, die damals noch Vollzeit-Mami war. Doch

wie das Leben so spielt, bekam sie zur gleichen Zeit Angebote als FreelanceDesignerin. Deshalb, aber auch weil selbst genähte Einzelstücke kaum einen ordentlichen Lohn garantieren, spricht sie lieber von ihrem Herzprojekt, als von einer Geschäftsidee, wenn sie über Vintagefor-Kids erzählt. Dass sie mit ihren aus Altkleidern genähten Kindersachen für ein kleines bisschen mehr Nachhaltigkeit in der Fashion-Welt sorgt, ist für Meyer weniger Programm als ein Gebot der Stunde. «Die Art, wie wir durchs Leben gehen, sollte immer auch mit einer ökologischen Idee verbunden sein.»

Auch wenn sie als Designerin

Teil der Textilindustrie ist, versucht sie doch die Verlockungen der Modewelt kritisch zu hinterfragen. «Man muss nicht immer im Trend sein. Vielmehr sind einzelne gut kombinierbare Stücke wichtig.»

So könne sich ein persönlicher Stil entwickeln, der neben dem Mainstream zwar

Text: TERTIA HAGER

modisch, aber auch eigenständig daherkomme. «Mode wiederholt sich», sagt Katja Meyer. Sie selbst hat viele alte Kleider, die sie immer wieder neu aufleben lässt.

Als Katja Meyer begann, aus alten Sachen Kinderkleider zu nähen, staunte sie, wie viel man aus einem vermeintlich alten Stück Stoff herausholen kann. Damit auch das zweite Leben der Textilien als Kinderkleider ein möglichst langes wird, entwickelte die Designerin Hosenmodelle, die mitwachsen; anfänglich können die Hosenbeine gerafft werden – zuletzt funktionieren sie je nach Alter und Grösse des Kindes als eine Art Knickerbocker. «Wichtig ist natürlich auch guter Stoff», erklärt sie, «ein ‹Hudeli› von Stoff lohnt sich nicht weiterzuverarbeiten.»

An Rohmaterial fehlt es ihr nicht. Regelmässig bekommt sie von Freunden und Bekannten Säcke mit ausgedienten Kleidern. Was sie nicht für ihre Produktion brauchen kann, gibt sie weiter an Caritas. Aber: «Einen grossen Teil der ausgedienten Kleider kann man bestens nochmals verarbeiten.» Katja Meyer widerspricht dem Vorurteil, dass Stücke aus günstigen Massenkollektionen häufig von schlechter Qualität seien. «Niemand produziert vorsätzlich schlechte Qualität, nur damit der Preis tief gehalten werden kann.» Während ihrer Zeit bei Zimtstern reiste die Designerin regelmässig zu Produktionsstätten in China, anfänglich mit einigen Vorbehalten gegenüber den dortigen Fabriken. Doch sie stellte auch fest, dass viele Produzenten durchaus bereit sind umzudenken, wenn man ihnen die Vorzüge einer nachhaltigeren Produktion erklärt. Sie war dabei als Zimtstern begann, seine Lieferanten und Produzenten von der die Idee des Bluesign-Labels (siehe Glossar Seite 14) zu motivieren. Sie ist überzeugt: «Alle sind irgendwie daran, ökologischer und fairer zu produzieren.»

«Auch wenn jetzt noch niemand den Überblick über die vielen Labels und Zertifi kate hat, letztlich wird sich das kanalisieren.» Ein Eco-Label sei nicht nur für die Käufer attraktiv, je länger je mehr sei ein solches auch für die Fabriken in Fernost ein Verkaufsargument gegenüber den Auftraggebern aus dem Westen. www.meyka-design.ch

Mit einem alten T-Shirt hat alles angefangen: Katja Meyer näht aus Kinderkleidern Altkleider. – Stolz präsentiert sie einige Stücke in ihrem Atelier, das sich in ihrem Wohnhaus in Aarau befindet (links). Das hübsche Schränkchen (unten) hängt ebenfalls in dem Atelier.

Christine Hurst

Auf dem Zuschneidetisch liegt Christine Hursts neuster Wurf: Badehosen, handbedruckt mit Stempeln aus Moosgummi. «Schwieriger als gedacht», gibt die Schneiderin offen zu. Aber das macht nichts. Im Gegenteil: Die 45-Jährige schätzt Herausforderungen und schwärmt von den unzähligen Möglichkeiten, Stoffe zu verarbeiten. «Momentan habe ich ganz viele Ideen», erzählt sie. So experimentiert sie mit Applikationen oder versucht sich eben mit Bademode. Ursprünglich lernte die Langenthalerin Handarbeitslehrerin. Das sei der ideale Beruf gewesen, weil sie dafür ganz unterschiedliche Textilverarbeitungsarten habe lernen müssen: Nähen, Stricken, Häkeln. Doch schon bald war ihr klar: Ich will mehr. Ich kann zwar alles ein wenig, aber nichts richtig, dachte sie. Design oder Technik? – lautete damals die Frage. Weil sie fand, dass sie doch ganz gut zeichnen könne, entschied sich Christine Hurst, in Zürich Schnitttechnik zu studieren und lernte am Computer Schnittmuster entwerfen. Danach hatte sie das

Glück, eine Teilzeitstelle beim Unterwäsche-Produzenten Zimmerli in Aarburg zu bekommen. So konnte sie einerseits das Gelernte umsetzen und hatte andererseits ein gesichertes Einkommen, um sich langsam an die Selbstständigkeit heranzutasten. Seit knapp vier Jahren ist Hurst nun ganz selbstständig und verkauft ihre Frauen- und Herrenmode unter dem Namen Cascade im gleichnamigen Ladenlokal in Langenthal. Die Liebe zu Textilien wurde schon früh geweckt. «Meine Mutter hat alte Matratzenstoffe verwendet, um Sachen abzudecken und vor Schmutz zu schützen», erzählt Christine Hurst, die auf einem Kleinbauernbetrieb im bernischen Lindental aufgewachsen ist. Die Blumenmuster und das Reversible – die Eigenart des Stoffes, ihn sowohl von der linken als auch von der rechten Seite verwenden zu können – faszinierten sie. Schon im zarten Alter von fünf Jahren schenkte Hursts Gotte ihr eine kleine Nähmaschine, mit der sie unter anderem Puppenkleider nähte. Als Teenager entstand dann das erste Stück für sich selbst – eine Jacke aus Matratzenstoff. Dieser feste Stoff war lange Zeit zusammen mit Frotteeplüsch Christine Hursts Lieblingsmaterial und wurde fast ein bisschen zu ihrem Markenzeichen. Doch als Frau voller Ideen hätte es sie irgendwann gelangweilt, immer mit den gleichen Stoffarten zu arbeiten. Und so entdeckt man in ihrem Laden unweit des Bahnhofs Langen-

Christine Hurst mag es, zu experimentieren und neue Ideen umzusetzen. Auf dem Jupe links (Bild unten) hat sie Applikationen angebracht. In ihrem Laden in Langenthal fertigt sie für ihre Kundschaft auch Kleider nach Mass an.

thal eine Vielzahl von Modellen und Stoffen; zarte Pastellfarben hängen neben auffälligen Farbmustern, Jupes aus robustem Matratzenstoff neben Blusen aus feiner Seide, Verspieltes neben Schlichtem: Hier näht jemand mit viel Lust am Experimentieren und Kreieren. Dass sie mit ihren Kreationen aus Restposten von Matratzenstoffen auch eine Art von Recycling betreibt, war für Hurst nie wirklich ein Thema. Einige Zeit klapperte sie Sattler in der ganzen Schweiz ab, um Stoffreste mit dem typischen Blumenmuster zu kaufen. «Ich brauche einfach gerne Sachen auf. Es gefällt mir, etwas in eine andere Form zu bringen», sagt sie. Das scheint sich herumgesprochen zu haben: Es ist auch schon vorgekommen, dass ihr jemand einen Stoffrest im Laden vorbeibrachte.

«Durchschnittlich mache ich ein neues Modell pro Monat» , erzählt die Designerin. Über 200 Schnittmuster sind so im Verlauf der Zeit schon entstanden. «Manchmal sind es richtige Schnellschüsse», erzählt Christine Hurst. Ist die Idee da, muss sie sofort realisiert werden. Da kann es schon einmal vorkommen, dass sie mit dem Resultat nicht zufrieden ist, das Stück zur Seite legt und zu einem späteren Zeitpunkt erneut begutachtet. Im Gegensatz zu anderen Designern entwirft die Langenthalerin keine ganzen Kollektionen, sondern Einzelstücke, meist nur in einer Grösse. Für die Kundin näht sie das Kleid nach. Das sei ein spannendes Zusammenspiel. Wichtig sei ihr, dass man sich mit einem Kleidungsstück identifizieren könne. Bei allem Ideenreichtum gibt es doch auch so etwas wie Klassiker des Cascade-Sortiments: Zum Beispiel das Etuikleid. «Ein einfacher Grundschnitt, hier muss der Stoff wirken», sagt sie. Und da hat die Kundin dann die Qual der Wahl. www.cascade.ch ◆

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2011 führte eine Verknappung der Baumwolle zu heftigen Turbulenzen auf dem Weltmarkt. Solche Ereignisse werden kein Einzelfall bleiben, ist Textilfachmann und Buchautor Andreas Engelhardt überzeugt. In seinem Schwarzbuch werden die Hintergründe dieser Entwicklung und deren Auswirkung auf Wirtschaft und Gesellschaft im Zeitalter der Globalisierung beschrieben und interessante Einblicke in die Mechanismen der globalen Textilproduktion gegeben.

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Das Schweizer Start-up «Get changed» ist ein Online-Portal und Netzwerk für faire Mode und Accessoires in der Schweiz, in Deutschland und Österreich. Die App hilft Läden mit fair produzierten Kleidern zu nden und nach bestimmten Marken zu suchen.

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Link-Liste

www.dailyrewind.de

Was tut man, wenn man Kleider über alles liebt, aber dem Shoppingrausch ein Ende setzen möchte? Man kleidet sich mit Stücken aus dem Brockenhaus und dem Secondhandshop. Die deutsche Journalistin Hindi Kiflai hat genau das gemacht und präsentiert jeden Tag ein neues Outfit auf ihrer Website.

www.sartex.ch

Kleider bleiben länger schön, wenn man sie richtig pflegt. Die Website der schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Textilkennzeichnung hilft Pflegeetiketten zu verstehen, gibt Tipps im Umgang mit den verschiedenen Materialen und verschafft einen Überblick über die unzähligen Fasern, die heute in unseren Textilien stecken.

Das blaue Wunder

Der Dokumentar lm erzählt einerseits die Geschichte der kostbaren Indigop anze, die einst sakrale Tücher färbte und später den Siegeszug der Bluejeans mitverantwortete. Andererseits bekommt man Einblicke in die Produktion der «Allerwerts-Hose» – vom Design bis zur Fabrikation. Zusätzlich wird unter dem Titel «Swiss made» der Zürcher Jeans-Sammler Ruedi Karrer porträtiert.

+ Fr. 9.90 als Download, Fr. 39.90 als DVD, www.nzzformat.ch

www.kindex.ch

Die Website listet Kinderkleiderbörsen in der ganzen Schweiz auf und informiert auch über entsprechende Flohmärkte.

www.konsumentenschutz.ch/repaircafe

Flicken ist besser, als wegwerfen. Die Seite listet Orte und Daten auf, wo man sowohl Kleider als auch Alltagsgegenstände selbst flicken oder reparieren lassen kann.

Film

Rhythmus – Quelle für Heilung und Gesundheit

Berührung – Rhythmus – Heilung, das sind die Kernkompetenzen der Schule für Rhythmische Massage. Lernen Sie den Menschen medizinisch ­ therapeutisch als Ganzes und im Detail kennen und vielfältig behandeln. Der nächste Ausbildungslehrgang zur medizinischen Masseurin oder zum medizinischen Masseur EFA startet im April 2016, die Fortbildung rhythmische Massage für medizinische Masseurinnen und Physiotherapeuten und ­ therapeutinnen im Juni 2016.

+ Mehr Infos zu Kursen und Weiterbildungsangeboten unter www.rhythmische-massage.ch

Kraft und Heilung aus dem Zentrum unseres Seins

Lebensberatung und kraftvolle Behandlungen durch Handauflegen: Stärken Sie Ihren inneren Lebensfluss, damit alte Belastungen gehen können, um Platz zu schaffen für Ihre ursprüngliche Leichtigkeit und Freude. Seit neun Jahren berate und behandle ich erfolgreich Menschen in Einzelbehandlungen und in kleineren Gruppen.

Gerne unterstütze ich Sie bei Ihren Anliegen oder bei körperlichen Beschwerden, um den Weg zu bereiten für eine glückliche, zufriedene, gesunde und erfolgreiche Zukunft. Ich freue mich auf Sie.

+ Mehr Infos bei Angela Keller, Heilerin/Lebensberaterin, Telefon 079 863 17 00 www.angela-seele.ch

Eine stilvolle Auszeit für die Seele

Sich etwas Gutes tun, abschalten und Ruhe finden. Ein Ort, an dem dies gelingt, ist die Casa Santo Stefano im Südtessiner Dorf Miglieglia. Mit seinen zwei historischen und stilvoll renovierten Tessinerhäusern vereint das «etwas andere» Albergo Komfort mit gepflegter Einfachheit. Typische «camere» mit Tonböden und antiken Möbeln, helle Loggien und die Terrasse mit Pergola laden dazu ein, die Seele baumeln zu lassen. Vor dem Haus liegt ein wildromantisches Wandergebiet mit Kastanienwäldern und Wasserfällen.

+ Mehr Infos unter Telefon 091 609 19 35 www.casa-santo-stefano.ch

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So haben Motten schlechte Karten

Die neue «Mottenfalle Kombi» ermöglicht eine Früherkennung von Vorrats- und Kleidermotten. Sie ist mit einem Multilockstoffleim versehen und ermöglicht eine schnelle Erkennung und Überwachung eines möglichen Befalls. Zur Bekämpfung von Mehl-, Speicher-und Dörrobstmotten kommen dann die natürlichen Feinde der Motten, die Tricho-Schlupfwespen zum Einsatz. Die kleinen, weniger als einen halben Millimeter winzigen Wespen parasitieren die Motteneier und befreien so auf natürliche Art die Küchen und Schränke von Motten.

+ www.biogarten.ch

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3

Perfekter Schutz gegen zu viel Sonne

Pelsano Sun steht für sanften und hochwirksamen Sonnenschutz. Alle Produkte sind frei von Parfümstoffen und Parabenen und enthalten Vitamin E, das die Haut pflegt, vor schädlichen freien Radikalen schützt und vorzeitiger Hautalterung vorbeugt. Die wasserfesten Pelsano sun Cremes gibt es mit hohem (UVB 30+) und mittlerem (UVB 20+) Schutz, und sie sind für Kleinkinder ab drei Monaten sowie Allergiker und Personen mit empfindlicher Haut geeignet. Preis ab Fr. 26.–.

+ www.pelsano.ch

Klein, leicht und praktisch

Der Name ist Programm: «Tschüss Plastik» heisst das Label der beiden Zürcher Alexandra und Michel von Albert. Ihre Taschen und Rucksäcke aus Baumwolle und Leinen sind nicht nur prima Einkaufstaschen, sie lassen den Träger auch gut aussehen. Ob mit Mandala-Sujet, Text-Botschaft, buntem Rentier oder Blumen werfendem Demonstranten – im Webshop findet jeder den passenden Sack.

+ www.tschuessplastik.ch

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5

Aus Mode wird Stoffgarn

Das Stoffgarn Zpagetti von Hoooked besteht aus komplett recycelten Resten der aktuellen Kollektionen von europäischen Modeherstellern. Zusätzlich entspricht es den europäischen REACH-Standarts für schadstoffgeprüfte Textilien und ist in den unterschiedlichsten Farben erhältlich. Es kann online im DaWanda-Shop «Das Blaue Tuch» bestellt werden.

+ www.hoooked.de

Modische Taschen aus alten Flaschen

Mit der «I was a Bottle»-Kollektion präsentiert der Designer Francesco Rossi ein zeitgemässes Recycling-Konzept. Mit moderner Technologie wird aus alten PET-Flaschen ein robustes und doch geschmeidiges Gewebe hergestellt. 80 Prozent der Rossis-Taschen und Geldbörsen werden in Portugal angefertigt. Und: Rossis bietet für alle seine Produkte einen lebenslangen Reparaturservice.

Preis ab Fr. 279.–.

+ www.rossis.com

6

Das hilft bei Prellungen

und Zerrungen

Das Weleda Arnica-Gel kühlt und lindert Schmerzen bei Prellungen oder Gelenkbeschwerden. Das fettfreie Gel zieht schnell ein, ohne einen klebrigen Film auf der Haut zu hinterlassen. Es enthält Arnica aus biologischer Herkunft und ist frei von synthetischen Zusatz- und Konservierungsstoffen. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Dies ist ein Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage.

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7

Einfache Idee mit grosser Wirkung

Diese Matte wirkt sehr entspannend, schmerzlindernd, schlaffördernd und ausgleichend auf unseren gesamten Organismus. 6210 Stimulationspunkte wirken nach einem jahrtausendealten Heilverfahren aus Asien, der Akupressur.

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Für Sportlerinnen und Sportler

Sportlerinnen und Sportler setzen auf Omida Magnesium phosphoricum Nr. 7 plus. Diese einzigartige SchüsslerSalz-Pulvermischung besteht aus: Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 5 Kalium phosphoricum und Nr. 7 Magnesium phosphoricum. Sie unterstützt die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und verkürzt die Erholungszeit nach dem Sport auf natürliche Weise. Das Pulver ist in handlichen Sachets erhältlich und kann überall mitgenommen werden. In Apotheken und Drogerien erhätlich.

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Gesundheit

Was steckt drin?

Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten und Kosmetika sorgen immer wieder für negative Schlagzeilen und Verunsicherungen bei den Konsumenten. Besonders auch solche, die hormonaktiv sind oder im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Über die Website und die App des Schweizer Start-up-Unternehmens Codecheck findet man einfach wichtige Informationen zu einem Produkt und dessen Inhaltsstoffen sowie eine Beurteilung («empfehlenswert», «eingeschränkt empfehlenswert», «nicht empfehlenswert») von Organisationen wie Ökotest, Greenpeace und WWF. Ebenso findet man teilweise durchaus hilfreiche Kommentare von Konsumenten sowie Vorschläge zu Alternativprodukten. Und wer wissen möchte, wie gesund ein «Knuspermüesli» wirklich ist, findet in der Rubrik Lebensmittel ebensolche Informationen. MM + www.codecheck.info

Wadenkrämpfe

Mitten in der Nacht von einem Wadenkrampf geweckt zu werden, ist eine ziemlich unangenehme Erfahrung. Kanadische Forscher haben aufgrund ausgestellter Medikamentenrezepte und mit einer Google-Statistik zum Suchbegriff «Wadenkrämpfe» herausgefunden, dass das Phänomen in den Sommermonaten gehäuft vorkommt. Weshalb Wadenkrämpfe im Sommer vermehrt auftreten, konnten die Forscher aber nicht eruieren. Vorbeugen kann man den nächtlichen Attacken mit regelmässiger Bewegung sowie Dehnungsübungen der Unterschenkelmuskulatur. Nach Absprache mit dem Arzt können auch Magnesiumpräparate hilfreich sein.

Gut zu wissen:

Fast zwei Drittel der täglichen UV-Strahlung treffen in der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr auf die Erdoberfläche. Schatten ist zu dieser Zeit der beste Sonnenschutz.

11bis15 Uhr

Entwarnung für die Butter

Oft wird behauptet, Margarine sei gesünder als Butter, weil sie weniger Transfettsäuren enthalte. Dieses Argument ist wissenschaftlich aber nicht haltbar, wie die deutsche Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention klarstellt. Die bedenklichen Fette entstehen bei der technologischen Härtung von Fetten. Für den Körper sind sie schwer verwertbar und können sich in den Blutgefässen ablagern. Die Transfettsäuren in der Butter entstehen jedoch auf natürlichem Wege als bakterielle Stoffwechselprodukte im Pansen der Kühe. In Studien konnten bislang – im Gegensatz zu den industriell produzierten Vertretern – keine Schäden nachgewiesen werden. Einige Studien deuten sogar auf eine gefässschützende Wirkung der bakteriellen Transfettsäuren hin. MM

Heilpflanze des Jahres

Sie ist einfach da: im Kühlschrank – wo es ihr eigentlich zu kalt ist – oder bei Zimmertemperatur in einem passenden Behälter. Die Zwiebel ist in jeder Küche und doch wird sie nicht selten mit einer gewissen Nachlässigkeit behandelt. Dies obwohl das Gemüse günstig und vielseitig in der Zubereitung ist und Herr und Frau Schweizer immerhin 3,4 Kilo Zwiebeln pro Jahr konsumieren. Doch die Zwiebel ist nicht nur ein prima Lebensmittel, sie hat auch viele heilende Eigenschaften und ist Heilpflanze des Jahres 2015. Im Sommer hilft sie beispielsweise bei Insektenstichen: Zwiebel halbieren und Schnittfläche auf die betroffene Stelle legen. Das wirkt kühlend, entzündungs hemmend und lindert die Schwellung. Zudem ziehen die Wirkstoffe die Gefässe zusammen, was die Verteilung des Giftes verhindert und somit auch die Schmerzen lindert.

VORSICHT REIZEND

DAMIT KLEIDUNG MÖGLICHST PFLEGELEICHT UND DOCH ROBUST IST, KOMMEN AUFWENDIGE CHEMISCHE VEREDELUNGSTECHNIKEN ZUM EINSATZ.

DAS IST PROBLEMATISCH FÜR HAUT UND UMWELT.

Text: MARION KADEN

MODE MACHT SPASS. Das Aussuchen und Kaufen von modischer Kleidung, Schuhen oder Accessoires wird geprägt von persönlichem Geschmack sowie Vorlieben und ist oft auch Ausdruck der Individualität. Wohl zu keiner Zeit war die Mode so bunt und vielfältig an Farben, Stoffen und extravaganten Materialien wie heute. Die Textilindustrie sucht stets nach Neuem, um die hohen Erwartungen bezüglich Funktionalität und Komfort für Konsumenten und Produzenten zu befriedigen. Längst sind bügelfreie Hemden, immer sitzgerechte Hosen, absolut farbechte Stoffe, knitterfreie oder extra kuschelig­weiche Materialien alltäglich. Was vielen Konsumenten nicht bewusst ist: Um bestimmte Faserstrukturen und Eigenschaften zu erhalten, müssen beispielsweise Chemiefasern mit Kunstharzen ummantelt werden.

TEUER UND UNGESUND. Textilien (das gilt auch für Schuhe und Accessoires), die sogenannten Veredelungen unterzogen werden, benötigen verschiedenste chemische Zusätze, je nach Endprodukt zu vielen verschiedenen Zeitpunkten der Herstellung. Diese teilweise aufwendigen Behandlungen können sich nicht nur auf den Verkaufspreis auswirken, sondern im schlechteren Fall auch auf die Gesundheit: Chemisch behandelte Fasern können zu Reizungen, Ekzemen und Allergien führen – trotz vorgängiger Tests (meist an Tieren). Auch die meisten kommerziell

verwendeten Farben haben nicht gerade einen guten Ruf. Sie bestehen oft nicht nur aus einer Farbe, sondern aus einem Farbenmix wie beispielsweise Schwarz, welches aus Blau, Orange und Braun besteht. Leider sind viele industriell hergestellten Farben gesundheitlich oder ökologisch bedenklich. Sie können fruchtschädigend, krebserregend oder biologisch nicht abbaubar sein.

ALLERGIE LÖST ALLERGIE AUS. Vielleicht noch nicht bei der Anprobe, aber beim ersten Tragen verspürt man plötzlich ein unangenehmes Gefühl auf der Haut. Kribbeln oder Juckreiz kann dafür sorgen, dass das neue T­Shirt schnellstens in den Tiefen des Kleiderschranks verschwindet. Die Ursachen für solche Hautirritationen können vielfältig sein: Textile Hilfs­ und Färbemittel beispielsweise, die gerade auch bei Chemiefasern eingesetzt werden, sind nicht besonders fest mit den Fasern verbunden. Sie lösen sich leicht und gelangen bei Kleidungsstücken, die direkt auf der Haut aufliegen, über die Haut in den Organismus. Der kann dann mit allergischen Kontaktekzemen reagieren. Diese müssen nicht sofort auftreten, sondern können sich erst 24 bis 72 Stunden später durch einen Ausschlag mit Rötungen, Schwellungen, Bläschenbildung äussern. Besonders problematisch: Auf eine allergene Reaktion (zum Beispiel auf Farbe oder Nickel bei Gürtelschnallen oder Knöpfen) können weitere auf andere Materialien folgen, sodass eine Art Dominoeffekt entsteht und schlimmstenfalls sogar auf eine Hautreaktion ein allergisches Asthma folgen kann. Deshalb sind derartige lokale Kontaktekzeme nicht zu bagatellisieren. Hautärzte bestimmen durch Allergietests die häufiger vorkommenden Allergieverursacher. Diese müssen dann zukünftig möglichst vermieden werden.

ZUERST WASCHEN. Nicht jedes Hautjucken muss eine allergische Reaktion aufzeigen. Manchmal sorgen auch luftundurchlässige Kleidungsstücke zu vermehrter Schweissbildung und zu Hautirritationen. Auch raue Fasern oder grobe Wolle können allein durch mechanische Reizung zu Hautjucken führen. Grundsätzlich sollte jedes Kleidungsstück zuerst gewaschen wer­

Kleingedrucktes

Aufgepasst: Folgende «Qualitätsmerkmale» können einen Hinweis sein auf chemische Behandlungsmethoden, die ein erhöhtes Allergiepotenzial mit sich bringen.

+ schmutzabweisend + antimikrobiell

+ antistatisch + antismell + flammgeschützt + fusspilzhemmend + pilzfrei

+ waschmaschinenfest + superwash

+ formstabil + bügelfrei + filzfrei

+ wash & wear + vor dem ersten Tragen waschen + knitterfrei + hochveredelt + besonders pflegeleicht

+ fade out + nur mit gleichen Farben waschen.

Baby- und Kinderkleider

Weil Säuglinge und Kleinkinder schnell wachsen und qualitativ gute Stücke oft teuer sind, wird Babykleidung gerne weitergegeben. Das ist der richtige Ansatz: Die Kleider sind nämlich mittlerweile so oft gewaschen, dass sie sehr viel weniger Schadstoffe enthalten. Die Übernahme sollte also nicht mit Scham verbunden sein («ich kann mir nichts anderes leisten ...»), sondern mit dem guten Gefühl, das Beste für die Kleinen hinsichtlich der Schadstoffbelastung zu tun. Zudem werden so auch Ressourcen geschont. Beim Kauf von neuen Kleidern sollte bedacht werden: Der Hinweis «reine Baumwolle» ist kein Qualitätsmerkmal. Es können trotzdem viele Insektizide im Gewebe enthalten sein.

den, bevor es zum ersten Mal getragen wird. Verschmutzungen und Rückstände von Chemikalien können dadurch oft eliminiert werden.

Menschen, die unter Neurodermitis leiden und deren Haut ohnehin schon in ihrer Barriere­ und Schutzfunktion gestört ist, sollten unbedingt Kleidung mit zu vielen Farb­ und Zusatzstoffen meiden. Auch ältere Menschen oder Patienten, die dauerhaft Kortison nehmen müssen, können aufgrund der dünner werdenden Haut empfindlicher auf Schadstoffe jeder Art reagieren. Besonders schützenswert ist natürlich die Haut von Säuglingen, Babys und Kleinkindern. Bei ihnen ist das Immunsystem noch nicht vollkommen ausgereift respektive aufgebaut. Ihre Haut nimmt Schadstoffe besonders gut und leicht auf. Ein verantwortungsbewusster Kleiderkauf für die Kleinen kann die Weichen für ihr weiteres, allergiefreies Leben bestimmen.

ALLE LEIDEN.

Doch nicht nur die gesundheitlichen Aspekte sind relevant. Eng verknüpft mit günstigen, ebenso aber auch mit teuren Kleidungsstücken sind die rücksichtslose Ausbeutung der Umwelt, der hohe Verbrauch von Ressourcen und die menschenunwürdigen, gesundheitsschädigenden Arbeits­ und Produktionsbedingungen vor allem in den Ländern der Dritten Welt. Umweltbewusste, sozial engagierte Konsumenten sind deshalb bereit, für schadstofffreie, umweltfreundlich hergestellte und fair gehandelte Kleidung mehr zu zahlen. In den letzten 15 Jahren haben sich internationale, nationale oder auch regionale Verbände um die Entwicklung von Gütesiegeln bemüht, die Nachhaltigkeit in unterschiedlicher Weise darstellen sollen. Den bisher entwickelten Gütesiegeln fehlen jedoch vereinheitlichte Richtlinien oder Standards, was bei Konsumenten für Verwirrung sorgen kann (siehe Glossar Seite 14). u

Viele in der Textilindustrie verwendeten Farben sind heikel für Mensch und Umwelt.

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Reinkarnations-Analyse

Rückführungen

Der sanfte Weg zur Bewältigung existentieller Krisen

Wir quälen uns mit immer wiederkehrenden Ängsten und Phobien, haben seelische Blockaden oder kämpfen gegen unerwünschte Verhaltensmuster und wiederkehrende Konfliktsituationen.

Dank Rückführungen in frühere Existenzen können wir die Ursachen unserer Probleme wahrnehmen und auflösen. Das Erkennen und Verarbeiten von Konflikten und traumatische Erfahrungen in der Vergangenheit, beeinflussen positiv unser heutiges Leben und erhöhen unsere Lebensqualität.

Barbara Bachmann – 8247 Flurlingen

Dipl. Hypnotherapeutin AGW – Leiterin ECPS

Prof. Mitglied IARRT, CA USA / S.P.R. London UK

T. 052 659 10 63 • bbachmann@ecps.ch • www.ecps.ch

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Die integrier te Str uktur, die im Rolf ing angestrebt wird, vermeidet die Fehlbelastung von Gelenken und Überlastung der Gewebe. Der Kör per bef indet sich wieder in Balance und Einklang mit der Schwerkraft. Tiefe manuelle Bindegewebsarbeit, verbunden mit sensitiver Bewegungsschulung, er möglicht eine differenziertere Selbstwahrnehmung. Arbeitsorte: ZH, Vella (GR), Schaan (FL)

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Zarte Kraft

Die Knospen von Nadelhölzern sind nicht nur ein bewährtes Mittel gegen Husten, als Tee sind sie im Frühling auch gute Mineralstofflieferanten.
Text: SABINE HURNI

EENDLICH FRÜHLING. Die

Sonne scheint schon über 14 Stun den täglich; in der Natur herrscht Aufbruchstimmung und auch der Mensch erwacht zu neuem Aktivismus. Zum Schutz gegen Kälte sammelte der Körper im Winter vermehrt Fett an. Sobald es aber wärmer wird, braucht der Körper diese Kraftreserve nicht mehr. Viele Stoff wechselorgane wie die Leber, die Bauch speicheldrüse und die Nieren werden im

Frühling automatisch wieder aktiver und der Winterspeck schmilzt fast von alleine. Besonders dann, wenn der Körper mit‑ hilfe von leicht verdaulichen, mit scharfen und bitteren Kräutern gewürzten Lebens mitteln zusätzlich unterstützt wird. Mit stoffwechselanregenden Frühlingskräu tern wie Brunnenkresse, bitteren Salaten aus Löwenzahn und gemüsereichen Mahl zeiten verschwindet nicht nur die winterli che Fettreserve, sondern auch die Winter schwere, die oft als Frühjahrsmüdigkeit bezeichnet wird.

DAS TANNENBIER. Neben den hauptsächlich bitteren Frühlingspflan zen gehören auch die jungen Triebspit zen von Nadelhölzern zu den stoffwech selanregenden, schleimlösenden, herben Naturheilmitteln. Während Laubbäume aus ihren Knospen zarte, herrlich grüne Blättchen hervorbringen, wachsen an den Triebspitzen sämtlicher Nadelhölzer wei che, helle Nadeln. Die Triebspitzen von Tannen, Fichten oder Föhren sind be währte Naturheilmittel. Man verwendet sie in Hustensirup oder Bronchialpastillen bei Atemwegsinfekten. In der Volksheil kunde wurde das Tannenbier, der Tee aus Tannenschösslingen, bei Vitaminmangel verschrieben. Neben Vitaminen enthalten die Tannenschösslinge auch viele Mineral stoffe und schleimlösende Substanzen. Die Wirkstoffe aus den Triebspitzen stärken zudem die Knochen, regen die Stoffwech seltätigkeit an und vertreiben den letzten Rest der Frühjahrsmüdigkeit.

MACHT WACH. Man kann die frischen Knospen mehrmals täglich kauen oder aus den jungen Triebspitzen und Nadeln einen herben, würzigen Tannenknospentee zu bereiten. Als Tee gegen Frühjahrsmüdig keit oder Bronchialhusten übergiesst man eine Handvoll Tannensprossen mit ko chendem Wasser und lässt die Triebspit zen zugedeckt zehn Minuten im Wasser ziehen. Zur Anregung des Stoffwechsels trinkt man den herben Tee zwei Mal täg lich. Bei verschleimten Atemwegen kann man zusätzlich zum Tee aus den Tannen

schösslingen auch ein Dampfinhalations‑ bad zubereiten. Allerdings ist das Ernten von Tannenknospen im Wald verboten. Nur die eigene Tanne im Garten darf für die Herstellung der heilsamen Zuberei‑ tungen verwendet werden. Doch auch bei diesen Pflanzen ist Respekt geboten: Nehmen Sie so viel, wie Sie wirklich be‑ nötigen und lassen Sie einen grossen Teil der zarten Knospen an der Tanne. Ach‑ tung: Besonders das Sammeln der Wip‑ feltriebe schwächt den Baum empfindlich. Die Triebe der grossen unteren Äste kann man aber unbedenklich pflücken. u

Beratung

Sabine Hurni

Dickes Blut

Vor ein paar Wochen ist festgestellt worden, dass mein Blut zu dick ist. Ich habe Aspirin 100 verschrieben bekommen. Mir widerstrebt die Idee, dieses Medikament langfristig einzunehmen. Gibt es natürliche Alternativen?

Drogistin HF und Naturheilpraktikerin mit Fachrichtung Ayurveda und Phytotherapie beantwortet Ihre Fragen zu Gesundheit, Ernährung, Ökologie, Garten oder Natur.

Senden Sie Ihre Fragen an: sabine.hurni@azmedien.ch oder «natürlich», Leserberatung, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau www.natuerlich-online.ch

So aktivieren Sie den Stoffwechsel

Sanft fasten: Einmal die Woche einen Fastentag mit Säften, Früchten, Gemüsesuppen und viel Kräutertee durchführen. Abends nur noch eine würzige Suppe essen.

Moderat bewegen: Sich täglich mindestens 30 Minuten draussen bewegen. Idealerweise im Wald. Wildkräuter essen: Mit jungen Löwenzahnblättchen, Schnittlauch, Knoblauchrauke oder Gartenkresse die Salate bereichern oder die Kräuter zusammen mit Früchten zu einem Smoothie verarbeiten.

Heilkräftige Naturprodukte: Ein Mariendistelpräparat zur Aktivierung der Lebertätigkeit einnehmen. Für zwei bis drei Wochen täglich einen Liter Stoffwechseltee mit Brennnessel, Birkenblättern, Löwenzahn, Schafgarbe und Melisse trinken.

Kneipp-Anwendungen: Täglich vor dem Duschen die Haut mit einem Sisal-Handschuh oder einer Trockenbürste sanft abrubbeln und den Körper – oder zumindest die Beine – nach dem Duschen kalt abspritzen.

Am allerwichtigsten ist es, dass Sie genug Wasser oder ungesüssten Tee trinken. Man rechnet drei Deziliter pro 10 Kilogramm Körpergewicht. Für Blut- und Herzkreislauf sind die Heilpflanzen Ginkgo Biloba und Weissdorn zuständig. Lassen Sie sich doch in der Drogerie einen spagyrischen Spray mit diesen und allenfalls weiteren passenden Heilpflanzen mischen. Diese Sprays sind sehr wirksam und einfach in der Anwendung. Wichtig wäre auch, dass Sie die Leber anregen; sie ist zuständig für die Blutbildung. Eine ganz wichtige Leberpflanze ist die Mariendistel. Sie hilft der Leber bei der Regeneration. Das Aspirin 100 ist zum Glück sehr niedrig dosiert. Bevor Sie das Medikament absetzen, würde ich Ihnen empfehlen, die Heilpflanzenmischung und das Aspirin gleichzeitig einzunehmen. Versuchen Sie sich auch täglich eine halbe bis eine Stunde zu bewegen. Denn auch Bewegung bringt das Blut in Fluss.

Angerissene Achillessehne

Meine Achillessehne ist angerissen. Inzwischen kann ich wieder normal laufen, aber noch nicht rennen. Yoga scheint zu helfen. Was könnte ich sonst noch tun? Was empfiehlt Ayurveda?

S. S., Zürich

Ein Klassiker zur Förderung der Wundheilung ist Arnika. Als homöopathisches Heilmittel regt Arnika die Selbstheilungskräfte an. Wenn eine Sehne reisst, weist das darauf hin, dass der Körper eher zu trocken ist und die Sehnen etwas spröd sind. Im Ayurveda heisst dies, dass das Vata (Windenergie) erhöht ist und beruhigt werden sollte. Sie müssen Ihrem Körper äusserlich wie auch innerlich möglichst viel Feuchtigkeit zuführen. Äusserlich mit Salben oder Ölwickeln. Zum Beispiel mit Johanniskrautöl, Arnikasalbe oder einem mit warmem Öl angerührten Lehmwickel. Innerlich könnten Sie zum Beispiel das Amla Fruchtmus Chyavanprash einnehmen. Das Fruchtmus gibt Ihnen eine gute Basis, Energie und eine Portion Vitamin C. Zudem wird der Körper mit Feuchtigkeit versorgt. Das alles lässt die Achillessehne zwar nicht direkt zusammenwachsen, mobilisiert aber die Selbstheilungskräfte und hilft Trockenheit vorzubeugen. Unterstüt-

zung bieten auch Omega-3-Fettsäuren, Grünlippmuschelextrakt und allen voran eine ausgewogene Ernährung mit regelmässig eingenommenen warmen Mahlzeiten. Vermeiden Sie trockene Speisen wie Brot, Rohkost, nicht gekochte Getreideflocken und trockene Cracker. Besser sind saftige, warme, gekochte Speisen.

Bei Hitze Bauchschmerzen

Bald sind Campingferien in Spanien geplant und wie jedes Jahr werde ich wieder leiden. Sobald es heiss ist, habe ich ständig einen aufgeblähten Bauch, Krämpfe und Koliken; auch in der Schweiz. Ich nehme Fenchel und Kümmelsamen zu mir und trinke den Tee neuerdings mit etwas Zitronensaft.

B. Z., Thun

Sobald es heiss wird, nimmt die Verdauungskraft stark ab. Vermutlich ist es das, was Ihnen zu schaffen macht. Würste, Käse, Milch, Gebäck, Glace – all das ist während der heissen Monate für unser Verdauungssystem sehr schwer zu bewältigen. Gemäss der Ayurveda-Ernährungslehre sollte man im Sommer nur leichtes Getreide

wie Reis, Couscous oder Fladenbrote aus Dinkelmehl ohne Hefe essen. Teigwaren, Brot und Gebäck sollten Sie auf der Seite lassen. Ideal wäre gekochtes Gemüse, Fisch, Poulet, zum Frühstück frische Früchte und heisser Tee. Trinken Sie zudem am Morgen vor dem Frühstück etwas warmes Wasser und versuchen Sie, auch tagsüber keine gekühlten Getränke zu sich zu nehmen. Wenn Ihnen nach einer Abkühlung ist: Buttermilch oder mit Wasser verdünnter Joghurt sind ideal – gesüsst mit Honig oder Ahornsirup. Essen Sie generell kleine Portionen, tagsüber viele Früchte und Salate. Erst wenn es gegen Abend abgekühlt hat, können Sie eine grössere Mahlzeit zu sich nehmen. Zusätzlich würde ich Ihnen empfehlen, dass Sie sich mit bitteren Tropfen eindecken. Sie helfen der Verdauung auf die Sprünge.

Herzklappe

schliesst nicht

Meine Herzklappe zur rechten Herzkammer schliesst nicht ganz. Nun wird untersucht, was zu tun ist. Für den Kardiologen ist bereits klar, dass eine traditionelle Klappenoperation mit Öffnen des Brustbeins durchgeführt werden muss. Mir graust vor dieser grossen Operation. Gibt es Alternativen?

J. S., Burgdorf

Ich kann Ihr Unbehagen gut verstehen. Eine abschliessende Antwort kann ich Ihnen leider nicht geben. Hat Ihr Arzt Sie über die Auswirkungen der undichten Herzklappe beraten? Oder anders gefragt: Wie lange können Sie abwarten, bis wirklich ein Handlungsbedarf besteht? Ist Ihre Atmung immer gleich streng, oder gibt es Phasen, in denen Sie beschwerdefrei sind? Wie stark sind Sie im Alltag eingeschränkt durch die erschwerte Atmung? Sollte Abwarten ein zu hohes Risiko bergen, müssen Sie zwingend operieren. Wenn Sie Ihre Atembeschwerden aber nicht allzu fest beeinträchtigen und eine Operation nicht zwingend ist, können Sie meiner

Meinung nach zwischen Lebensqualität und Herzleistung abwägen. Das Herz ist ein Muskel. Diesen kann man trainieren, indem man sich täglich mindestens 30 Minuten lang an der frischen Luft bewegt. Grundsätzlich können Sie das Herz mit Bewegung, Weissdorntinktur, Kalium-Magnesium-Tabletten und Omega-3Fischöl-Kapseln sehr gut in Schwung halten. Das sind sehr gute Heilmittel für das Blut und das Herz. Im besten Fall bleibt das Herz stabil. Im schlimmsten Fall müssen Sie in ein paar Jahren trotzdem operieren.

Mineralstoffe und Phytinsäure

Gehen beim Einweichen von Getreide, Hülsenfrüchten und Nüssen zum Zwecke des Phytinsäureabbaus auch Mineralstoffe ins Einweichwasser? Bringt das Einweichen überhaupt etwas? Soll ich das Einweichwasser mehrmals durch frisches Wasser austauschen, wenn ich das Getreide über zwei Tage lang einweiche?

S. M., Pittenhart/D

Phytinsäure befindet sich in den Samenschalen von Getreide, Hülsenfrüchten und Nüssen. Weil sich die Phytinsäure mit Mineralstoffen verbindet, sind diese für den Körper nicht mehr verfügbar. Trotzdem macht es Sinn, Vollkornprodukte zu essen. Unter dem Strich enthalten sie immer noch mehr Mineralstoffe als die raffinierten, geschälten oder polierten Körner und Samen. Wichtig ist der richtige Umgang mit den Lebensmitteln. Damit sich die Phytinsäure abbaut, müssen Getreidekörner, Hülsenfrüchte und Nüsse einige Stunden eingeweicht, fermentiert oder angekeimt werden.

Über die Schädlichkeit der Phytinsäure herrscht Uneinigkeit. Tatsache ist, dass das Phytin, das sich in der Samenschale von Vollkorngetreide, Linsen und Nüssen befindet, die Aufnahme verschiedener Mineralstoffe hemmt oder sogar verhindert. Neuere Studien schreiben der Phytinsäure aber auch positive Eigenschaften zu. Sie soll ausgleichend auf den Blutzuckerspiegel wirken, krebsbekämpfende Fähigkeiten haben und sogar bei der Abwehr gegen schädliche Strahlungen helfen. Da ist sicher noch reichlich Forschungspotenzial vorhanden. Wenn Sie Getreide und Hülsenfrüchte einweichen oder keimen lassen, reduziert sich der Phytinsäure -

gehalt. Das Phytin baut sich aber nicht vollständig ab. Einzig die saure Vergärung, wie dies zum Beispiel beim traditionell hergestellten Sauerteigbrot der Fall ist, vermindert die Phytinsäure nahezu vollständig. Mit geringen Mengen an Phytinsäure kann der Körper umgehen. Höhere Mengen

können zu einem Nährstoffmangel führen, dies vor allem bei geschwächten Personen, Schwangeren, Kindern oder Menschen mit einem gestörten Darmmilieu. Es ist richtig, dass ein Teil der Mineralstoffe mit dem Einweichwasser weggegossen wird. Doch ohne Einweichen würde die Phytinsäure die Aufnahme der Mineralstoffe verhindern, was über längere Zeit zur Demineralisierung mit schweren Folgen wie Osteoporose oder Zahnschäden führen könnte. Die durch das Einweichwasser verlorenen Mineralstoffe sind somit das kleinere Übel. Naturvölker haben sich mit ihrem intuitiven Wissen noch die Zeit genommen, um ihre Nahrungsmittel in langen Verfahren möglichst bekömmlich zu machen. Nur so konnten die Nährstoffe voll ausgenutzt werden. Heute stehen Effizienz und Ertrag im Vordergrund. Traditionelle Zubereitungsarten sind durch die Industrialisierung verloren gegangen, und dies leider nicht ohne Auswirkungen. Ich empfehle, das Einweichwasser täglich zu erneuern, die eingeweichten Hülsenfrüchte unter fliessendem Wasser zu spülen und anschliessend in frischem Wasser zu kochen. Auch Nüsse empfehle ich, nach dem Einweichen zu spülen. Getreide kann durchaus im Einweichwasser gekocht werden, wenn dies gut vertragen wird. Ebenso wichtig wie die richtige Zubereitung ist die täglich eingenommene Menge an Nahrungsmitteln, welche Phytinsäure enthalten. Getreide und Hülsenfrüchte sind Beilagen und Nüsse sollten in kleinen Mengen genossen werden. Der Hauptteil der Speisen sollte immer aus frischem, saisonalem Obst, Salaten und Gemüse bestehen. Sie liefern uns grosse Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. u Natascha Braid-Muff

Ich würde ja sofort bewusster einkaufen, ABER

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Ha(a)rmonie

Haare sind nicht nur Kopfschmuck, sie sagen auch viel über unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus. Naturcoiffeure wissen das und machen sich mit sanften Techniken und altbewährten Mitteln ans Werk.

Text: FABRICE MÜLLER

SIE TRUGEN LANGES HAAR:

Zeus, Achilles, Hektor und Poseidon, die Helden und Götter der griechischen Mythologie. Auch die griechischen und trojanischen Soldaten hatten langes Haar. Krieger sahen es als Zeichen des Adels und trugen ihre Haarpracht offen gekämmt zur Schau. Ungeschnittenes Haar galt bei Männern wie Frauen seit dem ersten Jahrhundert vor Christus als Zeichen der Freiheit. Eine Glatze hingegen war schon zu Zeiten der alten Ägypter mit negativen Assoziationen verknüpft. Die Betroffenen rieben sich eine Tinktur aus gemahlenen und in Öl gebratenen Hundepfoten und Eselshufen auf ihre kahlen Häupter. Auch für die Verschönerung des Haares wurde seit jeher überall auf der Welt ein grosser Aufwand betrieben. Unzählige Zeugnisse aus der Geschichte und der Archäologie belegen, dass das Haar zu allen Zeiten und in allen Kulturen eine herausragende Rolle gespielt hat.

SELBSTWERTGEFÜHL. «Die Haare sind die Krönung des Menschen sowie ein Zeichen seiner Vitalität und Gesundheit», sagt Almut Reich, die als Naturcoiffeuse in Basel einen Salon betreibt und sich durch die ganzheitliche Haarpflege einen Namen gemacht hat. Das Selbstwert- und Lebensgefühl sei eng mit den eigenen Haaren ver-

bunden. «Das sehen wir nur schon daran, wie viele Menschen reagieren, wenn sie mit ihrem Haarschnitt oder der Haarfarbe nicht zufrieden sind», ergänzt Almut Reich. Haare seien Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Schönheit, findet die Naturcoiffeuse Ursula Putzi aus Maienfeld. Ihr Wunsch ist es, dass die Menschen erkennen, welche Haare zu ihnen passen. Denn genauso wie bei Kleidern geht von den Haaren eine Signalfunktion aus, die für unser soziales Leben bedeutsam sind. Sie liefern zum Beispiel Hinweise auf das Alter, das Geschlecht, die ethnische Gruppe, den sozialen Rang und nicht zuletzt auf die Individualität.

HAARE ALS ANTENNE. Spannend ist auch der spirituelle Kontext, mit dem die Haare in Verbindung gebracht werden: Unter diesem Aspekt werden die Haare mit Antennen verglichen. Wie jede andere Körperzelle auch empfangen die Haare offenbar Signale von aussen und leiten diese direkt ins Gehirn weiter. Da die Haare einen vergangenen Teil des Menschen symbolisieren, stehen sie mit unserer Vergangenheit in Resonanz. Das heisst: Wer lange Haare hat und mit seinem bisherigen Leben in Harmonie ist, für den sind seine Haare eine Quelle der Kraft. Bedeutet die Vergangenheit für jemanden vor allem Probleme und negative Erinne-

rungen, steht er mit den Haaren auf Kriegsfuss – so jedenfalls die Ansicht von Andreas Rebmann, Autor der Wissenssammlung «spirituelle.info». Will man seinen Fokus aus der Vergangenheit in das Hier und Jetzt verschieben, kann es durchaus sinnvoll sein, die Haare zu schneiden – wie dies zum Beispiel bei den Buddhisten Tradition ist. Der Volksmund kennt dieses Wissen ebenfalls, wenn er davon spricht, «alte Zöpfe» abzuschneiden.

DAUERHAFTE SCHÄDEN. Trotz der grossen Bedeutung der Haare auf der psychologischen Ebene sind sie in der heutigen Zeit zu einem reinen Modeobjekt verkommen, das mit viel Chemie bearbeitet und verändert wird. Der Einfluss von Industrie und Werbung auf den Einsatz von Haarpflegemitteln im täglichen Gebrauch ist gross; kaum jemand begnügt sich heute mit Shampoo, Bürste und Kamm. Pflegespülung, Stärkungsmittel, Gel, Haarspray und Färbemittel gehören oft zur Ausstattung daheim.

Einen Gegenpol dazu bildet die noch kleine, aber stetig wachsende Gemeinschaft der Naturcoiffeusen und Naturfrisören in der Schweiz. Almut Reich arbeitete acht Jahre lang als konventionelle Coiffeuse, jedoch stetig mit einem unguten Gefühl: «Schon immer störte mich der grosse Einsatz von chemischen

❞ Die Haare sind die Krönung des Menschen sowie ein Zeichen seiner Vitalität und Gesundheit. ❞

Wenn der Löwe mit dem Mond

Der Einfluss des Mondes soll auch vor den Haaren nicht Halt machen. Astrologen sind überzeugt, dass Haare kräftiger wachsen, wenn sie bei zunehmendem Mond geschnitten werden. Der abnehmende Mond indes wirke sich verlangsamend auf das Haarwachstum aus. Sitzt der Mond beim Haareschneiden im Sternzeichen Löwe oder Jungfrau, wächst feines Haar besonders dicht, kräftig und füllig nach. Für die Haarwäsche und eine Kur wirken sich angeblich die gleichen Mondphasen positiv aus. Ganz besonders gut für Haarkuren sollen ausserdem Widderund Schützentage sein.

Mitteln für die Haarpflege, mit der die Haare eines Menschen radikal verändert werden können.» Laut Almut Reich schädigen etwa Färbungen mit aggressiven chemischen Präparaten die Haare und ihre Pigmente zum Teil dauerhaft. Weil die Porendichte am Kopf im Vergleich zum übrigen Körper am dichtesten ist, nehmen die Haare und die Kopfhaut die Substanzen der Haarpflege und Färbungen offenbar besonders gut auf. «Wir gehen davon aus, dass gewisse chemische Substanzen Haarausfall sowie gesundheitliche Probleme bis hin zu Krebs verursachen können», erklärt Almut Reich.

SPIEGELBILD DER SEELE. In der ganzheitlichen Haararbeit wird das Haar als Spiegelbild der Seele und Teil des Körpers betrachtet. Im Rahmen eines Beratungsgesprächs mit der Kundin oder dem Kunden eruiert Naturcoiffeuse Ursula Putzi den Ist-Zustand der Haare sowie die Wunschvorstellung der Kundschaft. Dann werden die Haare nach einem bestimmten Ablauf zuerst trocken und dann nass geschnitten. Rund eineinhalb bis zwei Stunden dauert dies. Die

Kundin sitzt nicht vor dem Spiegel, damit sich ihre Aufmerksamkeit nach innen richten kann. Ursula Putzi wendet dabei die Technik des sogenannten Hairbalancings an. Sie wurde vom Amerikaner Mercury Yount nach den Grundlagen der heiligen Geometrie und der östlichen Heilkunst entwickelt. «Wichtig bei meiner Arbeit ist neben der Technik meine innere Haltung. Im Zentrum steht dabei die Liebe zu Mensch und Haar. Durch das Schneiden darf sich vieles lösen, was den Energiefluss behindert», erzählt Ursula Putzi. Bei der Arbeit spüre sie, wie die Haare der Kunden wieder in ihre ursprüngliche Kraft und Leichtigkeit kommen.

WILDSCHWEINBORSTEN. Bei der Haarpflege verzichten Naturcoiffeure in der Regel auf chemische Produkte. Zum Einsatz kommen indes beispielsweise milde Shampoos auf Basis von Zuckertensiden, Wascherde mit Mineralien oder pflanzliche Reinigungsmittel. Auch die altbewährte Essigspülung wird wieder angewandt. Mit einer speziellen Bürsttechnik, bei der Bürsten mit Wildschweinborsten verwendet werden, befreit Almut Reich

die Haare von Schmutz und Schuppen. «Das regelmässige und intensive Bürsten der Haare ersetzt schädigende Spülungen.» Wünschen ihre Kunden Färbungen, greift Almut Reich auf natürliche Mittel zurück. Die Pflanzenfarben verändern nicht die Farbpigmente des Haares, sondern legen sich nur um sie herum. Dadurch wirken die Haare auch nach ein bis zwei Wochen noch strahlend und kraftvoll, während sie bei chemischen Mitteln laut Almut Reich später oft stumpf und leblos aussehen. Ursula Putzi verzichtet ganz auf Haarfarbe. Sie schliesst die Behandlung mit Edelsteinkämmen ab. Sie wirken ausgleichend und unterstützend. Noch decken die rund 50 Naturcoiffeure in der Schweiz eine Nische ab. Doch die Nachfrage nach einer ganzheitlichen Haarpflege steigt mit dem Bewusstsein der Kunden, bestätigt Ursula Putzi. Almut Reich könnte nach eigenen Angaben angesichts des grossen Kundenvolumens noch drei bis vier weitere Salons eröffnen. ◆

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Leben

Wolken, die am Nachthimmel leuchten

STERNGUCKER IM MAI. Leuchtende Nachtwolken können beobachtet werden, wenn die Sonne in einem Winkel von 6° bis 16° unter dem Horizont steht. Somit sind sie bei uns etwa 90 Minuten nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang am besten sichtbar. Nur dann werden diese silberfarbenen oder bläulichen Federwolken noch von der Sonne beschienen, während der Himmel bereits dunkel ist. Die leuchtenden Nachtwolken sind viel höher als die «normalen» Wolken. Sie befi nden sich in der Mesosphäre in einer Höhe von über 80 Kilometern. Sie entstehen, wenn es in dieser Höhe etwa minus 150 Grad Celsius kalt ist, was von Mai bis August vorkommt. Eigentlich sind diese Wolken vor allem in Nordeuropa sichtbar. Manchmal können im Hochsommer jedoch auch bei uns leuchtende Nachtwolken (ungefähr in nördlicher Richtung) beobachtet werden. Zum letzten Mal war das am 3. Juli um 23 Uhr (Bild) und am 4. Juli um 3.45 Uhr im letzten Jahr der Fall. Andreas Walker

Die besseren

Argumente

Und sie lohnt sich also doch, die Basisarbeit. Vor allem dann, wenn die Botschafter auch die wirklich Betroffenen sind. «Man vergisst die Botschaft, aber nicht die Botschafter», wie Politwissenschaftler Michael LeCour von der «NZZ am Sonntag» zitiert wird. In einem besonders konservativen Bezirk in Kalifornien sollten Wahlhelfer die Bewohner von den Vorteilen der gleichgeschlechtlichen Ehe überzeugen. Sein Forscherteam schickte sowohl homosexuelle als auch heterosexuelle Botschafter aus. Das Resultat: Die Aktion führte zu einer deutlich höheren Zustimmung zur zuvor kritisch betrachteten Partnerschaftsform. Insbesondere bei jenen Personen, die von homosexuellen Wahlhelfern besucht wurden; so hatten diese auch noch neun Monate nach dem Besuch eine positivere Einstellung gegenüber dem Thema. Für die Forscher war das so erstaunlich, dass sie die Studie noch einmal wiederholten – mit dem gleichen Ergebnis. Das Fazit: Es lohnt sich, das Gespräch mit anders Gesinnten zu suchen. tha

Das Buch

«Ich komm dich holen» Weshalb nach Neuem suchen, wenn das Alte doch zeitlos gut ist. Das Bilderbuch «Ich komm dich holen» von Tony Ross ist ein Kinderbuchklassiker und wurde 1986 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Lange Zeit vergriffen, ist die Geschichte des zottligen Ungeheuers, das den kleinen Buben Tommy holen will, nun in einer Neuau age erschienen. Die Geschichte hilft Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren Ängste zu relativieren, denn eines Morgens merkt Tommy, dass das schreckliche Ungeheuer in Wahrheit winzig klein ist.

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Frecher Spatz !

Kaum legt man das Sandwich auf den Teller, fliegt der Spatz auch schon an. Spatzen sind typische Kulturfolger, sehr anpassungsfähig und geübt, neue Futterquellen zu entdecken. Nichtsdestotrotz ist der flinke Sperling in vielen europäischen Ländern gefährdet, wie der Schweizer Vogelschutz SVS/ Birdlife zum Vogel des Jahres 2015 schreibt. In gewissen Gebieten der Schweiz hätten die Bestände seit 1980 um bis zu 40 Prozent abgenommen. Der Grund: Er hat Probleme bei der Wohnungssuche. Er baut seine Nester gerne in Nischen von Gebäuden oder in Schwalbennester, und wenn er keinen Platz findet, auch einmal auf einem Baum oder in einem Gebüsch. Wichtig für die Futtersuche sind auch Blumenwiesen und Sträucher in der Nähe des Nistplatzes. Damit die Bestände nicht weiter zurückgehen, ruft der Schweizer Vogelschutz zu «mehr Natur im Siedlungsraum» auf – bei Renovationen sollen Brutnischen erhalten, an Neubauten solche geschaffen werden. tha

Schaut her!

Farben vermitteln Botschaften und setzen Signale. Sie wirken auf unsere Gefühle und unseren Verstand. Grund genug, die Farbpalette etwas genauer anzuschauen.

GELB LEUCHTET der Forsythienstrauch. Pink ist die Gefängniszelle, die beruhigen soll. Schwarz trägt die Trauergemeinde. Türkis schimmert der Badeanzug. Farben beeinflussen unsere Stimmung. Sie wirken unmittelbar, da jeder Reiz vom Sehnerv direkt ins Zwischenhirn gelangt, in eine Region, in der die hormonelle und emotionale Steuerung des Körpers stattfindet. «Mit Lichtgeschwindigkeit transportieren Farben wichtige Botschaften. Das Gehirn reagiert sofort mit unbewussten Reaktionen», sagt die Farbpsychologin und Designerin Daniela Späth aus Zug. Dies erklärt, warum der Einsatz von Farbe heilen und kreative Kräfte mobilisieren kann. Farblichttherapie und Maltherapie machen sich dies zunutze.

PINK GEGEN STRESS.

Wie eine Farbe auf die Psyche wirken kann, zeigt das populäre Beispiel von «Cool Down Pink». Das knallige Pink schmückt Ambulanzen, Räume der Intensivmedizin, Kindergärten und Schulen sowie sogar Gefängniszellen. «‹Cool Down Pink› haben wir in einer Studie als Versuchsfarbe in Hochsicherheitszellen eines

Zürcher Gefängnisses eingesetzt. Damit wurde die Gewaltbereitschaft radikal herabgesetzt», sagt Späth, welche die Studie gemeinsam mit dem Paracelsus­Spital in Richterswil leitete. Die Farbe wirkt rasch blutdrucksenkend, womit ihre Verwendung überall dort sinnvoll ist, wo nervliche Überlastung, Reizüberflutung und Stress vorherrschen.

Farben tragen eine starke Symbolik, die sich kulturspezifisch ändert. In unserer Gesellschaft gelten pinkfarbene und rosa Farbtöne als Mädchen­ und Frauenfarben. In der Farbsymbolik ist Rot jedoch eine männliche Farbe, Blau ist weiblich. Farbdesignerin Späth: «Auch kleine Jungen lieben Rosa, aber spätestens im Kindergarten lernen sie, dass dies als Mädchenfarbe gilt.» Herrscher wie Könige, Kaiser und Kardinäle trugen einst das wertvolle Purpurrot, die kleinen Könige – die Prinzen –trugen das «kleine Rot», Rosa. Erst im Verlaufe der Zeit wurde Rosa zu einer Farbe der Diskriminierung. Homosexuelle in den Konzentrationslagern wurden genötigt, einen rosa Winkel an der Kleidung zu tragen. Eva Heller beschreibt in dem Buch «Wie Farben auf Gefühl und Verstand wirken», wie sich Rosa zu einer Mäd­

«Mit Lichtgeschwindigkeit transportieren Farben wichtige Botschaften.»
«Wer Rot trägt, will gesehen werden.»

chenfarbe entwickelte. Mit dem Aufkommen des künstlichen Indigos um 1920 wurde es möglich, Kleider günstig zu färben: Die Kinderkleidung wurde farbig, der Matrosenlook für Jungen war geboren –und damit Blau als Jungenfarbe.

GRÜN

HEISST

NATÜRLICH. Farben beeinflussen uns auf drei Ebenen des Bewusstseins. Auf der archaischen Ebene verbinden wir Farben mit der Erfahrung aus der Natur: Blau steht für Himmel und Wasser, Grün für Natur und Leben, Rot für Blut und Feuer, Gelb für Sonne, Gott und Geist. Auf der nächsten Stufe erhalten die Farben eine religiöse oder kulturelle Symbolik. Die dritte Ebene, die individuelle Symbolik, die jeder Mensch aus seiner Erfahrung entwickelt, beeinflusst uns beim Kauf von Kleidern, Möbeln und anderen Gegenständen jedoch am stärksten. Auf die archaische

Grün Rot Orange Schwarz Blau Weiss Gelb

Ebene setzt die Werbung: Man denke an «Light»­Produkte, die in Hellblau gehalten sind, oder an Tütensuppen, deren Verpackung viel grüne (pflanzliche Assoziation) und rote (aromatische Assoziation) Farbtöne aufweist.

Farben sind ein elementarer Bestandteil der Kulturgeschichte des Menschen. Bereits in der Antike wurde Farbe als Heilmittel eingesetzt, indem man Kranke mit farbiger Paste bestrich oder in farbige Räume setzte. Die Symbolik der Farben ist einem steten Wandel und je nach Kultur einem starken gesellschaftlichen Kodex unterworfen. Deutlich wird dies an Kleidung und in der Mode. So ist im Westen die Farbe Weiss bei rituellen Übergängen wie Kommunion oder Hochzeit vorherrschend, symbolisiert es doch das Geistige und Reine. In China dagegen ist Weiss die Farbe der Trauer. Die chinesische Braut trägt Rot. Beim afrikanischen Nomaden­

volk der Massai symbolisiert Rot die Reife eines Kriegers. Erst ein mit roter Erde bemalter Krieger ist ein erwachsener Krieger.

BLAU, ERHABEN UND TREU. Blau wirkt entfernt, kühl, aber auch erhaben und symbolisiert Treue. Die Jungfrau Maria wird als trauernde Mutter oft in einem trüben Blau dargestellt, als Himmelsgöttin dagegen in einem edlen, leuchtend blauen Gewand. In Königsblau wurden die Mäntel der französischen Könige gefärbt. Heutzutage ist Blau bei uns in der Arbeiterkleidung vorherrschend. Die Farbe unserer Kleidung sendet immer auch eine Nachricht aus: Nicht umsonst tragen Banker, Piloten und mächtige Männer dunkelblaue, anthrazitfarbene oder schwarze Anzüge. «Ein Chef in einem beigen Anzug oder in Jeans wirkt einfach weniger kompetent», ist Therese

Hänni, Geschäftsleiterin Koloristika (Ausbildungszentrum für Farbe, Stil und Image), überzeugt. Auf seinen Kleidungsstil und die Wahl der Farben zu achten, sei sehr wichtig und könne manche Türe öffnen, weiss sie aus Erfahrung. Ohne das Basiswissen über die Wirkung von Farben und Stil von Kleidung kann man im Berufsleben oder in einer anderen Kultur schnell einmal «voll daneben» liegen. Darum gilt für den Business­Dresscode wie eh und je, sich vorwiegend in den klassischen Grundfarben zu kleiden, auch wenn das etwas monoton wirken mag.

ORANGE FÜR HEDONISTEN.

Vor allem Rot sollte mit Bedacht eingesetzt werden, denn es nimmt auch bei der Kleidung eine Sonderstellung ein. Rot

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wird meist mit Erotik assoziiert und auch gezielt eingesetzt. Wer Rot trägt, will gesehen werden. Das Gleiche gilt für Orange: Extrovertiertheit und Sinnlichkeit sei die Botschaft, so Farbdesignerin Daniela Späth. «Wer bewusst Orange in der Kleidung aussucht, zeigt auch seinen hedonistischen Charakterzug mit Hang zu sinnlichkörperlichen Genüssen.» Sollte also das schwarze Cocktailkleid durch ein rotes oder oranges ersetzt werden? Schliesslich symbolisiert Schwarz Distanz. Stilberaterin Therese Hänni erklärt: «Es kommt auf den Typ an und in welcher Situation und mit welcher Haltung eine Frau oder ein Mann Schwarz trägt.» Schwarz wirke abgrenzend. Ein schwarzes Kleid mit einem Dekolleté jedoch sei sehr elegant und setze die Trägerin und ihren Charme in

den Fokus. «Es gibt Hauttypen, die gut Schwarz oder Dunkelblau tragen können», sagt Hänni. Sogenannte Sommer­ und Wintertypen tragen Schwarz, ohne dass die Farbe kalt und distanziert wirkt. Das Gegenteil sind warmtonige Hauttypen, genannt Frühlings­ und Herbsttyp. «Frauen mit diesem Hauttyp sollten Schwarz nie ungeschminkt tragen. Sonst kann durchaus die Frage auftauchen, ob man sich unwohl fühle», sagt Therese Hänni.

FÜHLE ICH MICH WOHL?

Wenn es ums Flirten und die richtige Kleiderwahl gehe, so die Fachfrau, gebe es aber vor allem folgende Fragen zu beantworten: Fühle ich mich wohl in meinem Outfit? Finde ich mich schön? Eine Stilberatung kann über allfällige Unsicherheiten hinweghelfen. Denn keiner lehrt uns, welcher Stil und welche Farben zu uns passen. In unserer Gesellschaft haben viele Regeln keine Gültigkeit mehr. Und diese Freiheit macht es nicht leichter, seine eigene Persönlichkeit zu finden. Hänni zitiert Modeschöpfer Giorgio Armani: «Wer sich selber findet, ist glücklich, und wer glücklich ist, ist schön.» Wer seinen Stil und seine typgerechten Farben kennt, kauft weniger Unnötiges. «Somit trägt man auch in einem gewissen Sinn zu einer ökologischen Lebensweise bei», sagt Stilund Farbcoach Therese Hänni. u

+ Surftipps

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Sonne

Was Farben bedeuten

Sonnenstrahlen

Gott, Geist

Sprache

Freude

Erleuchtung

Unruhe

Schande

Verrat

Neid Gold

Visionen

Kommunikation

Seit Urzeiten stehen Farben als starke Symbole für Elemente, Götter, Geschlechter, Gefühle und Eigenschaften. Viele dieser Zuordnungen wurzeln tief in unserem geistigen Erbe und finden sich in der modernen Farbpsychologie wieder. So zum Beispiel im vorliegenden Assoziations-Modell, das erklärt, wie archaische, kulturelle und tiefenpsychologische Deutungen mit den Regenbogenfarben verbunden sind.

Feuer, Blut

Männliches Prinzip

Aktivität

Emotionen

Kreativität

Impulsivität

Sinne

Expression

Aufdringlichkeit

Genuss

Sinnlichkeit

Vergnügen

Heiterkeit

Geselligkeit

Wärme

Liebe

Dynamik

Bewegung

Ausdehnung

Süsse

Reife

Luxus

Verbot

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Dekadenz

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Magie

Würde

Meditation

Traumwelten

Spiritualität

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Natur

Leben

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Weibliches Prinzip

Passivität

Seele

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Konzentration Kontemplation

Härte

Seriosität

Innere Ruhe

Sehnsucht

Ferne Technik

Vernunft

Urquelle

Inspiration

Intuition

Schutz

Nahrung

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Balance Harmonie Wohlstand

Gesundheit

Gemüt

Mittelmass

Nestbau

Holistik

Offenheit

Frische

Reinigung

Selbstfindung

Loslassen

Befreiung

Wachstum Frühling Knospen

Anti-Aging Rehabilitation

Erneuerung

Geburt Keimzelle Regeneration Neubeginn

Leben Farben
Leben Remo Vetter

Oh, Wunder Natur!

Schon als Bub verbrachte Remo Vetter Stunden in Grossvaters Gemüsegarten und beobachtete die Natur beim Wachsen. Und auch heute ist er beim Anblick zarter Triebe, die durch die Erde brechen, hin und weg.

Text: REMO VETTER

ICH BIN BEI MEINEN GROSSELTERN AUFGEWACHSEN. Mein Grossvater war ein passionierter Gärtner. Vielleicht nicht nur aus Liebe zur Natur, sondern weil er seine Familie mit Nahrung versorgen musste, hat er einen Garten angelegt. Noch heute erinnern mich der Geruch spriessender Kressesamen und der Duft nach dem Giessen der frisch angezogenen Pflanzen im Gewächshaus an meine Kindheit in Grossvaters Garten.

DEM SPRIESSEN ZUSCHAUEN. Bald übte ich mich selbst als Gärtner, zog Kresse und anderes Grünzeug und beobachtete voller Faszination und Spannung, wie die ersten zartgrünen Triebe durch die Erde brachen. Früher ging es mir dabei weniger um das Anbauen von Nahrung, sondern viel mehr um die Lust, etwas spriessen und wachsen zu sehen. Jahre später, Vater geworden, griff ich wohl instinktiv wieder zu Löschpapier, um darauf Kresse zu ziehen, setzte mit meinen Töchtern Orangen­ und Zitronenkerne in Joghurtbecher und wartete gespannt. Wenn ich heute am Wochenende auf dem Gemüsemarkt einkaufe, brauche ich viel länger, als wenn ich das in einem Supermarkt machen würde. Aber ich geniesse es, über den Markt zu gehen, die Düfte einzuatmen, und ich lasse mich von

REMO VETTER

wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heil pflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im Gesundheits zentrum in Teufen (AR) tätig, wo er mithilfe seiner Familie den Schaukräuter garten von A. Vogel hegt.

der Vielfalt des Angebots faszinieren. Als unsere drei Mädchen noch klein waren, sind wir ganze Samstage über den Markt gezogen und haben uns die besten und am verführerischsten duftenden Gemüse und vor allem auch Früchte ausgesucht. An welchem Stand schmecken die Beeren am besten? Wir haben einen Wettbewerb daraus gemacht, zu Hause die Beeren und Früchte zu Dessert, Kuchen, Kompott und Glace verarbeitet und am Sonntag jeweils ein herrliches Essen gekocht.

Obwohl ich heute ein feines Lamm oder einen guten Fisch sehr mag, interessiere ich mich mehr denn je für eine Ernährung, die vor allem aus Gemüse besteht. Sicherlich ist das auch gesünder, zumal der Hauptteil im heimischen Garten gedeiht. Fleisch und Gebratenes stehen im Vergleich zu Gemüse auf unserem Speisezettel ganz klar im Hintergrund. Einen eigenen Garten anzulegen, ist eine Möglichkeit, zu wissen, wie die Produkte gewachsen sind, und eine Verbindung zum Angebauten herzustellen. Ich habe einen grossen Respekt vor eigenen Erzeugnissen aus dem Garten und dem Gemüse, das der Bauer selbst angebaut und nicht im Engros­Markt dazugekauft hat.

DIE NAHRUNGSKETTE. Jetzt im Mai säe ich wie ein Verrückter. Vielleicht eben nicht nur, weil es die richtige Zeit dafür ist,

sondern auch weil es mich an meine Kindheit in Grossvaters Garten erinnert. Mehrmals täglich zieht es mich an sonnigen, warmen Tagen hinaus in den Garten, um zu sehen, was durch die Erde bricht. Wenn ich dann später das Gemüse kochen kann, das ich selber gezogen habe, gibt mir das ein Gefühl von Vollständigkeit und einer extremen Vereinfachung der Nahrungskette und vor allem auch einen hohen Respekt vor den einzelnen Zutaten eines Gerichtes. Ein Gefühl, das sich mit keinem Sonderangebot aus dem Supermarkt einstellen würde. Selbstangebautes Gemüse, Früchte, Obst und Beeren lehren uns, unsere Nahrung besser zu verstehen und vor allem ihren Wert zu schätzen.

WEIL ES FREUDE MACHT. Wir sind nicht Selbstversorger, könnten es wohl sein, andere Dinge sind uns ebenso wichtig. Ein Grossteil unseres Obstes und Gemüses stammt vom Bauernmarkt und aus lokalen Geschäften. Was wir selbst anbauen, könnte mehr sein. Aber wir haben jedes Mal eine unheimliche Freude an dem wunderbaren Essen, das wir mit selbst Kultiviertem zubereiten können. Ich glaube den meisten von uns geht es so. Wir gärtnern einfach um der Freuden des Anbauens willen. Wegen des Vergnügens, das darin liegt zuzusehen, wie Samen sich in Pflanzen verwandeln und zu Früchten werden.

Ebenso gerne wie ich gärtnere, koche ich. Ich lasse mir Zeit beim Kochen. Ich bin der Meinung, dass wenn wir unser Gemüse selber anbauen, es nur Sinn macht, wenn wir auch die nötige Zeit und die passende Zubereitungsmethode finden, um ein Gericht zu kreieren. Es fasziniert mich herauszufinden, wie man das Beste aus einem Gemüse herausholt, auf welche Weise man es in der Küche behandeln kann, welche Gewürze und Zutaten es besonders entfalten lassen. Ich komme soeben aus dem Garten zurück, beschwingt, denn ich habe eine Vielzahl von Delikatessen ausgesät und gepflanzt. Die Vorfreude auf einen reichen Sommer und viele kulinarische Überraschungen und Experimente wächst. u

Gartenarbeiten im Mai

Besonders zur Aussaatzeit und Anwuchszeit brauchen die Pflanzen regelmässig Wasser. Denn junge, frisch gepflanzte Pflanzen haben noch KEINE TIEFEN WURZELN , um sich selbst mit Feuchtigkeit aus dem Boden zu versorgen. Jetzt im Mai helfen wir dem RASEN besonders kräftig, dicht und grün zu werden: Dafür entfernen wir zuerst das Unkraut. Anschliessend kürzen wir den Rasen kräftig auf vier bis fünf Zentimeter und verpassen ihm danach eine DÜNGERKUR. Den entstandenen Rasenschnitt nutzen wir zum Mulchen oder geben ihn gemischt mit anderen Gartenabfällen auf den Kompost. Wird der Rasenschnitt nicht vermischt, entsteht ein typischer Silage-Geruch bei der Zersetzung. Deshalb ist es besonders wichtig, den Kompost gut zu belüften.

Ausgesätes Gemüse und KRÄUTER PIKIEREN UND AUSDÜNNEN. So wird verhindert, dass sich die Pflanzen gegenseitig Licht und Nährstoffe rauben. Achten müssen wir auch auf den Wasserhaushalt der Beete. Den Boden ein wenig mit der Hacke oder Gartenkralle lockern hilft, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten. Mulchen Sie

den Boden zum Beispiel mit Rasenschnitt. Um den jungen Gemüsen ein bestmögliches Wachstum zu ermöglichen, sollte jetzt Kompost ins Beet eingebracht werden.

Frostempfindliche Gemüsesorten wie Zucchini, Tomaten, Salate oder Mangold säen wir NACH DEN EISHEILIGEN aus oder setzen Jungpflanzen. Kürbisse und Zuckermais können schon Anfang Mai in die Beete, Rosenkohl erst ab Ende des Monats.

MISCHKULTUREN

verhindern SCHÄDLINGSBEFALL und Pilzerkrankungen. Zu Tomate, Gurke und Zucchini passen Sommerblumen wie Tagetes, Ringelblumen und Kapuzinerkresse. Rüebli zwischen Lauch oder Zwiebeln setzen, Kohl wird mit Sellerie und Lauch gepflanzt.

LÖWENZAHN, GIERSCH UND CO treiben bereits im Garten. Regelmässig jäten, so können die Wildkräuter über den Sommer in Schach gehalten werden.

Für einen BEGRÜNTEN

BALKON können Kletterpflanzen wie Geissblatt oder Glyzinen gepflanzt werden. Die fleissigen Kletterer schiessen schnell in die Höhe und tragen bald schöne Blütenstände. Glyzinen brauchen eine starke Rankhilfe, da sie schnell an Gewicht zulegen und zum Teil armdicke Stämme bilden können.

Kräuter wie Dill, Petersilie oder Basilikum werden bis zu den Eisheiligen in Töpfen vorgezogen, danach kann man sie direkt ins Freie säen oder im Freiland setzen. Zwischen GEMÜSEPFLANZEN KOMMEN KRÄUTER besonders gut zur Geltung und werten die Beete auf. MEHRJÄHRIGE KRÄUTER wie Salbei, Lavendel und Thymian sollten ausgelichtet und um gut einen Drittel zurückgeschnitten werden. Erfrorene Triebe können bis in das gesunde Holz hinein gekürzt werden.

Naturärztin/Naturarzt

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Hoch

hinaus

Um die Magie des Wildkirchli im Alpstein in Ruhe erleben zu können, schläft man am besten auf dem Berg und geniesst morgens die Stille des heiligen Ortes.

Text und Fotos: BARBARA HUTZL-RONGE (Bearbeitung Tertia Hager)

WER ES BEQUEM MAG, steigt in Wasserauen in die Luftseilbahn und entschwebt direkt auf die Ebenalp. Wer jedoch gerne bergauf steigt, meistert die rund 600 Höhenmeter zu Fuss und wandert via Seealpsee zum Gasthaus Aescher, von wo aus das sagenhafte Wildkirchli in Augenschein genommen werden kann. Weiter geht es über die Ebenalp auf den Schäfler auf 1924 Meter über Meer. Damit ersteigen wir den nördlichsten Ausläufer der Säntiskette und nähern uns dem Berg, dessen beeindruckende Silhouette wir vom nördlichen Bodenseeufer aus so oft bewundert haben.

MORGENDLICHE STILLE. Mit einer Übernachtung im Berggasthaus Schäfler, wo es bloss Waschwasser aus dem Krug gibt, stimmen wir uns aufs einfache Leben der Einsiedler des Wildkirchlis ein. Darben wie die Eremiten müssen wir trotzdem nicht, denn hier gibt es die beste Rösti weit und breit. Und dazu vom Gipfel eine beeindruckende Rundumsicht auf die Berge des Alpsteins, vom Pilatus über Napf und Feldberg bis zur Zugspitze, und weit über den Bodensee hinaus. Wunderbar still ist es am nächsten Morgen auf dem Schäfler, nur die Dohlen wispern sich etwas zu. Früh wandern wir zurück auf die Ebenalp und steigen dort durch die Höhle, vorbei am Bärengrab hinunter in die sogenannte Gasthaushöhle, wo einst das Eremitenhäuschen stand. In seinem Nachfolgebau befindet sich heute ein kleines Museum. Über einen schmalen Weg erreichen wir die Wildkirchlihöhle, ein Zaun markiert den heiligen Bereich. Wer zeitig genug hier ist, hat die Höhle, die später eifrig von Touristen besucht wird, ganz für sich allein. Dann scheint die Morgensonne auf den Höhleneingang, still schweigt die Turmglocke. Und plötzlich ist die meistbesuchte Höhlen-

Schon im 19. Jahrhundert war die Kappelle ein beliebtes Ausflugsziel.

Das Wildkirchli

Einst sollen Zwerge die Höhle als heiligen Ort genutzt haben. 1524 wird der Name Wildkirchli erstmals schriftlich erwähnt. Nachdem eine Sakristei und ein Häuschen gebaut wurden, zog sich der junge Pfarrer Paulus Ulmann zwei Jahre lang als Einsiedler an den Ort hoch im Alpsteinmassiv zurück. Nach ein paar Jahren in Lindau kehrte Ulmann zurück an den Ort der Stille, wo er bis an sein Lebensende 1680 als Eremit in der Naturkappelle lebte. Bis 1853 folgten seinem Beispiel 23 Kapuziner, um zu beten, Alpgottesdienste abzuhalten und fünfmal täglich das Glöcklein zu läuten.

kirche der Alpen ein wahrhaft magischer Ort, an dem die Zeit ganz eigen vergeht.

UNS LOCKT NACH EINER ZEIT des Ruhens, Schauens und Geniessens ein zweites Frühstück: Wie ein Adlerhorst am Fels, so spektakulär ist das Gasthaus Aescher an der Steilwand erbaut. Von dort steigen wir wieder durch die Höhle bis zur ersten Weggabelung (noch unterhalb der Bergstation) auf: Ab da folgen wir einem Weg, den Dölf Dobler, der Wirt vom Schäfler, den schönsten nach Appenzell nennt. Recht hat er! Wir gehen also auf weiss-rotweiss markiertem Bergweg über Weiden und durch den Bergwald in Richtung Schwende, Weissbad und über die Gartenalp zum Gasthaus Warth. Später lohnt sich ein kleiner Abstecher zur Kappelle Sonnenhalb. Anschliessend geht es dem Waldrand entlang nach Appenzell. u

Vielseitige Wanderung im Alpstein

AUSGANGSPUNKT

Mit dem Zug nach Wasserauen. Von dort mit der Luftseilbahn oder zu Fuss auf die Ebenalp.

ENDPUNKT

Appenzell

WANDERZEIT

Um das Wildkirchli als magischen Ort erleben zu können, empfiehlt sich eine Übernachtung im Berggasthaus Schäfler.

1. Tag: Mit der Luftseilbahn 1 Stunde, zu Fuss 4 Stunden

2. Tag: 3 ¾ Stunden

Wie ein Adlerhorst: Gasthaus Aescher und Morgenstimmung auf dem Schäfler.

HÖHENDIFFERENZ

Aufstieg: 1056 Meter

Abstieg: 1125 Meter

ROUTE

1. Tag: Wasserauen–Ebenalp mit der Luftseilbahn für Gemütliche.

Für Wanderer: Wasserauen–Chli Hütten, Seealpsee–Chobel–Gasthaus Aescher–Wildkirchli–Höhle–Ebenalp.

Für alle: Ebenalp Berg gasthaus Schäfler.

2. Tag: Schäfler–Ebenalp–Höhle–Gasthaus Aescher–Wildkirchli–Gartenwaldalp–Warth–Sonnenhalb–Appenzell

KARTEN

Landeskarte 1:50 000 227 Appenzell

RESTAURANTS/ HOTEL

Berggasthaus Schäfler

Tel. 071 799 11 44

www.schaefler.ch

Gasthaus Aescher

Tel. 071 799 11 42

www.aescher-ai.ch

Gasthaus Warth

Tel. 071 799 11 47

www.warth-ai.ch

WEITERE INFOS Appenzellerland

Tourismus

Tel. 071 788 96 41

www.appenzell.info

www.ebenalp.ch

St Mauritius

Sonnenhalbkapelle

Gasthaus Wart

Gartenwald

Chlus Äscher Wildkirchli

Schäfler Berggasthaus

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Seealpsee Wissbach Appenzell Steinegg Forren

Erzengel Michael half, Hexen und Drachen abzuwehren.

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Wie hiess der erste Einsiedler im Wildkirchli?

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Die Gewinner werden unter den richtigen Einsendungen ausgelost und schriftlich benachrichtigt. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt; der Rechtsweg ist ausgeschlossen. So nehmen Sie am Wettbewerb teil: Mit nebenstehendem Bestellcoupon oder gratis im Internet unter www.natuerlich-online.ch/wettbewerb

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Lösung des Rätsels aus dem Heft 4-2015

Gesucht war: Fengshui

Leserbriefe

Ferien daheim «natürlich» 04-15

Wo anders als in der Heimat lässt es sich am schönsten Ferien machen. Danke dem «natürlich»-Team, dass es bei aller Reiselust das eigene Land nicht vergessen hat. Heute ist es Mode, dass in allen Zeitungen und Zeitschriften für exotische und ferne Destinationen geworben wird. Keine Reise scheint mehr unmöglich zu sein – aber natürlich immer mit allem Komfort. Arktis, Wüsten, hohe Berge. Der Mensch scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Ob er damit glücklich wird?

Martin Haudenschild, Belp

Trotzdem reisen «natürlich» 04-15

D er Artikel über die Kompensationszahlungen hat mir wieder einmal gezeigt, wie sehr wir uns von rundherum Sand in die Augen streuen lassen. Mir war diese Form des Ablasshandels schon immer suspekt, nun habe ich einen weiteren Mosaikstein dazu erhalten, der mein Bild davon abrundet. Wer sich wirklich Sorgen um die Umwelt und das Klima macht, bleibt zu Hause oder fährt mit dem Velo oder dem Zug in die Ferien. Alles andere ist «Greenwashing», aber das kennen wir ja bereits auch von anderen Konsumprodukten.

Helen Rottenmund, Gockhausen

Launisch «natürlich» 04-15

ei seinem Artikel zum launischen April sind Remo Vetter gleich zwei Fehler unterlaufen, auf die ich Sie hinweisen will. Er nennt als Beispiel für eine

Staude Rhododendron. Ups! Man lernt im ersten Gärtnerjahr, dass Stauden mehrjährige, krautige, nicht verholzende P anzen sind.

Was mich aber mehr stört als dieser fachliche Schnitzer, ist, dass ein ökologisch ausgerichtetes Heft einen Rhododendron erwähnt. Die brauchen zum guten Gedeihen Torferde. Mit Ausnahme vom Gebiet des Seleger Moors bei Rifferswil gibt es keine Gegend in der Schweiz, wo man Rhododendron ohne Torf p anzen kann.

Monika Seith, Bözberg

Tischlein rück dich «natürlich» 04-15

D anke für diesen fantastischen und höchst unterhaltsamen Text von Andreas Krebs. Ich habe selten so vergnüglichen Stoff über einen derartigen Anlass gelesen. Der Autor versteht es vorzüglich, ohne Boshaftigkeit, dafür mit viel liebevoller Ironie den Anlass zu beschreiben und erst noch mit intelligenten Gedanken über unsere Verstorbenen zu würzen. Franziska Von Matt, Kandersteg

Neues Kleid «natürlich 03-15»

ie Remo Fischer in seinem Leserbrief vom letzten «natürlich» habe auch ich Mühe mit der neuen Ausrichtung. Die Idee, jedes Heft einem bestimmten Thema zu widmen, kann ich nachvollziehen. Aber muss es denn derart ausführlich über so viele Seiten sein? Ich bin wohl nicht alleine, wenn ich sage, dass mich bestimmte Themen wenig interessieren –

und dann wird einfach geblättert, bis ich endlich beim «alten natürlich» angelangt bin. Durch die ausführliche Behandlung des Fokus-Themas fallen viele andere Beiträge weg, derentwegen ich seinerzeit «natürlich» abonniert habe.

Die neue Ausrichtung scheint der Trend bei den Zeitschriften zu sein, ist «natürlich» doch innert kurzer Zeit die zweite von mir abonnierte Zeitschrift, die auf Themenhefte umstellt. So wird «natürlich» denselben Weg gehen, wie die vorher erwähnte Zeitschrift: Nach Ablauf des Abos werde ich es nicht mehr erneuern.

Bitte suchen Sie einen Mittelweg zwischen dem Wunsch von Lesern/-innen, die Themenhefte möchten, und den Abonnenten/-innen, die sich mit dem alten «natürlich» besser bedient fühlten.

Inge Reimann, Herisau

Zuerst war ich erschrocken, als das neue «natürlich» bei mir auf dem Tisch lag. «Was soll das?», fragte ich mich. «Kommt mein Heft jetzt nur noch als Einthemenheft daher? Muss ich jetzt auf die bisher gep egte und so spannende Vielfalt verzichten?» Mit dem neuen Heft über das Reisen bin ich aber bereits wieder versöhnt. Die vielen Aspekte, mit denen das Thema aufgegriffen und beleuchtet wird, sind äusserst spannend, und ich habe den alten Geist von «natürlich» gespürt. Ausserdem hatte ich nicht mehr das Gefühl, das Heft habe nur noch einen Schwerpunkt, denn im zweiten Teil des Magazins ndet sich die gewohnte Vielfalt. Nun bin ich auf die weiteren Hefte gespannt.

Marlies Sutter, Zürich

Briefe an «natürlich»

Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik sind willkommen. Die Leserbriefe müssen mit der vollständigen Adresse versehen sein. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. Schicken Sie Ihren Brief per E-Mail, Post oder Fax an: leserbriefe@natuerlich-online.ch oder: «natürlich», Leserbriefe, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau, Fax 058 200 56 51

Seminare

Familien und Systemaufstellungen

Die Lösung für jegliche Form von Konflikten 2./3. 5.

Ein Kurs in Lebensmeisterung Modul 3 – Friedvolles, respektvolles Miteinander in der Familie 9./10. 5.

Adele Eichelberger Tel. 071 385 02 38 www.adele-eichelberger.ch

Psychosen

2. Homöopathie-Seminar Weiterbildungszyklus 2015 8.–10. 5., in Aarau

Traurige Kinder

1. Homöopathie-Seminar aus dem Kinder-Zyklus 30.– 31. 5., in Solothurn www.artis-seminare.ch

2-Tages Soul Voice Workshop Ihre ureigene Stimme im Leben finden! 6./7. 6., Zentrum der Einheit Schweibenalp www.miriamhelle.ch

Time-out statt Burn-out Qi Gong und Wellness auf dem Stoos 13.–16. 8.

Qigong-Ferien auf Mallorca 17.– 24. 10.

Thomas Hicklin Tel. 061 302 00 78 www.lichtschirm.com www.energy-link.ch

Urlaubsseminar auf Rhodos Durchatmen mit Qigong und Meditation 18.– 25. 6. Tel. 061 421 41 08 www.breitband.ch

Einführungskurs im Armlängentest 27. 5., 14 –17.30 Uhr

Animo Praxis Christian Wiedmer, Worb, Tel. 079 133 44 00 www.animopraxis.ch

Weitere Veranstaltungen finden Sie auf

www.natuerlich-online.ch/agenda

Ein Wochenende zum Auftanken

Zeit für mich – mich selbst neu entdecken. Steinbearbeitung, Entspannungsübungen, Meditation, Mantra singen 14.–16. 8., auf dem Herzberg ob Aarau

www.irenerueegg-kurse.ch

Selbst- und Beratungskompetenz

Die Tarot-Bild-Sprache verstehen und anwenden 30./31. 5. und 13. 6., in Luzern

Future pace

Wie baue ich in der Beratung eine Brücke in den Alltag?

Weiterbildung für Beratungspersonen 19./20. 6., in Luzern

Lilo Schwarz dipl. Arbeitspsychologin/Coach FH Tel. 041 410 43 82 www.liloschwarz-seminare.ch

OM und die kosmische Oktave 30. 5., in Bern 6.–10.7., im Prättigau

Ursula Huggenberger www.stimmausbildung.at

Erlebnisabend Jenseitskontakte 5. 6., 19.30 Uhr in Dietikon

Cristina Teot

Tel. 079 506 28 08 www.cristinateot.ch

Ein Duftabend im Juni Ätherische Öle in der Massage 5. 6., Roggwil (BE), 19 – 21 Uhr

Einführungs- und Refresherkurs Esalen-Massage 6./7. 6., Roggwil (BE), je 9.30 –17.30 Uhr

Lilian Imboden Tel. 079 537 19 63 www.esalen-ausbildung.ch

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Fasten, Kräuter und Ayurveda, Yoga

Ayurveda-Einführungsund Schnupperseminar 13.6.

Agni und Ama 27.6.

ayurQuell Olten, Tel 076 398 86 86 www.ayurveda-kurse.ch

Gesundes DETOX mit Yoga und Ayurveda 9. 5., Yoga und Art in Oberwil

Sabine Krebs, Tel. 079 422 59 09 www.yogaundart.ch

Agni – das Verdauungsfeuer in Theorie und Praxis 10. 5., Kulturhaus Guggenheim Liestal

Regula von Rütte-Elmiger Tel. 079 735 38 04 www.regulamove.com

Heilkräuterwanderung mit dem Kochen eines 4-Gang-Kräutermenüs 30. 5., Sattel Bahnhof, 9 –17 Uhr www.heilpflanzenfrau.ch

Essbare Wildpflanzen in der Küche 9. 5., 14 Uhr Wiesenapotheke –natürliche Hausapotheke 20. 6., 14 Uhr

Kräuterwerk im Strohturm Yolanda Hug, Tel. 062 878 10 23 www.kräuterwerk.ch

Kräuterwanderung mit Wildkräutersalz-Herstellung 12. 5.

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Mandach, Tel. 079 484 52 89 www.fryberger-roesselerhof.ch

Yoga und Wandern im Kiental 29.– 31. 5., mit Daniel Studhalter (Yogalehrer, Wanderleiter und Naturheilpraktiker) Tel. 041 420 52 57 www.gesund-reisen.ch

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Die Vielfalt der essbaren Wildpflanzen Naturgarten, Landschaftsentwicklung, Ernährung 15.– 17. 7., in Hölstein

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Yoga an Pfingsten 22.– 28. 5.

Angeli und Christian Wehrli Casa Santo Stefano Miglieglia

Tel. 091 609 19 35 www.casa-santo-stefano.ch

Mini-Retreat –Achtsames Yoga 12.–14. 6., Hamilton Lodge und Spa Belalp

Lioba Schneemann und Karin Leichtle www.schneemann-entspannt.ch www.yoga-by-karin.ch www.hamiltonlodge.ch

Ausbildungen

Mein Weg, die natürliche Regeneration

5-teiliger Lehrgang

Start: 4. 9., Retschwil, jeweils Freitagnachmittag, 14 –18 Uhr Zentrum für Elektrobiologie und natürliche Regeneration Tel. 041 914 11 00 www.spini.ch

Ausbildung Gong spielen Gong 1+ 2 13.–16. 8., Herzberg Asp ob Aarau

Elisabeth Dierlich www.klang-massage-therapie.ch

1-jähriger Qigong-Selbsterfahrungskurs oder 3-jährige Ausbildung zum dipl. Qigong-Kursleiter September 2015 www.artsante.ch

Ganzheitlichintegrative

Atemtherapie IKP 5. 5., in Zürich 18.30 – 20.30 Uhr IKP

Kanzleistr. 17, Zürich Tel. 044 242 29 30 www.ikp-therapien.com

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Schicken Sie die Angaben für Ihre Veranstaltung an agenda.natuerlich@azmedien.ch

Vorschau

36. Jahrgang. ISSN 2234-9103

Erscheint monatlich. Doppelnummern: Dezember/Januar und Juli/August www.natuerlich-online.ch

Leserzahlen: 138 000 (MACH Basic 2014-2)

Auflage: 22 000 Exemplare, verkaufte Auflage 18 406 Exemplare (Verlagsangaben).

Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch

Herausgeberin

AZ Fachverlage AG

Neumattstrasse 1

CH-5001 Aarau

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Fax +41 (0)58 200 56 44

Geschäftsführer

Roland Kühne

Leiterin Zeitschriften

Ratna Irzan

Redaktion «natürlich»

Postfach

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Chefredaktor

Markus Kellenberger

Redaktionsteam

Tertia Hager, Sabine Hurni (Leserberatung)

Autoren

Marion Kaden, Barbara Hutzl-Ronge, Andreas Krebs, Simon Libsig, Fabrice Müller, Lioba Schneemann, Vera Sohmer, Gundula Madleine Tegtmeyer, Remo Vetter, Andreas Walker

Layout/Produktion

Rahel Blaser, Lina Hodel, Renata Brogioli, Fredi Frank

Copyright

Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für eingesandtes Material. Die Wiedergabe von Artikeln und Bildern ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages erlaubt.

Verkaufsleiterin

Alexandra Rossi

Tel. +41 (0)58 200 56 52

Neumattstrasse 1

CH-5001 Aarau alexandra.rossi@azmedien.ch Mediadaten unter www.natuerlich-online.ch/werbung

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Leiter Lesermarkt/Online Valentin Kälin

Aboverwaltung abo@natuerlich-online.ch

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Preise

Einzel-Verkaufspreis Fr. 8.90

1-Jahres-Abonnement Fr. 84.–2-Jahres-Abonnement Fr. 148.– inkl. MwSt.

Druck

Vogt-Schild Druck AG CH-4552 Derendingen

Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner CEO: Axel Wüstmann www.azmedien.ch

Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB: AZ Anzeiger AG, AZ Verlagsservice AG, AZ Fachverlage AG, Atmosphären Verlag GmbH, AZ Management Services AG, AZ Regionalfernsehen AG, AZ TV Productions AG, AZ Zeitungen AG, FixxPunkt AG, Belcom AG, Media Factory AG, Mittelland Zeitungsdruck AG, Vogt-Schild Druck AG, VS Vertriebs GmbH, Weiss Medien AG, Dietschi AG, TrisCom-Media AG, Radio 32 AG, AZ Vertriebs AG, Zofinger Tagblatt AG

Das erwartet Sie im «natürlich» Juni

Beruhigt

Wenn die Gedanken kreisen, ist ans Schlafen nicht zu denken. Melisse beruhigt erhitzte Köpfe und sorgt für einen guten Schlaf.

Unverträglich

Rohstoffe wie Weizen sind heute industrielle, technologisch ausgefeilte Produkte. Leiden deshalb immer mehr Menschen an einer Unverträglichkeit?

Schmeckt

Fokusthema «Essen & Trinken»: Ist «vegan» nur ein Trend oder die Zukunft? Wunderfrucht Olive. Fairtrade-Pionierin Ursula Brunner.

Paradiesisch

Auf dem Gipfel des Monte San Salvatore die Rundsicht geniessen und dann gemütlich durch üppige Parkanlagen nach Morcote wandern.

«natürlich» 06-15 erscheint am 25. Mai 2015

Kontakt /Aboservice: Telefon 058 200 55 62 oder abo@natuerlich-online.ch, www.natuerlich-online.ch

Essen & Trinken

5+5=9.9

Simon Libsig kann nicht nur reimen, sondern auch lesen und schreiben. Der Badener gewann mehrere PoetrySlams und einen Swiss Comedy Award. Mehr Libsig auf www.simon-libsig.ch

Ungenau?! Also mit Verlaubnis!

Vater Tschudi wird in die Schule zitiert. Doch sein unerschütterliches Selbstvertrauen lässt Fräulein Lehrerin alt aussehen, wie Simon Libsig weiss.

Musste ich antraben! In der Schule! Ja brat mir einer ein Storchenei, so was hat das Dorf noch nicht erlebt! Der alte Tschudi muss nochmal in die Penne. Zitiert haben die mich, per Einschreiben!

Ich also so, wie ich war. Ungeduscht. Sollten die sich doch ruhig mal den Schweiss ehrlicher Arbeit in der Nase zergehen lassen! Und du glaubst es nicht. War das so ein zierliches Fräuleinzimmer. Die Lehrerin! Ein Vierkäsehoch! Mit Piepsstimme. Ja, die kann doch keiner Fliege ein Haar krümmen! Seh ich doch! Kein Wunder tanzt ihr die Klasse auf dem letzten Nerv herum!

Warum ich überhaupt hier sei, wollte ich wissen wollen. «Wegen dem Jungen», sagt sie. Und da dreh ich natürlich schon mal gefährlich nah am roten Bereich. Wegen dem Jungen, wegen dem Jungen, eben !! Wenn es um den Jungen geht, was macht denn der Papa hier?! Da muss man doch direkt mit dem Jungen ein Hühnchen braten! Überhaupt, was denn mit dem Jungen sei, wollte ich wissen wollen. Was man ihm denn zur Last ankreide?! Sagt die mir, der Junge sei ungenau. UNGENAU!! Was genau soll denn das bitteschön heissen, mit Verlaubnis? Ungenau?!

Er liege immer in allem knapp daneben, sagt die mir, es fehle nicht viel, ehrlich, aber er schramme immer hauchdünn am richtigen Resultat vorbei, es wäre nie ganz falsch, aber auch nie ganz korrekt. «Ungenau halt», sagt die nochmals. Es sei alles nur halb richtig, was der Junge da in der Schule abliefere! Musste ich sie erst mal auf ihre Anstandsformen hinweisen! «Madämmchen», sag ich, «es ist immer noch der Ton, der die Musik produziert! Und zweitens riecht mir das hier stark nach einer Ist-das-Wasser-nun-halb-leer-oder-halb-voll-Problematik!» Blieb ihr erst mal der Mund im Hals stecken. «Und viertens», doppelte ich nach, «kann das gar nicht sein! Hörnsemal, ich setz mich jedes Abendbrot mit dem Jungen vor den Fernseher und pauk mit ihm während der Werbung die Hausaufgaben durch. Jeden Abend! Und da sind andere wahrscheinlich schon längst im Bett! Also erzähl mir mal nichts von ungenau! Ungenau sind die Wetterdiagnosen!»

Wollte sie den Rektor hinzurufen? Den alten Schlüsselbund-Meier! Den hatte ich ja auch noch! Guter Werfer. Da brummt mir heute noch der Schädelknochen, wenn ich an den denke. Kurz, wir konnten es dann doch unter dem Vier-Augen-Prinzip klären. Wollt sie ja auch nicht vor dem Rektor in Verlegenheit manövrieren. Hat ja ihre ganze Karrierechance noch vor sich, das junge Ding. Und mein Junge wird es ganz bestimmt in den Recall schaffen, das habe ich ihr in die Hand geschworen. Dann bin ich zurück an die Arbeit. Ohne bösen Bluthochdruck. Du weisst ja, der Klügere übt Nachsicht.

«ICH BR INGE , WA S FR AUEN WI RK LICH DE NK EN»

Patricia Boser

BO SER & BÖ SER

Frech, schonu ngslos, char ma nt und unheimlich weiblich :

Die neue Talk show von Patricia Boser.

DO NN ER STAG S UM 19 :3 0 UN D 21 :3 0 UH R

Kreative Ideen für Pflanzenfans!

Andrea Frommherz Naturwerkstatt Samen und Gemüse

978-3-03800-789-0 Fr. 29.90

Felicia Molenkamp Kräuter-Biotika

978-3-03800-822-4 Fr 29.90

Cornel Rüegg/Sabine Reber Veranda Junkies

978-3-03800-863-7 Fr 39.90

Bestellcoupon

Ja, ich bestelle mit Rechnung zur portofreien Lieferung:

Expl.: Naturwerkstatt Samen und Gemüse, Fr 29.90

Expl.: Veranda Junkies, Fr 39.90

Expl.: Kräuter-Biotika, Fr 29.90

Expl.: Landart in der Stadt, Fr. 38.90

Expl.: Werkstatt Pflanzenfarben, Fr. 34.90

Portofreie Liefererung!

Marc Pouyet Landart in der Stadt

978-3-03800-701-2 Fr. 38.90

Helena Arendt Werkstatt Pflanzenfarben

978-3-03800-407-3 Fr. 34.90

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