

natürlich

Mehr als nur blitzblank
Frühlingsputz mit reinem Öko-Gewissen 54
DRÜCKEN UND DEHNEN
Myoreflextherapie lindert viele
Beschwerden 12
AUF SINNSUCHE
Spiritualität bereichert unseren Alltag 58





C-A-F-F-E-E
Eine braune Bohne macht uns munter 26





Wie uns das Wetter jeden Tag beeinfl usst 16



Azoren undLissabon
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Liebe Leserin, lieber Leser
Haben Sie sich auch schon gefragt, was eigentlich alles zu einem «gesunden Leben»gehört? Die Antworten dazu sind fast so vielfältig wie die Menschen selbst. Die einen rennen sich die Seele aus dem Leib, andere wiederum setzen alles auf eine naturbelassene Ernährung und weitere Teilgruppen schwören auf die heilende Kraft des Geistes, auf die Chemie, auf den gesunden Menschenverstand, auf Tees und Salben – oder von allem ein bisschen. Die meisten von uns gehören wohl zu diesem Grüppchen.
So jedenfalls sehen wir das im «natürlich». Aus unserer Sicht ist «gesund leben» ein Mix aus Ein- und Ansichten und persönlicher Erfahrung, gepaart mit einem guten Selbstvertrauen, genügend Bewegung, abwechslungsreicher Ernährung – und erst, wenn das alles nicht genügt, kommen die verschiedenen (möglichst natürlichen) Therapiemethoden dazu. Zum Beispiel die Myoreflextherapie, die, wie Sie ab Seite 12 lesen können, bei unterschiedlichsten Beschwerden erstaunliche Erfolge erzielen kann.
Vergessen Sie aber vor lauter Möglichkeiten, die uns die moderne und die traditionelle Naturheilkunde heute bieten, eines bitte nicht: Die beste Methode, ein gesundes Leben zu führen ist nicht, ständig zum Arzt oder zum Heilpraktiker zu rennen, sondern das Leben zu lieben – mit all seinen Facetten, Un wägbarkeiten und Grenzen.

Herzlich, Ihr

Chefredaktor


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St .Gallen, 19 .– 23 . April 2017













Gesundheit


Leben
12 Schmerzen lindern mit Myorefl extherapie
16 Was steckt hinter dem Phänomen Wetterfühligkeit?
19 Heilpfl anze des Monats: Schlüsselblume
20 Sabine Hurni über die Heilkraft der Knospen
22 Sabine Hurni beantwortet Leserfragen
Essen & Trinken
26 Die Schweiz, Land der Kaffee-Gourmets
30 Feine Gemüsechips selbst gemacht
34 Rezepte und Tipps rund um Chips
Natur & Garten
38 Schweizer bauen mit Bambus im Land der Orang-Utans
42 Remo Vetter über seine wichtigsten Gartenhelfer
46 Kraftorte in Locarno
50 Von Kranichschnäblern, Riesen und Zyklopen – ein Streifzug durch die Naturgeschichte
54
Putzmittel in bunten Plastikfl aschen füllen Regale. Doch sie belasten die Umwelt, sind teuer – und überfl üssig
58 Wir stehen am Rande einer ökologischen und sozialen Megakrise. Nur eine Revolution des Bewusstseins kann diese verhindern. Spiritualität hilft dabei
Plus
3 Editorial
6 Augenblick
8 Aktuell und Wissenswert
36 Markt-Aktiv
45 Markt-News
57 Gedankensplitter
62 Rätsel
64 Leserbriefe
65 Vorschau
66 Carte Blanche



Da guckst du!

Nein, das sind nicht Wesen von einem fremden Planeten, sondern die einheimische Hufeisen-Azurjungfer, eine Libelle, und eine Raubfl iege, die uns da entgegenglotzen mit ihren Facettenaugen, die aus mehreren Tausend Einzelaugen (Ommatidien) bestehen. In der Schweiz sind mehr als 22 300 Insektenarten bekannt. Sie sind nicht nur faszinierend schön, sondern auch von höchster ökologischer und ökonomischer Bedeutung: Sie bestäuben Pfl anzen, bauen tote organische Substanz ab, beseitigen Schadorganismen, sind Nahrung für Mäuse, Frösche, Fische und Vögel. Doch die Insekten – und damit ihre Räuber – sind gefährdet. Durch Lebensraumverlust, Monokulturen und damit verbundenen saisonalen Nahrungsmangel sowie durch Insektizide und Pestizide. Zwei Initiativen wollen letztere verbieten, respektive stark einschränken (siehe Seite 10) – das würde nicht nur den Insekten helfen, sondern auch allem anderen Leben auf diesem Planeten. krea


ENTGIFTEN
Detox mit Löwenzahn
Leber-Galle-Tee mit Löwenzahnblättern und – wurzel, Minze und Süssholz regt die Ausscheidung über Gallenflüssigkeit, Stuhl und Harn stark an. So kann der Körper wunderbar entgiften. Eine ähnliche Wirkung haben gegarte Mungbohnen (30 bis 50 Gramm pro Portion). In der chinesischen Medizin werden sie gezielt eingesetzt, um die Giftwirkung einiger Arzneien zu dämpfen oder Lebensmittelvergiftungen zu behandeln. Diese Detox-Varianten kann man einen Tag pro Woche anwenden. Ernährung im Fokus/krea
SPITÄLER
Nebenwirkung Tod
Gemäss Studie der OECD

wird jeder zehnte Patient während des Spitalaufenthalts unnötig gesundheitlich geschädigt.
werden über zehn Prozent aller Spitalausgaben ausgegeben, um vermeidbare Arztfehler oder Infektionen zu behandeln.
kommt jedes dritte Kind per Kaiserschnitt auf die Welt, obwohl medizinische Richtlinien eine Kaiserschnitt-Rate von höchstens 15 Prozent als nötig erachten.
Für die Schweiz schätzt das Bundesamt für Gesundheit: «Jeder zehnte Spitalpatient erleidet einen gesundheitlichen Schaden und die Hälfte dieser Schäden wäre vermeidbar.» Es handelt sich demnach um jährlich 2000 bis 3000 vermeidbare Todesfälle und um rund 60 000 vermeidbare Schadensfälle. Das OECD-Generalsekretariat empfiehlt den Staaten, die Qualität der Behandlungen besser zu erfassen. Als Vorbild nennt es das nationale Gesundheitssystem Schottlands. 2008 lancierte die Regierung ein «Patient Safety Programme». Unterdessen kommt es bei Operationen zu 25 Prozent weniger Todesfällen (standardisiert nach Schwere der Krankheiten) und zu 80 bis 90 Prozent weniger Infektionen. Infosperber.ch/krea
GE SUND HEIT

Ballaststoffe halten Darm fit
Amerikanische Forscher haben erstmals nachgewiesen, dass die menschlichen Darmbakterien bei extrem ballaststoffarmer Kost die Schleimschicht des Dickdarms abbauen, um die darin enthaltenen Polysaccharide als Nahrung zu nutzen. Eine Ausdünnung der schützenden Schleimschicht jedoch macht den Darm anfälliger für Infektionen und chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Ein guter Grund mehr also, sich hauptsächlich pflanzlich zu ernähren, denn Ballaststoffe stammen vorwiegend aus pflanzlichen Lebensmitteln. Wissenschaft aktuell/krea
Knieschmerz ist nicht immer Arthrose
Bei anhaltenden Knieschmerzen ist für viele Betroffene klar: Das muss eine Arthrose sein. Doch nicht immer ist krankhafter Gelenkverschleiss der Grund. In manchen Fällen
können die Schmerzen auch von den Sehnenansätzen, der Gelenkkapsel oder Dysbalancen der Muskulatur herrühren. In diesem Fall kann Physiotherapie helfen. So haben sich bei muskulären Ursachen insbesondere Übungen für den Kniestreckmuskel bewährt. Praktische Medizin/MM
Deutschland baut bald Cannabis an Wenn bei chronisch Kranken sonst nichts hilft, darf in Deutschland zu Therapiezwecken seit dem 22. Juli 2014 Cannabis privat angebaut werden. Künftig will unser Nachbarland Cannabis zur medizinischen Verwendung staatlich anbauen. Dazu wurde beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Cannabisagentur gegründet, wie das Institut in Berlin mitteilte. Erste Ernten in Deutschland sind für 2019 vorgesehen. Bis dahin wird Medizin-Cannabis weiterhin aus Holland und Kanada importiert. Cannabis
kann unter anderem helfen bei Multipler Sklerose, gegen chronische Schmerzen bei Neuropathie oder Rheuma und bei Appetitlosigkeit unter anderem infolge von Krebs. MM
Schwitzen gegen Demenz
Regelmässige Saunagänge stärken nicht nur das Immunsystem, sie senken auch das Demenzrisiko. Das berichten Wissenschaftler von der Universität von Ostfinnland. Sie hatten über eine Beobachtungszeit von durchschnittlich 21 Jahren 2315 männliche Saunagänger zwischen 42 und 60 Jahren unter die Lupe genommen. Je öfter die Männer schwitz ten, desto geringer war das Demenzrisiko. So entwickelten von denjenigen mit einem Saunatag pro Woche zehn Prozent eine Demenz. Bei zwei bis drei Saunabesuchen waren es neun Prozent und bei vier bis sieben Schwitztagen sogar nur vier Prozent. MM
AUS STEL LUNG




Das Schicksal der Bisons
Es muss ein gewaltiges Gewoge gewesen sein, als Zehntausende von Bisons die Prärie braunschwarz färbten. Ein Film in der sehenswerten Schau «Bison, Büffel, Buffalo» vermittelt einen Nachgeschmack der grössten Tierherden, die je über die Erde galoppiert sind. Zig Millionen Bisons –die Schätzungen schwanken zwischen 25 und 100 Millionen Tieren – besiedelten einst Nordamerika. Nachdem sie beinahe ausgerottet wurden, leben heute wieder gegen fünfzigtausend Bisons in den Great Plains östlich der Rocky Mountains. Um ihre Bedeutung hervorzuheben, hat der damalige US-Präsident Barack Obama letztes Jahr per Gesetz den Bison zum neuen Wappentier neben dem Weisskopfseeadler erklärt. Die Bisonherden und ihr Schicksal spiegeln praktisch eins zu eins das kulturelle und natürliche Auf und Ab in der Geschichte der grossen US-Prärien. In der heissesten Phase Mitte des 19. Jahrhunderts tobten veritable Dreieckskämpfe zwischen den Bisons, den Indianern und den weissen Abenteurern. Die Symbiose zwischen Indianern und Bisons hatte zuvor jahrhundertelang funktioniert. Die Büffel lieferten den Präriestämmen Fleisch, Felle, das Material zu Waffen wie Pfeil und Bogen, aber auch spirituelle Überlebenshilfe. Die Indianer wiederum jagten den Bison nur nach Bedarf. Die Probleme begannen mit der weissen Besiedlung des nordamerikanischen Westens. An einer langen, halbrunden Wand wird in der Ausstellung auf einer farbigen Darstellung der Great Plains die komplexe Geschichte ab 1500 erzählt. Attraktiv und erhellend, wie das gesamte Konzept und die optische Gestaltung der Schau.
Da steht man beispielsweise vor einem Tisch mit einer grossen US-Landeskarte. Figuren von Büffeln, frommen Siedlern, ein gepunktetes Symbol für Pocken und anderes mehr kann man auf bestimmte Punkte auf die Karte stellen und erhält so eine an die Wand projizierte Lichtbilderklärung zum entsprechenden Thema. In Vitrinen prangen aus Bisondärmen genähte und verzierte Messerscheiden und andere BüffellederUtensilien. Apropos: Wissen Sie, was ein «Bison-Chip» ist? Nein, nichts Essbares, jedoch als getrocknetes Büffelexkrement ein vorzügliches Brennmaterial.
Hinter den einschlägigen Gegenständen fassen oft grosse Reproduktionen das jeweilige Thema zusammen – etwa in einer Indianer / Bison-Jagd voller Drive oder in einer schrecklichen Darstellung des Abschlachtens ganzer Büffelherden von der Eisenbahn aus, deren Schienenlegung den US-Westen grundlegend veränderte. Ende des 19. Jahrhunderts war der Bison praktisch ausgerottet – und damit auch das Schicksal der Indianer besiegelt. Hans Keller
Bison, Büffel, Buffalo
Eine Ausstellung des Nordamerika Native Museum in Zürich Bis 3. September 2017 www.nonam.ch


Jupiter zeigt sich von seiner besten Seite
Zurzeit befi ndet sich der Jupiter in bester Stellung für eine Beobachtung von der Erde aus. Am 7. April steht der grösste Planet unseres Sonnensystems der Sonne genau gegenüber. Die Astronomen bezeichnen diese Stellung als Opposition. In dieser Konstellation ist der Abstand zum Jupiter am geringsten und er leuchtet am hellsten. Zudem ist er die ganze Nacht hindurch gut zu beobachten; seinen höchsten Stand erreicht er jeweils um Mitternacht.
Jupiter ist im Durchmesser rund elfmal grösser als unsere Erde. Seine Grösse und Leuchtkraft fi el schon früheren Völkern auf. So trägt er den Namen des römischen Hauptgottes und in Babylonien galt
er wegen seines goldenen Lichtes als Königsstern. Fast der ganze Planet besteht aus Gasen. Die turbulenten Wolkenbänder enthalten Kristalle aus gefrorenem Ammoniak. In einer Wolkenschicht südlich des Äquators befi ndet sich der grösste Wirbelsturm des Sonnensystems – in ihm hätte unsere Erde zweimal Platz! Dieser gigantische Wirbel konnte schon vor 300 Jahren mit den damaligen Fernrohren beobachtet werden. Nach heutiger Kenntnis besitzt Jupiter mindestens 67 Monde. Seine grössten vier Monde beobachtete Galileo Galilei bereits 1610 durch sein Fernrohr, deshalb werden sie auch die Galileischen Monde genannt. Andreas Walker

PESTIZIDE I
Initiative für eine Schweiz ohne Pestizid
In der Schweiz werden jährlich rund 2200 Tonnen Pestizide verwendet, davon 100 Tonnen in Privatgärten. Das ist verheerend für die Natur, insbesondere für Bodenlebewesen, Insekten und das Wasser. Ende November lancierte die Gruppe Future 3.0 die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide». Heute sei es möglich, die Versorgung der Schweizer Bevölkerung durch die einheimische Produktion und den Import von Nahrungsmitteln ohne synthetische Pestizide sicherzustellen, schreiben die Initianten auf ihrer Webseite. Hunderte Landwirtschaftsbetriebe würden bereits heute zeigen, dass man auch ohne synthetische Pflanzenschutzmittel rentabel wirtschaften könne. Bei einem Erfolg der Initiative würde die Schweiz zum ersten pestizidfreien Staat der Welt. krea + www.future3.ch

PESTIZIDE II
Initiative für sauberes Wasser und gesunde Nahrung
Oben genannte Initiative dürfte es schwer haben. Mehr Chancen hat wohl die Initiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Ernährung – keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz», die am 22. März, dem Tag des Wassers, lanciert wurde. Initiantin Franziska Herren: «Hören wir doch auf, unsere eigene Vergiftung zu subventionieren!» krea + www.sauberes-wasser-fuer-alle.ch
AUSSTELLUNG
Der Garten-Maler
Claude Monet gehört zu den bedeutendsten und beliebtesten Künstlern. In seinen Bildern experimentierte der französische Maler mit wechselndem Licht, Spiegelungen und Schatten, die magische Stimmungen erzeugten. Zu ihrem 20. Geburtstag präsentiert die Fondation Beyeler in Riehen (BS) eine Ausstellung mit 62 Meisterwerken Monets. krea


100
JÄHRIGE



MARSCHIEREN FÜR
DEN FRIEDEN
Seit den 1960ern finden am Ostermontag in Deutschland und der Schweiz Märsche für den Frieden statt. In Bern wird dieses Jahr gegen Investitionen in die Rüstungsindustrie demonstriert, in Friedrichshafen die Kriegslogik und Friedenskultur thematisiert. Der Ostermarsch in Bern steht unter dem Motto «Mein Geld führt Krieg. Waffengeschäfte von Pensionskassen und Banken stoppen!» Treffpunkt ist am 17. April um 13 Uhr im Eichholz (Wabern bei Bern); der Marsch führt der Aare entlang zum Münsterplatz, wo Soziologe und Konfliktforscher Ueli Mäder eine Rede halten wird. Mit musikalischem und kulinarischem Rahmenprogramm. Der Friedensmarsch in Friedrichshafen steht unter dem Motto «Von der Kriegslogik zu einer Friedenskultur – unser Weg». Treffpunkt ist um 11.30 Uhr am Fährhafen. Der Weg führt über drei Stationen zur Abschlusskundgebung beim Rathaus. Auf dem Adenauerplatz gibt es ab 13.30 Uhr einen Friedensmarkt mit Infoständen, Suppe und Musik. krea + www.ostermarschbern.ch + www.bodensee-friedensweg.org
GARTEN
Patina für Tontöpfe
Mineralien im Giesswasser verursachen auf Tonund Terrakottatöpfen oft weissgraue Flecken. Diese lassen sich mit Essigwasser (50 ml auf 5 l) wegbürsten. Statt die Flecken zu entfernen, lässt sich auf den Gefässen aber auch eine schöne Patina heranzüchten: Bei unglasierten Keramik-, Ton- und Natursteintöpfen kann mit einer Joghurt-Wasser-Mischung oder mit Buttermilch nachgeholfen werden. Dazu wird die Mixtur reichlich mit der Sprühflasche auf den Topf gesprüht und der Topf anschliessend an der Sonne getrocknet. krea
... so wird das Wetter im April
Der diesjährige April wird ein typischer April: ständiger Wetterwechsel, nicht selten mehrfach am Tag. Sonnenschein folgt Regen, dann hagelt es scheinbar aus heiterem Himmel. Um die Mitte des Monats ist sogar mit Schneeschauern zu rechnen.

Bauernregel April
«Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick.»
Die Bauernregel hat recht: Der April ist bei uns oft geprägt von sehr unbeständigem Wetter, es ist ein ständiges Hin und Her. Warmluftvorstösse aus dem Süden wechseln sich ab mit Polarlufteinbrüchen vom Norden. Dies führt häufi g zu vielen Wetterwechseln. Der April macht eben, was er will.

+ Ob der 100-jährige Kalender recht gehabt hat, lesen Sie auf www.natuerlich-online.ch/wetter
Gesundheit

Den Schmerz wegdrücken
DIE BEDEUTUNG DER MUSKULATUR FÜR UNSER WOHLBEFINDEN WIRD OFT
UNTERSCHÄTZT. DENN: SIND DIE KRÄFTEWIRKUNGEN IM KÖRPER NICHT
IM GLEICHGEWICHT, KÖNNEN DARAUS ERNSTHAFTE KÖRPERLICHE UND SEELISCHE PROBLEME ENTSTEHEN.
Text: ANJA SPEITEL
DIE LUZERNERIN Sabrina Schmid* hat schlimme Jahre hinter sich: Nachdem ihre Mutter im Februar 2014 plötzlich verstarb, manifestierten sich bei ihr chronische Schmerzen. «Innert eines Jahres wurde es so schlimm, dass ich kaum noch eine Treppe hochkam», erzählt sie. «Meine Beweglichkeit schränkte sich immer mehr ein, sodass ich mich schliesslich nicht mehr selber im Bett umdrehen oder mich alleine ankleiden konnte. Mein gesamter Körper war nur noch angespannt und starr. Nicht einmal mehr den Kopf konnte ich drehen.»
Der Hausarzt schickte sie zum Rheumatologen, der ihr Kortison verordnete. «Ich war total fertig, als ich den Facharzt verliess», erinnert sich Schmid. «Er hat mir gesagt, dass ich wohl mein Leben lang nicht mehr ganz gesund werden würde. Ich hatte schreckliche Angst – auch vor den Nebenwirkungen des Kortisons.» Dennoch nahm sie das Steroidhormon ein halbes Jahr lang. «Ich versuchte, der Schulmedizin zu vertrauen. Doch die Kortisonbehandlung half mir nur wenig. Also suchte ich intensiv nach Alternativen.»
Muskulatur im Fokus
Eine Kollegin berichtete ihr von der Myoreflextherapie. «Ich hatte noch nie davon gehört, recherchierte im Internet und fand heraus, dass der deutsche Begründer dieser Therapie auch regelmässig in der Schweiz bei Paramed in Baar praktiziert. Also machte ich einen Termin aus», erzählt Schmid. Im Dezember 2015 behandelte der geistige Vater der Myoreflextherapie, Kurt Mosetter, Schmid das erste Mal. Seitdem lässt sie ihn alle sechs Wochen Hand an ihren Körper legen. «Das tut mir so gut!», sagt sie. «Schon nach der ersten Behandlung konnte ich meinen Kopf wieder besser drehen. Meine Beweglichkeit kehrte Schritt für Schritt zurück, und seit rund vier Monaten fühle ich mich wieder gesund.»
Kurt Mosetter begründete die Myoreflextherapie um 1990. Paten standen eine Vielzahl unterschiedlicher Erkenntnisse und Wissenschaften. Im Zentrum der neuen Methode stehen das Muskelsystem und die funktionelle Anatomie des Bewegungs-
apparats. «Im Körper gibt es ganz viele muskuläre Kraftlinien, die uns ausrichten –wie die Fäden bei einer Marionette», erklärt Mosetter. Jeder Muskel habe einen Gegenspieler. Arbeite der eine aktiv, müsse sein Gegenspieler loslassen.
Doch der moderne Lebensstil störe diese Balance: «Wer den ganzen Tag sitzt, belastet in erster Linie Bauchmuskeln und Hüftbeuger, die sich dadurch verkürzen. Gegen diesen Zug müssen dann die Muskel-Gegenspieler im Rücken ständig arbeiten, damit wir nicht nach vorne kippen. Daraus resultieren Rückenschmerzen oder gar ein Bandscheibenvorfall», so Mosetter. «Der Rücken ist aber nicht Ursache dafür. Deshalb behandeln wir vorne.» Per Druck oder mit Akupunkturnadeln werden Bewegungsreize an den Muskelansätzen der Bauchmuskeln und Hüftbeuger gesetzt. Diese Stimulation bewirkt laut Mosetter, dass der Organismus auf vorhandene Dysbalancen aufmerksam wird und entsprechende Regulationen in Gang setzt. «Die Balance zwischen den Muskeln –also die ursprüngliche Ausgewogenheit der Kräftewirkungen im Körper – stellt sich so wieder ein.» Dadurch würden auch Gelenke und Weichteilstrukturen entlastet. Schmerzen durch chronische Fehlbelastungen könnten sich wieder lösen und verschwinden, weil der Organismus zu seiner natürlichen Anatomie des Bewegungssystems zurückfinde.
Körper aus dem Lot
Der Tod ihrer geliebten Mutter hatte bei Sabrina Schmid zu solch enormen Anspannungen geführt, dass sich ihre gesamte Musku-

Kurt Mosetter ist Arzt und Heilpraktiker. Über die Integration angewandter Biochemie und Neurobiologie begründete er das Konzept der Neuromyologie und die Myroreflextherapie. Er ist Leiter des ZiT – Zentrum für interdisziplinäre Therapien (Gutach, Herrenberg, Konstanz, Freiburg) und konsiliarisch bei der Paramed tätig.
«FETT IST GUTER TREIBSTOFF»
Was kann man neben ausreichend Bewegung und aktiver Dehnung noch Gutes tun für die Muskeln?
Die Ernährung spielt auch eine wichtige Rolle. Es gibt guten und schlechten Treibstoff für die Muskeln. Das «Kerosin» entsteht bei der Fettverbrennung – je mehr Fett verbrennt, desto besser werden die Muskeln ernährt. Weil er die Fettverbrennung verhindert, ist Zucker besonders schlecht. Wir essen aber viel zu viel Zucker! Diese Ernährung macht uns krank.
Welche Lebensmittel sind besonders wertvoll?
Viel Gemüse und gutes Getreide wie Amaranth, Quinoa, Hirse und schwarzer Reis. Dazu Biofleisch und -eier sowie Fisch. Der Supertreibstoff sind wertvolle Fette, vor allem Omega 3. Viel davon steckt z. B. in Walnüssen, Hanföl oder ChiaSamen. Bei Früchten sollte man solche mit wenig Zucker bevorzugen wie Beeren, Aprikosen, Papaya, Ananas, Honigmelone und Rhabarber. Denn Fett macht nicht fett. Zucker macht fett.
Gibt es besonders wichtige Vitamine?
Vitamin D! Jeder Patient, der unter Schmerzen leidet, sollte seine Vitamin D- und Omega 3-Spiegel bestimmen lassen. Sind diese zu niedrig, sollten sie individualisiert supplementiert werden. So liesse sich vieles wieder ins Lot bringen.
Wie nehme ich Vitamin D auf, ohne Tabletten schlucken zu müssen?
Vitamin D kann der Körper bei Sonneneinstrahlung selbst bilden. Wer keine Beschwerden hat, für den reicht es, täglich 20 Minuten Sonne zu tanken, um die Vitamin D-Speicher aufzufüllen. Dazu müssen zumindest Gesicht und Arme ungeschützt den Sonnenstrahlen ausgesetzt werden. Sonnencreme verhindert übrigens, dass Vitamin D in der Haut produziert wird.
www.paramed.ch
Kurt Mosetters Bewegungstipps für intakte Muskeln
Um die Muskulatur bis ins hohe Alter stark und geschmeidig zu halten und so die allgemeine Gesundheit zu fördern, empfiehlt Kurt Mosetter:
Täglich mindestens 30, besser 60 Minuten Bewegung.
Ältere Menschen sollten täglich direkt nach dem Aufstehen KiD-Übungen machen und sie vor dem Zubettgehen nochmals wiederholen (siehe youtube.com).
Nach 30 Minuten Spaziergang oder walken zwei bis drei aktive Dehnungsübungen machen.
Wer rund eine Stunde joggen geht, sollte zwischendurch immer mal wieder anhalten und aktiv dehnen. Nach dem Training ebenfalls zwei bis drei KiD-Übungen machen.
latur verkrampfte. «Ich hatte ein ausgesprochen tiefes Verhältnis zu meiner Mutter und konnte nicht loslassen», weiss sie heute. «Wenn die Seele immer weint, schreit irgendwann der Körper.» Neben sämtlichen Erkrankungen des Bewegungsapparats wie etwa Arthrose, Gelenkblockaden, Skoliose oder Bandscheibenvorfall ist die Myoreflextherapie laut ihrem Begründer auch bei seelischen Belastungen wie chronischem Stress, Burn-out oder Depression besonders gut geeignet. Auch funktionelle Organstörungen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Atembeschwerden wie Asthma können mit dieser Therapie gelindert werden, so Mosetter. Darüber hinaus behandelt er auch Schwindel, Migräne und anderen Kopfschmerz, Sehstörungen, Tinnitus, Kiefergelenkstörungen und sogar Multiple Sklerose mit Myoreflex. «Mein Vater war an MS erkrank», berichtet er. «Nach Jahren im Rollstuhl konnte er durch intensive Myoreflextherapie und die Regulation seines Stoffwechsels wieder gehen.»
Druck und Dehnung
Eine Myoreflex-Sitzung dauert eine halbe Stunde. Die Muskelansätze, die dabei behandelt werden, sind auch als Triggerpunkte bekannt. «Am Anfang tat die Behandlung extrem weh», erinnert sich Schmid. «Aber je länger Dr. Mosetter drückt, desto mehr verschwindet der Schmerz – auch jener, der in entfernte Körperregionen ausstrahlt.» Ausserdem spielt das Dehnen der verspannten und verkürzten Muskulatur in der Therapie eine besondere Rolle: «Die Dehnung sollte aktiv sein, also geschehen, wenn der Muskel aufgedehnt ist, also noch ein wenig Kraft entwickelt», betont Mosetter. «So reguliert und löst sich der verkürzte Muskel.»
Die von dem Arzt entwickelten «Kraft in der Dehnung»Übungen («KiD») sollten Patienten täglich durchführen. Sie bekommen ein Übungsblatt, es gibt aber auch Bücher und viele Videos auf YouTube, die man unter dem Stichwort «Myoreflex» abrufen kann. «KiD-Übungen sind ein Längentraining für die
«Wenn die Seele immer weint, schreit irgendwann der Körper.»
+ Buchtipps
Kurt und Reiner Mosetter
«Schneller schmerzfrei mit der KiD-Methode – Beweglich in Faszien und Muskeln», Patmos Verlag, 2016, Fr. 21.90
Muskeln», fasst Mosetter zusammen. «Täglich zweimal zwei bis fünf Minuten reichen schon aus, um den Muskeln viel Gutes zu tun – und damit die gesamte Gesundheit zu fördern.»
Wundermaschine Muskeln
Die Wichtigkeit einer kräftigen und gleichzeitig geschmeidigen Muskulatur wird nach Ansicht des Mediziners vollkommen unterschätzt. «Unsere Muskeln sind eine Wundermaschine: Sie produzieren über hundert Hormone und Botenstoffe, die z. B. antientzündlich, schmerzhemmend und blutdrucksenkend wirken», weiss Mosetter. «Sie helfen sogar, dass neue Nervenzellen wachsen! So kam mein Vater wieder aus dem Rollstuhl. Sind die Muskeln in Balance, kann sich der Organismus selbst reparieren.» Deshalb lautet Mosetters dringendste Botschaft: «Mehr bewegen! Jeden Tag mindestens 30, besser 60 Minuten.» ◆

Kurt und Reiner Mosetter «Wie der Rücken die Seele und die Seele den Rücken heilt: Die Psychologie der Muskeln. Mit hochwirksamen Faszien-Übungen», Arkana Verlag, 2015, Fr. 28.90













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Umweltein üsse werden immer mehr zum Thema. Fast könnte man meinen, sie seien eine Er ndung unserer Zeit und früher habe es diese Ein üsse nicht gegeben. Dabei ist die Menschheit seit eh und je, sind wir alle in jedem Augenblick dem Umweltfaktor «Wetter» ausgesetzt. Von Zeit zu Zeit wird uns dies bewusst, etwa, wenn es in einem Gespräch heisst: «Der Föhn drückt wieder, ich spüre es an meinem Kopfweh» oder «Meine Gelenke schmerzen, bald wird es Schnee geben».
Sturm im Kopf
WIR SIND UNUNTERBROCHEN VOM WETTER UMGEBEN UND DAMIT AUCH VON IHM BEEINFLUSST. EINIGE MENSCHEN SPÜREN DIES KAUM, ANDERE REAGIEREN BEI EINEM WETTERUMSCHWUNG MIT DIVERSEN SYMPTOMEN. VERSCHIEDENE WETTERLAGEN HABEN UNTERSCHIEDLICHE EINFLÜSSE AUF UNSER WOHLBEFINDEN.
Text und Fotos: ANDREAS WALKER
Der Begriff Wetteremp ndlichkeit tauchte bereits im 9. Jahrhundert in einem Gesetzestext auf. Es wurde derjenige bestraft, der einem Gegner im Streit Wunden zufügte, die «wetterempndliche Narben» hinterliessen. Goethe (1749–1832) erwähnte in einem Brief, dass er bei hohem Barometerstand besser arbeiten könne, als bei niedrigerem. Humboldt (1769–1859) umfasste 1844 den Klimabegriff soweit, dass die Wirkungen der Elemente der Atmosphäre nicht nur für die organische Entwicklung der Gewächse und die Reifung der Früchte, sondern auch für die Gefühle, ja die Seelenstimmung des Menschen wichtig sei. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Ärzte nach Gründen dieses Phänomens zu suchen. Es ist ihnen aufgefallen, dass an bestimmten Tagen gleichartige Krankheitssymptome gehäuft auftraten. Das Thema fand auch Interesse in der modernen Forschung. Durch die Vernetzung von Medizin und Meteorologie entstanden neue Wissenschaftszweige: die Medizinmeteorologie und die Bioklimatologie. Trotz inzwischen einiger gelüfteter Geheimnisse, bleiben noch viele Rätsel; denn Mensch und Wetter sind zwei sehr komplexe Systeme – ihre Vernetzung ist dementsprechend kompliziert.
Ein Sammelsurium von Faktoren
Es zeigt sich immer mehr, dass eine Vielzahl meteorologischer Faktoren die Menschen beein usst. Dazu gehören unter anderem die Luftfeuchtigkeit, Luftbewegungen (Windgeschwindigkeit), Luftdruckschwankungen, verschiedene Formen der


Was Wetterphasen mit uns machen 6
Der Durchzug eines Tiefdruckgebietes ist von verschiedenen typischen Wetterphasen begleitet, die mit den entsprechenden Befindlichkeitsstörungen verbunden sind. Vorausgesetzt, dass ein Tiefdruckwirbel noch jung ist und mitten über unser Land zieht, bringt er eine Abfolge von sechs typischen Wetterphasen mit sich:
1a Im sommerlichen Hoch
Im Hochdruckgebiet sind die meteorologischen Aktivitäten sehr gering. Deshalb sind auch meistens keine wetterbedingten Beschwerden spürbar. Im sommerlichen Hoch kann die Hitze zum Problem werden. An schwülen Tagen wachsen am Spätnachmittag gewaltige Gewitterwolken in den Himmel.
1b Im winterlichen Hoch Im Winter sind Hochdrucklagen oft mit einer Nebeldecke im Mittelland verbunden. Die mit Schadstoffen angereicherte feuchte Nebelluft wirkt sich ungünstig auf Erkrankungen der Atemwege aus. Über dem Nebel jedoch ist die Luft kristallklar und es scheint die Sonne.
2 Abbauendes Hochdruckgebiet Ein Halo um die Sonne kündigt den aufkommenden Wetterumschlag an: Auf der Vorderseite eines Tiefs gleitet herannahende wärmere Luft über die am Boden lagernde kältere Luft auf. Ein typisches


Zeichen für diesen Warmfrontaufzug ist der Halo um die Sonne. Er kündigt an, dass in einigen Stunden der Niederschlag eintrifft. Müdigkeit, nervöse Unruhe, Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Schmerzempfindungen machen sich überdurchschnittlich bemerkbar.
3 Vollzogener Wetterumschlag
Mit dem Warmfrontdurchgang trifft in der warmen Jahreszeit ein regelmässiger «Landregen» ein, dem im Winter leichter Schneefall entspricht. In dieser Phase werden die Befindlichkeitsstörungen, Schmerzzustände und Kreislaufbeeinträchtigungen auf den geschwächten und kranken Organismus verstärkt.
4 Bewölkungsauflockerung
Im Warmsektor des Tiefs wird die Luft erwärmt und trocknet aus. Deshalb erfolgt eine vorübergehende Wetterberuhigung und die Wolken lösen sich zum grössten Teil auf. Die wetterbedingten Beschwerden nehmen rasch ab. Beim Durchzug eines Tiefdruckwirbels fühlt sich der Mensch in dieser Wetterphase am wohlsten.
5 Erneuter turbulenter Wetterumschlag
Das Eintreffen der Kaltfront macht sich für den Beobachter oft als drohende dunkle Wolkenwand bemerkbar, weil er die dunkle Wolkenbasis sieht. Im Bereich der Kaltfront treten starke Turbulenzen, infolge von intensiven vertikalen Umlagerungen von
Luftmassen auf. Koliken, Krämpfe, Herzanfälle, Herzinfarkte, Schlaganfälle, arterielle Embolien, epileptische Anfälle und Asthma treten häufiger auf.
6 Rückseitenwetter
Auf der Rückseite der Kaltfront bestimmt absinkende Luft das Wettergeschehen. Die Bewölkung geht zurück und das Hoch baut sich erneut auf. Die meteorologischen Aktivitäten lassen immer mehr nach, ebenso nehmen die wetterbedingten Reaktionen im Organismus nach und nach ab.
7 Spezialfall Föhnlage
Wenn nördlich der Alpen ein Tiefdruckgebiet vorbeizieht, entsteht auf dessen Vorderseite eine Südströmung. Auf der Alpensüdseite entsteht ein Wolkenstau mit anhaltenden Regenfällen. Auf der Nordseite weht der warme Föhnwind, der besonders beim Aufgleiten auf die kalte Luft im Mittelland sowohl ver schiedene Beschwerden wie z. B. Kopf weh, als auch euphorische Zustände verursachen kann.
Blick vom Le Chasseral in Richtung Berner Alpen: Der Föhn gleitet auf den Kaltluftsee auf, der in Form von Nebel sehr gut sichtbar wird. Dabei werden Wellen im Nebel erzeugt, die für Luftdruckschwankungen sorgen. Darunter leiden viele wetterempfindliche Menschen.
Sonneneinstrahlung (insbesondere das UV-Licht), Infrarotstrahlung, Reizung durch Spurenelemente und Luftverschmutzung, Schallwellen, Luftionisation, elektrostatische und elektromagnetische Felder, Geruchsreizung und viele andere. Mit dieser reichhaltigen Palette von meteorologischen Ein üssen wird so gut wie jeder Teil des menschlichen Organismus erreicht. Hauptsächlich jedoch Haut, Atmungsorgane, Nase, Augen und das zentrale Nervensystem.
Nicht jeder Mensch leidet unter dem Wetter. Und es gibt nicht nur wetteremp ndliche und wetterunemp ndliche Menschen – die Übergänge sind iessend. Man unterscheidet drei Gruppen: Bei den Wetterreagierenden passt sich der Organismus unbemerkt den wechselnden Wetterbedingungen an. Sie verspüren in der Regel keine Beschwerden. Wetterfühlige Menschen merken, wenn sich das Wetter ändert. Manche klagen über Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Herzklopfen oder Blutdruckbeschwerden. Die Wetteremp ndlichen haben im Laufe ihres Lebens Krankheiten und Verletzungen erlitten, die sie gegenüber dem Wetter besonders emp ndlich machen. So können beispielsweise alte Operationsnarben oder Knochenbrüche bei Wetteränderungen schmerzhafte Emp ndungen hervorrufen.
Reaktionen auf extreme Wetterwechsel
In Bezug auf das meteorologische Geschehen betrachtet, leben wir in einem äusserst abwechslungsreichen Land. Unsere Breiten sind geprägt vom Durchzug der Tiefdruckwirbel, die an der Polarfront entstehen und in einer Abfolge von verschiedenen Wetterphasen innert kürzester Zeit Wetterwechsel verursachen, die im Extremfall einem Klimawechsel von den Subtropen in polare Breiten entspricht. Solche Änderungen verursachen dann auch die häu gsten Beeinträchtigungen. Meinungsumfragen haben ergeben, dass sich über die Hälfte der Bevölkerung durch das Wetter in ihrem Wohlbe nden gestört fühlt. Dabei bieten selbst vollklimatisierte Räume keinen Schutz vor Wetterbeschwerden.
Der Durchzug eines Tiefdruckgebietes ist von verschiedenen typischen Wetterphasen begleitet, die mit den entsprechenden Be ndlichkeitsstörungen verbunden sind. Ein mitten über unser Land ziehender, noch junger Tiefdruckwirbel bringt eine Abfolge von sechs Wetterphasen mit sich: abbauendes Hochdruckgebiet, Warmfrontaufzug, Warmfrontdurchgang, Warmsektor, Kaltfrontdurchgang, Rückseitenwetter (siehe Bilder). Nicht immer ist ein Tief derart klassisch ausgeprägt, dass alle Wetterphasen klar erscheinen. In vielen Fällen werden wir auch nur von einer Störung gestreift, deren Ausläufer uns gerade noch erreicht. In solchen Situationen verschmelzen einige Wetterphasen übergangslos ineinander oder fallen sogar weg.
Macht uns das Wetter krank?
Ist es normal, dass unser Körper auf verschiedene Wetterlagen mit regelrechten Krankheitssymptomen reagiert? Oder anders gefragt: Muss uns das Wetter zwangsläu g krank machen? Als wetterfühlig werden Menschen bezeichnet, die Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Sonnenlicht, elektroklimatische Verhältnisse und andere Wetterfaktoren verstärkt wahrnehmen und übermässig darauf reagieren, in der Regel negaviv. Vermutlich spielen dabei auch elektrische Ladungen eine Rolle, die bei Luftmassentransporten und -überlagerungen erzeugt oder verschoben werden.
Wetterbedingte Beschwerden unterscheiden sich klar von «normalen Krankheiten». Obwohl der Betroffene ganz erheblich darunter leidet, kann der Arzt keine krankhaften Veränderungen an den betreffenden Organen nachweisen. Wetterbedingte Beschwerden müssen somit als Symptom eines geschwächten Organismus gesehen werden, der nicht mehr in der Lage ist, die verschiedenen Veränderungen zu kompensieren. Ebenso weiss man heute, dass unser vegetatives Nervensystem die Wetterreize wie eine Antenne aufnimmt.
Ein gesunder und seelisch stabiler Mensch kann die Wetterreize weitgehend ausgleichen. Er leidet nicht spürbar darunter. Wetteremp ndlichkeit tritt erst dann auf, wenn die natürliche Anpassung an das Wetter durch Krankheiten oder ungesunde Lebensgewohnheiten gestört wird. Eine vollwertige Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft und weitere Massnahmen, die den menschlichen Körper und die Psyche positiv unterstützen, sorgen für ein natürliches Gleichgewicht und helfen dem Menschen bei seiner natürlichen Anpassung an das sich ständig verändernde Wetter.
Der Föhn – ein Spezialfall
In Bezug auf Wetterfühligkeit gibt es zweifellos keinen grösseren Sündenbock als den Föhn. Diesem warmen, trockenen Fallwind, der stetig wehen, aber auch böig sein kann, wird so ziemlich alles angelastet, was im Sammelsurium der Wetterleiden kursiert. Der Wissenschaftler sieht die Sache aber anders. Der Föhn selbst ist bei Weitem nicht so schlimm wie die meisten Menschen glauben. Häu g jedoch werden die gehäuften Wetterbeschwerden, die auf der Vorderseite einer Warmfront auftreten, dem Föhn zugeschrieben, weil solche Wetterlagen vom Wolkenbild und vom Wettercharakter her manchmal dem Föhn ähnlich sind. Ein anderer Grund, wofür der Föhn als Bösewicht herhalten muss, ist viel komplizierter.
Bei einer winterlichen Föhnlage gleitet der Föhn im Mittelland oft auf den Kaltluftsee auf, der in Form von Nebel sichtbar ist. Dann beginnt der Nebel sichtbar zu wogen und zu kochen: Der Föhn erzeugt Wellen im Kaltluftsee, ähnlich einem Wind, der Wellen in einem Wassersee erzeugt. Wetterfühlige Menschen spüren besonders diese Phase des Ausräumens des Kaltluftsees, denn die Kaltluftwellen erzeugen kleine aber schnelle Luftdruckschwankungen – und die können dem menschlichen Körper zu schaffen machen und das Wohlbe nden spürbar stören. Greift der Föhn schliesslich voll durch bis zum Boden, lassen häu g auch die Beschwerden nach. Dieses Phänomen bewirkt, dass die schlimmsten Föhnleiden nicht in den klassischen Föhntälern registriert werden, sondern vor allem in Regionen, wo der Föhn auf den Kaltluftsee aufgleitet – also im Mittelland. Der Föhn verursacht jedoch nicht nur Leiden. Im Gegenteil, es soll Leute geben, die in einen regelrechten Föhnrausch versetzt werden oder in jenes «süsse Föhn eber», wie es Hermann Hesse beschreibt:
«Es gibt nichts Seltsameres und Köstlicheres als das süsse Föhn eber, das in der Föhnzeit die Menschen der Bergländer und namentlich die Frauen überfällt, den Schlaf raubt und alle Sinne streichelnd reizt. Das ist der Süden, der sich dem spröden, ärmeren Norden immer wieder stürmisch und lodernd an die Brust wirft und den verschneiten Alpendörfern verkündigt, dass jetzt an den nahen purpurnen Seen Welschlands schon wieder Primeln, Narzissen und Mandelzweige blühen.» ◆
Gesundheit

Text: SABINE HURNI

DSchlüsselblume
PRIMULA VERIS
FRÜHJAHRSBLÜHER /
Von Februar bis Mai vereinigen sich bis zu 30 sonnengelbe Blüten zu einer nickenden Dolde.
IE ECHTE SCHLÜSSELBLUME blüht von Februar bis Mai. Sie wird deshalb auch Frühlingsschlüsselblume genannt. Die Schlüsselblume gehört zur Gattung der Primeln, gedeiht auf kalkhaltigen Lehmböden und liebt trockene Wiesen und lichte Laubwälder. Meist ist sie in Gruppen anzutreffen. Die Echte Schlüsselblume kann Wuchshöhen von bis zu 30 Zentimetern erreichen; ihre Laubblätter be nden sich direkt am Boden. Am Ende des Stiels leuchten fünf bis dreissig gelbe Blüten mit orangeroten Flecken oder Streifen in deren Mitte. Im Gegensatz zur Echten Schlüsselblume (Primula veris), die einen sanften, an Honig erinnernden Duft verströmt, sind die Blüten der Wald-Schlüsselblume (Primula elatior) geruchlos. Beiden gemein ist, dass man vom Sammeln der P anze absehen sollte, weil ihre Bestände regional gefährdet sind. Man kaufe die Droge respektive Präparate davon deshalb in der Apotheke oder Drogerie.
BEI HUSTEN UND BRONCHITIS
Da die Schlüsselblume entkrampfend und schleimlösend wirkt, ist sie als Hustentee sehr gut geeignet. Zum Lösen von zähem Schleim bei Husten und Bronchitis verwendet man die Wurzeln und die Blüten der Echten Schlüsselblume. Dank ihres Saponin-



und Flavonoid-Gehalts fördern Schlüsselblumenextrakte generell die Befeuchtung der Bronchien, wodurch der Schleim ver üssigt wird. Die Saponine in den Wurzeln haben darüber hinaus eine schwach schmerzlindernde und pilzwachstumshemmende Wirkung. Sie wird deshalb auch bei Mundschleimhautentzündungen oder bei Rheuma eingesetzt.
WURZELTEE LÖST SCHLEIM
Die Blüten wirken eher etwas milder als die Wurzeln. Sie sind in Teemischungen, zusammen mit Thymian oder Spitzwegerich, beliebt. Sind die Bronchien stark verschleimt, eignet sich eine Abkochung der klein geschnittenen oder grob pulverisierten Wurzel: Man setzt einen Teelöffel davon mit zwei Deziliter kaltem Wasser an und bringt den Sud zum Kochen; zehn Minuten stehen lassen und mit Honig gesüsst trinken. Alle zwei bis drei Stunden eine Tasse frisch zubereiteten Tee trinken.
Zu bedenken ist, dass es bei Allergien gegenüber Primeln beim Genuss von Schlüsselblumen zu Hautreakionen kommen kann. ◆
BISHER ERSCHIENEN:
Hopfen, Heckenrose, Wacholderbeere, Mistel, Hamamelis, Kuhschelle, siehe www.natuerlich-online.ch



Rund um die Schlüsselblume
Wer im Garten Schlüsselblumen hat, kann die Blüten und Blätter als wohlschmeckende, duftende Zutat im Frühlingssalat verwenden.
Ein Schlüsselblumen-Gesichtswasser glättet Falten und klärt fleckige Haut: Eine Handvoll frischer Schlüsselblumen mit kochendem Wasser bedecken, über Nacht stehen lassen, absieben und kühl stellen. Täglich auf das Gesicht auftragen und trocknen lassen.
Die Legende besagt, dass man die Schlüsselblume im Frühling als allererstes Heilkraut einnehmen soll, damit alle anderen Heilpflanzen besser aufgeschlüsselt werden. Sie gilt als Einschleuser von Magnesium in den Körper.
In der Volksheilkunde wird die Schlüsselblume auch gegen Nervosität, Neuralgien und Migräne verwendet.

. . . die Gemmotherapie
Knospen, Triebspitzen und junge Blättchen enthalten teilungsfähige, aktive Pflanzenzellen, aus denen sich wirksame Heilmittel herstellen lassen. Gleichzeitig bereichern sie die Frühlingsküche und vertreiben die Müdigkeit aus dem Körper.
Vielleicht kennen Sie das: Sie wachen eines Morgens auf und wissen, der Frühling ist da! Obwohl er schleichend daherkommt und sich nach und nach über die noch weitgehend braune Landschaft legt, gibt es den Moment der Gewissheit, der sich plötzlich einstellt. Ich merke es jeweils an den Vögeln, die frühmorgens ihre Konzerte trällern. Und natürlich am Bärlauch, der einen grünen Teppich auf den Waldboden zaubert; an den ersten blühenden Zweigen, Primeln und Krokussen, die endlich wieder Farbe in den Garten bringen. Wenn im März die ersten Sonnenstrahlen die Natur wachkitzeln, geht es Schlag auf Schlag: Die ersten Knospen kommen, im April immer mehr, dann die Blättchen oder Blüten, und plötzlich scheint die Pflanzenwelt zu explodieren. Herrlich! Was wir Menschen von dieser geballten Kraft, diesem Lebenswillen und diesem absoluten Wunder der Natur mitbekommen, ist jedoch nur ein Bruchteil von dem, was da passiert. In den Triebspitzen, den Knospen, Wurzelspitzen und Pflanzensprossen gedeiht im Frühling ein ganzes Universum.
Pflanzenzellen, die sich im Wachstum befinden, enthalten eine Fülle von Inhaltsstoffen, die in Blüten und Blättern nicht vorkommen. Dazu gehören energiereiche Phosphatverbindungen, Wachstumsfaktoren und genetische Bestandteile, welche die Information der ganzen Pflanze in sich tragen. All diese Stoffe braucht die Pflanze zum Wachsen. Mit unvorstellbarer Kraft werden Samenschalen geknackt, die Erdschicht durchstossen und vollkommene Blättchen wickeln sich aus kleinen Knospen. Diese erneuernde Kraft ist allerdings mehr als ein Naturereignis: Die Knospenkraft kann auch zu Heilzwecken eingesetzt werden.
Die sogenannte Gemmotherapie (lat. Gemmo = Knospen) ist eine relativ junge Heilmethode, die sich zwischen der herkömmlichen Heilpflanzenkunde und der Homöopathie bewegt. Die Idee, aus teilungsaktivem Pflanzenmaterial wie Knospen, Wurzelspitzen oder Jungtrieben ein Heilmittel herzustellen, stammt ursprünglich von Hildegard von Bingen. Vor gut fünfzig Jahren hat der belgische Arzt, Forscher und
CORTISONÄHNLICHE WIRKUNG /
Die Knospen der Schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum) wirken entzündungshemmend und können Allergien lindern.
Homöopath Pol Henry daraus eine Heilmethode entwickelt. Er entdeckte, dass jede Krankheit mit dem Bluteiweissgehalt in Zusammenhang steht; daraufhin begab er sich auf die Suche nach Pflanzenmaterialien, welche die Blutproteine beeinflussen können.
Henry und seine Forscherkollegen stellten in Versuchen fest, dass Knospenauszüge in der Lage sind, das Immunsystem und das Verhältnis der Blutproteine wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Viele klinische Studien belegten in der Folge eine erstaunlich präzise Wirkung von Knospenauszügen auf menschliche Stoffwechselprozesse wie zum Beispiel den Blutkreislauf, den Hormonhaushalt, das Immunsystem oder den Verdauungstrakt.
Die Erfahrung mit der Gemmotherapie zeigt, dass der menschliche Stoffwechsel durch die aktiven, teilungsfreudigen Pflanzenzellen sehr kraftvoll unterstützt wird. Teilweise sogar effizienter als mit einer herkömmlichen Heilpflanzentinktur. Während ein Lindenblütentee beruhigend wirkt, entpuppt sich das Gemmomazerat (Kaltwasserauszug) mit den Knospen der Sommerlinde als äusserst entspannendes Heilmittel bei Schlafstörungen. Anderes Beispiel: Die Blätter der Hängebirke wirken entwässernd, das Gemmopräparat hingegen wirkt vitalisierend und regt Niere, Leber und Hautstoffwechsel an – ein ideales Mittel also, um die Frühjahrsmüdigkeit zu vertreiben. Die Knospen der Schwarzen Johannisbeeren, das wohl bekannteste Gemmopräparat, wirken entzündungshemmend und gelten als cortisonähnlich. Sie helfen bei allergischem Schnupfen oder Rheuma.
Firmen, die Gemmopräparate herstellen, gewinnen das Pflanzenmaterial aus Wildsammlung oder aus biologischem Anbau. In beiden Fällen ist es wichtig, die Pflanzen

durch das Entfernen der Knospen nicht zu stark im Wachstum zu bremsen. Danach wird das Pflanzenmaterial rasch verarbeitet, damit die Inhaltstoffe aktiv bleiben.
Noch frischer geht es von der Hand in den Mund, beziehungsweise in den Mixer – die meisten Knospen, jungen Blättchen und Triebspitzen sind äusserst schmackhaft. Allen voran Kapern und Artischocken. Doch auch junge Triebspitzen kommen bei vielen ab Ende April wieder regelmässig auf den Teller: weisser und grüne Spargel. Beim Spargel wie auch bei der Artischocke essen wir wertvolles aktives Pflanzenmaterial – zumindest dann, wenn wir sie frisch geniessen.
Natürlich bieten auch Garten, Wald und Naturwiesen eine Vielfalt an verschiedenen Knospen, die man sich im Frühling zu Gemüte führen kann. Zum Beispiel Löwenzahnund Bärlauchknospen, junge Birkenblättchen, die Keimblätter von Ahornsamen oder die jungen Blättchen der Weissbuche. Knospen lassen sich braten oder in Öl einlegen. Junge Blättchen bereichern Salate und machen Smoothies leuchtend grün.
SABINE HURNI ist dipl. Drogistin HF und Naturheil praktikerin, betreibt eine eigene Gesundheitspraxis, schreibt als freie Autorin für «natürlich», gibt Ayurveda-Kochkurse und setzt sich kritisch mit Alltagsthemen, Schulmedizin, Pharma industrie und Functional Food auseinander.
Die rohköstlichen Naturprodukte vitalisieren den menschlichen Stoffwechsel, was im Frühjahr besonders wichtig ist. Der herbe Geschmack, die Bitterstoffe und das aktive Pflanzenmaterial vertreiben die letzte Spur Winter aus dem Körper. ◆
Beratung

Gesunder Darm
Was empfehlen Sie, um den Darm in Schwung zu bringen? Ich musste letztes Jahr zwei Polypen entfernen lassen. Zudem ist mein Vater jung an Darmkrebs gestorben.
S. H., Biel
Wichtig sind in Ihrer Situation die Nahrungsfasern. Sie liefern den Darmbakterien wertvolles Futter und vertreiben Entzündungen aus dem Darm. Nahrungsfasern sind in allen Gemüsesorten enthalten, ebenso in Vollkornprodukten und Weizenkleie. Eier, Zucker und Fleisch hingegen enthalten keine Nahrungsfasern. Diese drei Lebensmittelgruppen sollten Sie eher in geringen Mengen zu sich nehmen. Gemüse, gekocht oder roh, und Vollkornprodukte sollten sie täglich reichlich essen. So baut sich die Darmflora innert einiger Wochen sehr umfangreich auf. Wenn Sie möchten, können Sie zudem in der Drogerie ein Präparat kaufen, das lebende Bakterienkulturen enthält. Auch das hilft, die Besiedelung anzuregen. Nehmen Sie vielleicht auch ab und zu ein KurkumaPräparat zu sich.
Sie bekommen die Kapseln in der Drogerie oder im Reformhaus. Daneben können Sie täglich etwas Kurkuma zum Kochen benutzen. Das Pulver ist ein guter Entzündungshemmer und hat sich in der Krebsprävention als hilfreich erwiesen.
Stein statt Pflaster
Ich habe kürzlich ein Fusspflaster ausprobiert und hatte das Gefühl, dass es mir guttut. Im Internet wollte ich mich erkundigen, wie gut und natürlich
dieses Pflaster ist – doch die Verwirrung ist gross: Es gibt zig verschiedene Produkte. Welches ist das beste? T. Z., Sarnen
Ich bin gegenüber Fusspflastern etwas skeptisch, habe sie aber selber noch nie ausprobiert. Ich kann Ihnen deshalb nicht sagen, welches das beste Pflaster ist.
Die Pflaster, die Sie getestet haben, bestehen zu einem grossen Teil aus Turmalin-Pulver. Dieses Heilgestein wirkt stark auf die Nervenbahnen. Es versorgt die Zellen mit Energie und fördert so den Abbau körperfremder Moleküle in den Zellen (Giftstoffe und Schwermetalle). So zumindest die Erklärung der Firma. Dass jedes der angebotenen Pflaster eine unterschiedliche Wirkung haben soll, kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Ich müsste die vier Produkte für einen Selbsttest bestellen, um mir ein Bild zu machen.
Dass man über die Füsse den Körper beeinflussen kann, zeigt die Wirkung der Fussreflexzonenmassage, die Anwendung von Aromaölen über die Füsse oder auch die Wirkung von Fussbädern. Ich möchte die Wirkung der Fusspflaster deshalb nicht ad hoc verneinen. Vielleicht würde es Ihnen aber auch guttun, wenn Sie im Steinladen zwei flache Turmalinsteine kaufen und diese über Nacht auf die Fusssohlen kleben. Am stärksten wirkt der schwarze Turmalin, auch «Schörl» genannt. Es ist ein sehr kraftvoller Stein und wird nicht ohne Wirkung bleiben. Auch ohne die Kräuterextrakte, die in den teuren Fusspflastern zusätzlich enthalten sind.

Kröte im Hals
Seit sehr langer Zeit leide ich an Reizhusten und Heiserkeit mit dem Bedürfnis mich zu Räuspern. Haben Sie mir einen Rat, was ich für meinen HalsRachen und meine Stimme tun könnte? B. S., Bern
Die heisere Stimme kann mit einem Schilddrüsenproblem oder mit einem übersäuerten Magen zusammenhängen. Könnte es sein, dass die vielen Medikamente, die Sie einnehmen müssen, Ihrem Magen nicht guttun? Dann wäre ein Magenschutz, zum Beispiel mit Grünlippmuschelextrakt, hilfreich. Auch die Schilddrüsenwerte sollten Sie bei Gelegenheit untersuchen lassen, falls Ihr Arzt sie noch nicht testen liess.
Was helfen könnte, ist das Schüsslersalz Nr. 2 (Calcium phosphoricum). Es ist ein wärmendes Salz, das den Kalziumhaushalt reguliert und eine beruhigende Wirkung auf die Stimmbänder wie auch generell auf die Muskeltätigkeit hat. Sie können morgens einen Liter Wasser oder Tee bereitstellen, 6 Tabletten darin auflösen und über den Tag verteilt trinken. Achten Sie generell darauf, dass Sie genügend trinken – drei Deziliter pro 10 Kilogramm Körpergewicht wären ideal.
Was auch helfen könnte, ist der Spray mit den Knospen der Schwarzen Johannisbeere. Dieses sogenannte Gemmo-Mazerat hilft bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich (siehe S. 21). Es ist in der Drogerie erhältlich.
Mit guten Fetten sind Sie durch die Omega-3-Kapseln ja versorgt. Essen Sie zudem jeden Tag etwas Butter, fettreichen Käse und ab und zu Sauerkraut. Diese Speisen enthalten reichlich Vitamin K2, das Ablagerungen aus den Gefässen wegtransportieren kann. K2 gibt es auch in Form von Kapseln oder Tropfen in der Drogerie. Achten Sie aufgrund des erhöhten Cholesterinspiegels auf eine geringe Fettzufuhr? Das wäre nicht ideal. Reduzieren Sie lieber das Weissbrot und

die Weissmehlprodukte und ersetzen Sie diese mit eher eiweisshaltigen Speisen wie Linsen oder Hülsenfrüchten und sehr viel Gemüse und Obst.
Hilfe, ich habe Tinnitus
Seit einer Grippe im November habe ich ein Pfeifen in den Ohren. Der Hals-Nasen-Ohrenarzt meint, dass ich einen Gehörschaden erlitten habe. Jetzt nehme ich Ginkgo und Vitamin B6. Was kann ich sonst noch tun? M. R., Zürich
Ich kann verstehen, dass Sie mit dem Ohrengeräusch nicht leben möchten. Normalerweise klingen solche Geräusche nach der Erkältung wieder ab. Machen Sie mit Ginkgo und B-Vitaminen auf jeden Fall weiter. Ginkgo fördert die Durchblutung in den feinen Blutgefässen des Ohrs. Zudem empfehle ich Ihnen, dass Sie mit Sesamöl Mund- und Nasenölungen machen: Ein Esslöffel Öl morgens nüchtern in den Mund nehmen und während zehn Minuten durch die Zähne ziehen; für die Nase können Sie etwas Öl mit dem kleinen Finger in jedes Nasenloch geben und das Öl hochziehen. Allenfalls helfen auch die Ohrentropfen der Firma Similasan. Sie enthalten homöopathische Heilmittel, die Schleim lösen und die Entzündung hemmen. Dann würde ich aber auch äusserlich arbeiten, mit Akupunktur zum Beispiel. Verspannte
Haben Sie Fragen?
Sabine Hurni, Drogistin, Naturheilpraktikerin und Ayurveda-Expertin, beantwortet Ihre Fragen zu Gesundheits- und Ernährungsthemen persönlich und ganzheitlich. sabine.hurni@azmedien.ch oder «natürlich», Leserberatung, Neumattstr. 1, 5001 Aarau. www.natuerlich-online.ch
Nackenmuskeln oder ein verschobener Halswirbel können ebenfalls zu einer Durchblutungsstörung der Ohren führen und die Entzündungssituation fördern.
Was tun bei Nebenhodenentzündung?
Mein Urologe hat eine Nebenhodenentzündung festgestellt und meint, dass Antibiotika nicht helfen, weil die Entzündung chronisch sei. Im Internet lese ich, dass die Ursachen eine Harnröhren-, Blasen- oder Prostataentzündung sein könnten, die man mit Antibiotika behandelt. Was raten Sie?
A. W., Zürich
Ich hätte bei einer Nebenhodenentzündung auch auf ein Antibiotikum tendiert – es sei denn, die Entzündung wäre sehr gering und würde von alleine wieder heilen. Aber ich kann das nicht beurteilen. Wenn Sie die Meinung Ihres Urologen anzweifeln, ist eine ärztliche Zweitmeinung die beste Lösung. Eine homöopathische Behandlung könnte helfen, allenfalls kombiniert mit einer Selbstbehandlung mit PropolisTinktur. Das Bienenkittharz wirkt wie ein pflanzliches Antibiotikum. Doch auch wenn Sie die Entzündung selber behandeln oder zu einem Homöopathen gehen, ist es wichtig, dass Sie unter ärztlicher Kontrolle bleiben.

GesundheitsTipp April

Bringen Sie Ihre Verdauung ins Gleichgewicht
Stress in Beruf und Familie, psychische Belastung, unregelmässiges oder hektisches Essen am Arbeitsplatz, schwer Verdauliches wie Fettiges oder Rohkost sowie ungewohntes Essen auf Reisen können die Verdauung unangenehm und für Tage aus der Balance bringen und zu Magendrücken, Blähungen oder Völlegefühl führen.
Aus Sicht der Tibetischen Medizin ist Wärme der wichtigste Faktor für eine gesunde Verdauung – und diese ist die Basis für eine nachhaltige Gesundheit. Bei Verdauungsbeschwerden werden gekochte und wärmende Speisen und Getränke empfohlen. Um die Verdauungsfunktionen zu stärken und zu unterstützen, werden neben der Nahrungsumstellung wärmende Pflanzenrezepturen wie Padma Digestin genutzt.
Padma Digestin wird kurzfristig bei Verdauungstörungen, nach einem üppigen Essen oder bei Verdauungsschwäche als Kur empfohlen. Es ist ein zugelassenes Arzneimittel. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Lesen Sie die Packungsbeilage oder lassen Sie sich beraten.
Mehr Infos unter www.padma.ch Dieser Gesundheitstip p wird offeriert von Padma.


Lappland ganz natürlich
Auf dieser Kennerreise ins Herzen des Nordens erleben Sie hautnah die unendliche Weite Lapplands, geniessen die beeindruckende Natur und tauchen ein in die Kultur und Traditionen der Sami – die Ureinwohner Skandinaviens. Es warten spannende Erlebnisse und viele Überraschungen auf Sie!

Das Reiseprogramm
Samstag
Willkommen in Lappland!
Mit dem Kontiki-Direktflug erreichen Sie bequem das nördlich vom Polarkreis gelegene Kittilä. Am Flughafen werden Sie von Ihrer deutschsprachigen Reiseleitung empfangen. Transfer zu Ihrem Hotel inmitten des PallasYllästunturi-Nationalparks. Gemeinsames Willkommens-abendessen und Übernachtung.
Sonntag
Auf Du und Du mit den Rentieren Der heutige Morgen wird Sie wortwörtlich aus den Socken hauen – Sie werden nämlich in die finnische Welt des Wohlbefindens eingeführt. Laufen Sie barfuss und spüren Sie die Natur mit ihren Zehen, probieren Sie das frische lokale Essen und lassen Sie Ihre Sorgen auf dem Naturpfad des Nationalparks vergessen. Nach einer stärkenden Mahlzeit werden Sie den Huskies und Rentieren vorgestellt. Weiterfahrt und Übernachtung in Kilpisjärvi.
Montag
Bootsfahrt mit Grenzerfahrung
Mit dem Boot und zu Fuss geht es von Kilpisjärvi zum Dreiländereck, wo Schweden, Finnland und Norwegen aufeinandertreffen. Entlang der abwechslungsreichen norwegischen Küste fahren Sie anschliessend nach Alta.
Dienstag
Archäologische Funde
Besuch des bekannten archäologischen Freilichtmuseums in Alta mit seinen jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Felsritzungen. Bevor es weiter nach Norden geht, gewinnen Sie in einem Sami-Kulturzentrum Einblicke in das Leben der Rentierzüchter. Abendessen und Übernachtung in Hammerfest.
Mittwoch
Höhepunkt Nordkap
Den Tag starten Sie mit der «schönsten Seereise der Welt», der Hurtigruten. Erleben Sie in den frühen Morgenstunden die atemberaubende norwegische Küste vom Wasser aus und geniessen Sie dabei das leckere Frühstücksbuffet mit lokalen Produkten. Anschliessend erwartet Sie ein tierisches Erlebnis: Auf einer Vogelsafari in Gjesvær sehen Sie viele Vogelarten vor schöner Kulisse – und mit etwas Glück auch den bekannten Papageitaucher. Den Abschluss dieses ereignisreichen Tages macht der nördlichste Punkt Europas, bestaunen Sie das Nordkap bei hellen Abendstunden.
Donnerstag–Freitag
Das Leben der Sami
Von Honningsvåg geht es mittels Bustransfer nach Inari ins Herzen von Finnisch-Lappland und übernachten im gemütlichen Hotel Kultahovi direkt am Wasser. Während Ihres Aufenthalts besuchen Sie das SIIDA-Sami-Museum, ge-
niessen eine Schiffsfahrt auf dem LemmenjokiFluss, erfahren Tipps zur Filzherstellung und versuchen sich im Goldwaschen. Zweite Übernachtung im Weltcup-Ort Levi.
Samstag Auf Wiedersehen!
Den letzten Tag in Lappland werden Sie nochmals in vollen Zügen draussen geniessen. Sie verbringen den Tag am Kivijärvi See und haben die Möglichkeit, verschiedene Aktivitäten auszuüben wie Kanufahren, Fischen, Beerenpflücken oder einfach mal eine Abkühlung im See zu nehmen. Danach heisst es Abschied nehmen von Lappland und Ihrer Reiseleitung. Rückreise in die Schweiz.




Hurtigruten

Die legendäre norwegische Postschifflinie Seit mehr als 120 Jahren ist die Postschiffverbindung entlang der Küste die Lebensader Norwegens. Noch heute werden Fracht und Passagiere ganzjährig täglich auf der Strecke Bergen–Kirkenes–Bergen befördert. Die Strecke ist ein wichtiges Stück Geschichte mit einer Tradition, die verpflichtet. Mit grossem Stolz winken die Norweger jedem Schiff, das den Hafen erreicht, eifrig zu.
Die Strecke Hammerfest–Honningsvåg steht ganz im Zeichen der Natur. Sie starten in Hammerfest, der nördlichsten Stadt Europas. Von hier aus sind es nur noch 2100 Kilometer bis zum Nordpol. Ihr Hurtigruten-Schiff fährt Sie durch den Magerøysund nach Honningsvåg während das reichhaltige Frühstücksbuffet Ihr Gourmetherz höherschlagen lässt.
Anmeldetalon
Ich/wir komme/-n mit auf die Leserreise «natürlich» durch Lappland
1. Person (gemäss Pass)
2. Person (gemäss Pass)
Name Name
Vorname Vorname
Geburtsdatum
Nationalität
Strasse, Nr.
Telefon Privat
Spezialwünsche: Essen/Allergien
∙ SOS-Schutzpacket (Einzelperson) Fr. 74.–
∙ Kontiki-Direktflug Viking Class Fr. 250.– pro Weg
∙ Kontiki-Direktflug Sitzplatzreservation Fr. 15.– pro Weg
∙ CO2-Kompensation des Fluges Fr. 28.–
Bitte senden Sie diese Anmeldung an:
Geburtsdatum
Nationalität
PLZ, Ort
Telefon Geschäft
Reisedaten
8 Tage ab/bis Zürich Samstag bis Samstag 05.08.–12.08.2017
Teilnehmerzahl
Min. 17, max. 25 Teilnehmer
Preis pro Person Doppelzimmer 3190.–Einzelzimmer 3490.–
Inbegriffen
● Kontiki-Direktflug Zürich–Kittilä–Zürich in Economyklasse
● Flughafen-/Sicherheitstaxen im Wert von Fr. 140.–
● Deutsch sprechende Kontiki-Reiseleitung ab/bis Kittilä
● Rundreise im komfortablen Reisebus
● 7 Übernachtungen in landestypischen Hotels inkl. Halbpension
● Hurtigruten-Deckpassage Hammerfest–Honningsvåg inkl. Frühstück
● Eintritte und Führungen: Bootsfahrt Dreiländereck, Alta Museum, Besuch Sami-Kulturzentrum, Vogelsafari in Gjesvær, Siida – Sami-Museum, Ausflug im Lemmenjoki-Nationalpark
● Ausführliche Reisedokumentation
Nicht inbegriffen
● SOS-Schutzpaket Fr. 74.–
● Kontiki-Direktflug, pro Weg:
– Sitzplatzreservation Fr. 25.–
– Viking Class Fr. 250.–
● CO2-Kompensation des Fluges Fr. 28.–
● Nicht erwähnte Mahlzeiten und Getränke
● Trinkgelder und persönliche Ausgaben
Kontiki Reisen, Bahnhofstrasse 31, 5400 Baden, info@kontiki.ch, Telefon 056 203 66 00, Buchungscode: sknat
Essen &Trinken





















KKleine Bohne mit gr ser Wirkung
DIE SCHWEIZ IST EIN LAND VON KAFFEETRINKERN, PARDON, KAFFEE-GOURMETS.
KEIN WUNDER ALSO SIND QUALITÄT UND DICHTE DER KAFFEERÖSTEREIEN HIERZULANDE SO HOCH. WIR HABEN BEI EINIGEN DAVON REINGESCHNUPPERT.
Text: FABRICE MÜLLER





Hier ist die Zeit stehen geblieben, möchte man meinen. Im alten Riegelhaus an der Bremgartnerstrasse 76, seit 1924 im Besitz der Familie Ferrari, zischt und rattert eine Trommelröstmaschine aus dem Jahre 1895, angetrieben über Riemen, eingeheizt mit Holzkohle und Koks – das ist mittlerweile einzigartig in der Schweiz. Im oberen Stock des historischen Fabrikgebäudes von Caffè Ferrari in Dietikon werden die Kaffeebohnen für die Röstung zusammengestellt und dann über einen grossen Trichter in die Röstmaschine geleitet. Dort erhalten die vorerst noch grünen Bohnen ihre dunkle Farbe und das besondere Aroma. Bei 160 bis 210 Grad Celsius werden die Bohnen aus Zentralamerika und Brasilien während 20 bis 30 Minuten geröstet. Je länger, desto besser, betont Geschäftsführer Mike Schärer. Sein Onkel – der 88-jährige Renato Ferrari – steht ihm heute noch mit Rat und Tat zur Seite. Und der weiss: Der Vorteil der Röstung mit Kohle liegt in der längeren Röstdauer. «Arabica» und «Robusta»
Die meisten Röstereien und Grossbetriebe rösten mit Gas. So erreichen sie schnell eine hohe und konstante Temperatur. Die Röstdauer ist entsprechend kürzer. Anders bei der Kohle: Hier dauert es länger, bis die nötige Temperatur erreicht ist. Das wirkt sich positiv auf das Aroma der Kaffeebohnen aus. Mit der längeren Röstdauer entwickelt sich aber nicht nur das Aroma ausgeprägter, auch die Säure- und Bitterstoffe werden entzogen. Erst mit der Röstung erhält die Kaffeebohne also das besondere Aroma. Dabei sind die richtige Mischung und das Mengenverhältnis entscheidend. Und die bleiben stets das Geheimnis der Röstereien.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Kaffeebaum-Arten: «Arabica» und «Robusta». Etwa zwei Drittel der Kaffee-Weltproduktion stammen von «Coffea arabica»Bäumen. Sie gedeihen besonders gut auf Höhen zwischen 600 und 2000 Metern über Meer und sind vor allem in Zentral- und Südamerika, Indonesien sowie an der Ostküste Afrikas zu nden. Arabica-Kaffee ist sehr aromatisch und mild und besticht durch seinen abgerundeten sowie angenehmen Geschmack. Der «Coffea robusta» ist schnellwüchsiger, ertragreicher und robuster als der Arabica. Robusta-Kaffee wird in Höhenlagen bis zu circa 600 Metern über Meer angebaut, vor allem in den tropischen Gebieten Afrikas und Asiens. Sein Charakter ist leicht kantiger und etwas rauer Natur. Er eignet sich deshalb besonders für EspressoMischungen.
Wie in alten Zeiten
Die Qualität eines Kaffees entscheidet sich also bereits bei der Wahl des Kaffeebaums: Arabica-Kaffee gilt als qualitativ hochwertiger als jener von Robusta-Bohnen, wobei oftmals auch die Mischung beider Bohnen attraktiv ist. Ein weiteres Qualitätsmerkmal der Kaffeebohnen ist die Art der Ernte: 90 Prozent der Kaffeebohnen werden von Hand gep ückt. Bei maschinell geernteten Kaffeekirschen werden auch Früchte gep ückt, die noch nicht reif genug, sprich grün statt rot sind. «Wir verarbeiten grundsätzlich nur hochwertige Arabica-Bohnen. Diese enthalten mehr ätherische Öle, die schlussendlich ebenfalls für das Aroma entscheidend sind», sagt Schärer.
Crème-Generation wird mit «Grossmutters Käfeli», die Espresso-Liebhaber mit den Röstungen «tipo Milano» (hell) sowie «tipo Napoli» (dunkel) bedient; zum Angebot gehört zudem ein koffeinfreier Kaffee. Für Gastronomiebetriebe stellt Ferrari individuelle Mischungen zusammen, die auf die Kaffeemaschine des Lokals abgestimmt sind. Diese Mischungen werden oft als «Hausmischungen» an Stammgäste weiter verkauft.
Emotionen und Erinnerungen Kaffee fasziniert und begeistert. Denn Kaffee ist mehr als ein koffeinhaltiges Konsumprodukt aus der Tasse. Ennio Cantergiani, R&D Manager bei La Semeuse SA in La Chaux-de-Fonds, vergleicht den Kaffee mit Parfum: «Der erste Eindruck am Gaumen ist vergleichbar mit der Kopfnote, die Aromen und der Geschmack mit der Herznote und die Andauer mit der Basisnote.»




Zurück zu Ferraris Röstmaschine aus dem vorletzten Jahrhundert: Sind die Bohnen dunkelbraun geröstet, werden sie durch den Röstmeister aus der Rösttrommel auf ein Kühlsieb geschüttet, damit sie nicht in ihrer eigenen Hitze weiterrösten. Mit Kennerblick schweift der Röstmeister über die noch heissen Bohnen. Manchmal pickt er mit der Hand eine Bohne heraus, die heller ist als die anderen. Anschliessend werden sie verpackt. Wie in alten Zeiten landen die Bohnen von Caffè Ferrari in der Papierverpackung; dort ist der Kaffee zwar nicht so lange haltbar wie in den sonst gängigen Vakuumverpackungen – muss er aber auch nicht, denn anstatt grosser Mengen liefert der Kleinbetrieb lieber einbis zweimal wöchentlich frisch. Vier aromatische, säurearme Kaffeemischungen stehen bei Ferrari zur Auswahl: Die Café-
Machen Sie aus einer Gewohnheit einen We g der Mitte, der Genuss und Gesundheit ve re int.
Der Verzehr von Kaffee sei, genauso wie das Auftragen von Parfum, ein Ritual, das bestimmt werde durch Emotionen und Erinnerungen, die wir mit unserer individuellen Erfahrung mit dem Produkt verbinden. Wird die Kaffeepause mit diesem Bewusstsein zum Zen-Ritual? «Ja», ndet Cantergiani und erkennt einen Trend weg vom Pappbecher «to go» hin zu mehr Achtsamkeit und Genuss. Die Erreichbarkeit immer und überall schaffe das Bedürfnis nach klaren Auszeiten und kleinen Momenten, in denen man sich den Luxus gönnt, sich voll und ganz auf eine Sache einzulassen.
Was für die Asiaten die Teepause, sei des Europäers Kaffeepause, meint auch Francesco Illy, Gründer und Inhaber von Amici Caffè. Dabei gewinne die liebevolle Zubereitung bis hin zur Wahl der Tasse immer mehr an Aufmerksamkeit. «Wir beobachten, dass unsere Kunden sich vermehrt mit dem Produkt und der Zubereitung aus-






+ Buchtipps
Roger Bähler, Rolf Caviezel «Kaffeewelten», Fona Verlag, 2016, Fr. 31.90


Martin Kienreich «FAQ Kaffee. Das Handbuch der Kaffeewelten», Edition FAQ Medien, Fr. 35.90
Wohltuend, sanft, anregend Die
Harmonisch aromatisch
Reich an Ballastoffen
Mit basischen Mineralstoffen










CAFFÈ FERRARI /
Die frisch gerösteten Bohnen werden aus der Rösttrommel gelassen und landen im Kühlsieb.





einandersetzen», sagt Illy. «Die Aromen sollen perfekt zur Geltung kommen und den Tag bereichern. Dieses Erlebnis ndet man jedoch nicht im Pappbecher.»
Wie Wein: herkunftsrein
Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten sind anspruchsvolle Kaffeegeniesser. Der Gesamtverbrauch an Rohkaffee beläuft sich auf knapp 66 000 Tonnen. Das ergibt einen Pro-Kopf-Konsum von 8,2 Kilo pro Jahr oder umgerechnet rund 1300 Tassen Kaffee pro Jahr. Spitzenreiter ist Finnland mit 12 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Dass immer mehr Menschen bewusst auf guten Kaffee setzen, bestätigt Rolf Bähler, CEO von Turm und Bogen in St. Gallen, mit Gründungsdatum 1761 die älteste Kaffeerösterei der Schweiz. Gourmets, sagt Bühler, kennen sogar das charaktervolle Aroma eines herkunftsreinen «Single Origin»-Kaffees.
Beim Wein hat die deklarierte Herkunft Tradition. Beim Kaffee steht diesbezüglich ein Durchbruch bevor. Herkunftsreiner Kaffee gilt zwar noch als Ausnahmeerscheinung, aber in Delikatessläden und im Internet ndet man ihn immer häu ger – so auch bei Turm und Bogen. Gefragt sind auch als «röstfrisch» deklarierte Kaffees sowie Produkte oder Marken mit einer Geschichte dahinter – etwa «schützt den Regenwald» oder «einzige Rösterei mit Kohlenfeuerung».
Nach der Vormacht von Espresso und allen Rezepten auf Espressobasis (Cappuccino, Latte Macchiato usw.) stellt Ennio Cantergiani eine Rückkehr zu Methoden der schonenden Extraktion fest. «Diese Methoden lassen uns neue Aromen entdecken. Die ‹Pure Origine›-Kaffeesorten sowie eine eher helle Röstung eignen sich ganz besonders für diese Tendenz, die in der Deutschschweiz sehr im Trend ist. Die Welschschweiz hingegen hinkt noch ein wenig nach.»
Fehler auf den letzten Metern
Seit einigen Jahren gibt es den Kaffee nicht nur gemahlen, sondern auch «gekapselt». Nespresso wuchs mit seinem Kapselsystem in den letzten fünf Jahren jährlich um mehr als 30 Prozent und verkauft Produkte in die ganze Welt – dies macht die Schweiz sogar zu einem Kaffee exportierenden Land. Demgegenüber stehen laut Rolf Bähler jene Konsumenten, die beim Kaffee vor allem auf den Preis schauen und nicht auf die Qualität. Manchmal fehle auch das Wissen im Umgang mit der braunen Bohne, sagt er. «Die gröbsten Fehler passieren meist erst sozusagen in den letzten Sekunden, bevor der Kaffee in die Tasse kommt.»
Frisches Wasser etwa ist für die Kaffeequalität von grosser Bedeutung. Deshalb gehört der Wassertank regelmässig mit frischem Wasser aufgefüllt. Bei einer Wasserhärte von acht bis zwölf französischen Härtegraden sollte die Maschine täglich gereinigt werden, vor allem, wenn damit auch Milch erhitzt wird. Bleiben die Kaffeebohnen zu lange im Mahlwerk liegen, können sie durch die hohen Temperaturen ranzig werden. Und dann lernt man in der ältesten Kaffeerösterei der Schweiz so nebenbei, wie man einen Kaffee oder einen Espresso richtig geniesst: zuerst mit dem Löffel die Crema in den Kaffee einrühren, sodass alle Aromen durchmischt werden. «Dies ergibt eine bessere Balance der Aromen», erklärt Bähler. Am besten geniesse man den Espresso ohne Milch und Zucker, um das Aroma nicht zu verfälschen.

Kaffeekultur schulen
Hierzulande indes hat die Milch im Kaffee Tradition. Acht von zehn Kaffees, die in der Schweizer Gastronomie getrunken werden, sind Cafés Crème. Café Crème ist das Lieblingsgetränk der Schweizer. Und noch viel mehr: «Es ist ein Kommunikationsgetränk. Café Crème trinken ist ein Synonym für Zeit haben, für einen Moment der Geselligkeit. Mit einem guten Café Crème ist dieser gesellschaftliche Austausch besser, nachhaltiger», meint Markus Rast, Geschäftsführer des Familienunternehmens Rast Kaffee AG in Ebikon. Deshalb widmet sich das Unternehmen derzeit «mit gehobener Aufmerksamkeit» dem Café Crème. Das Wissen und das Handwerk rund um die Zubereitung können mit systematischen Schulungen aufgebaut und gelernt werden, so Rast. «Der Gast von heute verzeiht Nachlässigkeit kaum mehr. Aber er honoriert Qualität, gerade beim Café Crème.» Deshalb bietet Rast Kaffee in der eigenen Kaffee-Akademie eine Vielzahl von Aus- und Weiterbildungen an. Auch Rolf Bähler von Turm und Bogen setzt auf Schulungen – für Pros wie auch für Laien. «In der Gastronomie besteht noch ein grosses Steigerungspotenzial der Kaffeekultur», ndet Rolf Bähler. Er bedauert, dass in vielen Restaurants das Kulturgut Kaffee mit wenig Herzblut behandelt wird.


Barista-Weltmeisterschaften
Andere stehen mit Herz und Seele ein für die hohe Kunst der Kaffeezubereitung. So trifft sich seit 2000 einmal jährlich die Elite der besten Kaffeebrauer der Welt zu den Barista-Weltmeisterschaften. Innerhalb von 15 Minuten werden an einer professionellen Kolbenmaschine je vier Espressi, Cappuccini und sogenannte «Signature Drinks», das sind eigens kreierte Kaffeegetränke ohne Alkohol, zubereitet und serviert. Die internationale Jury mit Fachleuten bewertet die Kreativität der Präsentation, die technischen Fertigkeiten der Baristi sowie Optik und Geschmack der Kaffeekreationen. An gleicher Stelle demonstrieren auch die Spezialisten unter den Baristi ihr Können: Bei den LatteArt-Weltmeisterschaften werden wahre Kunstwerke aus Milch und Kaffee gezaubert, und die Bartender faszinieren das Publikum im «Coffee in Good Spirits»-Wettbewerb mit ihren hochprozentigen Kaffeedrinks. Beim «Cup Tasting» messen sich die Kaffeespezialisten mit der feinen Zunge, die in grosser Geschwindigkeit die noch so kleinsten Unterschiede verschiedener Kaffeeprovenienzen und Kaffeesorten erkennen. Regelmässig vorne dabei: Experten aus dem Kaffeeland Schweiz. ◆

+ Links
siehe www.natuerlich-online.ch
1 Badewanne Wasser für 1 Tasse Kaffee
Weil Kaffeepflanzen sehr wasserintensiv sind, braucht es für eine einzige Tasse Kaffee rund 140 Liter Wasser, das ist fast eine Badewanne voll. Bei Tee sind es im Schnitt 35 Liter. Man spricht dabei von «virtuellem Wasser». Der Begriff wurde 1995 von John Anthony Allan geprägt. Der englische Geograf beschreibt damit die Wassermenge, die zur Erzeugung eines Produkts tatsächlich verbraucht wird. Das Modell des virtuellen Wassers soll unter anderem aufzeigen, dass wasserintensive und exportorientierte Agrarnutzung in Trockenregionen der Erde ökologisch unsinnig und wirtschaftlich vergleichsweise unrentabel ist. Wasserarme Länder können durch gezielten Import von Gütern, deren Herstellung viel Wasser benötigt, ihre eigenen Wasserressourcen schonen


TI ER IS CH
viel AC TI ON .





Gesundknabbern

CHIPS, FLIPS UND CO. – EGAL OB «BIO» ODER NICHT – ENTHALTEN VIEL FETT UND SALZ. LEDIGLICH EINIGE LIGHTPRODUKTE SCHNEIDEN DIESBEZÜGLICH BESSER AB. DIE LECKERE UND GESUNDE ALTERNATIVE SIND SELBSTGEMACHTE GEMÜSECHIPS.
MANCHEN DINGEN können wir einfach nicht widerstehen. Dazu gehören Chips, obwohl wir wissen, dass sie alles andere als gesund sind. Ehe wir uns versehen, ist die Tüte leer gefuttert. Künstliche Aromen und Geschmacksverstärker sorgen dafür, dass wir mit dem Knabbern nicht aufhören können.
Seinen Siegeszug nahm der Kartoffelchip im Jahr 1853 in einem Nobelhotel im Badeort Saratoga Springs im Bundesstaat New York. Hilfskoch George Crum verzweifelte ob der Zubereitung von «French Fried Potatoes» für seinen berühmten Gast Cornelius Vanderbilt. Der mächtige Eisenbahnmagnat hatte an jenem Tag bereits mehrere Male die Kartoffeln in die Küche zurückbringen lassen – sie waren ihm zu dick. Crum, völlig entnervt, entschied sich zu einem radikalen Schritt: Er schnitt die Kartoffeln in hauchdünne Scheiben und frittierte sie. Und siehe da: der Gast war endlich zufrieden. Es war die Geburtsstunde des Kartoffelchips, dem wir so schwer widerstehen können.
Fett und Acrylamid
Das Fett in den Chips ist der Geschmacksträger – und macht die Fertigchips zu wahren Kalorienbomben: Mit nur einer Portion Chips (25 Gramm) nehmen wir rund einen Fünftel der tolerierbaren Tagesration Fett auf. Dieser Toleranzwert verändert sich im Laufe des Lebens. Für Frauen zwischen 19 und 50 Jahren gilt: maximal 70 Gramm Fett am Tag; für Männer: 92,5 Gramm.
In den krossen Verführern lauert neben Fett noch eine weitere potenzielle Gefahr: Acrylamid. Seit Jahren warnen Forscher vor Acrylamid, einem Ausgangsstoff für die Kunststoffherstellung. Acrylamid in Lebensmitteln stellt nach heutiger Kenntnis ein namhaftes Krebsrisiko dar – wesentlich grösser als beispielsweise eine allzu schwarz gebratene Wurst, aber kleiner als das Rauchen von Zigaretten. Acrylamid ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Es entsteht bei Temperaturen ab 120 Grad Celsius, z. B. beim Braten, Backen, Rösten oder Frittieren, in stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffelchips, Pommes frites, Brot, Gebäck oder Kaffee. Acrylamid ist für die typische Farbe sowie den verführerischen Duft und Geschmack verantwortlich. Es ist der Grund, warum wir mit dem Knabbern nicht aufhören können.
Eine Handvoll ist ok Inwiefern Acrylamid tatsächlich verantwortlich für Krebserkrankungen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Eine Studie der niederländischen Universität Maastricht warnt, dass Frauen, die täglich eine Portion Kartoffelchips verzehren, ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko haben, an Eierstock bzw. endometrialem Krebs (Krebs der inneren Membran der Gebärmutter) zu erkranken. Empirisch belegte Erkenntnisse liegen allerdings nicht vor. Die Risikoabschätzung, unter anderem der Weltgesundheitsbehörde (WHO), hingegen lassen den Schluss zu, dass der Verzehr von Lebensmitteln mit Acrylamidbelastungen zum allgemeinen Krebsrisiko beiträgt. Die schlechte Nachricht für alle FertigchipsLiebhaber lautet: Besonders in frittierten Kartoffelprodukten wie Pommes frites und Chips sind die Acrylamidwerte besonders hoch.


«Acrylamid ist in vielen Lebensmitteln enthalten», relativiert Sabine Oberrauch von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE). Das Krebsrisiko ergebe sich aus der Summe der Belastungen aus allen Quellen über viele Jahre, sagt Oberrauch und betont: «Genuss und Spass gehören auch zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung.» Es komme auf die Menge an. Bei Fertigchips gilt eine empfohlene Maximalmenge von 30 Gramm pro Tag, respektive für Kinder 20 Gramm – das entspricht einer Handvoll. Das gelte auch für Biochips, so die Ernährungsberaterin: «In Sachen Nährwerte gibt es kaum Unterschiede zu den herkömmlichen Chips.» Die Kartoffeln und das Öl für die Biochips stammen aber aus biologischer Herkunft, was den Boden schont und deshalb – wennschon – zu bevorzugen ist. Aber auch für Biochips gilt: in Massen geniessen. Es gilt ebenfalls eine Verzehrmenge von maximal einer Handvoll pro Tag.
«Greifen Sie statt zu Chips öfter zu Nüssen, Samen oder Kernen. Sie enthalten hochwertige Fette, Vitamine und Mineralstoffe», regt Sabine Oberrauch an. Oder zu gesunden Chips. Ja, die gibt es auch.
Gesunde Chips
Aus Früchten und Gemüse lassen sich leicht selber leckere Chips herstellen. Wobei die meisten Gemüsechips deutlich weniger Kohlenhydrate enthalten als Kartoffelchips und weniger Zucker als Chips aus Äpfeln oder Bananen.
Für den gesunden Gemüsesnack eignen sich besonders Karotten, Zucchini, Topinambur und Pastinaken, eine Rübensorte mit einem hohen Anteil an Kalium, Proteinen und Vitamin C. Shootingstar unter den Gemüsechips ist aber die Rande, eine wahre «Powerkugel». Das aromatische Rübengewächs zählt mit seinem hohen Anteil an Folsäure, Kalium und Eisen zu den gesündesten Gemüsesorten überhaupt. Ein regelmässiger Verzehr soll den Blutdruck senken und sich auch positiv auf Hautprobleme wie Akne und Abzesse auswirken.
Auch Auberginen eignen sich hervorragend für die Zubereitung von gesunden Chips. Mit nur 17 Kilokalorien pro 100 Gramm ist die Eierfrucht sehr kalorienarm, dafür reich an wertvollem Kalium und in ihrer Schale stecken Vitamine der BGruppe sowie Vitamin C. Der Verzehr dieses Nachschattengewächses soll sich positiv auf Rheuma, Ischias und Nierenleiden auswirken und die Verdauung fördern. Es heisst, Auberginen wirkten sogar krebshemmend. Wie die Aubergine ist auch die Zucchini besonders kalorienarm, vitaminreich und leicht verdaulich.
Vorsicht, Suchtgefahr!
Wer nicht von der Kartoffel lassen kann, sollte es mal mit Topinambur probieren, ei
+ Buchtipps
Orathay Souksisavanh
«Chips & Frites hausgemacht», Hädecke Verlag, 2013, Fr. 19.90
Bettina Snowdon
«Gesunde Chips & leckere Dips. Gutes aus meiner Küche», Komet, 2015, Fr. 11.90
+ Links siehe www.natuerlich-online.ch
ner süsslichen Alternative. Im rohen Zustand ähnelt ihr Geschmack der Artischocke. Auch Topinambur ist kalorienarm und durch ihren hohen Ballaststoffgehalt sehr sättigend. Ausserdem zählt sie zu den kaliumreichsten Gemüsesorten. Noch süsser sind Süsskartoffelchips. Sie haben einen hohen Gehalt an Ballaststoffen, an Vitamin C und Betacarotin. Auch Rüeblisticks sollten Sie mal probieren, zum Beispiel geröstet mit Parmesan. Aber Vorsicht: Es besteht Suchtgefahr! Das ist aber nicht schlimm, sind Karotten doch reich an (relativ hitzebeständigem) Betacarotin, einer Vorstufe von Vitamin A, das in unserem Köper eine antioxidative Wirkung entfaltet: Es schützt die Zellen, stärkt die Immunkräfte und soll sogar den Alterungsprozess der Haut verlangsamen.
Damit ist die Liste der gesunden Chips längst nicht vollständig. Wie wäre es zum Beispiel mit Kochbanane? Zig Gemüsesorten warten darauf, als schmackhafter Snack entdeckt zu werden. Seien Sie experimentierfreudig. Und selbst die kohlenhydratreiche Kartoffel müssen Sie nicht verbannen. Beachten Sie einige Dinge bei der Zubereitung, dann spricht nichts dagegen, auch selbst gemachte Kartoffelchips genussvoll und mit gutem Gewissen zu knabbern. ◆





























































Rezepte &Tipps zum Selbermachen
(Süss-)Kartoffelchips

Generell gilt:
Für vier Portionen brauchen Sie 6–8 grosse (Süss-)Kartoffeln. Festkochende Kartoffelsorten eignen sich am besten. Je dünner die Scheiben sind, desto knuspriger gelingen die Chips. Waschen Sie die Kartoffeln gründlich, anschliessend mit einem Küchentuch trocken tupfen, damit die Stärke austritt.
Statt im Backofen kann man die Chips auch in der Heissluft-Friteuse zubereiten.

1. Backofen auf 180 Grad vorheizen, Grillstufe oder Umluft
2. Backblech mit Backpapier auslegen
3. Kartoffelscheiben auf das Blech legen und mit Würzmischung bestreichen
4. Kartoffelscheiben bei 180 Grad für 10 bis 15 Minuten* backen
5. Chips abkühlen und gegebenenfalls nochmals auf Küchenpapier abtropfen lassen
* Süsskartoffeln brauchen 15 bis 20 Minuten bei 190 Grad.

Die Würze machts Kreieren Sie Ihre eigene Gewürzmischung aus Olivenöl und Gewürzen Ihrer Wahl oder mediterran mit Kräutern wie Rosmarin, Thymian und Oregano. Curry verleiht eine exotische Note, Chili bringt Schärfe.



Süsse Alternative: Apfelchips
Gemüsechips
Bei der Zubereitung von Gemüsechips entzieht das vorherige Einsalzen die Feuchtigkeit. Für alle Gemüsesorten können Sie folgendes Grundrezept verwenden:
1. Gemüse schälen oder gründlich mit einer Gemüsebürste putzen.
2. Mit einem Gemüsehobel in Scheiben schneiden.
3. Gemüsescheiben in einer Schüssel gut einsalzen und 20 Minuten einziehen lassen.
4. Gemüse gut abwaschen.
5. Gemüse mit einem Küchentuch trocken tupfen, in einer Schüssel mit etwas Olivenöl vermengen, Gewürze nach Geschmack dazu geben.
6. Gemüsechips auf dem Backblech verteilen (sie dürfen nicht aufeinander liegen) und bei ca. 180 Grad * Umluft ausbacken. Backtemperatur und -dauer variieren je nach Gemüsesorte und hängen davon ab, wie knusprig Sie Ihre Chips mögen. *
7. Öffnen Sie ab und an den Ofen, damit der Wasserdampf entweichen kann. Und öfters nachschauen – zwischen knusprig und verbrannt liegen bei Gemüsechips nur wenige Minuten.
* Grünkohl: 30 Minuten bei 130 Grad
Zucchini: 20 Minuten bei 230 Grad Randen: 40–50 Minuten bei 150 Grad
Topinambur: 30–35 Minuten bei 130 Grad
Aubergine: 20 Minuten bei 200 Grad Karotten: 12 Minuten bei 180 Grad
Tipp
Die Chips schmecken nicht nur als Snack zwischendurch besonders lecker, sondern eignen sich auch zum Garnieren von allerlei Speisen.



Besonders geeignet ist die Apfelsorte Elstar. Fallobst oder Äpfel mit Druckstellen sollten Sie nicht verwenden. Die Zubereitung ist sehr energieintensiv, daher sollten Sie gleich grosse Mengen backen.
1. Backofen auf 70 Grad vorheizen, Backblech mit Backpapier auslegen.
2. Äpfel gründlich waschen, aber nicht schälen; mit einem Apfelausstecher das Kerngehäuse entfernen.
3. Äpfel mit einem Gemüsehobel in dünne Scheiben schneiden. Apfelscheiben mit etwas Zitronensaft beträufeln.
4. Apfelscheiben auf dem Backblech verteilen.

5. Backzeit ca. 3 Stunden. Backofen hin und wieder kurz öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
6. Je nach Geschmacksvorliebe die Apfelscheiben mit einem Hauch Zimt bestreuen.

Produkte News

Bergsport muss nicht immer extrem sein
Oft geht es nur darum, den Alltag hinter sich zu lassen, abzuschalten und Kraft zu tanken. Um Ihnen solche Bergerlebnisse zu ermöglichen, bietet Bächli Bergsport gemeinsam mit vier Bergführern das «Bächli on Tour»-Programm an. Das Angebot von Bächli Bergsport richtet sich vor allem an Gäste, die wenig Bergerfahrung mitbringen, eine neue Sportart kennenlernen möchten oder einfach genussvoll und ganz ohne Leistungs- und Zeitdruck in der Gruppe in den Bergen unterwegs sein wollen. Geniessen Sie unter der Leitung diplomierter Bergführer unvergessliche Bergerlebnisse, dies jeweils mit einem Willkommenspräsent. + Infos und Anmeldung unter: www.baechli-bergsport.ch/baechliontour oder in einer der zehn Bächli Bergsport-Filialen in der ganzen Schweiz.

Freie Fahrt mit «Ticino Ticket»
Ab dem 1. Januar 2017 macht das Tessin seinen Gästen im gesamten Kanton die öffentlichen Verkehrsmittel frei zugänglich. Ein zusätzlicher Anreiz und ein Dankeschön an die Gäste, die sich in 2017 für eine Reise ins Tessin entscheiden, bietet die Schweiz doch das weltweit dichteste Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein weiteres Plus sind die Vergünstigungen auf die Eintritte zu den 30 wichtigsten Freizeiteinrichtungen des Kantons. Dazu gehören die Bergbahnen der beliebtesten Ausflugsgipfel und touristische Hauptattraktionen sowie die Schifffahrtsgesellschaften des Luganersees und des Lago Maggiores. Das Angebot «Ticino Ticket» richtet sich an Gäste, die in Hotels, Jugendherbergen und auf Campingplätzen übernachten. Bei Anreise in ihrer Unterkunft erhalten sie das «Ticino Ticket», welches bis zum Ende des Abreisetags gültig ist. + www.ticket.ticino.ch
Pilates und Nia ®
In Noto, Sizilien
Gönnen Sie sich vom 30. September bis 7. Oktober 2017 eine bewegte Ferienwoche in Noto. Lassen Sie ihre Seele mit Bewegung, Tanz und Entspannung in der schönen Naturlandschaft des südöstlichen Siziliens baumeln. Der Tag beginnt mit einer Pilates-Stunde, nach der sie den Strand, den endlos blauen Horizont und die einzigartige Umgebung geniessen können. Mit einer Nia-Stunde und einem sizilianischen Nachtessen klingt der Tag aus.
Der Unterricht basiert auf der modernen Pilates-Technik und der Nia-Tanzttechnik. Die wunderbare Kombination hilft den Körper wahrzunehmen, zu stabilisieren und Freude an der Bewegung zu haben.
+ Mehr Infos: Anja Bruggmann, kontakt@abru.ch oder www.abru.ch









Wunderna tu r
Naturholzmöbel und Naturbilder im Einklang
Der aufkommende Frühling bringt frischen Wind und Lust nach Veränderungen. Inspiration für die Umgestaltung der eigenen vier Wände bietet die Fotoausstellung «Wundernatur» in Rohrbach BE.
Schmecken – hören – riechen – fühlen – und sehen: schöne Bilder vom Thurgauer Fotografen Peter Moser-Kamm im Einklang mit Naturholzmöbeln und Massivholzküchen, musikalische Überraschungen, Ostereier, frische Züpfe, Kaffee und Tee.
«Eiertütsche» am Sonntag 9. April, 10.30–14 Uhr. Herzlich willkommen zum Frühlingsanlass für alle fünf Sinne. + www.holzwerkstatt-schmocker.ch www.ateliermoser.ch
Taten statt Worte –vor Ort helfen als Volunteer
Eigentlich müsste man doch persönlich helfen –haben Sie das angesichts der vielen hilfsbedürftigen Menschen auf dieser Welt nicht auch schon gedacht? Wenn Sie eine medizinische Ausbildung im Pflegebereich absolviert haben, Arzt, Ärztin oder Hebamme sind und Ihr Wissen und Können freiwillig für zwei, drei oder vier Wochen dort einsetzen möchten, wo Hilfe nötig ist, dann sind Sie bei uns richtig. Gerne nehmen wir auch Ihre Spende entgegen. Die Schweizer NGO Medvint organisiert weltweit Erste-Hilfe-Einsätze vor Ort. + Mehr Infos unter www.medvint.org

Entspannungs- oder Aktivurlaub
Im «etwas anderen» Albergo Casa Santo Stefano können sie sich sowohl als Individualgast entspannen als auch als Seminargast aktiv an einem Kurs teilnehmen. Geniessen Sie Ruhe und Erholung in gepflegter und stilvoller Einfachheit.
Eine Auswahl aus unserem Kursprogramm 2017 08.04.–14.04. «Kickstart»-Vital Yogawoche 06.05.–07.05. Wildkräuterkurs 17.05.–21.05. Yoga4all im Tessin 28.05.–02.06. Yoga & Frühlingswanderferien 05.06.–10.06. Pfingst-Yoga-Retreat 14.07.–16.07. Partner-Yoga 16.07.–22.07. Yoga-Sommerferien im Tessin 06.08.–12.08. Sommer-Nähkurs 24.09.–29.09. Yoga & Herbstwanderferien 08.10.–14.10. Yogaferien & Wandern im Herbst + Infos zu diesen und weiteren Ferienangeboten: Casa Santo Stefano 6986 Miglieglia Tel. 091 609 19 35 www.casa-santo-stefano.ch
Das Bambusschiff im Regenwald im




































REGENWALDSCHUTZ / Architekt Lukas Zollinger auf dem Dach des Rohbaus: «Mit dem ‹Kapal Bambu› zeigen wir, dass Bambus eine Alternative zum Tropenholz ist.»






























& Garten Baustoff Bambus
«KAPAL BAMBU», AUF DEUTSCH «BAMBUSSCHIFF», IST EIN
ZWEISTÖCKIGES RESTAURANT, GANZ AUS BAMBUS GEBAUT.
ES WURDE KÜRZLICH IN NORDSUMATRA EINGEWEIHT UND ENTSTAND
AUF SCHWEIZER INITIATIVE IN BUKIT LAWANG. WO SICH
MENSCHEN UND MENSCHENAFFEN TREFFEN, ENTSTAND DAMIT
EINES DER GRÖSSTEN BAMBUS HÄUSER SÜDOSTASIENS
Text und Fotos: PETER JAEGGI
ES GIBT HÄUSER, die nehmen einen auf eine geheimnisvolle und wohlige Art gefangen, gerade so, als ob sie einen umarmen würden. Das Restaurant «Kapal Bambu» ist so ein Haus. Das «Bambusschiff» mit einem Lehmbau als Herzstück ist 13 Meter hoch und 40 Meter lang, nach allen Seiten offen und so rundum optisch verbunden mit der üppigen tropischen Flora. Aus diesem P anzenreich heraus wurde auch dieses Haus geboren – Bambus wächst gleich nebenan.
In diesem Haus, das sich wie ein lebendiger Organismus anfühlt, gibt es kein verstecktes Innenleben. Es ist sozusagen ein ehrliches Haus, ein Reigen aus riesigen Halmen (schliesslich ist Bambus ein Gras) und zum Teil faszinierenden Konstruktionsdetails – alles ist sichtbar, alles strahlt Wärme aus, das ganze «Kapal Bambu».
Insgesamt wurden für das «Bambusschiff» 210 Kilometer Bambus verwendet. Oder anders: All diese Halme aneinandergereiht entsprechen der Strecke Zürich–Lugano. Davon sind 110 km für den Bau selber verwendet worden (Durchmesser 15–22 cm), der Rest für Bauten des dazugehörigen Umweltzentrums. Das Restaurant ist 13 m hoch, 17 m breit und 40 m lang. Dach äche: 1300 m2 Neunzig Prozent des Baus sind aus Bambus, der grösstenteils in der Region wuchs. Selbst die Lampen und Möbel sind aus Bambus.
IM MENSCHENAFFENLAND
Den Bau entworfen hat der Winterthurer Architekt Lukas Zollinger (33), unterstützt vom deutschen Bambusarchitektur-Guru Jörg Stamm. Der Naturbau am BohorokFluss in Bukit Lawang ist Teil der «Eco Lodge», einem Umweltbildungszentrum und Touristen-Resort von YEL, der indonesischen Partnerorganisation der Schweizer Umweltstiftung PanEco. Deren Präsidentin und Gründerin, die Biologin Regina Frey, arbeitet seit Jahrzehnten im Umweltbereich in Indonesien. Prominent wurde sie mit OrangUtan-Forschungen und Schutzprogrammen für diesen Menschenaffen, der zu unseren nächsten Verwandten gehört.
Das mächtige Bambusschiff liegt direkt im Menschenaffenland: Das Haus grenzt an den Gunung-Leuser-Nationalpark, an einen der letzten grossen Regenwälder Südostasiens. Es gibt keinen anderen Ort, wo man Orang-Utans in freier Wildbahn so leicht beobachten kann. Doch Palmölplantagen zerstören hier auf Sumatra und auf dem benachbarten Borneo den Lebensraum dieser und zig anderer Tiere rasant. «Wir müssen den übrig gebliebenen Wald unbedingt schützen», sagt Architekt Zollinger. «Mit dem ‹Kapal Bambu› zeigen wir, dass Bambus eine gute Alternative zum Tropenholz ist.» Frey ergänzt: «Das ‹Mega-Gras› Bambus ist ein faszinierendes, nachhaltiges Baumaterial mit einem gewaltigen Entwicklungspotenzial. Es schafft Arbeitsstellen für die einheimische Bevölkerung und vermindert den Druck auf das Tropenholz.»
BELASTBAR
WIE STAHL
Der gelernte Zimmermann Lukas Zollinger ist begeistert vom Naturbaustoff. «Bambus wächst ungeheuer schnell; in zwei, drei Monaten ist er vollständig ausgewachsen und wird je nach Sorte mehr als dreissig Meter hoch.» Tatsächlich ist Bambus die am schnellsten wachsende P anze unseres Planeten. Ein Wachstum von einem Meter in 24 Stunden sei nicht aussergewöhnlich, liest man in der Fachliteratur. Neben seiner schweren Brennbarkeit für das Bauen besonders wichtig: «In der Längsrichtung ist
Bambus ungefähr so belastbar wie Kon-
Hochhäuser aus Holz
Noch gibt es keine Wolkenkratzer aus Holz. Doch dies ändert sich gerade. Denn der nachwachsende Baustoff bietet viele Möglichkeiten –und ist viel resistenter als allgemein angenom men. Seit 2015 ist von den Schweizer Brandschutzvorschriften her die Anwendung von Holz in allen Gebäudekategorien zugelas sen. Nun entsteht in Risch-Rotkreuz im Kanton Zug mit zehn Stockwerken und 36 Metern Höhe das erste Holzhochhaus der Schweiz. 2018 soll es gebaut sein. Die «Suurstoffi» wird Raum für 1500 Bewohner und über 2500 Arbeitsplätze bieten. Geplant ist auf demselben Areal zudem ein 60 Meter hohes Holzgebäude für die Hochschule Luzern. Das mit 84 Metern grösste Holzhochhaus der Welt entsteht derzeit in Wien-Aspern. Es soll ebenfalls 2018 fertig sein. krea
MULTIFUNKTIONELL / Der erste Stock lädt ein zum Verweilen und Ausruhen, dient aber auch Versammlungen und Konferenzen.



















VERBINDEND / Im Restaurant
treffen sich Touristen und Einheimische.
struktionsstahl», sagt Zollinger. Bambus hat noch einen weiteren unschätzbaren Vorteil: Konstruktionen mit diesem Rohstoff sind erdbebensicher. In Indonesien, das immer wieder von Beben heimgesucht wird, eine lebensrettende Eigenschaft.
BIER UND SÄRGE
Für Zollinger sprechen viele weitere Gründe für Bambus. Wegen seines schnellen Wachstums absorbiert er viel mehr Kohlendioxid (CO2) als Bäume und andere P anzen und gilt deshalb als «Sauerstoffmaschine». Zudem braucht das Riesengras keine zusätzlichen Düngemittel. Diese erzeugt es nämlich mit seinen vielen Blättern gleich selbst. Die CO2-Bilanz von Bambus sei so gut, dass ökologisch sogar ein Transport in die Schweiz drin liege, meint Zollinger. Allerdings seien Bambushäuser bei uns eher sinnlos. «Wir haben mit unseren einheimischen Hölzern genügend nachhaltigen Baustoff zur Verfügung.» Bambus macht auch bei uns als Rohstoff in Möbel-, Span- und Zementfaserplatten als Baumaterialien durchaus Sinn.
Ein «Material der Götter» sei Bambus, schrieb der kolumbianische Architekt Oscar Hidalgo. Denn viele der weit über tausend existierenden Arten sind neben dem Bauen auf vielfältigste Weise nutzbar. In manchen Ländern, so etwa in China und Mexiko, entsteht aus Blättern und Sprossen ein Bier. Der Pandabär ernährt sich ausschliesslich von Bambusblättern und auch der OrangUtan liebt Bambusblätter auf seinem Menüplan. Asiatische Restaurants servieren leckere Speisen aus den Sprossen. Baugerüste in tropischen Ländern bestehen meist aus Bambus, es gibt aber auch Bambusgeschirr, -parkettböden, -musikinstrumente, -surfbretter, -särge.
BAMBUS MACHT UNABHÄNGIG
Welche ökologische und wirtschaftliche Bedeutung Bambus haben kann, hat Dirk Hebel an der ETH Zürich erforscht. Der Assistenzprofessor für Architektur und Konstruktion zeigte am Beispiel Äthiopiens, wie sich das Land wegen der Einfuhr westlicher Bautechnologien (Beton, Stahl, Maschinen usw.) verschuldete. Hebel schreibt: «Betrachtet man den Import von Stahl alleine, stellt man fest, dass in ganz Afrika nur zwei der insgesamt 54 Länder überhaupt Stahl produzieren: Südafrika und Ägypten.» Dabei wächst das günstigste, angepassteste und






nachhaltigste Baumaterial vor der Haustür – Bambus. Geschätzte 90 Prozent der zukünftigen Urbanisierung wird in Ländern des tropischen Gürtels statt nden – «in genau jenen Regionen also, wo Bambus und andere nachwachsende Rohstoffe mit enormer Zugfestigkeit gedeihen», schreibt Hebel. Nicht umsonst beginnt jetzt auch in Indonesien ein Umdenken. Es sei aber noch viel Forschung nötig, um Bambus in grossem Stil und zufriedenstellend einsetzen zu können, meint der ETH-Professor.
Bambus hat auch einige wenige Nachteile. Ein Problem ist die Anfälligkeit auf Pilz- und Insektenbefall. Sie können das Naturmaterial in kurzer Zeit vernichten. Dem Pilzbefall wird, wie beim Bambusrestaurant von Bukit Lawang, mit einer Naturölbehandlung vorgebeugt und vor allem mit einem vor Nässe schützenden Schindeldach. Vor dem Bauen kommt der Bambus einige Tage lang in eine Salzlösung (Borax). «Damit durchtränkt und gut getrocknet ist er für Termiten nicht mehr attraktiv», sagt Zollinger.
LEUSER WURDE ANGESCHOSSEN
Der junge Architekt arbeitet im Auftrag von PanEco und YEL bereits an einem nächsten attraktiven Bambusbauwerk. Unweit von Nordsumatras Hauptstadt Medan entsteht derzeit eine rund 35 Meter lange, überdachte Bambusbrücke. Sie bildet den Eingang zum entstehenden «Orangutan Haven». Hier werden einst Orang-Utans leben, die man nicht mehr in den Regenwald auswildern kann. Der «Haven» ist eine würdige Alternative zum Kä g, in dem sie im Moment noch leben müssen. Unter den Bewohnern wird auch Leuser sein, ein ausgewachsenes, blindes Männchen. Weil sein Regenwaldrevier zugunsten einer Palmölplantage vernichtet worden ist, verlor Leuser seinen Lebensraum. Um zu überleben, holte sich der rotbraune Menschenaffe seine Nahrung aus umliegenden Plantagen und geriet so in Kon ikt mit dem Menschen. Bauern schossen auf ihn. Das Röntgenbild zeigte weit über hundert Luftgewehr-Bleikügelchen im Körper des geschundenen Tieres. Sie trafen auch seine Augen. Die Bambusbrücke wird nicht nur zu Leuser und anderen behinderten Orang-Utans führen, sondern auch zu einem weiteren Umweltzentrum. ◆















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« Marienkäfer, Wildbienen, Ohrwürmer, Florfliegen, Schwebefliegen und Raubmilben sind im biologischen Garten wichtige Helfer, die allerlei Ungeziefer wie Blattläuse und Spinnmilben in Schach halten. »
Des Gärtners treue Helfer
Remo Vetter will endlich säen und pflanzen. Doch der Schnee hat ihm im Frühjahr schon oft einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Deshalb kümmert er sich erst mal um den Boden und die Nützlinge.
Text: REMO VETTER
IM APRIL befinde ich mich oft in einem Dilemma. Zum einen gibt es schon sehr viele schöne Tage, an denen sich zahlreiche Gartenarbeiten erledigen lassen. Zum anderen kann es recht schnell wieder sehr kühl, ja frostig werden. Schon öfters hat mir der Schnee einen Strich durch die Planung gemacht. Vermutlich ist es eben doch sinnvoll, es etwas gemächlicher anzugehen und geduldig zu warten, bis der Boden sich genügend erwärmt hat.
Apropos Boden: Ein humoser Gartenboden ist die beste Voraussetzung dafür, dass die Pflanzen im Garten gut gedeihen. Um das zu erreichen, braucht es etwas Zeit und Geduld. Als wir den Garten vor 35 Jahren zur Bewirtschaftung übernommen haben, war der Boden schwer und extrem lehmig. Dank Zugabe von Sand und permanentem Einsatz von Gründüngungspflanzen können wir heute eine herrliche, feinkrümelige Erde bewirtschaften, auf der wunderbares Gemüse, Obst und Früchte wachsen. Ich würde darum insbesondere Gartenneulingen raten, dem Boden speziell Beachtung zu schenken. Denn auf einem guten Boden wachsen in den Folgejahren gesunde, kräftige Pflanzen. Ein zu lehmiger Boden neigt zu Staunässe und das überschüssige Wasser wird kaum abgeführt, während ein zu sandiger Boden das Wasser und die Nährstoffe ungenügend speichern kann, was meist zu schwachem Wuchs führt. Um den Gartenboden zu verbessern, ist es ratsam, gut verrotteten Kompost in die obere Schicht einzuarbeiten.
SEIFENLAUGE GEGEN SPINNMILBEN
Jetzt, vor den Auspflanzungen im April, sollen die Gartenbeete noch einmal gut gelockert und die im Herbst als Biomasse gesäte Grün
düngung wie z. B. Phacelia in den Boden eingearbeitet werden. Im Frühling und Frühsommer mit feuchtwarmem Klima kommt es häufig vor, dass die Pflanzen von Blattlauskolonien überfallen werden. Es gilt, ruhig Blut zu bewahren und nicht gleich mit der Chemiekeule aufzufahren. Bei einem Befall von Blattläusen und Spinnmilben kann Seifenlauge eine sehr gute Wirkung erzielen. Dafür stellen wir aus Wasser und Kernseife eine Mischung her, mit der wir die befallenen Pflanzen mehrmals behandeln. Am einfachsten geht es mit einer Sprühflasche. Dabei ist es wichtig, sowohl die Blattoberseite wie auch die Unterseite zu besprühen. Gleichzeitig haben wir Nützlingshotels aufgestellt, um möglichst viele natürliche Helfer gegen die Schädlinge im Garten anzusiedeln. Und zur allgemeinen Pflanzenstärkung geben wir täglich etwas Brennnessel und Beinwellblätter in das Giesswasser, um den Boden und die Pflanzen proaktiv zu stärken.
VON FLORFLIEGEN UND RAUBMILBEN
Für Igel legen wir in einer ruhigen Ecke des Gartens Laub und Reisighaufen an. Es sind ideale Verstecke für die nachtaktiven, insektenfressenden Helfer, die sich auch gerne über Schneckeneier hermachen und darum im Garten sehr geschätzt sind. Im Handel sind auch fertige Igelhäuser erhältlich, wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass sich unsere Igel in den natürlichen Laubund Asthaufen wohler fühlen.
Marienkäfer, Wildbienen, Ohrwürmer, Florfliegen, Schwebefliegen und Raubmilben sind im biologischen Garten weitere wichtige Helfer, die allerlei Ungeziefer wie Blattläuse und Spinnmilben in Schach halten. Darum ist es wichtig, dass wir ihnen im

REMO VETTER
wurde 1956 in Basel geboren. 1982 stellte ihn der Heilpflanzenpionier Alfred Vogel ein. Seither ist Vetter im A. Vogel Besucherzentrum in Teufen Appenzell Ausserrhoden tätig.
Garten ein Zuhause bieten. Nützlings oder Insektenhotels etwa sind ideale Nisthilfen. Sie werden ausgestattet mit Schilfrohr, Bambusröhren, Lochziegeln, Ziegelsteinen, Lehm, Stroh, Hartholz, in das tiefe dünne Löcher gebohrt werden, Rinde, Holunder, Weidenzweige und markhaltige Stängel, zum Beispiel von Disteln, Königskerzen, Fingerhüten, Holunder, Brombeere, Himbeere, Heckenrose, Rohrkolben. Wichtig ist, natürliche, unbehandelte Materialen zu verwenden. Das Insektenhotel sollte an einem sonnigen und vor Wind und Wetter geschützten Standort stehen oder aufgehängt sein. Die heimischen Wildbienen werden oft gar nicht als Bienen wahrgenommen. Viele Arten sind wesentlich kleiner als Honigbienen und als Einzelgänger unterwegs. Im Insektenhotel legen sie ihre Brut in Löcher

Gut zu kompostieren
• Krautige Bestandteile von Stauden
• Laub

• Grasschnitt
• Sämtliches Grünzeug aus dem Garten
• Kleingeschnittene Äste und Zweige
• Natürliche organische unbehandelte Küchenabfälle

Nicht auf den Kompost gehören
• Plastik
• Folien und Netze
• Zeitungspapier
• Fleischreste und gekochtes aus der Küche
• mit Pflanzenschutzmittel behandelte Materialien
• Mit Schädlingen oder Krankheiten befallene Pflanzen

und hohle Stängel. Nach der Eiablage wird der Brutplatz mit einer Art Lehmgemisch oder mit Harz verschlossen.
Auch Florfliegen sind nicht nur schön, sondern auch nützlich: Ihre Larven werden auch Blattlauslöwen genannt; neben Blattläusen vertilgen sie auch Thripse (Fransenflügler), Spinnmilben, Woll und Schmierläuse. Ausgewachsene Schwebefliegen wiederum ernähren sich von Nektar und Blütenpollen und sind wichtige Bestäuber. Und ihre Larven sind in der Lage, ganze Blattlauskolonien zu vertilgen.
Ohrwürmer gehen nachts auf Blattlausjagd. Als Tagesversteck haben wir für sie mit
Stroh oder Heu gefüllte, umgestülpte kleine Tontöpfe in Bäumen und Büschen aufgehängt und auf Bambusstäbe gesteckt und im Garten verteilt. So finden diese Nützlinge direkt im Baum, Busch oder Gemüsegarten ein Versteck für den Tag und können nachts gleich an Ort und Stelle auf die Jagd gehen. Der bekannteste und sympathischste Blattlausfeind ist wohl der Marienkäfer. Die kleinen bunten Tierchen verstecken sich gerne in Erdmulden und Trockensteinmauern. Raubmilben schliesslich sind die natürliche Antwort auf Spinnmilben. Bei optimalen Bedingungen vermehren sich die Raubmilben etwa doppelt so schnell wie die Spinnmilben, das macht sie zu sehr effektiven Nützlingen.
DES GÄRTNERS GOLD
Ein Komposthaufen ist eine ideale Möglichkeit, um die natürlichen Abfälle aus Garten und Küche in wertvollen Humus zu verwandeln. Es ist das «Gold» des Gärtners, bester Dünger für seine Pflanzen. Der Kompost wird meist als Miete oder in Behältern und Kompostgittern angelegt. Wichtig ist, dass der Kompost öfters umgesetzt und gelüftet wird, damit keine Fäulnis entsteht. Zudem sollte er Kontakt zum Erdboden haben, damit Mikroorganismen und Regenwürmer bei der Verrottung mithelfen können.
Der Kompost wird mit organischem Material angesetzt. Dabei ist es wichtig, dass die Zusammensetzung möglichst abwechslungsreich ist. Grasschnitt sollte unbedingt mit kleingeschnittenen Ästen oder ähnlichem vermischt werden, da sonst gerne eine luftundurchlässige Schicht entsteht und der Kompost deshalb nicht verrotten kann, sondern schimmelt. Als Standort eignen sich halbschattige, wind und regengeschützte Lagen im Garten. An einem sonnigen Standort könnte er austrocknen, wodurch der Zersetzungsprozess gestört würde.
Je nach Material kann der frische Kompost schon nach vier bis fünf Monaten ausgebracht werden. Noch nicht zersetzte, grobe Bestandteile werden vom feinkrümeligen Kompost ausgesiebt und als Starthilfe für einen neuen Kompost angesetzt.
KARTOFFELANBAU AUF DEM BALKON
Für alle, die keinen eigenen Garten haben, ein Tipp zum Kartoffelanbau – die Pflanzen wachsen nämlich nicht nur im Garten, sondern auch in Kübeln oder Kisten auf Balkonen und Terrassen. Das Gefäss sollte mindes
Gartenarbeiten im April
• Start von Gartenprojekten und Neuanlagen
• Pflanzzeit für die meisten frostunempfindlichen Pflanzen
• Winterschutz entfernen
• Rosen düngen und anhäufeln
• Rückschnitt der Sommerblüher
• Kübelpflanzen umtopfen
• Rasen düngen
• Unkraut regelmässig jäten
• Garten auf Schädlinge kontrollieren, Nützlinge ansiedeln
• Vogelhäuser an sicheren, vor Katzen geschützten Standorten aufstellen
• Sommerblumen aussäen
• Aussaaten von Lieblingsgemüsen in Frühbeetkasten
• vorkultivierte Gemüsearten wie Tomaten, Paprika, Zucchini, Kürbisse, Gurken in Töpfe pflanzen
tens zehn Liter fassen. Grosse, schwarze Plastikeimer eignen sich sehr gut, da sie sich schnell erwärmen. Die Kübel dürfen jedoch nicht in der prallen Sonne stehen, denn sonst wird es den Pflanzen zu heiss und sie verbrennen oder trocknen aus. Die Gefässe müssen Löcher im Boden haben, damit das überschüssige Wasser abfliessen kann und sich keine Staunässe bildet.
Zum Pflanzen der Kartoffeln wird der Gefässboden mit einer 15 bis 20 Zentimeter dicken Schicht Gartenerde bedeckt. Anschliessend werden die vorgekeimten Saatkartoffeln etwa fünf Zentimeter tief gesetzt. In einen 10LiterKübel passen circa drei bis vier Knollen.
Sobald die Kartoffeltriebe etwa zehn Zentimeter aus der Erde schauen, häufelt man die Pflanzen an. Diesen Vorgang wiederholt man immer wieder, bis das Gefäss bis oben mit Erde gefüllt ist. Besonders bei warmem Wetter müssen die Pflanzen regelmässig gegossen werden. Erntereif sind die Kartoffeln je nach Sorte nach drei bis vier Monaten. Ein Versuch lohnt sich! ◆



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Ein weiblich sanfter Kraftort
Die Gegend von Locarno und Umgebung mit ihren Bergen, Hügeln, Flüssen, Wäldern und Dörfern wird von Touristen sehr geschätzt. Aber Sonne und Wasser wurden hier schon von den Kelten und Römern verehrt. Wir besuchen einige besondere Kraftorte in Locarno.
Text: CLAUDIO ANDRETTA
DASS IN LOCARNO die Gefühle stark gegenwärtig sind, werden Sie nicht unbedingt auf den viel befahrenen Hauptstrassen erleben und wohl auch nicht beim Anblick der neuen Wohnblöcke. Die Gefühlsdimension der Stadt ist eher bei älteren Gebäuden zu spüren, auf denen alte bemalte Dekorationen und Stuckaturen zu sehen sind, oder bei einem Spaziergang durch die kleinen Winkel der Altstadt, die manchmal unerwartete Einblicke in einen schön gepflegten Innenhof erlauben. Die kleinen charakteristischen Plätze, die Cafés der Altstadt ebenso wie die sonnige Seepromenade laden zum Verweilen und zum gefühlvollen Dolcefarniente ein, das der Seele guttut.
ORGIASTISCHE FREUDE
Und die Piazza Grande? Sie scheint doch manchmal ein wenig leer und verlassen. Auf ihrer dem Berg zugewandten Seite stehen schöne alte Gebäude und die Arkaden, die als Hafen für die Boote dienten, als der See noch bis zur Piazza reichte. Auf der gegenüberliegenden Seite können wir den im neoklassischen Stil erbauten Palazzo della Sopracenerina bewundern. Während die gesamte Piazza durchschnittlich mit 9000 Bovis schwingt, einem Wert, der nur wenig über dem neutralen Wert von 6500 liegt, offen-

barte sich mir nach langem Forschen ein feinstofflicher Wirbel, der fast 14 000 Bovis aufweist. Er befindet sich auf der Piazza etwa gegenüber vom Eingang des Palazzo della Sopracenerina. Auf astraler Ebene wirkt er als Kanal, der den Platz mit der Gefühlsdimension der Stadt verbindet.
Vor allem beim alljährlich stattfindenden Filmfestival zeigen sich die Gefühle der Stadt deutlich. Wenn am Abend bei der Preisverleihung des Goldenen Leoparden bis zu 10 000 Menschen in die Hände klatschen und der freudige Dauerapplaus zwischen den Häusern widerhallt, schwingen auf der Piazza über 20 000 Bovis, auf astraler Ebene sogar bis zu 60 000!
VON BETÖRENDER SCHÖNHEIT
Ehe Sie zum nächsten Kraftort spazieren, sollten Sie auf halbem Weg wenigstens einmal kurz zwischen den grossen Platanen bei der Schifflände (Debarcadero di Locarno) durchgehen. Obwohl direkt daneben die Hauptstrasse verläuft, fühlen sich diese Platanen hier offensichtlich wohl und haben riesige Stämme entwickelt. Die Aura von Bäumen enthält viel feurigen Äther und wirkt daher auf den achtsamen Besucher reinigend und belebend. Wegen der an diesem Platz leicht erhöhten Erdstrahlung sollte man jedoch nicht zu lange verweilen.
Rund einen Kilometer von der Piazza entfernt gibt es einen weiteren Kraftort bei der San Vittore von Muralto, einer romanischen Kirche mit archäoastronomisch orientierter Krypta. Die kunstvoll gemeisselten Kapitelle der Säulen in der Krypta zeigen geometrische Muster, Pflanzen, Tiere und Fabelwesen und sind in ihrer Schönheit für die Schweiz einzigartig. Unter ihnen ist eine Wassernymphe mit einem Frauenkörper und zwei Fischschwänzen. Dieses Symbol hilft uns, die geomantische Dimension dieses Kraftortes besser zu verstehen. Als Mutterkirche von Locarno, Ascona und den Seitentälern war San Vittore stark mit dem Maggia- und dem Verzascatal verbunden. Die sinnliche Nymphe könnte auf einer ersten Deutungsebene die Fruchtbarkeit des Bodens, der Tiere, Menschen und Pflanzen personifizieren, die sich zwischen den zwei «Schwänzen» befinden, also zwischen den Flüssen Maggia und Verzasca.
GOTT LEBT IN ALLEN DINGEN Mittels einer geomantischen Analyse dieses Kraftortes wurde diese Intuition bestätigt. Im westlichen Eingangsbereich der Kirche gibt es eine breite unterirdische Wasserader, die mit der Maggia energetisch verbunden ist. Ausserhalb der Kirche, östlich der Krypta, liesst eine zweite breite Wasserader, verbun-
PIAZZA GRANDE / Im Normalfall schwingt der Platz nur schwach; am Filmfestival aber schwingen hier über 20 000 Bovis.

den mit der Verzasca. Die Verbindungen zwischen diesen unterirdischen Gewässern und den Flüssen Maggia und Verzasca geschehen durch kurvenreiche energetische Linien, die sich spielerisch mit Schleifen und Spiralen durch die Landschaft winden. Dieses Phänomen wird in der modernen Geomantie als Aquastat bezeichnet.
Die Kirche San Vittore und ihre Krypta sind genau nach Osten zum Sonnenaufgang bei der Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche orientiert, sodass im Mittelalter an diesen Tagen die Sonne durch die Fenster direkt auf die Altäre schien. Zwischen der Wintersonnenwende, wenn die Sonne am südöstlichen Horizont erscheint, und der Sommersonnenwende, wenn sie in Nordosten erscheint, fiel das Licht immer wieder in andere Bereiche der Krypta und beleuchtete an manchen Tagen besondere Säulen, die symbolisch sowie zeitlich von Bedeutung waren. Da dieses Phänomen auf dem Rückweg zwischen Sommer und Winter genauso geschah, war tatsächlich ein Kalender entstanden. An dieser Stelle kann aus Platzgründen nicht näher darauf eingegangen werden. Im Buch «Orte der Kraft im Tessin» ist der Kalender beschrieben.
WEITBLICK / Von der Kirche San Quirico, die mit ihrem hübschen Garten, Pergola und Seesicht lockt, geht der Blick auf den verschneiten Berg Tamaro.
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Nur zur Nymphe noch so viel: Unter den Figuren auf den Säulen ist sie bestimmt eine der mysteriösesten, die uns aus der magisch beseelten Welt der Wasserwesen mehrere Impulse auf dem Weg zur Überwindung der Dualität schenkt. Sie vereint die Polarität zwischen den Lichtgöttinnen und der Tierwelt, sie verkörpert die Vereinigung von höherem Bewusstsein mit dem Unterbewusstsein. Nymphen erlauben manchmal die Hochzeit des Menschen mit dem kristallklar fühlenden Geist des weiblichen Kosmos.
EIN WEIBLICH SANFTER ORT
Der Weg führt nun der Seepromenade entlang von Muralto Richtung Minusio-Rivapiana. Schon bald ist auf der linken Seite die Kirche San Quirico mit dem freistehenden Kirchturm und daneben die schöne Villa San Quirico zu sehen. Eine Weinpergola, Sitzbänke, ein gepflegter Garten und die idyllische, leicht erhöhte Lage über dem Lago Maggiore runden das Ganze ab – ein wenig bekannter, schöner und friedlicher Kraftort.
Die Kirche wird schon 1313 erstmals erwähnt. Der ursprünglich kleinere romanische Bau war nach Osten, zum Sonnenaufgang hin, orientiert. Der Altar der jetzigen Kirche schaut in Richtung Sonnenuntergang. Für Archäologen und Forscher interessant ist die Tatsache, dass ein Altar aus der römischen Zeit in einem blinden Fenster der Nordwand erhalten ist. Die lateinische Inschrift Matribus Sacrum weist auf einen weiblichen Kult hin. Der Stein schwingt mit guten 13 000 Bovis.


Die Aura des Lago Maggiore dringt in den wundervollen Garten bis zur Villa und zur Kirche. Die Energie des Wassers bringt sanfte und lichtvolle Eigenschaften, positive Gefühle, Frieden und eine Atmosphäre von strahlender Schönheit mit sich. Der Garten strahlt sanfte, aber beständige 12 500 Bovis aus, die Villa 11 000, im Inneren der Kirche sind es 14 000. Der Kraftpunkt, in diesem Fall ein Liebespunkt, befindet sich bei der Santa Lucia. Vor ihrer Statue prickeln 25 000 Bovis. «Lucia» kommt von luce, «Licht», sie ist als Heilerin aller Augenleiden bekannt. Bei ihren Quellen oder ihr geweihten Brunnen sollte man sich die Augen waschen und für Heilung beten. ◆
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SEIT JAHRTAUSENDEN, ORDNUNG ZU SCHAFFEN. EIN SCHWIERIGES UNTERFANGEN.
Text: BENEDIKT MEYER
Plinius der Ältere (23–79 n. Chr.) war der erste, der versuchte, sich einen Überblick zu verschaffen. Der römische Gelehrte ernährte sich praktisch von Büchern: Über 2000 Werke verschlang er, sogar beim Baden, Essen oder auf Reisen liess er sich von einem Assistenten Texte vorlesen. Plinius wollte so viel Wissen aufnehmen wie nur irgendwie möglich. Und mit diesem Wissen schrieb er dann seine «Historia Naturalis», die erste Enzyklopädie der Natur. Darin listete Plinius über 37 000(!) Stichworte auf, gab Tipps zur Bienenzucht oder zum Weinbau, erklärte die Funktionsweise von Austern oder empfahl Heilmittel gegen Schlangenbisse. Der Gelehrte trug das Wissen seiner Zeit zusammen und beschaffte sich Informationen nicht nur aus seiner Umgebung, sondern auch aus Indien oder Afrika. Dabei konnte er natürlich nicht alles auch noch auf seine Richtigkeit überprüfen. Und so finden sich in Plinius’ Werk denn auch Einträge über Menschen, die mittels Gebell kommunizieren, über Mischwesen aus Mensch und Tier oder über Leute mit 16 Zehen.
Mythen mit realem Kern
Plinius hatte es nicht leicht: Wie hätte er Echtes von Erfindungen unterscheiden sollen? Und ist ein Zentaur (Gestalt der griechischen Mythologie mit dem Körper eines Pferdes und dem Oberkörper eines Menschen) wirklich so viel fantastischer als ein Elefant? Ist eine Sphinx (Löwe mit einem Menschenkopf), ein Riese, ein Satyr (lüsterner Waldgeist, der wie ein Bock aussieht) weniger verblüffend als ein Schuppentier, ein Chamäleon oder ein Riesenkalmar? Ausserdem: Viele Mythen haben einen realen Kern. Menschen, die sich mit Klicklauten statt Worten verständigen, gibt es zwar nicht. Aber es gibt die Xhosa, deren Sprache tatsächlich unterschiedlichste Klicks und Schnalzer enthält.


Anderthalb Jahrtausende nach Plinius begann sich in Europa der Buchdruck zu verbreiten. Und die altehrwürdige «Historia Naturalis» war eines der ersten Werke, das die Druckerpressen verliess. Plinius hatte sich gefragt, welche Tiere und Pflanzen es überhaupt gab. Nun fragten sich die Gelehrten der Renaissance, wie diese Tiere und Pflanzen miteinander verwandt waren und was im grossen System der Natur wo hingehörte.
Aldrovandis Monster
Solange man das oberflächlich tat, war es nicht allzu schwer: Fische und Vögel liessen sich gut unterscheiden und 99 Prozent der Zackenbarsche liessen sich problemlos ihrer Spezies zuordnen. Aber der Teufel steckt eben im Detail. Und gerade dort wurde die Sache interessant. Jedenfalls für Leute wie Ulisse Aldrovandi (1522–1605).
Der italienische Arzt und Naturforscher schrieb deshalb nicht nur Bücher über die gängigsten Kategorien von Tieren und Pflanzen, sondern auch eines über exotische «Monster». Darin tauchten einige von Plinius’ Sagengestalten wieder auf, aber auch neue Kreaturen: Drachen, Meerjungfrauen, siamesische Zwillinge, Zwergwüchsige, Zyklopen, sechsbeinige Kühe, zweiköpfige Schlangen, oder der oben rechts abgebildete «Kranichschnäbler». Und gerade die Entdeckung Afrikas, Amerikas und Asiens brachte immer neue, fantastische Geschöpfe zum Vorschein: Riesenfaultiere, Lamas und gefiederte Schlangen zum Beispiel. Es lohnt sich, die Kirchenportale aus jener Zeit zu studieren. Nicht selten wollte man darauf die gesamte Schöpfung abbilden und nicht selten finden sich darunter auch fantastische, mystische Gestalten. Aber auch die tatsächlich existierenden Tiere sind einen Blick wert: Die Steinmetze hatten nämlich oft nur eine ungefähre Vorstellung davon, wie die Geschöpfe aussahen. Das sieht man beispielsweise an den Elefanten auf der
WUNDERSAM / Ist der Kranichschnäbler wirklich so viel fantastischer als Quallen, Ibis oder Riesenschlangen?

Basler Münsterpfalz: Die Stosszähne sind viel zu kurz, dafür hängen die Schlappohren bis zum Boden.
Krankheit oder Strafe Gottes?
Auch Aldrovandi und die Forscher der Renaissance hatten ihre Probleme. Die Hälfte der im oberen Abschnitt aufgezählten Wesen gibt es tatsächlich, und die Natur ist für ihre Launen berühmt. Ist ein Fisch mit zusätzlicher Flosse eine Anomalie? Eine «Missgeburt»? Eine eigene Gattung? In Basel wurde 1474 ein Hahn geköpft, seziert und verbrannt, weil er ein Ei gelegt hatte. Es gab dafür Zeugen und es ist nicht der einzige dokumentierte Fall. Es gibt Menschen, die am ganzen Körper dicht behaart sind, solche mit LichtAllergien und recht viele mit Trisomie 21. Krankheit? Laune? Eine Strafe Gottes? Gerade das Aussergewöhnliche warf Fragen auf, regte die Wissenschaftler zum Nachdenken an. Und so trug gerade das «Abnormale» zum Verständnis dessen bei, wie die Natur funktioniert. Unser Wissen über die Natur hat sich dank Plinius, Aldrovandi und weiteren Forschern immer weiter vergrössert. Inzwischen haben wir die meisten Mythen als Mythen enttarnt, und zumindest die Profis finden sich in der farbenprächtigen Vielfalt der Natur heutzutage gut zurecht. Wir wissen, was Gene sind und was sie auslösen können, wissen, wie die Evolution wirkt oder was während einer Schwangerschaft passiert. Die Geschichte, wie wir zu diesem Wissen gekommen sind, erzählt nun ein reich illustriertes Buch mit dem Titel «Meisterwerke der Naturgeschichte». Die Autoren tragen darin die wichtigsten Studien zusammen und porträtieren das Leben und die stellenweise auch ziemlich kuriose Forschungsarbeit von Plinius, Aldrovandi und dreissig weiteren massgebenden Naturforscherinnen und forschern. Die grossformatigen Drucke – ein Augenschmaus – sind nicht gebunden und eignen sich auch zum Rahmen. ◆


+ Buchtipp Magee, Judith (Hrsg.) «Meisterwerke der Naturgeschichte. Schätze aus der Bibliothek des Natural History Museum, London», Haupt Verlag, 2016, Fr. 68.–
DER REINSTE WAHNSINN
Viele konventionelle Putzmittel rücken nicht nur dem Schmutz zu Leibe, sondern auch Mensch und Umwelt. Dabei putzt sich der Haushalt viel besser ökologisch. Vom Putzen mit gutem Gewissen profitiert auch das Portemonnaie.
Text: GUNDULA MADELEINE TEGTMEYER
Glasreinigungsmittel zum Sprühen
1 Liter Wasser mit 0,2 Liter Putzessig mischen. Für Fenster, Spiegel und Glastische. Oft reicht ein mit reinem Wasser leicht befeuchtetes Mikrofasertuch.
Entkalker
100 Gramm Zitronensäurepulver in 1 Liter warmem Wasser auflösen.
Für Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Wasserhähne und sonstige mit Kalk verschmutzte Gegenstände (Achtung, leicht ätzend!).
Der Buchtipp
Linda Thomas «Putzen lieben?!», Verlag Goetheanum, 2015, Fr. 38.90
+ Links
siehe www.natuerlich-online.ch
MAllesreiniger sel tgemacht
8 dl Wasser
1 EL Soda
1 TL Zitronensäure
2 EL feste Schmierseife
Wasser aufkochen, Soda darin auflösen, fünf Minuten warten. Dann Zitronensäure beifügen, umrühren. Jetzt die Schmierseife einrühren. Fertig. Abfüllen in Sprühflaschen und deutlich beschriften. Wer nicht auf einen feinen Duft verzichten möchte, kann einige Tropfen eines natürlichen ätherischen Öls zugeben, Lavendel zum Beispiel wirkt antibakteriell und antimykotisch.
IT RAFFINIERTEN Verkauftricks suggerieren Putzmittelhersteller, dass ein wahres Arsenal an Spezialreinigern nötig ist, um den Haushalt sauber zu halten. Das tun sie mit Erfolg: In der Schweiz gelangen jährlich rund 150 000 Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel ins Abwasser! Das hat weitreichende Folgen für die Umwelt und auch für unsere Gesundheit, wie Putzmittelanalysen ergeben haben.
So suggerieren Farbstoffe, wie etwa Zitronengelb, in unseren Köpfen Sauberkeit. Dabei haben sie keinerlei Reinigungseffekt, bedeuten aber eine unnötige Belastung für unsere Gewässer und die Wassertiere. Fische etwa kommunizieren über ihren Geruchssinn miteinander – ihre Fortp anzung wird durch das Einleiten von Farb- und Duftstoffen emp ndsam gestört.
PUTZMITTEL IM TRINKWASSER Ähnlich kritisch bewerten Umweltexperten die verwendeten Duftstoffe. Mit einem frischen Duft assoziiert unser Gehirn Reinheit. Doch auch das ist ein Trugschluss, wie Analysen gezeigt haben: Die Duftstoffe überdecken lediglich unangenehme Gerüche, dies aber mit teils gefährlichen Nebenwirkungen – bei emp ndlichen Menschen können sie schwere Allergien auslösen. Und nicht nur das: Synthetische Moschusverbindungen wurden in Wasserlebewesen und sogar in der Muttermilch nachgewiesen.
Auch konventionelle Tenside, die waschaktiven Substanzen, stehen schon seit einiger Zeit in der Kritik, denn sie sind nur langsam und schlecht biologisch abbaubar. Aber auch p anzliche Tenside sind als giftig einzustufen. In Kläranlagen wirken Tenside wie Desinfektionsmittel und stören die wichtigen Bakterienkulturen emp ndsam. Und so nden wir Spuren von Putzmitteln mitunter auch im Trinkwasser und in unserer Nahrung wieder. Und um die Anwendung eines herkömmlichen Toilettenreinigers zu neutralisieren braucht es 53 000 Liter Wasser.
GEWOHNHEITEN REFLEKTIEREN
In Anbetracht dieser Fakten lohnt es sich, die eigenen Putzgewohnheiten zu re ektieren. «Jeder Reinigungsvorgang ist belastend», konstatiert das Öko-Forum Luzern. «Umweltschonendes Reinigen bedeutet, die Belastung so gering wie möglich zu halten und aus der Vielzahl der Reinigungsmittel jene Produkte rauszu nden, die ökologisch vertretbar sind.» Tatsächlich reichen für den normalen Haushaltsputz drei Mittel: reines Wasser für normale Verschmutzungen, Zitronensäure für Nassbereiche und Waschsoda bei starken Fettrückständen. Ins Putzwasser zur Fensterreinigung kann man allenfalls einen Tropfen Spülmittel oder einen Schuss Essig oder Spiritus geben, wobei letztere Dichtungen und Fensterrahmen angreifen können. Mehr Putzmittel sind im Prinzip nicht nötig. Und dennoch tummeln sich in
Das brauchts für den Haushaltspu mit reinem Gewissen
Heisses Wasser
Mikrofasertuch: eine wahre ökologische Wunderwaffe; eignet sich besonders zur Reinigung von leicht und normal verschmutzten glatten Oberflächen. Nebelfeucht, nicht nass verwenden
Schmierseife und Scheuermilch
Putzalkohol
Putzessig oder Zitronensäure für Nassbereiche und Verkalktes
Waschsoda oder Kaisernatron bei starken Fettrückständen
Mechanische Methoden wie Klopfen, Saugen und Bürsten belasten die Umwelt am geringsten
vielen Haushalten zig verschiedene Plastikaschen und Sprühdosen in allen erdenklichen Formen und Farben – Mittel, die eigentlich keiner braucht.
PFLANZEN STATT CHEMIE
Immerhin, umweltbewusste Hersteller verwenden natürliche ätherische Öle und verzichten auf künstliche antibakterielle Zusätze. Gen- und Nanotechnik sind tabu. Verpackungen werden aus 100 Prozent rezyklierbarem Material hergestellt und können wiederverwendet beziehungsweise nachgefüllt werden.
Die Firma Held gehört zu den Öko-Pionieren in der Schweiz. Der Tüftler und Forscher Gottfried Held entwickelte bereits vor 90 Jahren die ersten umweltfreundlichen Wasch-und Reinigungsprodukte. Bis heute setzt das Unternehmen auf p anzenbasierte Inhaltsstoffe sowie auf die Verwendung und Weiterentwicklung von umweltverträglichen Verpackungslösungen. Auch in Sachen waschaktive Substanzen ist die Firma Held innovativ. Ein hauseigenes Forscherteam entwickelte Zellstoff-Tenside aus Stroh. Alle Produkte sind tierfreundlich produziert, dies berechtigt die Zerti zierung mit dem «Leaping Bunny». Zudem sind die Produkte Allergiker freundlich, weshalb sie mit dem ECARF-Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes versehen sind.
HEISSES
WASSER REICHT
Einige Umwelt- und Reinigungsexperten gehen noch weiter. Regina Lenz vom ÖkoForum Luzern etwa sagt: «Wirkungsvollste Mittel gegen den Schmutz sind ein gutes Mikrofasertuch und heisses Wasser. Zusätzlich etwas üssige Schmierseife, Putzessig und Putzalkohol – mehr braucht es nicht, um einen sauberen Haushalt zu führen.»
Vom Einsatz von Desinfektionsmitteln –wie sie zuhauf angeboten werden – rät die Umweltexpertin ab: «Antibakterielle Reiniger können schwere Allergien und Kontaktdermatitis auslösen», sagt Lenz. «Zudem gelten einige als krebserregend und erbgutverändernd.»
Soweit ist es mit unserem Hygienewahn also gekommen: Um Bakterien auf den Leib zu rücken, vergiften wir uns selbst. Dabei leitet sich das Wort Hygiene vom griechischen hygieiné ab, was «der Gesundheit zuträglich» bedeutet. Experten warnen seit Jahren: Übertriebenes Putzen kann kontraproduktiv sein und unserer Gesundheit schaden.
BAKTERIENSCHLEUDER PUTZLUMPEN
Auch wenn die Vorstellung nicht appetitlich klingen mag – Bakterien sind lebenswichtig für uns. Wir selbst sind besiedelt von Myriaden Bakterien. Ohne würden wir krank, ja sterben. Schon in frühester Kindheit, besonders während der sogenannten «oralen Phase», erlernt unser Immunsystem eine Toleranz gegenüber Bakterien – und diese Toleranz sollten wir möglichst bis ins hohe Alter bewahren.
Vorsicht Etikettenschwindel
Auf vielen Putzmitteln steht: «100 % biologisch abbaubar». Doch das ist irreführend. Denn dies bezieht sich meistens nur auf die Reinigungssubstanzen selbst, nicht aber auf Farb- und Duftstoffe. Diese gelangen in unser Abwasser und verschmutzen als Mikroverunreinigung Gewässer und Grundwasser – notabene unsere wichtigste Trinkwasserressource!
Möchte man wirklich ökologische Produkte verwenden, stelle man diese selber her. Oder man vergewissere sich, dass bei ge kauften Produkten die gesamten Bestandteile auf Basis natürlicher Rohstoffe hergestellt und zudem vollständig in den Abwasserreinigungsanlagen abbaubar sind.
Zudem ist es ein Trugschluss, zu meinen, dass frisch geputzte Ober ächen keimfrei seien. Die vermeintliche «Gefahr» lauert vielmehr in der Art und Anzahl der Keime, und wo sie stecken. Keimtests haben gezeigt, dass ein feuchtes Wischtuch bedenklicher sein kann, als die trockene Umgebung des Toilettensitzes. Als wirkungsvollster Tipp gegen Bakterien gilt deshalb: Feuchte Wischlappen und Schwämme so aufbewahren, dass sie nach dem Putzen möglichst schnell trocknen können und sie wöchentlich bei 60 Grad Celsius waschen.
Und wie oft sollte geputzt werden? Dazu gehen die Meinungen auseinander. «Das bleibt jedem selbst überlassen», ndet Regina Lenz. «Doch je häu ger man putzt, umso weniger Schmutz sammelt sich an.» Ihr Rat lautet deshalb: «Besser häu ger mit Mikrofasertuch und Wasser putzen, dann lässt sich die Verwendung von Reinigungsmitteln minimieren.» Denn auch ökologische Putzmittel lassen sich nicht umweltneutral produzieren. Daher gilt auch für sie: Weniger ist mehr. Die auf der Packung angegebene Dosis kann in der Regel ruhig halbiert werden. Grosse Kanister und Behälter verleiten erfahrungsgemäss zu mehr Verbrauch. Deshalb sollte man Reinigungsmittel in kleinere und handlichere Behälter umfüllen. Am besten aber rückt man dem Schmutz möglichst schnell zu Leibe. Dann tuts auch klares Wasser. ◆
GEDANKEN SPLITTER
Kurse im Lassalle-Haus
Nichts als Farbe
Malen mit Künstler Jörg Niederberger 23.–27. April 2017, So.18.30 bis Do.13 Uhr Farben bedürfen weder kluger Worte noch Deutungen – Farben wirken und befreien. Malen aus der Stille mit Künstler Jörg Niederberger: Basiskurs für Neu- und Wiedereinsteiger mit Lust am malerischen Prozess in einem kontemplativen Zusammenhang.
Zen-Tage mit ehemaligem US-Soldat im Vietnamkrieg
Ein ehemaliger Vietnamsoldat lehrt den Frieden in uns 28. April–2. Mai 2017, Fr. 18.30 bis Di. 13.30 Uhr Er war Kommandant einer US-Kampfhelikopterstaffel im Vietnamkrieg und hat einen langen Weg hinter sich: Claude AnShin Thomas lädt ein zu Zen-Tagen mit dem Motto «Frieden Lieben – Krieg hassen». Der Vortrag am 28.4.2017 ist öffentlich (19 Uhr, Eintritt frei, Kollekte).
Zu Fuss auf Hügel und Berge der Zentralschweiz Einkehr mit Fernsicht 19.–21. Mai 2017, Fr 11 bis So 15 Uhr Ein Wochenende mit leichtem Gepäck zu Fuss unterwegs in der Zentralschweiz – Ausdauer für rund fünf Stunden wandern genügen. Wegbegleiter sind Noa Zenger und Reto Bühler.
Mehr Infos und Anmeldung unter Telefon 041 757 14 14 info@lassalle-haus.org www.lassalle-haus.org
Das Lassalle-Haus in Edlibach ist ein von Jesuiten geführtes interreligiöses, spirituelles Zentrum mit einem breiten Kursangebot , das von Zen-Meditation über Naturseminare bis zu klassischen Exerzitien reicht. Für «natürlich» schreiben der Jesuit Tobias Karcher und die Pfarrerin Noa Zenger abwechselnd die Kolumne «Gedankensplitter».








Bad Schönbrunn, dem Bildungszentrum der Jesuiten in Edlibach ZG.
Die glücklichen Tage z’Berg
UNLÄNGST WURDE ICH VON einer Journalistin gefragt: «Wenn Sie sich selbst in drei Sätzen beschreiben sollten, was gäbe es zu sagen?» Schwierig. Probieren Sie es aus: ein Leben, drei Sätze. Gelingt es Ihnen? Mir nicht. Meine Wurzeln liegen tief in den Schweizer Bergen – und schon ist der erste Satz aufgebraucht. Ich bin auf einem Bauernhof im Berner Oberland als mittleres von drei Kindern aufgewachsen, behütet, nüchtern, protestantisch. Beten und fromme Worte machen habe ich nicht wirklich gelernt. Aber der Dank für die Gaben des Tisches gehörte vor jeder Mahlzeit dazu; wie auch der Dank für die trockene Heuernte, die Bitte um gutes Wetter, der Segen für die Bergtour. Die glücklichen Tage z’Berg – ich kann mich nicht erinnern, je nicht gern gelaufen zu sein. Vom Baum, der Blume, dem Ameisenhaufen am Wegrand kam mir etwas entgegen, das ich nicht in Worte fassen konnte, das mich bis heute umfasst, prägt und inspiriert. Die Verbundenheit zu allem, was mich umgibt, hat ein starkes Urvertrauen gefestigt. Auf dem spirituellen Weg fängt alles mit Vertrauen an. Aus diesem Ja ist mein eigenes Ja gewachsen. Damals begann ein grundlegender Heilungsprozess, eine Liebesgeschichte – in meinem Fall mit Gott. Und dann diese grosse Sehnsucht, auszubrechen aus den Felswänden, die die Sicht einschränken. Eine Sehnsucht nach Ganzwerden, Frieden, Präsenz im Leben – welchen Namen man auch immer dafür verwendet. Wer dem nachgeht, wird unweigerlich auf etwas stossen, das grösser ist als das eigene Ich. Irgendwo musste es für mich noch andere Horizonte geben. Ich zog weg vom Land, wurde zunächst Lehrerin, dann Theologin, später reformierte Pfarrerin. Nicht ohne Stürme des Lebens, die ich ohne spirituelle Übungswege kaum überstanden hätte. Mit guten Wegbegleitern fand
ich zu Kontemplation und Exerzitien, klar strukturierten Meditationsformen, die mir bis heute helfen, den Alltag zu bestreiten und Hagel, Blitz und Donner des Lebens zu überstehen.
Zu diesen traditionellen Übungswegen ist mir die Verbindung mit meinem Leib durch Bewegung zunehmend wichtig geworden – ich möchte mit allen Sinnen teilnehmen am Reichtum der Schöpfung und diese Erfahrung auch anderen Menschen zugänglich machen. Die Stunden, manchmal auch Tage auf einer Wanderung draussen in der Natur sind für mich unverzichtbar geworden. Wenn ich eine frische Brise im Gesicht spüre, die wiegenden Grashalme sehe, die kräftigen Bäume rauschen höre wie gestern auf meiner Wanderung durch die Hügellandschaft vor meiner Haustüre – dann bin ich frei, muss keine Gedanken mehr wälzen. Auf dem Heimweg setzte Regen ein, ich hatte den Regenschutz nicht dabei, wurde bis auf die Haut nass. Als Kind passierte mir das oft. Wie schön, dass ein milder Frühlingsregen reicht, um wieder das kleine Bauernmädchen zu sein.






Die Suche nach Sinn und unserem inneren Wesen sind zentrale
Aspekte des Menschen. Indem wir wieder mehr auf unsere innere Stimme lauschen und ihr vertrauen, wecken wir das
Potenzial für die Entwicklung von alternativen Lebensformen, die wir heute so dringend brauchen.
Text: LIOBA SCHNEEMANN
Illustrationen: LINA HODEL
Typisch menschliche Fähigkeiten
– das analytische Denken und die Logik – haben uns dahin gebracht, wo wir heute stehen: Wir verschwenden wissentlich die Ressourcen unseres Planeten, zerstören unsere Lebensgrundlagen und könnten fast alles höhere Leben auf der Erde mit Waffen vernichten. Die aus den Fugen geratene Welt ist kein Zufallsprodukt. Wir wissen, dass wir es in der Hand haben, zu handeln und Wege einzuschlagen, die dazu führen, nachhaltiger, sinnvoller und in Würde zu leben. Und der Weg dorthin ist auch bekannt: Philosophen, Psychologen, Theologen und Wissenschaftler sind sich einig, dass er über die Spiritualität führt.
Es besteht die reale Hoffnung, dass Moral und Ethik, Mitgefühl und Humanität wieder in weiten Kreisen der Wirtschaft und Politik, Medien und Gesellschaft Einzug halten könnten. Der Buchautor und Neurobiologe Gerald Hüther spricht von einer «zweiten Aufklärung», die bereits begonnen habe: «Diese wird uns zurück zu uns selbst führen und zur Entdeckung, dass wir das, was wir im Aussen suchen, nur im Innern finden können.» Derzeit jedoch scheint
uns eine gelebte Spiritualität abhandengekommen zu sein.
Wo finden wir den «Spirit»?
Der lateinische Begriffe «spiritus» steht für Geist, Seele, Atem, Hauch. Der Begriff Spiritualität meint die Beziehung zu uns selbst und zur Welt, angefangen beim Umgang mit unserem Körper und Geist. Das beinhaltet die Art, wie wir atmen, essen, stehen und gehen. Spiritualität ist demzufolge nichts «Abgehobenes» oder Esoterisches, in dem Sinn, dass sie nur wenigen zugänglich ist. Im Gegenteil: Jeder Mensch kann – und sollte wohl – ein spirituelles Leben leben. Mit Spiritualität wird eine nach Sinn und Bedeutung suchende Lebenseinstellung bezeichnet, bei der sich der Mensch seines göttlichen Ursprungs bewusst ist, und eine Verbundenheit mit anderen, mit der Natur sowie dem Göttlichen und dem Universum spürt. Dieses Bewusstsein führt dazu, sich mit Lehren, Erfahrungen oder Einsichten zu befassen. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Lebensführung und die ethischen Vorstellungen. Heute wird der Begriff zunehmend ohne Gottesbezug
aufgefasst. Auch der Dalai Lama bezeichnet die grundlegenden menschlichen Werte, wie Güte, Freundlichkeit und Mitgefühl, als Grundspiritualität. Die Werte des Humanismus können für sich allein schon zum eigentlichen Lebensweg werden.
Spiritualität bedeutet also, den grösseren Zusammenhang wahrzunehmen, systemisch zu denken und zu handeln. Man kann es auch einfacher ausdrücken: «Spiritualität ist nichts anderes, als mit Freude und Glück als einer Realität in Berührung zu kommen», wie die Gestalttherapeutin Katharina Martin und Helmut Wetzel in einem Aufsatz über die «Praxis der Spiritualität» schreiben.
Innere Erfahrungen
«Spirituelles oder geistliches Leben beginnt in der Beziehung zu mir selber: Es geht um das Erfahren der Einheit und Balance von Körper, Seele und Geist. Sei es beim bewussten Atmen in Stille, in Bewegung oder indem ich mir mitten im stressigen Alltag des Atems bewusst bin», erklärt der Theologe Lukas Niederberger. Schon die Mystikerin Teresa von Avila sagte: «Tue dem Leib Gutes, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.»
Jeder Mensch hat ein spirituelles Potenzial. Und wohl jeder stellt sich im Laufe des Lebens fundamentale, existenzielle Fragen, um den Sinn des Lebens zu begreifen: Woher kommen wir? Wohin geht die Reise? Gibt es eine höhere Macht? «Antworten dazu geben die Religionen», sagen Katharina Martin und Helmut Wetzel. Aber erst wer sich aufmache, das Leben in jeder Frage

Der Buchtipp
Gerald Hüther, Wolfgang Roth, Michael von Brück: «Damit das Denken Sinn bekommt – Spiritualität, Vernunft und Selbsterkenntnis.» Herder, 2013, Fr. 14.90
selbst zu suchen, begebe sich auf den spirituellen Weg.
Rainer Maria Rilke beschreibt diesen Weg in seinem Gedicht «Antwort des Herzens»: «Man muss Geduld haben gegen das Ungelöste im Herzen und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antwort hinein.»
Suspekt, da unkontrollierbar
Das Herz des spirituellen Weges in den Gesellschaften des Ostens und der antiken Welt bestand darin, der eigenen Erfahrung und der inneren Stimme zu vertrauen. Erkenntnis und Bewusstheit zu gewinnen, sind in allen religiösen Traditionen die wichtigste Grundlage für die persönliche Entwicklung. «Spiritualität war jedoch über Jahrhunderte der kirchlichen Leitung eher suspekt. Spiritualität als Erfahrungsebene war stets verdächtig, weil die innere Erfahrung der Fremdkontrolle entgeht», sagt Lukas Niederberger. So kam es, dass Wissenschaft, Spiritualität und Religion bis heute als etwas voneinander Getrenntes verstanden wird.
Heute jedoch scheint Spiritualität den Menschen wichtiger geworden zu sein. Ein Grund, glaubt Niederberger, liege darin, dass die institutionalisierten Religionen im Zuge von Aufklärung und Bildung an Bedeutung verloren hätten. Wissenschaft diene heute als Glaubensersatz. Zugleich hätten die Religionen selbst das Mentale und Rationale überbetont; die Sinnsuche durch die Sinne sei verloren gegangen. «Als Reaktion auf die äussere Betriebsamkeit und Leistungsgesellschaft suchen heute jedoch viele Menschen geistige Erfahrungen in der Natur, in Stille und Meditation», stellt Niederberger fest. «Zudem gelangen viele zur Einsicht, dass Friede und Gerechtigkeit nur durch ein neues Bewusstsein möglich ist.» So gesehen ist die heutige Suche nach spirituellem Wachstum bei vielen Menschen eine direkte Reaktion auf die materielle und funktional-verzweckte





Orte der Spiritualität
Welt. Vielleicht lastet auch das Bewusstsein, Teil einer selbstgemachten Katastrophe zu sein, zunehmend schwer auf unseren Schultern.
Es gibt viele Wege
Yoga, Meditation, Sufi-Mystik oder Kabbala sind seit vielen Jahren im Trend. Auch das stark wachsende Interesse an östlichen Religionen und einer konkreten Lebensphilosophie wie dem Buddhismus und der daraus entnommenen Praxis der Achtsamkeit, sind deutliche Zeichen für unsere Suche nach Ruhe und Stille, Einkehr, Geistlichkeit und einem ganzheitlichen Leben – nach einer Erfahrung von Verbundenheit mit anderen und mit der Natur.
Kognitiv haben wir die Vernetzung und die Abhängigkeit aller Dinge verstanden, so der Religionswissenschaftler und Zen-Lehrer Michael von Brück in seinem Buch «Damit das Denken Sinn bekommt». Jedoch müssten wir intelligenter werden als wir gegenwärtig seien. Nicht die Veränderung unserer Umwelt nach unseren Vorstellungen oder Begehrlichkeiten, sondern das «sich selbst gestalten» ist gemäss von Brück der Weg zum Sinn und Glück.
Lukas Niederberger rät: «Bauen Sie eine Seinsmacht auf, sodass Sie vom Haben und Tun immer mehr zum Sein gelangen. Konzentration auf das eine, sich zweckfreie Zeit schenken und sich auf den jeweiligen Augenblick konzentrieren – das können wir von den Kindern lernen.»
Genauso wie das Ein- und Ausatmen sei das Leben ein Zyklus von Nehmen und Geben, Aufbauen und Loslassen, Gebären und Sterben, so der Theologe.
Aufgabe von uns allen
Die Suche nach den Möglichkeiten eines sinnvollen Lebens lässt sich nicht delegieren. Jedoch kann jeder lernen und üben – denn gelebte Spiritualität ist weniger eine Technik als eine Lebenshaltung. Üben kann man auch im Alltägli-
Eine Auswahl an Seminarhäusern und Klöstern für Meditation und Einkehr, Rückzug und Auszeit. Lassalle-Haus Bad Schönbrunn 6313 Edlibach, www.lasalle-haus.org
Meditationszentrum Beatenberg
3803 Beatenberg, www.karuna.ch
Zentrum der Einheit Schweibenalp 3855 Brienz, info@schweibenalp.ch
Rigi Klösterli
6410 Rigi-Klösterli, www.kloesterli.ch
Villa Unspunnen
3812 Wilderswil, www.villaunspunnen.ch
Stiftung Felsentor 6354 Vitznau, www.felsentor.ch
chen. Unabhängig von der Art und Weise, wie, wo und wie oft man sich Zeiten und Räume der Einkehr, Besinnung, Reflexion und Stille gönnt – ein spirituelles Leben verlangt Kontinuität, ein Dranbleiben und Wiederholen. Mögliche Formen sind Spazieren gehen, Morgen- und Abendmeditation oder -gebete, Achtsamkeit im Alltag üben, Dankbarkeit und Mitgefühl ausdrücken. Man kann Wartezeiten bewusst gestalten, Stille wahrnehmen auf dem Arbeitsweg, schweigend essen oder sich mit spiritueller Lektüre und geistlicher Musik beschäftigen, ein Tagebuch führen, sich Sabbatzeiten gönnen oder pilgern. Unterstützend sei es, so Niederberger, mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein. Aber auch alleine lohne sich das Üben: «Ich geniesse es zum Beispiel, mitten im Bahnhofgewühl oder an der Kasse im Supermarkt einfach ein paar Male bewusst ein- und auszuatmen. Das hilft schon, sich nicht im Allerlei zu verlieren, sondern im Hier und Jetzt zu leben. Und wer präsent ist im Augenblick, wird auch zu einem Präsent für andere.» ◆
Lösung des Rätsels aus dem Heft 03-2017
Gesucht war: Wanderweg
Wettbewerbstalon








Schweizer Zutaten, 125 Jahre Erfahrung
Vorname Name
Strasse PLZ / Ort
Lösung
Und so spielen Sie mit:
Senden Sie den Talon mit der Lösung und Ihrer Adresse an: AZ Fachverlage AG, «natürlich», Neumattstrasse 1, 5001 Aarau. Schneller gehts via Internet: www.natuerlich-online.ch/raetsel
Teilnahmebedingungen:













Einsendeschluss ist der 30. April 2017. Die Gewinner werden direkt benachrichtigt. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Über diese Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.



5-mal einen gut gefüllten Produktekorb von Zwicky im Wert von je Fr. 60.–.
Die Heilk raft der Bewegung mit der or
goFit

thopädischen
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Die Fußreflexzonenmassage ist eine 4000 Jahre alte Heilmethode. In Asien weiß man, dass das Gehen auf einem Kiesstrand die körpereigenen Heilkräfte anregen kann. Körperliche Bewegung wird mit der natürlichen Massage der Fußreflexzonen verbunden. Die goFit GmbH hat diese Heilmethode aufgegriffen und so entstand die Idee zur or thopädischen Fußreflexzonenmassagematte. Zahlreiche Anwender berichten von Er folgen bei der Therapie von Rückenschmerzen, Ar throse, Polyneuropathie, RLS (Rest Legs Syndrom) Fibromyalgie, Makuladegeneration, uvm…
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Au genoptike rmeist erin Ursula Büchler setzt die goFit-Matte zur Behandlung von Makuladegeneration ein. Ihre Er fahrung: „Ich habe die Betroffenen auf die Matte gestellt und sie zwei Minuten darauf laufen lassen. Die anschließend gemessene Sehleistung war in allen Fällen deutlich verbesser t.

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Leserbriefe
Beratung
«natürlich» 03-17
Schon
mehrmals konnte ich in der Rubrik Beratung hilfreiche Hinweise nden, für die ich sehr dankbar bin. Zum Thema «Schwacher Zahnschmelz» möchte ich folgenden Hinweis weitergeben: In den skandinavischen Ländern ist es weit verbreitet, die Zähne mit Xylit zu spülen. Wie zahlreiche Studien belegen, ist Xylit ein wirkungsvolles Mittel, um Plaque zu verhindern, Zahnstein aufzulösen und Karies vorzubeugen. Einige Berichte sprechen sogar davon, dass Karies bei regelmässiger Anwendung heilen kann.
Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass ich seit der Anwendung von Xylit weder Zahnstein noch Karies habe.
Xylit ist im Reformhaus, bei Coop und im Internet erhältlich. Man nimmt vor dem Schlafengehen einen Teelöffel des Birkenzuckers in den Mund, lässt ihn schmelzen und spült während einigen Minuten mit der Flüssigkeit die Zähne. Danach ausspucken, den Mund aber nicht mit Wasser ausspülen und währen den nächsten zwei Stunden nichts trinken.
Neben Ihren Vorschlägen zur grundlegenden Verbesserung der Gesundheit des Jungen von innen, könnte Xylit eine sinnvolle
Ergänzung und nützliche Sofortmassnahme von aussen sein. Ich wünsche es der betroffenen Familie sehr, dass sie die passenden Lösungen zum Thema bald nden kann und dem Jungen damit ein langer Leidensweg erspart bleibt. Ursula Rüegg, Rothenburg
Geliebter Feind «natürlich» 03-17
Danke für Ihren Bericht zum Thema «zunehmende hochfrequente Belastung unserer Gesellschaft». Ich möchte Ihnen hier nur kurz mitteilen, dass ich auch einer der Betroffenen bin. Ich konnte mich glücklicherweise und dank rechtzeitiger Erkennung der Beeinträchtigung (Arbeitsplatz ca. 100 Meter von einer Natelantenne entfernt und zu Hause mit WLAN von Nachbarn bestrahlt) rechtzeitig – wenn auch mühselig – ausklinken, und es geht mir im Moment gut. Mal schauen, was die Zukunft so bringt.
Und ich kann Ihnen sagen, dass ich inzwischen einige Leute kenne, die mit gesundheitlichen Problemen auf die stetig stärker werdende Strahlenbelastung reagieren und teilweise üble Leidenswege hinter sich haben. Sie alle sind gestandene und rustikale Personen, weit weg von Esoterik und Simulantentum.
Wie gesagt: Merci nochmal für Ihre Aufgeschlossenheit diesem gesellschaftlich heiklen Thema gegenüber und die gute Reportage. C. Z. per E-Mail
Danke
für den mutigen und wichtigen Artikel zum Thema Elektrosmog. Der Widerstand gegen Handyantennen war auch schon grösser im Land. Es scheint, dass die Bürger sich an die Strahlenmasten gewöhnt haben – aber der Körper gewöhnt sich nicht an Elektrosmog. Auch in meinem Bekann-


tenkreis leiden manche darunter. Aber während auf Zigarettenpackungen Warnbilder gedruckt werden müssen, wird das ganze Land munter vollgestrahlt – ohne Rücksicht auf Verluste. R. E., per E-Mail
Rühren ist Pflicht «natürlich» 03-17
Herzlichen
Dank für den interessanten Artikel über den Risotto. Gerne füge ich an, dass ich dem Risotto vorgekochte Kastanien beifüge. Dies schmeckt nicht nur im Herbst grossartig. Bea Gsteiger, Oberkirch
Windräder sind keine Gefährdung für Zugvögel «natürlich» 03-17
Ihren
kurzen Bericht zum Thema Windräder kann ich nicht unwidersprochen so stehen lassen. Wird die «Energiestrategie 2050» angenommen, sollen in der Schweiz unter anderem 120 Windparks mit total 800 bis 1000 Windrädern gebaut werden. Diese werden grösser sein als heutige Anlagen. Statt 40 Meter wird der Rotor-Radius 60 bis 70 Meter betragen. Dann ist mit einer Zunahme der Vogelopfer um bis zu 40 Prozent zu rechnen. Experten rechnen, dass die 800 bis 1000 Windräder jedes Jahr bis zu 70000 Vögel töten werden. In Deutschland gibt es bereits 27270 Windkraftanlagen. Macht bei 20 Opfern pro Anlage und Jahr über eine halbe Million tote Vögel! Aber die sterben nicht sofort. Abgeschlagene oder gebrochene Flügel und aufgeschlitzte Körper lassen die Vögel stundenlang grosse Qualen erleiden. Wollen wir wirklich die Vogelwelt vernichten? Thomas Müller, per E-Mail
Briefe an «natürlich»
Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik sind willkommen. Die Leserbriefe müssen mit der vollständigen Adresse versehen sein. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. Schicken Sie Ihren Brief per E-Mail, Post oder Fax an: leserbriefe@natuerlich-online.ch oder: «natürlich», Leserbriefe, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau, Fax 058 200 56 51
38. Jahrgang 2017, ISSN 2234-9103
Erscheint monatlich
Doppelnummern: Januar/Februar, Juli/August
Druckauflage: 22 000 Exemplare
Verbreitete Auflage: 18 255 Exemplare
Leserschaft: 102 000 (MACH Basic 2016-2)
Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch www.natuerlich-online.ch
Herausgeberin
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CH-5001 Aarau
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Geschäftsführer
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Leiterin Zeitschriften
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Redaktion «natürlich»
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Redaktionsteam
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Autoren
Claudio Andretta, Peter Jaeggi, Benedikt Meyer, Fabrice Müller, Lioba Schneemann, Anja Speitel, Gundula Madeleine Tegtmeyer, Remo Vetter, Andreas Walker, Noa Zenger
Grafik/Layout
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Das erwartet Sie im «natürlich» Mai

So lernt Zappelphilipp
ADHS bei Kindern führt zu Schwierigkeiten beim Lernen, genereller Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität. Was können Eltern und Lehrer dagegen tun?

Gezeichnet fürs Leben
Früher liessen sich Knastis und Punker tätowieren, heute tragen Krethi und Plethi Tattoos zur Schau. Woher kommt der Kult und was macht er mit uns?

Farben der Natur
Der Kunstschaffende Urs A. Furrer pulverisiert seit über zehn Jahren Gesteine. Wir haben ihn in seinem Atelier in Buchen im Prättigau besucht.

Flirten – aber richtig
Flirten in der Jugend war leicht. Doch die Lockerheit ver iegt mit den Jahren. Wie Sie dennoch einen Flirt meistern, erfahren Sie im Wonnemonat.
«natürlich» 05-17 erscheint am 28. April 2017
Kontakt /Aboservice: Telefon 058 200 55 62 oder abo@natuerlich-online.ch, www.natuerlich-online.ch


Thomas Widmer ist Kolumnist « Zu Fuss » und Redaktor beim Tages-Anzeiger.
Stimmen aus dem Jenseits
Wenn Thomas Widmer wandert, beeindrucken ihn die Geschichten der Lebenden. Lesend reist er lieber zu den Toten.
Zwei Leidenschaften bestimmen mein Leben seit Jahrzehnten: das Wandern und das Lesen. Ich finde, die zwei seien eng verwandt. Nun mag einer sagen: Klar sind die zwei nah beieinander – Lesen und Wandern: Beides bedeutet Reisen. Ich sehe es ein wenig anders: Wenn ich wandere, besuche ich die Lebenden. Und wenn ich lese, besuche ich die Toten.
Das Wandern schillert in allen Farben. Es ist Sport, den Berg hinauf komme ich ins Keuchen; es ist Freundschaft, ich bin mit anderen zusammen; und es ist Genuss, Woche für Woche entdecke ich etwas. Soeben den Schlangen-Zoo von Eschlikon (TG).
Vor allem aber sind da die Begegnungen. Das jurassische Ehepaar am Etang de la Gruère (JU), das mir von seinem ersten Besuch in Appenzell erzählt und wie niedlich der Ort samt den bemalten Häusern ihm vorkam. Der Mann im Zürcher Unterland, der nach dem Tod der Mutter die Besenbeiz schliessen muss; er finde einfach keine Frau, klagt er. Oder die alte Frau im inneren Schwyzerland. In jenem Frühling, als ich sie treffe, ist es aussergewöhnlich heiss. Sie steht vor einer kleinen Kapelle und sagt: « Ich hoffe, wir müssen es nicht büssen! »
Die Stimmen, die Sätze, die Geschichten hallen nach. Die hinkende Wirtin am Zürichsee, die mir von ihrem Hirnschlag erzählt. Der Innerrhoder Älpler, der mir einen frechen Toni-Brunner-Witz vorträgt. Oder die zwei kleinen Buben im Emmental (BE) vor einem Bauernhof am Brunnen. Beide haben Eimer, beide sind klatschnass, offensichtlich ein Giessduell, und der eine hebt den Eimer und kräht stolz: « Schau, er ist schon wieder leer. »
Wenn ich aber frei habe und nicht wandere, lese ich. Nun kann man sagen, dass der Lesende sich doch auch den Lebenden widmet. Mich fasziniert aber mehr das Abtauchen zu denen, die tot sind. Zum im letzten Jahr verstorbenen Historiker Fritz Stern etwa, der von den fünf Deutschland erzählt, die er erlebt hat; die Geschichte startet mit seiner jüdischen Jugend in Breslau, als die Nazis aufkommen, bald muss die Familie fliehen. So viel Anteil bekomme ich lesend an Sterns Leben, dass ich am Ende der Lektüre um ihn trauere.
Die Toten raunen mir zu aus den Seiten der Bücher. Ich meine das nicht morbid und nicht depressiv; mit dem Älterwerden ist es nun einmal so, dass die Toten wichtiger werden. Ob die Biografie der israelischen Armeelegende Moshe Dayan (der Mann mit der Augenklappe), der Räuberroman « Rinaldo Rinaldini » von Goethes Schwager Vulpius oder George Orwells Sprachbetrachung über Politik und die englische Sprache: alles Besuche bei Toten. Visiten in der Vergangenheit.
Zwischen Diesseits und Jenseits zu pendeln, gefällt mir. Daher lese und wandere ich – für mich gehören die zwei zusammen. Und für beide Leidenschaften bin ich dankbar. ◆




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Route 1
Tag1Schweiz–Avignon–Arles Busanreise nach Avignon.
Tag2Arles–Port St. Louis Stadtrundgang in Arles*. Ausflug in die Camargue und St. Marie de la Mer*.
Tag3Avignon Besichtigung* des Papstpalastes. Möglichkeit, die Schönheiten der Provence während eines Ausflugs zu erkunden (Fr. 35).
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Tag5Lyon–Trévoux Stadtbesichtigung* Lyon. Nachmittags Zeit für eigene Unternehmungen oder Ausflug nach Pérouges, Stadtbesichtigung und Degustation in einer rustikalen «Ostellerie» (Fr. 40).
Tag6Mâcon–(Cluny)–Chalon-sur-Saône Morgens Flussreise Richtung Mâcon. Ausflug* zu den Burgen, Schlössern und Klöstern im Südburgund. Besichtigung der Abtei Cluny.
Tag7Chalon-sur-Saône–St. Jean de Losne Bustour* durch das Burgunder Weingebiet bis

Beaune. Stadtrundgang* mit Besuch des Hotel Dieu. Geruhsamer Nachmittag an Bord.
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Reisedaten 2017
Route 1, Av ignon– St .JeandeL os ne, 29.04.–06.05., 13.05.–20.05., 27.05.–03.06., 17.06.–24.06., 01.07.–08.07., 15.07.–22.07., 12.08.–19.08., 26.08.–02.09., 09.09.–16.09., 23.09.–30.09., 07.10.–14.10.
Route 2, St .JeandeL os ne –Avi gn on, 22.04.–29.04., 08.07.–15.07., 22.07.–29.07., 19.08.–26.08., 02.09.–09.09., 16.09.–23.09., 30.09.–07.10., 14.10.–21.10. Preise proPerson Fr Kabinentyp Katalogpreis Sofortpreis Hauptdeck
2-Bett 2225.– 1595.–Mitteldeck
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2-Bett, frz. Balkon 2875.– 2155.–Mini Suite mit Balkon 3195.– 2355.–Sofortpreis mit beschränkter Verfügbarkeit
Schweizer Qualität an Bord Bus zum Fluss •Feinste Küche
ExklusiveLandausflüge
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Reduktionen
• Kabinen hinten –100.–Zuschläge
• Abreise 13.05., 09.09. 45.–
• Abreise 27.05., 17.06., 16.09. 75.–
• Alleinbenützung Kabine Mittel-/Oberdeck 795.–
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• An-/Rückreise im Komfort–Reisebus
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• Erfahrene Mittelthurgau-Reiseleitung Nicht inbegriffen
• Auftragspauschale proPerson Fr.20.–
• Persönliche Auslagen, Getränke, Trinkgeld
• Kombinierte Annullationskosten- und Extrarückreiseversicherung auf Anfrage WasSie noch wissen müssen
Schweizer Bürger benötigen eine gültige Identitätskarte oder einen gültigen Reisepass. Wählen Sie Ihren Abreiseort
06:10/07:10 Wil p
06:35/07:35 Wiesendangen SBB 06:35/09:35 Basel SBB
06:50/09:50 Pratteln, Aquabasilea p 07:00/08:00 Zürich-Flughafen p 07:20/08:20 Aarau SBB
08:00/09:00 Baden-Rütihof p 09:00/07:30 Burgdorf p
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