Ob Sonnen- oder Bienenstich –Wildkräuter helfen sofort 16
Flussreise auf der Donau mit Excellence Melodia Passau – Budapest – Passau
8 Tage im Sept.-Okt. ab Fr. 1355.–pro Person
DER GLAUBE
UNSERER AHNEN
Die alten Göttinnen und Götter sind wieder da 54
Leben im Schlaraffenland
Foodwaste ist der Preis des Überfl usses 28
Zwischen
Hass und Liebe
Koriander ist in der Küche umstritten – als Heilkraut aber nicht 25
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Der Anlageberater der Schweizer Familie
Von lohnenden Haushaltstipps über packende Reportagen bis zu spektakulären Naturaufnahmen – mit ihrer Themenvielfalt ist die «Schweizer Familie» jede Woche hoch im Kurs. Überzeugen Sie sich selbst: schweizerfamilie.ch
Liebe Leserin, lieber Leser
Ja, wir leben im Schlaraffenland und benehmen uns so, als wäre dies das Normalste der Welt. Joghurt abgelaufen? Ab in den Müll!
Apfel gedellt? Auf den Kompost! Reste von vorgestern? Wäh, pfui, WC – runterspülen!
Wir sind uns einig: Das ist eine Sauerei. Doch Kopfschütteln reicht nicht, um etwas zu ändern. Es braucht ein Umdenken. Bei mir.
Bei Ihnen. Bei uns allen. Lesen Sie ab Seite 28, wie wir Foodwaste ab heute und per sofort verhindern können – und sparen Sie sich Ihre Empörung für andere Probleme auf, die deutlich weniger schnell lösbar sind.
Zum Beispiel das mit dem Selfscanning an den Kassen der Grossverteiler, all die Bankgeschäfte, die wir «bequem von zu Hause aus» erledigen können, den 24-Stunden-Abholdienst der Post am Päckliautomaten, keimfreies Einkaufen bei Zalando und bald stecken wir uns im Notfall die Infusion auch noch selber. All das wird uns mit Begriffen wie «Service», «24-Stunden-Gesellschaft», und – besonders pervers – «Kundenfreundlichkeit» schmackhaft gemacht. Dass dahinter nichts anderes als Gewinnmaximierung und die Entmenschlichung unseres Alltags steht, wird mit Social Media, wo sich Millionen ständig über ihre Bildschirme beugen, als wären sie digital im Gebet vereint, elegant überspielt.
Klar, viele Leute schätzen es, so wenig wie nur möglich mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Aber für mich fängt Foodwaste genau hier in dieser begegnungsfreien Konsum- und Kommunikationswelt an. Was kümmert mich das in seiner hygienischen Verpackung vor sich hin gammelnde Gemüse? Im Laden gibt es ja noch kistenweise davon. Anonyme Massenware halt. Der Salat aber, den mir die Bäuerin auf dem Markt mit schwieligen Händen überreicht hat, ist mehr als nur ein Vitaminlieferant. Er ist auch die Erinnerung an die Begegnung mit einem echten Menschen – und drum lass ich den Salat nicht schlampig werden. Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Sommer voller Begegnungen! Herzlich, Ihr
Chefredaktor
Die Bekämpfung von Hunger und Armut ist kein Spiel. Trotzdem gibt es Gewinnerinnen und Gewinner. Mehr hier: www.biovision.ch/4gewinnt 4 gewinnt.
Biovision Stiftung für ökologische Entwicklung, Zürich
Gesundheit
12 Refl exzonen – mit sanftem Druck zu mehr Wohlbefi nden
16 Pfl anzenkräfte gegen Sommerleiden
20 Sabine Hurni über den heilsamen Duft des Lavendels
22 Sabine Hurni beantwortet Leserfragen
25 Heilpfl anze des Monats: Koriander
Essen & Trinken
28 Foodsaving: Was jeder Einzelne gegen Lebensmittelverschwendung tun kann
32 Superfood Heidelbeeren
36 Rezepte: Überraschende PorridgeVarianten mit Heidelbeeren
38 Erfrischend und gesund: Tees aus Feld, Wald und Garten
Natur & Garten
40 Der Trickser: Wie ein seltener Schmetterling Ameisen veräppelt
Leben
Die Heiden sind zurück: Warum die Naturreligion immer mehr Anhänger fi ndet
6 Augenblick
8 Aktuell und Wissenswert
26 Markt-Aktiv
59 Gedankensplitter
61 Medien
62 Markt-News
63 Rätsel
64 Leserbriefe
65 Vorschau
66 Carte Blanche
Schwimmen – aber sicher!
Ein Projekt in Sansibar ermöglicht jungen Frauen, im Indischen Ozean schwimmen zu lernen. Aus religiösen und kulturellen Gründen tragen sie dabei Ganzkörper-Badeanzüge. Das Foto zählt zu den weltbesten Pressebildern des vergangenen Jahres. Zusammen mit vielen weiteren ausgezeichneten Fotos ist es derzeit in der «World Press Photo Exhibition» im Landesmuseum Zürich zu sehen.
Erstaunlich viele Menschen, die am Meer wohnen, sind des Schwimmens nicht mächtig. Aber auch bei uns können immer mehr Kinder und Erwachsene nicht sicher schwimmen. Die Gründe sind vielfältig. Gerade in Flüssen und Seen dürfen die Gefahren nicht unterschätzt werden: 2017 starben 34 Menschen in Schweizer Gewässern, 2016 sogar 58.
Nun verstärkt die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft die Prävention an den Schulen. Und die Stadt Bern nimmt ihre Kampagne «Aare You Safe?» wieder auf. Ziel ist die Sensibilisierung der Schwimmer und Schlauchbootfahrer. Unter dem Motto «It’s not a game» wird auf spielerische Art mit verschiedenen Massnahmen auf die Gefahren in und auf der Aare aufmerksam gemacht.
Übrigens: Schwimmhilfen wie der «AareBütu», der vor allem in Basel verbreitete «Wickelfisch», Schwimmflügeli oder leere Kanister wie sie die Frauen in Sansibar nutzen, sind im tiefen Wasser nur was für gute Schwimmer. Denn Schwimmhilfen entlasten höchstens, sie bieten keine Sicherheit! krea
«World Press Photo Exhibition» bis 8. Juli 2018, Landesmuseum Zürich www.landesmuseum.ch
SONNE I
Raus ans Licht!
SONNENSTRAHLEN SIND GEFÄHRLICH. Das haben wir verinnerlicht. So sehr, dass viele sich zu sehr vor der Sonne schützen. Und das ist ungesund. Denn nicht nur zu viel, auch zu wenig UV-Strahlung gefährdet die Gesundheit: Studien zeigen, dass Menschen, die die Sonne meiden, ein rund doppelt so hohes Risiko haben, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, als jene, die sich häufig sonnen. Wer regelmässig, aber massvoll in der Sonne badet (nicht brutzelt!), hat sogar ein kleineres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Zudem kurbelt Sonnenlicht die Bildung von Vitamin D an, was wiederum zu einem geringeren Sturz- und Frakturrisiko bei älteren Menschen führt. Empfehlenswert sind im Sommer zwei bis drei 10- bis 20-minütige Sonnenbäder pro Tag, am besten vor 11 und nach 15 Uhr. Zumindest Arme, Hände und Gesicht sollten dabei ungeschützt sein. Denn Sonnencrème reduziert die Vitamin-D-Synthese. Beobachter/krea
GE SUND HEIT
Gegen Krebs hilft –Bewegung
Dass Übergewicht und Bewegungsmangel schlecht für Herz und Kreislauf sind, ist allgemein bekannt. Übergewicht und Bewegungsmangel erhöhen aber auch das Risiko für viele Krebserkrankungen. Übergewicht könnte künftig sogar Tabakmissbrauch als Hauptrisikofaktor für Tumorerkrankungen ablösen. Das berichten Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM). Dagegen beugen eine gesunde, ausgewogene Ernährung und körperliche Aktivität Tumorerkrankungen vor und wirken positiv auf Therapie, Überleben und Lebensqualität von Krebspatienten. Experten empfehlen fünf bis sieben Stunden moderat anstrengende körperliche Tätigkeit pro Woche, zum Beispiel Fahrradfahren, zügiges Spazierengehen oder Gartenarbeit. DGEM/krea
Sport schützt Schwangere vor Diabetes
Für übergewichtige Schwangere lohnt es sich besonders, die Sportschuhe zu schnüren.
SONNE II
Bei Mallorca-Akne besser Sonnengels
JUCKENDE PUSTELN UND BLÄSCHEN an Hals, Dekolleté und Schultern: Ein zu langes Sonnenbad kann trotz Verwendung von Sonnenschutzmitteln unangenehme Folgen haben. Schuld daran sind die in vielen Crèmes enthaltenen Emulgatoren und Fette. Betroffene sollten auf emulgator- und fettfreie Sonnengels ausweichen. Gut verträglich sind zudem physikalische UV-Filter mit Bestandteilen wie Titandioxid und Zinkoxid. Diese hinterlassen einen weisslichen Film auf der Haut und verursachen meistens keine Allergien. Im Gegensatz dazu führen chemische Filter, etwa aromatische Verbindungen wie 4-Aminobenzoesäure, häufig zu einer Überempfindlichkeit der Haut. Im Zweifelsfall beim Arzt wegen der Inhaltsstoffe nachfragen. Denn moderne Crèmes enthalten häufig chemische und einen physikalischen Filter. MM
Wie eine Studie an der Universitätsklinik in Peking (China) zeigt, kann regelmässiger Sport das erhöhte Diabetes-Risiko fast halbieren. Die Forscher empfehlen Schwangeren, sofern die Verfassung es zulässt, bis kurz vor der Geburt dreimal pro Woche je 30 Minuten auf einem Ergometer zu trainieren. American Journal of Obstetrics and Gynecology/MM
Neue Zellen in alten Hirnen
Bisher ging man davon aus, dass mit fortschreitendem Alter die Fähigkeit zur Neubildung von Neuronen verloren geht. Die Autopsien der Neurobiologin Maura Boldrini und ihres Teams an der Columbia University, New York, sprechen hingegen dafür, dass selbst im hohen Alter noch neue Gehirnzellen gebildet werden können. Psychiatrische, demenzielle und neurologische Erkrankungen hingegen können die Entwicklung neuer Gehirnzellen beeinträchtigen; ebenso Antidepressiva. Cell Stem Cell/ krea
Pilates lindert chronische Kreuzschmerzen
Bei chronischen Rückenschmerzen kann sich ein regelmässiges Pilates-Training lohnen. Das berichten Wissenschaftler von der Universität São Paulo (Brasilien), die knapp 300 Patienten mit unspezifischen Kreuzschmerzen untersucht hatten. Die Alltagseinschränkungen besserten sich mit zwei Pilates-Stunden pro Woche am deutlichsten. Wermutstropfen: Die positiven Effekte blieben nur so lange bestehen, wie auch trainiert wurde. British Journal oft Sports Medicine/MM
Impotenz gefährdet das Herz-Kreislauf-System Eine erektile Dysfunktion ist bei älteren Männern häufig Zeichen einer fortgeschrittenen Gefässerkrankung. Das Risiko, in den nächsten Jahren einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlichen Herztod zu erleiden, war in einer prospektiven Kohortenstudie auch dann noch erhöht, wenn andere Risikofaktoren berücksichtigt wurden. Circulation/aerzteblatt.de
Mit Pflanzenkraft die Venen stärken
So schön die warme Jahreszeit auch ist – unsere Venen müssen jetzt Schwerstarbeit leisten: Die Gefässwände weiten sich und lagern mehr Blut ein. Dadurch haben es die Venen besonders schwer, das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen zu pumpen. Mögliche Folge sind geschwollene Knöchel und schmerzende Beine. Die gute Nachricht: Es gibt Heilpflanzen, die sich bei der Behandlung von Venenschwäche bewährt haben.
Rosskastanie: Sie hilft bei chronischen Venenerkrankungen, wie zum Beispiel Krampfadern, Schmerzen oder Schweregefühl in den Beinen, Schwellungen, Krämpfen oder Juckreiz. Der Hauptwirkstoff Aescin hemmt die Produktion von Entzündungsstoffen und verringert die Aktivität von Enzymen, die die Gefässwände zersetzen. So entstehen weniger Schwellungen und Schmerzen. In seltenen Fällen kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Schwangere und Stillende sollten sicherheitshalber keine Präparate mit Rosskastaniensamen anwenden. Bei gleichzeitiger Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten vorher den Arzt fragen.
Rotes Weinlaub: Das im Herbst geerntete Laub der Rebe Vitis vinifera besitzt Pflanzenfarbstoffe ( Flavonoide ) wie Quercitrin und Rutin. Diese Substanzen wirken entzündungs-
hemmend und dichten die Gefässwände ab. Wie eine Studie der Charité Berlin gezeigt hat, können Weinlaubtabletten die Mikrozirkulation der Haut verbessern und Schwellungen an den Beinen verringern. Auch Schmerzen infolge einer Venenschwäche lassen sich so lindern.
Mäusedorn: Das Spargelgewächs wird vor allem bei chronischer Venenschwäche angewendet. Der gefässstärkende Effekt beruht auf dem Wirkstoff Ruscin, der ähnlich wirkt wie Aescin. Zubereitungen aus dem Mäusedorn-Wurzelstock gelten als magenverträglich und sind eine gute Alternative für Menschen, die auf Rosskastanien-Extrakte mit Übelkeit reagieren. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Mäusedorn nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden.
Tipp : Tragen Sie Salben, Gels oder Sprays schon bei den ersten Anzeichen von Beinschwellungen oder Schmerzen auf. Auch vor Belastungssituationen für die Venen, etwa längeren Flugreisen, ist eine Anwendung sinnvoll. Wer schon Probleme hat, muss die Präparate kurmässig über zwei bis drei Monate konsequent anwenden. Stella Cornelius-Koch
Auffällig heller Mars am Himmel Stern-
Am 27. Juli steht der Mars der Sonne am Himmel genau gegenüber (in Opposition). Eine Marsopposition tritt im Durchschnitt alle 780 Tage auf. Allerdings sind die Entfernungen zur Erde jeweils sehr unterschiedlich. Bei einer Opposition im März 2012 näherte sich der Mars der Erde nur gerade bis auf etwa 100 Millionen Kilometer. Dabei erreichte er nicht einmal die Helligkeit des Planeten Merkur. Der Grund für die unterschiedlichen Oppositionsentfernungen des Mars liegt in seiner stark elliptischen Bahn. Überholt die Erde ihn, wenn er sich gerade nahe des sonnennächsten Punktes befindet, kommt er uns besonders nahe, wie dies im Jahre 2003 der Fall war. Damals passierte er den
sonnennächsten Punkt nur gerade zwei Tage nach der Opposition. Findet die Opposition statt, wenn der Mars sich am sonnenfernsten Punkt befindet, fällt die Distanz zur Erde entsprechend grösser aus.
Am 27. Juli kommt der Mars der Erde näher als 60 Millionen Kilometer und strahlt dann heller am Himmel als Jupiter, der grösste Planet unseres Sonnensystems. Die Situation ist dieses Jahr deshalb so günstig, weil sich der Mars am 16. September am sonnennächsten Punkt befindet. Ende Juli und Anfang August wird also der Mars als besonders helles rötliches Objekt die ganze Nacht am Himmel zu bewundern sein.
Andreas Walker
PETITION
Keine Gentechnik durch die Hintertür!
Eine bedeutsame Gesetzesänderung steht bevor: Obwohl auch mit neuen Gentechnik-Verfahren wie Cis- oder Intragenese direkt ins Genom eingegriffen wird, sollen diese nicht mehr als Gentechnik reguliert werden. Der Gentechnikbegriff wird somit aufgeweicht, kritisieren die Schweizer Allianz Gentechfrei, die Kleinbauern-Vereinigung und StopOGM. Sie wollen auch neue Gentechnik-Verfahren dem Gentechnikgesetz unterstellen. Dazu haben sie eine Petition lanciert . Hintergründe und Petitions bogen auf www.keine-neue-gentechnik.ch. krea
FELDBOTANIK
Heilpflanzen kennenlernen
In den öffentlichen naturnah gestalteten Gärten der ZHAW in Wädenswil/Schweiz können einheimische Pflanzen, darunter viele Heilpflanzen, an schönster Lage über dem Zürichsee erkundet werden. Zugeschnitten auf das 200er- und das 400erFeldbotanik-Zertifikat der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft lassen sich die Pflanzen neu dank einer interaktiven Webkarte auf dem Smartphone oder Tablet aufrufen und lokalisieren. Infos auf www.zhaw.ch/feldbotanik. Schweizer Garten
GESELLSCHAFT
Die Indoor-Generation
Wir verbringen im Durchschnitt 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen – und sind uns dieser Tatsache und den damit einhergehenden Gesundheitsrisiken gar nicht bewusst. Das zeigen die Ergebnisse der von der Velux Gruppe präsentierten Studie über die «Indoor Generation.» Die zugrundeliegende YouGov-Umfrage wurde in 14 Ländern durchgeführt; in der Schweiz wurden 1000 Menschen befragt. krea
FAUNA
Igel gesucht
Neuere Untersuchungen zeigen, dass heute weit weniger Igel in Siedlungsgebieten leben als vor zwanzig Jahren. So weist ein Projekt in der Stadt Zürich einen Arealverlust von mehr als einem Drittel in den letzten 25 Jahren aus. Wie es in landwirtschaft lichen Gebieten aussieht, weiss man nicht. Im Projekt «Igel gesucht» wird das Vorkommen von Igeln in der Schweiz nun systematisch untersucht. Die Bevölkerung ist aufgerufen, Igelbeobachtungen auf der Plattform säugetieratlas.wildenachbarn.ch zu melden. Für ein repräsentatives Bild zählt jede Beobachtung. Die Meldungen fliessen in den neuen Säugetieratlas der Schweiz und Liechtensteins ein, der zurzeit von der Schweizerischen Gesellschaft für Wildtierbiologie SGW erarbeitet wird. krea
TIPP DES MONATS
Die farbige Welt der Claire Ochsner
Fabelwesen bevölkern in Frenkendorf BL den 3000 m 2 grossen Skulpturengarten der Künstlerin Claire Ochsner. Verspielte Skulpturen in bunten Farben, einige riesig. Sie thronen auf offenem Rasen, lugen hinter Büschen hervor, drehen sich im Wind oder speien keck Wasser in hohem Bogen in den Weiher. Spiralen, Kugeln und fliessende Formen prägen das Schaffen der Künstlerin. Ihre Werke wirken organisch und lebendig. «Die Natur ist meine grösste Inspiration», sagt sie. In aller Welt realisierte sie zahl reiche Skulpturen, Mobiles und Fassadengestaltungen. Ihre Werke wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Im Garten und in der Galerie sind über 100 Skulpturen, Bilder und Mobiles zu entdecken. Ein Blick in die Ateliers zeigt, wie die Kunstwerke entstehen.
Skulpturengarten Claire Ochsner
Rüttigasse, 7, 4402 Frenkendorf geöffnet Freitag, 16 bis 18 Uhr sowie nach Absprache Eintritt frei www.claire-ochsner.ch
Seit 2015 betreibt Claire Ochsner ein Künstlerhaus gegenüber der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel. Das ganze Jahr über zeigt sie dort – im Parterre, Garten, Pavillon und Gartenhäuschen – wechselnde Ausstellungen, auch mit Gastkünstlern.
Aktuelle Ausstellung: «Abstrakt» (bis 8. August)
Küstlerhaus Claire Ochsner
Baselstrasse 88, 4125 Riehen Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 18.30 Uhr Eintritt frei
Farbige Wellen, fliegende Schatten
Während den heissen Sommertagen ist eine Abkühlung im Wasser eine Wohltat. Wenn man bei Sonnenschein auf den weissen Boden des Schwimmbeckens schaut, sieht man das bekannte auffällige Muster von farbigen Wellen, die dauernd in Bewegung sind. Dieses Lichtspiel wird durch eine Brechung des Sonnenlichtes verursacht. Dabei treffen die Sonnenstrahlen auf die Wasserwellen und werden durch die Unebenheiten der Wasseroberfl äche gebrochen und abgelenkt. Dies erzeugt auf einem hellen Boden ein wellenförmiges Muster, das über den Boden huscht und oft in den Regenbogenfarben erscheint.
Kurz vor und nach einer totalen Sonnenfi nsternis kann in der Atmosphäre ein ähnliches Phänomen beobachtet werden, die sogenannt Fliegenden Schatten. Sie entstehen, weil die Erde aufgrund von Brechungsunterschieden in der Luft nicht gleichmässig beleuchtet wird. Etwa eine Minute vor und nach der Totalität ist die Sonnensichel extrem schmal, sodass auf dem Erdboden erkennbare Streifenmuster erscheinen, die sich analog zur Bewegung in der Luft bewegen. Sobald die Sonnensichel wieder breiter wird, sinkt der Kontrast dieser Bänder unter die Wahrnehmungsgrenze. Andreas Walker
Gesundheit
«Ich arbeite neben der Fussrefl exzonenmassage gerne auch über die Refl exzonen am Rücken –vor allem, um die ausleitenden inneren Organe wie Leber, Niere und Darm zu erreichen.»
Sabrina Garcia
Mit Druck zu mehr Wohlbefinden
UM STÖRUNGEN IM INNEREN DES KÖRPERS ZU BEHEBEN, NUTZEN
NATURHEILKUNDLER GERNE DIE REFLEXZONENTHERAPIE.
DAMIT LÄSST SICH AUCH DIE PSYCHE INS GLEICHGEWICHT BRINGEN.
Text: ANJA HUBER
S CHON VOR TAUSENDEN von Jahren wurden in den alten Kulturen Indiens, Chinas und Ägyptens sowie bei einigen Indianerstämmen die Füsse massiert, um Krankheiten oder Beschwerden im gesamten Körper zu lindern. In der Fussreflexzonen-Massage geht man davon aus, dass bestimmte Punkte am Fuss über das Nervensystem mit anderen Körperbereichen in Verbindung stehen, etwa den Organen. Werden die Nervenenden durch Druck oder Massage stimuliert, kann man demnach Einfluss nehmen auf den gesamten Körper. Dabei wirkt nicht nur der Druck an sich. Auch auf energetischer und emotionaler Ebene kann die Fussreflexzonen-Massage dem Organismus dabei helfen, sich selbst zu regulieren. Ziel der Reflexzonentherapie ist es also, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und zu stärken.
Die Fussreflexzonen
Die Fussreflexzonenmassage ist wohl die bekannteste therapeutische Methode, die mit den Reflexzonen arbeitet. Unsere Füsse bilden dabei quasi eine Landkarte des Körpers ab: Die rechte Körperhälfte findet sich am rechten, die linke am linken Fuss wieder. Die Organe, Nerven, Muskeln, Knochen und Gelenke – oder besser gesagt ihre Bezugspunkte –sitzen spiegelbildlich da, wo sie auch im Körper sind. Als grobe Einteilung gilt: Die Zehen spiegeln den Kopf und Hals, der Mittelfuss den Brustraum, Knöchel und Fersen den Bauch und das Becken wider.
«Weil unser gesamter Organismus am Fuss abgebildet ist, kann man an den Füssen auf einfache Art und Weise eine Ganzkörpertherapie durchführen», erklärt Sabrina Garcia Santos, Naturheilpraktikerin TEN vom Kompetenzzentrum für Ganzheitsmedizin Paramed in Baar. Man könne sich aber auch nur einzelnen Zonen am Fuss widmen und so nur bestimmte Organe, Systeme, Drüsen oder Körperstrukturen positiv beeinflussen. Die Massage könne dabei je nach angewandter Technik beruhigend oder aktivierend wirken.
Andere Reflexzonen
Doch nicht nur an unseren Sohlen finden sich die speziellen Punkte. Auch an den Händen und Ohren, am Rücken, an der Nase und am Schädel gibt es Areale, die sich bei Stimulation positiv auf unser Wohlbefinden auswirken können. Der Körper in seiner Gesamtheit spiegelt sich jeweils in einzelnen
Körperteilen in bestimmten Reflexzonen – so die Grundannahme der Reflexzonentherapie. Welche Art der Behandlung eingesetzt wird, hängt vor allem von der Vorliebe und Erfahrung des einzelnen Therapeuten ab. Garcia Santos: «Ich arbeite neben der Fussreflexzonenmassage gerne auch über die Reflexzonen am Rücken – vor allem, um die ausleitenden inneren Organe wie Leber, Niere und Darm zu erreichen. Die Reflexzonen am Rücken schröpfe ich auch, etwa um Stoffwechselprobleme, Verdauungs- oder Gelenkbeschwerden, Kopfweh und Abgeschlagenheit in den Griff zu bekommen.»
Schulmedizin bleibt skeptisch . . .
Die Schulmedizin spricht der Reflexzonentherapie die Wirksamkeit ab. Ein Grund dafür ist, dass lediglich Theorien zur reflektorischen Fuss-Körper-Verbindung existieren. Eindeutige wissenschaftliche oder anatomische Beweise für die Existenz der Reflexzonen und ihre Zuordnung zu bestimmten Organen und anderen Körpergebieten fehlen bisher. Zudem gibt keine einheitliche Darstellung der Reflexzonen etwa an Füssen und Händen – stattdessen viele voneinander abweichende und teilweise sogar einander widersprechende Abbildungen.
Doch Naturheilpraktiker und -ärzte, Masseure, Physiotherapeuten und andere naturheilkundlich geschulte Fachpersonen, die mit den Reflexzonen arbeiten, berichten von vielerlei positiven Effekten: «Dass die Reflexzonentherapie bei einem ganzen Spektrum von Krankheiten und Beschwerden funktioniert, sieht man in der Praxis immer wieder», sagt auch Garcia Santos. Wenn sie zum Beispiel die Ausscheidungsorgane über die Reflexzonen am Rücken anrege, berichteten die meisten Patienten von dunklerem Urin, der anzeige, dass die Nieren auf Hochtouren arbeiteten. Auch komme es zu verändertem Stuhlgang sowie vermehrtem Schwitzen – laut der Naturheilpraktikerin ebenfalls Zeichen, dass die ausleitenden Organe sehr aktiv sind.
. . . positiver Studien
Für die Wirkung der Fussreflexzonenmassage hat die Naturheilpraktikerin ebenfalls ein Beispiel parat: «Eine 52-jährige Reisekauffrau, die im Job viel Stress hat, kam wegen massiver Nackenverspannungen und Kopfweh zu uns. Ich habe einmal wöchentlich sehr intensiv ihre Nacken- und Kopfzone
Sabrina Garcia Santos.
Die Fachgebiete der Therapeutin bei Paramed sind: Viscerale Therapie, Craniosacrale Therapie, Klassische Massage, Fussreflexzonenmassage, Ausscheidungsverfahren, Ernährung, Phytotherapie, Homöopathie.
« ÜBER DIE REFLEXZONEN
KANN MAN JEDE KÖRPERPARTIE ERREICHEN »
Frau Garcia Santos, welchen Patienten raten Sie zur Reflexzonentherapie?
Die Reflexzonentherapie eignet sich besonders bei Stoffwechselbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Stress, Gelenkschmerzen sowie Atemwegsbeschwerden. In der Naturheilkunde werden oft verschiedene Therapien angewandt, die sich gegenseitig unterstützen wie bei Verdauungsbeschwerden z.B. eine Fussreflexzonenmassage und eine manuelle Bauchmassage. Mit der Reflexzonentherapie kann man nahezu jedes Leiden unterstützend behandeln und zudem den Körper präventiv stärken, damit sich Beschwerden erst gar nicht ausbilden. Besonders wertvoll ist die Reflexzonentherapie auch, wenn man nicht direkt an die Organe ran kann. Wenn jemand zum Beispiel Osteoporose hat und man den Brustkorb manuell behandeln will, ist das heikel, da eine Rippe brechen könnte. Oder jemand hat Verbrennungen oder Wunden. Da kann man in diesen Bereichen nicht direkt arbeiten, kommt über die Reflexzonen aber dennoch an die entsprechenden Körperpartien heran.
Gibt es weitere Besonderheiten bei dieser sanften Therapieform?
Bei der Fussreflexzonentherapie besteht die Möglichkeit, den Patienten anzuleiten, welche Zonen er selbst massieren kann. Ich gebe das meinen Patienten gerne als Hausaufgabe: Alle zwei Tage sollten sie selbst Hand an ihre Füsse legen. Oder nach Bedarf, also wenn sie z.B. Schmerzen haben. Die Fussreflexzonenmassage eignet sich auch zur Entspannung nach einem anstrengenden Tag oder zum Runterkommen bei Stress und Ärger.
Wie oft kommen Patienten, die Beschwerden haben, zur Reflexzonentherapie?
Die ersten vier bis fünf Behandlungen sollten wöchentlich oder alle zwei Wochen stattfinden. Später reicht oft ein monatlicher bis zweimonatlicher Turnus. Wenn das Ziel dann erreicht ist, also etwa die Verdauung wieder im Lot ist, kann man die Therapie einstellen. Wer jedoch etwas zur Vorbeugung tun will, dem rate ich, sich einmal im Monat behandeln zu lassen.
www.paramed.ch
Kostenloser Vortrag zum Thema «Beckenbodenmuskulatur – wenn die Spannkräfte nachlassen», siehe Seite 27.
Die Fussreflexzonen
an ihren Füssen bearbeitet und den Rücken massiert. Nach zwei Behandlungen waren die Kopfschmerzen schon bedeutend besser, nach sieben Behandlungen waren sie verschwunden.» Nackenverspannungen belasteten die Patientin jedoch immer noch. «Deshalb haben wir uns ihren Arbeitsplatz angeschaut und ihn ergonomisch optimiert.»
Seitdem gehe es auch dem Nacken besser. Die Patientin komme jetzt noch einmal pro Monat zur Vorbeugung in die Therapie.
Mittlerweile bescheinigen einige kleinere wissenschaftliche Studien der Fussreflexzonentherapie positive Effekte bei bestimmten Krankheitsbildern. So zeigten Forscher der Universität Innsbruck, dass man durch Druckstimulation der Nieren-Zone an den Füssen die Durchblutung der Nieren anregen kann, was wiederum deren Entgiftungsleistung verbessert. Eine Untersuchung der Uni Jena ergab, dass durch Behandlung der Kniezone an den Füssen Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigungen bei moderater Kniearthrose gelindert werden. Weitere Studien zur Fussreflexzonentherapie zeigten eher allgemeine Wirkungen, etwa dass sich Patienten besser entspannen konnten und sich weniger ängstlich fühlten.
Boden unter den Füssen
«Die Arbeit an den Füssen ist wie eine Erdung», sagt Garcia Santos. «Man zieht die Energie vom Kopf ab und entlädt sie über die Füsse. Man bringt die Menschen sozusagen zurück auf den Boden.» Daher sei die Reflexzonentherapie auch eine gute Unterstützung bei psychischen Leiden, wie etwa andauerndem Stress, Burn-out oder Depression. «Mit der Reflexzonen-Massage werden Blockaden im Körper gelöst»,
Buchtipps
Hanne Marquardt
«Reflexzonenarbeit am Fuss», Haug Verlag, Fr. 34.50
Martine Faure-Alderson
«Reflexzonentherapie total – Reflexzonentherapie für körperliche, seelische und geistige Gesundheit», AT Verlag, Fr. 40.90
erklärt die Therapeutin. «Das wirkt sich natürlich auch auf die Psyche befreiend aus.»
Sinnvoll sei die Reflexzonentherapie darüber hinaus zur Gesundheitsvorsorge, fährt sie fort: «Stellt sich eine gewisse Reflexzone als auffällig dar – etwa weil sie bei der Behandlung wehtut oder verhärtet ist –, gilt das als Anzeichen dafür, dass mit dem zugehörigen Organ etwas nicht in Ordnung ist. Diese Zonen sollte man dann gezielt bearbeiten, um Reize an das Organ zu geben, die es beim Selbstheilungsprozess unterstützen.»
Gut, schnell und sanft
Die Reflexzonentherapie ist eine vom ErfahrungsMedizinischen Register EMR anerkannte Behandlung. Darüber findet man auch seriöse Therapeuten in der Schweiz. Durchschnittlich betragen die Kosten für eine Sitzung um die 120 Franken. Viele Krankenkassen bezuschussen die Therapie; zumindest wenn man eine Zusatzversicherung für komplementärmedizinische Verfahren hat. Grundsätzlich sollte man vor Behandlungsbeginn aber bei seinem Versicherer nachfragen, ob und inwieweit die Therapiekosten übernommen werden.
Um sich Gutes zu tun, kann man sich die Fussreflexzonenmassage selbst aneignen (siehe Buchtipps). Barfuss-
Inserat
gehen hat zwar einen unspezifischen Effekt, regt über die Füsse aber ebenfalls Organe an und steigert das allgemeine Wohlbefinden. Von der Methode absehen sollten Menschen, die ihre Füsse nicht richtig spüren, dort Verletzungen oder Hautkrankheiten haben sowie Patienten mit akuten Venenentzündungen oder Neigung zu Thrombose. Die Fussreflexzonenmassage mit Vorsicht geniessen sollten schwangere Frauen: Alle Bereiche, die mit dem Hormonsystem in Verbindung stehen, müssen ausgespart werden, um den Verlauf der Schwangerschaft nicht zu beeinflussen. Ansonsten stellt die Reflexzonentherapie eine überaus schonende Methode dar, die sehr breit einsetzbar ist. «Allerdings spricht nicht jeder Patient gleich stark auf die Behandlung an», weiss Garcia Santos. «Aber wenn man darauf anspricht, wirkt die Reflexzonentherapie sehr gut und sehr schnell – und das sanft und ohne unerwünschte Nebenwirkungen.» ◆
Links
ErfahrungsMedizinisches Register EMR www.emr.ch
Kompetenzzentrum für Ganzheitsmedizin Paramed www.paramed.ch
Bei Vergesslichkeit und Konzentrationsmangel
Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage.
Erste Hilfe aus der Natur
MITTEN IN DEN FERIEN SONNENBRAND, INSEKTENSTICH ODER EIN VERSTAUCHTER KNÖCHEL ? KEINE PANIK ! DIREKT VOR IHREN FÜSSEN LIEGT EINE PRÄCHTIGE PFLANZENAPOTHEKE.
Text: EVA ROSENFELDER
Ob Schwimmen, Wandern, Reiten, Klettern, Sonnenbaden oder Grillieren – an prächtigen bis glühend heissen Sommertagen will man das Leben draussen geniessen. Die Sonne hat jetzt ihren höchsten Stand erreicht, entfaltet ihre ganze feurige Kraft, die sich wie ein roter Mantel über die Erde legt und alles Lebendige anregt. Auch die Pflanzen sind jetzt in ihrer Fülle, bilden Früchte und werden reif. Jetzt ist es die richtige Zeit, um Heilpflanzen zu sammeln und zu trocknen. Im Garten, am Wegrand, in Wiese, Wald oder in den Bergen sind unzählige Heilpflanzen zu finden, einige davon sind sogar wahre Multitalente (siehe auch Seite 39).
Diese NaturApotheke ist jederzeit zugänglich und auch frisch anwendbar. Egal, ob Sonnenbrand, Jucken, Insektenstiche, Kopfschmerzen, Erbrechen, Reisedurchfall oder Verletzung: Für fast alles ist ein Kraut gewachsen.
Sonnenbrand, Verbrennungen
Wichtig. Verbrennungen immer zuerst mit Wasser kühlen: Halten Sie die gerötete Hautstelle ( Verbrennung oder Sonnenbrand ) mehrere Minuten lang unter kaltes, fliessendes Wasser. Das lindert den Schmerz und verhindert, dass die Haut « weiterbrutzelt ». Nach einem Sonnenbrand Sonne einige Tage meiden.
Holunder
Die leicht angequetschten Blätter des Schwarzen Holunders helfen gegen Sonnenbrand und andere leichte Verbrennungen. Der Pflanzenbrei kann auch mit Milch verrührt und auf die Haut aufgetragen werden.
Johanniskraut
Bei Verbrennungen legen Sie die gequetschten Blüten sorgfältig auf die verbrannte Haut. Johanniskrautöl kann bei Sonnenbrand und leichten Verbrennungen ebenfalls auf die Haut aufgetragen werden. Achtung: Nach dieser Anwendung muss die Sonne gemieden werden, da Johanniskraut eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenstrahlung verursacht.
Johanniskrautöl selber herstellen
Ideale Sammelzeit für die Johanniskrautblüten ist nach der Sommersonnenwende ( 21. Juni ). Gepflückt werden nur voll
erblühte, aufgeschlossene Blüten. Nie die ganze Pflanze abernten. Tierchen aus den Blüten entfernen. Blüten mit Mörser anquetschen, in ein Glas geben und mit Bio-Lein-, Oliven-, Distel- oder Jojoba-Öl übergiessen, bis alle Blüten bedeckt sind. Fünf Tage lang offen an einen sonnigen Ort stellen; dann ist der Gärungsprozess abgeschlossen. Gefäss verschliessen und an sonnigem Platz acht Wochen stehen lassen. Zwei Mal pro Woche gut hin- und her bewegen. Langsam wird sich das Öl nun rot färben.
Nach acht Wochen Blüten durch ein Teesieb abgiessen. Fertiges Öl datieren und in dunkle Fläschchen abfüllen ( innert Jahresfrist aufbrauchen ).
Lavendel
Frische Lavendelblüten anquetschen, Saft mit ätherischen Ölen auf die verbrannten Hautstellen auftragen. Lavendel reizt nicht und hilft auch in konzentrierter Form, Brandwunden zu behandeln und Brandblasen zu vermeiden.
Wilde Malve ( « Chäslichruut » )
Frische Blüten zerreiben. Der reichlich enthaltene Pflanzenschleim wirkt schützend und reizmildernd bei leichten Verbrennungen.
Ringelblume
Blüten zerreiben. Der Pflanzensaft lindert die Schmerzen, desinfiziert die Haut und wirkt abschwellend. Der Tee aus den Blüten kann für Kompressen verwendet werden: Zwei gehäufte Teelöffel auf eine Tasse Wasser, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen. Mit Tee getränkte Kompressen auf die Wunden legen. Mehrmals täglich wechseln.
Sauerampfer
Zerriebene Blätter auf verbrannte oder verletzte Hautstelle legen – kühlt und heilt.
Wegerich
Diese Pflanzen finden sich fast überall und sind wahre Tausendsassa. Spitz- oder Breitwegerichblätter eine Minute lang in kochendes Wasser tauchen und abgekühlt auf die Haut legen. Unterwegs gequetschte Blätter auf betroffene Stellen legen.
Insektenstiche
Achtung: Stiche in Mund, Rachen oder Lippen zuerst mit kalten Wasser oder Eis kühlen. Bei starker Schwellung oder Allergien sofort Arzt aufsuchen.
Zwiebel und Knoblauch
Bei Bienenstichen: Stachel entfernen und dicke Zwiebelscheibe auf den Stich pressen. Das lindert augenblicklich den Schmerz und desinfiziert. Die Schwefelöle der Zwiebel wirken entzündungshemmend. Alternative: Knoblauchzehe einreiben. Das desinfiziert und lindert den Juckreiz. Knoblauch ist darüber hinaus ein pflanzliches Antibiotikum.
Giersch
Blätter zerquetschen und auflegen. Die essbare Heilpflanze lindert die Nachwirkung von Insektenstichen.
Feldahorn
Frische Blätter verreiben und auf den Stich drücken; der Saft wirkt abschwellend. Bei geschwollenen oder entzündeten Augen: Blätter auf die Lider legen. Das kühlt und lindert die Entzündung.
Spitzwegerich und Breitwegerich
Lindern die Folgen von Insektenstichen sofort: Blätter zu Brei zerkauen und auflegen.
Insektenabwehr
Minze, Basilikum, Zitronenmelisse
Verreiben der Blätter auf der Haut schützt vor Insektenstichen, insbesondere gegen Fliegen und Stechmücken.
Sauerampfer
Bachblüten
Bachblüten-Notfallsalbe und -Notfalltropfen gehören in jeden Rucksack. Die Salbe wirkt bei Sonnenbrand, Verbrennungen und Verletzungen wahre Wunder. ( Bei offenen Wundstellen Haut um die Wunde herum behandeln ).
Tropfen Vier Tropfen in ein Glas Wasser oder ein Tropfen direkt auf die Zunge geben. Bei Schmerzen, Schock, Übelkeit und jeglicher Art von Unwohlsein.
Schwarzer Holunder
Jucken, Hautprobleme
Walderdbeerblätter
Bei entzündeter Haut die zerquetschten Blätter eine halbe Stunde auf die Haut legen. Das wirkt kühlend und wundheilend.
Schwarzer Holunder
Frische Blätter zerdrücken, kurz in Milch aufkochen und nach dem Abkühlen auflegen. Das hilft bei irritierter, entzündeter Haut.
Königskerze
Zerkleinerte Blätter und Blüten zur Linderung auf die schmerzende Hautstellen legen. Der Ölauszug (Blüten in Pflanzenöl einlegen, drei Wochen an die Sonne stellen, abseihen. Vgl. auch Johannisblüten-Öl) hilft bei Abszessen, Furunkeln, Ekzemen oder Afterjucken.
Wilde Malve ( « Chäslichruut » )
Breiumschlag aus Blättern und Blüten beruhigt bei akuten Hautentzündungen. Alternative: betroffene Stellen drei- bis viermal täglich mit Tee abtupfen ( zwei Teelöffel Blätter und Blüten mit drei Deziliter lauwarmem Wasser übergiessen, fünf bis zehn Stunden ziehen lassen ).
Achtung Zecken
Zecken sind keine Insekten, sondern Spinnentiere, die FSME ( FrühsommerMeningoenzephalitis ) oder Borreliose übertragen können.
Zeckenschutz erfolgt am besten durch angepasste Kleidung ( lange Ärmel und Hosen ) und Zeckensprays auf natürlicher Basis, die im Fachhandel erhältlich sind. Nach dem Herumstreifen in Wald und Wiesen nach Zecken absuchen.
Bei Befall: Zecke mit Zeckenzange ganz herausziehen, Einstichstelle desinfizieren. Bildet sich später um oder in der Nähe der Einstichstelle ein rötlicher Ring auf der Haut und treten spätere Reaktionen wie Fieber und Grippesymptome auf, unbedingt zum Arzt gehen, denn das sind Symptome einer Borreliose.
Karde ( Tinktur ) und Knoblauch ( kurmässig ) haben sich als Unterstützung zu herkömmlicher Therapie mit Antibiotika bewährt.
Gänsefingerkraut
Blasen
Achtung: Blasen wenn möglich nicht aufstechen. Falls doch, nur ein kleines Loch machen, um die Flüssigkeit zu entfernen. Blasenhaut stehen lassen und vor Infektionen schützen.
Wegerich
Spitz- oder Breitwegerichblätter auf die betroffene Stelle legen. Wirkt reizmildernd, zusammenziehend, beruhigend und wundheilend. Fast überall, wo wir gehen, bietet der Wegerich seine Hilfe an, etwa gegen Insektenstiche, bei Prellungen und Verstauchungen oder als Tee gegen Husten.
Fieber und Entzündungen
Echtes Mädesüss
Abends weisse Blütenrispen pflücken; aber auch junge Blätter sind für Tee geeignet ( zwei Teelöffel auf eine Tasse heisses Wasser, zehn Minuten ziehen lassen und drei Tassen täglich trinken ). Mädesüss enthält Salycilsäure und senkt das Fieber, wirkt schmerzlindernd und schleimhautabschwellend. Gut bei Erkältungen und grippalen Infekten.
Himbeerblätter
Die Blätter enthalten sehr viele Gerbstoffe, die bei Schluck- und Halsbeschwerden sowie Entzündungen im Mund Wunder wirken. Zum Gurgeln mehrmals täglich den lauwarmen Tee verwenden.
Kopfschmerzen
Lavendel, Pfefferminze ( auch Ross- oder Wasserminze ), Basilikum Frische Blüten oder Blätter zwischen den Fingern zerreiben, ätherisches Öl auf den Schläfen auftragen.
Magen- und Verdauungsprobleme
Gänsefingerkraut
Nimmt nicht nur den Schmerz bei Bauchweh und Krämpfen, sondern ist auch bei Durchfall nützlich ( Ein Teelöffel klein geschnittene Blätter pro Tasse Wasser, zehn Minuten ziehen lassen, drei Tassen täglich ).
Himbeerblätter
Hilfreich bei Durchfall ( drei Teelöffel zer kleinerte Blätter pro Tasse, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen ).
Lavendel
Wirkt krampflösend, stopft bei Durchfall. ( Ein bis zwei Teelöffel Blüten pro Tasse, zehn Minuten ziehen lassen, mehrmals täglich trinken ).
Schafgarbe
Hilft ausgezeichnet bei Magen- und Bauchschmerzen ( ähnlich der Kamille ) sowie Menstruationsproblemen. Wirkt entzündungshemmend, löst Krämpfe und vermindert Sodbrennen ( zwei gehäufte Teelöffel pro Tasse, zwei bis drei Mal täglich trinken ).
Wundbehandlung
Frauenmantel
Die Blätter können als provisorischer Verband dienen. Sie wirken blutstillend, wund heilend und desinfizierend.
Birkenblätter
Ein feuchter Brei aus Blättern, Knospen oder Blüten zwischen zwei sterile Kompressen auf die Wunde gelegt wirkt keimtötend und wundheilend.
Schafgarbe
Die enthaltenen Gerbstoffe fördern die Blutgerinnung, der Saft aus den zerriebenen Blättern heilt entzündete Wunden und wirkt antiseptisch und schmerzlindernd.
Schafgarbe
Gänseblümchen
Mehrmals täglich den Saft aus frischen zerriebenen Blättern und Blüten auf die Wunde auftragen.
Als Auflage: Gänse blümchen mit Stein anquetschen, in ein Taschentuch einschlagen und auf der Wunde fixieren, das fördert die Wund heilung.
Echtes Mädesüss
Eine Auflage der gequetschten Blätter hilft bei Schnitt- und Stichwunden.
Sauerampfer
Zerhackte oder zerriebene Blätter auf Schürfwunden gelegt wirken kühlend, blutreinigend und zusammenziehend.
Diesen Pflanzen wird nachgesagt, Lust und Liebe zu fördern.
Zum Bier gebraut sollen Brennnessel, Gundelrebe und Schafgarbe ihre erotisierende Wirkung gemäss Volksheilkunde nie verfehlt haben – ebenso wenig wie das stimulierende Schlagen der Lenden mit frisch geschnittenen Brennnesselruten, denn das soll die Manneskraft stärken. Ist aber nur eh schon hartgesottenen Männern zu empfehlen.
Etwas sanfter erwecken duftende Badezusätze wie Rosenwasser, Rosenöl, Rosmarin, Lavendel oder Eisenkraut die Sinnlichkeit.
Frauenmantel kräftigt mitnichten nur die weiblichen Organe, sondern hat auch auf Männer eine potenzstärkende Wirkung. Kann als Tee getrunken oder als Salat oder Gemüse gegessen werden.
Gänseblümchen
Buchtipp
Claudia Rawer, Ingrid Zehnder « Kleine Outdoor-Apotheke: Erste Hilfe mit frischen Pflanzen für Freizeit, Sport und Reisen », erhältlich bei www.avogel.ch, Fr. 18.50
... Lavendelöl
Man liebt ihn einfach, den Lavendelduft. Und sei es nur, weil er Erinnerungen an die Grossmutter aufleben lässt. Ich auf jeden Fall kann an keinem Lavendelbusch vorübergehen, ohne mit der Hand über die Blüten zu streichen und mich von der lieblichen Duftwolke einhüllen zu lassen. Dieser Duft hilft beim Einschlafen, die Gedanken werden freier, die Konzentration besser und das Nervensystem beruhigt sich rasch –kaum ein anderer Duft passt so gut in die heutige Zeit wie der des Lavendels.
Da er früher Hauptbestandteil von Kölnisch Wasser war, hat der Lavendelduft ein eher altmodisches Image. Dieser Ruf wird ihm aber nicht gerecht. Wir sollten den Duft des Lavendels wieder neu entdecken, könnte man über seine Wirkung doch ein ganzes Buch füllen: Lavendelöl ist das ätherische Öl mit den umfangreichsten therapeutischen Einsatzmöglichkeiten, im körperlichen wie im seelischen Bereich.
Bereits die alten Ägypter nutzten Lavendelöl, unter anderem zur Einbalsamierung. Die Römer benutzen Lavendel als Zeremonienkraut, um den Soldaten Mut zu machen und ihre Nerven vor einer Schlacht zu beruhigen. Reiche Römer benuzten das Öl zum Baden, was dem Lavendel den Namen «Lavandula officinalis» (lavare = waschen) eingebracht hat. Hildegard von Bingen (1098 –1179) bezeichnete den Lavendel als Muttergotteskraut und empfahl ihn gegen Läuse. Während Mitte des 14. Jahrhunderts die Pest in Europa wütete, räucherte man die Räume mit Lavendel aus und streute das Kraut auf den Boden, um Ratten und Flöhe zu verjagen, die als Krankheitsüberträger galten. Im ersten Weltkrieg wurden die Verwundeten mit Lavendelöl versorgt, weil es eine desinfizierende Wirkung hat.
Schlachten und Epidemien müssen wir hierzulande heute zum Glück nicht mehr erleben. In der Gegenwart begleitet uns der Lavendel eher auf der seelischen Ebene; und wir schätzen seine Wirkung auf das Nervensystem: Der Duft wirkt zentrierend und entspannend. Wichtige Entscheidungen trifft man deshalb am besten mit einem Hauch von Lavendel um die Nase.
Die Wirkung des Lavendelöls beruht zu einem grossen Teil auf Monoterpen-Estern, die 40 bis 45 Prozent des Öls ausmachen. Diese Ester sind sehr mild, gut verträglich, auch für Kinder, und riechen aromatisch fruchtig und blumig; sie wirken stark krampflösend, entspannend, ausgleichend, schlaffördernd und ausgleichend sowohl auf das Stimmungshormon Serotonin wie auch auf die Stresshormone. Deshalb kann Lavendelduft aktivieren und anregen oder aber entspannen und beruhigen. Diese Gegensätzlichkeit kommt vermutlich durch seine zentrierende Wirkung zustande – der Lavendel gibt dem Körper genau das, was dieser gerade braucht. Äusserlich wirkt Lavendel gegen Pilze und Bakterien und hilft bei Akne, leichten Verbrennungen und kleinen Verletzungen. Das gut verträgliche ätherische Öl ist so mild, dass man es unverdünnt anwenden kann, was bei den meisten anderen ätherischen Ölen nicht ratsam ist.
Lavendelöl stammt meist aus Frankreich. Der wilde Lavendel wächst an Berghängen im Süden Frankreichs mitten in einer Vielfalt an Pflanzen. Dadurch entwickelt er ein viel intensiveres Duftspektrum als Lavendel, der in Monokulturen angebaut wird – vermutlich, weil er sich durch den Konkurrenzkampf mit anderen Blüten gegenüber den Insekten mit
Sabine Hurni über . . .
mehr Duftstoffen bemerkbar machen muss. Das Öl wird mittels Wasserdampfdestillation aus den Blüten und Stängeln gewonnen. Für ein Kilogramm ätherisches Öl aus Wildsammlung, sogenanntes «Lavendelöl extra», braucht es 150 bis 160 Kilogramm Lavendelblüten. Zur Herstellung der gleichen Menge «Lavendelöl fein» aus Kulturlavendel braucht es 120 bis 130 Kilogramm Blüten und für das «Lavandin Super» 35 bis 40 Kilogramm Pflanzenmaterial (Blüten und Blätter). Lavandin, eine natürliche Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speik-Lavendel, hat ähnliche botanische und pharmakologische Merkmale wie seine Elternpflanzen, ist jedoch ertragreicher als diese. Für aromatherapeutische Zwecke wie die direkte Anwendung auf der Haut, im Massageöl oder in der Aromatherapie sollte man das teurere Lavendelöl extra verwenden. Für die Verwendung im Duftlämpchen oder im Aromaspray ist die Qualität weniger relevant.
Lavendelöl sollte man also stets zur Hand haben, vorausgesetzt man mag den Duft. Wer beim Duft von Lavendel die Nase rümpft, sollte ein anderes Öl mit ähnlicher Wirkung wählen, zum Beispiel Salbeiöl oder Teebaumöl. Denn bei der Auswahl eines Öles zählt die Nase, nicht der Kopf!
SABINE HURNI ist dipl. Drogistin HF und Naturheil praktikerin, betreibt eine eigene Gesundheitspraxis, schreibt als freie Autorin für «natürlich», gibt Ayurveda-Kochkurse und setzt sich kritisch mit Alltagsthemen, Schulmedizin, Pharma industrie und Functional Food auseinander.
NERVENBERUHIGUNGSMITTEL / Lavendelduft passt perfekt in unsere stressige Zeit. Er entspannt, ohne müde zu machen. Das ätherische Öl kann darüber hinaus für die unterschiedlichsten Zwecke therapeutisch eingesetzt werden, im körperlichen wie im seelischen Bereich.
Tipps zur Anwendung von Lavendelöl
Wunden und Schnitte. Etwas Lavendelöl mehrmals täglich auf die Wunde tröpfeln.
Sonnenbrand und Verbrennungen. Lavendelwasser aufsprühen oder 50 ml Johanniskrautöl und 12 bis 25 Tropfen Lavendelöl vermischen und einreiben.
Fussbad zum Entspannen. 3 bis 6 Tropfen Lavendelöl auf 4 bis 6 Liter Wasser. Wichtig: Das nicht wasserlösliche Öl zuerst mit etwas Kaffeerahm oder Meersalz mischen und erst dann ins Badewasser geben. Sonst schwimmt das Öl oben auf.
Kühlender Wadenwickel. 3 Tropfen Öl mit 1 Liter lauwarmem Wasser mischen (zuerst mit Kaffeerahm oder Salz emulgieren) und ein Tuch mit dem Wasser benetzen. Auswringen und um die Waden wickeln.
Insektenstiche. Ein Tropfen Lavendelöl auf die Einstichstelle geben.
Konzentration. Ein Tropfen Lavendelöl auf ein Taschentuch tröpfeln und immer wieder daran schnuppern; oder die Schläfen damit massieren.
Vaginalpilz. Salzwasser mit 3 Tropfen Lavendelöl anreichern und damit Waschungen machen. Oder aus Mandelöl, Heilerde und 2 Tropfen Lavendelöl eine Paste zubereiten und auflegen.
Blasenentzündungen. 1 Tropfen Lavendelöl auf die Slipeinlage geben, das unterstützt die Heilung und desinfiziert.
Rheuma. Lavendeltinktur kann als Einreibung bei Rheuma und Haarausfall helfen. Dazu 1 Handvoll Lavendelblüten mit ¼ l klarem Schnaps ansetzen, zehn Tage in der Wärme stehen lassen und dann abfiltern.
Schlaf. Ein mit Lavendelblüten gefülltes Kissen sorgt für einen tiefen Schlaf und hält Hausstaubmilben fern.
Gegen Blattläuse. 100 ml Schmierseifenlösung mit zirka 5 Tropfen Lavendelöl anreichern und die befallenen Pflanzenteile damit besprühen; zusätzlich kann man den Boden mit abgeschnittenen Lavendelstängeln mulchen.
Reinigungsmittel. Lavendel wirkt desinfizierend und reinigt die Raumluft. Einfach einige Tropfen Öl in das Putzwasser geben und damit Kühlschrank, Bad etc. reinigen.
Es gibt noch unzählige weitere Anwendungsmöglichkeiten für Lavendel. Sie können ihn sogar in der Küche verwenden: Eine Pannacotta mit Lavendelblüten sieht nicht nur schön aus, sie schmeckt auch ausgezeichnet; vermischt mit einem Fleur de Sel können Lavendelblüten zum Würzen von Grilladen verwendet werden; oder man kocht aus den Blüten einen Gelee und geniesst ihn auf dem Sonntagszopf. ◆
Beratung
Zahnfleischschwund
Ich bin 48 Jahre alt und habe starken Zahnfleischschwund. Eine Freundin sagte, ich soll den Mund mit Olivenöl spülen. Wissen Sie etwas über diese Methode? C. B., Zürich
Ölziehen ist eine sehr gute Methode, das Zahnfleisch zu stärken. Ich würde es jedoch eher mit Sesamöl machen anstatt mit Olivenöl. Olivenöl wird im Mund sehr scharf. Ich finde das unangenehm. Sesamöl ist neutraler. Beginnen Sie das (möglichst tägliche) Ritual so: Zuerst mit dem Zungenschaber die Zunge reinigen. So entfernen Sie Bakterien, die sich im Mund angesammelt haben. Dann den Mund mit Wasser spülen und danach einen Esslöffel Öl in den Mund nehmen. Das Öl zieht man während zehn Minuten durch die Zähne. Danach das Öl auf ein Haushaltspapier ausspucken und in den Abfall werfen. Nicht in den Abfluss spucken oder schlucken! Dann den Mund spülen und wenn nötig ein kleines Stück Ingwer kauen, falls der Geschmack im Mund unangenehm ist. Reinigen Sie zudem jeden Morgen die Zunge mit dem Zungenschaber und essen Sie so vitalstoffreich wie nur möglich. Insbesondere Vitamin C ist wichtig. Wenn nötig nehmen Sie ein Aufbaupräparat ein, das Sie mit allem Nötigen vorsorgt.
Entzündete Nebenhöhlen
Ich habe immer wieder Kieferhöhlenentzündungen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen. Was kann ich unternehmen, damit mein Körper bzw. Nase nicht so verschleimt? Ich habe schon von Heidelberger Kräuterpulver gehört. Wäre das was? A. W., Basel
Das Kräuterpulver ist eine gute Idee. Wenn sich im Körper viel Schleim ansammelt, ist dies ein Zeichen dafür, dass die bitteren, herben und scharfen Geschmackskomponenten in der Ernährung zu kurz kommen oder gar fehlen. Und genau diese bitteren, stoffwechselanregenden Kräuter befinden sich im Heidelberger Kräuterpulver.
Damit in Zukunft die Nase frei bleibt, ist es zudem wichtig, dass Sie jeden Morgen die Nase reinigen. Entweder mit einer Nasendusche oder mit einem Nasenkännchen wie es im Ayurvedashop erhältlich ist. Die isotonische Kochsalzlösung (0,9 prozentig) können Sie in der Drogerie oder Apotheke bestellen oder selber zubereiten. Dazu 1 ge strichenen TL (4,5 g) Kochsalz in ½ l handwarmem Wasser lösen. Im Weiteren sollten Sie auf sehr schleimbildende Getränke und Speisen möglichst verzichten. Das heisst: maximal eine Tasse Milch pro Woche und nur ab und zu wenig Käse. Sie können dafür öfters auf Ziegen- oder Schafmilchprodukte ausweichen. Wobei – vielleicht wäre es für Sie auch gut, ganz auf Milchprodukte zu verzichten. Ich möchte Sie deshalb ermuntern, während drei Wochen vollkommen auf Milchprodukte zu verzichten und dabei zu beobachten, ob sich im Körper etwas verändert. Übrigens sind auch Süssigkeiten sehr schleimbildend. Deshalb gilt auch hier: Ein Dessert nach dem Mittagessen ist in Ordnung, alle anderen Naschereien einstellen und durch Trockenobst ersetzen. Stark schleimbildend ist auch der Weizen. Steigen Sie um auf Reis und Dinkelpasta (oder Kamut aus dem Reformhaus); falls Sie das klassische Konfi-Brot zum Frühstück essen: wählen Sie Roggenbrot. Roggen ist eher trocken. Trinken Sie zudem täglich einen Liter heisses Ingwerwasser.
Auch das hilft, ein Zuviel an Schleim zu reduzieren.
Ein sehr gutes, natürliches Antibiotikum ist übrigens das Bienenkittharz Propolis. Kaufen Sie beim Imker oder in der Drogerie ein Fläschchen davon. Gleichzeitig sollten Sie die Darmflora auch immer mal wieder aufbauen mit einem passenden Präparat. Denn Antibiotika zerstören die gesunde Darmflora. Das schwächt nicht nur das Immunsystem, sondern hat auch einen Einfluss auf alle anderen Schleimhäute. Somit ist man anfälliger auf eine erneute Infektion – und der Teufelskreis beginnt von vorne.
Eisenmangel und Depression
Ich habe sehr tiefe Eisenwerte, Depressionen und starkes Durstgefühl. Deshalb bekomme ich regelmässig Eiseninfusionen und nehme Eisentabletten ein. Was könnte ich tun, damit ich das Eisen besser aufnehmen und einlagern kann?
S. N., Brig
Wenn der Eisenwert immer wieder absackt, hat das sicher seinen Grund. Es kann zum Beispiel sein, dass eine Lebensmittelintoleranz oder ein Störherd Ihren Körper belastet. Das sollten Sie unbedingt abklären lassen. Sorgen Sie zudem für viel Ruhe in Ihrem Leben – Eisen kann nur im Ruhezustand aufgenommen werden. Der wichtigste Schritt ist deshalb die Stressreduktion. Zudem sollten Sie möglichst dreimal täglich eine warme Mahlzeit essen. Zum Frühstück können Sie Apfelschnitze dämpfen oder Linsen-Pfannkuchen machen; auch ein Porridge eignet sich gut. Abends dann nur noch eine Suppe, etwas Reis mit Gemüse oder ebenfalls ein Porridge essen. Wichtig: Vollkornhaferflocken mindestens eine halbe Stunde einweichen, damit die enthaltene Phytinsäure abgebaut wird und die Nährstoffe besser aufgenommen werden können. Reich an Eisen sind getrocknete Feigen, Hülsenfrüchte und Goldhirse. Letztere vor dem Kochen kalt abspülen. Die Hülsenfrüchte wiederum über Nacht einweichen und das Einweichwasser wegschütten. Trinken Sie zudem täglich zwei Tassen Brennnesseltee, denn auch die Brennnessel ist reich an Eisen. Und nicht vergessen: Achten Sie darauf, dass Sie sehr viel schlafen.
Trockenheit im Körper
Ich habe eine trockene Scheide und brüchige Nägel. Ich esse kein Fleisch. Müsste ich mehr als 1,5 Liter täglich trinken?
B. K., Eyholz
Wenn der Östrogenspiegel nach der Menopause niedrig ist, nimmt die Trockenheit im Körper zu. Man muss dann mit der Ernährung und der Körperpflege Gegensteuer geben. Eine aus-
Haben Sie Fragen?
Sabine Hurni, Drogistin, Naturheilpraktikerin und Ayurveda-Expertin, beantwortet Ihre Fragen zu Gesundheits- und Ernährungsthemen persönlich und ganzheitlich. sabine.hurni@azmedien.ch oder «natürlich», Leserberatung, Neumattstr. 1, 5001 Aarau. www.natuerlich-online.ch
reichende Trinkmenge von drei Deziliter pro 10 Kilogramm Körpergewicht ist nötig, um den Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen.
Doch gegen die Trockenheit hilft nicht primär das Wasser, sondern die Fette in der Nahrung. Versorgen Sie sich deshalb unbedingt mit guten pflanzlichen Fetten. Leinöl, Kokosfett, Olivenöl, Nüsse, Kerne und Avocados sind wertvolle Fettlieferanten. Gute Feuchtigkeitsspender sind Aloe-Vera-Saft und Panthotensäure, die in Haferflocken vorkommt. Sie spenden dem Körper Feuchtigkeit von innen her. Für die Nägel gibt es zahlreiche Aufbaupräparate mit Hirse, Kieselsäure und Nährstoffen. Lassen Sie sich hierzu in der Drogerie beraten. Auch die Schüsslersalze 1 und 11 sorgen für Elastizität und Feuchtigkeit.
Mineralstoffreiche Nahrungsergänzungen wie der Aufbaukalk von Weleda, Gerstengraspulver oder Heilerde versorgen den Körper mit allen Mineralstoffen, die er braucht. Integrieren Sie zudem den Brennnesseltee in Ihren Alltag: Täglich zwei Tassen versorgen den Körper mit Eisen und Kieselsäure. Was die Körperpflege betrifft, würde ich Ihnen raten, dass Sie den Genitalbereich mit Rizinusöl (sehr fettig, eher über Nacht), Sesamöl oder Lanolinsalbe pflegen. Am besten probieren Sie aus, womit Sie sich am wohlsten fühlen. Was auch guttut sind Ölwickel: Man taucht einen Tampon in Sesamöl und führt diesen über Nacht in die Scheide ein. Eine Woche lang jeden Abend wiederholen, dann eine Pause machen und später bei Bedarf wiederholen.
GesundheitsTipp
Juli/ August
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DES MONATS
MAN LIEBT IHN oder man hasst ihn: Koriander. Seine Blätter schmecken sei g und fremdartig, doch nach mehrmaligem Probieren beginnt man das Gewürzkraut zu mögen. In der asiatischen Küche ist Koriander nicht wegzudenken, und wer eine Vorliebe für diese Art von Gerichten hat, gewöhnt sich auch gerne an den Koriander.
Die P anze wächst hierzulande kultiviert in Gärten. Wer das Kraut nicht mag, wartet am besten, bis sich die Samen ausgebildet haben. Diese schmecken weitaus mehrheitstauglicher als die frischen Blätter und gehören auch bei uns – neben Anis, Fenchel und Kümmel – zu den traditionellen Brotgewürzen.
DER EINJÄHRIGE KORIANDER zählt zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und blüht von Juni bis September. Ab Juli kann man die Samen sammeln, um sie als Gewürz, Tee oder zur Herstellung einer Tinktur zu verwenden. Die Samen enthalten ätherische und fette Öle, Coriandrol, Pinen, Gerbstoffe und Eiweiss. Das macht sie zu einem verdauungsfördernden und blähungswidrigen Gewürz. Es hilft insbesondere bei
Koriander
KEIMTÖTEND / Korianderblätter und -samen sind ein wirkungsvoller Verdauungshelfer und darüber hinaus ein unterschätztes pfl anzliches Antibiotikum.
dyspeptischen Beschwerden und Appetitlosigkeit. Verantwortlich für den sei gen «Wanzengeruch» der unreifen Samen und frischen Blätter ist das Aldehyd Dodecanal. Dieser Wirkstoff gilt zugleich als vielversprechendes p anzliches Antibiotikum, das selbst gegen resistente Keime wirken soll. Studien der University of California zeigen, dass Korianderöl wirksamer gegen Salmonellen ist als manch gängige Antibiotika.
DIE WÜRZIG-AROMATISCHEN Samen schmecken hervorragend zu Fleisch, Fisch und Gemüse. Man sollte sie erst kurz vor Gebrauch im Mörser zerstossen, damit die ätherischen Öle nicht verloren gehen.
Bei Verdauungsbeschwerden aller Art übergiesst man ½ TL frisch zerstossene Koriandersamen mit ¼ l kaltem Wasser, kocht es auf und lässt den Tee zugedeckt zehn Minuten ziehen. Das Kraut übergiesst man zum selben Zweck mit kochendem Wasser. ◆
BISHER ERSCHIENEN: Hopfen, Mistel, Hamamelis, Schlüsselblume, Lavendel, Kurkuma, Huflattich, Löwenzahn, Maiglöckchen, Ringelblume und viele mehr: siehe www.natuerlich-online.ch
Gut zu wissen
Um die Samen einsammeln zu können, die Dolden mit den unreifen Samen abschneiden und aufrecht in einem Glas trocknen. Danach die Samen über einem Tuch abschütteln.
Reines natürliches ätherisches Korianderöl hilft bei Entzündungen der Mundschleimhaut, bei Hautpilzen, Appetitlosigkeit, rheumatischen Beschwerden und vielem mehr. Für die äusserliche Anwendung mischt man einige Tropfen Korianderöl in eine Hautcreme oder ein Pflanzenöl. Zum Einnehmen gibt man einen Tropfen Korianderöl auf etwas Honig. Das Gemisch hilft auch bei Husten.
Gegen die Ausdünstungen nach Knoblauchgenuss hilft das Kauen einiger Koriandersamen.
Für die Chinesen ist Koriander ein Symbol für Unsterblichkeit.
Text: SABINE HURNI
Die Welt des Atems entdecken!
Sind Sie auf der Suche nach einer Ergänzung zu Ihrer jetzigen Tätigkeit oder suchen Sie Antworten auf die grossen Lebensfragen? Dann besuchen Sie im August eine unserer zwei Info-Anlässe:
• 20. August 2018
Einführungsseminar für die Ausbildung Körperund Atemtherapie mit Beatrice Brandes Morf, Ausbildnerin am LIKA in Stilli b. Brugg Start: 28. September 2018.
Die Atemtherapie ist neu ein eidgenössisch anerkannter Beruf und hat damit ihren etablierten Platz im Gesundheitssektor erhalten. Die Atemtherapie harmonisiert alle vitalen Vorgänge. Sie ist eine ganzheitliche, prozessorientierte Methode der Komplementärtherapie.
• 25. August 2018
Info-Morgen für die Weiterbildung Ost-West Psychologie mit Barbara Henke, Psychologin MA, eidg. dipl. Psychotherapeutin ASP, in Bern, nähe Bahnhof Start: 27. Oktober 2018
Diese Weiterbildung fokussiert einerseits Theorien und Methoden der westlichen Psychologie und anderseits die der spirituellen Traditionen aus Ost und West. Die Weiterbildung kann als Ganzes oder aufgeteilt in vier Blöcken besucht werden.
+ Mehr Infos unter www.lika.ch Fachschule für Atem, Beratung und Therapie, Stilli b. Brugg, Telefon 056 441 87 38
Auszeit und Seelennahrung in Weggis
Dreitägiges Pauschalangebot in malerischer Umgebung am Vierwaldstättersee. Lassen Sie die Seele baumeln, tanken Sie Kraft in der faszinierenden See- und Bergwelt und widmen Sie sich in Kursblöcken einem Thema nach Wahl. Geschlafen wird im kuscheligen Hüsler-Nest im Zimmer mit Seeblick. Am Morgen erwartet Sie ein Frühstück der Extraklasse. So nehmen Sie stärkende Erlebnisse mit in den Alltag. Das Angebot richtet sich an jeweils 4 Personen. Grössere Gruppen auf Anfrage.
+ Mehr Infos und Anmeldung unter www.bnb-weggis.ch «Auszeit»
Kinesiologie auf den Punkt gebracht
«Wenn mir meine Welt grau vorkommt …
… hilft mir der süsse Duft von Blumen.»
Ein Tipp von Silvio M., taubblind
Am 27. Oktober 2018 findet im Volkshaus Zürich der Kongress « Kinesiologie auf den Punkt gebracht » statt. Der Kongress ist offen für Therapeuten und Interessierte. International gefragte Fachleute wie Prof. Dr. Joachim Bauer, Ernst Bromeis, Dr. Carla Hannaford, Josef Viktor Müller, Rosmarie Sonderegger und Matthew Thie referieren u. a. über folgende Themen:
• Wissenschaft und Magie der Kinesiologie
Wir Blinden helfen gerne, bitte helfen Sie uns auch. www.szb.ch
• Endlichkeit der Ressourcen auch menschlicher Art
• Das Geheimnis der Empathie aus neurowissenschaftlicher Perspektive
• In Frieden mit der Zeit
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Spontaner Kurzurlaub in einer speziellen Atmosphäre
Die Casa Santo Stefano liegt in einem typischen Tessinerdorf inmitten einer sanfter Hügellandschaft und einer wundervollen Weitsicht nach Süden. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt die Badestelle « al Maglio », ein verwunschener Kraftort mit einem grossen Becken zum Schwimmen. Malcantone – der ideale Ort für einen spontanen Kurzurlaub !
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01.07.–07.07. Awareness Retreat im Tessin 08.07.–14.07. Yogaferien im Tessin 22.07.–28.07. Yogaferien mit Christine May 22.08.–26.08. Sommer-Yogaretreat 21.09.–23.09. Yoga und Wander Weekend 25.09.–30.09. Yoga und Wandern im Tessiner Herbst 29.09.–30.09. Heissi Marroni mit Erica Bänziger 30.09.–06.10. Yogaferien im Tessin 14.10.–19.10. Yoga und Herbstwanderferien
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Casa Santo Stefano, 6986 Miglieglia, Telefon 091 609 19 35 www.casa-santo-stefano.ch
Für eine starke Mitte
Der Beckenboden ist ein anatomisches Meisterwerk: In drei Muskelschichten angeordnet stabilisiert er die Organe im Bauchraum, sichert die Kontinenz, hilft bei der Schwangerschaft und fördert das sexuelle Empfindungsvermögen. Leider werden wir meist erst auf ihn aufmerksam, wenn er seine Aufgaben nicht mehr richtig erfüllt. Wie man den Beckenboden dann natürlich unter stützen kann, erfahren Sie beim Vortrag « Beckenbodenmuskulatur – wenn die Spannkräfte nachlassen » am 12. September ab 19 Uhr im komplementärmedizinischen Zentrum Paramed an der Haldenstrasse 1, 6340 Baar.
+ Der Eintritt ist frei, Anmeldung erbeten unter Telefon 032 626 31 26 oder per E-Mail an events@paramed.ch
Berufsbegleitende Weiterbildungen mit eidgenössischem Diplom
Viele Beziehungsprobleme, Stresserkrankungen, depressive Verstimmungen und andere psychosomatische Störungen zeigen raschere Besserungstendenzen, wenn im beraterischen Gespräch der Körper in aktiver oder passiver Form einbezogen wird. Der IKP-Ansatz beinhaltet neben dem psychosozial-beraterischen Gespräch auch das Erleben und Erfahren über den Körper sowie den Einbezug kreativer Medien. Dieses ganzheitliche Ausbildungskonzept wird seit über 30 Jahren am Institut IKP in Zürich und Bern vermittelt.
+ Weitere Informationen unter www.ikp-therapien.com
MS Thurgau Ultra –das Luxus-Suitenschiff
Die MS Thurgau Ultra mit fünf Sternen ist seit 2015 auf dem Rhein und der Donau unterwegs. Die getrennte Antriebs- und Passagiereinheit garantiert praktisch vibrationsfreies Fahren. Grosszügig gebaut und exquisit ausgestattet schafft sie ein stilvolles Ambiente. Einmalig ist die Aussicht vom Salon und Panorama-Restaurant aus. Aussergewöhnlich sind die elegante Smoker’s Lounge und das charmante Wiener Café. Genuss der besonderen Art erleben Sie während den 6-tägigen Weinreisen im November durch Pfalz, Mosel und Rheingau.
+ Infos und Anmeldung unter www.thurgautravel.ch
Tatort Kühlschrank
IN DIE MÜLLTONNE STATT IN DEN MAGEN: RUND EIN DRITTEL UNSERER LEBENSMITTEL WIRD WEGGEWORFEN ! DAS IST ÖKOLOGISCHER UND ÖKONOMISCHER UNSINN. DABEI WÄRE ES EINFACH, FOODWASTE ZU VERMEIDEN.
Text: VERA SOHMER, ANDREAS KREBS
Der Bund Rüebli ist angeschrumpelt, der Sechserpack Joghurt laut Datum abgelaufen und die Packung Räucherlachs ging auch vergessen. Wohl jeder von uns hat schon Essen weggeworfen. Weil es nicht mehr gut war. Oder wir glaubten, es sei nicht mehr gut.
Im Einzelfall ist das kein Drama. In der Summe jedoch eine gigantische Verschwendung: Rund zwei Millionen Tonnen Nahrungsmittel landen in der Schweiz jedes Jahr im Abfall oder in der Biogasanlage. Das entspricht 320 Gramm pro Tag und Person – fast einer ganzen Mahlzeit. Rund 1000 Franken gibt jeder Haushalt jährlich für Produkte aus, die nicht gegessen werden. Die häufigsten Gründe: unüberlegtes Einkaufen und falsche Lagerung. Vor allem Gemüse sorgt für Abfallberge; aber auch Fleischprodukte und Brot: 60 Prozent des Brotweizens gelangt nie auf unsere Teller; 2015 wurden alleine in der Schweiz 50 000 Tonnen davon zu Tierfutter deklassiert. Und tonnenweise « altes » Brot fortgeschmissen.
In unseren Läden wird nur frisches Brot angeboten. Und makelloses Gemüse: Nur jede dritte Karotte und jede dritte Kartoffel schaffen es vom Produzenten zum Konsumenten, obwohl auch die den Säuen vorgeschmissenen Exemplare qualitativ einwandfrei sind.
Fleisch und essbare Insekten Nicht nur mit Brot und Gemüse gehen wir verschwenderisch um, sondern auch mit Fleisch: Vom geschlachteten Tier landet nur etwa ein Drittel der essbaren Teile auf Schweizer Tellern, vor allem Filet, Steaks, Koteletts und Hühnerbrust. Innereien wie Euter, Nieren oder Pansen, einst geschätzte Delikatessen, werden zu Heimtier- und Fischfutter verarbeitet oder als Biogas oder Brennstoff genutzt.
Paradox ist die Lage bei den essbaren Insekten, die als umweltfreundlich angepriesen werden. Zwar sind sie effizientere Futterverwerter als Rinder oder Schweine, sie brauchen auch massiv weniger Ressourcen wie Land oder Wasser. Und dennoch: Es macht keinen Sinn, dass wir Grillen, Heuschrecken und Mehlwürmer züchten, solange unsere Imker ( die eh schon nach Lebensmittelrecht produzieren ) Jahr für Jahr 50 bis 100 Tonnen Drohnenlarven ( männliche Bienenbabys ) fortschmeissen. Diese Menge fällt beim frühjährlichen Drohnenschnitt an, einer Massnahme im Kampf gegen die Varroamilbe. Im Kampf gegen Foodwaste geben viele Imker ihre Drohnen gerne ab – als Fischfutter, Kunstobjekt oder was auch immer, nicht aber als Lebensmittel, denn als solches gel-
ten Bienen nicht. Obwohl sie ein sehr wertvolles Lebensmittel wären, wie Analysen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ( ZHAW ) in Wädenswil zeigen: Demnach enthalten Drohnenlarven ähnlich viel Protein und Fett wie Rindfleisch und darüber hinaus die essenziellen Vitamine A und D sowie wertvolle Spurenelemente und Aminosäuren. Und sie schmecken lecker. Wer nicht zum örtlichen Imker gehen mag, findet Bezugsquellen auf www.beezza.ch.
Fast die Hälfte der verschwendeten Lebensmittel wird in Privathaushalten weggeschmissen. Und dies zu verhindern, wäre denkbar einfach ( siehe Seite 30). « Konsumenten haben eine Schlüsselrolle und können viel mehr bewirken als sie oft meinen », sagt denn auch Claudio Beretta, ETH-Umweltforscher und Präsident des Vereins www. foodwaste.ch. Die Argumente fürs Umdenken liegen auf der Hand, so Beretta: « Die Produktion von Lebensmitteln verursacht 30 Prozent aller Umweltbelastungen. Werfen wir Esswaren weg, werden knappe Ressourcen wie Wasser, Böden und fossile Energieträger unnötig belastet. » Zudem verursache der Abfall in der Schweiz Mehrkosten in Milliardenhöhe.
Höchste Zeit also, Lebensmitteln mehr Respekt zu zollen. Wenn alle Beteiligten es schaffen, mindestens einen Drittel der heutigen Lebensmittelverluste zu verhindern, könnten wir beispielsweise die Menge an CO2 einsparen, die 500 000 Autos verursachen.
Von der Wurzel bis zur Blüte Zutaten besser wertschätzen – diese Motivation steht auch hinter dem Leaf-to-RootPrinzip. Der Ansatz ist konsequent: Aufgetischt wird möglichst alles von einer Pflanze: Blätter und Kraut, Stiele und Rippen, Strünke und Herzen, Blüten und Kerne, Wurzeln und Knollen. Den Trend ins Rollen gebracht, hat Buchautorin Esther Kern. Sie fing irgendwann damit an, Gewohnheiten zu hinterfragen: Wieso verzehren wir von Karotten nur die Wurzeln und werfen das Kraut auf den Kompost, statt daraus etwas Schmackhaftes zuzubereiten ?
machen kann. Karottenkraut püriert er zu einer glatten Masse und gibt davon einen Klacks aufs Risotto. Das Ganze wird mit knusprig getrockneten Karottenschalen garniert.
Auch Esther Kern entdeckt immer wieder Neues. « Im Sommer liebe ich gepickelte Schalen der Wassermelone, eine tolle Sache », schwärmt sie. Geschmacklich und deshalb, weil sie so keine Berge von Schalen mehr entsorgen müsse.
Vorbild Dänemark
Mit unbekannten Gemüseteilen experimentieren sollten aber nur Kenner. Laien wird empfohlen, sich vorher zu informieren, was essbar ist und was nicht. Denn einige Gemüseteile enthalten Giftstoffe. Tomatenrispen etwa Solanin, mit dem sich die Pflanze vor Schädlingen schützt. Auf der sicheren Seite ist man hingegen mit Radieschen-Blättern. Oder mit Kohlpflanzen – Blatt, Blüte, Samen, Wurzel: Alles ist geniessbar. Esther Kern empfiehlt zudem, für Leaf-to-Root-Rezepte saisonales und biologisch angebautes Gemüse zu verwenden.
Ob derartige Initiativen viel gegen Foodwaste ausrichten können, dazu fehlen in der Schweiz bislang statistisch repräsentative Erhebungen, sagt Claudio Beretta. Gross angelegte Umfragen und Kampagnen aus England haben jedoch gezeigt: Innert fünf Jahren fielen dank Foodsaving-Kampagnen 15 Prozent weniger Lebensmittelabfälle an –satte 1,3 Millionen Tonnen. Im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung führend in Europa ist Dänemark, das seinen Foodwaste innerhalb von fünf Jahren sogar um 25 Prozent senken konnte.
Das können auch wir schaffen. Wenn jeder bei sich anfängt. ◆
Buchtipps
Esther Kern, Sylvan Müller, Pascal Haag, « Leaf to Root, Gemüse essen vom Blatt bis zur Wurzel », AT Verlag 2016, Fr. 59.–Hildegard Möller, « Restlos ! Clever kochen mit Resten », Kosmos 2014, Fr. 19.90
Wer die üblicherweise verschmähten Pflanzenteile verarbeitet oder sie sich servieren lässt, unternimmt auch etwas gegen Foodwaste. Zudem beflügelt der Essenstrend die Kreativität in der Küche. Inzwischen gibt es auch in der Schweiz einige findige Köche, bei denen die Ganzverwertung oberstes Prinzip ist. Mischa Kaeser etwa, Chef des Zürcher Restaurants Markthalle, würde nie etwas wegwerfen. Auch nicht Topinambur- oder Rhabarberschalen, mit denen man Likör ansetzen oder Tinkturen Link
www.leaf-to-root.com
Foodsaving: Was jeder tun kann
Was ist noch da ?
Vor dem Einkaufen einen Blick in den Kühlschrank werfen, dann eine Einkaufsliste schreiben.
Vor dem Einkaufen eine Kleinigkeit essen. Ein knurrender Magen verleitet dazu, mehr zu kaufen als nötig ist.
Nur kaufen, was gebraucht wird. Kleine oder unverpackte Portionen bevorzugen. Sich nicht von Aktionen und Grosspackungen verleiten lassen.
Doch zu viel gekauft ? Vieles lässt sich einfrieren. Brot beispielsweise bis zu drei Monaten.
Regional einkaufen. Saisonale unbehandelte Frischprodukte aus der Region vorziehen. Die kostenlose WWF-RatgeberApp liefert Einkaufshilfen und Saisontabellen für Früchte und Gemüse. Hofladen und Gemüseabo. Früchte und Gemüse, welche die Kriterien des Handels nicht erfüllen, können zum Teil im Direktverkauf abgegeben werden. In vielen Regionen bieten Landwirte Gemüseabos an.
First-in-first-out-Prinzip anwenden.
Gilt besonders für Verderbliches wie Früchte und Gemüse: Was älter ist, kommt nach vorne, Neues nach hinten.
Kleinere Mengen kochen und servieren. Falls doch etwas übrig bleibt: Luftdicht und kühl lagern, damit man die Reste an den Folgetagen daheim noch geniessen oder sie mit zur Arbeit nehmen kann.
Salat- und Gemüse-Revival. Die Haltbarkeit von Salat kann verlängert werden, wenn er gewaschen mit einem Küchenpapier in einem luftdichten Plastikbehälter aufbewahrt wird. Welker Salat und schrumpeliges Gemüse kann wiederbelebt werden, indem man sie für eine Stunde ins Wasser legt. Haltbarkeit von Käse verlängern.
Hartkäse aus der Plastikfolie befreien und locker in Backpapier einwickeln. So « schwitzt » er nicht und bleibt im Kühlschrank viel länger frisch.
ver zehren. Mehl, Kaffee, Reis, Öl, gekaufte Konfi etc. sind bei richtiger Lagerung ( dunkel, trocken und vor Schädlingen geschützt ) schier unbegrenzt haltbar, Dosennahrung weit über das Ablaufdatum hinweg. Auch Joghurt kann problemlos nach Ablauf des Verbrauchsdatums konsumiert werden – einfach umrühren und probieren, ob es noch gut schmeckt. Weg damit.
Suppen aus Resten. Reste vom Vortag, schrumpelige Rüebli, welker Stangensellerie – was noch im Kühlschrank ist, in einen Topf geben, kochen, pürieren, würzen und servieren.
Doggy Bags. Lebensmittelverschwendung ist auch in der Gastronomie ein Problem. Die Initiative www.unitedagainst-waste.ch will bis 2030 die Essensabfälle pro Gast halbieren. Wer essen geht, kann jetzt schon etwas tun: Verlangen Sie kleinere Portionen, selbst wenn diese nicht auf der Karte stehen. Oder lassen Sie sich das, was Sie nicht schaffen, einpacken. Auch wenn sie nicht dazu verpflichtet sind – wie « natürlich »-Stichproben in gut einem Dutzend Restaurants gezeigt haben, schnüren Gastwirte « Doggy Bags » gerne.
Brote aus Sauerteig Sie sind auch nach einer Woche noch fast wie frisch. Herkömmliche Weizenbrote hingegen sind oft schon nach zwei bis drei Tagen hart. Auch das ist halb so schlimm, wenn man daraus was Feines zubereitet, zum Beispiel Fotzelschnitte oder Italienischen Brotsalat.
Nicht datumhörig sein. Auf die Sinne ist Verlass: Riecht und schmeckt das Produkt gut, lässt es sich ohne Weiteres noch
Joghurtbecher und Büchsen, die aufgebläht sind, gehören in den Abfall. Ist das Datum bei der Aufschrift « Zu verbrauchen bis » überschritten, ist ein Verzehr nicht mehr empfehlenswert. Das gilt insbesondere für Eier, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte. Auch Produkte, die schlecht riechen, eine komische Konsistenz haben oder schimmeln, wegwerfen. Organische Abfälle ohne Schimmel können an Tiere verfüttert oder kompostiert werden. Suppenhühner verwerten. Da sie wenig Fleisch ansetzen, landen die meisten Hühner, die für die Eierproduktion gezüchtet wurden, in der Verbrennungsanlage. Dabei ist Suppenhuhn –mit altem Brot gefüllt und rund drei Stunden bei 150 °C geschmort – würzig und zart.
Weitere Tipps www.foodwaste.ch
Vorbildliche Initiativen
ÄSS-BAR.
Unter dem Motto « Frisch von gestern » verkauft die Äss-Bar in mittlerweile sieben Städten Brote, Gebäck, Patisserie, Torten, Sandwiches und Salzgebäck vom Vortag zu einem stark vergünstigten Preis. www.aess-bar.ch
BACKWAREN OUTLET.
Bisher gibt es einen, in Basel nahe des Hauptbahnhofs. Auch hier ist bei fast dem gesamten Sortiment das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, die Ware aber noch gut. Zu symbolischen Preisen werden sie angeboten. Was nicht verkauft wird, wird abends gratis an Mittellose verteilt. www.backwarenoutlet.ch
BIER AUS BROT.
Das Jungunternehmen Damn Good Food & Beverages AG aus Weinfelden tut es den alten bayerischen Mönchen gleich und braut seit 2017 aus altem Brot einen « speziellen Brottrunk », das « Damn Good Bread Beer ». www.breadbeer.ch
GARTENGOLD.
Frische Hochstammäpfel aus privaten Schweizer Gärten, gepflückt von Menschen mit einer Behinderung: Daraus macht die Gartengold GmbH « Saft with a Mission ». www.gartengold.ch
TISCHLEIN DECK DICH.
Die Organisation rettet Lebensmittel vor der Vernichtung und verteilt sie an Bedürftige. 126 Abgabestellen helfen fast 20 000 Menschen in Not mit Lebensmitteln. Diese werden gespendet von Landwirten, dem Grosshandel und der Industrie. www.tischlein.ch
SCHWEIZER TAFEL.
Die Organisation verteilt täglich rund 16 Tonnen überschüssige, einwandfreie Lebensmittel in zwölf Regionen an soziale Institutionen wie Obdachlosenheime und Gassenküchen. www.schweizertafel.ch
FOODWASTE
CHUTNEYS UND KONFI.
Schüler der Schule Oberes Neckertal, St. Peterzel, produzierten Chutneys, Konfitüren und Apfelmus aus verschiedenen, noch gut erhaltenen Lebensmitteln, die sonst im Abfall gelandet wären, und verkauften diese. Den Erlös spendeten sie an gemeinnützige Organisationen.
RESTESSBAR.
Die erste RestEssBar wurde 2014 in Winterthur gegründet. Laufend kommen weitere lokale Projekte dazu. Die Idee: Nahrungsmittel retten und für alle kostenlos zugänglich machen. www.restessbar.ch
FOODSHARING.
Über die foodsharing-Plattform können virtuelle Essenskörbe angeboten und abgeholt werden. Weiter lassen sich darüber Kooperationen mit Lebensmittelläden und -händlern aufbauen und koordinieren. Dies alles mit dem Grundsatz, die geretteten Lebensmittel bedingungslos weiter zu verschenken. www.foodsharingschweiz.ch
FAIRTEILER.
Wer zu viel Essen gekauft oder gekocht hat, kann den Überschuss in öffentlich zugängliche Regale, Kühlschränke, Brotkisten etc. legen, andere können sich davon kostenlos bedienen. Einen ersten Fairteiler in der Schweiz gibt es am Sihlquai 131 in Zürich.
NO FOODWASTE AN STREETFOODFESTIVALS.
Mitglieder der Jungen Wirtschaftskammer JCI « retten » an StreetfoodFestivals Lebensmittel vor dem Abfall und verteilen sie an Bedürftige.
ÜNIQUE.
Aus Frankreich stammt die Idee der « gueules cassées » ( der «Hässlichen » ), die mittlerweile auch bei uns Einzug gehalten hat. Coop zum Beispiel bietet Früchte und Gemüse, die nicht der Norm entsprechen, unter der Eigenmarke Ünique an.
CLEVER CAMPUS.
Das von der SV Group Schweiz betriebene, öffentlich zugängliche Campus-Restaurant der Fachhochschule Nordwestschweiz in BruggWindisch verkauft ab 15 Uhr die Reste der Mittagsmenüs für fünf Franken, den Salat gibt es schon für drei Franken. Die « Do good »Boxen, in denen das überzählige Essen angeboten wird, sind für die Mikrowelle geeignet.
LUZERNER SPITÄLER.
Mit einem Foodwaste-Projekt, das auf die gesamte Produktions- und Konsumationskette Einfluss nimmt, konnten die Luzerner Spitäler ihre Lebensmittelverschwendung innerhalb eines Jahres von knapp 25 Tonnen pro Monat auf 16 Tonnen reduzieren – das bedeutet 35 Prozent weniger Verschwendung.
WEITERE IDEEN.
Das Trinity College in Dublin hat eine grosse Datenbank mit über 4000 Projekten gegen Lebensmittelverschwendung zusammengestellt. www.tcd.ie
Essen &Trinken
Das blaue Wunder erleben
ALS KLEINES BLAUES WUNDER WERDEN HEIDELBEEREN GERNE BEZEICHNET.
WEIL SIE SUPER SCHMECKEN UND HEILKRAFT IN IHNEN STECKT.
JETZT SIND SIE WIEDER REIF.
Text: VERA SOHMER
IN DIE HEIDELBEEREN GEHEN» – das kennen viele von früher. Während die Eltern mit Ernst bei der mühsamen Pflückarbeit waren, konnten die Kinder das Naschen nicht lassen – bis Zähne und Zunge ganz blau eingefärbt waren.
Heute liegt Beerensammeln wieder im Trend. Wenn auch in etwas anderer Form und mit garantiertem Ernte-Ertrag: Auf immer mehr Bauernhöfen gibt es Plantagen zum Selberpflücken (www.selberpfluecken.ch). Hingehen lohnt sich, versprechen die Landwirte. Frischer sind die Beeren schliesslich nicht zu haben. Es lassen sich zudem jene Exemplare aussuchen, die einem am besten gefallen. Und günstiger als im Laden sind sie erst noch.
Zu den Anbietern gehört der Eulenhof im aargauischen Möhlin. Er hat unter anderem Bio-Heidelbeeren zum Selberpflücken im Sortiment. «Die Idee findet von Jahr zu Jahr mehr Anklang», sagt Navrina Bläuer, die für die Anbauflächen verantwortlich ist. Direktvermarktung, betont sie, sei dem Eulenhof wichtig, das Heidelbeeren-Feld passe ins Konzept. «Konsumenten sehen, wie und wo ihre Lebensmittel gedeihen, lernen die Produzenten kennen – und sparen sich den Umweg über den Grosshandel.»
Gezüchtet oder wild
Die angebauten Heidelbeeren stammen nicht etwa von den in Europa und Asien vorkommenden Wildheidelbeeren ab. Die kultivierten Sorten kommen ursprünglich aus Nordamerika, wo sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts gezüchtet wurden und bis heute angebaut werden. 20 bis 30 Hauptsorten gibt es praktisch weltweit. «Bluecrop», Elizabeth» und «Patriot» gehören dazu, zu bekommen sind sie auch in Läden und auf Märkten. Verkauft werden sie oft unter der Bezeichnung
Heidelbeeren: Was drinsteckt
Beere mit unschlagbarer Heilkraft, das Superfood schlechthin: Von Heidelbeeren ist meist im Superlativ die Rede. Entsprechend vollmundig werden sie angepriesen. Wer jeden Tag ein bis zwei Tassen davon isst, so lautet eine der Empfehlungen, dem können Zivilisationskrankheiten aller Art nichts anhaben. Tatsächlich? Heidelbeeren, das steht fest, enthalten viel Wasser und wenig Kalorien. Und sie sind reich an Anthocyanen. Diese wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffe sorgen für das typische blaubeerblau; und sie sollen unter anderem Zellschäden vorbeugen. Ob dem tatsächlich so ist, konnte noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Zellschützende Wirkung sollen auch die in den Beeren enthaltenen
Vitamine C und E haben, während das Provitamin A für den Sehprozess wichtig ist. Bedeutend ist zudem der Gehalt an Gerbstoffen. Diese stillen Wunden und Entzündungen und wirken leicht antibakteriell sowie leicht schmerzlindernd. Wilde Heidelbeeren werden traditionell gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum und gegen Durchfall angewendet. Dies meistens in getrockneter Form. Frische Beeren hingegen wirken leicht abführend.
Der Konsumtippcleverevon BIOVISION
Je näher, desto besser
Im Sommer ist «regional und saisonal» mehr als ein Schlagwort. Die einheimische Obst- und Gemüseauswahl ist üppig und saisongerechtes Einkaufen fällt nicht schwer. Wer trotzdem unsicher ist, wirft am besten einen Blick in unsere Saisontabelle: www.clever-konsumieren.ch/ saison.
Gemüse oder Früchte, die ausserhalb der Saison gekauft werden, wurden über weite Strecken transportiert oder stammen aus beheizten Gewächshäusern. Beides verursacht Treibhausgase, die den Klimawandel weiter anheizen. Vor allem Flugtransporte sollten vermieden werden, weil die Belastung verglichen mit einem Schiffstransport um den Faktor 25 grösser ist. Deshalb stecken in diesen Produkten deutlich höhere Umweltbelastungen als in saisonalen und regionalen Lebensmitteln.
Wer nicht nur saisonal und regional einkauft, sondern auch Bio-Produkte bevorzugt, leistet zusätzlich einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. Bio-Bauern fördern durch vielfältige Kulturen, den konsequenten Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und eine strikt biologische Düngung die Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Ein Einkauf auf dem Wochenmarkt oder beim nächsten Bio-Hofladen lohnt sich also gleich mehrfach.
Weitere Informationen unter www.clever-konsumieren.ch
«Blaubeeren». Diese haben zwar die typische blaue Schale, ihr Fruchtfleisch ist aber hell. Sie können so gross wie Kirschen werden, sind erfrischend und leicht säuerlich, aber nicht so intensiv im Geschmack wie die kleinen wilden Beeren.
Wer letztere bevorzugt: Zu finden sind sie in der Schweiz in Laub- und Nadelwäldern sowie auf Bergheiden. Wildheidelbeeren gedeihen an kleinen, buschigen Sträuchern und werden gerade einmal erbsengross. In reifem Zustand ist ihre Oberfläche mit einem weiss-gräulichen Schimmer überzogen. Die Kleinen haben es in sich: Sie sind auch innen schwarzblau gefärbt, gelten als überaus gesund und werden sogar als Heilmittel genutzt (siehe Box).
Richtig sammeln
Falsch machen lässt sich beim Sammeln kaum etwas, nur drei Dinge sind wichtig:
• Ein Heidelbeerkamm, vielerorts «Riffel» genannt, macht die Ernte zwar bequemer, für die Pflanze ist es aber schonender, die Beeren einzeln zu pflücken.
• Die Heidelbeere sieht der Rauschbeere zum Verwechseln ähnlich, es gibt aber ein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal: Das Fruchtfleisch der Rauschbeere ist milchigweiss. Giftig ist sie zwar nicht, sie kann aber von einem Pilz befallen sein, der Schwindel und Übelkeit auslöst.
• Die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Fuchsbandwurm anzustecken, ist gering. Vorsichtshalber kann man die Beeren vor dem Verzehr abwaschen.
Egal, ob wild oder kultiviert: Heidelbeeren schmecken immer gut. Am allerbesten solo und direkt vom Strauch, findet Lavrina Bläuer. Sie lassen sich aber auch unters Müesli, in Joghurt oder Quark mischen oder – zusammen mit anderen Früchten – zum Smoothie mixen. Kreative Köche machen daraus ein pikantes Pesto, einen Risotto oder mischen etwas davon unter den Linsensalat. Und während Klassiker wie Kuchen, Konfi und Kompott sowieso gesetzt sind, lässt sich die aus Schweden stammende Blaubeersuppe leicht ins Repertoire einbauen: Die Beeren einfach in wenig Wasser und Zucker aufkochen und mit Zimt würzen. Schmeckt warm oder kalt. ◆
«Das kaufe ich bei VELOPLUS, weil dann auch Lenker und Sattel optimal für meine Mexiko-Tour eingestellt sind.»
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Quinoa-Maca-Porridge mit erfrischender Blaubeer- RandenCreme und Minze
für 2–3 Portionen
Porridge
400 ml Wasser
1 Prise Himalajasalz
200 g Quinoa
250 ml Mandelmilch
2 T L Macapulver
1 gehäufter E L Cashewmus
2 T L Vanillepaste
1½–2 EL Ahornsirup oder Honig
1 Prise Himalajasalz
2–3 T L Hanfsamen (für eine Extraportion Omega-3), nach Bedarf
Creme
150 g Randen (Rote Bete), gekocht
200 g Blaubeeren, gefroren
100 ml Wasser
3 Medjool-Datteln
1 Prise Zimt, gemahlen
½ TL Vanillepaste
Toppings
Blaubeeren, frisch oder gefroren, leicht angetaut frische Minzeblätter geröstete Cashews, klein gehackt, und/oder Cashewmus etwas Mandelmilch zusätzlich
Zubereitung
1 Das Wasser mit dem Salz in einem weiten Topf zum Kochen bringen. Das Quinoa gut waschen, in das kochende Wasser geben, 4 Minuten kochen lassen, dann die Hitze stark reduzieren und zugedeckt etwa 10–15 Minuten quellen lassen.
2 Inzwischen für die Creme die Randen (Rote Bete) schälen und zusammen mit den gefrorenen Blaubeeren, Wasser, Datteln, Zimt und Vanille in einem leistungsstarken Mixer fein und glatt mixen.
3 Die Mandelmilch mit allen weiteren Zutaten bis einschliesslich Hanfsamen glatt mixen, zum aufgequollenen Quinoa geben, im Topf noch ein paar Minuten auf niedriger Stufe cremig rühren, dann in Schalen anrichten.
4 Etwas der kalten Blaubeer-Randen-Creme auf das Porridge geben. Mit Blaubeeren, Minzeblättern und gerösteten Cashews und/oder 1 TL Cashewmus garnieren. Wenig Mandelmilch um das Porridge träufeln und geniessen.
Cremiges Black-Rice-Porridge mit heissen Blaubeeren und gerösteten Kokoschips
für 2 Portionen
Porridge
140 g schwarzer Reis
350 ml Wasser
½ T L Himalajasalz
250 ml Kokosmilch
3–5 T L Kokosblütenzucker
1 T L Vanillepaste
Blaubeeren
200 g Blaubeeren, gefroren
2 E L Wasser
2–3 T L Kokosblütenzucker
¼ T L Zimt, gemahlen
½ T L Vanillepaste
50 g Blaubeeren, gefroren, leicht angetaut
2 Handvoll Kokoschips, ungesüsst
Zubereitung
1 Den Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. Je nach Dicke die Kokoschips 7–10 Minuten goldbraun rösten, aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.
2 Den Reis gut waschen, in einen weiten Topf geben, Wasser und Salz hinzufügen, aufkochen, dann auf mittlerer Stufe zugedeckt 35 Minuten garen.
3 Die Blaubeeren zusammen mit allen weiteren Zutaten in einem Topf aufkochen, die Hitze stark reduzieren und 5–7 Minuten sanft köcheln lassen. Auf tiefer Stufe warm halten.
4 Für den Reis die Kokosmilch mit Kokosblütenzucker und Vanillepaste vermischen, vier Fünftel davon zum gekochten Reis geben, noch einmal aufkochen und auf mittlerer Stufe 2–3 Minuten köcheln lassen (je nach gewünschter Konsistenz etwas länger kochen lassen). Gut umrühren und in Schalen füllen.
5 Mit den zusätzlichen Blaubeeren und den gerösteten Kokoschips garnieren, die restliche Kokosmilch darüberträufeln und sofort servieren.
+ Buchtipp
Nadia Damaso «Eat better not less, around the world. Rezepte inspiriert von Aromen, Farben und Gewürzen aus aller Welt», AT-Verlag 2017, Fr. 36.90.
It’s tea time
Ein erfrischender Kräutereistee ist schnell gemacht. Besonders simpel sind Kaltauszüge. Dazu einfach frisch gepflückte Kräuter in kaltes Wasser legen, z. B. Melisse, Minze oder Malve, und nach Belieben mit frischer Zitrone oder Honig verfeinern. Das ist ein feiner Durstlöscher. Und gesund obendrein. Denn Kräutertees fördern das Wohlbefinden und unterstützen die Heilung. Für fast jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen, sei es gegen Halsweh, Schlaflosigkeit, Fieber, Nierenleiden oder Bauchschmerzen. Die meisten Teekräuter wie Frauenmantel, Kamille, Löwenzahn und Dutzende andere Gewächse gedeihen im Garten, auf der Wiese, am Wegrand oder im Wald. Idealerweise verwendet man frische Kräuter, da beim Trocknen Wirkstoffe verloren gehen. Getrocknet werden Kräuter nur, um einen Vorrat für die Zeit anzulegen, in der es keine frischen Kräuter gibt. Verwenden Sie also für Tees ( und in der Küche ) wenn immer möglich frische Pflanzen. Jetzt im Sommer ist das ( kostenlose ) Angebot besonders gross.
In der Regel überbrüht man ca. 2 TL frische Kräuter mit 200 ml kochendem Wasser und lässt das Ganze zugedeckt ( damit die ätherischen Öle nicht verdampfen ) drei bis zehn Minuten ziehen. Wurzeln, Stängel und Rinde müssen meist gut zehn Minuten gekocht werden, um die gewünschten Wirkstoffe freizugeben. Heilkräutertees sollte man in der Regel nicht in grossen Mengen über mehrere Monate trinken, da unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können. Deshalb sollte man immer mal wieder andere Tees trinken.
Wichtig: Nur jene Pflanzen sammeln, die man sicher bestimmen kann. Bücher und Apps helfen dabei. Das Zweitwichtigste ist, dass der Tee schmeckt – dann entwickelt er auch seine gesundheitsfördernde Wirkung. Tees wirken feinstofflich und erfreuen Körper, Seele und Geist. Neben der Bewegung an der frischen Luft beim Sammeln ist auch das Gefühl wichtig, selbst etwas für seine Gesundheit tun zu können – das regt die Selbstheilungskräfte am allerbesten an. Andreas Krebs ◆
Teemischungen
Frauentee
10 g Scharfgarbenkraut
10 g Gänsefingerkraut
10 g Frauenmantelkraut
10 g Kamillenblüten und / oder Melissenblätter
Erfrischungstee / Eistee
10 g Pfefferminzblätter
20 g Zitronenmelissenblätter
• Einige Scheiben Ingwer mit überbrühen und ziehen lassen. Auf Eiswürfel geben und abkühlen lassen; frischen Zitronensaft dazugeben, dann kalt stellen.
• Zum Süssen Honig nach Belieben verwenden. Stattdessen kann man auch Jiaogulan ( « Kraut der Unsterblichkeit » ) mit überbrühen.
Sammelkalender
IN DEN MONATEN JULI UND AUGUST KANN MAN UNTER ANDEREM FOLGENDE HEILPFLANZEN ERNTEN:
Die weissen Flecken sind nicht etwa Pilzbefall, sondern die Eier, die das Weibchen des seltenen Kleinen Moorbläulings an den Knospen des LungenEnzians ablegt. Die ausschlüpfenden Raupen fressen sich zunächst ins Innere der Blüten und lassen sich dann von Roten Ameisen adoptieren.
Strategie-Genie
MIT SEXUALLOCKSTOFFEN LOCKT SEINE RAUPE
ROTE AMEISEN AN, DIE SIE ADOPTIEREN UND DURCH DEN WINTER FÜTTERN. IM SOMMER SCHLÜPFT ER AUS DEM AMEISENHAUFEN: DER KLEINE MOORBLÄULING.
Text: HANS-PETER NEUKOM
Der Pfannenstiel ist ein populäres Naherholungsgebiet im Kanton Zürich, ein Bergrücken zwischen Meilen und Egg. Ein Wanderparadies. Die höchste Erhebung misst 853 m ü. M. Weiter unten gaukeln Sommervögel über blumenreiche Hänge. In den Flachmooren und Riedflächen lebt eine bedeutende aber gefährdete Population des Kleinen Moorbläulings, auch bekannt als Lungenenzian-Ameisenbläuling (Phengaris alcon). Auf der Roten Liste bedrohter Arten der Schweiz ist er als «stark gefährdet» eingestuft. «Auf mehreren Riedwiesen am Pfannenstiel am Zürichsee lebt eine landesweit bedeutende Population des auch als Lungenenzian-Ameisenbläuling bekannten Flachmoorspezialisten», sagt ETH-Biologe Christian Wiskemann vom Naturnetz Pfannenstil. Laut einem Artenschutzprojekt des Kantons Zürich kommen auf Teilflächen der Gemeinden Küsnacht, Herrliberg und Meilen rund 200 Falter des Kleinen Moorbläulings vor. Dieser vom Aussterben bedrohte Schmetterling habe im Kanton Zürich einen Verbreitungsschwerpunkt, betont Wiskemann. «Deshalb hat der Kanton eine grosse Verantwortung für den Schutz und Erhalt der Art.»
Anspruchsvoll und gerissen
Wieso der Tagfalter inzwischen selten geworden ist, hat seinen Grund in den speziellen Ansprüchen an seine Lebensräume und seiner verblüffenden Lebensweise. Für seine Fortpflanzung benötigt er nämlich zwingend Blüten des Schwalbenwurz-, Lungen- oder Deutschen Enzians sowie Ried-Knotenameisen. Und das geht so: Das Weibchen des Kleinen Moorbläulings legt seine Eier einzeln auf die Enzianblütenknospen, sodass sie deutlich sichtbar sind und auf den ersten Blick den Anschein eines Pilzbefalls erwecken. Nach gut zwei Wochen schlüpfen die Raupen und fressen sich in den Fruchtstand der Wirtspflanze. Nach weiteren drei bis vier Wochen fressen sie sich einen Weg nach draussen und fallen auf den Boden. Dort verströmen sie einen Sexuallockstoff, der Ried-Knotenameisen anlockt; die Arbeiterinnen dieser «Roten Ameisen» tragen die Raupen in ihr Nest, wo diese von den Ameisen über den Winter sogar bevorzugt gefüttert werden. Im Frühling verpuppen sich die Raupen in der Nähe der Erdoberfläche, in den sogenannten «Solarien» des Ameisennests. Im Sommer schlüpfen dann die Schmetterlinge.
Naturnetz bringt Erfolg
Im Jahre 1998 wurde das Projekt Naturnetz Pfannenstil (NNP) von der Zürcher Planungsgruppe Pfannenstil ins Leben gerufen. Es soll helfen, das Naturschutz-Gesamtkonzept des
Kantons Zürich und die ökologische Vernetzung laut regionalem Richtplan umzusetzen. Bauern und Förster der Region arbeiten auf freiwilliger Basis mit dem Netz zusammen. Seit einigen Jahren setzt sich das NNP zusammen mit dem «Verein Schmetterlingsförderung im Kanton Zürich» für den seltenen und bedrohten Tagfalter am Pfannenstiel ein.
So wurde in verschiedenen Riedwiesen der für die Hauptnahrungsquelle und die Eiablage wichtige und im Mittelland seltene Lungen-Enzian angesiedelt. «Unsere Erfolgskontrollen auf den bepflanzten Flächen zeigen, dass der Kleine Moorbläuling die Blüten gerne zur Eiablage nutzt», sagt Christian Wiskemann. Auch die ökologische Renaturierung mit dem Flachmoor in der «Guldenen», Gemeinde Maur, zeige, dass eine der Zielvorgaben des Projekts «Vorkommen Lungen-Enzian» erreicht wurde. Und so können Wanderer auf dem Pfannenstil dem listigen Gaukler wieder öfters begegnen. ◆
Schmetterlinge vor der Haustüre
Mit einer schmetterlingsfreundlichen Bepflanzung können im eigenen Garten oder auf dem Balkon vermehrt Schmetterlinge beobachtet und gefördert werden. Wie, das zeigt folgendes praxisnahe und mit viel Hintergrundwissen verfasste Merkblatt der Pro Natura: «Schmetterlinge im Garten kennen und fördern», Merkblatt 20, Art.-Nr. 4256.
« Wenn man ganze Tage im Freien verbringen kann, fühlt man sich noch enger mit der Natur verbunden. »
Leben al fresco
Im Sommer verliert Remo Vetter öfter mal das Ziel aus den Augen. Und das ist gut so. Denn das Leben unter freiem Himmel tut der Seele gut.
Text: REMO VETTER
DIE WÄRMSTEN Wochen des Jahres erwarten uns. Nichts hält uns mehr drinnen. Es ist definitiv Zeit, sich so viel wie möglich im Freien aufzuhalten. Freunde und Bekannte wissen, dass sie uns nun kaum noch im Haus antreffen, da wir den Garten bis zur Dunkelheit geniessen. Wir leben nach Möglichkeit «al fresco», also unter freiem Himmel, solange es das Wetter zulässt. Für uns ist diese Jahreszeit eine der schönsten – das «DraussenLebenGefühl» ist kaum zu überbieten. Wenn man ganze Tage im Freien verbringen kann, fühlt man sich noch enger mit der Natur verbunden. In diesen Momenten bekommen wir wieder das Gefühl dafür, wie wenig es doch braucht, um glücklich zu sein. Was gibt es Schöneres, als laue Sommerabende mit Freunden zu geniessen und sich nach Lust und Laune mit den reichen Gaben des Gartens zu verköstigen? Was für ein Genuss und Luxus das doch ist!
Sommergarten für die Sinne
Im Sommer an einem schattigen Bäumchen vorbeizugehen, ein buntes Blumenbeet zu betrachten, Gräser, die sich im lauen Wind bewegen, Vogelgezwitscher im einheimischen Gehölz – das sind Erlebnisse, die unser Herz berühren. Dass der sommerliche Garten die Sinne anregt, kann vor allem bei Kindern und älteren Menschen beobachtet werden: Instinktiv greifen Hände zu Früchten und Blättern, schnuppern Nasen an Blüten. Der sommerliche Garten fördert auch die Fantasie. Und er kann jeden Tag neu entdeckt werden. Manchmal kommt es vor, dass ich mein Ziel aus den Augen verliere, weil mich eine Pflanze, eine Hummel oder ein Schmetterling so sehr in den Bann zieht.
Regelmässig ernten
Praktisch alles, was wir zeitig im Frühjahr ausgesät und ausgepflanzt haben, ist jetzt und in den folgenden Wochen erntereif. Wir bringen jeden Abend einen Korb voll aromatischer Tomaten, Zwiebeln, Salate, Auberginen, Artischocken und herrlich duftenden Kräutersträussen in die Küche.
Regelmässiges Ernten erhöht bei vielen Pflanzen, wie Gurken und Zucchini, den Ertrag, da die Pflanze ihre Kraft in die jüngeren Früchte stecken kann. Zucchini schmecken am besten, wenn die Früchte nicht länger als 15 Zentimeter sind. Bei grösseren Exemplaren wird das Fruchtfleisch schnell
holzig und schmeckt nicht mehr so gut. Ohnehin schmecken kleine und jung geerntete Exemplare, etwa von Karotten, Kohlrabi, Kefen, Broccoli, Lattich, Ruccola und vielen anderen, am besten.
Der sommerliche Garten ist von den kräftigen Farben, Formen und Düften einjähriger Blumen und Kräuter erfüllt. Die meisten Pflanzen haben essbare Blüten, Blätter und Samen. Kapuzinerkresse beispielsweise wächst problemlos in jedem Garten. Die pfeffrig scharfen Blätter enthalten Vitamin C, und die leuchtenden Blüten verzieren jeden Salat und geben ihm das gewisse Etwas. Die Samen können auch als «falsche Kapern» verwendet werden (siehe Box auf Seite 44).
Richtig giessen Wichtig ist, dass wir auch im Sommer die Routinearbeiten nicht vernachlässigen. Das heisst: immer wieder jäten, um den Boden unkrautfrei zu halten, giessen und stets die Schädlingssituation im Auge behalten. Bei uns im Appenzellerland fällt relativ häufig Regen, sodass wir kaum wässern müssen. Doch das ist nicht überall so. Zu einer der wichtigsten Aufgaben an warmen Sommertagen gehört deshalb das Wässern der Pflanzen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man frühmorgens giessen sollte, denn am Mittag verdunstet das Wasser schnell und Wassertropfen können zu Verbrennungen an den Blättern führen, da sie wie ein Brennglas wirken. Zudem haben wir festgestellt, dass wir weniger Schneckenbefall haben, wenn wir am Morgen wässern. Die Pflanzen haben so den Tag über Gelegenheit, abzutrocknen, bevor nach Sonnenuntergang die gefrässigen Plagegeister auftauchen und von der Feuchtigkeit zusätzlich angezogen werden. Wer am Abend wässert, läuft Gefahr, dass sich die Schnecken nachts hemmungslos über die feuchten Pflanzen hermachen. Jungpflanzen müssen häufiger gegossen werden, da sie noch nicht so starke Wurzeln ausgebildet haben. Prinzipiell sollte man nur die Erde um die Pflanzen herum giessen und nicht die ganze Pflanze mit Wasser benetzen – denn dann breiten sich auf den Blättern schnell Pilzerkrankungen aus.
Für den faulen Gärtner, der nicht stundenlang mit dem Gartenschlauch oder der Giesskanne Zeit im Garten verbringen will, gibt es im Fachhandel sogenannte Tropfschläuche, die auf den Beeten belassen wer
den und zum Beispiel mittels Zeituhr und Feuchtigkeitsmesser aktiviert werden können.
Bei WochenendAbsenzen oder während der Ferien stecken wir mit Wasser gefüllte Glasflaschen in die mit Kräutern, Minigemüsen und Geranien bepflanzten Balkonkästen und Kübel. So trocknen die Pflanzen während unserer Abwesenheit nicht aus, denn die Flaschen geben die Feuchtigkeit langsam an die Erde ab. Mit diesem Trick kann man die geliebten Pflanzen auf dem Balkon oder im Garten gerne einmal auch bei grosser Hitze für ein paar Tage vergessen.
Um längere Trockenzeiten zu überbrücken, sammeln viele Gärtner Regenwasser, was sehr sinnvoll ist. Für die Gartenbewässerung brauchen wir nämlich keine Trinkwasserqualität. Das ist reiner Luxus. Durch die Regenwassernutzung schonen wir nicht nur die Grundwasservorräte, sondern reduzieren gleichzeitig den Energieaufwand für
gestaltete im Auftrag bekannter Firmen Gärten in der Schweiz, in England und Irland und ist seit 2018 freischaffend als Gartengestalter, Referent und Buchautor unterwegs. Naturzusammenhänge, Nachhaltigkeit, Entschleunigung und Sinnfindung sind die zentralen Themen seiner zahlreichen Publikationen, Vorträge, Radio- und Fernsehauftritte im In- und Ausland.
Remo Vetter
Rezept Kapuzinerkresse-Kapern
2 Handvoll Kapuzinerkresse-Samen
120 ml Wasser
70 ml weisser Balsamico-Essig
1 TL Salz
2 Lorbeerblätter
1 EL Pfefferkörner (zur späteren Zugabe)
Zubereitung
Die Samen in einem Sieb waschen, dann sämtliche Zutaten, ausser Pfefferkörner, in einen Topf geben und kurz aufkochen, dann 15 Minuten ziehen lassen. Lorbeerblätter entfernen.
Alles in saubere, sterilisierte Weckgläser abfüllen. Pfefferkörner dazugeben. Der Sud soll die Kapern vollständig bedecken. Gut verschlossen 3 bis 4 Wochen stehen lassen, ehe man die Kapern verwendet. Sie passen ideal zu Pizza und mediterranen Gerichten.
Gartenarbeiten in Kürze
NUTZGARTEN
• Garten- und Balkonpflanzen ausreichend giessen.
• Rettich für die Ernte im Herbst und Winter aussäen.
• Es sind noch Nachsaaten von Buschbohnen möglich, die etwa acht Wochen später geerntet werden können.
• Wenn wir bis in den Herbst hinein frische Kräuter haben möchten, müssen wir regelmässig nachsäen.
• Rote Beete, Radieschen, Rettich, Spinat und Speiserüben aussäen.
• Bis Ende Juli kann Zuckerhut, Stiel- und Blattmangold ausgesät werden.
• Herbst- und Wintersalat, Erbsen, Fenchel und Chinakohl aussäen.
• Winterlauch wird ab Ende Juli ausgesät.
die Trinkwasseraufbereitung, entlasten Kläranlagen und Kanalnetze. Gleichzeitig entlasten wir so unser Haushaltsbudget.
Unkraut, Kompost, Läuse
Im Sommer hat man oft den Eindruck, dass das Unkraut schneller wächst als das Gemüse. Daher kratzen wir die Beete vorbeugend mit der Pendelhacke; so hat das Unkraut keine Chance zum Keimen. Das ist allemal einfacher, als aufgekeimtes Unkraut zu beseitigen.
Obst und Gemüse brauchen jetzt, in der Wachstumsphase und kurz vor der Ernte, sehr viele Nährstoffe aus dem Boden, damit sie einen reichen Ertrag bringen. Darum müssen wir den Boden gut mit Nährstoffen versorgen und vor Auslaugung schützen. Nachdem wir im Frühjahr die Gartenbeete bereits mit einer leichten Kompostgabe versehen haben, geben wir unseren Pflanzen im Laufe der Wachstumsperiode im Sommer nochmals eine leichte Kompostgabe. Grundsätzlich decken etwa 2 bis 4 Liter Kompost pro Quadratmeter und die Zugabe eines ergänzenden biologischen Stickstoffdüngers den Nährstoffbedarf für ein Kulturjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Starkzehrer wie Kohl, Tomaten, Kürbisse und Zucchini mehr Nährstoffe brauchen, als Schwachzehrer wie Salate und Kräuter.
• Bis Mitte Juli können wir noch Endivien direkt ins Freiland säen.
• Den ganzen Juli über kann Radicchio direkt ins Beet gesetzt werden.
ZIERGARTEN
• Damit Pfingstrosen in der nächsten Gartensaison wieder prachtvoll blühen, werden sie nach der Blütezeit mit Kompost und gut verrottetem Mist gedüngt.
• Die verblühten Reste an den Rhododendren vorsichtig ausbrechen und die Sträucher mit biologischem Rhododendrondünger versorgen.
Unkraut, Schädlinge und Wildtiere müssen wir jetzt besonders im Auge behalten. Neben Vögeln betrachten auch Schnecken, Blattläuse, Erdflöhe, Nachtfalter, Marder, Füchse und weitere Eindringlinge unsere Jungpflanzen gerne als Festschmaus. Morgens und abends machen wir einen Gartenrundgang, um die Beete nach diesen im Garten unliebsamen Gesellen abzusuchen. Über die Jahre haben wir festgestellt, dass unsere selbst gezogenen Jungpflanzen gegenüber den zugekauften schädlingsresistenter und robuster sind.
• Rosen mit organischem Rosendünger düngen.
• Im Frühling frisch gepflanzte Bodendecker und Polsterpflanzen zurückschneiden. Die Triebe verzweigen sich dann besser und bilden schneller einen dichten Teppich, durch den das Unkraut kaum noch hindurchkommt.
• Rasen wässern und neuen Rasen aussäen.
• Rasenschnitt laufend richtig kompostieren. Da der Rasen jetzt häufig gemäht wird, fallen grössere Schnittmengen an, die oft einen unangenehmen Silageduft verströmen. Wir mischen das Schnittgut daher mit Ästen und Zweigen, die wir zuvor mit dem Häcksler zerkleinert haben und nutzen das gut vermischte Material, um neue Hügel- und Hochbeete anzulegen.
• Narzissen teilen und neu pflanzen.
• Duftwicken für die Vase schneiden.
• Iris pflanzen.
• Kletterpflanzen wie Clematis und Blauregen durch Ableger vermehren.
• Gartenteich pflegen, Algen abfischen.
• Bambusstäbe als Staudenstützen ernten, falls man Bambus im Garten hat.
• Gladiolen, Dahlien und andere sommerblühende Zwiebel- und Knollenpflanzen mit einem mineralischen Volldünger düngen.
• Stockrosen säen, damit die neuen Pflanzen im nächsten Jahr blühen.
Unter unseren Obstbäumen pflanzen wir Lavendel, Kapuzinerkresse und Knoblauch. Das hält die Läuse fern. Sollte an feuchtheissen Sommertagen doch einmal eine Läuseplage auftreten, stellen wir mit Holzwolle gefüllte, umgestülpte Tontöpfe auf. Sie bieten einen idealen Unterschlupf für Ohrwürmer. Diese unermüdlichen Helfer sind neben den Marienkäfern wahre Weltmeister im Läusefressen. Fenchel, Dill und Koriander wiederum locken Schwebefliegen und Schlupfwespen an, die Kohlweisslingen und Blattläusen den Garaus machen. ◆
Natur & Garten Remo
Himmlisches Spektakel
AM 27. JULI KÖNNEN WIR DIE LÄNGSTE MONDFINSTERNIS DES JAHRHUNDERTS BEOBACHTEN. DABEI WIRD DER VOLLMOND EINE STUNDE UND 43 MINUTEN LANG BLUTROT AM HIMMEL ERSCHEINEN. FRÜHER GALT DAS ALS UNHEILVOLLES ZEICHEN. HEUTE KÖNNEN WIR DAS HIMMELSSPEKTAKEL GENIESSEN.
TEXT: ANDREAS WALKER
Das Phänomen machte den Menschen Angst, galt es doch als schlechtes Vorzeichen.
Häufigkeit und Dauer von Finsternissen
PRO JAHRTAUSEND treten im Durchschnitt 1543 Mondfinsternisse ( 716 totale und 827 partielle ) und 2375 Sonnenfinsternisse ( 659 totale, 773 ringförmige, 838 partielle und 105 ringförmig-totale ) auf. Von einem festen Punkt auf der Erde sind Mondfinsternisse jedoch wesentlich häufiger zu beobachten als Sonnenfinsternisse, obwohl erstere über einen gewissen Zeitraum hinweg seltener auftreten. Konkret bedeutet das: An einem bestimmten Ort, etwa in Aarau, tritt eine Sonnenfinsternis im Durchschnitt etwa alle 375 Jahre auf, eine Mondfinsternis hingegen etwa alle 2 Jahre. Dies mag paradox erscheinen, wird aber verständlich, wenn man sich vor Augen führt, dass jede Mondfinsternis immer auf der
gesamten Nachtseite der Erde sichtbar ist, während eine Sonnenfinsternis in ihrer totalen Phase nur gerade in einem maximal 273 Kilometer breiten Band beobachtet werden kann. So war die letzte totale Sonnenfinsternis in der Schweiz am 11. Mai 1724 zu sehen, die nächste wird erst am 3. September 2081 zu beobachten sein. Insgesamt aber treten Sonnenfinsternisse häufiger auf als Mondfinsternisse. Der Grund liegt in der Geometrie: Es ist wahrscheinlicher, dass der kleine Mondkernschatten die Erdkugel trifft, als dass der Vollmond den Kernschatten der Erde passiert. Die totale Phase einer Mondfinsternis kann im Maximum 1 Stunde und 47 Minuten lang dauern und tritt dann ein, wenn der Vollmond zentral durch den Kernschatten der Erde läuft. Die Mondfinsternis vom 27. Juli ist nur gerade vier Minuten kürzer als die längste mögliche Zeit. Die längste mögliche Dauer einer totalen Sonnenfinsternis kann 7 Minuten und 40 Sekunden betragen, und zwar am Äquator zur Mittagszeit, wenn der Mondkernschatten mit der langsamsten Geschwindigkeit von 1680 Kilometern pro Stunde über die Erdkugel gleitet. Bei solchen Bedingungen kann eine ringförmige Sonnenfinsternis, auch Feuerkranz-Sonnenfinsternis genannt, in ihrer längsten Phase 12 Minuten und 24 Sekunden dauern. Dabei übertrifft der scheinbare Durchmesser der Sonne den des Mondes, sodass der äussere Rand der Sonne bei der Finsternis sichtbar bleibt.
Am Freitag, 27. Juli um zirka 20.24 Uhr ist es so weit: Der Mond taucht ein in den Kernschatten der Erde – die partielle Mond nsternis beginnt. Bei uns ist dies allerdings noch nicht zu sehen, da der Mond erst um 20.58 Uhr aufgeht – rechtzeitig zur totalen Finsternis, die um 21.30 Uhr beginnt. Der Mond wird jedoch selbst in der Kernschattenzone nicht gänzlich ver nstert, da die Erdatmosphäre aufgrund ihrer Streuwirkung nur noch rotes Licht in den Kernschattenbereich passieren lässt. Dies verursacht die typische rötliche Farbe des Vollmondes während der totalen Ver nsterung. Da bei dieser Finsternis der Mond zentral durch den Erdschatten läuft, dürfte seine Farbe während der Mitte der Finsternis ( 22.22 Uhr ) ungewöhnlich dunkel erscheinen. Um 23.13 Uhr tritt der Mond wieder aus dem Kernschatten der Erde, womit die totale Finsternis endet; um 00.19 Uhr endet dann auch die partielle Finsternis. Für die Beobachtung wichtig ist eine freie Sicht in Richtung Osten und Süden mit niedrigem Horizont, damit der Mond nicht durch Berge oder Hügel verdeckt wird.
Während wir heute mit Neugierde und Bewunderung einer Mond nsternis beiwohnen, sahen dies die Völker in alten Zeiten ganz anders. Das Phänomen machte den Menschen Angst, galt es doch als schlechtes Vorzeichen. Man ging bei einem solchen Naturereignis davon aus, dass es einen Ein uss auf das Land, den König und das Volk haben würde. Deshalb war man bestrebt, durch entsprechende Vorhersagen ein mögliches Unglück abzuwenden.
Vom Himmel verschluckt
So galt eine Mond nsternis im Alten Ägypten als schlechtes Zeichen, da man glaubte, der Mond würde bei diesem Phänomen vom Himmel verschluckt werden. Deshalb stand eine totale Mond nsternis als mögliches Vorzeichen für Katastrophen, Krieg und Krankheiten. In den Vorstellungen der Ägypter trat das grösste vorstellbare Unglück ein, wenn der Himmel auf die Erde stürzen und dann Chaos herrschen würde. Daher war es das wichtigste Ziel, die bestehende Weltordnung zu sichern und zu bewahren. Da Mond nsternisse meistens nur in Verbindung mit negativen Ereignissen erwähnt wurden, sind sie sehr selten in altägyptischen Aufzeichnungen dokumentiert. Im alten China waren Astronomie und Meteorologie eine Geheimwissenschaft der Priesterkaiser. Der Kaiser bestimmte die vier Kardinalpunkte des Himmels und entschied über den Kalender. Zur Bewältigung dieser Aufgaben stand ihm ein «Amt für Astronomie» zur Seite, das als Institution zwei Jahrtausende überdauerte. Der Leiter dieser zentralen Behörde besass die Stellung eines Hofastronomen. Mit seinen Mitarbeitern musste er aus den Farben der fünf Wolkenarten und der Polarlichter das Eintreten von Fluten oder Dürren, von reichen Ernten oder Hungersnöten vorhersagen. Ausserdem hatte er aus der Beobachtung der zwölf Winde auf den Zustand der Harmonie oder Disharmonie zwischen Erde und Himmel zu schliessen. Das Ergebnis war dem Kaiser mitzuteilen, damit am kaiserlichen Hof entsprechende Mass-
nahmen in die Wege geleitet werden konnten. Der kaiserliche Meteorologe schliesslich, der hauptsächlich mit meteorologischen Beobachtungen sowie den Vorhersagen von Sonnen- und Mond nsternissen betraut war, hatte die zehn Arten der Halos – der farbigen Ringerscheinungen um Sonne oder Mond – sowie weitere optische Phänomene in der Natur zu beobachten. Daraus musste er Gutes oder Schlechtes für die Zukunft ableiten und es der Öffentlichkeit mitteilen. Irrtümer bei astronomischen Berechnungen konnten für den Betreffenden ganz üble Folgen haben: Besonders bei Fehlern in der Vorhersage von Sonnen- und Mond nsternissen musste der dafür zuständige Astronom mit der Todesstrafe rechnen.
Der Mond schreibt Geschichte
In Texten aus der griechischen und römischen Antike gibt es einzelne Hinweise auf Mond nsternisse, meist im Zusammenhang mit historischen Geschehnissen. Besonders interessant ist eine Geschichte, die sich im Jahr 413 v. Chr. zugetragen haben soll. Damals griffen die Athener mit einer Flotte das verfeindete Syrakus auf Sizilien an. Da sie die Stadt nicht erobern konnten, wollten die Athener sich zurückziehen. Doch weil am Abend vor der geplanten Abfahrt gerade eine Mond nsternis auftrat, deuteten sie das Ereignis als schlechtes Omen für die anstehende Reise. Deshalb haben sie den Rückzug um einen Monat verschoben, wodurch die Bewohner von Syrakus Zeit hatten, die gegnerische Flotte zu vernichten. Somit hatte sich das schlechte Omen bewahrheitet – allerdings anders, als die Sterndeuter es vorausgesagt hatten.
Sternschnuppenschauer –Perseiden
KURZ NACH der Mondfinsternis, im August, ist ein weiteres Himmelsspektakel zu beobachten: Die Perseiden, der ergiebigste Meteorstrom des Jahres, bescheren uns besonders viele Sternschnuppen. Der Höhepunkt wird in den Morgenstunden des 12. August erwartet; kein Mondlicht stört die Beobachtung, denn am 11. August ist Neumond. Als schönster und reichster Strom des Jahres bescheren uns die Perseiden im Maximum um die hundert Meteore pro Stunde. Wie der Name andeutet, scheinen diese Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus zu fallen.
Auch vor der für Alexander den Grossen siegreichen Schlacht von Arbela ( 20. / 21. September 331 v. Chr. ), vor dem Tod des Herodes ( im März, 4 v. Chr. ) und beim Tod des Kaisers Augustus ( 19. August, 14 n. Chr. ) sind Mond nsternisse aufgetreten, die man in einen entsprechenden Zusammenhang stellte. Und: Am 3. April 33 n. Chr. konnte in Jerusalem eine partielle Mond nsternis bei Mondaufgang beobachtet werden; aufgrund eines vagen Hinweises auf eine Mond nsternis in der Apostelgeschichte wird vermutet, dass Jesus an diesem 3. April 33 gekreuzigt wurde. Ebenfalls für diese These spricht, dass das Passa-Fest tatsächlich an jenem Wochenende stattgefunden hat.
Auch der 29. Mai 1453 ist ein Datum von welthistorischer Bedeutung: An diesem Tag eroberte die türkische Armee Konstantinopel. Eine Woche vorher hatte es eine partielle Mond nsternis gegeben, die von den Verteidigern der Stadt als schlechtes Omen gedeutet wurde. Sehr wahrscheinlich wäre die Stadt jedoch auch ohne Mond nsternis erobert worden . . .
In der heutigen Zeit müssen wir uns vor dem spektakulären Naturphänomen nicht mehr fürchten; wir können es geniessen – am Freitag, 27. Juli besonders lange. Die nächste totale Mondnsternis kann dann bei uns bereits am 21. Januar 2019 beobachtet werden. Allerdings dauert die Totalität dann nur 62 Minuten und man muss sehr früh aufstehen, da die Finsternis um 5.13 Uhr beginnt. ◆
Traumreisen im Herbst
Italien & Kroatien im Königsklasse-Luxusbus entdecken
Gardasee–Valpolicella
Abwechslungsreiche Rundfahrten Verona und Valpolicella Lagunenstadt Venedig (fak.)
Ihr Reiseprogramm
1. Tag: Schweiz–Gardasee. Fahrt via Mailand an den Gardasee. 2. Tag: Gardasee-Rundfahrt. Schifffahrt von Torri del Benaco nach Maderno. Unsere Fahrt führt uns entlang des Südufers weiter zu der 3,5 km in den See vorspringenden Halbinsel Sirmione mit der gleichnamigen, malerischen Ortschaft. Individuelle Mittagspause und Rückfahrt nach Garda.
3. Tag: Riva del Garda−Brenta Dolomiten−Trient.
Unsere Reise führt uns heute entlang des Gardasees nach Riva del Garda. Das historische Zentrum und der malerische Hafen verleihen dem Städtchen eine mediterrane Atmosphäre. Anschliessend geniessen wir eine Panoramafahrt zu den Brenta Dolomiten und gelangen nach Molveno, einem Sommerkurort am Ufer des gleichnamigen Sees. Zum Abschluss besuchen wir Trient wo uns eine Stadtführung erwartet.
4. Tag: Verona und Valpolicella. Fahrt nach Verona und Stadtführung. Weiterfahrt durch das Weinanbaugebiet des Valpolicella. Besichtigung und Degustation mit leckeren Häppchen in einer Weinkellerei.
5. Tag: Fak. Ausflug Venedig. Die Stadt der Gondeln, Kanäle und Brücken erwartet uns heute. Geführter Rundgang auf dem wir unter anderem den Piazza San Marco, den einzigartigen Markusplatz mit seiner gleichnamigen Kirche sowie den Dogenpalast und den Canale Grande sehen. Hier an der «Hauptstrasse» der Lagunenstadt befindet sich auch die bekannteste der 400 Brücken Venedigs: Die Rialto-Brücke aus dem 16. Jh., ein weiteres Wahrzeichen der Stadt.
6. Tag: Gardasee–Schweiz. Rückreise via den Reschenpass zu den Einsteigeorten.
·Ausflüge und Besichtigungen gemäss Programm (ausg. fak. Ausflug 5. Tag)
Pro Person Katalog-Preis* Sofort-Preis
6 Tage gem. Prog. 1105 995 Doppel zur Alleinbenutzung 150
Ihr Hotel
Wir wohnen fünf Nächte im guten Mittelklasshotel Poiano Resort T-UU U+ (off. Kat.****) an leicht erhöhter Lage mit Panoramasicht über Garda. Alle Zimmer verfügen über Bad oder Dusche/WC, Telefon, Sat.-TV, Minibar, Safe, Haartrockner und Klimaanlage.
Piemont und Cinque Terre
Das Piemont mit Langhe und Barolo Unesco-Welterbe Cinque Terre Fakultativ: Malerisches Camogli und Portofino
Ihr Reiseprogramm
1. Tag: Schweiz–Bra. Fahrt via Tessin in die Region von Vercelli, das Herz des grössten Reisanbaugebietes Europas. Risottoessen sowie Besichtigung einer Reisfabrik. Weiterfahrt nach Bra. 2. Tag: Bra, Ausflug Barolo, Burgen- und Weinland.
Rund um das Dorf Barolo gedeihen einige der edelsten Weine des Piemonts. Wir besuchen einen Winzer und degustieren einen der hier angebauten edlen Tropfen (inkl. Mittagsimbiss). Spezialitäten-Abendessen.
3. Tag: Bra, Ausflug Alba und Langhe.
Besuch von Alba. Danach Panoramafahrt nach Perletto und ländliches Mittagessen. Rundfahrt durch das Langhe-Weinanbaugebiet.
4. Tag: Bra–Genua–Sestri Levante. Auf einer geführten Besichtigung durch Genua sehen wir prunkvolle Paläste in den Strade Nuove aus dem 19. Jh. Nachmittags Weiterfahrt nach Sestri Levante, wo wir die nächsten drei Nächte logieren werden.
5. Tag: Sestri Levante, fak. Ausflug Camogli und Portofino. Freier Aufenthalt im Küstenort Camogli. Mit dem Schiff umrunden wir die Halbinsel von Portofino und machen einen Halt in der kleinen Bucht von San Fruttuoso. Danach erreichen wir Portofino.
6. Tag: Sestri Levante, Ausflug Cinque Terre.
Die Ortschaften der Cinque Terre kleben wie Schwalbennester an der Küste und sind nur durch schmale Strassen oder vom Wasser aus zu erreichen. Bootstour (wetterabhängig) und Bahnfahrt.
7. Tag: Sestri Levante–Schweiz. Rückfahrt via Locarno, Gotthard zu den Einsteigeorten.
– 5 x Halbpension, davon 2 x Abendessen in lokalem Restaurant (2. und 6. Tag)
– 1 x Frühstücksbuffet (5. Tag) – 2 x Mittagessen mit lokalen Spezialitäten (1. und 3. Tag) ·Ausflüge und Besichtigungen gem. Programm (ausg. fak. Ausflug 5. Tag) ·Deutschsprechende Lokalreiseleitung (6. Tag)
Pro Person Katalog-Preis* Sofort-Preis 7 Tage gem. Prog. 1495 1345 Einzelzimmerzuschlag 160 Reduktion Reise 4 und 5 – 50
Hinweis
Durchführung aller Schifffahrten gemäss Programm wetterabhängig. Alternativ werden Ausflüge mit Bus resp. Bahn durchgeführt.
Ihre Hotels
Wir wohnen je drei Nächte in den guten Mittelklasshotels Cavalieri in Bra T-UU U+ (off. Kat. ****) und Grande Albergo in Sestri Levante T-UU U+ (off. Kat. ****).
7 Tage ab Fr.
Höhepunkte Ihrer Reise
Höhepunkte Ihrer Reise
der besondere Genuss
Komfortable Fauteuils in 3er Bestuhlung Grosszügiger Sitzabstand von 90 cm Kleine Gruppen, max. 30 Personen Exklusiv bei Twerenbold Reisen
Istrische Halbinsel
Istrische Riviera und Adriatische Halbinsel
Opatija, das Nizza der Adria Fakultativ Brijuni-Inseln und Pula
Ihr Reiseprogramm
1. Tag: Schweiz–Istrien.
2. Tag: Istrische Riviera mit Porec und Rovinj.
In Poreč bewundern wir Baudenkmäler römischer, venezianischer und österreichischer Baumeister. Rovinj, die «italienischste Stadt Kroatiens», bietet zwei beeindruckende Hafenansichten sowie die längste Uferpromenade Istriens.
3. Tag: Bezauberndes Istrien und Motovun.
Panoramafahrt durch das bezaubernde, ursprüngliche Hinterland Istriens. Wir besichtigen das traumhaft gelegene Groznjan und Motovun, das schönste mittelalterliche Städtchen Istriens. Weindegustation unterwegs mit kleinem Imbiss.
4. Tag: Fakultativer Ausflug Brioni-Inseln–Pula.
Freier Tag am Meer oder fak. Ausflug in die Römerstadt Pula (Stadtrundgang). Mit dem Schiff erreichen wir die Inselwelt von Brioni und entdecken die reiche Pflanzen- und Tierwelt des Nationalparks.
5. Tag: Opatija-Riviera. Fahrt nach Opatija und Stadtführung. Weiterfahrt nach Moscenice, wo uns der Bürgermeister zu einer Ortsführung empfängt. Dazu gehören auch ein Besuch im istrischen Museum sowie eine Schnapsprobe.
·5 x Halbpension, davon 1 istrischer Abend mit lokalen Spezialitäten im Hotel (4. Tag)
·Ausflüge, Eintritte, Besichtigungen gemäss Programm (ausg. fak. Ausflug 4. Tag)
·Deutschsprechende Lokalreiseleitung (4. Tag fak.)
Pro Person Katalog-Preis* Sofort-Preis
6 Tage inkl. HP 940 845
Einzelzimmerzuschlag 75
Reduktion Reise 4 und 5 – 50
Ihr Hotel
Wir wohnen fünf Nächte im Erstklasshotel Sol Umag T-UUU U (off. Kat.****) direkt am Meer.
Traumküste Dalmatiens
Höhepunkte Ihrer Reise
Makarska, Plitvicer-Seen und Krka-Wasserfälle
Städteperlen Dubrovnik, Split, Trogir und Zadar
Fak. Bootsfahrt Makarska-Riviera
Ihr Reiseprogramm
1. Tag: Fahrt zu unserem Übernachtungsort Villach (*Spardaten in Kranjska Gora, Slowenien).
2. Tag: Wir besuchen das Städtchen Bled. Weiterreise über Ljubljana nach Slunj, wo wir zu Abend essen. Weiterfahrt in den Nationalpark Plitvice und Übernachtung.
3. Tag: Heute besichtigen wir den Nationalpark der Plitvicer-Seen. Nachmittags Weiterfahrt an die Makarska-Riviera, wo wir die nächsten drei Nächte wohnen werden.
4. Tag: Panoramafahrt nach Dubrovnik. Interessante Besichtigung und Zeit zur freien Verfügung.
5. Tag: Tag zur freien Verfügung oder Teilnahme an einer fakultativen Panoramafahrt mit dem Schiff der Küste entlang.
6. Tag: Wir verlassen die Makarska-Riviera und erreichen Split. Altstadtbummel und danach Weiterfahrt nach Trogir. Individuelle Mittagspause. Anschliessend fahren wir zu den Krka-Wasserfällen. Übernachtung in Vodice.
7. Tag: Weiterfahrt nach Zadar und Spaziergang durch die Stadt. Über Karlobag und Senj erreichen wir die Kvarner Bucht. Gemeinsamer Abendspaziergang und Abschiedsabendessen im Hotel.
8. Tag: Fahrt via Slowenien und Italien zurück zu den Einsteigeorten.
·Fahrt mit Königsklasse-Luxusbus – Spardatum mit Komfortklasse-Bus
·Unterkunft in guten Mittelklasshotels
·Mahlzeiten: 6 x Halbpension, davon 1 Essen im Restaurant (2. Tag) und 1 Abschiedsessen mit lokalen Spezialitäten im Hotel (7. Tag), 1 x Frühstücksbuffet (5. Tag)
·Ausflüge, Eintritte, Besichtigungen gemäss Programm (ausg. fak. Panorama-Bootsfahrt, 5. Tag) ·Deutschsprechende Lokalreiseleitung (3.-7. Tag, 5. Tag fak.)
Pro Person Katalog-Preis* Sofort-Preis 8 Tage gem. Prog. 1550 1395 Einzelzimmerzuschlag 215 Spardatum in Komfortklasse Reise 3 975 Reduktion Reise 4 – 70
Ihre Hotels
Gute Mittelklasshotels T-UU U+ (off. Kat. ***), davon drei Nächte an der Makarska-Riviera und je eine Nacht in Villach (Königsklasse) resp Kranjska Gora (Spardaten), Plitvice, Vodice und in der Kvarner Bucht.
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Einsteigeorte: Wil p, Burgdorf p, Winterthur, Basel, Pratteln p, Zürich-Flughafen p, Aarau, Baden-Rütihof p, Arth-Goldau (ausgen. Dalmatien, Gardasee nur Einstieg). Und wie immer bei allen Reisen: Audio-System auf Rundgängen, erfahrener Reisechauffeur. Nicht inbegriffen: Annullationsschutz und Assistance-Versicherung, Fakultative Ausflüge, Zimmer Meerseite/Seeseite (ausgen. Piemont). Auftragspauschale von Fr. 20.– entfällt bei Online-Buchung. * KATALOG-PREIS: Zuschlag 10% auf den Sofort-Preis, bei starker Nachfrage und 1 Monat vor Abreise.
SEHENSWERT / Von der Gamseralp aus hat man einen herrlichen Blick auf das Säntismassiv (unten). Auf der Wanderung begegnet man auch dem Schwarzen Männertreu (oben rechts, rechts) und der Grünen Hohlzunge (oben links und rechts, links).
Wo die Grüne Hohlzunge rot wird
Es ist, als ob man dem Alltag entschweben würde: Die Sesselbahn auf den Gamserrugg (SG) entführt einen in eine andere Welt –eine Welt fern von Hektik, Lärm und Hitze, eine Welt voller sattgrüner Bergwiesen, in allen Farben leuchtenden Alpenblumen, Orchideen und fantastischen Aussichten.
Text und Fotos: BEAT A. WARTMANN UND CLAUDIA WARTMANN
AUF DER SESSELBAHN sitzend, hat man das Gefühl, im IMAX-Kino des Verkehrshauses zu sitzen. Rechts sind die schroffen Flanken des Chäserrugg sichtbar, links der Margelchopf. Unter uns sind die feuchten und schattigen Wiesen zwischen den Bäumen übersät mit roten Punkten –Hunderte von Fuchs’ Fingerwurz und Langspornigen Handwurz haben hier ein perfektes Plätzchen gefunden.
Auf der Gamsalp heisst es erst einmal innehalten und das prächtige Panorama bewundern. Nachdem wir uns sattgesehen haben, orientieren wir uns am Wegweiser und marschieren los, Richtung Gamserrugg. Bereits nach den ersten Schritten empfangen uns die ersten Orchideen am Wegrand. Es handelt sich um die Grüne Hohlzunge, eine unscheinbare Orchidee, die gut getarnt und kaum beachtet zwischen den Kräutern und Gräsern der alpinen Rasen wächst. Manchmal aber scheint sie ihr Mauerblümchendasein satt zu haben. Dann treibt sie es ganz schön bunt und färbt sich die Lippen knallig braunrot, um die Aufmerksamkeit der Wanderer zu erhaschen.
STURZGEFAHR BEI
DER ORCHIDEENSUCHE
Etwa 100 Meter nach dem Wegweiser thront eine rote Sitzbank und lädt zum Verweilen ein. Was? Jetzt schon eine Pause? Ja, unbedingt! Denn erstens lässt sich von hier aus nochmals das fantastische Panorama geniessen, vom Lütispitz über den direkt gegenüberliegenden Säntis bis zur Rheinebene. Und zweitens verfügt die Bank über eine
Besonderheit, derer sich wohl die wenigsten Sitzbänke rühmen können: In ihrer unmittelbarer Nähe wächst nämlich die Zwergin unter den Orchideen, die Zwergorchis. Und weil diese winzige Orchidee nicht umsonst zu ihrem Namen kam, gilt es bei der Suche nach ihr besondere Vorsicht walten zu lassen. Da sie kaum grösser ist als die kurzen Gräser in ihrer Umgebung, wird sie leicht übersehen und deshalb unabsichtlich zertrampelt. Vorsicht ist aber auch geboten, weil die Zwergorchis sich als Standort mit Vorliebe exponierte Felskanten auswählt, wo der Wind den Schnee wegfegt. Aufgepasst also, dass in der Nähe der Felskante kein unachtsamer Fehltritt passiert!
Weiter gehts, sowohl auf dem Weg als auch mit den Orchideen, denn nun stehen Dutzende von Weisszungen am Wegrand Spalier. Die Art ist grösser und schlanker als die Grüne Hohlzunge und deshalb besser sichtbar. Die winzigen weissen oder gelblich getönten Blüten schmiegen sich glöckchenartig nickend in einer dichten Ähre an den Stängel. Sie geben einen schwach süsslichen Duft ab und locken damit Schmetterlinge an. Anders als viele andere Orchideenarten, die nur auf kalkigem Untergrund vorkommen, bevorzugt die Weisszunge kalkfreien oder oberflächlich versauerten Boden. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Weisszungen uns nicht weiter in die Höhe hinaufbegleiten, denn dort wird es sichtbar kalkig: Hellgraue bis weisse angewitterte Steinplatten voller Furchen prägen den Hang. Es lohnt sich, an deren Rändern genau hinzuschauen, denn hier ist wieder das Reich der Zwergorchis.
Auf dem Rücken der Gämse: Gamserrugg (SG)
ROUTE
Gamsalp (1765 m) – Gamserrugg (2070 m) – Sattel (1945 m) –Obersesshüttli (1805 m) – Alti Hütte (bei Schranggenbrunnen) (1575 m) – Wetterbrunnen (1450 m) – Kurhaus Voralp (1218 m)
LÄNGE
8 km
AUF- UND ABSTIEG
300 m Aufstieg und 850 m Abstieg
WANDERZEIT
knapp 2¾ Stunden
CHARAKTER
Bergwanderung über Alpweiden; Abstieg zum Teil steinig und etwas steil; nach «Alti Hütte» befestigt und zum Teil asphaltiert.
Juli (Fahrplan der Sesselbahnen beachten: www.wildhaus.ch/ sommer)
ALTERNATIVE
Ab Voralp zu Fuss zurück zur Sesselbahnstation Oberdorf (den Wegweisern Richtung Gamperfin, Herti, Ölberg folgen); der Weg führt zum Teil auf einem Holzsteg mitten durch das Turbenriet, ein geschütztes Hochmoor voller Orchideen, und verlängert sich dadurch um weitere 6½ km bzw. knappe 2 Stunden.
TIPP
Wanderstöcke leisten beim Abstieg gute Dienste.
VERPFLEGUNG
Restaurants in Wildhaus, Oberdorf, Gamsalp, Voralp
AN- UND ABREISE
Ab Wildhaus mit der Sesselbahn bis Gamsalp; zurück ab Berggasthaus Voralp mit dem Bus bis Grabs.
KARTE
Landeskarte der Schweiz, 1:25 000, Blatt 2514 «Säntis, Churfirsten» (Zusammensetzung)
INFOS www.wildhaus.ch
Auf dem Rücken der Gämse: Gamserrugg (SG)
JAHRESZEIT: Juli (Fahrplan der Sesselbahnen beachten)
DURCHATMEN / Der Blick auf den Voralpsee kündigt das Ziel der Wanderung an. Unten, auf der Terrasse des Berggasthauses «Voralp», kann man den Tag gemütlich ausklingen lassen.
SPEKTAKULÄRE KARSTFELDER
Oben auf dem Gamserrugg angekommen, wechselt das Panorama schlagartig. Hinter unserem Rücken scheint der Alpstein mit dem Säntis am Horizont zu versinken, dafür öffnet sich vor uns die völlig neue Kulisse des Vorarlberg über die wildgeformte Alvierkette, den Pizol und den markanten Turm des Ringelspitzes bis hin zum Piz Sardona. Nicht nur das Panorama ändert sich, sondern auch die Vegetation: An Stelle des artenreichen, bunten Blumenteppichs tritt nun ein einförmiger Borstgrasrasen, den selbst die hier weidenden Schafe verschmähen.
Der Abstieg zum Sattel ist steil und steinig. Doch je weiter wir hinabsteigen, desto vielfältiger wird die Vegetation wieder. Die Bärtige Glockenblume (Campanula barbata) nickt anmutig vor sich hin, ganz im Gegensatz zu ihrer Schwester, der wuchtigen Straussblütigen Glockenblume (Campanula thyrsoides); die Langspornige Handwurz thront auf Felsspornen und die Kugelorchis versteckt sich zwischen dem Rotklee.
Auf dem Sattel wenden wir uns nach links und folgen ein Stück weit dem Geologischen Rundweg. Aber nicht lange, denn der Rundweg folgt der Flanke des Gamserrugg; wir hingegen steigen hinunter, Richtung Voralp. Der Weg führt durch spektakuläre Karstfelder. Kaum haben wir die Karrenfelder hinter uns gelassen, erblicken wir unter uns den blaugrünen Voralpsee. Ab «Alti Hütte» ist der Weg teilweise befestigt, um den Sennen die Zufahrt zu ermöglichen. Nach einigen Waldpartien ändert sich der Charakter der Landschaft von Neuem: An den Hängen links des Fahrwegs erstrecken sich Riedwiesen voller Wollgras. Da der Boden hier nährstoffarm und ständig mit Wasser durchtränkt ist, können nur spezialisierte Pflanzenarten gedeihen. Zu ihnen gehören auch einige Orchideenarten, wie etwa die Sumpf-Stendelwurz. Kurz darauf ist das Berggasthaus «Voralp» erreicht, das sich bestens dazu eignet, um auf der Terrasse bei einem kühlen Getränk diesen erlebnisreichen Tag ausklingen zu lassen. ◆
ALTERNATIVE: Ab Voralp zu Fuß zurück zur
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Wettbewerbsfrage
Hinter welcher dieser Bezeichnungen steht keine Orchidee?
A: Handwurz
B: Fusswurz
C: Fingerwurz
Die Gewinner werden unter den richtigen Einsendungen ausgelost und schriftlich benachrichtigt. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt; der Rechtsweg ist ausgeschlossen. So nehmen Sie am Wettbewerb teil: Mit nebenstehendem Wettbewerbscoupon oder gratis im Internet unter www.natuerlich-online.ch/wettbewerb
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Das Buch «Orchideenwanderungen –24 Routen zu Hotspots in der Schweiz» von Beat A. und Claudia Wartmann ist Wanderführer und Bestimmungsbuch zugleich: 24 Routen führen zu Plätzen, wo einhei mische Orchideen gedeihen. 44 Arten werden in Wort und Bild vorgestellt, sodass es leicht fällt, die Kleinode am Wegesrand zu entdecken und zu bestimmen.
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Viele Traditionen, Symbole und auch Orte zeugen von der heidnischen Vergangenheit unseres Landes. Mit der Christianisierung ist diese Naturreligion jedoch weitgehend verschwunden. Nun stösst sie wieder auf ein steigendes Interesse.
Text: FABRICE MÜLLER
Leben Heiden
Nein, so habe ich ihn mir nicht vorgestellt. Ich erwartete mindestens lange Haare, aber auch einen Bart, der bis zum Bauchnabel reicht, dazu ein grosses Amulett um den Hals und vielleicht noch alternative Kleidung aus Jute. Doch nichts von alledem. Matthias Volz entspricht auf den ersten Blick so gar nicht den Klischees und Vorstellungen eines Mannes, der sich dem heidnischen Glauben angeschlossen hat und als Präsident den Verein Asatru Schweiz führt. Kurze Haare, Brille, normale Kleidung, Wanderschuhe von Beruf Chemietechniker.
Wir treffen uns am Bahnhof von Kollbrunn im Zürcher Oberland. Unser Ziel: die «Tüfels Chilen», vermutlich einst ein heidnisches Quellheiligtum, das im Mittelalter –wie so vieles – verteufelt wurde. Von daher stammt wohl auch der Name – des Teufels Kirchen.
Starker Bezug zur Natur
Ursprünglich kommt Matthias Volz aus dem Raum Mainz. Seit 2003 lebt er in der Schweiz. Zum Heidentum kam er – so erzählt der Naturwissenschaftler – wie die Jungfrau zum Kind. «Ich bin katholisch erzogen worden. Doch das Christentum sagte mir mit der Zeit immer weniger zu. Vor allem die Idee der Sündigkeit ist für mich nicht schlüssig.» Matthias Volz war und ist ein Suchender. Er beschäftigte sich mit der Freimaurerei, mit der Geschichte der Ägypter und stiess irgendwann auf die Naturspiritualität der Germanen und Kelten. «Diese Art von Religion hat mich berührt und angesprochen. Ich merkte sofort: Das ist mein Ding. So habe ich es schon immer empfunden.» Der starke Bezug zur Natur, die im Heidentum als beseelt und somit belebt betrachtet wird, fasziniere ihn. Ebenso der Bezug zu den ver-
«Diese Art von Religion hat mich berührt und angesprochen. Ich merkte sofort: Das ist mein Ding.»
Matthias Volz
schiedenen Göttern. Und schliesslich die Möglichkeit, über die Naturreligion mit sich selber enger in Kontakt zu kommen.
Längst haben wir die Zivilisation verlassen. Hinter uns liegt der Friedhof von Kollbrunn. Wir folgen der Strasse auf den Nussberg. Dort biegt ein Weg rechts ab und strebt dem Wald zu. Dem Bäntalbach entlang windet sich der Pfad durch ein malerisches Tobel. Im Sommer angenehm kühl, im herbstlichen Dämmerlicht dann eher mystisch.
Von Schamanen magisch angezogen
Seit einigen Jahren kommen immer öfter traditionelle Schamanen aus entlegenen Teilen der Erde zu Besuch nach Mitteleuropa. Viele Europäer fühlen sich geradezu magisch von ihnen angezogen. «Nirgends werden so viele Bücher und Artikel zum Schamanismus publiziert und von Lesern verschlungen wie im deutschen Sprachraum. Offensichtlich sehnen wir uns nach Schamanen und wünschen uns ein bisschen mehr Schamanismus in unserer Welt», sagt Christian Rätsch, Autor des Buches «Der Heilige Rain». In unserer modernen, technokratischen Zivilisation klaffe eine kulturelle Lücke: Es gibt hierzulande keine Schamanen und kein Schamanentum mehr. Umso wichtiger sei es, so Christian Rätsch, die eigenen Wurzeln, jene der Germanen und heidnischen Kultur, zu finden. «Wir haben früher all das gehabt, was wir heute in exotischen Kulturen suchen. Wir hatten eine schamanische Kultur mit schamanischer Mythologie und Kosmologie, mit spirituellen Ritualen der Sinnfindung und kannten auch einen entheogenen Gebrauch diverser Zauberpflanzen. Wir waren einst zu Hause in unserer eigenen Kultur, fühlten uns geborgen in einem die Natur verehrenden Kult», so Rätsch.
Mit der germanischen Kultur bestehe ein direkter Zugang zum Schamanentum. «Als Europäer haben wir unsere Wurzeln in der griechischen Mythologie, als Deutschsprachige in der germanischen Mythologie. Beide Mythologien sind nahe verwandt und stammen wiederum aus derselben Wurzel – der indogermanischen», erklärt Christian Rätsch. Der Mensch brauche Mythen. Sie seien metaphorische Erklärungsmodelle für das Sein des Menschen im Kosmos. Mythen erklären, warum die Dinge so sind, wie sie sind. Aber dennoch: «Mythen sind nur Modelle, Modelle des Geists, Erkenntnismodelle», sagt der Völkerkundler. Mythologie wiederum gilt als Grundlage der Spiritualität, der geistigen Erfahrung der Natur. «Durch die Spiritualität werden Universum und Kosmos für den Menschen erfahrbar. Der Schamane ist die Brücke zwischen Universum und Kosmos, zwischen Natur und Kultur», erläutert Rätsch.
«Wir opfern keine Tiere»
Viel Heidnisches hat die Jahrhunderte in ganz Europa überdauert – teils umgedeutet in christlicher Hinsicht, teils in alten Ritualen, Namen und Geschichten. «Wir versuchen nicht, einen heidnischen Glauben nachzuahmen, der schon seit vielen Jahrhunderten von der Bildfläche verschwunden ist. Vielmehr ver-
stehen wir uns als moderne Menschen, die sich die Freiheit nehmen, ihren Glauben der heutigen Zeit und Sichtweise anzupassen», sagt Matthias Volz und hält vor der nächsten Weggabelung kurz inne.
Wir wählen den rechten Weg. Die «Tüfels Chilen» beginnen. Der Weg wird rutschiger und steiler.
Seit 2015 ist Asatru Schweiz ein Verein mit Statuten und Vorstand, nachdem sich Gleichgesinnte 2009 erstmals als lose Gruppierung getroffen hat. «Wir sind ein bunter Haufen mit Leuten aus verschiedensten Berufen und Altersgruppen», erzählt Vereinspräsident Volz. Monatlich trifft man sich zum Stammtisch. Viermal jährlich werden die Jahreskreisfeste gefeiert, hinzu kommen Maifeste und Museumsbesuche. 28 Personen zählt der Verein derzeit, Tendenz steigend.
Rituale spielen bei Asatru eine wichtige Rolle. Im Sinne der Naturreligion finden diese Rituale meist im Wald statt. Als sogenannter Heiliger Hain gelten Orte, in denen die Götter wohnen und die Menschen zu ihren Ehren zusammenkommen. Im Tempel der Natur, dem Stück Wald, vereinen sie sich, finden zu Harmonie, um danach wieder glücklich und gesund in die Menschenwelt zurückzukehren.
«Nein, wir opfern keine Tiere. Und wir sind auch keine Geheimlehre», schmunzelt Matthias Volz, als er auf die Rituale in seinem Verein angesprochen wird, derweil der Bäntalbach an uns vorbeiplätschert. «Wir bringen in unseren Ritualen Opfer in Form von ausgewählten Gegenständen, zum Beispiel aus der Natur, oder mit Trankopfern. Wir pflegen den rituellen Umtrunk ‹Sumbel› und reinigen unsere Ritualplätze spirituell.»
Religion der Götter Götter nehmen im heidnischen Glauben einen zentralen Platz ein. Die wichtigsten Hinweise über die Götter finden sich zum einen in den alten Quellen wie jene von Edda oder der Merseburger Zaubersprüche, zum andern sind alte Bräuche und Sagen aufschlussreich. Der Gott Wotan gilt als Urschamane, der schamanistischste aller indogermanischen Götter. Er ist der Gott, der nach Wissen strebt. Dafür reist er durch alle Welten, verwundet sich selbst mit der eigenen Lanze und erhängt sich für neun Nächte am Weltenbaum. Damit sucht er jede der neuen Welten des Weltenbaums zu ergründen. Dann bricht er Zweige vom Weltenbaum und wirft sie auf die Erde. Dort formieren sie sich zu Runen, den Buchstäben beziehungsweise den Buchstaben, die das geheime Wissen in sich tragen. Ein wichtiger Fund mit heidnischen Runen wurde in Bülach ZH gemacht, wo man eine Scheibenfibel mit Runeninschrift aus dem 6. Jahrhundert nach Christus entdeckte.
Zu den weiteren Göttern gehören zum Beispiel Frigga, die Gemahlin von Wotan, der im Norden auch Odin genannt wird,
«Wir haben früher all das gehabt, was wir heute in exotischen Kulturen suchen.»
Christian Rätsch
der Wettergott Donar, im Norden als Thor bekannt, und Ziu, der Gott des Krieges, dem der «Ziischtig» gewidmet sein soll. Ziu war bei den Alemannen der wichtigste Gott.
Zahlreiche Bräuche und Rituale, die heute noch gepflegt werden, erinnern laut Matthias Volz an ihren heidnischen Ursprung. Das Sechseläuten in Zürich etwa, wo durch das Feuer der Winter vertrieben wird, die alemannische Fasnacht mit ihren furchterregenden Gestalten, die Treicheln oder die Ostereier und -hasen als Symbol der Fruchtbarkeit.
Heidnische Symbole in der Natur
Bingelkraut, auch bekannt als Wodanskraut: Zauberpflanze der Germanen, u.a. zur Behandlung von Nachtmaren und Albdrücken.
Hanf und Leinen: In der Schweiz wurden früher in den Hanffeldern auf der Allmende heidnische und erotische Rituale durchgeführt, auch als Hexentänze bekannt.
Mistel: Wunderpflanze, Heilmittel und Glücksbringer. Bei den Germanen Symbol der Wintersonnenwende.
Weihnachtsbaum: Abbild des Weltenbaums, geschmückt mit heiligen und magischen Symbolen.
Eibe und Esche: Symbol des Weltenbaums als geistiges Prinzip.
Seidelbast: Die heilige Pflanze des Gottes Ziu; mit der Rinde, dem Mark und dem Samen sowie mit Kröten wurde ein Gift hergestellt.
Mohn: Als Pflanze des Glücks und Rauschmittel bekannt, eine der wichtigsten Heilpflanzen der Pharmaziegeschichte. Schützt vor nächtlichen Quälgeistern, blutsaugenden Vampiren und Nickel-Kobolden.
AUS STEL LUNG
TEUFEL
Monster,
SCHON MAL WAS von glubschäugigen, gehörnten indischen Dämonen aus dem 18. Jahrhundert gehört, deren Hintern in engen, adrett gemusterten DiscoHot-Pants stecken? Nein? Dann lohnt sich ein Besuch der erhellenden und amüsant-schaurigen Schau «Monster, Teufel und Dämonen» in der Parkvilla des Museums Rietberg in Zürich.
NICHT NUR DIE WELT der europäischen Heiden war beseelt mit Dämonen, Göttern und Naturwesen. Praktisch in jeder Kultur – vertreten sind in der Schau unter anderem Persien, Indien und Japan – wurde sowohl die Natur als auch die Mythologie bevölkert mit Dämonen jedweden Kalibers, die oft als chaotische Gegenspieler der Götter auftreten. Monster und Dämonen müssen aber trotz grässlichem Aussehen nicht per se böse sein, sondern können durchaus auch «humane» Züge haben. Einfluss auf den Charakter der Dämonen besitzen seit je die Künstler, die deren «diabolischen» oder «guten» Seiten optisch prägen.
DÄMONEN, SO HAT SICH in Hunderten von Jahren herausgestellt, begegnet man am besten mit Humor. Insofern bildet die Holzschnittfolge «Nächtliche Prozession der 100 Dämonen» aus der japanischen
Edo-Zeit ein Highlight der Ausstellung: Da formieren sich Gegenstände, die älter als hundert Jahre sind, zu einem nächtlichen Umzug. Das ist amüsant. Aber Achtung: Allfälligen Augenzeugen des Umzugs droht der Tod . Hans Keller
Monster, Teufel und Dämonen
Bis 16. September (Montag geschlossen)
Museum Rietberg
Gablerstrasse 15, 8002 Zürich www.rietberg.ch
Buchtipp
Christian Rätsch «Der Heilige Rain», 2013, AT Verlag, 120 Seiten, ISBN 978-3-03800-204-8, Fr. 35.90
Dämonisiert und verteufelt
Im Zuge der Christianisierung Europas wurden die heidnischen Traditionen dämonisiert, verteufelt und als Aberglauben gebrandmarkt. Die antiken Liebesgöttinnen wurden zu den Anführerinnen der Hexen, die heilige Katze zum Hexentier, der Hanf zur «Teufelsdroge» und das ehemalige heidnische Osterfest zum kirchlichen Ritual der Kreuzigung und Auferstehung Jesu umgedeutet. Auch manche Ritualplätze, die einst für heidnische Traditionen verwendet wurden, sind heute Standorte von Kirchen und Kapellen. Oder sie gelten als Kraftorte wie zum Beispiel die Sass da Grüm in Vairano GR, der Tiergartenhügel bei Mels SG, die Verenaschlucht bei Solothurn, wo die Kapelle vor einer heidnischen Höhle steht, oder möglicherweise auch der Kraftort Buschberg bei Wittnau AG, auf dem Ruinen sowie ein Grab aus der Kelten- und Römerzeit gefunden wurden.
Aufkeimen alter Traditionen
Matthias Volz ist überzeugt, dass immer mehr Menschen nach solchen Plätzen, Ritualen wie auch nach einer stärkeren Verbindung zur Natur suchen. «Als Verein sind wir eben erst vor die Tür getreten und schon spüren ein Aufkeimen dieser alten Traditionen. Der heidnische Glaube soll eine Chance haben, wieder in die Mitte der Gesellschaft zu finden», sagt er. Durch die Auseinandersetzung mit dem Heidentum erfahre er persönlich eine stärkere Verbindung zur Natur sowie eine Erdung. «Es ist ein Zusammenkommen von Körper und Geist. Ein sehr befreiendes Gefühl.» Und auch die Spiritualität habe in seinem Leben eine zentrale Rolle eingenommen. Und diese könne er eben am besten in der Natur leben und erfahren.
Alles andere als teuflisch präsentiert sich das Ziel unserer Wanderung: die Teufels Kirchen. Aus Quellen im oberen Teil des Moränenschutthügels fliesst kalkhaltiges Wasser über das Moos ins Bäntal hinunter. Der Kalk verbindet sich mit dem Moos und lagert sich als poröses, aber sehr hartes Gestein ab. Von der einstigen Grotte ist heute nicht mehr viel zu sehen. Offenbar wurde der Tuffstein hier im 19. Jahrhundert abgebaut. Zurück blieben die Treppenstufen zur Grotte hinauf. Und die mystische Ausstrahlung dieses Ortes, dem man eine Rolle als uralter Ritualplatz durchaus zutraut. ◆
Linktipp
www.asatruschweiz.ch
Teufel und Dämonen
GEDANKEN SPLITTER
Kurse im Lassalle-Haus
Zu Fuss nach Jerusalem
Einfach loslaufen
23. Juli bis 1. August 2018
Das Lassalle-Haus pilgert in Etappen nach Jerusalem. Das nächste Wegstück führt durch Serbien. Unterwegssein für Frieden und Versöhnung.
Auszeit zur rechten Zeit
Antistress-Programm
26. Juli bis 30. August 2018
Acht Tage nur für sich, im Zeichen von Stressbewältigung und Prävention. Erfahren Sie Techniken zu Selbstmanagement und Resilienz sowie Entspannungs- und Meditationsübungen. Austausch, Stille, Zeit für Musse im Haus und in der Natur wechseln sich ab. Mit Lorenz Ruckstuhl und Regula Gasser.
Jüdische Spiritualität
Kabbala, Gesang, Bibelstudium 14. bis 17. August 2018
Jüdische Meditation ist eine spirituelle Praxis mit Wurzeln in der Kabbala, dem Chassidismus und der hebräischen Bibel. Hören und Singen chassidischer Melodien begleitet die meditativen Tage mit Gabriel Strenger. Vom 17. bis 19. August dann lädt der jüdische Philosoph mit Christian Rutishauser, Provinzial der Schweizer Jesuiten zur Bibelmeditation im jüdischchristlichen Kontext.
Infos und Anmeldung : Telefon 041 757 14 14 info@lassalle-haus.org www.lassalle-haus.org
Das Lassalle-Haus in Edlibach ist ein von Jesuiten geführtes interreligiöses, spirituelles Zentrum mit einem breiten Kursangebot , das von Zen-Meditation über Naturseminare bis zu klassischen Exerzitien reicht. Für «natürlich» schreiben der Jesuit Tobias Karcher und die Pfarrerin Noa Zenger abwechselnd die Kolumne «Gedankensplitter».
natürlich
Noa Zenger (43) ist reformierte Pfarrerin. Sie wohnt und arbeitet im Lassalle-Haus Bad Schönbrunn, dem Bildungszentrum der Jesuiten in Edlibach ZG.
❞Eine Kaffeelänge Genuss mal zwei
DORT, WO ICH HERKOMME, heisst eine Tasse Kaffee « es Chacheli Cafè » und steht bald mal auf dem Tisch, wenn die Nachbarin, der Onkel, die gute Kollegin an die Türe klopft. Ja, man geht noch zueinander Kaffee trinken im Berner Oberland, setzt sich hin, muss als Gastgeberin nicht gross auffahren, darf als Gast einfach da sein, bis der Alltag wieder ruft.
In der Stadt sind die Gebräuche anders, doch die Sache bleibt sich gleich: Ein Kaffee ist mehr als ein Kaffee. Ich geniesse diese kurzen Unterbrechungen, zu zweit oder auch allein, gerade wenn der Arbeitstag besonders stürmisch ist. So war ich kürzlich im Zähringer in Zürich, der Genossenschaftsbeiz bei der Predigerkirche im Niederdorf. Als ich kurz aufblickte vom Anlesen der Zeitung, entdeckte ich eine kleine Schiefertafel an der Theke. Unter dem Logo «Café Surprise» hatte die Beizerin ein halbes Dutzend Striche gekritzelt – jeder Strich ein bezahlter Kaffee für einen bedürftigen Gast.
Der Verein Surprise unterstützt seit 1998 sozial benachteiligte Menschen in der Schweiz, publiziert ein gleichnamiges Strassenmagazin und hat die Aktion vor vier Jahren ins Leben gerufen. Mittlerweile machen 44 Gastrobetriebe mit: 14 in Basel, 13 in Bern, 9 in Luzern, 5 an fünf weiteren Orten. Und nur 3 in Zürich, der grössten und reichsten Stadt des Landes. Greife ich zu kurz mit der Schlussfolgerung: Wo viel Geld ist, sind die Menschen weniger bereit, etwas zu geben ? Ins Bild passt, dass Betteln in Zürich wie etwa auch in Genf verboten ist und die Anzahl Verzeigungen stark zugenommen haben: 2014 gingen bei der Stadtpolizei Zürich 340 Verzeigungen ein, 2015 waren es doppelt so viele, und für 2018 wird die Polizei wohl ein neues Maximum verkünden. Das nde ich traurig. Bettler zwingen
uns, hinzuschauen auf die Brüche der Gesellschaft, auf unsere hemmungslose Konsumwelt. Wie kann man da einfach das Betteln verbieten ? !
In einem reichen Land ist es umso schwerer, nicht mithalten zu können – aus welchen Gründen auch immer. Als Passantin kenne ich die Geschichte der Menschen nicht, die mir die hohle Hand hinstrecken. Ich fühle und sehe aber, dass die allermeisten von Herzen gerne ein anderes Leben führen würden. Nicht immer bin ich geduldig genug, mich auf sie einzulassen, aber wenn, dann gehe ich mit der Bettlerin, dem Bettler an den nächsten Stand oder in die nächste Bäckerei und kaufe etwas, das ich betragsmässig auch mir gönnen würde. Manchmal sind wir beide berührt, tauschen ein paar Worte, nehmen die Stimmung vom andern mit in den Tag; manchmal aber auch nicht. Es ist wie es ist.
Ich trinke den letzten Schluck und klaube Münz für meinen und einen zusätzlichen Kaffee aus dem Portemonnaie. Wer wohl der Surprise-Gast sein wird, der wie ich eine Tasse Kaffee im Zähringer zu geniessen weiss ?
MAKE THAT CHANGE
Vor 60 Jahren , am 29. August 1958, wurde einer der grössten Megastars aller Zeiten geboren: Michael Joseph Jackson, der King of Pop. Er war nicht nur ein brillanter Sänger, Komponist, Tänzer und Choreograf, sondern auch ein Friedensbotschafter und spiritueller Revolutionär. « Make that Change », der berühmte Aufruf aus dem Song « Man in the Mirror », war sein erklärtes Ziel, so Sophia Pade in ihrer gleichnamigen Biografie. «Mit seinem weltweiten Einfluss wollte er konkrete Veränderungen bewirken – nicht durch Bekämpfung der Dunkelheit, sondern durch die Stärkung des Lichts: durch Liebe, Heilung, Wohltätigkeit und Schutz der Kinder.» Und gerade dort setzte der perfide Rufmord an. Der Megastar
war für gewisse Kreise der Unterhaltungsindustrie zu einer Bedrohung geworden. Es ging um Geld und Macht.
Die Biografie « Make that Change » ist eine Wiederherstellung von Michael Jacksons Ruf und Würde. Über zehn Jahre lang hat Sophia Pade hierfür recherchiert, hunderte Gerichtsdokumente studiert, zig Interviews ausgewertet. In Zusammenarbeit mit Armin Risi ist ein 688 Seiten starkes, erschütterndes Buch entstanden, das sich liest wie ein Krimi. Unbedingt lesenswert. Denn was im Leben des King of Pop geschah, ist auch ein entlarvender Spiegel unserer Zeit, ebenso wie die Umstände, die zu seinem Tod am 25. Juni 2009 führten ( offiziell durch « fahrlässige Tötung » ). krea
Wenn man die Botschaft von Michael Jackson kennenlernen möchte, lohnt es sich bei seinen Songs wie «You Are Not Alone», «They Don’t Care About Us» oder «Earth Song» genau hinzuhören –hier eine Übersetzung der zweiten Strophe:
Earth Song
Was haben wir der Welt angetan Schau was wir getan haben
Was ist mit all dem Frieden Welchen Du Deinem einzigen Sohn versprachst
Was ist mit den Blumenfeldern Kommt diese Zeit noch
Was ist mit all den Träumen
Von denen Du sagtest, sie wären
Dein und mein
Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen
Wie viele Kinder im Krieg starben
Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen
Wie diese Erde schreit, diese Küsten weinen?
Ich träumte immer
Ich blickte immer jenseits der Sterne Jetzt weiss ich nicht mehr, wo wir sind
Obwohl ich weiss, dass wir weit abgetrieben sind
Sophia Pade, Armin Risi « Make That Change. Michael Jackson: Botschaft und Schicksal eines spirituellen Revolutionärs », Govinda 2017, Fr. 39.90
Leben Michael Jackson
Buchtipp
Buchtipps
Neu aufgelegt
Neuauflage von « Die andere Evolution » ( 1999 ), von Lynn Margulis ( 1938–2011 ), einer der bekanntesten Vertreterinnen der Gaia-Hypothese. Sie legt dar, wie sich Einzeller, Amöben und Bakterien zu komplexeren Individuen entwickeln konnten: nicht durch Kampf und Egoismus – Kooperation und Symbiose treiben die Evolution voran. Ihre radikalen Thesen sind umstritten. Der Reiz des Buches ist es aber gerade, dass Margulis aus ungewöhnlichem Blickwinkel einige der grossen Fragen der Biologie beleuchtet. Zugleich ist es der autobiografische Bericht einer aussergewöhnlichen Forscherin, die lange um ihre akademische Anerkennung kämpfen musste.
+ Lynn Margulis: « Der symbiotische Planet oder wie die Evolution wirklich verlief », Westend 2018, Fr. 29.90
Die App
Den Rumpf stärken
Ein stabiler Rumpf gilt als Grundlage für eine gesunde Körperhaltung. Physiotherapeutinnen der Uniklinik Balgrist haben aus den bewährtesten Rumpfübungen ein effizientes Zirkelprogramm zusammengestellt. Die App ist einfach und übersichtlich gestaltet, die Übungen sind auch ohne Vorkenntnisse leicht durchzuführen. Für das unkomplizierte Training wird nur eine Gymnastikmatte benötigt. Schon zehn Minuten regelmässiges Trainieren wirken.
+ Im iTunes Store sowie im Google Play Store für Fr. 3.– erhältlich.
Aktualisiertes Standardwerk
Die ökologischen Grenzen unseres Planeten respektieren und trotzdem in Wohlstand leben – das geht ! Wie zeigt der britische Wirtschaftswissenschaftler Tim Jackson in seinem Standardwerk zur Wachstumsdebatte: jetzt aktualisiert, stark erweitert und komplett überarbeitet. Von besonderer Bedeutung sind die vorgeschlagenen Grundzüge einer neuen Makro-Ökonomie, die es ermöglichen sollen, Wohlstand auch in einem Wirtschaftssystem zu erhalten, das nicht wachstumsbasiert ist. Ein wertvoller Beitrag zu den drängenden Problemen, die wir endlich anpacken müssen. Pflichtlektüre für Wirtschaftswissenschaftler und Politiker der heutigen Zeit, in der Veränderungen des Systems überfällig sind.
+ Tim Jackson: « Wohlstand ohne Wachstum – das Update. Grundlagen für eine zukunftsfähige Wirtschaft », Oekom 2017, Fr. 29.90
Der Film
In sich gekehrt
Seit jeher reisen Schriftsteller, um das Unverfälschte und Ursprüngliche zu erfahren. Und um Antworten auf die Fragen des Lebens zu erhalten. Carl von Siemens folgt dieser Tradition. Dass er Aborigines, Indianer und Schamanen aufsucht, könnte zu kitschigen Reportagen führen. Tut es aber nicht. « Der Tempel der magischen Tiere » ist auch kein Reisebericht im klassischen Sinne. Die Reisen werden zu Ausflügen in die Tiefen seiner Seele, die er mit pointierter Selbstironie erforscht. Von Siemens beschreibt, wonach wir alle auf der Suche sind: dem Versprechen einer besseren Welt. Ein unterhaltsames, lehrreiches, spirituelles und sprachlich geschliffenes Buch für Menschen, die auf ihren Reisen mehr suchen als den schönsten Strand. + Carl Siemens: « Der Tempel der magischen Tiere. Drei Reisen », Malik 2018, Fr. 29.90
Gegen alle Widerstände
Jane Goodall ( 84 ) ist die bekannteste Affenforscherin der Welt. Nun kommt ein Dokumentarfilm über die frühen Jahre der Ikone der Umweltbewegung ins Kino. Mit 23 reist sie nach Tansania. Bald macht sie Schlagzeilen mit der Entdeckung, dass Schimpansen intelligente soziale Wesen sind. Goodall wurde berühmt. Das rief Neider auf den Plan. Es seien ihre Beine, die ihr zum Erfolg verholfen hätten, wurde über sie gesagt; gerne wurde sie auch als « Cover Girl » des National Geographic bezeichnet. Alles Versuche arrivierter ( männlicher ) Wissenschaftler, ihre Beobachtungen zu unterminieren. Dieser Teil ist einer der spannendsten in Brett Morgens Doku « Jane ». + « Jane » – zu sehen in ausgewählten Kinos. Aufführungsdaten siehe www.mythen lm.ch/jane/wannwo/wannwo.html
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Mehr Schwung für Sport, Schule und Beruf
Die gesunde Alternative zu Softdrinks. Eine Flasche reicht zur Herstellung von 4 Litern Erfrischungsgetränk mit Cassis, Eisen, Kalium, Vitamin B1, B12, ohne Zucker, vegan.
Lactirelle trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel (Eisen, Vit. B1 und B12), zu einer normalen Funktion des Immunsystems (Eisen, Vit. B12), zu einer normalen Funktion des Nervensystems (Kalium, Vit. B1 und B12) und zur Verringerung von Müdigkeit (Eisen, Vit. B12) bei. Enthält rechtsdrehende Milchsäure aus Fermentation (milchfrei).
Lactirelle mit fruchtig spritzigem Geschmack, erfrischt Körper und Geist. Erhältlich in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern. + www.phytolis.ch
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«WUNDE», der pflanzliche Wundspray für die ganze Familie
Der all-in-one Wundspray «WUNDE» wirkt antimikrobiell, fördert die Wundheilung und ermöglicht einen schmerzarmen Verbandswechsel. «WUNDE» kann direkt auf die gereinigte Wunde gesprayt werden. Zur Behandlung von Schürf- und Schnittwunden, Verbrennungen und Hautdefekten bei Hauterkrankungen. Für Erwachsene und Kinder ab einem Monat.
«WUNDE» ist ein Medizinprodukt und erhältlich in Apotheken und Drogerien. Bitte lesen Sie die Gebrauchsinformation. + www.wound.ch
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Fit im Kopf mit der ganzen Kraft von Ginkgo
Tebofortin hilft bei Beschwerden wie Konzentrationsmangel und Vergesslichkeit. Der originale Ginkgo-Spezialextrakt sorgt für eine bessere Durchblutung bis in die kleinsten Gewebezellen. Neu gibt es Tebofortin uno 240 in der praktischen 1x täglich Dosierung. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage.
+ www.tebofortin.ch, www.schwabepharma.ch
4 Morga gegen Foodwaste
Es werden immer mehr Lebensmittel und gute Rohstoffe sinnlos weggeschmissen. Das ist nicht nur für die Umwelt schlecht, sondern auch für die Unternehmen und den Konsumenten. Morga will zeigen, dass es auch anders geht: Die Resten und Anschnitte aus der hauseigenen Apfelringli-Produktion werden schonend zu diesem köstlichen Apfelmus verarbeitet.
+ www.morga.ch
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«Padma Aciben» für ein ausgeglichenes Magenklima
Saure Nahrungsmittel, Kaffee, Alkohol und Nikotin in Kombination mit Hektik beim Essen, Stress und Belastung stören das Magenklima. «Padma Aciben» ist ein Nahrungsergänzungsmittel mit Calciumcarbonat und Gewürzkräutern für den Erhalt eines ausgeglichenen Magenklimas. Calcium trägt zu einer normalen Funktion der Verdauungsenzyme bei.
«Padma Aciben» basiert auf einer Rezeptur aus der Tibetischen Konstitutionslehre, hat neutralisierende Eigenschaften, unterstützt die Verdauung und bringt die Körperenergien in Balance.
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Lösung des Rätsels aus dem Heft 06-2018
Gesucht war: Gartenarbeit
Wettbewerbstalon
Vorname Name
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Lösung
Und so spielen Sie mit:
Senden Sie den Talon mit der Lösung und Ihrer Adresse an: AZ Fachverlage AG, «natürlich», Neumattstrasse 1, 5001 Aarau. Schneller gehts via Internet: www.natuerlich-online.ch/raetsel
Teilnahmebedingungen:
Einsendeschluss ist der 24. August 2018. Die Gewinner werden direkt benachrichtigt. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Über diese Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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Leserbriefe
Paradiese gestalten «natürlich» 06-18
Vielen
Dank für den Hinweis auf das Schmetterlingsbuch, das wir uns gekauft haben. Es beschreibt einfach und sehr gut, was jeder Einzelne zum Schutz von Faltern beitragen kann. Wir ziehen seit Jahren die Raupen vom Schwalbenschwanz gross und lassen die Sommervögel dann iegen, auf dass sie sich eissig vermehren. Ich weiss, das ist kein Projekt im Sinne des Artenschutzes. Aber es ist ein faszinierendes Schauspiel, auch für die Kinder, die Entwicklung vom Ei über die Raupe zur Puppe bis zum adulten Tier zu beobachten. Und bei uns überlebt fast jede Raupe, nicht so wie in der Natur. So können wir jedes Jahr gut zwei Dutzend Schwalbenschwänze in die Freiheit entlassen. Unsere Kinder (3 und 7) lieben diese Tiere und wissen schon erstaunlich viel über sie. Und das wiederum ist doch auch im Sinne des Naturschutzes.
Reto und Susanne Balzli, Bern
Klar in die Zukunft «natürlich» 06-18
Vielen
Königin der Heilpflanzen «natürlich» 05-18
Dank für den interessanten Beitrag zum Thema Energie. Dass Methanol ein so grosses Potenzial hat, war mir überhaupt nicht klar. Es ist doch erstaunlich, dass andernorts standardmässig Autos mit Methanol fahren und sogar Flugzeuge und grosse Passagierschiffe damit angetrieben werden, wir hierzulande aber kaum etwas über Methanol als Energieträger erfahren. Die Industrie und Medien haben sich offenbar entschieden: Strom soll unser Öl der Zukunft sein. Aber woher all den Strom nehmen? Und was ist mit der Umweltbelastung durch die Akkus? Da ist doch vieles noch ungeklärt; und so manches höchst problematisch. Deshalb sollten wir dringend über Alternativen nachdenken. Über Methanol zum Beispiel. Ich bin froh, dass das «natürlich» immer wieder querdenkt und konstruktive Beiträge liefert, die zum Nach- und Weiterdenken anregen. Weiter so! Urs Dänzler, Basel
Niere stärken «natürlich» 06-18
Ich bin eine sehr interessierte Leserin Ihrer Beiträge in der Zeitschrift «natürlich». Jedoch jedes Mal, wenn Sie die Goldrute empfehlen, wird das Bild der Kanadischen Goldrute abgebildet. Als Hobbyp anzenkundige stösst dies bei mir sauer auf, handelt es sich bei der Kanadischen Goldrute doch um einen sehr problematischen, invasiven Neophyten, dessen «Bekämpfung» unseren Staat jährlich einige Zehntausend Franken kostet, um die Verbreitung einzudämmen (Verbannung ist leider nicht mehr möglich). Ihre Empfehlung könnte nun Unwissende zur P anzung von Kanadischen Goldruten im Garten animieren. In meinem Garten gedeiht die einheimische Echte Goldrute (Solidago virgaurea) prächtig. Sie dürfte betreffend Inhaltsstoffen dem Neophyten in nichts nachstehen. Hildegard Schadegg, Berneck
Anmerkung der Redaktion:
Frau Schadegg hat recht: Die beiden amerikanischen Goldrutenarten – die Spätblühende Goldrute (Solidago serotina, auch S. gigantea) und die Kanadische Goldrute (S. canadensis) – gehören vielerorts zu den häufigsten Neophyten. Lokal können Sie ganze Bestände einheimischer Pflanzen verdrängen, weshalb sie in Naturschutzgebieten mit relativ hohem finanziellem und zeitlichem Aufwand bekämpft werden. In den meisten Fällen ist entweder ein Frühschnitt ab Mitte Mai oder das Ausreissen der Triebe vor der Blüte sinnvoll. Kanadische Goldruten in den Garten zu holen, ist also keine gute Idee. In Gärtnereien werden heutzutage in der Regel nur noch die heimische Goldrute und andere unproblematische Arten verkauft. Zwar wirken auch die amerikanischen Goldruten (sie zählen zu den wichtigsten Heilpflanzen der nordamerikanischen Indianer), doch für medizinische Zwecke wird (bei uns) traditionell die Echte Goldrute verwendet, u. a. zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Harnsteinen und Nierengriess.
I m Bericht «Königin der Heilp anzen» schreibt Andreas Krebs, dass «Arnika bei Husten, Bronchitis, Magenkrämpfen etc. innerlich als Tee oder Tinktur eingenommen werden kann». In der heutigen Zeit weiss man, dass Arnika innerlich eingenommen Herzrhythmusstörungen macht und zum Tod führen kann. Ich bitte Sie, dies richtigzustellen.
Brigitte Waser-Bürgi, Heilpflanzenschule Sattel
Anmerkung der Redaktion:
Frau Waser-Bürgi hat recht: Heute wird von der innerlichen Anwendung von Arnika abgeraten, ausser in Form homöopathischer Globuli. Der Grund: Arnika enthält u. a. Helenalin, das bei Überdosierung Gift fürs Herz ist. Sollten Leser bereits Arnikatee oder -tinktur eingenommen haben, ist dies aber kein Grund zur Panik: Die Oral LD50 bei Kaninchen wird mit 90 mg/kg angegeben. Übertragen heisst das: Ein 90 Kilogramm schwerer Mensch stirbt bei einer Einnahme von 8,1 g reinem Helenalin mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit. Arnikablüten enthalten 0,2 bis 1,5 Prozent Sesquiterpenlactone, vor allem Helenalin. Rechnen wir der Einfachheit halber mit 1Prozent. Dann müsste der Mensch den Inhalt von 810 Gramm Arnikablüten einnehmen . . . Heikler ist es für Allergiker (Korbblütler), Kinder sowie für Schwangere und Stillende. Generell gilt also: Arnika nur äusserlich anwenden oder in Form von homöopathischen Globuli.
Briefe an «natürlich»
Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik sind willkommen. Die Leserbriefe müssen mit der vollständigen Adresse versehen sein. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. Schicken Sie Ihren Brief per E-Mail, Post oder Fax an: leserbriefe@natuerlich-online.ch oder: «natürlich», Leserbriefe, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau, Fax 058 200 56 51
Vorschau
39. Jahrgang 2018, ISSN 2234-9103
Erscheint monatlich
Doppelnummern: Januar/Februar, Juli/August
Druckauflage: 22 000 Exemplare
Verbreitete Auflage: 14 665 Exemplare
Leserschaft: 96 000 (MACH Basic 2018-1)
Kontakt: Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch www.natuerlich-online.ch
Herausgeberin
AZ Fachverlage AG, Neumattstrasse 1
CH-5001 Aarau
Tel. +41 58 200 58 58, Fax +41 58 200 56 61
Geschäftsführer
Roland Kühne
Leitung Zeitschriften
Michael Sprecher
Redaktion «natürlich»
Postfach, CH-5001 Aarau
Tel. +41 58 200 56 50, Fax +41 58 200 56 44
Chefredaktor
Markus Kellenberger
Redaktionsteam
Andreas Krebs, Sabine Hurni (Leserberatung)
Autoren
Das erwartet Sie im «natürlich» September
Veronica Bonilla, Elsbeth Hobmeier, Anja Huber, Peter Jaeggi, Hans Keller, Simon Libsig, Benjamin Meier, Fabrice Müller, Hans-Peter Neukom, Vera Sohmer, Remo Vetter, Andreas Walker, Noa Zenger
Anja Huber, Fabrice Müller, Hans-Peter Neukom, Eva Rosenfelder, Vera Sohmer, Remo Vetter, Beat A. Wartmann, Claudia Wartmann, Andreas Walker, Thomas Widmer, Noah Zenger
Grafik/Layout
Janine Strebel, Matthias Kuert, Fredi Frank
Copyright Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung durch den Verlag. Für unverlangte Einsendungen wird jegliche Haftung abgelehnt.
Leitung Marketing
Christine Ziegler
Leitung Werbemarkt
Jean-Orphée Reuter, Tel. +41 58 200 54 46
Anzeigenleiter
Dino Coluccia, Tel. +41 58 200 56 52
Mediadaten unter www.natuerlich-online.ch/werbung Informationen zu Themen-Specials unter azwerbung.ch/print/special-interest/natuerlich/ Anzeigenadministration
Weitere Infos unter www.natuerlich-online.ch/ abo-service
Druck
Vogt-Schild Druck AG, 4552 Derendingen
Ein Produkt der az medien
Verleger: Peter Wanner
CEO: Axel Wüstmann www.azmedien.ch
Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB AZ Anzeiger AG, AZ Verlagsservice AG, AZ Fachverlage AG, Atmosphären Verlag GmbH, AZ Management Services AG, AZ Regionalfernsehen AG, AZ TV Productions AG, AZ Zeitungen AG, FixxPunkt AG, Belcom AG, Media Factory AG, Mittelland Zeitungsdruck AG, Vogt-Schild Druck AG, VS Vertriebs GmbH, Weiss Medien AG, Dietschi AG, TrisCom-Media AG, Radio 32 AG, AZ Vertriebs AG, Zofinger Tagblatt AG
Gesunder Darm
Die Gesundheit beginnt im Darm. Doch wie hält man den Darm gesund ? Und sind Darmsanierungen wirklich sinnvoll oder bloss rausgeschmissenes Geld ?
Der Yoga-Boom
Yoga boomt seit Jahren. Doch was taugen die geistigen und körperlichen Übungen ? Und welche Formen sind für wen besonders geeignet ? Eine Übersicht.
Tibetische Medizin
Im Gegensatz zur Chinesischen Medizin ist die Tibetische Medizin hierzulande noch kaum bekannt. Dabei ist sie der TCM in vielem sogar überlegen.
Ihr Kinderlein kommet
Viele Paare sind ungewollt kinderlos. Damit sich der Babywunsch doch noch erfüllt, wird immer öfters nachgeholfen. Auch mit alternativen Methoden.
«natürlich» 09-18 erscheint am 30. August 2018
Kontakt /Aboservice: Telefon 058 200 55 62 oder abo@natuerlich-online.ch, www.natuerlich-online.ch
Restlesenszeit
Thomas Widmer mag keine Romane mehr lesen. Seine früheren Helden der Literatur fesseln ihn nicht mehr; Fiktion ndet er nur noch fade. Erfunden eben. Doch was liest man gegen Ende seiner mittleren Jahre, wenn man spürt, dass die Lebenszeit knapper wird ?
Thomas Widmer ist Reporter bei der « Schweizer Familie ».
Kürzlich frohlockte ich morgens: Ha, endlich wieder einmal ein Lesesonntag! Es regnete. Und ich war weder zu einem zeitfressenden Brunch noch zu einem Kindergeburtstag eingeladen, von dem man einen Tinnitus heimbringt. Stattdessen würde ich im Bett liegen. Earl-Grey-Tee schlürfen. Und lesen.
Vom Stapel für solche Gelegenheiten griff ich mir das oberste Buch. «Jude The Obscure» von Thomas Hardy. Freund Hürzi hatte mir den Roman, einen englischen Klassiker, empfohlen. Er erzähle die Geschichte eines Waisenjungen auf der Suche nach dem Glück. Das Buch sei herzzerreissend. Es sei Weltliteratur. Genial sei es.
Ich begann zu lesen. Eine Stunde später warf ich das Buch auf den Boden, nahm mein Handy, las die News auf «Spiegel Online». Thomas Hardy hatte es nicht geschafft, mich ins 19. Jahrhundert zu entführen.
mein Handy, las die News auf «Spiegel Online». Thomas Hardy hatte es nicht geschafft,
Schon seit einiger Zeit stelle ich fest: Ich kann keine Romane mehr lesen. Die Kraft der Fiktion, die auf mich zu wirken begann, als ich mit neun Jahren Karl May entdeckte – dieser Zauber ist weg. Ich habe es an Geschichten überprüft, die mich früher enthusiasmierten. An Max Frischs «Mein Name sei Gantenbein» etwa. Nichts zu machen! Ohnehin hätte Frisch dasselbe auf einem Viertel der Länge darlegen können.
Dem Internet die Schuld zu geben, greift zu kurz. Klar macht es sein schneller Rhythmus uns Heutigen nicht einfacher, mit der Langsamkeit von Literatur umzugehen. Doch bei mir spielt etwas anderes mit: Erfundene Geschichten erscheinen mir neuerdings volatil. Schwächlich. Erfunden eben. Nicht einmal mehr der Schockerrusse Dostojewski vermag mich zu fesseln.
Über einem Kaffee schilderte ich Studienfreund Pedro die Sache. Er grinste: «Ha ha, jetzt ist es auch bei dir passiert!» Der Mensch, sagte Pedro, verliere gegen Ende seiner mittleren Jahre die Lust, sich mit Romanen abzugeben. Er spüre, dass die Lebenszeit knapper werde. Und daher strebe er nach allgemeingültiger, gehaltvoller Lektüre. Sachbücher, Historisches, Biogra en gewännen an Attraktivität.
Volltreffer, Pedro! Wenn ich die Bücher mustere, die ich in den letzten Monaten las, wird alles klar: Da geht es um den Aufstieg Stalins; um die Entzifferung der DNA im Jahre 1953; oder um den Zusammenhang von Zoroastrismus und Christentum. Die Bücher, die ich wirklich schätze, erklären grosse Dinge von Geschichte über Wissenschaft bis Religion.
Als ich gestern abend nach Hause kam, schaltete ich das Radio ein. Die Schaffhauser Aeronauten sangen: «Denn mit dem Alter fängt man an, sich für Countrymusik zu interessieren.» Ganz so weit bin ich noch nicht. Auf dem Gebiet des Lesens aber hat sich schon etwas verschoben ... Drum jetzt noch ein Buchtipp: Kennen Sie «Eine kurze Geschichte der Menschheit» von Yuval Noah Harari? Müssen Sie lesen! ◆
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Tag 2 Melk–Wien. Sie besichtigen das Benediktinerstift* Melk. Flussfahrt nach Wien. Fahrt zum Heurigen (Fr. 35) oder Besuch eines Klassischen Konzerts (Fr. 75).
Tag 3 Wien. Entdecken Sie Wien auf einer Stadtrundfahrt*. Nachmittags Ausflug ins Burgenland mit Weindegustation und Rundgang in Rust am Neusiedlersee (Fr. 45).
Tag 4 Budapest. Ausflug Apajpuszta auf eine typisch ungarische Czarda*. Am Abend Ausflug Budapest by Night (Fr. 20).
Tag 5 Budapest–Esztergom. Vormittags Rundfahrt Budapest*. Am Nachmittag Ausflug zum Donauknie (Fr. 40). Anschliessend Besuch der Basilika.
Tag 6 Bratislava. Altstadtführung* in Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei, deren Geschichte und Ge-
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