KOLUMNE
Schreibblockade Wie diese Kolumne fast ausfiel
Tina Heiniger Thun
Alle Menschen, welche kreativ tätig sind, kennen es. Manchmal geht nichts mehr. So erging es mir beim Schreiben dieser Kolumne. Mir gelang es nicht, mich auf ein Thema zu fokussieren, geschweige denn, etwas Anständiges auf Papier zu bringen. Ich arbeitete an drei Texten simultan, die Entwürfe wurden allesamt sofort wieder verworfen. Von solchen kreativen Engpässen handelt dieser Text.
Von wegen: Unter Druck arbeite ich am besten
Persönlich zögere ich Aufgaben oftmals etwas hinaus. Ich bin eine Meisterin des «vor mich hin Schiebens».
Egal ob der Gang zu einer Behörde, Wohnungsputz oder eben auch eigentlich schöne Aufgaben, wie das Schreiben von Texten, werden hinausgezögert, da ich unter Druck wirklich am besten arbeite. Nun, dieses Mal war dies nicht der Fall. Ich sass vor meinem Computer und begann zu tippen, aber es wollte nichts gelingen. Alles, was ich da lesen konnte, war Müll. Deshalb widmete ich mich anderen Dingen. Vielleicht hilft es ja, wenn ich mit dem Hund drei Stunden spazieren gehe, den Wocheneinkauf erledige, alle Fotos auf dem Computer alphabetisch sortiere oder ein bisschen male – am besten wäre ein Bild im Übergrössen-Format. Das Schreiben meiner Kolumne war also erstmals vertagt und ich widmete mich anderen Nebensächlichkeiten meines Lebens.
Gut Ding will Weile haben!
In vielen Dingen bin ich leider nicht sehr beharrlich und ich lasse mich leicht ablenken. Gesündere Ernährung? Kann ich morgen damit anfangen. Wohnungsputz? Ach, über den Kleiderberg kann ich noch locker rüber klettern. Das Spülen des Geschirrs? Solang ich noch Töpfe und Teller habe, kann ich ja noch kochen.
«You fail only if you stop writing. »
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Bödeli- / BrienzInfo | Februar 2020
Bei diesen alltäglichen Lappalien ärgert mich meine Inkonsequenz selten. Dafür aber umso mehr, wenn mir etwas nicht gelingt, das ich wirklich von Herzen gerne tue. Eben wie das Schreiben von Texten. Normalerweise setze ich mich an den PC, beginne zu schreiben und nach ein paar Zeilen gelingt es fast automatisch, dass ein annehmbarer Text entsteht. Leider war dies bei der aktuellen Kolumne auch am Abgabetag nicht der Fall.