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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 23 475 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 80 I 165. Jahrgang I Freitag, 7. Oktober 2011

Steuerfusserhöhung?

Vernetzungsprojekt

Gemeinde Wettswil: Gesamtsteuerfuss soll um ein Prozent steigen. > Seite 5

Aeugster Landwirte leisten wichtigen Beitrag zum Erhalt des Naherholungsraums. > Seite 7

Umfahrung gehört zu «herausragenden Projekten»

Weisbrod Zürrer AG: 70 der 100 Arbeitsplätze sind gefährdet

Der Autobahnzubringer OttenbachObfelden gehört laut neuestem Strassenbauprogramm des Regierungsrates 2012 bis 2014 zu den «herausragenden Projekten». Der Kantonsrat wird Ende dieses Jahres oder 2012 über einen Kredit von 65,4 Mio. Franken befinden (einschliesslich flankierende Massnahmen für die Ortsdurchfahrten). Der Bund hat dazu eine Kostenbeteiligung von maximal 25,8 Mio. Franken in Aussicht gestellt. Das Geschäft liegt derzeit bei der kantonsrätlichen Kommission. (AA)

Besondere Dienste für ältere Menschen Für besondere Dienste für ältere Menschen wurde der Besuchsdienst Affoltern ausgezeichnet – namentlich dessen Leiterin Ursula Jarvis. Die Auszeichnung erfolgte durch das Dienstleistungscenter Limmattal und Knonauer Amt von Pro Senectute. Die Organisation stellt im Europäischen Jahr der Freiwilligenarbeit das freiwillige Engagement für Seniorinnen und Senioren besonders in den Vordergrund. ................................................... > Bericht auf Seite 15

Toni Seiler in Hockenheim auf dem Podium Der Bonstetter Rennfahrer Toni Seiler klassierte sich beim ADAC-GT-Masters in Hockenheim in der Amateurwertung auf Platz 11. Das sicherte ihm in der Gesamtwertung den dritten Platz – obwohl Teamkollege Philipp Eng am Sonntag nach starkem Rennbeginn mit einem technischen Problem ausschied. Seiler klagte über die ruppige Fahrweise: «Ich musste mehrmals von der Strecke, um eine Kollision zu vermeiden.» Nächste Saison will er aber wieder voll angreifen.

................................................... > Bericht auf Seite 35

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Steuerfusssenkung? Politische Gemeinde Knonau: Gemeinderat beantragt Reduktion von 5 Prozent. > Seite 7

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Wieder in Betrieb Gemeinde Aeugst hat Geschwindikeitsanzeige «Speedy» getestet. > Seite 9

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Mosaik-Wappen Schmuck für die Knonauer «Stampfi» – ein Geschenk von Silvia Iencinella. > Seite 13

Restrukturierung beim Hausemer Textilunternehmen Wegen drastischer Umsatzrückgänge als Folge der Finanzkrise und des starken Frankens sind beim der exportorientierten Weisbrod Zürrer AG in Hausen rund 70 der knapp 100 Arbeitsplätze gefährdet. Seit über 185 Jahren werden in der Seidenweberei Weisbrod-Zürrer AG in Hausen Damenoberbekleidungsstoffe und Krawattenstoffe gewoben. Inzwischen verfügt das in 6. Generation geführte Familienunternehmen über diverse Standbeine im Textilgeschäft, die sehr unterschiedlich zum Geschäft beitragen. In der Schweiz ist die Weisbrod-Zürrer AG vor allem bekannt für Accessoires aus Seide, die unter dem Markennamen weisbrod in Hausen am Albis hergestellt werden, und für den beliebten Fabrikladen in Hausen am Albis mit einem grossen Stoffsortiment. Weitaus der grössere Umsatzanteil wird aber im internationalen Stoffgeschäft mit avantgardistischen Innendekorationsstoffen und modischen Damenoberbekleidungsstoffen erwirtschaftet. In diesen Bereichen ist die Firma zu fast 90% vom Exportumsatz abhängig und entsprechend anfällig auf die Auswirkungen des starken Schweizer Frankens.

10 Mio. Franken investiert – und überrascht worden In den letzten fünf Jahren hat das Unternehmen über 10 Millionen Franken in den Produktionsstandort Schweiz und in mehrere Forschungsprojekte investiert. Die durch den Beginn der Finanzkrise ausgelösten dramatischen Umsatzrückgänge von bis zu 50 Prozent innerhalb weniger Monate haben die Firma überrascht. Als sofortige Massnahmen wurden Kurzarbeit ein-

plätze gefährdet. Die Mitarbeiter wurden am 3. Oktober informiert und haben nun bis am 17. Oktober Zeit, Vorschläge einzureichen, die zu einer deutlichen Verbesserung der Situation der Firma führen könnten. Falls sich kein neuer Weg abzeichnet, würden die Kündigungen auf Ende dieses Monats ausgesprochen. Nach sechs Monaten wären dann voraussichtlich noch ca. 30 Personen bei der Weisbrod-Zürrer AG beschäftigt. «Für die Unternehmer-Familie war es eine bittere Enttäuschung, ihren Mitarbeitern diese Mitteilung machen zu müssen. Die firmeneigene Patronale Stiftung wird einen Sozialplan erstellen, der grosszügige Abfindungen vorsieht», halten Ronald, Oliver und Sabine Weisbrod in einer Mitteilung fest. (pd/-ter.)

Die Weiterproduktion der laufenden Artikel ist nicht gefährdet. (Bild zvg.) geführt und Optimierungen in allen Geschäftsprozessen umgesetzt. Der anschliessend an die Finanzkrise unter starken Aufwertungsdruck geratene Schweizer Franken hat diesen Bemühungen jedoch die Wirkung genommen. Die Stabilisierung bei einem Euro-Kurs von 1.20 reicht in der globalisierten Textilbranche leider bei Weitem nicht, um weiterhin konkurrenzfähig Textilien exportieren zu können. Das heutige Umsatzniveau und die deutlich gesunkenen Margen machen es nahezu unmöglich, den grossen Kostenapparat der Schweizer Produktion, der Designentwicklung in Form von grossen Kollektionen, den weltweiten Vertrieb über Vertreter sowie die hohen Messekosten aufrechtzuerhalten. Auch die vielen innovativen Forschungsprojekte ermöglichten bis jetzt den Turnaround nicht. Aufgrund der schon lange anhaltenden negativen finanziellen Situation sind der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Weisbrod-Zürrer

AG schon länger dabei, Lösungen zu suchen. Viele verschiedene Verkleinerungsvarianten haben rechnerisch keine Verbesserung der Situation erbracht. Deshalb wurden Gespräche mit Mitbewerbern aufgenommen, um zu prüfen, ob ein Teilbereich der Produktion an einem anderen Ort weitergeführt werden könnte. Diese Gespräche sind auf gutem Wege. Für die internationale Stoffkundschaft würde während einer Übergangsfrist von sechs Monaten mit gewohntem Service noch in Hausen produziert, die Weiterproduktion der laufenden Artikel ist also nicht gefährdet. Von den Massnahmen nicht betroffen sind die weisbrod-Accessoires-Läden sowie der erfolgreiche firmeneigene Stoffladen auf dem Fabrikareal in Hausen am Albis, der als wichtiges Standbein weiterentwickelt werden soll. Wenn während der eingeleiteten Konsultationsfrist keine andere Lösung mehr gefunden werden kann, wären zirka 70 der knapp 100 Arbeits-

anzeigen

Planungszone: Rekurs gegen gemeinderätliches «Verlängerungs-Nein» Für den Gemeinderat Affoltern nach Genehmigung der BZO-Änderung nicht mehr nötig Der Gemeinderat Affoltern hat das von privater Seite eingereichte Gesuch, die Planungszone für das Gewerbe- und Industriegebiet erneut zu verlängern, abgelehnt und den Entscheid ohne Rechtsmittelbelehrung formuliert. Gegen den ablehnenden Entscheid, der dem Gesuchsteller (beziehungsweise dessen Anwalt) in Briefform mitgeteilt worden ist, wurde gemäss Mitteilung der kantonalen Baudirektion Rekurs erhoben. Die Rekurs-

schrift liegt dem Gemeinderat im Moment noch nicht vor.

Zur Sache Die von der Gemeinde beantragte Planungszone für das Gewerbe- und Industriegebiet Affoltern wurde im Juli 2007 von der Baudirektion auf drei Jahre festgesetzt. Nach der Rückweisung einer ersten Vorlage auf Änderung der Bau- und Zonenordnung

durch die Gemeindeversammlung am 30. November 2009 ist die Planungszone auf Antrag des Gemeinderates um ein weiteres Jahr bis am 25. Juli 2011 verlängert worden. Mit Brief vom 21. Juli 2011, eingegangen am 22. Juli – also nur gerade drei Tage vor Ablauf der verlängerten Frist – ging das erwähnte Gesuch um erneute Verlängerung ein. Nicht weil dem Gemeinderat keine Zeit mehr zur Verfügung stand, sich innert der drei verbleibenden Ta-

ge (notabene exakt über ein Wochenende) zu beraten, sondern weil kein Grund für eine weitere Verlängerung bestand, hat der Gemeinderat das neuerliche Gesuch dann wie oben beschrieben abgelehnt. Begründet hat er seinen Entscheid damit, dass die Gemeindeversammlung die BZO-Änderung am 29. November 2010, so quasi im zweiten Anlauf, genehmigt hat. ................................................... > Weitere Berichte auf den Seite 3/5

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