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Weiss Medien AG I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I Telefax 058 200 5701 I www.weissmedien.ch I Auflage 23 475 I AZ 8910 Affoltern a. A.

aus dem bezirk affoltern I Nr. 84 I 165. Jahrgang I Freitag, 21. Oktober 2011

Neuer Schulpräsident

Milderes Urteil

Hermann Bättig löst in Hedingen den vorzeitig zurücktretenden Moritz Wandeler ab. > Seite 3

Bonstetter Schläger kommt mit einer bedingten Geldstrafe weg. > Seite 3

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Einbruchswelle

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Einbrecher waren in letzten Tagen vor allem in Affoltern und in Mettmenstetten aktiv. > Seite 3

Auch Säuliämtler Urs E. Kneubühl, langjährer Mitarbeiter von Ueli Prager, über den Mövenpick-Gründer. > Seite 7

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Bachputzer Jugendliche vom Lilienberg im Dienst der Gemeinde Affoltern. > Seite 11

Bezirksgericht: Kampf ums Präsidium?

Hochbetrieb in den Mostereien der Region

Bei der Nachfolge von Bezirksgerichtspräsident Andreas Gerber zeichnet sich ein Wahlkampf ab: Die SVP des Bezirks Affoltern, die das Präsidium bisher stets für sich beanspruchte, schickt lic. iur. Beatrice van de Graaf ins Rennen. Sie setzte sich parteiintern gegen zwei weitere Kandidaten durch. Frau van de Graaf ist derzeit in der mobilen Ersatzrichterequipe als Ersatzbezirksrichterin am Obergericht tätig. Interesse am Bezirksgerichtspräsidium hat auch Peter Frey, der am Gericht in Affoltern als vollamtlicher Ersatzrichter tätig ist. Er geniesst das Vertrauen aller Richterinnen und Richter des Bezirksgerichts. «Auch ich kann ihn als Nachfolger in jeder Hinsicht nur empfehlen», sagte Andreas Gerber, als er seinen Rücktritt auf Mai 2012 ankündigte («Anzeiger» vom 6. September). ................................................... > Bericht auf Seite 7

Mostobst aus dem Säuliamt wird grösstenteils im aargauischen Muri verarbeitet. In den Kundenmostereien herrscht Hochbetrieb.

Weitere Tempo-30-Zone in Aeugst Aufgrund einer Petition von Anwohnern, im Mai 2010 eingereicht, wird in Aeugst das Projekt Tempo 30 Büelstrasse/Unterdorf realisiert. Übrigens: Tempo 30 wird an der Dorfstrasse, die von Schülern überquert wird, mehrheitlich nicht befolgt. 52% fuhren gemäss Geschwindigkeitsmesser «Speedy» zu schnell. ................................................... > Bericht auf Seite 3

Hausemer Nachtweid-Wiese mit dem Fabrikareal von Weisbrod-Zürrer (links). (Bild Martin Platter)

Neue Debatte um die Nachtweid in Hausen? Teilweise neuwertige Produktionshallen von Weisbrod werden frei Die Einstellung der defizitären Seidenweberei der Weisbrod-Zürrer AG in Hausen lässt teilweise neuwertige Produktionshallen freiwerden. Sabine und Oliver Weisbrod, die beiden Geschäftsführer, haben ein klares Ziel: «Wir möchten auf unserem Areal wieder mindestens so viele Arbeitsplätze ansiedeln, wie mit der Schliessung der Seidenweberei verloren gehen.» Mindestens 74 wären das. Das Vorhaben

bringt neue Bewegung in eine laufende Diskussion. Der Gewerbeverein Oberamt möchte seit geraumer Zeit die benachbarte Nachtweid in Gewerbeland umzonen. Mit dem Ansinnen der Weisbrods erschiene dieser Plan in einem neuen Licht. «Wir halten an der Umzonung fest», sagt Rolf Rüegg, der Präsident des Gewerbevereins auf Anfrage des «Anzeigers». Ein Vertragsentwurf liege bereits vor. «Die Idee ist,

Sowohl in der Grossmosterei Fremo in Muri AG als auch in den kleineren Kundenmostereien im Knonauer Amt wird in diesen Tagen mit Hochdruck gearbeitet. Die meisten Mostobstproduzenten aus dem Säuliamt bringen ihre Früchte zu einer Sammelstelle in Affoltern. Von dort werden die Äpfel und Birnen mit Grosscontainern ins nahe Aargau befördert. Die Fremo AG verarbeitet in dieser Saison über 300 Tonnen Obst aus dem Knonauer Amt. Für kleinere Quantitäten und Privatkunden, welche gerne den Saft des eigenen Mostobstes trinken, sind die Kundenmostereien zuständig. Die kleineren Mostereien im Obfelder Dorfteil Bickwil und in Maschwanden pasteurisieren den Saft nach dem Pressen. Die Kunden erhalten den Süssmost ihrer eigenen Früchte in Kartongebinden oder Petflaschen zurück. ................................................... > Bericht auf Seite 9 anzeigen

dass die Gemeinde das Land kauft, um es dann zu einem vertraglich festgelegten Quadratmeterpreis von 230 Franken an interessierte Gewerbetreibende weiterverkauft», erklärt Rüegg. Eine Firma aus der Elektro-Solarbranche habe bereits Interesse angemeldet. Sie würde Hausen 25 bis 30 Arbeitsplätze bringen. (map.) ................................................... > Bericht auf Seite 5

Weiterer Kiesabbau an der Knonauer Grenze Die Risi AG will im «Äbnetwald» eine weitere Abbauetappe eröffnen Die Risi AG plant beim «Äbnetwald» nahe Knonau weitergehenden Kiesabbau, wozu auch eine Waldrodung nötig ist. Die neue Abbauetappe umfasst 1,5 Mio. Kubikmeter. ................................................... von werner schneiter Seit Jahrzehnten holt die Risi AG beim «Äbnetwald» Kies aus dem Boden – in früheren Jahren auch auf Knonauer Gebiet. Nun sind auf Zuger Boden zwei weitere Abbauetappen geplant: Zwei Drittel des 5,5 ha grossen Areals liegen in der Landwirtschaftszone «Hof» und ein Drittel im «Äbnetwald West», unmittelbar westlich der Knonauerstrasse. Der Abbau erfordert eine Zonenplanänderung. Seit einer Woche liegen die Pläne in Cham öffentlich auf. Jedermann kann sich dazu bis zum 15. November 2011 äussern. Die

Gemeinde Knonau hat in diesem Fall kein Mitspracherecht. «Der Gemeinderat steht – was das gesamte Abbaugebiet betrifft – in ständigem Kontakt mit den Zuger Instanzen; ich gehöre einer Arbeitsgruppe an, die sich demnächst wieder trifft», sagt Gemeindepräsident Walter von Siebenthal.

1,5 Mio. Kubikmeter Gemäss technischem Bericht beträgt das Abbauvolumen der neuen Etappen insgesamt 1,5 Mio. Kubikmeter; es liegt bereits im Zuger Richtplangebiet «Abbau und Rekultivierung». Der Kiesanteil beträgt rund 900 000 Kubikmeter, 600 000 Kubikmeter sind Moränen-Material. Wird im neuen Gebiet im gleichen Rhythmus wie heute Kies abgetragen, reicht das dortige Vorkommen für schätzungsweise vier Jahre. Die Auffüllung wird bei einer jährlichen Ablagerung von zirka 180 000 Kubikmetern rund fünf Jahre in An-

spruch nehmen – ohne Rekultivierung. Im Projektdossier wird betont, das Gebiet sei «geologisch geeignet». Von Vorteil sei ausserdem, dass die Infrastruktur für den Betrieb und die Erschliessung des Geländes bereits vorhanden sei. Am Ziel- und Quellenverkehr auf das Einzugsgebiet für Abbau und Ablagerungsmaterialien partizipiert der Kanton Zürich laut technischem Beschrieb schätzungsweise mit 10% – eine Zahl, hinter die Walter von Siebenthal ein Fragezeichen setzt.

1,7 ha Wald roden Das Kiesabbauvorhaben erfordert in der zweiten Etappe eine Rodung von 1,7 ha Wald. Gemäss Rodungsplan erfolgen diese Arbeiten im Winter 2012/2013. Das Projekt sieht auch eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes vor. Die neue Grube wird vorerst mit unbelastetem Material aufgefüllt. Während die offene Land-

schaft mit Hecken und Obstbäumen bestückt wird, sind für den gerodeten Waldteil standortgerechte und einheimische Gehölze vorgesehen.

Weiterer Abbau auch auf Knonauer Boden geplant Bereits besteht eine Folgeprojekt zum jetzigen Abbauvorhaben. Die weiterführende Planung der Etappen 3 bis 5 (Kanton Zug) und 6 (Knonau) innerhalb des Richtplangebiets werde zu einem späteren Zeitpunkt behandelt und sei nicht Gegenstand des jetzigen Abbauprojekts, heisst es im Dossier. Geologische Untersuchung haben gezeigt, dass im «Äbnetwald» auf einer Fläche von 19,5 ha abbauwürdiges Schotter- und Moränenmaterial im Ausmass von rund 6,5 Mio. Kubikmeter zu erwarten sind. Die vor ein paar Jahren bewilligten Etappen brachten einen Abbauertrag von 2,1 Mio. Kubikmetern.

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