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DER TANGO-REVOLUZZER

GASTDIRIGENT MARIANO CHIACCHIARINI ÜBER SEINEN LANDSMANN UND JUBILAR ASTOR PIAZZOLLA, DESSEN MUSIK IM MITTELPUNKT DES 3. PHILHARMONISCHEN KONZERTS „TANGO!“ STEHT.

Im Mai reisen wir mit Astor Piazzolla und den Bad Reichenhaller Philharmonikern in den Süden, nach Lateinamerika. Der Argentinier feiert dieses Jahr sein 100. Jubiläum. Als Sohn einer italienischen Familie und mit Wurzeln in Buenos Aires, New York und Paris, hat er den Tango revolutioniert. Die Schwerpunkte dieses Tanzes wurden in seinen Händen mit einem neuen Schwung erneuert; das Gewicht beim 4/4 auf 1 und 3 wurde zu einem lebendigen 3+3+2 transformiert. Neue Instrumente und Einflüsse haben sich mit dem Tango verschmolzen. Als gebürtiger Argentinier ist diese Musik für mich mit vielen Bildern meiner Kindheit verbunden: die Farben von Buenos Aires, meine ersten Stücke am Klavier, das Funkgerät meiner Eltern, die Melancholie der Tango-Salons in der Stadt und der Wunsch, diesen unglaublichen Tanz und seine Geheimnisse zu lernen. Vieles entzündet sich in mir, wenn ich diese Musik höre, und noch mehr, wenn ich sie dirigieren darf...

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Tangazo („großer Tango“ auf Spanisch) gehört zu der kleinen Auswahl von Werken, die er für Sinfonieorchester geschrieben hat, damit und bei seinem Highlight Libertango werden wir viel Leidenschaft und Energie einbringen. Mit uns spielt beim Aconcagua-Concerto auch ein seltsames Instrument in der Welt der klassischen Musik: das Bandoneon, das Instrument des Tangos und Argentiniens – ein Instrument, das, obwohl es viele nicht wissen, ursprünglich aus Deutschland kommt (aus Krefeld, um präziser zu sein!). Ein besonderer Abend mit Piazzollas Jubiläum, wir freuen uns auf euch! Mariano Chiacchiarini

Foto: M. Chiacchiarini

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