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Mittwoch, den 19. Juli 2017 • Nr. 29/38. Jahrgang Mühlenstraße 8 A, 29221 Celle, Telefon (0 51 41) 92 43-0
Oberbürgermeister a.D. Biermann hielt Rede beim Festessen
„Eines Tages vom Vaterland Europa sprechen“ CELLE (ram). Der Große Schafferrat hatte am vergangenen Montag im Rahmen des Celler Schützenfestes zu Ehren der scheidenden Majestäten 2016/17 zum Großen Festessen eingeladen. Höhepunkt der Veranstaltung war auch in diesem Jahr wieder die „Rede auf Heimat und Vaterland“. Der Oberste Hauptschaffer Norbert Schüpp blickte in seiner Rede auf die bisherigen traditionellen Veranstaltungen zurück, die bei angenehmen Temperaturen gefeiert wurden. „Wir bringen die Freude in die Stadt, und es wird uns durch fröhliche Menschen aus nah und fern gedankt“, sagte er. Die „Rede auf Heimat und Vaterland“ hielt in diesem Jahr Oberbürgermeister a.D. Dr. h.c. Martin Biermann. Er sei überzeugt davon, dass beide Begrif-
fe aus heutiger Sicht nicht mehr unauflöslich miteinander verbunden werden könnten, denn Heimat sei heute nicht mehr wie früher gleichbedeutend mit Vaterland, Staat und Nation, sondern habe eine davon ganz losgelöste eigenständige Bedeutung. Der Begriff „Heimat“ werde heute nach der Definition als der Ort begriffen, in den der Mensch hineingeboren werde, seine frühen sozialen Bezüge erfahre und zu dem er dadurch ein besonderes
Gefühl der Verbundenheit entwickele. Es sei also eine Bindung des Geborgenseins und habe wenig, fast gar nichts mit formaler Nationalität und Staatsangehörigkeit zu tun. Heimat gelte für Migranten und Deutsche gleichermaßen. Zum Begriff „Vaterland“ verwies Biermann unter anderem auf die Präambel des Grundgesetzes, die mit den Worten beginne: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Wil-
Die jüngsten Majestäten wurden am Sonntagnachmittag vor dem Schloss vorgestellt.
Vogelkundliche Wanderung BANNETZE. Am Freitag, 21. Juli, macht Heinrich Lammers wieder eine vogelkundliche Wanderung im Bannetzer Moor und an der Aller. Die Führung beginnt um 14 Uhr auf dem Hof Lammers in Bannetze, Bremerstraße 18/Ecke Rübelandsweg (an der Kartoffelkiste), und dauert zirka drei Stunden. Mit etwas Glück werden unter anderem Neuntöter, Schwarzkehlchen, Schafstelze, Wachtel, Moorente und roter Milan gehört oder gesehen, aber auch der seltene Lämmersalat, Roter Saathohlzahn und Ackerzahntrost zu sehen sein. Alle Ziele werden mit dem Pkw angefahren. Fernglas, wetterfeste Kleidung und Verpflegung sollte man dabei haben. Nähere Infos unter Telefon 0162/6902156.
Foto: Müller
len beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen hat sich das deutsche Volk dieses Grundgesetz gegeben.“ Das vereinte Europa sei also der permanente Auftrag und das unzweideutiges Ziel der Verfassung. Auch erinnerte er an Altbundeskanzler Helmut Kohl, der in seinem letzten Buches den Wunsch geäußert hat, „dass man eines Tages nicht mehr vom ‚Europa der Vaterländer, sondern vom Vaterland Europa‘ sprechen mögen.“ Biermann: „Für diese Haltung hat ihn die Welt geehrt und ich sage offen, in diesem Sinne liebe auch ich Heimat und Vaterland.“ Weitere Höhepunkte waren die Enthüllung des Königsbildes von Hauptkönig Harald Dratius sowie die Rückkehr des verschollenen Königsbildes von Wilhelm Ahrens aus dem Jahr 1909 nach Celle ins Schützenmuseum. Zudem gab es mehrere Ehrungen. So bekamen Karsten Schörder und Friedrich Völker für ihre langjährige Tätigkeit im Schafferrat Ehrennadeln. Geehrt wurden außerdem für 15 Jahre im Schafferrat Norbert Schüpp, Marion Ehlers-Braul, Thomas Fiedler und Andreas Bartels, für 25 Jahre Arnold Buntin sowie für 40 Jahre Kurt Beyer. Schließlich wurden in kurzen Reden die Könige vorgestellt: Michael Buske (HehlentorSchützengesellschaft), KarlHeinz Mehlis (Schützencorps Neuenhäusen), Heinz-Günter Köhler (Altenceller-Vorstadt), David Cotterill (Altstädter Schützengilde) sowie Hauptkönig Harald Dratius (NeustadtAltenhäuser Schützengesellschaft).
Unter Beteiligung von zahlreichen Vereinen fand am vergangenen Sonntagnachmittag der XL-Festumzug statt. Foto: Müller
Auf dem Gelände des VdH Celle
Celler Hundesportler hatten erfolgreichen Tag
CELLE. Kürzlich kamen auf dem Gelände des VdH Celle wieder viele Turnierhundesportler aus ganz Niedersachsen zusammen, um sich in den unterschiedlichen Disziplinen zu messen und einen tollen, sportlichen Tag zu verbringen. Das eher durchwachsene Wetter hielt niemanden an diesem Tag davon ab, das jeweils Beste aus seinem Vierbeiner und sich selbst rauszuholen. Die gute Organisation und Vorbereitungen im Vorfeld aber auch am Turniertag selbst durch fleißige und engagierte Vereinsmitglieder und der Turnierleiterin Sandra Pape machten diesen Tag zu einem gelungenen und aus Celler Sicht erfolgreichem Turniertag. Merle Cordua erlief mit Hündin Isi im Hindernislaufturnier in ihrer Altersklasse den ersten Platz; Holger Pape mit der Hün-
din Kira den zweiten Platz. Gemeinsam starteten beide als die „VdH Roadrunner“ in der Disziplin Shorty und erzielten den vierten Platz. Im Combinations-Speed-Cup (CSC) traten beide mit Nadine Voßmeyer aus Laatzen als Team „Young & Old“ an und sicherten sich den dritten Platz. Holger Pape, Ellen Ziemer-Sonnenberg und Petra Stahnke bildeten das zweite Celler Team in dieser Disziplin. Als „Die Humpelpeter“ erzielten sie den fünften Platz und waren auf sich und ihre Hunde sehr stolz.
VNL äußert sich zur neuen Bertelsmann-Studie:
Attraktivität des Lehrerberufs in Niedersachsen verbessern
CELLE. Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL/ VDR) sieht nach der Veröffentlichung der Studie der Bertelsmann-Stiftung enormen Handlungsbedarf für Niedersachsens Landesregierung in Sachen Lehrergewinnung. Nach 15 Jahren kontinuierlichem Rückgang kündige sich der Studie nach ab 2025 ein Schüler-Boom an. „Diese an sich erfreuliche Tatsache hat große Folgen: Wenn die Landesregierung und die Kommunen nicht umgehend umsteuern, droht ein dramatischer Engpass an Lehrkräften und Gebäuden. Dabei herrscht schon 2017 an Niedersachsens Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen ein schmerzlich spürbarer Lehrermangel“, so
der VNL/VDR-Landesvorsitzende Manfred Busch. Der VNL/VDR hat aber Zweifel, ob der Landesregierung der Ernst der Lage wirklich bewusst ist. Gerade habe Ministerpräsident Weil eine landesweit durchschnittliche Unterrichtsversorgung von 98,9 Prozent mit „Das lässt sich sehen“ bezeichnet. Dabei liege an sehr vielen Schulen des SekundarI-Bereiches die Unterrichtsversorgung nur bei etwa 95 Prozent. Wie er die angekündigte
Erhöhung auf mehr als 100 Prozent wirklich schaffen will, habe er offen gelassen. „Zu bedenken ist dabei, dass Maßnahmen zur künftigen Lehrergewinnung, die eine Landesregierung heute trifft, frühestens in sieben Jahren zum Erfolg führen können. Solange dauert es, bis eine Lehrkraft nach Studium und Referendariat mit voller Stundenzahl unterrichten kann. Deshalb muss umgehend reagiert werden“, mahnt Busch. In anderen Bundesländern bekämen Bewerber gerade im Grundschul- und Sekundarbereich I vielfach eine höhere Besoldung.
Hundesportler maßen sich auf dem VdH-Gelände in unterschiedlichen Disziplinen. Foto: privat