DACHEINDECKUNG | REPORTAGE
TRADITION verpflichtet Als Annette und Thomas Jevsek ihren mehr als 100 Jahre alten Bauernhof in Vreden kauften, wussten sie, dass viel Arbeit auf sie wartet. Der Bauherr, der Dachdeckermeister ist, erkannte schnell: Besonders das Dach benötigt eine grundlegende Sanierung. Fotos: Nelskamp
D
abei half die ganze Nachbarschaft. „Ein Zimmermann bestätigte uns, dass im Wohnbereich die Eindeckung nicht mehr regensicher war. Wir mussten daher den Dachstuhl komplett abreißen und neu errichten“, so Thomas Jevsek. Dadurch ergaben sich gestalterische Möglichkeiten: Die Bauherren verpassten dem Dach neue Konturen, indem sie Gauben einbauten, gleichzeitig erweiterte sich so der Wohnraum. Architektonisch wurde besonders auf den Erhalt des bäuerlichen Charmes Wert gelegt. Diesen betont die neu entstandene Dachschleppe. Für solch geschwungene Flächen eignet sich besonders der Hohlfalzziegel „H 15“ von Nelskamp. Mit 3,2 Kilogramm pro Stück ist er sehr leicht und ab einer Regeldachneigung von 22 Grad problemlos zu verarbeiten.
Außergewöhnliches Farbspiel „Bei der Verarbeitung habe ich das Wort, aber meine Frau ist für die Optik zuständig“, berichtet Thomas Jevsek. Den Dachziegel wählte die Bauherrin in der Farbe „Naturrot schwach reduziert“. Diese Färbung wird im „Reduktionsbrand“ hergestellt: Ein Produktionsverfahren, das beim Ziegel zu wunderschönen Schattierungen führt, die von rot bis blau changieren. „Da der reduzierte Brand unterschiedliche Farbverläufe be-
wirkt, ist es besonders wichtig, dass die Pfannen aus mehreren Paketen gemischt werden. Nur so entsteht ein Farbspiel, das abwechslungsreich ist aber durch die Ausgewogenheit auch ruhig wirkt“, betont Bauherrin Annette Jevsek. „Der Dachziegel liegt gut in der Hand, ist leicht und darum schnell zu verlegen. Wir hatten keinerlei Schwierigkeiten.“ bilanziert ihr Mann. Und Jevsek weiß ganz genau, wovon er spricht: Sein Bedachungsgeschäft besteht bereits seit 1908 und wird in der vierten Generation inhabergeführt. Durch zwei Aufhängenasen und die glatte Kopfrückseite wird die Verlegung des „H 15“ vereinfacht. Um möglichst wenig SchnittarEHLWHQ GXUFKI KUHQ ]X P VVHQ ZXUGH GLH 'DFKÁlFKH YRUKHU genau ausgemessen und auch alle Dachgauben entsprechend JHSODQW 'DQN GLHVHU SDVVJHQDXHQ (LQWHLOXQJ ZLUNW GLH 'DFKÁlche heute noch viel harmonischer.
Nachbarschaftshilfe Die Eindeckung des Steildachs war von Anfang an ein Gemeinschaftswerk. Nach alter Tradition halfen alle Nachbarn und gute Freunde bei der Dachdeckung und bildeten bei eisigem Wind eine Menschenkette, die die Ziegel von Hand zu Hand bis ]XP 'DFKÀUVW ZHLWHUUHLFKWHQ (bay)
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