lie:zeit Ausgabe 97

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08/2021

Die Spaltung der Gesellschaft muss vermieden werden Seit anderthalb Jahren belastet uns ein weitverbreitetes Virus. Die Massnahmen noch weiterhin zu tragen, wird schwierig. Bevor die Impffrage spaltet, ist die Pandemie zu beenden. Text: Agnes Dentsch und Herbert Elkuch

Die Besorgnis vor Ansteckung und Erkrankung ist bei vielen allgegenwärtig, aber auch die zunehmende Polarisierung sorgt für Unbehagen. Neue Mutationen! Dabei ist es völlig normal, dass Viren mutieren. Coronaviren können sich nicht alleine vermehren, Viren benötigen dazu Wirtszellen. Dringen Erreger in unseren Körper ein, produziert das körpereigene Immunsystem Antikörper. Gegen Corona sind in kürzester Zeit die mRNA-Impfstoffe mit künstlich hergestellter Erbinformation entwickelt worden, um Antikörper zu bilden. Die einen erhoffen sich viel, andere halten sich zurück. Feststeht: Auch Geimpfte können sich anstecken und das Virus weitergeben. Es sind auch bereits Impfnebenwirkungen bekannt geworden.

Abstand und Hygiene Die schon lang andauernde Ungewissheit und so viele Unsicherheiten werfen viele Fragen auf. Eigenverantwortung oder Dienst nach Vorschrift? Jeder mündige Bürger hat das Recht, für sich selbst zu entscheiden, was gut für ihn ist. Dazu auch Verantwortung gegenüber Mitmenschen wahrzunehmen, ist elementar für eine funktionierende Gesellschaft. Ob jemand zum eigenen Schutz eine Maske trägt oder aus Höflichkeit gegenüber anderen oder keine Maske trägt, ist von den Umständen abhängig. Mit Abstand und Hygiene können übertragbare Krankheiten auch sehr gut ferngehalten werden. Auch Stressvermeidung und gesunde Ernährung sind ein guter Helfer, um das Immunsystem zu stärken und bei einer Infektion die Schwere zu mildern. Trotzdem sollte man ansteckenden Krankheiten mit Respekt begegnen. Angst kann schaden Jeder Mensch reagiert anders auf Unsicherheit, Druck oder Stress. Schon beim PCR-Test reagiert unser Körper: «Hoffentlich bin ich nicht positiv.» Bei den Impfungen sind viele Bürger unsicher, ob sie sich impfen lassen sollen oder nicht. Könnten gestärkte Im-

munsysteme vieler Menschen eine Herdenimmunität auf bauen? Feststeht, dass die Impfung nur eine beschränkte Zeit Schutz bietet. In einigen Staaten wird schon von einer dritten Impfung gesprochen. Das Virus bleibt uns in einer stärkeren oder schwächeren Form erhalten. Wir müssen lernen, ohne Angst mit dem Virus zu leben. Angst führt zu einem Anstieg des Adrenalinspiegels, was in Gefahrensituationen zu Höchstleistungen anspornt. Wenn Ängste hingegen dauerhaft sind, kann das zu starken körperlichen und seelischen Beschwerden führen.

Gefährliche Anfänge einer Spaltung Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind besorgniserregend. Sie tendieren unterdessen zu mehr Sorgen als die gesundheitlichen Auswirkungen des Virus. Im Hintergrund findet indirekt immer auch eine moralische Wertung statt. Durch weiteren Druck wird die Spaltung noch mehr vertieft. Die Eskalation nimmt zu, wenn das so weitergeht. Die Diskriminierung auf den Bevölkerungsteil ohne Zertifikat steigt, es bildet sich ein Riss in der Gesellschaft. Teilnehmer an Events liessen sich mit Bändchen kennzeichnen, um zu zeigen, «ich bin zertifiziert, du nicht». Respekt statt Zertifikate Das Zertifikat ist für Reisen in EU-Länder Bedingung. Wird das Covid-Zertifikat jedoch als staatliche Intervention im eigenen Land eingeführt, ist dies inakzeptabel. Lange wurde über Eigenverantwortung geredet. Braucht es jetzt staatlich verordnete immunbasierte Kontrollen? Die «Zemma»-Gedanken der liechtensteinischen Bevölkerung am Anfang der Pandemie werden nicht mehr goutiert. Letztes Jahr hiess es «miar helfen anand!», dieses Jahr sollte es heissen «miar respektieren anand!»

Agnes Dentsch

Herbert Elkuch


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