Neue Form der Bestattung
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„Wasserurne“ stammt aus den Niederlanden Die bronzene Kugel im „Garten der Erinnerungen“ liegt mattglänzend auf Rindenmulch, eingebettet zwischen Sträuchern und Findlingen. Was aussieht wie ein Kunstobjekt, ist eine „Wasserurne“. Sie soll im Lobbacher Friedhof eine neuartige Art der Bestattung ermöglichen. Anders als übliche Urnen, wird sie nicht vergraben, sondern oberirdisch auf einem eingelassenen Betonsockel befestigt. Die Urne fängt das Regenwasser auf, das in Kontakt mit der Asche kommt und sie langsam an die Erde übergibt. LOBBACH
Bislang wird die alternative Bestattungsform, die von einem niederländischen Bestatterehepaar angeboten wird, vor allem in den Niederlanden, Irland, Spanien, Österreich und Luxemburg nachgefragt. In Deutschland gibt es Wasserurnen außer in Lobbach in Großwallstadt, Düren, im hessischen Dachsenhausen sowie auf dem Friedhof Hamburg-Blankenese.
Aus der Wasserurne gelangt die Asche ins Erdreich.
Erste Erfahrungen sind positiv
ist die Urne noch leer, aber es gibt erste Interessenten, sagt der Lobbacher Bürgermeister Edgar Knecht. Seine Frau Elisabeth Knecht hatte als Pflegefachkraft für Palliativmedizin an der Uniklinik Heidelberg von der Bestattungsform gehört. Auch der Gemeinderat stimmte zu, die Wasserurne im „Garten der Erinnerungen“ zu errichten. Als Alternative zu Friedwäldern sind Urnenbestattungen unter Sträuchern und Bäumen möglich.
Gute Erfahrungen macht die Gemeinde Großwallstadt seit einem Jahr. Dort seien alle zwölf Wasserurnen belegt oder reserviert, sagte Stefan Günther von der Friedhofsverwaltung. Da es immer weniger Erdbestattungen gibt, könnten so freie Grabplätzen im alten Teil des Friedhofs neu belegt werden. In Lobbach
Die Pflege wird von der Gemeinde übernommen. „Damit kommen wir den Bedürfnissen der Menschen nach, die keine Zeit für die Grabpflege haben“, sagte Knecht. Wie in Großwallstadt wird die Wasserurne von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Man erwerbe ein Nutzungsrecht für 25 Jahre, sagte Knecht. In
Kosten der Leichenschau Zeitaufwand ist entscheidend für Gebühr Auch wenn das in einem Moment der Trauer oft schwerfällt: Angehörige eines Verstorbenen sollten sich die in der Leichenschau-Abrechnung genannten Posten genau anschauen. Seit Anfang 2020 gelten den Verbraucherschützern zufolge für die Abrechnung einer Leichenschau höhere Gebührensätze. Bei der genannten UntersuKÖNIGSWINTER
Bestattungsformen
Eine Trauerrede ist die wohlwollende Würdigung des Lebens und der Persönlichkeit des Verstorbenen. Der Trauerredner kann aufzeigen, was an dem Verstorbenen in Erinnerung bleiben soll, aber auch, was dem Verstorbenen selbst besonders wichtig war. Es empfiehlt sich, immer auch die momentane Situation der Hinterbliebenen aufzunehmen. Eine gelungene Trauerrede wird den Trauergästen noch lange im Gedächtnis bleiben und die Erinnerung an den Verstorbenen in angenehmer Weise wach halten. Besonderes Augenmerk sollten die Hinterbliebenen auf die Auswahl des Trauerredners legen. Neben Geistlichen bieten zahlreiche private Trauerredner oder Bestatter diesen Service an – zu unterschiedlichen Preisen. Sie können die Trauerrede auch selbst halten oder einem Freund oder Verwandten überlassen. Zur Vorbereitung der Trauerrede gehört ein Gespräch zwischen dem vorgesehenen Redner und den Angehörigen über den Verstorbenen. Den meisten Angehörigen tut das sichtlich gut. NORDHORN
chungsdauer könne es Unregelmäßigkeiten geben. Laut der Gebührenordnung für Ärzte können für eine eingehende Leichenschau inklusive Ausstellen des Totenscheins 165,77 Euro berechnet werden. Die Leichenschau muss dafür mindestens 40 Minuten gedauert haben. Bei einem kürzeren Aufwand sind 99,46 Euro angemessen. dpa
Foto: Waterurn
Lobbach kostet das rund 2000 Euro. Seit 2004 ist die Wasserurne, deren Erfinder bereits verstorben ist, auf dem Markt. Wie die Idee entstand, wissen die niederländischen Bestatter „Waterurn B.V.“ nicht. Sie haben die Urne seit 2012 weiterentwickelt, um deutschen Gesetzen zu entsprechen, sagt Jos Weijs von Waterurn B.V. Mittels eines speziellen Systems wird die Asche vom Regenwasser aufgenommen und durch ein 150 Zentimeter tiefes Rohr in die Erde abgegeben. Es dauert im Schnitt zehn Jahre, bis die Asche vollständig versickert ist, erläutert Weijs. Mit der Wasserurne könnten Trauernde in ihrem eigenen Tempo und individuell mit ihren Erinnerungen umgehen.
Vorsorglich einen Trauerredner für die eigene Bestattung vorzuschlagen, kann sinnvoll sein – einerseits, um eine besonders geeignete Person festzulegen, die sprachlich gewandt ist und den Betroffenen persönlich nahe steht, und andererseits, um Personen auszuschließen, die sie für besonders ungeeignet für diese Aufgabe halten. dpa
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