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verändert. Es scheint also nicht jeder gleichermaßen auf Höhentraining zu reagieren. Leiden Sie selbst unter Atemnot, wenn Sie auf Berge steigen? Ich bin tatsächlich eher anfällig, muss mich mehr vorbereiten und langsamer gehen als meine Frau. Frauen haben mit der Höhe generell etwas weniger Schwierigkeiten. Das hat mit der Atemfrequenz und dem Hormonhaushalt zu tun. Kleinere Lebewesen atmen schneller, das ist ein Vorteil in der Höhe. In gewissen Zyklusphasen ist die Frau auch darauf vorbereitet, für ein Kind mitzuatmen, was ebenfalls atemantriebssteigernd wirkt. Höhe ist zwar trainierbar, trotzdem bringt jeder seinen genetischen Rucksack mit: Genetisch homogenere Gruppen wie Tibeter und Äthiopier haben sich im Genpool noch nicht so stark vermischt und reagieren auf die Höhe ähnlich. Bei Europäern gibt es hingegen große Unterschiede. Im Höhenzentrum können sich Bergsteiger ihre Höhenverträglichkeit sowie genetischen und konstitutionellen Voraussetzungen für Höhenaufenthalte messen lassen oder sich auf eine bevorstehende Bergtour vorbereiten. Wer die Möglichkeit hat, akklimatisiert sich am besten direkt am Berg statt in einem Labor. Das empfehlen wir auch jedem Bergsteiger, wenn er sich bei uns nach einem Höhentraining erkundigt. Beispiel Kilimandscharo: Der 5.895 m hohe Berg in Afrika ist technisch nicht anspruchsvoll, wird aber von vielen Touristen unterschätzt. Nur etwa zwei Drittel der Bergsteiger erreichen den Gipfel, etwa ein Drittel muss die Tour wegen gesundheitlicher Probleme abbrechen. Das liegt auch daran, dass manche Reiseveranstalter sehr kurze Touren anbieten, obwohl es dafür, je nach Höhenerfahrung, oft deutlich mehr Aufstiegstage brauchen würde. Wo hält der Trainingseffekt länger an: auf einem echten Berg oder in der Höhenkammer? Nach heutigen Erkenntnissen hält der Effekt in beiden Situationen
gleich lang an. Bis zu zwei Wochen dauert es aber, bis sich im Knochenmark rote Blutkörperchen gebildet und diese sich angereichert haben und Sauerstoffmoleküle transportieren können. Diese neuen Erythrozyten leben dann etwa 120 Tage lang, bis sie wieder abgebaut werden. Es gibt aber noch viele andere Anpassungen, die alle unterschiedlich lange anhalten. Jeder, der sich am Höhentraining versucht, sollte allerdings darauf gefasst sein, im ersten Moment sogar eher einen Leistungsabfall zu bemerken, weil der Körper in der Höhe Stress ausgesetzt ist und verschiedenste Mechanismen in Gang bringt. Dies führt in aller Regel zunächst zu einem Leistungsabfall. Auf welche große Frage hätten Sie noch gerne eine Antwort? In meiner Studie haben die Patienten das Training mit einer Herzfrequenz von 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz absolviert. Das war eine Vorgabe der Ethikkommission. In einer Folgestudie, die ein Doktorand durchführen wird, möchten wir den Gedankengang umdrehen. Die Patienten sollen das Training nicht unter derselben Herzfrequenz, sondern unter derselben Belastung durchführen. Es wäre interessant herauszufinden, ob die Gruppe am Berg oder die Gruppe in der Höhenkammer einen besseren Trainingseffekt erzielt. Gibt das Ethikkomitee grünes Licht, könnte Mitte 2022 mit den ersten Patienten gestartet werden. Was, wenn die Ergebnisse ausfallen wie erhofft? Dann könnten wir noch aussagekräftiger nachweisen, dass das Training in hypoxischen Umgebungen großes Potential für die unterschiedlichsten Patientengruppen birgt. So könnte man Höhentraining zur Erhaltung der Herzgesundheit im Alter empfehlen. Fittere könnten dies direkt am Berg mit geführten Herzsportgruppen tun und weniger fitte im Höhenlabor.
Interview: Renate Breitenberger
Panoramaweg Jaufental Bevor der Winter in höheren Lagen wieder Einzug hält, wandern wir nochmals durch spätherbstliche Wälder. Unser Ausflug kann problemlos von Sterzing aus mit dem öffentlichen Bus geplant werden und führt uns von Gasteig auf der orografisch linken Talseite des Jaufentales bis Mittertal. In Gasteig folgen wir der Beschilderung „Mittertal/Panoramaweg Jaufental“ (ohne Weg-Nummer). Unterhalb eines Hofes geht es taleinwärts bis zu einem links abzweigenden Forstweg. Wir halten uns rechts und kommen zu einer asphaltierten Hofzufahrtsstraße. Dieser folgen wir nach links, kommen zu einem einzelnen Hof und oberhalb des Hauses geht es in steilen Serpentinen hinauf zu einem weiteren Forstweg. Nach links erreichen wir in flacher Wanderung dessen Ende, dann geht es auf einem Steig abwärts bis zu einer Wiese. Auf einem Traktorweg könnten wir bereits jetzt zur Straße ins Jaufental absteigen. Wir halten uns rechts, auf einem Feldweg kommen wir wieder zu Höfen und auf der asphaltierten Zufahrtsstraße gelangen wir zur Abzweigung mit dem Wegweiser Nr. 18, Mittertal. Hier zweigen wir links ab zur Jaufentaler Straße und wandern talauswärts. Im Jaufentalerhof können wir uns bei einem warmen Getränk eventuell die Wartezeit bis zur Abfahrt des Busses bei der Haltestelle im Bereich der Kirche von Mittertal verkürzen. Tipps: Da es sich um eine relativ kurze Wanderung handelt, können wir diese auch erst am späteren Vormittag beginnen. Bei Schneelage kann diese Wanderung auch mit den Schneeschuhen unternommen werden. Allerdings ist der steile Serpentinensteig vom Gringerhof aufwärts etwas kräftezehrend. TOURENDATEN Ausgangspunkt: Gegenüber dem Hotel A.nett in Gasteig an der Jaufenpassstraße Strecke: 5 km Dauer: ca. 2 Stunden Höhendifferenz: 340 hm im Aufstieg, 150 hm im Abstieg Schwierigkeit: bis auf den steilen Serpentinensteig beim Gringerhof leichte Wanderung Ausrüstung: feste Schuhe, der Jahreszeit entsprechende Kleidung Beste Jahreszeit: bis zu den ersten Schneefällen, dann auch als Schneeschuhwanderung
Hermann Steiner, AVS Sterzing Erker 11/21
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