BOLLENDORF Interview mit der Bürgermeisterin
Mir erliewen de Moment iwwerall op der Welt eng schwéier Zäit. De Coronavirus huet d’ganz Gesellschaft fest am Grëff a ganz vill Leit maache sech Suergen, wéi alles wéidergeet. Wat ass fir Iech an dëser Zäit dat Wichtegst, wéieng Roll spillen an dëser schwiereger Zäit d’Gemengen?
SILVIA HAUER
Das Wichtigste: möglichst alle sollen gesund bleiben! Unsere Gemeinde unterstützt mit ehrenamtlichen Helfern ihre Bürger durch das Organisieren einer Nachbarschaftshilfe, die vor allem bei Einkäufen hilft. Wéieng Betriber aus Ärer Gemeng ware wärend dem Lockdown besonnesch innovativ oder hunn der Gesellschaft op iergendeng Aart a Weis am Alldag gehollef? Fast alle gastronomischen Betriebe haben Abhol- und/oder Lieferservice angeboten, die auch gerne angenommen werden. Wéi gesäit de Moment d‘Veräinsliewe bäi Iech an der Gemeng aus? Nach guter Rückkehr zur (fast) Normalität ist jetzt leider weitestgehend wieder alles abgesagt; die Gesundheit geht vor. Ginn et Geleeënheeten an Ärer Gemeng wou d’Leit sech, trotz der schwiereger Situatioun, ënnert deene virgeschriwwenen Hygiènsmesurë begéine kënnen an hir sozial Kontakter pfleege kënnen? Unsere Bürger gehen gerne im Ort spazieren, dazu wird besonders unsere schöne Allee am Sauerufer und der Uferwanderweg genutzt. Ein sehr beliebter Anlauf- und Treffpunkt ist dabei der zentrale Bereich am Dorfbrunnen. Ass de Moment eppes an Ärer Gemeng wärend der Adventszäit geplangt? Eine Initiative hat dazu aufgerufen, ab dem 1. Dezember Adventsfenster zu gestalten, die bis in den Januar hinein leuchten sollen. Sie können dann von allen bewundert werden. Außerdem wird von unserer Vereinsgemeinschaft ein großer Weihnachtsbaum im Zentrum aufgestellt sowie unsere Promenade beleuchtet. Ob der Nikolaus kommen kann (traditionell mit dem Boot über die Sauer), ist leider noch nicht klar. Vill Betriber haten et wärend dem Lockdown net einfach oder hunn elo nach Schwieregkeete mat der aktueller Situatioun iwwert d’Ronnen ze kommen. Wéieen Impakt hat de Lockdown op d’Gemengefinanzen, wäerte geplangte Projeten an der Gemeng net kënnen ëmgesat ginn? Ein großer Betrieb und Arbeitgeber hat leider geschlossen. Ebenfalls ist derzeit unsere Jugendherberge geschlossen, sie wird aber Gott sei Dank nächsten Sommer wieder öffnen. Aber in diesem
32 SAUERZEIDUNG
Jahr haben hier viele Gäste gefehlt, sowohl in der Gastronomie als auch in den Gewerbebetrieben. Wie alle anderen Gemeinden auch, haben wir dadurch natürlich mit entsprechenden Steuerausfällen zu kämpfen. Och wann di Zäit vun der Pandemie net einfach ass, goufen et awer och positiv Aspekter. War hei eppes Extraes an Ärer Gemeng wat een erwäne kann? Die Menschen sind (im übertragenen Sinne) näher zusammengerückt und haben sich gegenseitig geholfen und unterstützt (siehe Nachbarschaftshilfe). Konnten trotz der Pandemie Projeten an Ärer Gemeng fäerdeggestallt ginn? Wir arbeiten zur Zeit mit ehrenamtlichen Helfern an unserer Römischen Villa, diese Arbeiten sind schon weit gediehen. Auch an der Wiedereröffnung des Gemeindecampings zur nächsten Saison wird mit Hochdruck gearbeitet, denn die schönen Wiesen entlang der Sauer haben lange genug leer gestanden. Im Wald wurden einige Schutzhütten und unser Wassertretbecken instandgesetzt und laden jetzt zum Verweilen ein. Und unser Sportverein hat den Sportplatz ebenfalls mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern wieder in Schuss gebracht. Duerch d’Pandemie war de Summer dëst Joer anescht. Vill Leit hu Vokanz Doheem gemaach. Wéi war den Zoulaf un Touristen dëst Joer bäi Iech an der Gemeng? Wir konnten ein deutliches Plus bei den Tagesgästen verzeichnen, die zum Wandern zu uns gekommen sind. Besonders unser Märchenpfad (für Familien mit Kindern) und unsere beiden Lauschtouren „Grüne Hölle“ und „Manfreds Felsentour“ waren die Renner. Letztere sind in einer Lauschtour-App zusammengestellt. Auch Kanufahren war sehr beliebt und generell natürlich das Radfahren auf den ausgedehnten Strecken beiderseits der Sauer. Außerdem haben viele Motorradfahrer die Schönheiten unserer Heimat für sich entdeckt.