DE S T IN A TIO N TUN E S I E N
IM LAND DER
FATA MORGANA
Tunesien ist ein hervorragendes Reiseland für Urlauber, Kulturliebhaber und all diejenigen, die nach aussergewöhnlichen Naturschätzen suchen. Die Oasen der Wüste, das abwechslungsreiche Essen und das besondere Flair in den Touristengegenden machen das Land im Norden Afrikas so attraktiv. Und in kaum einem anderen Land der Welt spielt Thalasso eine grössere Rolle als in Tunesien.
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iele Besucher entdecken Tunesien nur vom Liegestuhl der Hotelanlage aus oder mit dem Schnorchel. Doch die Strände sind nur der goldene Saum dieses schillernden Landes. Ob bizarre Berglandschaften oder Palmenoasen, Tradition oder Moderne, die weite Sahara oder eine Grossstadt wie Tunis, Geschichte der Berber im Süden oder der Römer im Norden – Tunesien ist ein kleines, aber erforschenswertes Land.
ZWISCHEN SANDIGER KÜSTE, FRUCHTIGEN OASEN UND HEISSEN DÜNEN
Tunesien zählt zu den schönen Mittelmeernationen. In Afrika gelegen, grenzt es an die Länder Libyen im Osten und Algerien im Westen. 1300 Kilometer Küste mit feinstem Sandstrand am Mittelmeer nennt Tunesien sein eigen. Wie eine Perlenkette reihen sich herrliche Sandstrände im Golf von Hammamet aneinander, der sich von der Südküste des Cap Bon bis hinunter nach Mahdia, dem grössten Fischereihafen des Landes, erstreckt. Die Auswahl an Hotels in Nabeul, Hammamet, Port El-Kantaoui, Sousse, Monastir und Mahdia ist riesengross. Djerba im Golf von Gabes ist zwar die grösste der tunesischen Inseln, aber klein genug, um das berühmte Gefühl der einsamen Insel fernab von der Welt zu bekommen. Das Wasser ist hier besonders seicht, was die Strände von Djerba extrem kinderfreundlich macht. Das Wasser vor Tunesien hat von allen Mittelmeerländern den höchsten Reinheitsgrad. Im Landesinneren, jedoch nur in den nördlichen Regionen, finden sich auch zauberhafte Bademöglichkeiten an Seen. Auch der Naturpark Ichkeul mit dem ansehnlichen Bergmassiv und dem gleichnamigen See ist eine Reise wert. Nur hier können Besucher noch wilde Büffel am Seeufer entdecken Auch der See von Tunis oder die Lagune von Ghar El Melh machen den Norden so fruchtbar. Das grösste Wasservorkommen spendet jedoch der Fluss Medjerda. Hinzu kommen die sogenannten Wadis-Flüsse, die je nach Hitzegrad austrocknen und sich in den Regentagen wieder füllen.
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DOLCE VITA MAGAZIN N° 05 | WINTER 2015/2016
Abenteuerromantik pur: Die endlose Weite der Dünen bezaubert jeden Besucher.
Die Nordküste und das Atlasgebirge sind von mediterranen Buschwäldern bewachsen. Zudem finden sich im Nordwesten eindrucksvolle Korkeichenwälder und auch Steineichen. Die Naturschönheit des Landes wird den Gästen vor allem in der Region der Kroumirie veranschaulicht. Diese weitläufige Berglandschaft wird auch das grüne Herz Tunesiens genannt. Diese Landschaft zeichnet sich durch seine hügelige Erscheinung und seine Artenvielfalt aus und ist eines der feuchtesten Gebiete in ganz Nordafrika. Das Zentrum Tunesiens wiederum beherbergt eine weite und trockene Steppenlandschaft. Doch wer nun denkt, in dieser kargen Gegend gäbe es nichts zu entdecken, der irrt. Vor allem die grossen Salzseen, wie die im Sedimentbecken Chott el Djerid, erfreuen sich grosser Beliebtheit. Ein beeindruckendes Naturschauspiel ist auch die in dieser Region häufig vorkommende Fata Morgana. Diese visuellen Täuschungen der Wahrnehmung werden durch die unterschiedlich warmen Luftschichten hervorgerufen und haben schon so manchen armen Reisenden zur Verzweiflung getrieben. Im Südwesten des Landes liegt eine der weiten Dünenlandschaften; die Dünen und märchenhaften Oasen von Nefta. Noch trockener wird es schliesslich in der Sahara, der grössten Trockenwüste der Erde. Diese erstreckt sich über die gesamte Strecke von der afrikanischen Atlantikküste bis hin zum Roten Meer.
EIN REICHES KULTURELLES ERBE
Durch die Einwanderungsperioden der Araber, Türken und Berber sowie der Spanier und Franzosen wurde die indigene Kultur massgeblich beeinflusst. Vor allem in der Architektur lässt sich die starke Durchmischung nordafrikanischer Ursprünge mit den Einflüssen aus dem gesamten Mittelmeerraum kaum leugnen. Ein Pflichtprogrammpunkt einer jeden Tunesienreise ist die alte Stadt Karthago, das einstige politische Zentrum der Macht. In der byzantinischen Epoche wurden starke Befestigungsanlagen gebaut – als Beispiel wäre Gafsa zu nennen. Ab dem 7. Jahrhundert setzten sich die