Börsianer 46. Ausgabe, Q3 2021

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SEITENBLICKE WELTBLICK

WELTBLICK Die Wirtschaft ist ein globales Geschäft. Ein Blick über die Grenzen der Korrespondenten.

DEUTSCHE BANK IN ERKLÄRUNGSNOT

OLIVER STOCK Korrespondent Deutschland

DEUTSCHLAND. Vielleicht ist sie die Greta

jeder Gelegenheit, was bei der DWS in Sa-

der Finanzwelt. Jedenfalls ist mit Desiree

chen Nachhaltigkeit schiefläuft, und hat

Fixler nicht zu spaßen, wenn es um nach-

damit die US-Börsenaufsicht SEC sowie

haltiges Investieren geht. Das hat die

die deutsche Finanzaufsicht Bafin alar-

Deutsche-Bank-Tochter DWS erfahren,

miert. Nun werden Greenwashing-Vor-

die Fixler im Juni 2020 einstellte und nach

würfe gegen die Deutsche-Bank-Toch-

elf Monaten wieder rauswarf. In dieser

ter untersucht. Bei ihrer Ernennung im

Zeit war sie Nachhaltigkeitschefin beim

Juni 2020 bezeichnete sie ihr Chef Aso-

Frankfurter Geldhaus. Ihre Aufgabe: ein-

ka Wöhrmann als „perfekte Besetzung“.

deutige Kriterien für nachhaltige Produk-

Die Anschuldigungen seien gründlich und

te festlegen. Nach einer Vorstandsprä-

umfassend von unabhängiger Stelle un-

sentation war die New Yorkerin Aufgabe

tersucht worden. Ergebnis: Sie haben kei-

und Job wieder los. Seither erklärt sie bei

ne Substanz, heißt es von der DWS.

BANKGEHEIMNIS ALS KLOTZ AM BEIN SCHWEIZ. Seit Europa den Informations-

er ist unbeliebt. Darum legen Schweizer

austausch praktiziert, ist das Bankge-

Unternehmen ihre Anleihen vorzugs-

heimnis obsolet. In der Schweiz lebt die-

weise im Ausland auf. Das große Poten-

ses weiter. Dabei brächte ein Informa­

zial des Kapitalmarkts bleibt unausge-

tionsaustausch auch den Eidgenossen

schöpft. Deshalb will die Regierung die

Vorteile. So könnte das Land die 75 Jahre

Verrechnungssteuer nun auf inländische

alte Verrechnungssteuer abschaffen, die

Anleihen abschaffen. Allerdings muss sie

den Kapitalmarkt behindert. Die Banken

dies ersatzlos tun, die Abschaffung des

sind verpflichtet, vorsorglich 35 Prozent

Bankgeheimnisses ist immer noch nicht

auf den Kapitalerträgen ihrer Schweizer

mehrheitsfähig. Volkswirtschaftlich stif-

Kunden einzuziehen, damit diese die Ein-

te ein größerer Kapitalmarkt mehr Nut-

nahmen in der Steuererklärung nicht un-

zen als die Möglichkeit, jedem Steuerhin-

terschlagen. Doch die Verrechnungssteu-

terzieher hinterherzusteigen.

DANIEL ZULAUF Korrespondent Schweiz

EVERGRANDE IM SCHULDENBERG

BITCOIN IN CHINA ILLEGAL CHINA. Digitalwährungen wie Bitcoin geraten unter Druck. Die

CHINA. Evergrande, der zweitgrößte Immobilienentwickler Chi-

chinesische Zentralbank meldete, dass alle Transkationen in

nas, ließ eine wichtige Zahlungsfrist für Zinsen einer Übersee-

Verbindungen mit Kryptowährungen seien. Das Ziel sei, „das

Anleihe ohne Erklärung verstreichen. Die Evergrande-Aktie

Eigentum der Menschen abzusichern und wirtschaftliche, fi-

brach daraufhin ein, das Unternehmen hat Schulden von mehr

nanzielle und soziale Ordnung aufrechtzuerhalten“, heißt es

als 300 Milliarden Euro. Ein Kollaps könnte schwere Folgen für

von der People’s Bank of China. Der Bitcoin-Kurs stürzte da-

das chinesische Finanzsystem haben. Investoren hoffen, dass

raufhin ab.

die Regierung in Peking eingreift.

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Die nächste Ausgabe erscheint um den 6. Dezember. Bis dahin täglich: derboersianer.com


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